Beiträge von Cadda

    Hallo Nova,

    Und er meint, er arbeitet jetzt auf jeden Fall an sich, weil er weiß, dass ich mich nur noch unter bestimmten Voraussetzungen mit ihm treffen würde.

    Inwiefern arbeitet er denn an sich? Ein Alkoholiker kann nicht auf Dauer "an sich arbeiten". Das würde bedeuten, dass er es kontrollieren will und das geht nicht auf Dauer. Wenn ein Alkoholiker sich kontrollieren könnte, müsste er nicht an sich arbeiten und wäre zudem auch kein Alkoholiker.


    Und er meint, er arbeitet jetzt auf jeden Fall an sich, weil er weiß, dass ich mich nur noch unter bestimmten Voraussetzungen mit ihm treffen würde

    Da hat er Dir den Grund doch gleich mitgeliefert. Er möchte das nur machen, weil er Dich treffen will. nicht für SICH weil er alkoholkrank ist und aus der Sucht raus will. Das ist zum Scheitern verurteilt.

    Kenne ich übrigens. Hab ich ja mal erzählt, dass ich meine eigene Wohnung hatte und wir uns nur noch treffen wollten, wenn er nichts getrunken hat. War ganz schön anstrengend, da mal einen Termin zu finden ;)

    Und WENN er denn mal (angeblich!!!) nichts getrunken hatte, kannst Du Dir ja vorstellen, dass es auch nicht gerade ein tolles Gefühl ist, wenn man weiß, dass er sich nach dem Treffen wieder die Birne zuschüttten wird.

    Überhaupt: An sich arbeiten?! Das ist Blödsinn. Wenn ich Alkoholiker bin, dann will ich entweder raus aus der Sucht (bedeutet lebenslange Abstinenz und wenn er sich auch nur ansatzweise mit der Sucht beschäftigt hätte, dann wüsste er es, dass es nichts dazwischen gibt) oder eben nicht raus aus der Sucht.

    Er würde mehr verzichten und er merkt, dass ihm das gut tut.

    Er würde mehr verzichten bedeutet wieder: Weniger trinken, versuchen das zu kontrollieren. Klappt nicht (siehe oben).

    Dass ihm das gut tut, wird er nicht erst jetzt festgestellt haben. Ein Alkoholiker weiß selbstverständlich, dass es ihm gut tut, nichts oder weniger zu trinken. Deshalb nimmt er sich ja auch immer und immer wieder vor, weniger zu trinken. Klappt aber nicht (siehe oben).

    Also Fazit: Es hat sich nichts geändert, außer dass er Dir diese Dinge gesagt hat, die Dich wieder ins Straucheln geraten lassen. Ich sage ja gar nicht, dass er das nicht wirklich so meint oder vielleicht sogar will. Ich sage gar nicht, dass er Dich bewusst anlügt, um Dich bei sich zu halten und nicht wirklich was ändern wollen würde. In dem Moment wo er Dir das sagt, will er das vielleicht wirklich so.

    ABER: Das spielt null komma null eine Rolle, denn es wird so nicht funktionieren. Also verpuffen seine Worte in dem Moment wo er sie ausspricht auch direkt in der Luft....

    Wegen der Tatsache, dass man so leicht ins Straucheln gerät, wird einem Co. ja auch immer wieder geraten, den Kontakt abzubrechen. Weil es einen immer und immer wieder zurückhaut.

    Freue Dich auf Deinen Umzug. Freue Dich auf Deine Wohnung. Freue Dich auf das Gefühl, wenn Du den Liebeskummer los bist und Du gefühlsmäßig frei bist. Das wird toll, glaub mir das :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Naddel,

    gut, dass Du hier bist. Die Situation, die Du beschreibst, ist wirklich schon ziemlich dramatisch. Für Dich, aber vor allem auch für die Kinder. Deshalb ist es richtig, dass Du den Schritt gemacht hast, Dich hier anzumelden.

    Was könntest Du tun, um Deine Kräfte wieder zu erlangen und die Kinder möglichst schnell aus der Situation heraus zu holen?

