Beiträge von Twizzler

    Hallo Upsidedown,

    Irgendwie dreht sich alles um ihn um seine Sucht um seine Arbeit. Alles was mich betrifft ist kaum relevant.

    Ja, das wird in deinem Text sehr deutlich.

    Ich möchte nicht in seinem Kopf spazieren gehen, darum weiss ich nicht, ob das für ihn eine Ablenkung oder eine kurzzeitige erfahrung wird mit dem job.

    Was ist mit dir? Du schreibst nur von deinem Mann?

    Bleib bei dir und deinen Gefühlen. :)

    Hallo Veru.

    Ich tue mich ehrlich gesagt schwer damit dir zu 105 Tagen zu gratulieren.

    Viele sog. alkoholfreien Biere enthalten nämlich sehr wohl Alkohol.

    Für mich persönlich wäre es purer Leichtsinn so etwas zu trinken. Das suchtgedächtnis wird weiterhin gefüttert. Das muss nicht sofort etwas bewirken, der suchtdruck kann auch Wochen später plötzlich auftreten.

    Das suchtgedächtnis wartet auf einen günstigen Moment, wo es dann wieder richtig zuschlagen kann. Das ist meine Erfahrung.

    Wenn du eine andere machst, gut für dich. Aber sei vorsichtig. Es könnte schneller wieder zu einem Rückfall kommen, als es dir jetzt vielleicht bewusst ist.

    Hallo veru,

    Ich erzähle dir mal meine Geschichte zum gestrigen Abend.

    Wir saßen mit der Familie zusammen, die auch mit Sekt anstoßen wollte. Ich habe mir für diesen Anlass mein lieblingsgetränk gewünscht. Ein besonderer eistee den ich auch gerne aus der Dose trinken wollte.

    Das hatte aber jemand nicht mitbekommen und mir das Zeug in ein sektglas geschüttet.

    Ok, dachte ich. Ist ja kein Alkohol.

    Ich habe einen schluck genommen und im Mund gemerkt, da stimmt was nicht. Bin in die Küche und habe es ausgespuckt. Es schmeckte nach Sekt.

    Ich war soo geschockt Sekt in meinem Mund gehabt zu haben.

    Fazit der geschichte: es war kein Tropfen Sekt und meinem Glas. Nur eistee. Das Glas hat mich aber glauben lassen, den Geschmack zu erkennen.

    Meinen eistee habe ich dann selbst in der Dose stehen lassen, das Glas wurde ausgeschüttet. Ich bin erstmal zu einem anderen Getränk über gegangen. In einem Wasserglas.

    Viel später am Abend habe ich dann meinen eistee aus der Dose getrunken und der schmeckte null nach Sekt.

    Das hat nur mein Kopf in diesem Moment mit mir gemacht.

    Und ich sage dir, ich habe es geschmeckt, den Geschmack von Sekt. In diesem einen Moment vorher. Die Erinnerung war glasklar.

    Zum Glück hat es bei mir in diesem Moment keinen Schaden hinterlassen, aber ich habe wieder gelernt, auf was ich alles achten muss.

    Und die nächsten Tage ist mega Achtsamkeit angesagt.

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Hallo Veru.

    Das klingt nach viel Unterstützung von Seiten deiner Partnerin. Toll, dass du das ehrlich mit ihr besprechen konntest.

    Ein weiterer Schrott Richtung Trockenheit.

    Damit hast du eine riesige Hintertür zugemacht.

    Ich wünsche euch beiden trockene und schöne Weihnachtstage. :)

    Toll, dass es raus ist.

    Jetzr hat sie die Möglichkeit ganz anders damit umzugehen.

    Überraschungen in Form von Bier wird es bestimmt nicht geben, wenn sie dich bei deinem Vorhaben unterstützt.

    Ich persönlich würde zusehen, dass das Bier weg kommt. Selbst nach mehreren Monaten würde ich sowas einfach nicht in meiner Wohnung haben wollen. Ich habe schon mehrere Male erlebt, wie plötzlich das suchtgedächtnis zuschlagen kann. Scheinbar aus dem Nichts. Doch trotzdem steckt immer etwas dahinter.

