Beiträge von achelias

    Ich habe am Anfang immer gedacht, ich müsse mich rechtfertigen. Etwas Schlimmes erzählen. Je reumütiger ich das erzählt habe, umso dramatischer hat mein Gegenüber das aufgefasst.

    Inzwischen berichte ich sowas, wenn ich es für nötig und sinnvoll erachte, ganz nebenbei, als wäre es das Normalste auf der Welt, dass sowas passieren kann (ist es ja irgendwie auch fast).

    Und siehe da: Je unbedeutender die „Beichte“, umso unerschrockener und unaufgeregter die Reaktion.

    Hallo Hera,

    Cadda bringt es genau auf den Punkt.

    Mir ging es ähnlich, auch ich dachte immer ich müsse mich rechtfertigen bzw, irgend etwas beichten. Sehr schnell bemerkte ich, daß es niemanden wirklich interessiert, ob ich nun Alkohol trinke oder nicht. Anfangs hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, völlig unbegründet.

    Wurde mir Alkohol angeboten, lehnte ich höflich ab, wurde mir keiner (direkt) angeboten und ich griff zu Alkoholfreiem, bemerkte es auch keiner oder wunderte sich.

    Als ich meinem Arzt „beichtete“ das ich bedenklich viel soff und nun nicht mehr, fragte er nur, ob es mir Probleme bereite und als ich es verneinte, kam: „Na dann ist ja alles gut.“

    Ich bauschte ein Problem auf, wo keines war. Das hat schon ein paar Wochen gedauert, bis ich das aus dem Kopf bekam und so völlig weg, ist das nach über einem Jahr immer noch nicht.

    Mache dich nicht verrückt. Wenn du das Gefühl hast, die Krankenkasse könne dir helfen, nutze das Angebot.

    Nimm den Termin bei der TK wahr, dann kannst du immer noch entscheiden.

    Auch meine Leberwerte verbesserten sich zusehends , das erfüllte mich sogar mit Stolz.

    MfG

    Hallo Birgitt,

    du kannst nur mit deinem Mann reden.

    Er muß dir sagen, wie es mit euch weiter gehen soll.

    Ihr beide solltet einen Weg finden, gemeinsam.

    Nun kann man auf die Langzeittherapie warten und hoffen, daß dein Mann sich verändert und/oder miteinander reden.

    Es muß doch heraus zu bekommen sein, wie dein Mann sich seine/ eure Zukunft vorstellt.

    Das ist doch überhaupt das Fundament.

    Dieses ständige Herauszögern, hoffen, verändert doch nichts.

    Dein Mann ist doch kein Idiot, er kann sich doch äußern.

    Hallo MadMax,

    du hast Recht, du mußt dich in Abstinenz (vom Partner) üben.

    Du wirst bemerken, je öfter dir es gelingt, desto leichter wird es.

    Auch `ne Art Sucht, die nur bei dir im Kopf wohnt und deine Vernunft öfter vernebelt.

    Lass´ die Freundin mal eine längere Zeit ihr Ding machen und melde dich nicht, tue es für dich.

    Hallo Birgitt,

    wenn dein Mann sich vorher alles schön bzw. weg-getrunken hat, klafft nun ein großes Loch.

    Das muß man erst mal füllen. Mir ging es ähnlich in den ersten Wochen meiner Abstinenz, ich fühlte mich hilflos, mein oberstes Ziel war, mich von Alkohol fern zu halten, denn ich wußte, das dauert eine Weile, bis ich mir eine jahrelang antrainierte Gewohnheit wieder abtrainierte, ich lenkte mich ab, beschäftigte mich so gut es ging.

    Ich versuchte keine Lange Weile auf kommen zu lassen, damit die Grübelei im Kopf aufhörte.

    Wenn man nur dasitzt und nichts tut, wird man langsam doof oder depressiv, so meine Erkenntnis.

    Leider funktioniert nur „Schema F“ , Arztbesuch, Entgiftung … .

    Ich finde es auch sehr wertvoll, auf die Gefahren des Kalten Entzugs immer wieder hinzuweisen und ihn nicht zu propagieren.