    Falls Du Dich regelmäßig austauschen möchtest, sende ich Dir den Bewerbungslink. Einfach kurz ausfüllen und absenden, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    Und gib nicht auf, es gibt immer eine Lösung, die zu schaffen ist, auch wenn Dir der Berg erst einmal groß erscheint. Wichtig ist eine Veränderung und Bewegung. Das hast Du mit der Anmeldung hier schon mal getan.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich hatte meinen Text ursprünglich im geschützten Bereich verfasst. Doch ich werde ihn bewusst hier hinein setzen, weil ich mich nicht dafür schämen muss, wie es ist:

    Ihr wisst ja, dass ich oft schmunzelnd von meiner Zuckersucht berichtet habe. Das hat ab heute ein Ende, denn ich werde das Ganze nun anders angehen, als bisher. Dass ich immer wieder darüber lachen kann, ob nun hier im Forum oder in meinem Umfeld, bei mir auf der Arbeit oder sonst wo... das hat nicht gerade dafür gesorgt, dass es mich nach vorne bringt. Das ist wie das Schön-Reden damals bei der Alkoholsucht.

    Dass ich immer wieder bei Tag 1 anfange zeigt mir, dass es so nicht funktioniert, wie ich es bisher getan habe. Ich weiß inzwischen sehr genau, was mein Problem ist. Das Problem nennt sich Binge Eating und ist definitiv eine Esstörung, die ich da entwickelt habe. Es ist wie damals, als ich hier Jahre lang im Forum gelesen habe, theoretisch schon so gut Bescheid wusste und es einfach nur noch TUN musste. Endlich handeln. Zum Arzt und die Selbsthilfe.

    Ich weiß bei meinen Fressanfällen keinen anderen Ausweg mehr. Ich bekomme zwar mein Gewicht durch das Joggen immer wieder in den Griff, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich mich absolut unwohl fühle mit den Verhaltensweisen. Ich decke mich regelrecht mit Essen (vorzugsweise Naschen) ein, um dann abends so richtig Gas zu geben. Manchmal esse ich den ganzen Tag irgendetwas. Ich bin völlig überfressen und esse abends auf dem Sofa aber trotzdem noch ohne Ende. Das ist nicht gesund und ich fühle mich absolut beschissen und das nun seit soooo langer Zeit. Ich bekomme das einfach nicht allein in den Griff, obwohl ich genau weiß, was man tun sollte. Ich denke so oft, dass es doch nicht sein kann, dass ich die Alkoholabhängigkeit stoppen konnte und das nicht. Obwohl man es doch vom Grundsatz her gleich angehen sollte. Notfallkoffer, Ablenkung usw.

    Nun bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich einfach das mache, was ich mir immer als letzten Ausweg im Hinterstübchen gelassen habe:

    Es komplett gleichzusetzen wie damals und so werde ich es nun auch machen:

    Zum Arzt gehen und Selbsthilfe!

    Um das zu untermauern außerdem mit offenen Karten spielen. Es nicht mehr belächeln. Nicht mehr sagen: "Ich esse halt gern" und mich gemeinsam lustig machen. Nein, so nicht mehr. Sondern: Ich habe eine massive Esstörung entwickelt und werde jetzt etwas dagegen tun, indem ich mir helfen lasse.

    Punkt.

    Ich möchte jetzt gar nicht das Thema Esstörung hier vertiefen, denn wir sind hier ja schließlich ein Alkoholikerforum.

    Näheres werde ich daher zukünftig nicht mehr hier im offenen Bereich schreiben, denn es soll hier ja nur um das Thema Alkoholsucht gehen.

    Ich fand es aber ganz angemessen, das hier offen zu schreiben, weil sich Folgendes vom Grundsatz her gleicht:

    Eine Sucht ist kein Grund sich zu schämen. Es ist eine psychische Erkrankung bei der man sich helfen lassen kann. Man muss nur den ersten Schritt gehen und der ist eben nicht nur "sich eine Sache vorzunehmen", sondern zu HANDELN. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten, es ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.

    Der Arztbesuch z. B., der hier immer wieder als "das brauche ich nicht, meine Werte sind gut" abgetan wird, der kann so wichtig sein. Weil er einfach ein erster offizieller Schritt ist. Ich weiß noch ganz genau, wie sehr mir damals, als ich aufhören wollte zu trinken, der Arztbesuch bevor stand. Und hinterher war ich sooooo erleichtert. Es war wie ein Startschuss. Deshalb kann ich nur Jedem raten, das zu tun. Weil in dem Moment aus dem Reden ein Handeln wird.

