Liebe Alle,
eigentlich war das so nicht geplant, dass ich hier texte . . .
Ich war kürzlich im Internet unterwegs; auf der Suche nach Infos zu „Meine Tochter ist Alkoholikerin“ hier gelandet und mich etwas eingelesen. Warum?
Ich habe eine Tochter Mitte 30, die phasenweise trinkt. Sie ist verheiratet, drei Kinder, alle < 10 Jahre.
Obwohl sie zwei stationäre Entgiftungen hinter sich hat, macht es ihr Mühe auszusprechen, dass sie eine Alkoholikerin ist und spricht höchstens von einem möglichen Alkoholproblem. In guten Phasen ist sie wirklich souverän unterwegs und braucht keinerlei Unterstützung, umso mehr in schlechten; u.a. organisiere ich dann stationäre Aufenthalte für sie und bin bei den langwierigen Eintrittsgesprächen mit dem Fachpersonal dabei. Da erlebe ich die ganze Ohnmacht einer Süchtigen hautnah - diese schreckliche persönliche Niederlage - wieder an dem Punkt zu sein, wo man nie mehr hin wollte. Das bricht einem fast das Herz, so schmerzhaft ist diese raumgreifende Trostlosigkeit - und doch ist man als Begleiter nicht mehr als Zuschauer; wohl in der ersten Reihe, aber ohne effektiv helfen zu können - sie muss da alleine durch.
Trotz der Erkenntnis, dass ich meiner Tochter im Kampf mit ihrer Sucht kaum helfen kann, suche ich dann und wann im weiten Internet, ob nicht doch irgendwo ein Rezept zu finden ist, das ihr nützt. Dies habe ich auch in diesem Forum bis jetzt nicht gefunden; dafür aber Texte, die mich berührt haben und zwar so, dass ich es mir nicht verkneifen konnte zu antworten.
Das geht aber natürlich nicht, ohne sich vorher vorzustellen; so sind die Spielregeln. Trotz meiner nachträglicher Lieferung, hoffe ich doch noch auf ein Okay.
Beste Grüße Ste55