Beiträge von Cadda

    Wenn ich ablehne, wird er sich keinen zweiten bestellen, weil dieser ja dann kostet...

    Ja und? Ist doch super! ;)

    Hätte mein letzter Partner auch nicht getan, weil es ihm nicht wichtig gewesen wäre.

    Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich ihm diesen „Gefallen“ tun sollte.

    Mein Ablehnen hat in dem Fall übrigens nicht mal was damit zu tun, dass ich etwas dagegen hätte, dass er in meiner Anwesenheit diesen Schnaps trinkt.

    Es ging mir um den oben beschriebenen „Übungszweck“, also die Situation dafür zu nutzen, ganz selbstverständlich ablehnen zu können.

    Warum muss ich mich dafür schämen, keinen Alkohol (mehr) zu trinken? Die Scham besteht ja nur darin, dass ich es nicht im Griff hatte und reingerutscht bin, obwohl ich es wirklich besser hätte wissen müssen...

    So ist es mit der Sucht. Dass man reinrutscht, obwohl man es hätte wissen müssen.

    Ist ja bei Rauchern nicht anders. Die schämen sich merkwürdigerweise nicht zu sagen „Nein danke. Ich rauche nicht mehr, weil ich die Sucht stoppen möchte“.

    Verrückt irgendwie.

    Es liest sich für mich so, als wenn Du „nur“ innerhalb des Hauses räumlich getrennt bist und selbst wenn nicht, ist direkt klar, dass es nur auf Zeit ist.

    Nun stellst Du fest, dass es Dir schlechter geht als vorher.

    Was genau versprichst Du Dir denn jetzt aber von diesem Austausch hier?

    Ich meine… Du musst ja nichts ändern. Du „darfst“ doch gern Akzeptanz mit Deiner Situation haben. Das ist doch Dein gutes Recht.

    Niemand muss seine Situation verändern. Weder ein Alkoholiker, noch ein Partner eines Alkoholikers.

    Aber wie gesagt, wozu dann diese Selbsthilfegruppe hier? Was erhoffst Du Dir? Dass sich Deine Einstellung aufgrund eines äußeren Einflusses in Form von Beiträgen ändert?

    Das wird nicht funktionieren. „Man“ muss das selbst wollen….

    LG Cadda

    Hallo Petra. Es gab ja Gründe fürs Gehen. An denen hat sich ja nichts geändert.
    Seit ihr innerhalb des Hauses räumlich getrennt oder weshalb hast Du das Gefühl, als Familie noch intakt zu sein und daher der Gedanke im Raum steht, zu „bleiben“?

    Hättest Du nicht das Gefühl, dass es dann auf in die nächste Karrussel-Runde/Jahrzehnte geht, wenn Du Dich nun nicht zum Kontaktabbruch oder der endgültigen Trennung entscheidest?

    Nur mal als Gedanke, bevor Du einen Schritt zurück machst.

    Die Freude über das „allein-Sein“ kann nur entstehen, wenn diese auch zugelassen wird und nicht an der Traurigkeit festgehalten wird (um sagen zu können: Hab es ja versucht, aber nun geht’s mir schlechter als vorher?)

    Diese Gedankenfalle ist nämlich sehr gut möglich. Gefühle können durch Gedanken manchmal irrtümlich gesteuert werden.

    LG Cadda

    Aber stimmt schon, je öfter ich diesen Satz sagen werde desto eher macht es nicht vielleicht irgendwann auch stolz. Momentan schäme ich mich zu fest

    Es übt einfach ja erstmal nur das selbstverständliche Ablehnen.

    Niemand erwartet, dass Du sagst „Nein danke, ich möchte nicht, weil ich trockene Alkoholikerin bin“.

    Aber Du wirst sehen, in den meisten Fällen kommt keine Rückfrage, wenn Du (ohne rumzudrucksen) klar und deutlich ganz unaufgeregt sagst: „Nein danke, für mich nicht!“

    Manchmal erweitere ich das noch (wenn in einem anderen Kontext die Gefahr bestehen könnte, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt erneut gefragt werde und sag’s halt: „Nein danke, ich trinke keinen Alkohol!“.

    Das ist inzwischen so selbstverständlich geworden, ein Automatismus quasi :)

    Guten Morgen.

    Dieser Beitrag von Dir rührt mich irgendwie, weil wirklich zu merken ist, dass jeder Satz von Herzen kommt.

    Ja, das Ruder hat jeder für sich selbst in der Hand. Ich hatte das Ruder so unendlich lange nicht mehr in der Hand und als ich es wieder hatte, habe ich es nicht mehr abgelegt und das werde ich auch nicht machen.

    Weil es einfach ein freies Gefühl ist, ein selbstbestimmtes Gefühl.