    LG Cadda

    Hallo Kloane,

    es tut mir so unendlich leid!!!

    Du schreibst, dass Du weiterhin trocken bist, denn was würde es nützen…

    Das ist sehr gut!!

    Bitte melde Dich, falls Du mal auf andere Gedanken diesbezüglich kommen solltest, rechtzeitig hier.

    Natürlich nicht nur dann. Auch einfach so, zum „reden“.

    LG Cadda

    Guten Morgen Marli,

    ich finde ehrlich gesagt gar nicht, dass es unbedingt etwas bringt, zu vergleichen, ob man Kindern etwas anmerkt oder nicht. Manche zeigen es, manche nicht. Manche nehmen es bewusst wahr, manche nicht.

    Du hast ja selbst beschrieben, dass sie ihn von unten bis oben mustern. Bedeutet, dass es schon soweit ist, dass sie es nicht nur unbewusst wahrnehmen, sondern ganz bewusst.

    Meine Kinder haben damals auch zunächst nicht mehr geäußert als "Du bist irgendwie so komisch". Das ist dasselbe, als würden sie mich mustern, so wie Deine Kinder es bei Deinem Mann tun.

    Wie ich im Nachhinein gefahren habe, haben sie bereits da schon richtig extrem darunter gelitten, wenn sie diese Veränderung an mir wahrgenommen haben. Es ist befremdlich für Kinder und macht bereits dann etwas mit ihnen. Und das sind nur die Situationen die Du selbst wiederum an den Kindern bemerkst. Du bist ja auch ziemlich mit Dir und Deinem Mann beschäftigt. Ich wette, dass Du so manche Empfindungen der Kinder gar nicht bemerkst. Zumal Kinder ja oft auch einfach gerade wegen der Veränderungen die sie bemerken, die Normalität weiterleben.

    Wie oft kommt es vor, dass man ein Gespräch führt und denkt ,die Kinder spielen gerade und nehmen das gar nicht wahr. Und dann kommt ein Satz und man merkt: Oh, sie haben alles mitbekommen.

    Kinder bekommen so wahnsinnig viel mit und es prägt sie. Da kann man noch so sehr den Eindruck haben "Ach, so schlimm ist es nicht".

    Was das Thema Trennung angeht: Logisch denkt man als Mutter "das kann ich den Kindern doch nicht antun", weil es dann ein Erlebnis ist, was erstmal ein Drama auslösen kann. So eine Alkoholkrankheit in der Familie ist aber auch ein Drama. Dieses Drama dümpelt so über die Jahre vor sich hin, während eine Trennung sich dann nach außen bemerkbar macht. Das Drama für die Kinder, was aber so vor sich hinläuft ist nicht weniger schlimm, nur weil die Auswirkungen nicht so krass zu merken sind, wie bei einer Trennung! Ich glaube, das ist vielen nicht bewusst.

    Meine Kinder waren beide noch klein, als ich mich von meinem Mann trennte (er trank zwar nicht, aber es gab andere Gründe, die zur Trennung führen mussten). Ich habe lange überlegt, ob ich den Kindern die Trennung antun kann. Als es soweit war, da war es ein Drama:

    Meine Jungs haben abends geweint und gesagt, sie wollen zu Papa. Ich war oft verzweifelt und habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob ich den Kindern das antun kann, da mir mit voller Wucht gezeigt wurde, wie sie leiden. Aber ich habe mir immer gesagt, dass sie auch leiden, wenn ich bleibe, nur eben still und sehr viel länger.

    Ich habe es durchgezogen, so hart es auch war. Das ist inzwischen sehr viele Jahre her, meine Jungs sind Jugendliche. Ich habe im Laufe der Zeit nun schon so oft gehört, dass sie froh sind, dass wir nicht zusammen leben, weil sie sich noch sehr genau daran erinnern können, wie es war, als wir noch zusammenlebten. Obwohl sie so klein waren.

    Außerdem bekommen sie auch jetzt die Charakterzüge ihres Vaters mit und konnten - je älter sie wurden - immer mehr verstehen, weshalb ich nicht bleiben konnte.

