Beiträge von achelias

    Zitat

    Wie alt bist du, achelias, wenn ich fragen darf? Du musst schon wie ich viel durchgemacht und bereits stark ergraut sein! Aus dir, wie aus eigentlich allen Usern hier sprechen keine "jungen Seelen", sondern alte, durch schwere Schicksalsschläge gekennzeichnete Menschen, die anscheinend nicht mehr viel vom Leben zu erwarten scheinen, dennoch die Hoffnung auf eine kleines Wunder noch nicht ganz aufgegeben haben. Aber vielleicht sollten wir gerade letzteres tun, die Hoffnung aufgeben, weil diese Hoffnung ein kleiner Tod ist. Ich werde jetzt meinen Hund nehmen und spazieren gehen, die Wärme der letzten Herbstsonnenstrahlen genießen und hier die Hoffnung wagen, dass der nächste Frühling schnell kommt und wir alle noch viele schöne Stunden, Tage, Monate und Jahre genießen dürfen.

    Hallo Seepferdchen2022,

    ich bin 6 Jahre jünger. Ja, ich habe schon einiges erlebt. Schwere Schicksalsschläge hatte ich nicht, ich selbst, traf einige unüberlegte Entscheidungen.

    Ich weiß, wenn ich nichts ändere, wird es niemand für mich tun!

    Den Traum vom Lottogewinn gab ich schon lange auf, ich bin für mich verantwortlich. Nun kann ich untätig auf das Bestattungsunternehmen warten oder die verbleibende Zeit nutzen. Klingt doof , is` aber so.

    Hallo mollyfisch,

    ich, Alkoholiker, habe meinen Partner sicherlich geliebt, es gab bestimmt Phasen (!), wo es so war.

    Aber mal ehrlich, verhalten habe ich mich nicht so, im Gegenteil, nix mit Achtung, Verständnis und Toleranz,

    Miteinander, das Gegenteil war der Fall.

    Traue deinem Gefühl, deinen Sensoren, deinem Verstand.

    Was hat das mit dir zu tun?

    Nur weil ich nicht sooo sehr betroffen bin, interessiere ich mich, will die Sucht verstehen.

    Sätze wie: „Es ist die Sucht.“ oder „Sie ruht nur in irgendwelchen Hirnregionen.“ = fertig, bum, aus … mag zwar vielen genügen, mir aber nicht.

    Ich bin nicht mehr abhängig, habe kein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten alkoholischen Erlebniszustand. Mein Verstand behält die Oberhand, genau den will ich wach halten und da hilft mir das Verstehen der Zusammenhänge, der Ursachen.

    Viele können das auch so, ohne „Grundlagenforschung“ , die setzen auf Zeit und den Suchtdruck unterdrücken, ich will aber den Suchtdruck vermeiden.

    Jetzt gebe ich schon wieder mir die Schuld, aber die Gedanken habe ich eben. Da muss ich dran arbeiten.

    Genau von diesem Gedanken mußt du dich trennen.

    Dein Mann wählt immer wieder den gleichen Weg. Wenn er nicht will, kannst du dir wünschen was du willst, hoffen, beten oder dir die Haare raufen, du änderst nichts.

    Erst auf deinen Druck hin ging er zur Entgiftung, kaum war der Druck weg, ging es wieder von vorn los. Das wird auch ewig so weiter gehen.

    Entweder änderst du etwas oder er.

    Du kannst nicht für deinen Mann entscheiden, das kann nur er selbst.

    Hallo mollyfisch,

    in einem Beitrag von dir las ich:

    "Natürlich kommt der Gedanke auf vielleicht in einem oder zwei Jahren, vielleicht bekommt er es in den Griff und ja vielleicht. "

    Ich der Alkoholiker, wurde erst „wach“ als ich allein war, wohl der berühmte Tiefpunkt.

    Nicht sofort! Nachdem man sich von mir trennte, soff ich ca. 1 Jahr weiter, richtig – ich mußte mich nicht mehr zusammenreißen, musste keine Rücksicht nehmen, erlag meiner eigenen Jämmerlichkeit und ertrank sie im Alkohol.

    Das ist wohl die eigentliche Krankheit, ich war völlig realitätsfern, erkannte nicht die Ursache meiner Lage, ich wollte mich nur gedanklich von meinem Jammer lösen, alles verdrängen und das tat ich, indem ich mich täglich (!) zudröhnte.