    Bis dahin, würdebich es zumindest aus meinem direkten Blickfeld verschwinden lassen.

    Ich wünsche euch ein gutes Gespräch heute Abend.

    Lass deinen Gefühlen ruhig freien Lauf. Auch die dürfen jetzt gefühlt werden.

    Guten Morgen nochmal. :)

    Hier wird es ja auch eine Weihnachtschat geben. Da haben wir die Möglichkeit uns untereinander direkt auszutauschen.

    Die AA haben für Weihnachten online ebenfalls zwei Weihnachts-Marathons geplant.

    Eine Organisation für den 24.-26.12 und eine andere organisiert für den 24.12 und den 31.12.

    Falls du dazu näheres wissen möchtest, kannst du mich gerne per PN anschreiben.

    Viele Grüße

    twizzler

    Also rein aus der Erfahrung (meiner eigenen und was ich so im Laufe der Zeit bei anderen mitbekommen habe), würde ich jetzt sagen, dass das der ungünstigsten Weg ist.

    A) vor allen verheimlichen, dass das Problem da ist.

    B) sich selber immer wieder triggern u d stolz darauf sein ,dass ja nix passiert.

    alleine die Fassbrause wäre für mich schon ein trigger. Kronkorken, das Zischen beim Öffnen, die Form der Flasche.

    Ich wünsche dir wirklich, dass du es schaffst.

    Ich selber bin auf diesem Weg immer wieder gescheitert.

    Hallo Veru.

    Aber das Kapitel ist nun für mich abgeschlossen.

    Für mich wird das Kapitel nie abgeschlossen sein.

    Ich bin alkoholikerin und muss mein Leben lang aufpassen, dass es nicht zum Rückfall kommt. Und dafür mache ich auch viel.

    Ich war aber mal genauso wie du.

    Alles mit mir allei e ausmachen. Das hat zu sehr vielen Rückfällen geführt und heute weiss ich, dass ich damals definitiv noch nicht ausgetrunken hatte.

    Ist auch hier im forum zu lesen.

    Das einzige was ich damals gemacht habe ist, nur nicht mehr zu trinken.

    Warum magst du deiner Partnerin nichts erzählen? Du möchtest mit dem Trinken aufhören. Das ist eher ein Grund stolz zu sein. Du möchtest die Krankheit zum Stillstand bringen.

    Du darfst jede Hilfe in Anspruch nehmen, die sich dir bietet.

    Lass auf jeden Fall mal einen Check beim Arzt machen und verspricht mit ihm das weitere Vorgehen. Du weisst nicht, was der Alkohol evtl schon bei dir angerichtet hat.

    Alles Gute.

    Hallo und guten Abend Welsh,

    Ich habe hier gerade mal überflogen und mir ist eine Sache bei dir aufgefallen.

    Die fehlenden sozialen Kontakte, seitdem du nicht mehr trinkst.

    Hast du vielleicht eine reale oder Online- Selbsthilfegruppe?

    Ich bin dort selber nur online unterwegs, aber ich wurde total lieb empfangen und habe heute deutschlandweit sehr viele liebe Freunde verteilt. Da trifft man auch immer mal jemanden aus der Nähe.

    Ich konnte es zu Beginn meiner Trockenheit auch gar nicht ertragen alleine zu sein. Mit weiteren Wochen und Monaten durfte ich das aber lernen. Und es ist auch gar nicht so verkehrt. Ich war im ersten Jahr soo sehr damit beschäftigt mich selber neu kennenzulernen, da habe ich eine gewisse Ruhe gebraucht.

    Dann würde ich gerne noch etwas loswerden zu deiner trinkenden Gesellschaft. Aber auch hier erzähle ich dir, wie es für mich ist.