    So wird es auch mit Deinen Kindern sein. Wenn sie größer sind, kann man sich erklären. Oft muss man das auch gar nicht, weil sie es selbst sehen. Denn er wird ja ihr Papa bleiben und sie werden weiterhin sehen, wenn er trinkt. Das Verständnis wird da sein und sie werden Dir dankbar sein, dass Du in ihrem Sinne entschieden hast.

    Klar ist es schwer. Aber mit solchen Argumenten wie "das Zuhause verlieren, der schöne Garten..." stößt Du zumindest bei mir auf Granit. Ich hatte ein wunderschönes Haus mit meinem Mann gebaut, mit wunderschönem Garten. Es war MEIN Traumhaus, ich habe mir alles ausgesucht, wir haben selbst gebaut. Meine Kinder haben sich in dem Haus und Garten pudelwohl gefühlt. Aber diese Stimmung die zu Hause herrschte. Die hat alles, aber auch alles getrübt.

    Nach der Trennung sind wir zunächst in einer kleinen Wohnung im Obergeschoss gelandet. Wenn ich mit den Kindern raus wollte, musste ich mit ihnen auf den Spielplatz gehen. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was für eine Umstellung das war.

    Aber weißt Du, was in das neue "Zuhause" eingekehrt ist? Eine andere Stimmung und Ruhe für die Kinder!! Das hab ich nie bereut, dafür mein Haus und Garten aufgegeben zu haben.

    Ja, es kamen bei mir dann auch andere Zeiten, weil ich später vermehrt trank und dann auch extrem. Für die Probleme war ich dann selbst verantwortlich. Meine Kinder mussten also noch weiter leiden. Bis ich selbst nicht mehr konnte und endlich aufhören konnte zu trinken. Sie haben also noch sehr viel mitbekommen in ihrem Leben und ich habe soweit es geht versucht, den Schaden wieder zu begrenzen.

    Ich bin also nicht hier, um Dir zu sagen, wie toll ich bin und wie super ich das alles gemeistert habe. Ganz im Gegenteil, ich habe extrem viel verbockt.

    Aber einfach wegen des Themas "Trennung", obwohl die Kinder leiden könnten, wollte ich das hier alles schreiben. Denn sie leiden bei einer Trennung nicht mehr, als wenn sie in der Situation bleiben müssen. Sie leiden anders, still und ohne großen Knall. Aber sehr viel länger, als bei einer Trennung.

    LG Cadda

    Guten Morgen Thomson,

    Du schreibst, dass Du vor drei Tagen zuletzt Alkohol getrunken hast. Warst Du neben der Selbsthilfegruppe auch bei einem Arzt? Wenn Du einfach so den Alkohol weglässt, dann wäre das ein kalter Entzug, der sehr gefährlich sein kann. Schau mal dieser Artikel hier:

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Du schreibst im ersten Beitrag zwar, dass Du nur gelegentlich trinkst und gar nicht weißt, ob Du Alkoholiker bist. Aber da Du nun geschrieben hast

    "Heute ist Tag 3 ohne Alkohol" liest sich das doch so, als ob Du schon regelmäßig trinkst.

    Wie genau können wir uns denn die Situation vorstellen?

    LG Cadda

    Hallo ChrisMoon,

    Und wenn man erst mit sich selbst sehr gut klarkommen muss, psychisch gesund sein muss und das Leben lieben muss um eine Beziehung eingehen zu dürfen. Dann dürften ungefähr nur 20 % der Menschen überhaupt einen Partner haben.

    Das stimmt tatsächlich. Deshalb ist es für so viele Menschen ja auch dauerhaft (am Anfang ist das klar und verständlich) die komplette Welt zusammengebrochen, wenn sie verlassen werden.

    Deshalb suchen sich diejenigen, die nicht allein glücklich sein können auch meistens sofort jemand Anderen.

    Viele Leute die erkrankt sind sagen "wenn ich meinen Partner nicht hätte, würde ich das alles gar nicht schaffen" Was ist mit denen? Sind das alles Abhängige? Die alleine nicht klarkommen?

    Im Grunde genommen ja.

