Beiträge von AufderSuche

    Hallo aufderSuche,

    weil das in einer anderen Stadt gewesen ist, ich mich nicht auskannte in dem Ort, war es echt schwierig. Noch dazu war es mitten in der Nacht. Es muss nach Mitternacht gewesen sein, weil wir "rausgefeiert" haben. Dann habe ich zum ersten Mal kein Bargeld dabei gehabt und hätte erstmal eine Bank suchen müssen. Diese Hilflosigkeit in dem Moment war so schlimm und so wollte ich mich niemals mehr fühlen. So abhängig von anderen und dann musst du zusehen, wie du klar kommst.

    Ach ja, ich muss noch dazu sagen, ich habe keinen Führerschein, nur mein Mann. Deshalb wäre ich auf einen Zug angewiesen gewesen und ich wusste auch nicht, wo der Bahnhof war. Ganz vergessen zu erwähnen.

    Ja, so in etwa ballt sich dann eine Situation zusammen und man fühlt nur noch Hilflosigkeit.

    Glaub mir, DIESES Gefühl ist mir wohl vertraut. Und ich weiß gut, wie furchtbar es sich anfühlt.

    Wenn du dir diese Situation mal so mit etwas Abstand anschaust, dann sind die Ausraster deines Mannes und deiner Freundin umso unmöglicher. Meine Meinung!

    Wenn du da stark und stabil gewesen wärest, hättest du auch mit Recht entgegenhalten können.

    Doch, wie gesagt, ich kenne dieses Gefühl und ich hab‘s auch bei meiner Mutter beobachten können, die eigentlich eine sehr intelligente, ehemals selbstbewusste Frau war.

    Ich habe für mich nach Möglichkeit dafür gesorgt, nicht mehr abhängig zu sein. Das bedeutet für mich auch, ggf. mit meinem eigenen Fahrzeug, ich fahre auch noch ein Motorrad, anzureisen.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Ich weiß, es war nicht schlau, dass mein Kumpel und ich nebeneinander gelegen haben. Ich hätte früher auch schlauer gedacht und hätte mehr empatisch sein sollen, was ich auch normalerweise bin. Aber im Nachhinein glaube ich, tat es mir nur einfach gut, Nähe zu haben. Eine vertraute Person, die mich versteht. Ohne Hintergedanken. Aber es war trotzdem blöd von mir. Aber dass er so dermaßen ausgerastet ist, fand ich unglaublich schlimm.

    Hallo Sunnyday,

    ich verfolge auch gerade deine Geschichte. Da die anderen dir sehr viel besser antworten können als ich, ich zähle „nur“ zu den EKA und den Alkoholikern, habe ich bislang nichts geschrieben, aber bei dem hier, musste ich dir einfach schreiben.

    Ich finde, du musst dich überhaupt nicht entschuldigen, dass du dich neben deinen Kumpel gelegt hast.

    Man bedenke, was das für eine Situation war!

    Die Freundin streitet sich vor euren Augen mit deinem Kumpel und schließt sich ein.

    Kümmert sich nicht um ihre Gäste, die wahrscheinlich als Übernachtungsgäste geladen waren.

    Dein Mann schläft völlig besoffen auf dem Sofa ein.

    Und wer rastet schließlich aus?

    Klar, frage ich mich, warum du nicht einfach nach Hause gefahren bist, aber ich vermute mal, dass du, weil ihr gefeiert habt, auch zu alkoholisiert warst zum Fahren.

    (Und ich frage mich auch, warum der Kumpel sich nicht gewehrt hat und dir nicht in seinem eigenen Haus/ eigener Wohnung eine Decke anbieten konnte.)

    Und dass du das schließlich über dich hast ergehen lassen, dich von deinem besoffenen Mann nach Hause fahren zu lassen, ist so eine Situation, in der man geraten kann, wenn man so fertig ist, dass man die Kontrolle nicht mehr übernehmen kann. - Solche Situationen, in denen ich einfach nur noch überfordert bin und der Situation ausgeliefert, sind mir vertraut.

    Liebe Sunnyday,

    was ich dir sagen will: DU musst dich nicht entschuldigen!

    Du hast dich nach meinem Eindruck klein machen lassen, das ist meiner Mutter an der Seite meines Vaters auch passiert. - Sie hat es letztlich zerstört, denn wenige Jahre nach seinem Tod (da war sie 41 Jahre alt), brachen bei ihre schwere, rezidivierende Depressionen aus, sie hatte alle ihre Kräfte aufgebraucht.

    Es ist an der Zeit, dass du dich um dich kümmerst, dass du wieder lernst, wer du eigentlich bist, dass du (wieder) ein Gefühl dafür gewinnst, wie wertvoll du bist und wie stark.

    So, dass musste ich einfach los werden.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo Aram,

    auch ich kann bestätigen, was Xlausi und Morgenrot dir geschrieben haben.

    Und die Erfahrung zeigt, dass es, selbst wenn ein Alkoholiker mit dem Trinken aufhört, Monate dauern kann, bis er nicht mehr nur sich selbst sieht.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Hallo Aram,

    ich hab mich durch deinen Faden gelesen und möchte dir gerne ein paar Gedanken da lassen.

