Beiträge von LoewenmamaHH

    Moin Linde,

    ganz lieben Dank für deine netten Zeilen.

    Ich denke mal, dass es ein guter Ansatz ist, alleine zum Sohn zu gehen, für eine kurze Zeit, ein kleines Geschenk mitbringen und vielleicht einen Tee zusammen zu trinken. Also minimalen Kontakt, das ist ja eh der Momentzustand.

    Ich fürchte, mich haben einige hier falsch verstanden. Weihnachten hatte für MICH nie irgendeine Bedeutung, das lag ja an den Gründen, die ich weiter oben beschrieben hatte. Dienstlich war ich überwiegende in Krankenhäusern und bei der Polizei, konfrontiert mit so viel Elend, das mir allein dies die Restfreude an Weihnachten nahm.

    Du hast Recht, es geht um Schandensbegrenzung. Da muss ich noch den geeigneten Weg finden.

    LG

    Loewenmama

    Da könntet ihr drüber reden und gucken, was ihr gemeinsam dagegen machen könnt. Wenn du sie in Ruhe lässt, mit Vorschlägen deinen Sohn zu treffen und statt dessen über deine Gefühle sprichst, ihr gemeinsam überlegt was dir gut tun würde.

    Wie wäre es mit einem ganz neuen Weihnachtsritual nur für euch drei?

    Moin nochmal,

    ich habe sowohl mit meiner Tochter als auch mit meinen Mann über meine Gefühle und Ängste gesprochen, ich bekomme als Antwort, ich solle ihn hart aufprallen lassen, er sei noch nicht so weit unten. Erst wenn er bereit sei, Hilfe anzunehmen, kann ihm geholfen werden. Ich solle nun endlich mal loslassen, er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich.

    Ich weiss vom Kopf her, dass das alles richtig ist, was die Beiden sagen.

    LG

    LM

    Nimmst du dem Rest der Familie übel, dass sie schon weiter sind als du und loslassen können? Fühlst du dich allein gelassen in deinem Schmerz?

    Moin,

    ich weiss, dass der Rest der Familie weiter ist als ich. Als übelnehmen würde ich das nicht bezeichnen.

    Ob ich mich alleine gelassen fühle? Hm..ein bisschen schon

    LG

    Loewenmama

    Moin Lea,

    danke für deine Nachricht.

    Die Selbsthilfegruppe kann ich erst am kommenden Dienstag fragen, ich schiebe dieses Thema schon lange vor mich her. Aktuell wurde es heute beim Besuch meiner Tochter. In der andern Gruppe habe ich noch nicht gefragt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich damals, als meine Kinder noch klein waren, erbitterlich dafür gekämpft habe, sie überhaupt Weihnachten zu sehen, bzw. sehen zu dürfen. Mein Dienstherr, die Freie und Hansestadt Hamburg, benötigte mich auch an den Feiertagen und der Kindesvater, bei dem meine Kinder aufwuchsen, setzte sich sowohl über schriftliche Abmachungen als auch über die geltende Rechtssprechung hinweg. Selbstverständlich ohne irgendwelche Repressalien seitens der Justiz.

    Heute habe ich diese Weihnachtsidylle mit Friede, Freude nicht mehr. Meine Eltern sind verstorben, und andere Verwandte außer meinen Kindern habe ich nicht mehr. Dennoch ist mir sehr wichtig, dass es auch mir an Xmas gut geht. Ich tröste mich damit, dass ich ja noch etwas Zeit bis dahin habe, eine passende Lösung zu finden.

    LG

    Tina

    Hallo Tina,

    hier ist viel los im Forum, und so ist Dein Beitrag wohl etwas im Rauschen untergegangen. Zunächst einmal ist es ja gut, daß Du nicht ganz alleine mit dem Problem dastehst, sondern auch noch Familie hast. Nach dem katastrophalen Auftritt von letztem Weihnachten, der ja schlimmer kaum sein konnte, kann ich Mann und Tochter gut verstehen, wenn Sie Deinen Sohn nicht um sich haben wollen. Könnt Ihr ihn nicht an einem anderen Tag zu dritt besuchen und mal für eine halbe Stunde oder so vorbeigucken, damit er nicht über die Tage völlig allein ist? Dann könnt Ihr Euch für eine Weile beleidigen lassen und dann wieder gehen.

    Mehrfach abhängig, psychisch krank, uneinsichtig -- da kommt ja einiges für Deinen Sohn zusammen. Für mich hört sich das aus der Ferne so an, als müßte er erstmal auf eine geschlossene psychiatrische Station und da auf Medikamente eingestellt werden. Das ist natürlich furchtbar, aber immer noch um Längen besser als das, was er jetzt auf eigene Faust durchzustehen versucht.

