Beiträge von conbira

    „Nur therapieren reicht nicht“

    Hallo Hartmut,

    das ist in der Tat so. Ich war irgenwann "austherapiert". Wichtig ist das man "kapiert", das man KEINEN Menschen ändern kann. Die ureigensten Eigenschaften bleiben. Und es passt entweder, oder es geht nicht zusammen. Es ist ja ein immerwährendes Gummiband was an beiden zerrt. Es könnte ja doch noch...vielleicht geht es noch mal...und wieder dreht man eine Runde. Ich kann mich therapieren lassen so lange ich will, nur wenn mein Gegenüber nichts tut um zu verstehen was wichtig ist, nützt auch mir das nichts.

    Ich kenne Paare die sehr gut miteinander leben, auch mit dem Alkoholproblem. Da hat Co aber gelernt, die Dinge die ein Alkoholiker mit seiner Bezugsperson macht, abzufedern, zu tolerieren. Wie man es eben bei einem Kranken macht.

    Wie gesagt, Therapie ist ok, aber wichtig ist auch die richtige Therapie, und die Co muss "aufmachen" und nicht nur eieiei erwarten, sondern auch bei sich schauen. Und der Alkoholiker kann nicht erwarten, das seine Co sich therapieren läßt und dann wird alles gut. Beide sind gefragt.

    Lieben Gruß

    [quote='CoA12307']Hallo Conbira,


    Ich habe mich mit einem trockenen Alkoholiker zum Wandern verabredet. Er ist respektvoll, höflich, humorvoll.

    Alles Gute Dir![/quote

    Hallo CoA,

    ja diese Art Fluch habe ich auch schon vor Jahren versucht. Pass nur schön auf dich auf. Alkoholiker, auch trockene, haben oft einen außergewöhnlichen Charm.

    Lieben Gruß

    Zitat von Sandra P

    Vielen Dank liebe conbira und la vie,
    Diese ständigen Vorwürfe, er kommt mit allen Leuten klar nur mit mir nicht, gehen ganz schön an die Substanz.

    Vielleicht hat noch jemand einen Ratschlag, wie geht ihr damit um wenn er mit seinen Vorwürfen sehr laut wird. Sobald irgendwo ein Fenster aufsteht bekommt das die ganze Nachbarschaft mit und ich kann es nicht verhindern.

    ist

    Hallo Sandra,

    ja das ist so. Er ist überall beliebt, keiner kann sich vorstellen dass er mit mir so umgeht, ich stehe oft als Lügnerin da.

    Dazu kann ich dir nur sagen, schau dich an. Du weißt wer du bist. Schau genau hin...und die Vorwürfe werden unhaltbar sein. Er meint sich selbst.

    Geh aus dem Zimmer wenn es anfängt. Spring nicht auf sein Karussel. Spiel nicht sein Spiel. Sag nichts zu deiner Verteidigung, denn du bist nicht Schuld. Die Uhrsache ist der Alkohol. Nach einiger Zeit wirst du merken, dass es weniger und weniger wird.

    Und nun zur Nachbarschaft. Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Wenn sie sich über euch amüsieren, haben sie selbst was im argen, sind froh, dass es woanders auch so ist, oder vielleicht noch schlimmer Wenn sie fair sind, haben sie Mitgefühl, und sehen darüber hinweg.

    Einen lieben Gruß und ganz viel Kraft.

    Zitat von Sandra P

    einen schönen guten Tag,

    Ich hoffe, dass mein Verhalten richtig ist und kann eigentlich nur abwarten und mich weiter auf mich selbst konzentrieren.


    .
    Hallo Sandra, Dein Verhalten ist goldrichtig. Du tust etwas für dich. Und das ist in der Co Abhängikeit glaube ich sehr wichtig. Ich habe das genau so gemacht. Ich habe gemerkt, dass er sich selbst meint und seitdem nenne ich das meinen "Lotuseffekt". Die Vorwürfe die kommen, hören sich immer gleich an. Und sie gehen, wenn er damit nicht durchkommt, auch irgendwann unter die Gürtellinie. Aber halte durch. Ich habe bei Al Anon gelernt, das man bei Auseinandersetzungen auch freundlich bleiben kann. Das heißt nicht, das du ihn bauchpinseln mußt, aber ein freundliches NEIN ist besser als ein unfreundliches JA. Es sind kleine Schritte und kleine Erfolge. Ich wünsche Dir viel Kraft, conbira

    Zitat von CoA12307

    Lächelt ihr euch denn manchmal an? Oder wird er dir nicht jetzt ganz langweilig? Hat der Alkohol denn zu viel kaputt gemacht oder kannst du ihm verzeihen und vertrauen?

