Hallo ihr Lieben,
ich hoffe es geht euch allen gut.
Ich habe mir mal überlegt meinen kleinen Vorsorge-Koffer (kein Notfall-Koffer, das ist was anderes) auszupacken.
Diese Vorsorge-Koffer ist eine Art Routine die ich sehr regelmäßig mache und dir mir auf meinem trockenen Weg hilft.
Dank dieser Vorsorge habe ich nur sehr selten mit Suchtdruck zu tun (wenn es dazu kommt, hilft mir mein Notfall-Koffer).
Aber diese Vorsorge ist für mich ein guter Schritt für eine zufriedene Abstinenz.
Vielleicht ist für den ein oder anderen ja etwas dabei. Was ihr brauchen könnt, nehmt es mit. Was ihr nicht brauchen könnt, lasst es einfach liegen. 
Die HALT-Regel:
ich passe auf dass ich niemals zu
H ungry (hungrig, ganz gefährlich für mich persönlich)
A ngry (wütend, voller Groll)
L onley (alleine, einsam)
T ired (müde)
bin. Diese vier Regeln haben mir am Anfang meiner Trockenheit sehr geholfen. Vor allem Hunger hat in mir enormen Suchtdruck ausgelöst. War mein Magen voll, war der Suchtdruck so gut wie weg.
SHG´s:
ich persönlich brauche neben einer Online-SHG in der ich nur schreibe, auch eine SHG in der ich mich mündlich austauschen kann. Bei mir sind es die AA, es gibt aber noch einige andere. Dort komme ich mit Menschen in Kontakt und habe inzwischen auch sehr viele Kontakte die ich anrufen kann, wenn es mir mal nicht so gut geht. Durch die Meetings über Zoom sind wir deutschlandweit (ja sogar weltweit) vernetzt. Da finden sich einige Menschen, mit denen man auf einer Welle liegt und es entwickeln sich sogar richtige Freundschaften. Außerdem hat man jeden Tag fast rund um die Uhr Möglichkeiten Meetings zu besuchen. Tolle Sache. Ich selber besuche jeden Tag mindestens ein Meeting.
Service:
Dienst hält trocken sagen wir immer. 
Ich habe bereits nach zwei Wochen bei meiner SHG einen Dienst inne gehabt und seitdem auch nicht mehr darauf verzichten wollen. Es ist eine Möglichkeit sich noch zugehöriger zu fühlen und man erlegt sich sozusagen selber eine Verpflichtung auf, auch ins Meeting zu gehen. Außerdem habe ich damit auch eine Verantwortung übernommen, die mir bei meinen ersten Schritten in mein trockenes Leben sehr geholfen haben.
Online-SHG´s
Ich bin ebenfalls sehr aktiv in Online SHG´s. Ob das hier ist (ok, hier in letzter Zeit nicht ganz so viel
) oder in anderen Gruppen. Es tut mir gut, die Erfahrungen von anderen zu lesen und meine eigenen Erfahrungen mit einzubringen. Ich kann von glücklich trockenen Alkoholikern am meisten lernen. Die wissen wovon sie sprechen und leben es vor.
Morgenroutine:
Ich habe mir eine Morgenroutine aufgebaut im letzten Jahr meiner Trockenheit. Die variiert auch immer etwas. Aber eines bleibt dabei gleich: Sie hilft mir ruhiger und konzentrierter in den Tag zu starten. Ich bin weniger aufbrausend, lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und kann meine Gedanken besser zusammenhalten. Sie besteht z.B. aus Meditation, Meditations-Texte zum Lesen, Tagebuch schreiben, mich auf den Tag besinnen etc. Da kann man für sich selber herausfinden, was einem gut tut.
Verbindung:
gehört in der HALT-Regel definitiv in die Spalte Lonley. Ich sehe jeden Tag zu, dass ich mich jeden Tag irgendwie verbinde. Das kann im Nachmeeting oder per Telefon sein. Ein kurzes Telefonat reicht mir hierzu schon aus. Kurz fragen wie es dem anderen geht, ein wenig reden und das war es. Kostet nicht viel Zeit, ist für mich aber ein wichtiges Werkzeug.
So, das waren jetzt ein paar Dinge die mir eingefallen sind, die ich mir in den letzten 13 1/2 Monaten angeeignet habe.
Es ist nicht alles toll in meinem Leben, aber mit diesen Werkzeugen werden für mich die Schwierigkeiten leichter.
Ich wünsche euch allen einen ganz tollen und trockenen Tag.
Ganz liebe Grüße
Twizzler