    Ich selbst habe Alkoholismus in einer seiner schlimmeren Ausprägung als Kind und Heranwachsende bei meinem Vater erlebt. Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt, um zu verarbeiten, was geschehen ist.

    Und ich habe selbst die Wirkung und den Sog von Alkohol kennengelernt, kenne zumindest die psychische Abhängigkeit von innen.

    Dass ich ein Alkoholproblem entwickelt habe, habe ich lange von mir weggeschoben.

    Inzwischen lebe ich seit 7 Monaten zufrieden abstinent.

    Ich bin übrigens Ende 40.

    Diese „Spielchen“, denen du da ausgesetzt bist, kenne auch ich zur Genüge. Entweder wird vom Alkoholiker argumentiert, dass er doch krank sei und nicht anders könne, und deshalb Verständnis und Fürsorge brauche. Oder es wird argumentiert, dass er kein Problem habe, dass er alles im Griff habe. Wenn er jetzt noch einen trinke, dann deshalb, weil DU ihn verärgert usw. hast.

    So oder so wird da etwas konstruiert, damit das in das Weltbild des Alkoholikers passt. Und ich muss gestehen, ich hab unter Alkoholeinfluss gelegentlich selbst so schräg gedacht

    Diese Gefühle, die du äußerst, kenne ich auch. Wut und Enttäuschung einerseits und andererseits der Wunsch, zu helfen, ja sogar, zu retten.

    Alkohol verändert die Wahrnehmung. Dein Partner fühlt sich mit Sicherheit im Recht und völlig unverstanden. Ich hab mich auch im Recht gefühlt, als ich noch regelmäßig getrunken habe.

    Erst, als ich mir darüber klar wurde, dass ich mein Trinken eben nicht (mehr) im Griff habe und schließlich ganz mit dem Trinken aufhörte, erkannte ich, wie schief mein Denken gewesen war, und mein Weltbild veränderte sich zu dem, wie es heute ist. Übrigens eine Erfahrung, mit der ich nicht allein bin. Viele, die mit dem Trinken aufgehört haben, schildern Ähnliches.

    Die traurige Nachricht ist: Wenn dein Partner nicht selbst erkennt, dass ER ein Problem hat und daran unbedingt etwas ändern will, stehst du auf völlig verlorenem Posten.

    Du kannst ihn nicht retten.

    Ich kenne dieses Gefühl gut. Und es ist grausam, wenn man sieht, worauf es hinausläuft, und nichts tun kann bzw. alles, was man tut, nichts ändert.

    Und vergiss dabei nicht: Er ist ein erwachsener Mensch. Er ist für sein Leben verantwortlich. Er trifft SEINE Entscheidungen und er nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf dich.

    Du hast sehr klug und sehr stark gehandelt, als du vorerst aus deiner Wohnung ausgezogen bist!

    Es gibt tatsächlich nur einen Menschen, für den du wirklich etwas tun kannst, und das bist DU.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Hallo Marli,

    ich, Ende 40, bin auch ein EK und, als ich mich hier angemeldet habe, war ich auch auf der Suche nach anderen, denen es wie mir geht.

    Ich habe mich vor ein paar Monaten hier angemeldet, bin hier aber noch nicht sehr aktiv geworden.

    Ich „freue“ mich , wenn ich das so sagen darf, denn der Anlass ist ja nun alles andere als schön, dass du dich hier gemeldet hast. Vielleicht können wir gegenseitig vom Austausch profitieren.

    Ja, dieses Bild mit dem Misthaufen passt ziemlich gut, aber ich kann Linde66 voll und ganz zustimmen. Man kann damit wachsen und was draus machen. Es lohnt sich, sich auf dass Thema einzulassen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen:

    Ja, ich bin beschädigt. Ich habe ein Trauma erlitten, das nicht ungeschehen gemacht werden kann. Ich habe etwas erlebt, das mich für mein Leben geprägt hat.

    ABER !!!

    Ich habe auch eine Menge Fähigkeiten erworben, die ich aktiv nutzen kann.

    Und da ich mich und meine Vergangenheit mittlerweile viel besser kennengelernt habe, fühle ich inzwischen auch etwas wie Stolz auf mich.

    Der Weg geht tatsächlich mitten durch, aber nach meiner Erfahrung lohnt sich der Weg.

    Bin gespannt, von dir zu hören bzw. zu lesen.

    Herzliche Grüße

    AufderSuche

    Hallo,

    auch ich war überrascht von der Mail und habe sie zum Anlass genommen, mir das mal näher anzusehen. Was ich bislang gesehen habe, macht einen guten Eindruck auf mich!

    Danke an dich, Alex, dass du diese überaus verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hast! Du hast meine volle Bewunderung!

    Ob ich hier viel hineinschauen werde, wird sich zeigen. Mit dem Thema „Alkohol“ und dem Thema „Erwachsenes Kind alkoholkranker Eltern“ bin ich inzwischen eigentlich durch. Es kommt für mich bei so einem Forum auch an, wie man miteinander umgeht und wie viele sich letztlich um Neuankömmlinge bemühen.

    Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg. Ein gutes Forum bei „unserem“ Thema ist eine sehr hilfreiche Resource.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    :)