    Bei einigen hat das zwar „problemlos funktioniert“, doch ist es keinesfalls empfehlenswert.

    Hartmut hat schon recht, die Entscheidung liegt beim User.

    Entweder will der Betroffene beginnen oder nicht, es liegt nur an ihm zu beginnen und erst wenn er begonnen hat, kann die Hilfe losgehen.

    Alles andere ist zwar eine tolle Verzögerungstaktik, doch mehr auch nicht.

    Jeder Alkoholiker kennt das von sich selbst … morgen … am Ende des Monats … ich kann nicht, die Katzen, die Kinder, mein Job, ich schäme mich so …

    Hallo Borussia,

    Geburtstage waren mir auch immer ein Graus, von Kind auf getrimmt, daß es ein besonderer Tag sei, daß man sich freuen soll, dann wurde etwas inszeniert, völlig am Geburtstagskind vorbei, Weihnachten empfand ich ähnlich. Na ja, die Eltern wußten es wohl nicht besser und kopierten das Verhalten ihrer Eltern, als ich rebellierte, kam der so typische Satz: wir meinen es ja nur gut.

    Ich mußte es hinnehmen, später dann, ignorierte ich es und hielt ich mich fern. Mit der Zeit wurden diese Tage zu ganz normalen Tagen und ich war froh, mich nicht wieder herausreden zu müssen.

    So wie ich es verstand, bedeutet doch triggern, der Gedanke an Alkohol verbunden mit einer positiv besetzten Empfindung.

    Wenn du dich mit deiner Vergangenheit beschäftigst und es dir hilft, verschiedene Zusammenhänge zu erkennen, ist es ein guter Weg.

    Ich kann mich nur immer wiederholen, erst als mir klar wurde, daß Alkohol eben alles andere als Positives erzeugt, ließ diese Triggerei allmählich nach..

    Über Jahre aufgebaute Verhaltensmuster, wurden langsam abgebaut, ich fragte mich immer wieder: was verändere ich, wenn ich Alkohol trinke, außer daß ich zu verwirrten Person werde.

    Das half mir unheimlich.

    Und das Schönste ist, ich kann es frei entscheiden.

    Hallo Musicus,

    ich sehe bei dir viele Parallelen zu mir, auch ich wollte den Absprung so „locker“ schaffen.

    Aussagen wie „mehr oder weniger starken Konsum von jeglicher Art von Alkohol, will ich die Bremse ziehen“ machte ich auch, von Scham gebeutelt, eierte ich herum, redete ich es mir schön, vor allen vor mir selbst, auch vor meinem Arzt.

    Ich ertappte mich oft dabei, viele Gründe zu finden.

    Ich wußte, daß mein Konsum mehr als bedenklich war, in den letzten Jahrzehnten. An den letzten wirklich alkoholfreien Tag, konnte ich mich kaum noch erinnern. Ja, vor 15 Jahren war ich einmal 1 Jahr trocken.

    Die Grundbausteine für ein nüchternes Leben sind ein sehr guter Leitfaden.

    Ich muße etwas tun – permanenter Alkoholverzicht.

    Bei mir funktionierte es, es gibt keinen anderen Weg.

    Ich tat es, am Anfang fiel es sehr schwer, ich musste mich unheimlich zusammenreißen.

    Wenn du nicht anfängst, den ersten Schritt tust, wird es keiner tun.

    MfG

    Hallo Hera,

    du hattes (hast) ein Problem mit Alkohol, nun trinkst du nicht mehr und damit du es stabilisieren kannst, gehst du zur Reha, holst dir Hilfe, damit du nicht völlig abdriftest.

    In meiner Familie fand ich vollstes Verständnis und viele ahnten es schon lange, daß ich bedenklich viel trank, nur trauten sie sich nicht, etwas zu sagen, ich fand viel Zuspruch, fast schon Erleichterung, daß ich es endlich kapiert hatte.

    Hallo Welsh-Dragon,

    schön, daß du noch dabei bist!

