Beiträge von Ste55

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Die Rückfallquote liegt schätzungsweise um die 90% - jeder hat die Chance auf ein trockenes Leben. Viele leben es ja vor.

    Nur sollte man zwischen Wunschdenken und Realität die Grenze ziehen können.

    Hallo Hartmut,

    deine Rückmeldung bedeutet also 10% Hoffnung für Sensual; wenn das kein Steilpass für Sie als CO in ihrem Glauben an ihn ist ... was dann?


    Alkoholismus ist eine knallharte Krankheit und der Süchtige kennt im nassen Zustand nur die Liebe zur nächsten Flasche; das ist Realität, auch für CO.

    Und trotzdem, manchmal erfüllt sich Wunschdenken, jeder Zehnte schafft es angeblich von Nass zu Trocken - scheint auch eine Realität zu sein ...

    • … vielleicht erwecke ich den Eindruck mich selbst aufzugeben…aber ich glaube an diesen Menschen,
    • ich glaube an die Liebe und die Loyalität
    • Ich möchte glauben können, dass alles eines Tages gut wird und ein Bemühen und Kämpfen um einen Menschen sich lohnt …

    Liebe Sensual …der Glaube an einen Menschen wird getragen von Mitgefühl und Liebe - aus ganzem Herzen. Er wird am meisten gebraucht, wenn Derjenige ihn am wenigsten verdient. Dazu brauchst du viel Herz - achte darauf, dass du es nicht komplett für ihn weggibst, es muss auch für dich da sein. Setze bei deinen Bemühungen eher auf Liebe den Loyalität. Loyalität ist grausam, sie erstickt jedes Aufbegehren des Verstandes im Keime; Liebe hingegen ist langmütig und geduldig, auch mit dem eigenen Verstand - und dein Körper wird es dir danken.


    Ob es sich lohnt, für ihn so zu kämpfen? - Liebe fragt nicht, der Verstand schon …

    • Er war in den letzten Jahren mehrmals im Entzug und hat eine LZT hinter sich. Er hat in unserer Zeit immer wieder Rückfälle gehabt …
    • Vllt ist es bekloppt, aber ich glaube auch weiterhin an diese Beziehung. Ich möchte einen Weg finden …

    Wenn bei Frau Herz und Verstand uneinig sind, wird Frau letztlich ihrem Herz folgen - ein Naturgesetz :)

    Erst wenn dein Herz ihn nicht mehr mag, mag es nicht mehr deinen Verstand ignorieren …

    Er wird mir immer fremder. Selbst Redensarten und gewisse Verhaltensweisen kenne ich so rücksichtslos von ihm nicht. Er war nicht mal in der nassen Zeit so. Ich möchte nur verstehen, ob es wirklich so ist, wie man liest, dass von dem Menschen „nichts“ mehr überbleibt, bzw. er zu sich zurückfindet…

    Hallo Sensual


    Speranza schrieb dir gerade eben "Er macht gerade eine starke Wandlung durch" - ich glaube, auch du machst gerade eine starke Wandlung durch.


    Auch wenn, wie du hoffst, er zu sich zurückfindet… wärst du dann bereits an einem anderen Ort und wärst nicht mehr dieselbe, denn es gibt für euch beide kein Zurück, nur ein Vorwärts. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn sich eure zwei Seelen, in solch starkem Wandel, nochmals finden würden.


    Bewege dich weiter auf deinem ureigenen Pfad - für dich und deine Zukunft - und du wirst spüren, was dich zurückhält und finden, was dir gut tut - davon bin ich überzeugt.


    Gruss Ste

    Heute weiß ich gar nicht ob ich mit ihm noch zusammen bleiben will, auch wenn er es schafft aufzuhören zu trinken..

    Ich denke tatsächlich stehe ich mit meiner Ehe vor einer Wand.

    Und es tut weh, dass auf seiner Seite so viele neben ihm stehen und ich auf meiner Seite alleine bin.

    Aber ganz ganz ganz langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, es alleine zu schaffen.

    Liebe Owline


    Was Morgenrot schreibt, das hat was!