    Wünsche ebenfalls einen schönen Tag :)

    LG Cadda

    Guten Morgen Neira,

    einen Gedanken möchte ich Dir noch hier lassen: Ich habe am Anfang meines abstinenten Weges auch schon mal einen angebotenen Schnaps auf den Tisch stellen lassen und dachte mir "kann ja jemand anderes nehmen".

    Das mache ich heute ganz bewusst nicht mehr, weil ich stattdessen lieber ganz überzeugt diesen bescheuerten Schnaps ablehnen möchte.

    Es wird dann irgendwie zur Normalität, zu sagen "Nein danke, ich trinke keinen Alkohol". Irgendwie macht das innerlich etwas (positives) mit mir. Es stärkt mein Selbstbewusstsein, weil es doch MIR nicht unangenehm sein muss, diese blöde "Gastfreundlichkeit" nicht anzunehmen. Sollen die halt den Schnaps wieder mitnehmen, wenn ich nicht vorher gefragt wurde, ob ich überhaupt einen will.

    Man kommt als trockener Alkoholiker ja so manchmal im Leben in die Situation, Alkohol abzulehnen. Je öfter ich das gemacht habe, umso selbstverständlicher ist das dann in Fleisch und Blut übergegangen.

    Ich glaub, Du weißt was ich meine.

    Als ich damit angefangen hatte, hat ein Bekannter mal zu mir am Tisch gesagt "Lass den doch nächstes Mal abstellen, dann trink ich den".

    Meine Antwort: "Wenn Du einen zweiten willst, dann bestell Dir halt einen. Ich nehme keinen Alkohol an, der für mich gedacht war". Fertig.

    Nur mal so als Gedanke.... Was Du dann letzendlich machst, ist Deine Sache. Ich kann nur halt aus Erfahrung sagen, dass ich lieber selbstbewusst ablehne.

    Einen schönen Sonntag für Dich :)

    LG Cadda

    Huhu Nayouk.
    Sonst so oft Deiner Meinung ;) aber das hier teile ich nicht:

    Im Grunde genommen braucht er den Koffer gar nicht auspacken und sollte sofort wieder zurück.

    Nö. Er sollte seine Koffer gar nicht erst wieder packen. Weil es das beste Beispiel ist, was ich in dem „Therapie-Thread“ schon mal thematisiert habe.

    Die tollste Reha, die beste Therapie, die geeignetste Klinik….

    Nichts kann einen Alkoholiker nicht trocken therapieren, es ist keine Gehirnwäsche. Wenn der Alkoholiker nicht aus tiefstem Herzen an dem Punkt ist, schaltet das Gehirn bei der nächsten Gelegenheit offenbar wieder um oder vorher schon auf Durchzug.

    Aber das spielt natürlich eigentlich keine Rolle, weil ja wichtig ist, wie es Dir Jump nun geht.

    Ich bin wie gesagt aber überzeugt, dass Dir das langfristig hilft, Frieden mit der Situation zu schließen.

    Liebe Jump.

    Ich schreibe jetzt völlig unpassend genau das, was ich sofort dachte, als ich Deinen Beitrag las:

    Es ist das Beste was DIR passieren konnte.

    Du hast nun absolute Gewissheit, es gibt keinen einzigen Funken mehr schön zu reden.

    Ich bin überzeugt, dass dieses Erlebnis Dich wie eine Sprungfeder an den Füßen nach vorne befördern wird.

    LG Cadda

    Solche Dinge, wie hier in den letzten Beiträgen beschrieben wurden, habe ich mir auch anhören dürfen.

    Mein saufender Ex-Partner hat genau so miese, herabwürdigende Dinge zu mir gesagt, mich beleidigt, tief verletzt, ich hatte mich auch Zuhause nicht mehr wohl und sicher gefühlt. Schuld sollte nur ich an seiner Situation sein.

    Wie gesagt, Rollenumkehr!

    Verrückterweise war es so, dass - je widerlicher und abweisender er zu mir wurde - mein Herz mehr nach ihm und Harmonie schrie.

    Ich kann kaum glauben, dass es so war, wenn ich das schreibe. Heute ekelt mich dieses miese, manipulative Verhalten nur noch an im Rückblick betrachtet.

    Und ein wichtiger Punkt noch am Schluss:

    Solche miesen Charakterzüge sind nicht zwangsläufig der Krankheit Alkoholismus unterzuordnen, sie werden höchstens ungehemmter gezeigt.

    Ich bin selbst trockene Alkoholikerin, war sehr tief drin in der Sucht und ich habe meine Mitmenschen bzw. meinen Partner nicht ansatzweise so behandelt und manipuliert.