    Hallo CoA. Nein es gibt keine Lächeln. Es gibt keine Nähe. Wir gehen mittlerweile Wortlos aneinander vorbeit, weil ich nicht mehr auf seine Angriffe eingehe. Und langweilig ist es überhaupt nicht. Er triezt, ist subtil, zynisch...nun, das kannte ich ja. Es gibt keine Änderung wie bei vielen anderen Alkoholikern. Er kommt mir manchmal vor wie ein 12 Jähriger der nur spielen, schlafen und sein Essen haben will. Wie ein Muttersöhnchen, und ich bin die Mutter. Er fährt Auto wie ein Halbstarker. Ich hatte Hochachtung, dass er das durchgezogen hat. Aber die schwindet mit jedem Tag. Ich bin bei Al-Anon und habe mir dort Rat geholt, versuche ruhig zu bleiben.

    Ich schau jetzt nach einer Wohnung, und werde ausziehen. Die Hoffnung, dass wenn er trocken ist, es alles wieder einigermaßen normal wird, habe ich aufgegeben.

    Zitat von Hartmut

    Hallo und vielen Dank,

    Ist der Unterschied für einen Co ersichtlich, was nun die treibende Kraft ist, den Alkoholiker „trocken“ zu legen? Krankheitsverhalten oder Liebe?

    Gruß Hartmut

    Hallo Hartmut,

    Das ist eine gute Frage.

    Ich habe keinen Unterschied zu Liebe bemerkt. Man ist ebenso fürsorglich als wenn man einen anderen kranken Partner hat. Ich mochte diesen Mann, sehr sogar.

    Nur ich muss noch erst lernen, das Liebe nicht weh tut. Liebe sollte einfach und fürsorglich von beiden Seiten sein. Ich kenne Paare, wo das funktioniert. Co' sind wahrscheinlich sehr gutmütig, glauben viel zu viel.
    Weißt du, ich bin immer davon ausgegangen, dass das was ich nicht tun würde, andere auch nicht tun. Weit gefehlt. Meine blauäugigkeit ist mir aus der Seele geschimpft worden.

    Gut, dass es Psychologen gibt, aber ich habe bald das Gefühl das es nur 2 Schubladen gibt. Alkoholiker und Co's. Ich hab wahrscheinlich bisschen zu viel darüber gelesen. Fast jeder hatte in seiner Kindheit ein schlimmes Erlebnis.

    Liebe Grüße an Dich, Conbira

    Hallo Biene,

    ja, so war es. Die schönsten SMS als wir noch Wochenendbeziehung hatten. Auch wenn wir uns dann getroffen haben, und er ein gewisses Pensum intus hatte, war er offen und konnte Reden und war nett.

    Erst als ich alles aufgegeben habe (auf seinen/unseren Wunsch) war ich nur noch eine Mutterfigur. Kochen, bügeln, bedienen, bemuttern, befürsorgen.

    Ich habe hier gelesen, dass, wenn ein Alkoholiker trocken ist/bleibt, kommt seine ureigenste Struktur/Muster wieder durch. Ich kannte ihn ja nicht trocken. Die Ursache für seine Trinkerei kenne ich auch nicht und bin auch nicht dazu das, das herauszufinden. Habe auch dann als wir geheiratet hatten, von seiner Familie/Mutter erfahren, das er schon mehrere Entzüge hatte.

    Die Familienmitglieder waren froh, dass sie die Verantwortung an mich abgeben konnten. Er ist und bleibt der hochgelobte, beste, schönste und so benimmt er sich auch. Keine Anzeichen von Dankbarkeit an das Leben, das er den letzten Entzug grad mal noch überstanden hat.

    Ich hoffe für uns, das er aus dem Trockenrausch aufwacht.
    Ich suche eine Wohnung und bin auf dem Weg. Bin zwar noch nicht ganz an dem Punkt, der hier beschrieben wird, also ganz unten, aber das möchte ich auch nicht wieder hin, da war ich schon.

    Ganz Liebe Grüße an Dich. Conbira

    Hallo Sunshine 33,

    Du sprichst mir aus der Seele.

    "Du wirst immer mehr Kraft verlieren", das ist so. Ich konnte mich grad mal noch so aufrappeln und distanziere/entliebe mich.

    Aber ich bin auf dem Weg.

    Lieben dank für deinen ehrlichen Beitrag.

    Conbira

    Zitat von Danja

    Fall.

    Hallo Hartmut,

    ich empfinde es nicht als Niederlage. Es ist schade, aber nicht zu ändern. Stunde null. Ich weiß dass es passieren kann, genausogut kann ich vor ein Auto laufen, oder oder oder. Mein Mann ist seit 6 Monaten trocken. Es ist seine Entscheidung. Ich habe früher oft genug interveniert, wie alle co's das machen. Letztendlich haben die "Umstände" dafür gesorgt, dass er in den Entzug ging, nicht ich.