    Ein guter Freund und seine liebe, aufrechte Frau, beide kenne ich seit meiner Kindheit, trennten sich sehr überraschend und irritierend für mich. Sein drittes Kind, mit einer anderen, 25 Jahre jüngeren Frau unterwegs - das war kurz darauf die Erklärung - verständlich und logisch. Trotzdem hoffte ich noch ein wenig, dass sich die beiden irgendwie wieder finden würden. Ich mag Beide - vor allem als aufgestelltes Paar … und nun das! Darauf angesprochen erwartete man allgemein von mir, jetzt werde ich mich wohl für ihn entscheiden als Freund und Fußballkollege im gleichen Team - seit Jahrzehnten, obwohl ich regelmäßig versicherte, sie sei mir ebenso wichtig.


    Das ist nun schon ein paar Jahre her, mittlerweile geschieden, wohnen Beide weiterhin, wenn auch 1500 Meter auseinander, im gleichen Dorf. Ich sehe sie einzeln ab und zu, aber schon „Hallo - wie gehts“ fühlt sich blöde an und Gespräche wie damals sind nicht mehr möglich. Wenn ich sie treffe, erinnere ich sie regelmäßig an ihn und an eine Zeit, die sie hinter sich lassen will und bei ihm steht „wie konnte er nur“ für mich immer noch im Raum.


    Ich wünschte mir, es wäre immer noch wie früher und ich hätte so nicht beide irgendwie verloren - geht aber leider nicht …


    Owline, ich schreibe dir das alles wegen deiner Zeile „es tut weh, dass auf seiner Seite so viele neben ihm stehen und ich auf meiner Seite alleine bin“.

    Ich hoffe rückblickend, dass ich damals zu allem Elend nicht noch für ihn Partei ergriffen habe. In der Zeit der Trennung sagte sie mal spontan aus einem ganz anderen Zusammenhang „ich fühle mich so gedemütigt, verletzt und alleingelassen, trotz meiner zwei Kinder“ … das werde ich nicht los!


    Verrückt, er hat etwas mit einer Anderen, sie wird einfach auf die Seite gelegt und im Dorf überwiegt die Meinung „sie hat ihn verlassen“.


    Ob jetzt diese Geschichte oder diese mit deinem Mann und seinem geliebten Alkohol; mir scheint - regelmäßig werden zuerst die Frauen von ihren Männern verlassen, bevor sie es sichtbar durchziehen - konsequent und notwendig für ihr eigenes „Über“-Leben. Gleichwohl werden diese Frauen oft als Täterinnen gehandelt und fallen gelassen.


    Möglicherweise hat sie auch bei mir das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen habe - ich wollte mich nicht zu sehr einmischen; aus Bequemlichkeit, Überforderung? Das ist mir mit deinem Text nun vollends bewusst geworden und werde dies angehen … auf sie zugehen.


    Was nützt mein ganze Getextete dir? Nun, es ist ein zaghafter Versuch an meinem Beispiel aufzuzeigen, warum sich die Umgebung so schwer tun kann, wenn zwei sich trennen. Da ist auch Schmerz, Trauer und Überforderung, die Distanz schafft und Frauen wie dich in der Situation alleine lässt.


    In guter Hoffnung schließe ich mich Lütte an „Ich finde den Kommentar von Morgenrot sehr gut und du bist ja nicht allein. Du hast hier ein ganzes Forum mit dem Du dich austauschen kannst und das in seinem Rahmen für Dich da ist“. Hier im Forum sind welche da, und zwar besser als ich es vermutlich für diese Frau in meiner Erzählung war.


    Liebe Grüße Ste

    Es ändert sich nichts, wenn ich es nicht ändere. Ich zähle weiter leere Flaschen …

    Es dreht sich grad im Kreis und ich wäre froh, wenn schon wieder Montag wäre …


    Habe ich Angst? ja. Keine Ahnung

    War meine Zeit mein Zeit? … dieser Frage hat Hugo Loetscher (ein Schweizer Schriftsteller) sein letztes Buch gewidmet. Man kann sich diese Frage so oder ähnlich immer mal wieder stellen, nicht erst am Lebensende, wie zum Beispiel „Lebe ich oder werde ich gelebt?“ Wenn „ gelebt werden“ überwiegt, ist Angst gewiss ein gewichtiger Begleiter, der einem zurückhält, beschränkt, lähmt und klein macht.