    “Er kann eigentlich nichts dafür“ sollte sich daher nicht als eventuelle Entschuldigung im Kopf verankern.

    Puh. Ich fühle mich echt gerade sehr zurück versetzt in eine Zeit vor 8 Jahren.

    Nie wieder in meinem ganzen Leben werde ich mich schlecht behandeln lassen und ich kann nur jedem raten, lieber früh, als spät so eine Situation zu verlassen, wo man sich in seinem eigenen Zuhause nicht mehr wohl fühlen kann.

    LG Cadda

    Hallo Kurswechsel.

    Ich finde es sehr konsequent, wie Du es angehst, das finde ich sehr gut!

    Ich habe damals auch schon sehr lange hier gelesen, bis ich mich endlich zum letzten Schritt durchringen konnte. Ich wusste, dass der Tag kommen wird, ab dem ich für den Rest meines Lebens abstinent sein möchte. Ab dann war es wie eine Befreiung.

    Es ist ein riesiger Vorteil, dass Deine Frau nichts trinkt und dass Du bei Deinen engsten Leuten offenbar mit offenen Karten spielst.

    Schön, dass Du nun nicht mehr nur stiller Mitleser bist :)


    LG Cadda

    Ich würde sagen, er dreht den Spieß um.

    Er arbeitet an sich (was gelogen ist, denn dass kontrolliertes Trinken nicht funktioniert versteht sich von selbst), will Dich aber trotzdem nicht.

    Futter für jeden Co-Abhängigen!!!

    Manipulation pur!!

    Ich schätze Deine Eltern hatten den richtigen Riecher und Dein Mann daher Schiss und deshalb lieber dem Kontakt im Wege gestanden.

    Ich kann nur hoffen, dass sein Ziel (dass es Dir mies geht und Du Dich nun wegen der Rollenumkehr nach Harmonie sehnst) schnell legt und das Bewusstsein und damit die Wut auf diese Art von ihm Überhand nimmt.

    Das hast Du nicht verdient.

    LG Cadda

    Ich habe mich schon in der Beziehung sehr viel Alleinerziehend gefühlt, aber jetzt ist es nochmal schlimmer geworden. Vielleicht kann ich es mehr akzeptieren, wenn wir dann endlich räumlich getrennt sind

    Ich habe mich damals früh vom Vater meiner Söhne getrennt (nicht wegen Alkohol) und habe mich alleinerziehend gefühlt. Die Papa-Wochenenden waren Freizeit, alles Andere habe ich allein gemacht. Kindergarten, Schule, Arzttermine, Hobbys usw.

    In Patchworkbeziehung danach ebenfalls alles allein gemacht, wollte ich auch, waren ja meine Kinder….

    Inzwischen wohne ich seit fast 8 Jahren allein mit meinen Kindern sie sind seit 6 Jahren nicht mehr über Nacht bei ihrem Vater, sehen sich sporadisch.

    Inzwischen sind sie fast erwachsen.

    Ganz ehrlich? Ich bin so gern alleinerziehend! Ich gebe so viel und werde dafür dermaßen belohnt! Ich bekomme so viel zurück! Vertrauen, Erlebnisse, gute Zeiten! Wir haben ein großartiges Verhältnis, ich konnte meine Kinder so erziehen, wie es für mich richtig war/ist.

    Alles was ich mache, entscheide ich zu 100 Prozent nach meinem Gefühl.

    Was ich damit sagen will:

    Die Nachteile zu sehen, macht wütend (immer muss ich alles allein machen).

    Die Vorteile zu sehen, macht entspannt (immer darf ich alles allein machen/entscheiden und bekomme alles schöne mit).

    Was Deine Sorge mit dem weniger werdenden Kontakt angeht:

    Das ist für Kinder nicht immer nachteilig und kann sich auch in unterschiedlichen Lebensphasen ändern.

    LG Cadda

    Saunatasche habe ich für alle Fälle dabei. Ich bin gewillt ,nach der Arbeit mir ein paar Stunden Auszeit zu nehmen.Wohlgleich der Wächter/Kritiker in mir sagt, du hast soviel anderes zu klären,erledigen..was auch stimmt...

    Gönn Dir!!! :)


    Soviel Anderes lässt sich erholt und mit aufgeladenen Akku viel besser klären und erledigen!

    LG Cadda

    Huhu Neira,

    ich hab auch schon mal in einem Hotel, bei dem ich wusste, dass zur Begrüßung Sekt auf den Tisch ins Zimmer gestellt wird, eine email hingeschrieben, dass sie für mich keinen Alkohol hinstellen sollen und wenn sie mir unbedingt einen Gefallen tun wollen sie mir mit einer Tafel Schokolade ne Freude machen :mrgreen:

    Hat sogar geklappt :saint: