Ich habe mich vor lauter Masketragen verloren.
Das kenne ich auch.
Ich habe jahrelang eine Maske getragen, alle um mich herum belogen und getäuscht. Das war so fest in mir drin, dass es mich gar nicht mehr gab. Ich habe gar nicht mehr nachdenken müssen, wie ich was vertusche, um meine Alkoholabhängigkeit zu verheimlichen. Das ging alles irgendwann von ganz alleine.
Nur mich gab es irgendwann nicht mehr.
Ich habe mich aber wiedergefunden. Das ist auch nicht immer einfach auszuhalten 🤪. Aber es ist ehrlich und das bin ich. Inzwischen mag ich mich ganz gerne und möchte auch gar nicht anders sein. Ich muss auch überhaupt nicht jedem gefallen und es muss auch nicht jeder mit mir auskommen. Ich habe nix mehr zu verbergen, ich darf mich zeigen.
Nüchtern ist alles möglich. Und noch viel mehr, was ich längst vergessen hatte oder für mich komplett ausgeschlossen hatte. Nüchtern ist Leben möglich. Und kein Leben gleicht dem anderen. Wäre ja auch fürchterlich langweilig, wenn wir alle gleich wären.
Und was für mich normal ist, bestimme ich. Andere können gern ein anderes ‚normal‘ haben. Aber niemand hat das Recht, an meinem ‚normal‘ zu rütteln. Ich lasse ja auch jedem sein ,normal‘.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vieles auch nur in meinen Gedanken anders war. Ich meine, die anderen denken gar nicht immer, was ich denke, was sie denken könnten. Für die meisten ist auch ein ‚nein‘ völlig in Ordnung. Und wenn ich keine Zeit habe, habe ich keine Zeit. Andere haben auch nicht immer Zeit.
Es ist so toll, sich nicht mehr anpassen zu müssen.
Schritt für Schritt, immer einen nach dem anderen.