Wer hätte das gedacht das es nach fast 30 Ehejahren soweit kommen kann? Wir sind abgesichert, ich verdiene gut und wir können uns einiges leisten. Meine Frau ist zu Hause und kümmert sich um ihren Vater (der aber noch sehr selbstständig ist) und um´s Haus und das ganze drumherum.
Also eigentlich kein Stress und keine Sorgen möchte man meinen.
Hallo ,
Also
eigentlich kein Stress und keine Sorgen möchte man meinen.
Möchte
man meinen … leider
denke so viele Männer. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, ich
kenne eure Situation nicht.
Hast
du dich einmal in die Rolle deiner Frau hineinversetzt? Jeden Tag den
gleichen Trott und sich um den Vater kümmern (müssen) und
sonst?
Ich
trank auch.
Eigentlich
ging es mir gut, ich hatte einen gut bezahlten, abwechslungsreichen
Job, eigene Wohnung, Auto, mehr Urlaub als der Normalbürger, etc.pp.
Doch
ich vereinsamte zunehmend, nach außen hin funktionierte ich, doch
in meiner Freizeit, wußte ich nicht so recht, was ich anfangen
sollte, am Abend ein Bier oder ein Glas Rotwein, linderte diesen
Zustand sehr gut, lenkte mich prima ab, eine Art Antidepressiva.
Natürlich
nahm die Trinkmenge über die Jahre zu, wie bei jeder Droge, gewöhnt
sich der Körper daran und die Dosis muß erhöht werden, um den
gewünschten Effekt zu erzielen.
"Ich
weiß, daß
ich vielleicht ab und zu zu viel trinke, aber ich vertrage das und
ich brauche das um runterzukommen". Den Satz sagte ich sicher
auch oft.
Je mehr man mich konfrontierte, desto mehr mußte ich
runterkommen und
verschloß mich. Ich wußte keinen Ausweg, außer mich zu betäuben,
die Freude ging verloren, ähnlich deiner Frau, sah ich vieles nur
noch negativ.
Gedrückte
Stimmung, Interessenlosigkeit, Antriebslosigkeit beherrschte meinen
Tag, Alkohol war da ein gutes Heilmittel.
Ich
wußte es und kannte mein Problem.
Miteinander
reden ist wichtig, vorwurfsfrei und ohne Schuldzuweisungen.
Als
Alkoholiker (Mensch mit problematischen Trinkverhalten) reagiert man
heftig auf Schuldzuweisungen, sehr heftig, die Scham ist übergroß
und schaltet bei Bedarf die Vernunft völlig aus, man
muß sich um jeden Preis schützen, schließlich ist man ja kein
Alkoholiker...
Bei
dem Gespräch sollte es nicht um „Recht haben“ gehen oder wer
was falsch machte, sondern was will man erreichen und da sollte jedes
Mittel erlaubt sein.
Sprich
allein mit ihr (dann
hat sie nicht zwei „Gegner“),
wenn sie nüchtern ist, wenn ihr Zeit habt, nimm` dir alle Zeit der
Welt.