    Vielleicht wird dein Mann irgendwann ein Mal „wach“ , vielleicht macht es bei ihm irgendwann „klick“ , vielleicht …

    Ich änderte mich erst als sich mein Umfeld änderte, als alles weg war!

    Vielleicht bin ich ein Einzelfall, doch wenn ich die vielen Geschichten von Angehörigen und Alkoholikern höre, weiß ich, das es die Norm ist: erst nach meinem totalen Niedergang/ Tiefpunkt, hörte ich mit dem Trinken auf.

    Viele, nun trockene Alkoholiker, beschönigen selbst diese Wahrheit, die Scham ist auch im Nachhinein noch übermächtig „… sooo schlimm war ich ja doch nicht“ höre/ lese ich immer wieder heraus, alle begangenen Verletzungen werden verharmlost.

    Vielleicht irre ich mich auch.

    MfG

    Hallo SoLa,

    ich bin erst seit ca. 1 ½ Jahren abstinent, die Kurve in Bezug auf Alkohol bekam ich.

    Unterstützung hatte ich keine. Ich weiß auch nicht so recht, wie man mich hätte unterstützen können.

    Was sollen meine Familie, Freunde tun, außer mich nicht mit Alkohol konfrontieren oder mich eben nicht zu alkoholgeschwängerten Veranstaltungen zu überreden?

    Ich allein kann entscheiden, ob ich Alk. trinke oder nicht!

    Alkohol in der Wohnung ist tabu, Selbstschutz (wenn ich mir unsicher bin) hat oberste Priorität. In einer Klinik war ich nicht.

    Wie sieht es bei dir mit Suchtdruck aus?


    MfG

    Ich glaube, Du beschäftigst Dich zu sehr mit diesem Thema.

    Ich glaube auch!

    Ich versuche mir alles bis ins Kleinste zu erklären, den Ursachen auf dem Grund zu gehen und mich nicht nur mit den Wirkungen auseinander zu setzen und diese ggf. zu bekämpfen.

    Versuche mir ein Selbstbewusstsein aufzubauen, durch logische Herleitungen, durch Begreifen, nur Vermeiden oder Ablenken genügt mir nicht, ich versuche in die Tiefe zu gehen. In einer realen SHG, fiel mir auf, daß daran kaum Interesse besteht ... alles zu kompliziert, zu weit hergeholt, nicht nachvollziehbar (für die meisten). Viel lieber wird über Suchtdruck geredet und wie man ihn bekämpfen kann, nicht wie man die Ursachen beseitigt, es zumindest versucht.

    Das vergeht alles mit der Zeit, höre ich immer wieder. Stimmt bei einigen vergeht es auch, einfach so. Doch bei einer Vielzahl vergeht es eben nicht, die kämpfen, wenn nicht täglich, zumindest wöchentlich und kommen sie in eine brenzliche (konfliktreiche) Situation, kündigt sich besagter Saufdruck an, als scheinbare Lösung.

    Zitat

    Wenn es so ist, wie Du Dir denkst, dann hake das Thema doch ab. Du trinkst keinen Alkohol mehr,

    Du willst keinen mehr trinken und Du brauchst keinen Alkohol. Also Haken dran.

    Also Haken dran.

    Oder hast Du Dich stark gefühlt, als Du den Rückfall hattest?

    Und noch ergänzend zu Deinen Worten: DARF... Klar darfst Du Alkohol trinken. Aber Du willst

    es ja nicht. Also kannst Du auch keinen Druck aufbauen.

    Klingt logisch, ist es auch!

    Hallo Elly,

    seit dem ich mich vor ca. 1 ½ Jahren vom Alkohol trennte, trank ich keinen Alkohol mehr und irgendwie kann ich mir das auch nicht mehr richtig vorstellen, wieder welchen zu trinken.

    Ich begriff, daß Alk. außer einer Betäubung keinerlei Veränderung hervorruft.

    Vielleicht mache ich es mir auch recht einfach, ich glaube einfach nicht daran. Ich glaube nicht daran, daß das Suchtgedächtnis mein Handeln bestimmt, bestimmen könnte, ich glaube daran, daß ich frei entscheiden kann, daß ich einen freien Willen habe, genau so wie ich mich in bestimmte (Stress-)Situationen hineinsteigern kann, kann ich diese auch unterbinden, gar nicht zu lassen und das mache ich bewusst, ich beschäftige mich damit und unterdrücke sie nicht nur.