    … auch nur so ein Gedanke - wenn ich Passagen von dir lese … Gruss Ste

    Das erschreckt mich eigentlich, früher war ich so ein selbstbewusster und eigenständiger Mensch..

    Heute lass ich meine Gedanken von meinen Sorgen leiten, mit dem ersten Gedanken an die Sucht meines Mannes.

    Mit diesem Gedanken steh ich auf und geh ich schlafen.

    Ich mach mir wirklich Sorgen, dass ich nicht mehr zu meinem selbstbewussten Ich zurückkehren kann.. Komisches Gefühl!

    Es gibt kein zurück - nur ein vorwärts hin zu deinem neuen selbstbewussten Ich und mir scheint, du bist auf gutem Weg!

    • Mein Mann hat eigentlich gegen mich keine Chance.
    • Im Prinzip bedient er mich mit seiner Sucht, macht sich klein und hilflos und ich kann voll in die Presche springen - eine Win-Win Situation

    Macht es nicht besser und löst es nicht. Erklärt mir gerade nur vielleicht warum ich solche Schwierigkeiten habe, loszulassen.

    Der Gedanke kam mir eben nur so.

    Auch ein Gedanke ...


    Leiden und Schmerz sind immer der Anfang umfassender Erkenntnis, die uns hilft, sich zu öffnen und uns erst ermöglicht, mit viel gutem Willen, diese Erkenntnis anderen freundlich zu eröffnen. Es ist ein großes Abenteuer - mit offenem Ausgang. Dieses Abenteuer bedeutet Bewegung bis tief ins eigene Herz und es können nur diejenige bestehen, die sich in der Bodenlosigkeit doch getragen fühlen. Es ist ein gewaltiges Wagnis und nennt sich Veränderung und bedeutet Loslassen von alten Beständen.


    Guten Morgen Cayenne

    • meine Angst ist es immer nur noch gestresst zu sein und wenig Energie für meine Kinder zu haben. Ihnen nicht gerecht zu werden oder sie einen ganzen Tag Fremdbetreuen zu lassen, sie nur zum Abendessen zu sehen, ihnen nicht bei Hausaufgaben helfen zu können, keine Zeit zu haben mir ihre Sorgen anzuhören
    • tatenlos in meiner Ehe zu sitzen und zuzusehen, wie mein Mann sich und uns kaputt macht, macht mir unheimliche Angst

    Liebe Owline - ich bin nochmals aufgewacht und habe die Zeit mit deinem Text verbracht ... und da kam mir folgender Gedanke ...


    ... es ist Angst, die dir bzw. uns Menschen Grenzen setzt, im Denken und in der Bewegung - Stillstand und Festhalten sind Ursprung all unserer Probleme.

    Vergänglichkeit ist oft schwer zu ertragen und so klammern wir uns verzweifelt an Dinge, die nie mehr so sein werden wie sie mal waren. Es macht uns Angst diese Dinge loszulassen und entscheiden uns dadurch gegen das eigene Leben. Denn sein eigenes Leben leben bedeutet stetiges Loslassen - seinen eigenen Weg gehen. Festhalten bedeutet vor allem Kontrollverlust und führt uns zu dem Schmerz, der uns klein macht.


    Gute Nacht - Ste

    Aber kann so ein Leben gut funktionieren?

    Kann ich es akzeptieren, dass er immer wieder so viel trinkt?

    Ich weiß es einfach nicht.. Ich denke ich bin gerade noch ziemlich am Anfang, wenn ich andere Beiträge hier lese, denke ich immer: Wow wie sicher sich hier viele einfach sind, dass bin ich noch so gar nicht..


    Danke fürs lesen!

    Hallo - deine Frage ist berechtigt! Aber zuerst herzlich willkommen hier !