    Ich merke oft nicht, wie sehr mich Dinge triggern. Das kann Wochen später plötzlich ein kleiner Auslöser sein und ich habe saufdruck. Wenn ich dann aber in mich gehe merke ich, dass ich nicht gut genug auf mich Acht gegeben habe.

    Oft weiss ich in dem Moment auch gar nicht, wo der Gedanke an Alkohol jetzt plötzlich herkommt. Das suchtgedächtnis vergisst leider nie wieder. Pass gut auf dich auf. :)

    Huhu Busseschubser,

    Trügerische Ruhe? Falle? Ich weiß es nicht. Für mich habe ich noch nicht entschieden, ob es für mich persönlich gut ist, mich wieder damit zu beschäftigen.

    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es für mich gute und schlechte Beschäftigung mit meiner Krankheit gibt. Gute sind z.b. dieses forum, meine shg, Literatur etc. Schlechte sind, wenn ich mich bestimmten triggern aussetze.

    Und auch die machen sich bei mir oft nicht direkt bemerkbar. Ich Vergleiche es gerne als Puzzle. Jedes kleine Teilchen (Überfordern, Zusammenkunft mit anderen trinkern, selbstfürsorge vernachlässigen, zu wenig Schlaf etc.) ist nicht so schlimm. Wenn mehrere dieser kleinen Teilchen ineinander greifen, entsteht ein großes Ganzes und dann wird es für mich gefährlich. Dann entsteht suchtdruck.

    Wie gesagt, so ist es bei mir. Aber vielleicht kannst du ja was davon mitnehmen. Falls nicht, lass es einfach liegen. :)

    Ich wünsche dir einen schönen Abend.

    Hallo Tippi,

    ich habe jetzt leider nicht rauslesen können, wie lange du schon trocken bist.

    Was mir in meiner SHG immer gesagt wird:

    "Denk an die drei großen G´s. Geduld, Geduld, Geduld"

    Oft hatte ich das Gefühl, dass mein Körper ohne den Alkohol eine reine Achterbahnfahrt ist. Mal rauf, mal runter. Mein Körper und meine Psyche sind aber ganz normal. Ich mache mir meine Gefühle und körperlichen Beschwerden nun lediglich nicht mehr mit Alkohol weg und betäube das alles.

    Das erste Jahr meiner Trockenheit z.B. war ich ständig nur müde. Alles war anstrengend. Ich habe meinen Körper zwei Jahrzehnte lang vergiftet. Da braucht es seine Zeit, bis er wieder gut funktioniert.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung. :)

    Hallo Matts,

    Natürlich bin ich stolz und erleichtert, dass ich den Alkohol so per se nicht vermisse oder brauche. Hat mich zum Schluss ziemlich genervt.

    das ist zwar schön, aber leider kann die Krankheit ganz plötzlich und wie aus dem Nichts wieder zuschlagen. Auch den Gang zum Alkohol-Regal empfinde ich als sehr gefährlich. Dafür ist mir die Krankheit viel zu tückisch.

    Auch wenn so etwas im ersten Moment vielleicht nichts mit mir macht, kann es mich Tage später plötzlich triggern und dann weiss ich gar nicht woher es kommt.

    Mein Suchtgedächtnis schläft niemals. Ich werde immer Alkoholikerin bleiben und lasse es sein mich da zu prüfen oder herauszufordern.

    Viele Grüße

    Twizzler

    Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe es geht euch allen gut.

    Ich habe mir mal überlegt meinen kleinen Vorsorge-Koffer (kein Notfall-Koffer, das ist was anderes) auszupacken.

    Diese Vorsorge-Koffer ist eine Art Routine die ich sehr regelmäßig mache und dir mir auf meinem trockenen Weg hilft.

    Dank dieser Vorsorge habe ich nur sehr selten mit Suchtdruck zu tun (wenn es dazu kommt, hilft mir mein Notfall-Koffer).

    Aber diese Vorsorge ist für mich ein guter Schritt für eine zufriedene Abstinenz.