    Wenn ich (vor irgend etwas) Angst habe, kann ich mich hineinsteigern oder mich damit beschäftigen und die Angst verlieren, weil ich es begreife, die Zusammenhänge verstehe.

    Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit, befeuert von allerlei Märchen und Gruselgeschichten, ich wußte nicht, was da draußen in der Dunkelheit alles auf mich lauert und mir böses will … Hexen, Gnome, der schwarze Mann, der böse Wolf?

    Als ich älter wurde, wissender, verlor ich die Angst, ich begriff, die Angst wohnt nur in meinem Kopf, in meinen Vorstellungen. In der Schule gab es Nachtwanderungen … oh wie viele hatten da Angst … doch wir lernten, damit umzugehen, lernten, da kommt kein böser schwarzer Mann, kein böser Wolf.

    Beim Alkohol war es ähnlich, ich lernte damit umzugehen, wenn ich mich davon fernhalte, kann mir nichts passieren, ich begriff, Alk. ist schädlich, schadet mir, macht mich krank, sogar unberechenbar. Eigentlich ganz einfach.

    Im Gehirn reagieren div. Rezeptoren positiv, auf die durch Drogengabe ausgeschütteten Botenstoffe, wir fühlen uns wohl, entspannt. Je mehr zugeführt wird, desto mehr Rezeptoren werden gebildet, um möglichst viele Botenstoffe aufzunehmen (Gewöhnungseffekt). Fallen die Botenstoffe weg (Entzug), wird`s erst Mal kritisch, doch auch daran gewöhnt man sich, mit der Zeit.

    Viele unterschätzen die „Macht der Gedanken“ … ich kann mir immer wieder einreden, daran festhalten, meine Angst schüren oder mich mit dem Thema beschäftigen und meine Angst verlieren und verstehen, das benötigt Zeit. Das bedeutet natürlich nicht die Gefahren zu ignorieren und leichtsinnig oder gar übermütig zu werden.

    Wenn ich weiß, daß mein Suchtgedächtnis sich mit der Zeit verändert und glaube (!) ich daran , wird das auch möglich sein, wenn ich aber nicht daran glaube (besser das Wissen ignoriere) werde ich wohl ewig mit der Angst, dem Druck leben müssen.

    Ähnlich wie mit der Angst vorm schwarzen Mann oder der Dunkelheit.

    Warum beschäftige ich mich überhaupt damit?

    Ich will zufrieden trocken bleiben. Nur mit viel verbieten oder Verzicht, Fernhalten, macht es mich auf Dauer nicht froher.

    Hallo Lars,

    deine Beweggründe kann ich nachvollziehen.

    Auch ich machte mir jahrelang etwas vor. Nach meinem Fahrerlaubnisentzug (ebenfalls Wiederholungstäter) ging ich sehr lax mit meinem Alkoholkonsum um, es gipfelte irgendwann in einem Totalausfall, ich trank nur noch, ich war nicht nur „Mal“ auffällig, sondern täglich besoffen, über ein Jahr lang.

    Ja ich bin ein sehr gutes schlechtes Beispiel.

    Nun bist du schon ein Jahr trocken, wie geht es dir damit? Hast du Verlangen Alkohol zu trinken, stört es dich wenn in deinem Umfeld getrunken wird?

    Trinkst du nicht der MPU wegen oder … ?

    MfG

    ... Aber wenn Du Dich doch täglich betäubt hast wegen deiner Hilflosigkeit……..dann muss dir doch trotzdem den Fehlverhalten bewusst gewesen sein……?

    Mein Mann geht saufen da ich ja mal wieder gemeckert habe usw…… geht total geladen weg und kommt besiegen nachhause als ob nichts war………ich glaube da sind die Hirnzellen schon teilweise weg……..😞😞

    Bewusst … Fehlverhalten … überhaupt nicht! Nicht die Spur. Wenn ich mich immer wieder betäube, berausche, ist „das Bewusst“ auch sehr schnell betäubt.

