Oder hast Du Dich stark gefühlt, als Du den Rückfall hattest?
Und noch ergänzend zu Deinen Worten: DARF... Klar darfst Du Alkohol trinken. Aber Du willst
es ja nicht. Also kannst Du auch keinen Druck aufbauen.
Klingt logisch, ist es auch!
Hallo
Elly,
seit
dem ich mich vor ca. 1 ½ Jahren vom Alkohol trennte, trank ich
keinen Alkohol mehr und irgendwie kann ich mir das auch nicht mehr
richtig vorstellen, wieder
welchen zu trinken.
Ich
begriff, daß Alk. außer einer Betäubung keinerlei Veränderung
hervorruft.
Vielleicht
mache ich es mir auch recht einfach, ich glaube einfach nicht daran.
Ich glaube nicht daran, daß das Suchtgedächtnis mein Handeln
bestimmt, bestimmen könnte, ich glaube daran, daß ich frei
entscheiden kann, daß ich einen freien Willen habe, genau so wie ich
mich in bestimmte (Stress-)Situationen hineinsteigern kann, kann ich
diese auch unterbinden, gar nicht zu lassen und
das mache ich bewusst, ich beschäftige mich damit und unterdrücke
sie nicht nur.
Wenn
ich (vor irgend etwas) Angst habe, kann ich mich hineinsteigern oder
mich damit beschäftigen und die Angst verlieren, weil ich es
begreife, die Zusammenhänge verstehe.
Als
Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit, befeuert von allerlei
Märchen und Gruselgeschichten, ich wußte nicht, was da draußen
in der Dunkelheit alles auf mich lauert und mir böses will …
Hexen, Gnome, der schwarze Mann, der böse Wolf?
Als
ich älter wurde, wissender, verlor ich die Angst, ich begriff, die
Angst wohnt nur in meinem Kopf, in meinen Vorstellungen. In der
Schule gab es Nachtwanderungen … oh wie viele hatten da Angst …
doch wir lernten, damit umzugehen, lernten, da kommt kein böser
schwarzer Mann, kein böser Wolf.
Beim
Alkohol war es ähnlich, ich lernte damit umzugehen, wenn ich mich
davon fernhalte, kann mir nichts passieren, ich begriff, Alk. ist
schädlich, schadet mir, macht mich krank, sogar unberechenbar.
Eigentlich ganz einfach.
Im
Gehirn reagieren div. Rezeptoren positiv, auf die durch Drogengabe
ausgeschütteten Botenstoffe, wir fühlen uns wohl, entspannt. Je
mehr zugeführt wird, desto mehr Rezeptoren werden gebildet, um
möglichst viele Botenstoffe aufzunehmen (Gewöhnungseffekt). Fallen
die Botenstoffe weg (Entzug), wird`s erst Mal kritisch, doch auch
daran gewöhnt man sich, mit der Zeit.
Viele
unterschätzen die „Macht der Gedanken“ … ich kann mir immer
wieder einreden, daran festhalten, meine Angst schüren oder mich mit
dem Thema beschäftigen und meine Angst verlieren und verstehen, das
benötigt Zeit. Das bedeutet natürlich nicht die Gefahren zu
ignorieren und leichtsinnig oder gar übermütig zu werden.
Wenn
ich weiß, daß mein Suchtgedächtnis
sich mit der Zeit verändert und glaube (!) ich
daran
, wird das auch möglich sein, wenn ich aber nicht daran glaube
(besser das Wissen ignoriere) werde ich wohl ewig mit der Angst, dem
Druck leben müssen.
Ähnlich
wie mit der Angst vorm schwarzen Mann oder der Dunkelheit.
Warum
beschäftige ich mich überhaupt damit?
Ich
will zufrieden trocken bleiben. Nur
mit viel verbieten oder Verzicht, Fernhalten, macht es mich auf Dauer
nicht froher.