    Vielleicht ist für den ein oder anderen ja etwas dabei. Was ihr brauchen könnt, nehmt es mit. Was ihr nicht brauchen könnt, lasst es einfach liegen. :)


    Die HALT-Regel:

    ich passe auf dass ich niemals zu

    H ungry (hungrig, ganz gefährlich für mich persönlich)

    A ngry (wütend, voller Groll)

    L onley (alleine, einsam)

    T ired (müde)

    bin. Diese vier Regeln haben mir am Anfang meiner Trockenheit sehr geholfen. Vor allem Hunger hat in mir enormen Suchtdruck ausgelöst. War mein Magen voll, war der Suchtdruck so gut wie weg.


    SHG´s:

    ich persönlich brauche neben einer Online-SHG in der ich nur schreibe, auch eine SHG in der ich mich mündlich austauschen kann. Bei mir sind es die AA, es gibt aber noch einige andere. Dort komme ich mit Menschen in Kontakt und habe inzwischen auch sehr viele Kontakte die ich anrufen kann, wenn es mir mal nicht so gut geht. Durch die Meetings über Zoom sind wir deutschlandweit (ja sogar weltweit) vernetzt. Da finden sich einige Menschen, mit denen man auf einer Welle liegt und es entwickeln sich sogar richtige Freundschaften. Außerdem hat man jeden Tag fast rund um die Uhr Möglichkeiten Meetings zu besuchen. Tolle Sache. Ich selber besuche jeden Tag mindestens ein Meeting.


    Service:

    Dienst hält trocken sagen wir immer. :)

    Ich habe bereits nach zwei Wochen bei meiner SHG einen Dienst inne gehabt und seitdem auch nicht mehr darauf verzichten wollen. Es ist eine Möglichkeit sich noch zugehöriger zu fühlen und man erlegt sich sozusagen selber eine Verpflichtung auf, auch ins Meeting zu gehen. Außerdem habe ich damit auch eine Verantwortung übernommen, die mir bei meinen ersten Schritten in mein trockenes Leben sehr geholfen haben.


    Online-SHG´s

    Ich bin ebenfalls sehr aktiv in Online SHG´s. Ob das hier ist (ok, hier in letzter Zeit nicht ganz so viel :oops: ) oder in anderen Gruppen. Es tut mir gut, die Erfahrungen von anderen zu lesen und meine eigenen Erfahrungen mit einzubringen. Ich kann von glücklich trockenen Alkoholikern am meisten lernen. Die wissen wovon sie sprechen und leben es vor.


    Morgenroutine:

    Ich habe mir eine Morgenroutine aufgebaut im letzten Jahr meiner Trockenheit. Die variiert auch immer etwas. Aber eines bleibt dabei gleich: Sie hilft mir ruhiger und konzentrierter in den Tag zu starten. Ich bin weniger aufbrausend, lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und kann meine Gedanken besser zusammenhalten. Sie besteht z.B. aus Meditation, Meditations-Texte zum Lesen, Tagebuch schreiben, mich auf den Tag besinnen etc. Da kann man für sich selber herausfinden, was einem gut tut.


    Verbindung:

    gehört in der HALT-Regel definitiv in die Spalte Lonley. Ich sehe jeden Tag zu, dass ich mich jeden Tag irgendwie verbinde. Das kann im Nachmeeting oder per Telefon sein. Ein kurzes Telefonat reicht mir hierzu schon aus. Kurz fragen wie es dem anderen geht, ein wenig reden und das war es. Kostet nicht viel Zeit, ist für mich aber ein wichtiges Werkzeug.


    So, das waren jetzt ein paar Dinge die mir eingefallen sind, die ich mir in den letzten 13 1/2 Monaten angeeignet habe.

    Es ist nicht alles toll in meinem Leben, aber mit diesen Werkzeugen werden für mich die Schwierigkeiten leichter.

    Ich wünsche euch allen einen ganz tollen und trockenen Tag.

    Ganz liebe Grüße

    Twizzler