    Ich weiß, sehr schwer vorstellbar und doch wahr. Ich weiß selbst nicht, wie ich es erklären soll … wenn man mit schizophren, psychotisch nichts anfangen kann, dann vielleicht wirklichkeitsfern, in einer anderen Realität lebend, verrückt vom Alkohol, völlig benebelt.

    Ich dachte nicht mehr, wie ich zuvor dachte, ich machte mir die Welt, wie sie mir gefällt, ich konnte gar nicht mehr anders oder wollte es nicht, ähnlich einem trotzigem Kind, das nur noch seinen Willen durchsetzen will, völlig unempfänglich für andere Meinungen.

    Vielleicht solltest du ich mal mit der Wirkung mit psychoaktiven Substanzen (Alk. gehört auch dazu) beschäftigen, um eine vage Vorstellung zu bekommen, was alles möglich ist.

    Jeder reagiert anders, ich kann nur von mir berichten, nach außen schien ich normal, aber im Hirn war einiges sehr durcheinander, ähnlich einem Junkie, da kann man auch nur vermuten, was da nicht richtig funktioniert, das Urteilsvermögen ist beeinträchtigt, die Wahrnehmung, das Empfinden, die Gefühle sowieso.

    Auch nach dem Absetzen des Stoffs bleibt es noch eine Weile so (zumindest bei mir war es so), Gehirnzellen wurden über Jahre hinweg mit diffusen Informationen (Sucht-Glücklichmachern) trainiert, fehlen diese, gerät das System ordentlich durcheinander, das braucht schon eine gewisse Zeit, bis es sich wieder erholt, halbwegs. Die körperliche Entgiftung ist nur der Anfang, das Hauptproblem ist, die Sucht (positive Verknüpfung im Hirn) wieder loszuwerden, das ist die eigentliche, schwierigste Arbeit. Dazu benötigt es nicht nur Einsicht, sondern auch Wille, die Stärke, Kraft es durchzustehen.

    Ein „Fehlverhalten“ ist sicherlich vielen bewusst, doch sie können nicht widerstehen, das Hirn verlangt immer wieder nach diesen Sucht-Glücklichmachern, das ist die Krankheit.

    Hallo Pamela 71,

    als ich noch trank, bemerkte ich gar nichts. Das kann ich heute behaupten. Ich bemerkte nicht, was ich alles zerstörte.

    Ich lebte in meiner eigenen Welt, ich der funktionierende Alkoholiker, ich hatte immer Recht, legte mir alles so zurecht, daß alles für mich (!) stimmte, diskutierte alle in Grund und Boden und bekam es gar nicht mit, daß sich mein Umfeld langsam zurückzog, mich mied.

    Fast schon dem Größenwahn nahe, konnte ich alles, wußte alles und hatte immer die „besten“ Ideen. Schizophren, psychotisch? So etwas in der Art wird es wohl gewesen sein.

    Ich und Alkoholiker, gar alkoholkrank, das konnte gar nicht sein, zugegebener Weise trank ich ein „bisschen“ viel und oft, doch mehr auch nicht. So meine damalige Meinung.

    Auf der einen Seite hatte die die Schnauze voll, von allem und jedem, auf der anderen betäubte ich meine Hilflosigkeit täglich mit Alk. .

    Ich gab immer die Schuld den Anderen und kam nie auf die Idee, daß ich es war, der alles verschlimmerte, ich leugnete meinen Alkoholkonsum und trank heimlich, im stillen Kämmerlein

    Ich war an einem Punkt, wo ich jede Hilfe ablehnte, ich gar nicht erkennen konnte, daß ich Hilfe benötigte. Völlig irre.

    Ich hatte mich extrem verändert.

    ... dass sich ein Rückfall ankündigt, man es selbst aber vielleicht erst gar nicht merkt. Zum Beispiel stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Erst vielleicht wegen etwas ganz anderem und dann darüber, dass man nichts mehr trinken "darf". Oder man ist zu euphorisch und selbstsicher und denkt ach so ein kleines Bier geht sicherlich. ...

    nichts mehr trinken "darf" …

    Ich darf es nicht – ein Verbot, tu` ich es trotzdem, belohne ich mich … nur ein bisschen … nur ein winziger Schluck … oder ein Eis mit Eierlikör, impliziert mir, einen Rückfall – ich bin verloren, die Sucht (!) hat mich wieder in den Fängen, und, noch schlimmer … bei nächsten Mal wird es noch viel schwieriger …

    Wenn ich so denke, mache ich es mir unnötig schwer, ich setze mich unnötig unter Druck, Druck verursacht Stress, Alkohol entspannt – na prima, ich habe genau das erreicht, was ich nicht wollte.