    Liebe Grüße,

    H.

    Moin Moin,

    danke für deine Nachricht . Weder mein Mann noch meine Tochter wollen zur Zeit mit meinem Sohn etwas zu tun haben. Ich hatte von mir aus das vorgeschlagen, gemeinsam ihn für einen kurzen Zeitraum zu besuchen. Mein Sohn wird das auch gar nicht wollen.

    Es sieht wohl so aus, als ob er die Feiertage ganz alleine sein wird.

    Den anderen in der Familie macht da nix aus, die feiern und sitzen zusammen. Ich alleine habe das Problem.

    Ja, ich wünsche es mir auch, dass er in die Psychiatrie ginge und sich dort behandeln liesse...aber gegen seinen Willen bin ich ja machtlos.

    Liebe Grüße

    Tina

    Liebe Foris,

    langsam nähern sich de Feiertage und auch meine wachsende Angst davor....

    Wie ihr ja wisst, habe ich einen mehrfach süchtigen Sohn ohne Krankheitseinsicht. Ich glaube, ich vergass zu erwähnen, dass bei ihm eine Borderline Erkrankung zusätzlich diagnostiziert wurde. Dies erschwert den Umgang mit ihm zusätzlich ganz massiv in Form von Beleidigungen, Anwendung von Gewalt, Bedrohungen, um mal Einige davon zu nennen.

    Heute war meine Tochter hier zu Besuch, wir sprachen kurz über die Organisation der Feiertage. Ihr Vater hat sie auch am 1. Feiertag eingeladen, da will sie hin. Zu uns kommt sie dann am 26.12.

    Ich frage nebenbei, wie und ob denn etwas mit ihrem Bruder geplant sei. Da wurde sie fuchsteufelswild und meinte, dass DER nirgendwo mehr hindarf, DER hat die letzten Weihnachten nicht nur den Baum kaputtgetreten und die ganzen Geschenke zerstört, sondern auch allen das ganze Fest vermiest mit dem Gesaufe, Gekiffe und den Agressionen.

    Ich könne ja zu ihm nach Hause gehen, wenn ich sooo großes Mitleid mit ihm habe. Das ist aber keine gute Idee, weil, sobald mein Sohn mich sieht, keine 5 Minuten vergehen, bis er mir Gewalt androht, weil ich das nicht mache, was er befiehlt usw.. Naja, ihr kennt das ja.

    Mein Mann hat verboten, dass mein Sohn zu uns kommt, da dieser ihm vor 6 Wochen eine kräftige Ohrfeige verpaßt hatte.

    Auch wenn ich mir selbst nicht so viel aus den Festtagen mache, möchte ich diese friedlich, ruhig und harmonisch verbringen. Auf der anderen Seite habe ich schon jetzt Horrorvorstellungen, dass mein Sohn alleine in seiner Bude hockt, wieder in seinem Selbstmitleid badet und womöglich eine Kurzschlussreaktion begeht aufgrund seiner Depressionen.

    Es sind ja noch einige Wochen bis dahin, und ich habe noch kein Plan, was ich tun kann, damit es auch MIR dabei gutgeht.

    Ich freue mich über eure Meinungen.

    Liebe Grüße

    Tina

    Moin Sun,

    Im Großen und Ganzen gehe ich mir deiner Meinung konform , gerade in Bezug auf den Willen des Alkoholabhängigen und der Bereitschaft, die Sucht zu bekämpfen..Auch sehe ich die Regelversorgung /Angebote zur Suchtbekämpfung als gut an.

    Dennoch möchte ich anmerken, dass Ich der Meinung bin, dass ein Aufenthalt in einer privaten Einrichtung mehr zum Erfolg führt , da dort einfach der Personalschlüssel besser ist und es auch andere Therapieansätze geben muss . Natürlich vorausgesetzt, der Abhängige möchte die Sucht bekämpfen . Ohne diesen Willen funktioniert es in solchen „Luxusschuppen“ dort auch nicht .

    Darf ich kurz ein Erlebnis in diesem Jahr teilen ?

    Ich war im Januar 2021 in einer psychosomatischen Klinik , 4 Wochen, als Kassenpatientin. Die Klinik hinterließ auf deren Webseite einen guten Eindruck auf mich, sah aus wie ein Hotel und die Angebote klangen gut. Voll motiviert fuhr ich hin mit ganz vielen Wünschen und Zielen.