    Ich versuche bei mir zu schauen, Grenzen zu setzen. Mehr kann ich nicht tun. Ich bin kein Arzt und auch kein Psychologe. Ich kann ihn auch nicht stubsen, er muss stolpern und fallen.

    Lieben Gruß
    Conbira

    Hallo Julia Tara,

    ich befinde mich gerade in fast der gleichen Situation...nur einen kleinen Schritt weiter.

    Mein Mann ist seit 6 Monaten trocken, und nichts hat sich geändert. Im Gegenteil, es ist schlimmer geworden. Die alten Muster kommen durch, das wie er war bevor der getrunken hat.

    Ich versuche mich abzugrenzen in dem ich nicht mehr für ihn koche, ihm komplett aus dem Weg gehe, nicht mehr rede. Er ist im Augenblick noch friedlich. (seit ca 6 Wochen) Anfangs war es gaaaaanz schwer, weil er sehr subtil immer wieder versucht hat mich zu manipulieren. Ich glaube er hat ca. 25-150 Möglichkeiten mich hoch zu bringen.

    Schau einfach mal, welche Wiederholungen die du kennst auftauchen. Wappne dich, indem du mal schaust, worauf DU anspringst. Wenn du nicht anspringst, wird er aufhören dich zu traktieren. Das ist hier im Moment so der Fall. Das ist der 1. Schritt.
    Ich bin genau so müde wie du, immer wieder zu versuchen das abzufedern und nicht zu reagieren. Aber es wird von Tag zu Tag leichter.

    Ich kann dir sicherlich nicht den ultimativen Tipp geben, ich lerne selbst noch aber ich wünsch dir ganz viel Kraft bei deinem Vorhaben.

    Lieben Gruß
    Conbira

    Hallo Morgenrot,

    nur weil er nicht mehr trinkt ist alles gar nicht gut. Ich empfinde es als gruselig. Und die Vorstellung, das es jetzt immer so bleibt ist für mich entsetzlich. Wie gesagt, ich habe sein zeitweise hässliches Verhalten auf den Alkohol geschoben.

    Aber was mir jetzt klar wird ist, dass er die ureigensten Probleme, welche auch immer das sind, mit dem Alkohol vernebelt hat, und dann der war, der er gerne sein wollte.

    Es ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Da muss ich kapitulieren.

    Vielen Dank Morgenrot und einen schönen Ostertag.

    Hallo Martin, vielen Dank für Deine Antwort. Ich muss dir glaube ich recht geben. Ich kannte ihn ja nicht bevor er getrunken hat. Ich habe das über Jahre nicht wirklich bemerkt dass er Alkoholiker ist. Wir hatten eine Wochenendbeziehung bevor wir zusammen gezogen sind. Wenn Alkohol im Spiel war, war er immer sehr umgänglich und anhänglich.

    Also habe ich es jetzt mit dem ursprünglichen Mann zu tun, der der er mal war.

    Nun, dann muss ich jetzt mal schaun, ob ich mit dieser Distanz und den Gemeinheiten leben kann. Ich komme mir vor wie eine Mutter mit einem verzogenen Kind.

    Vielen Dank, das hat mir schon sehr weiter geholfen.
    Conbira

    Hallo Ihr Lieben.... wie fange ich an?

    Ich habe gedacht...
    wenn mein Mann erst einmal den Alkohol läßt...
    wenn er "trocken" ist, wird alles anders.
    Durch Katastrophen die bei uns passiert sind, ist er in den Entzug gegangen und nunmehr seit 6 Monaten ohne Alkohol.

    Da waren verschiedene Phasen, die sich als sehr kindlich dargestellt haben, er hat Dinge gemacht, die sich wie spielen für mich angefühlt hat. Ich habe ihn gelassen, weil ich denke, dass er viel durch macht.

    Was nun aber ganz gravierend ist, er lehnt mich total ab. Läßt keine Nähe mehr zu, vor allem auch keine gemeinsamen Unternehmungen.

    Meine Frage: stimmt es, das Alkoholiker trocken so wie nass keine Nähe zulassen können. Gehört das mit zum Krankheitsbild?