    Auch ich, sonst immer ein dünner Hering, muß mittlerweile aufpassen, daß ich keine allzu große Wohlstandskugel bekomme und die noch kleine, wieder weg.

    Schokolade und Kuchen hat auch bei mir zugenommen (seitdem ich trocken bin), ich mußte mich zum kontrollierten Verzehr nötigen, sonst geht die Hose nicht mehr zu. :?

    Mit zunehmendem Alter ist es ja leider schwieriger Muskelgewebe aufzubauen, zu erhalten.

    Viel Spaß beim sporteln!

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Alkoholkonzentration im Blut zu berechnen, Widmark ist nur eine. Natürlich gibt es da Abweichungen, wie es auch Abwechungen bei jedem Menschen gibt, Stoffwechsel, Körperfettanteil (Männer, Frauen), Art der Nahrungsaufnahme etc.pp. .

    Aber ist das wichtig? Ob man weiß, ob er Partner nun 1,2 oder 0,8 Promille im Blut hat? Bei der Bemessung einer Strafe bestimmt.

    Dein Mann trinkt, das ist doch das Problem, wäre es wenig, wäre es kein Problem.

    Es ist eine Frage des Bewußtseins und nicht der BAK (Blutalkoholkonzentration).

    Warum muß denn immer erst etwas passieren, bevor man (der Betroffene) etwas tut?

    Natürlich ist die Gefahr unter Alkohleinfluss immer größer.

    An Alk verschwende ich gar keine Gedanken, da besteht aktuell keine Gefahr.

    Hallo Hanseat,

    mir geht es ähnlich. Im Nachhinein betrachtet, bin ich immer wieder erstaunt und begeistert, wie leicht es mir mittlerweile fällt und wie gut es mir dabei geht. In der Anfangszeit meiner Trockenheit, war es noch Krampf, Aushalten, Verzicht, heute wundere ich mich über mich selbst.

    Aber mal ne Grundsätzliche Frage...... wie habt ihr das gemacht mit Alk und Arbeit ? Habt ihr unter der Woche getrunken und ward ihr auf 0 % am Morgen ?

    Ja, ich trank auch in der Woche und war mit Sicherheit nie auf 0 Promille am nächsten Morgen, zwar fühlte ich mich immer fit am nächsten Morgen, nach jahrelangem Training (Alkohol) kein Wunder, doch hätte ich blasen müssen, wäre die Fahrerlaubnis sehr schnell eingezogen worden!!!

    Über 10 Jahre funktionierte es bei mir.

    Mit der Widmarkformel kann man sehr gut den Promillegehalt ausrechnen, subtrahiert man dann noch den stündlichen Abbau in der Nacht, weiß man ziemlich genau, viel Promille man am nächsten Morgen hat.

    Man schätzt ca. 600 bis 1000 unentdeckte Alkoholfahrten pro 1 entdeckten Fahrt.

    Das Schlimme ist, nur der Trinkende kann etwas dagegen tun.

    Danke, ja an dem Punkt trenn ich mich ? war ich auch schon.......das Problem ist: Hab ich schon versucht, ist im aktuell alles egal.......

    wenn ich sag ich will die Trennung, sagt er.......wenn du das willst dann geh .....ich will es nicht.

    Was willst dann?

    Er soll aufhören zu trinken, macht er nicht.

    Und nun? Auf ein Wunder warten, göttliche Heerscharen?

    So unsäglich, das alles ist, so weh es auch tut, es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder dafür oder dagegen.

    Zitat

    Man muss nur lang genug suchen, dann findet man die Tür die einem weiter hilft, die Erfahrung hab ich immer wieder gemacht und deshalb bin ich hier ! um zu sehen welche Tür ich noch nicht gefunden hab.

    Ich suchte auch, mehrere Jahrzehnte, bis ich die Tür fand.

    Eigentlich kannte ich diese Tür schon sehr lange, ich wagte nur nicht, sie zu öffnen und hindurchzuschreiten.

    Je mehr ich bei den nichttrinkenden Betroffenen lese, desto häufiger, stellt sich auch mir die Frage:

    -Helfen oder nicht helfen?