    Das ist jetzt etwas dämlich zu lesen was ich sage aber:

    Was ist mit Leuten die sich einen Hund zulegen?

    Geh doch alleine in den Wald! Sitz doch abends alleine in deiner Wohnung! Warum holt man sich einen Hund? Der ist dazu da um sein Leben zu bereichern weil man alleine einfach nicht so happy ist als mit einem Hund.

    Ich gehe sehr gern allein in den Wald. Ich sitze auch sehr gern allein abends in meiner Wohnung. Ich bin zufrieden. WENN ich mir ein Hund holen würde, dann würde er meine Spaziergänge NOCH schöner machen, als sie eh schon sind. Bereichernd sind sowohl Partner, als auch Hunde oder allgemein Tiere. Das ist völlig klar. Es spricht auch nichts dagegen, sich einen Hund zu holen, um glücklich zu sein. Und letztendlich kann man sich genau wie einen neuen Partner auch schnell wieder einen neuen Hund holen, um wieder glücklich zu werden. Da ist nichts verwerfliches dran.

    Der Unterschied ist, dass ich mich mit einem Hund nicht streiten werde oder keine Angst haben werde, dass er mich verlässt (vom Sterben mal abgesehen). Wenn ich aber allein nicht glücklich bin, dann laufe ich Gefahr, dass eine Unverhältnismäßigkeit in einer Beziehung entsteht. Ich fühle mich unsicher, weil ich Angst habe, verlassen zu werden, da ich weiß, dass ich dann unglücklich bin. Das ist Gift für eine Beziehung und so entstehen emotionale Abhängigkeiten.

    Liebe ist einfach was ganz Großes und ich finde es nicht falsch sich danach zu sehnen.

    Natürlich ist Liebe etwas ganz Großes und es ist auch nicht falsch, sich danach zu sehnen. Dennoch wird es mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Liebe/Beziehung besser funktionieren, wenn ich auch allein glücklich sein kann und mich dadurch eben nicht unbewusst in eine emotionale Abhängigkeit begebe.

    Ich bin als Single unglaublich glücklich gewesen. Jetzt bin ich in einer Beziehung und noch glücklicher. Sollte ich jedoch verlassen werden oder umgekehrt einfach mal die Nase voll haben, dann werde ich auch wieder allein glücklich sein.

    Das Wissen führt auch dazu, dass ich nicht mehr bereit wäre, mir alles mögliche gefallen zu lassen. Weil ich keine Angst habe vor einem eventuellen wieder Allein-Sein.

    Ich bin mit mir zufrieden und ich gehe wie gesagt auch als Single gern in den Wald und bin gern in meiner gemütlichen Wohnung allein.

    Eine Beziehung ist sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte. Die Kirsche ist lecker, keine Frage. Aber die Torte würde auch ohne Kirsche noch schmecken.

    LG Cadda

    Guten Morgen Nova,

    ich hab die Situation ein wenig damit verglichen, dass ein Alkoholiker sich - gerade am Anfang - auch nicht dort rumtreiben sollte, wo gesoffen wird.

    Von Dingen, die einem nicht gut tun, sollte man sich fern halten.

    Ähnlich war es doch bei Dir. Du weißt, dass Dein Ex Dir nicht gut tut, es war eigentlich vorauszusehen, dass es Dich nach hinten werfen wird, wenn Du auf ihn triffst. Deshalb würde ich solche Situationen - gerade am Anfang - tatsächlich meiden.

    Ich betone dieses - gerade am Anfang - so sehr, weil sich die Zeiten ändern werden. Wenn Du gefestigt bist, werden Dich solche Begegnungen in ein paar Jährchen vielleicht nicht mehr stören. Vielleicht hast Du bis dahin aber auch gar kein Interesse mehr, in der Konstellation Deine Zeit dort zu verbringen.

    Warte ab, manche Dinge ändern sich dann auch von selbst.

    Dann muss ich noch etwas loswerden, ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel. Typisch Co. siehst Du irgendwelche "guten bzw. schmerzlichen" Dinge.

    Er hat zärtlich Deine Hand gedrückt und Dich mit einem liebevollen Blick angesehen....

    Daran halten Deine Gedanken nun fest und Du bist deshalb traurig. Sieh es bitte mal dringend anders:

    Er weiß, dass Eure Beziehung vor allem wegen des Saufens nicht mehr besteht und bietet Dir einen Schnaps an??