    Es ist erst mal ein gutes Zeichen, dass du aktiv bist und es nicht einfach geschehen lässt! Wie du selber festgestellt hast, gibt es hier einige Geschichten, die Parallelen aufweisen, aber meist weiter fortgeschritten sind. Diese Geschichten zeigen leider eine deutliche Tendenz, dass Alkoholiker schwer belehrbar sind und häufig immun sind auf Hilfe und Zuspruch vom Ehepartner.


    Ich bin kein Experte und es hat hier sicher mehrere Frauen, die dir substanzieller schreiben können - nur eines: Schau primär für dich und deine Kinder - es muss für euch stimmen, egal was du tust, IHR SEID DAS WICHTIGSTE und gehe mit deinen Kräften haushälterisch um.


    Alles Gute - Ste

    Hallo Marli - herzlich willkommen hier - cool, dass du dich gemeldet hast!

    • Gerade fühle ich mich unfassbar beschädigt, und schäme mich dafür ...

    Das oben war Dienstag, wie fühlst du dich Heute?


    Übrigens - beschädigt sind wir alle in irgendeiner Form;

    manche nennen es einfach Lebenserfahrung, andere wiederum versuchen es mit etwas mehr Tiefgang und sprechen von ihren persönlichen Lebenslinien. Es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen - zumal ein guter Teil davon nicht „selbstverschuldet“ ist.


    Zu Beginn unseres Lebens werden uns die meisten Erfahrungen sowieso von außen aufgedrückt, erst nach und nach versuchen wir eigene Erfahrungen bzw. Verletzungen zu sammeln - was auch dann noch äußerst schwierig ist, da bei den vielen fremdbestimmten, eingeschliffenen Verhaltensmustern aus unserer Kindheit das „Eigene“ häufig auf der Strecke bleibt.


    Du berichtest von einer ganzen Palette von Schwierigkeiten mit denen du tagtäglich zu kämpfen hast. Okay - aber immerhin, du kämpfst und gibst dich nicht einfach geschlagen! Das ist doch schon mal viel - du möchtest deine Situation verbessern und organisierst dir die nötige Hilfe dazu - Bravo!


    Du siehst dich viel zu negativ; ich jedenfalls bin überzeugt, da ist viel Schönes an dir. Nur schon dein Mut, deine Offenheit, deine Ehrlichkeit und Freundlichkeit lassen viel positive Kraft in dir erahnen. Sei deiner Seele einfach ein guter Gastgeber - wärme sie, wenn sie friert - tröste sie, wenn sie weint - freue dich, wenn sie lacht - und sie wird es dir dein Leben lang danken.


    Liebe Grüße Ste

    ich bin jetzt erst hier im thread gelandet, liebe kiwi ..du schreibst alles wie ich es auch erlebe und fühle.

    Oh man...du bist sehr viel weiter....

    Meine Denkspirale möchte das Verhalten noch verstehen..

    Was man wahrscheinlich nicht kann...daz u müsste man wohl genauso krank sein.

    Mir laufen die Tränen, und gleichzeitig hilft es ungemein alle Beiträge zu lesen und es stärkt meinen Entschluss, nicht einzuknicken bei Kontakt, der auch bei mir noch kommen wird.


    Liebe Manu,


    Wenn dein einstmals liebevoller Freund dir wieder einmal so richtig den Schmus bringt, sorgt du dich einzuknicken - mit gutem Grund!


    Einknicken ist ein stark geschönter Begriff für etwas viel gravierenderes, wenn du nur die dazugehörigen Synonyme studierst:

    >>> sich verbiegen / nachgeben / zusammenbrechen / zurückgehen / aufgeben / untergehen / seine Gesinnung wechseln / Zugeständnisse machen / sich bekehren / seinen Standpunkt aufgeben / usw.


    Verstehst du, was ich meine?


    Gruss Ste

    Liebe Manu - schön, dass du da bist.