    Bloß nicht.

    Das würde ja bedeuten, je öfter ich „schwach“ geworden bin, desto öfter halte ich mir vor, daß ich es nicht schaffe, die Kraft abnimmt. Sehr demotivierend.

    Sobald das Leben etwas schwieriger wird, man unzufriedener und unglücklicher wird, sollte man sich in Erinnerung rufen, daß Alk. absolut nichts verändert.

    Aber zurück zu meiner Frage:

    Ich lese hier immer wieder: Ein Rückfall kündigt sich an.

    Wie tut er das, worauf muß ich achten??

    ... Aber liebe kaffeetante, es ist manchmal so, das nicht sein kann, was nicht sein darf! Der eigene Vater Alkoholiker? Nein, das darf nicht sein...man müsste sich ja schämen...oder Gedanken drüber machen...

    Das Schlimmste ist, seine eigene Machtlosigkeit anzuerkennen.

    Meine Oma ist da auch ein gutes Beispiel, anfangs Heimlichtrinkerin, man sah ihr nie wirklich an, daß sie ein Alkoholproblem hatte.

    Bei Feiern, Geburtstagen immer gut angetrunken, die gesamte Familie „verniedlichte“ alles und bestritt ein Problem. Niemand wollte es sehen, was bereits offensichtlich war, ich gehörte auch dazu.

    Mein Opa, redete, hoffte, schimpfte und gab letztendlich auf, er konnte meine Oma nicht dazu bewegen mit dem Trinken aufzuhören.

    Mein Opa beschwerte sich nie, holte sich nie Hilfe, fand sich mit der Realität ab und versuchte den Anschein nach außen aufrecht zu erhalten und arrangierte sich mit der Situation, seiner Machtlosigkeit.

    Nach einem überstandenen Weltkrieg und über 40 Jahren Ehe irgendwie verständlich.

    Auch der übrige Teil der Familie (die Familie meines Onkels) verlor nie ein Wort darüber, erst als Oma und Opa verstorben waren, wetterte meine Tante, wie schlimm das alles war, berichtete wie oft (!) meine Oma total besoffen war und von der Hilflosigkeit des Opas (beide Großeltern waren schon 70+). Erzählte, wie oft sie vom überforderten Opa zu Hilfe gerufen wurde.

    Meine Familie bekam davon wenig mit, wir wohnten 300km entfernt, oder verdrängten es (?).

    Es gibt immer ein Aber. :wink: Aber ob das sinnvoll ist?

    Das frage ich mich auch immer wieder.

    Ich habe mich für ein alkoholfreies Leben entschieden, aus Gründen, die wohl alle nachvollziehen können, Alkohol verändert eben absolut nichts zum Guten, im Gegenteil, ich betäube mich nur, mein Umfeld, die Realität veränderte sich absolut nicht.

    Das ist mir klar. Mit diesem Wissen/ Bewusstsein schließe ich ein erneutes Trinken aus. Ich weiß, jetzt wieder Alkohol trinken und ich kann völlig einpacken.

    Die Frage bleibt, kämpfst du gegen Saufdruck, bist du „wankelmütig“ oder hast du Furcht, daß dein Umfeld (Arbeitgeber u.a.) etwas von einer Therapie mitbekommt oder macht dir das ein Problem „das unwiederrufliche Eingeständnis, dass ich gescheitert bin. „ , wenn du eine Therapie beginnst?

    Ich scheiterte im Umgang mit Alkohol! Ich glaubte/ gaukelte mir vor, ich hatte alles im Griff, das Gegenteil war der Fall. Ähnlich Münchhausen, zog ich mich selbst aus dem Sumpf. Mein Glaube (keine Religion!), mein Wissen/ Willen führte mich zur Abstinenz, anderen hilft die Unterstützung einer Therapie – sehr individuell, stimmt.

    Wenn du der Meinung bist eine Therapie könne dir helfen, tu` das bitte, für dich, nicht für andere. Werfe alle „Aber“ über Bord und probiere es einfach.