    Nicht nur das, er erzählt Dir noch was von irgendwelchen geplanten Partys??

    Und obwohl das alles passiert ist, schämt er sich nicht, sich vor Deinen Augen weiter zu saufen??

    Das ist unfassbar dreist und zeigt ganz deutlich, wie egal ihm das eigentlich ist, wenn er denn nur saufen kann.

    Da nützt auch kein zärtliches (oder schwaches) Handdrücken und kein liebevoller (oder betrunkener) Blick.

    Ich weiß, dass Du jetzt denkst: "Nein, es war wirklich eine zärtliche Berührung und es war wirklich ein reumütiger, liebevoller Blick".

    Ja das ist schön. Aber nicht reumütig und liebevoll genug, um Dir keinen Schnaps anzubieten und sich einen reinzuballern, obwohl er genau weiß, dass genau DAS Dein Problem ist.

    Wenn Du Dir einen Gefallen tun willst, dann geh ihm aus dem Weg. Mach Dir Deine Wohnung schön und versuche jeglichen Kontakt zu vermeiden. Wenn es Dir irgendwann besser geht (und das wird es), dann sieht die Welt diesbezüglich wieder ganz anders aus.

    Ich hätte heute kein Problem mehr, mit meinem Ex in einem Bus zu sein und zu sehen, wie er liebevoll (vor allem voll....) aus der Wäsche guckt und sich einen reinballert. "Prost" würd ich ihm zurufen. "Schönes Leben noch Du Vollpfosten".

    Allerdings wird das nicht passieren, weil ich inzwischen mit anderen Menschen im Bus sitzen würde :)

    Hallo Moon,

    ich sehe es genau so wie Elly.

    Es gibt doch viele Menschen, die das nur mit Antidepressive in den Griff bekommen und zurück in alte Muster verfallen, wenn sie diese absetzen.

    Ich würde auch mit dem Arzt sprechen. Sicherlich wird Deine Abstinenz auf längere Zeit gesehen auch dafür sorgen, dass es Dir besser geht, aber das allein reicht eben nicht immer aus und das ist doch auch kein Drama. Lass Dir da helfen!

    LG Cadda

    … und das Risiko, dass er zu den Menschen gehört, die es nicht schaffen (genau danach sieht es bei ihm leider aus) nimmst Du in Kauf?

    Und verplemperst Dein eigenes Leben und Deine eigenen Träume?

    Gut, dann ist es so. Es ist ganz allein Deine Entscheidung.

    Helfen können wir Dir dann allerdings genau so wenig wie Du ihm. Du musst an einem Punkt sein, an dem Du etwas ändern möchtest. Ansonsten wird sich auch nichts ändern.

    LG Cadda

    Hallo Lilamila.

    Ich finde das auch ganz toll, dass Du so offen warst. Das ist ein großer Schritt, der Dir helfen wird, ganz bestimmt.

    Die Reaktion Deines Sohnes finde ich toll.

    Bei Deinem Mann sehe ich es auch so, dass ihm sicherlich bewusst wird, dass sich nun Einiges ändern wird. Ob das für ihn positiv ist, wird er vielleicht bezweifeln. Deine Entscheidung hat große Auswirkungen. Das gefällt nicht Jedem.

    Für Dich ist es jedoch richtig und auch wichtig, dass Du Deine Trockenheit lebst und dahinter stehst!

    Gut gemacht!!!

    LG Cadda

    Hallo Tapfere,

    einmal vorweg, damit Du weißt, mit wem Du es zu tun hast: Ich bin eine Frau und trockene Alkoholikerin. Außerdem war ich sehr lange Zeit co-abhängig. Mein Ex-Partner hat mich zeitweise nicht ausgelacht über den "Vorwurf" er sei Alkoholiker und hat phasenweise auch zugegeben, dass er weiß, alkoholkrank zu sein. Er wollte aufhören zu trinken und, und, und, und.

    Was ich damit sagen will: Er war schon viel weiter, als Dein jetziger Partner. Wenn ich damals Deine Worte benutzt hätte, dann könnte ich behaupten, dass er mir gefolgt ist mit seiner Einstellung, seinen Worten.