    Vielen Dank für eure Antwort

    Hallo CoA. Ob ich es schaffe weiß ich nicht. Ich bin auf dem Weg, mache aber nichts besonderes, außer mich um mich zu kümmern und meinen Partner links liegen zu lassen. Ich mag nicht mehr manipuliert werden, und das kommt aus tiefster Seele. Das Maß ist komplett voll. Ich habe immer mal wieder eine Wut, Traurigkeit und dann muss ich mich sehr zusammenreißen um nicht auszurasten. Aber je länger dieser Zustand dauert um so ruhiger werde ich. Alles Liebe für Dich

    Hallo Honey,
    ich bin auch recht neu hier, und habe auch Erfahrungen gemacht mit diesen Drohungen. Nach dem ersten Schreck war die Antwort: was möchtest du, eine Pistole? einen Strick? oder vielleicht willst du ja vor den Baum fahren. Mach es nur richtig, weil, wenn du überlebst wirst du Schmerzen haben und ein Leben mit Behinderungen.
    Auch habe ich erlebt, wer sich wirklich ernsthaft selbst töten will, sagt es vorher nicht. Die Person macht es ohne lange darüber nachzudenken und zu fackeln.
    Liebe Grüße Conbira

    Hallo Aurora, guten Morgen.

    Ja, der Dackelblick und die Ganze Haltung, ein einziger Vorwurf. Aber ich glaube ich strahle meine Ernsthaftigkeit aus. Der Ernst der Lage ist deutlich. Wo in diesem Universum steht geschrieben, dass ich einen erwachsenen Mann/Menschen füttern muss, wenn er nicht todkrank im Bett liegt.

    Da hat er natürlich auch reagiert... ich werde nie vergessen, dass er sich wie ein geprügelter Hund in die Küche schlich und im fast leeren Kochtopf rumkratzte. Das war für mich kaum auszuhalten, noch heute habe ich Schuldgefühle, wenn ich daran denke.

    Aber ich weiß auch, dass das alles Taktik war. Und das beruhigt mich dann auch gleich wieder. Er ist ja damals nicht verhungert, er lebt noch immer und säuft inzwischen auch wieder...

    Das mit der Taktik konnte ich erst nicht glauben. Wer macht sowas? und warum? Aber ich habe mich an einige Vorfälle mit "Blumen, liebevolle Worte (keine Entschuldigungen) erinnert, und war sehr schnell wieder gut. Eine Woche später der selbe Kreislauf.

    Gehen oder bleiben ist die Frage. Wenn ich bleibe muss ich sehr stark sein, wenn ich gehe nehme ich mich mit.
    Ich muss glaube ich erst selbst mit mir und meinen Mustern klar kommen, um neu irgenwo anfangen zu können. Das versuche ich im Moment und hoffe ich krieg's hin.

    Liebe Grüße an Dich und einen schönen Tag
    Conbira

    Hallo CoA,

    einen Lieben Gruß in deine Richtung. So ähnlich hat sich das bei mir auch mein ganzes Leben abgespielt. Diejenigen, die lieb waren (Männer) waren mir langweilig. Vielleicht habe ich Ihnen ja auch nicht getraut, weil ich so ein Verhalten nicht als Strickmuster in meiner Nähkiste habe.

    Was gibt es für Dinge in deinem Leben, die dir Freude bereiten?[/quote]

    Ich hatte viele Interessen, aber die sind im Laufe meiner Ehe leider alle im Sande verlaufen. Es war nicht so, dass es da Verbote oder blöde Bemerkungen gab. Ich selbst habe das alles irgenwann gelassen, weil ich den Spass daran verlor. Die Trägheit meines Mannes war "ansteckend". Manchmal habe ich auch mit ihm getrunken, vielleicht um auf dem gleichen Level zu sein. Aber ich vertrage nix, und dann habe ich das schnell wieder gelassen.

    Zum jetzigen Zeitpunkt lese ich viel, gehe zum Sport, Sauna. Kann unter anderem ein Buch empfehlen, das mir wieder ein herzhaftes Lachen entlockt. Der Titel ist ein bisschen heftig und ich hoffe es wird hier nicht zensiert. "am arschvorbei geht auch ein weg", von Alexandra Reinwarth.

    Auch dir CoA einen guten Tag, mit allem was für dich dazu gehört

    Hallo Aurora. Die Grenzen sehen folgendermaßen aus: Beschimpfung wie: du bist nicht in der Lage jeden Tag zu kochen. (Das stimmt nicht, er hatte bisher "Wunschkonzert was das Essen angeht)
    Gut, dann bin ich nicht in der Lage zu kochen, und ich koche seit 4 Wochen nicht mehr. Er ist selbstversorger.
    Oder: mit dir kann man nirgendwo hingehen, du bist ja nicht in der Lage....
    Nun, dann geh ich alleine.
    Ich weiß nicht, ob das richtig oder falsch ist. Ich schaffe nur aus den verletzenden Worten Tatsachen, und bitte nicht mehr darum, das er so etwas nicht mehr sagt. Gespräche führen zu nichts, deshalb rede ich auch nicht mehr. Ich warte ab. Vielen dank für Dein Interesse.