    Immerhin bekam ich dort 45 Minuten Einzeltherapie pro Woche, 2 mal Gruppentherapie a 60 Minuten sowie 2 mal Ergotherapie. Den Rest der Zeit blieb ich mir selbst überlassen.

    Dafür fahre ich nicht 4 Wochen von zu Hause weg.

    Es soll nicht neidisch klingen, dass die privat versicherten andere Therapieansätze, Therapie- und Sportangebote bekamen . Die hatten auch einen eigenen Eingang und Speisesaal ;)

    Aber das ist ja leider in unserer 2 Klassengesellschaft so, und das meinte ich damit , als ich den Entzug bei einem privaten Träger erwähnte.

    Abends gab es auch Stullen , und die waren lecker 🤤

    lieben Gruß

    Tina

    Moin,

    Ich bin mir sicher, dass die besagten Promis ihren stationären Entzug nicht mit dem gemeinen Volk, sondern in teuren Privatkliniken wie die Betty-Ford-Klinik gemacht haben, wo 3 Wochen alleine schon 20 Mille kosten.

    Da ist so ein Entzug mit einem guten Personalschlüssel sicher anders als bei den gesetzlichen Einrichtungen , wo es vorne und hinten wegen knappen fähigen ! Personal erschwert wird.

    LG

    Loewenmama

    Hallo Lea,

    Danke der Nachfrage. Hier im Forum fühle ich mich verstanden, und habe gemerkt, dass ich etwas für mich tun muss. Die große Sorge um meinen Sohn ist das, was mir so zu schaffen macht . Daran zu arbeiten , dass ich „loslassen“ kann, das geht leider nicht von einem Tag auf den anderen . Und Geduld ist nicht meine Stärke. Ich bin dran !

    LG

    Loewenmama

    Hallo,

    Nun hat mich doch das schlechte Gewissen eingeholt... Wie seid ihr damit umgegangen?

    Mein Mann hat sich die letzten Tage schon sehr verändert. Er ist aufmerksamer geworden...

    Sind unter euch eigentlich Christen?

    Hi,

    ich bin evangelisch. Aber ich halte nix von Spiritualität.

    Das schlechte Gewissen (wie kann ich meinen trinkenden Sohn nur mehr und mehr alleine lassen, wie kann ich es wagen, nicht sofort zu springen, wenn er pfeift) ja, das habe ich (noch). AAABER: wenn ich jetzt nix ändere an mir, dann bin ich spätestens zu Weihnachten in der Klapse, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Ich arbeite auch daran, wenigstens 1 Stunde am Tag nicht an meinen Sohn zu denken...

    LG

    Loewenmama

    (_.~"(_.~"(_.~"( 100 Tage )"~._)"~._)"~._)

    Moin moin,

    Herzlichen Glückwunsch!!!! Du bist ja Spitze!

    Auch ich lese, als Angehörige, deine Beiträge sehr gerne, der Mix macht’s, wie man so schön sagt ! Weiter so, sowohl mit deinen Beiträgen als auch mit den alkoholfreien Tagen.

    Als Angehörige eines Trinkers habe ich schon viele reelle SHG‘s besucht , von ganz unterschiedlichen Trägern. Die einzigen, wo ich mich öffnen konnte, wo man mir zugehört hat und auch telefonisch in ganz ganz schweren Krisenzeiten zur Seite stand , sind die Al Anons, also die Familienangehörigen der AA. Diese besuche ich seit Juli .

    Ich bin von der Spiritualität weit entfernt, aber gläubig. In keinem der Meetings habe ich Hokuspokus erlebt oder dass jemand zur Spiritualität oder zum Glauben gezwungen wird.

    Es ist auch die sogenannten offenen Meetings, wo die Alkoholiker und die Angehörigen zusammen teilnehmen. In einem dieser Treffen wurde DIESES Forum als besonders wertvoll vorgeschlagen, und so bin ich zu euch gekommen und auch sehr dankbar, euch gefunden zu haben.

    Wünsche euch einen tollen Tag und gute 24h

    Herzliche Grüße

    Löwenmama

    Liebe Moara,

    auch ich habe mit Erschütterung deine Zeilen gelesen und drücke dich erst einmal ganz doll aus der Ferne.

    Ich kann so gut empfinden, wie es dir geht in der Hilflosigkeit und Ohnmacht.

    Ich bin auch Angehörige, bei mir ist es der Sohn, der säuft und sich keine Hilfe holt.

    Als Co-Abhängige sind mir deine ganzen Handlungen bekannt, ich habe selbst jahrelang das Gleiche gemacht und den Alkoholiker mit Stoff versorgt, ihn entschuldet, Geld geliehen, Miete bezahlt usw.