    Was hab ich davon gehabt?? Verschwendete Lebenszeit, denn er säuft immer noch.....

    Ich habe auch immer gedacht, es könnte doch so toll sein, er kann das, also mir ein guter Partner sein. Aber nein, das konnte er nicht, weil er alkoholkrank war und ist.

    Alles das, was Du Dir wünscht, wird mit großer Sicherheit mit ihm nie eintreten. Er ist doch noch nicht mal an dem Punkt angekommen, wo er etwas ändern will. Und selbst wenn er da angekommen ist, würde das auch nicht bedeuten, dass er jemals aufhört zu saufen. Es gibt soooo viele Menschen, die niemals ihren Tiefpunkt erreichen und ihre Alkoholsucht mit ins Grab nehmen.

    Hier triffst Du viele Menschen, die es geschafft haben. Aber auch nur, weil hier quasi die Zentrale derjenigen ist, die es geschafft haben :)

    Es gibt da draussen leider unendlich viele Menschen, die saufen und auch niemals in ihrem Leben damit aufhören. Ist traurig, ist aber so und es ist vor allem deren Entscheidung.

    Was aber wirklich traurig ist: Da gibt es Menschen wie Dich, die ihr ganzes Leben lang vergeblich darauf hoffen, dass es sich ändert, aber das wird es nicht. Und so zieht das Leben an dem Alkoholiker vorbei, der vielleicht sogar gar nicht mal so unzufrieden mit seinem Suff-Leben ist, aber es zieht eben auch an den Co-Abhängigen vorbei, die ihre ganze kostbare Lebenszeit mit ihren Träumen verschwenden, die nicht erfüllt werden.

    Ich wünsche Dir, dass Du die Hoffnung aufgibst.

    Du lässt übrigens keinen kranken Mann im Stich. Er hat Dich schon längst im Stich gelassen, indem er säuft und nichts dran ändern will.

    LG Cadda

    Guten Morgen Nova,

    ich erkenne mich in Deiner Denkweise wieder, die ich inzwischen mit Abstand betrachtet anders sehe:

    Du schreibst, dass Du IHN unverfälscht willst. So habe ich auch immer gedacht. Ohne Alkohol ist er ein toller Mann und wenn es den Alkohol nicht gäbe, dann könnte doch alles so toll sein (auch daran zweifle ich inzwischen, aber das ist ein anders Thema). Jedenfalls hatte ich auch immer das Gefühl, dass ich quasi nicht das "Original" vor mir habe, denn durch das Saufen fühlte es sich für mich auch verfälscht an.

    Doch das Stimmt nicht, Nova. Du schreibst, Du willst IHN unverfälscht, aber er IST unverfälscht, denn die Sucht gehört zu ihm.

    Weißt Du, wenn er sich jetzt wegen Dir zusammenreißen würde (was ja eh immer nur eine Weile klappt, da man die Alkoholsucht nun mal nicht schmälern kann), DANN wäre er verfälscht. Denn er würde es nur machen, damit Du zufrieden bist, er würde sich jedoch verstellen, denn ein Alkoholiker möchte/muss nun einmal trinken.

    Pass bitte auf, dass Du nicht wieder in alte Muster abtauchst, indem Du mit ihm schreibst und machst und tust und Dir Gedanken machst, über das "Was wäre wenn?". Versuche Dich auf Deine Wohnung zu konzentrieren und bitte mach das unter keinen Umständen rückgängig.

    Ich habe so das Gefühl, dass Dein Ex nochmal schnell alle Hebel in Bewegung setzen wird, um Dich davon abzuhalten. Wer weiß, vielleicht macht er sogar einen Entzug, trinkt nicht mehr oder was weiß ich. Doch denk dran, dass das allein nicht reicht, denn das kann jeder Alkoholiker "erstmal machen". Ob der Wille wirklich da wäre, würde sich erst nach langer Abstinenz zeigen und die steht momentan absolut in den Sternen. So wie er sich verhält würde ich sogar tippen, dass er da niemals ankommt. Deshalb bleib Dir selbst treu und nimm auf jeden, jeden, jeden, jeden, jeden....... Fall die Wohnung :)

    Das ist ein großartiger, erster Schritt in die Freiheit. Ich war zunächst auch überfordert, ich habe mich dennoch gefreut. Ich war - als ich meine Wohnung nahm - übrigens noch viel überforderter, weil ich zu dem Zeitpunkt selbst noch getrunken habe. Bei ihm hätte ich nicht trocken werden können, das weiß ich im Nachhinein und ich wusste es im Grunde genommen auch da schon.