    Ich hoffe ich bekomme es hin, nicht einzuknicken ...wenn er heulend vor der Tür steht 🙏


    Du erinnerst mich an meine Schwester, die hat es in vergleichbarer Situation nicht hinbekommen - sie war eingeknickt.


    Am Anfang ihrer Ehe schien bei ihr alles gut. Doch all die Liebesversprechen, Träume und Wünsche haben sich mit der Zeit verdünnt und schließlich ganz im Alkoholkonsum ihres Mannes aufgelöst. Bei ihr blieb Unverständnis für ihren Mann (wieso macht er das) und eine Ehe in Scherben zurück, an denen sie sich immer wieder verletzte. Gleichwohl hinderte sie irgendetwas daran, die Scherben wegzuräumen. Sie hoffte darauf, sie eines Tages wieder zusammensetzen zu können. Dies gelang ihr nach und nach halbwegs, unter großen persönlichen Opfern versuchte sie möglichst viel zu kitten, bis alles endgültig zerbrach, auch meine Schwester. Diese persönliche Niederlage, wie sie es betitelte, war für sie nicht zu verkraften.


    In ihr war etwas definitiv kaputt gegangen und sie lässt niemanden mehr nur ansatzweise in ihre Nähe und das schon seit mehr als 25 Jahre.


    Mach es ihr nicht nach, es ist schon hart genug als Zuschauer das zu erleben, okay?


    Liebe Grüße Ste

    Ich habe gestern meinen Sommerurlaub gebucht. Meiner Tochter ihren Geburtstagswunsch mit einem Kurztripp Wellness in den Bergen erfüllt, indem ich ein verlängertes Wochenende gebucht habe. Ich werde mich nicht verkriechen! Ich will endlich wieder das Leben mit vollen Zügen genießen!


    Ich kann nur sagen, dass ich mich seltsamerweise gut fühle.


    LG Kiwi

    Soooo cool Kiwi - das ist ein Versprechen - ich freue mich sehr für dich und deine Tochter - liebe Grüße Ste

    Hallo Kiwi


    Deine Worte - meine Schwester! Mit dir bzw. deinen Texten erlebe ich hier ein Déjà-vu der unschönen Art.


    Ich habe eine 5 Jahre ältere Schwester. Sie hatte einen Mann kennengelernt und dachte „er“ ist es, „Liebe auf den ersten Blick“. Bis dahin war ihr Leben vollständig in Ordnung und mit ihm geriet alles aus den Fugen. Der obige Kreislauf hätte sie beinahe zerstört, Schaden genommen hat sie auf alle Fälle - bis heute.


    Ich war damals 19 Jahre alt und meine Eltern baten mich bei meiner Schwester (sie hatte eine kleine Stadtwohnung) einzuziehen. Nur für kurze Zeit, bis meine Schwester ihren Liebeskummer überwunden hätte und der Typ nicht kurzfristig wieder einziehen könne. Ich traf sie noch etwas dünner als sonst, aber okay - sie war gerade wieder einmal auf Feld 1 - wie sich später herausstellte. Dann kam das obligate Telefonat (das Internet und Mobile waren noch nicht erfunden) und schon bald war Feld 2 angesagt, und hoffnungsvoll brachte sie Feld 3 ins Spiel usw.. Wir kreisten Monate, sie kämpfte mit sich und ihrer Gesundheit, sie war nie die Stärkste - ohne physische Reserven eben.

    Im Zeitraum von Feld 5 und Feld 6 war’s schlicht ein Horror mit ihr. Sie wollte nicht mehr das Bett verlassen, sei weinte leise vor sich hin oder starrte Löcher in die Wände und sah durch mich hindurch, aß kaum noch und erbrach das Wenige - einzig rauchen ging noch. Und da waren noch diese immer gleichen, nie enden wollenden Gespräche, Umarmungen, Versprechen und Anläufe ...


    Den Ausgang fand meine Schwester, als er sie vor die Wahl stellte, er oder unsere Familie - und da hat sie Familie gewählt. Wir zwei entschlossen uns anschließend spontan für eine mehrwöchige Reise an die Westküste der USA. Es war der Abstand, die Sonne, das Meer und die gute Stimmung der Leute, die meine Schwester wieder einigermaßen herstellte.