    Mein Sohn kam auch mal in die Psychiatrie, nach Suizidandrohung, hat sich aber am folgenden Tag selbst entlassen und trank munter weiter.

    Als Angehörige ist es so schlimm, alles auszuhalten, denn es macht uns genauso bekloppt und vor allem, es macht uns jeden tag mehr krank.

    Wenn du noch nicht in einer Selbsthilfegruppe bist, wo du dich im geschützten Raum ausweinen kannst, kann ich dir dazu nur raten. Mit "Normalos" konnte ich nie über das Alkoholproblem meines Sohnes sprechen, weil ich ständig nach Schema F die Standartantwort bekam "Lass´ihn fallen, er muss hart auf den Boden klatschen und er muss obdachlos werden".

    Sicher, auch ich hoffe, genau wie du, dass unsere Familienangehörige "die Kurve " kriegen, aber da warte ich schon fast 10 Jahre drauf. Hier in diesem Forum lerne ich mäuseschritteweise, dass ich nur dann die Situation ändern kann, wenn auch er, bwz. in deinem Fall dein Bruder, bereit sind, Hilfe anzunehmen. Dies zu verinnerlichen, daran arbeite ich noch, mäuseschritteweise.

    Ganz viel Kraft und liebe Gruß

    Loewenmama

    Loewenmama, ich drück Dich und fühle so mit Dir! Dein Sohn und mein Bruder ähneln sich so sehr! Auch mein Bruder hat in seinem Leben schon soo viele Handys an die Wand geworfen. Jedes Mal, wenn man ihm was sagt, was ihm nicht passt, zerdeppert er eins.

    Weihnachten war bei uns sowieso immer ein Problem. Meine alkoholkranke Mutter hat sich immer passend zu den Feiertagen volllaufen lassen und meiner Oma und mir, die sich so sehr auf Weihnachten gefreut haben, alles verdorben. Mein Bruder genauso. Weihnachtslieder durfte man bei ihm auch nie anmachen, dann ist er teilweise einfach abgehauen. Die letzten Jahre ist er dann auch nicht mehr eingeladen worden, auch weil er die Lebensgefährtin meines Vaters auch immer wieder übelst beschimpft hat und sie ihn gar nicht mehr um sich haben will.

    Liebe Ladyinred,

    lass dich mal gaaanz doll drücken und danke für deine lieben Worte.

    Mir hilft eine Angehörigengruppe alle 2 Wochen ein klein wenig. Das Programm mit den 12 Schritten habe ich ausprobiert und fühle, dass es nichts für mich ist. Aber vielleicht für dich?

    Herzlichst

    Loewenmama

    Hast du vielleicht irgendwelche Ideen, wie du deine Vater und deinen Bruder „trennen“ könntest?

    Wenn du ausreichend inneren Abstand hast, es dich gesundheitlich nicht belastet, du ruhig schlafen kannst… Dann ist es völlig Okay, wenn du deinen Vater in seinem Elend begleitest. Aber ist das wirklich so? Schadest du nicht auch dir und verlierst wertvolle Lebenszeit mit einem aussichtslosen Kampf?

    Ich selbst habe so viel Lebenszeit vergeudet und mache dies noch immer, sobald ich mich von dem Thema gefangen nehmen lasse.

    Am liebsten möchte ich jeden schütteln und ihm ins Gesicht brüllen, dass er so weit weg laufen soll wie er kann ☺️ Das hilft natürlich auch nicht weiter… Aber ab und an mal innerlich zur Ordnung rufen und gucken, dass man selbst weniger Schaden nimmt… das mache ich mit mir selber, also kann ich es auch bedenkenlos als hilfreich weiter empfehlen!

    Einen lieben Gruß, Lea

    Hi,

    dass der alte Vater de kranken Bruder nicht losslassen "kann", das kann ich mir lebhaft vorstellen. Kind bleibt Kind, egal wie alt es ist und wie soll man das einem älteren Herren, der sich um die Sorge um das kranke Kind umbringt, beibringen??

    LG

    Loewenmama

    Hast du vielleicht irgendwelche Ideen, wie du deine Vater und deinen Bruder „trennen“ könntest?

    Wenn du ausreichend inneren Abstand hast, es dich gesundheitlich nicht belastet, du ruhig schlafen kannst… Dann ist es völlig Okay, wenn du deinen Vater in seinem Elend begleitest. Aber ist das wirklich so? Schadest du nicht auch dir und verlierst wertvolle Lebenszeit mit einem aussichtslosen Kampf?