    Also war ich in meiner Wohnung und war schon mal weiter weg von der Co-Abhängigkeit. Als ich dann auch noch meine eigene Abhängigkeit in den Griff nahm, kam Eines zum Anderen und ich war nicht mehr überfordert, sondern einfach nur noch glücklich und frei.

    Du kannst Dir die Wohnung einrichten, wie Du willst. Ich hab das damals alles über ebay-Kleinanzeigen gemacht übrigens. Da gab es so tolle Sachen, fast wie neu, wegen Umzug oder sonst was abzugeben. Mach es Dir richtig gemütlich, damit Du Dich wohl fühlst. Das ist doch schon mit Kleinigkeiten schnell gemacht. Ein paar Kerzen hier, ein paar Deko-Teile da... :)

    Du machst das schon. Der größte Schritt ist doch getan, indem Du bald Dein eigenes Zuhause hast. Alles Andere, wie Du schon schreibst: Step by step

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich kann Dir jetzt schon sagen, wie seine Entscheidung aussieht:

    Genau so, dass Du das Gefühl hast, er würde Dir folgen, wie Du es nennst.

    Doch in Wahrheit tut er das nicht!

    Er folgt Dir nur mit Worten, niemals mit Taten, sonst würde er nicht mehr trinken und hätte sich Hilfe geholt.

    Seit etlichen Jahren sagt er offensichtlich immer etwas und Du bleibst.

    Getan hat er nichts, es ist alles beim alten lang Du bleibst trotzdem.

    Wie kommt es, dass Du das Gefühl hast, dass er auf Deine Forderung eingeht, obwohl er Dich ausgelacht hat und ganz klar gesagt hat, dass er kein Alkoholiker ist??

    Mit seiner Antwort ist doch Folgendes klar:

    Wenn er Dir Sonntag Honig um den Bart schmiert, dann lügt er.

    Denn seine Reaktion war doch schon eindeutig: Er sieht sich nicht als Alkoholiker (oder will es nicht sehen) und damit ist alles gesagt.

    Dinge, die er nur zu Dir sagt, weil Du sie erwartest, haben also keinen Wert.

    Es fällt mir übrigens total schwer zu verstehen, weshalb Du so an dieser Verbindung festhält.

    Ihr seht Euch kaum, gedanklich bist Du ja nicht fröhlich, aufgrund der Umstände.

    Was genau an dieser Verbindung hält Dich so in Deinen Gefühlen gefangen, dass Du nicht loslassen kannst?

    LG Cadda

    Ein gut gemeinter Rat: Verharmlose durch das Schmunzeln über den Typen nicht den Ernst der Sache.

    Ich schäme mich heute noch für mein Verhalten. Aber ich nehme es so hin, weil ich es nicht mehr ändern kann.

    Ich mache dann übrigens aus dem „Liebe Smiling“ ein „Lieber Smiling“.

    Stand da auf dem Schlauch, sorry :lol:

    Hallo Iwona,

    ich habe den Vergleich: Einen Verlust und die dazugehörige Trauer nass erlebt, einen Verlust und die dazugehörige Trauer trocken erlebt.

    Ich kann Dir versichern: Wenn Du zufrieden trocken bist, wird es nicht hart, das ohne Alkohol zu durchleben, was den Alkohol angeht. Im Gegenteil. Das Letzte, was ich gewollt hätte wäre, zu diesen traurigen Gefühlen noch die Gefühle obendrauf zu haben, die eine Alkoholsucht mit sich bringen.

    LG Cadda

    Guten Morgen liebe Smiling,

    ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem Geburtstag! Genieße es, dass Du nüchtern und selbstbestimmt Deinen Tag verbringen kannst!

    Mir gehen Menschen auch oft hart auf die Nerven und ich bin dann froh, dass ich mich selbst gut ertragen kann :D

    LG Cadda