    Liebe Kiwi - gewiss ist dies eine alte, andere Geschichte, aber deine Sätze könnten von meiner Schwester stammen.

    Ich habe ihr u.a. die gleichen Fragen wie dir aus meinem Text vom Dienstag (#61) gestellt, es war hoffnungslos!


    Bist du auch ein hoffnungsloser Fall?


    So - das war’s - ich habe alle Karten gespielt!

    Ich hoffe, du kommst zeitnah aus diesem Leerlauf heraus - wirf deine kostbare Lebenszeit nicht weg! Ich traue dir nämlich nach all dem hin und her nicht wirklich mit „Aus, Basta, Finito und Ende im Gelände. Game over sozusagen“, so sehr ich es dir auch wünsche!


    Liebe Grüße Ste





    Liebe Kiwi


    Schmerz mündet meist in Tränen - heule doch - weinen ist die Reaktion auf Frustration, Erschöpfung, Trauer und egal wie lange es dauert, du wirst irgendwann damit aufhören. Dann wird dein Herz wieder deinem Verstand mehr Platz einräumen und wird dich fragen:

    • Vermisse ich ihn oder vermisse ich meine glücklichen Momente?
    • Ist er häufiger für meine glücklichen Momente oder häufiger für meine unglücklichen Momente verantwortlich?
    • Bringt er mich häufiger zum träumen oder bringt er mich häufiger zum weinen?
    • Bestimmt er meinen Wert; wenn ja, mit welchem Recht?


    ... und ich frage dich: „Könntest du dich ertragen, wenn du so wärst, wie er dich sieht?“

    • Wenn ja - bleib wo du bist, bei ihm bist du richtig.
    • Wenn nein - nichts wie weg, bei ihm bist du falsch.

    So einfach und doch so schwer; entscheide dich - liebe Grüße Ste

    ... de facto trauere ich auch ein bisschen um den Menschen, der das Potential für sein Leben in die Tonne tritt.

    Liebe Kiwi - wie geht es dir?


    Deine ausführlichen Texte haben mich beeindruckt, diese vielen Facetten an dir, von zögerlich und verletzlich bis zu selbstbewusst und robust - es ist alles dabei. Du bist vieles zugleich und das macht es für dich nicht unbedingt einfach, aber das macht dich auch besonders und wertvoll.


    Sortiere und orientiere dich an dem, was DIR gut tut und folge deinem Entschluss, vorwärts zugehen. Ich bin mir sicher - hier hat es einige, die um dich trauern würden, wenn du es ihm gleich tust und dein Potential in die Tonne trittst, wenn du zu ihm zurückkehrst.


    Achte auf dich - du bist die wichtigste Person für dich - Gruss Ste55

    Ich wollte Leila daher wie gesagt lieber die Zeit verschaffen, sich zu festigen, bis ihr Entschluss bestärkt ist. Denn das Schlimmste wäre sicherlich eine Ja-Entscheidung :-(

    Hallo Cadda,

    nun habe auch ich es verstanden! Du bist für keine 3. Chance - es geht nur noch um Zeitraum sowie Art und Weise einer möglichst schmerzlosen Absage mit Rücksicht auf Leila.


    Hallo Leila,

    wenn ich deinen Text lese, deutet alles darauf hin - du hast dich innerlich bereits gegen eine 3. Chance entschieden.

    Dein Zitat „Das schlimme ist, ich sehe ihn immer in dem besoffenen Zustand vor mir und das ekelt mich an“ in Kombination mit deinem fehlenden Glauben, dass er zukünftig am Griff zur Flasche vorbei kommt, unterstreichen dies.


    Gleichzeitig hast du Skrupel „genug - mir reichtszu sagen und wärst am liebsten aus all dem raus. Verpasse dadurch nicht den richtigen Moment für deinen Absprung, er kommt meist unverhofft; kaum da - schon wieder weg. Sei bereit, innerlich steht dein Entscheid - hab ich recht?


    Liebe Grüsse Ste55