    Ich selbst habe so viel Lebenszeit vergeudet und mache dies noch immer, sobald ich mich von dem Thema gefangen nehmen lasse.

    Am liebsten möchte ich jeden schütteln und ihm ins Gesicht brüllen, dass er so weit weg laufen soll wie er kann ☺️ Das hilft natürlich auch nicht weiter… Aber ab und an mal innerlich zur Ordnung rufen und gucken, dass man selbst weniger Schaden nimmt… das mache ich mit mir selber, also kann ich es auch bedenkenlos als hilfreich weiter empfehlen!

    Einen lieben Gruß, Lea

    heute wurde mir in der Angehörigengruppe "In Liebe Loslassen", "Resilienz" sowie "Achtsamkeitstraining" empfohlen. Hilft nur nicht sofort, aber immerhin ein kleiner Ansatz.

    LG

    Loewenmama

    In der Hoffnung, daß es Dir hilft, Löwenmama, schreibe ich diese Zeilen. Ich fühle mit Dir. Du stehst hilflos und ohnmächtig daneben. Eigentlich müßte die Kavallerie, sprich Polizei oder das Ordnungsamt da einreiten. Wenn er wirklich eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt, müssen die Dir eigentlich helfen.

    Paß nur gut auf Dich auf und gönne Dir auch mal ein paar schöne Momente. Sein Leben fährt er gerade vor die Wand; laß nicht zu, daß er Dich mit in den Abgrund reißt.

    Moin,

    Weder die Firma Blauweiß noch das Ordnungsamt greifen ein. Bei sich zu Hause kann er verloddern (verwahrlosen) wie er will. Einige Ausnahme: wenn aus dem WC oder aus der Küche Kakerlaken in den Hausflur laufen bwz. wenn Schimmel auftaucht. Dies jedoch sieht ja keiner.

    Ein Gespräch heute in einer Angehörigengruppe hat mir dies bestätigt.

    Danke fürs Mutmachen:-)

    LG

    Loewenmama

    Liebe Foris,

    liebe Grüße erst einmal an euch alle.

    Es wird immer schlimmer und ich habe Schwierigkeiten, abzugrenzen. Mein Sohn geht den Bach herunter, körperlich und psychisch. Er ist ja nicht nur nasser Alkoholiker, sondern konsumiert auch Drogen. Gestern habe ich ihn kurz besucht, ein Handy hat er nicht mehr. Jedes Handy, was ich ihm besorgt hatte, damit er wenigstens im Notfall den Arzt anrufen kann oder mal eine Whatsapp senden kann, wird von ihm spätestens nach 14 Tagen in einem Wutanfall an die Wand geworfen. So wie das letzte auch, also ist er weder mobil noch über whatspp erreichbar. Das bedeutet auch, dass er für die Behörden auch nicht mehr erreichbar ist, aber diese können ja mailen. Gesundheitlich geht es ihm miserabel, starkes Schwitzen, sehr starker Körpergeruch, offene Biederdosen in der Wohnung. Ich mochte nichts sagen.

    Er bat mich, seine Wäsche (der Wäschestapel türmt sich schon seit min. 6 Monaten) mit zu mir zu nehmen und zu waschen, er "schaffe es nicht". Ich habe abgelehnt. Da wurde er wieder richtig wütend. Eine Waschmaschine hat er ja und den Fehler, 15 Maschinen wieder für ihn zu waschen, mache ich nicht mehr.

    Ich hatte noch eine uralte Handymöhre, die habe ich da gelassen, damit er wenigstens telefonieren kann. Ich weiss, das ist ein Fehler, er muss sich selbst darum kümmern. Er hat bestimmt aufs ganze Jahr gerechnet 500 Euro an Handywert an die Wand geschmissen.

    Heute hat mich meine erwachsene Tochter besucht und mit mir über die Weihnachtsfeiertage gesprochen. Sie will ja ihren Vater am Heiligabend besuchen und am 1. Feiertag zu mir. Das bedeutet ja, dass mein Sohn die ganzen Feiertage alleine in seiner Bude hocken wird. Ich möchte ihn ja gerne einladen zu mir, aber ich weiss, dass er nicht kommen wird, da es mal handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen ihm und meinem Mann gab (mein Sohn hatte meinen Mann eine Ohrfeige gegeben).

    Die Tatsache, dass mein Sohn dann über die Feiertage und Silvester alleine sein wird, läßt in mir Gefühle der Angst, Ohnmacht und Verzweiflung hochkommen. Ich habe jetzt schon Angst.

    Danke, dass ich das hier lassen darf.

    LG

    Loewenmama