    -Sich trennen oder weiter erdulden?

    -Wie lange den gegenwärtigen Zustand ertragen?

    Und wenn helfen/ unterstützen, wie lange??? 1 Monat, ein Jahr, 10 Jahre?

    Oft lese ich Sätze wie: „Hoffnung kann so unendlich groß sein und auch etwas bewirken oder ich liebe ihn ja“ u. ä. .

    Alles schön und gut … nebenbei wird der nichtrinkende Partner zum Wrack, von den Kindern ganz zu schweigen.

    Sobald Gefühle ins Spiel kommen, setzt die Vernunft aus, das wird dann Hoffnung genannt, obwohl jeder weiß, wenn die Ursache nicht bekämpft/ beseitigt wird, wird die Wirkung immer die gleiche sein.

    „Dann hole dir Hilfe oder er muss es wollen, Einsicht zeigen … „ wenn das alles nicht fruchtet – was dann? Weiter hoffen, auf ein Wunder?

    Allen eine zauberhafte Christi Himmelfahrt

    ABER wie geht man damit um wenn er zB Schulden macht und zum zurück zahlen kein Geld da ist, aber für den regelmäßigen Alkoholkonsum schon ? ?

    Wie geht ihr mit so einer Situation um ? Ich meine, es sind doch automatisch unsere Schulden oder ?

    Oder wenn kein Geld für wichtige Dinge da ist, für Alk aber schon ?

    Hallo Wegsuchende,

    wie würdest du damit umgehen, wenn er nicht trinken würde?

    Zu

    Depressionen und Alkoholismus: trunkend/ trinkend kann man nicht an seinen Depressionen arbeiten, man kann sie/ sich nur betäuben. Deshalb wird die Depression auch nicht vordergründig behandelt oder man fliegt aus der Depri-Behandlung raus, wenn ein Alkproblem offensichtlich ist.

    Hallo Hera,

    gegen Kopfschmerzen half mir viel Trinken, auch wenn ich viel pieseln mußte. Das Blut kann besser fließen, gerade das Gehirn wird besser durchblutet.

    Bei mir dauerte es schon ein paar Wochen, bis dieses Gedankenkreisen aufhörte, es wurde ganz langsam schwächer, ebenso der Wunsch etwas zu trinken. Ich mied die Alkregale im Supermarkt, schaute weg, wenn im TV Alk getrunken wurde - ich versuchte mich so gut es ging zu schützen.

    Dann überwog der Stolz, die Furcht, ich hatte 1 Monat nichts getrunken, ich wurde immer gefestigter, das Selbstbewußtsein kam zurück - ich kann widerstehen, Monat für Monat wurde es leichter.

    MfG

    Hallo Peter,

    Glückwunsch zum rauchfreien Leben!!!

    Auch ich nehme mir das schon seit ca. 40 Jahren halbherzig vor, ohne Erfolg! ||

    Seit ich nicht mehr trinke, stelle ich auch bei mir eine erhöhte Schokoladengier fest. Manchmal habe ich richtigen „Schokoladen-Ess-Druck“, 100g werden dann einfach so weggefuttert.

    Ich entschied mich zu kontrolliertem Verzehr. Das klappt, auch wenn die Wohnung nicht schokoladenfrei ist. Früher aß ich oft wochenlang keine Schokolade, ohne es zu bemerken.

    Scheinbar brauchen wir immer einen Ersatzstoff...

    Hallo Alba,

    ich kann es absolut nachvollziehen. Wieviel im Laufe der Zeit kaputt gegangen ist merkt man tatsächlich erst mit Abstand.

    Dein Mann trinkt nicht mehr, er hat seinen Teil erfüllt. Was vorher einfach weggetrunken wurde, tritt nun sehr offen zu Tage. Er kann nicht mit der Situation umgehen, wird er damit konfrontiert, schaltet er in den Schutz-/ Fluchtmodus.

    Er weiß nicht was er tun soll, wie er sich verhalten soll, bevor er etwas falsches tut, macht er lieber gar nichts.

    Auf der einen Seite will er, daß „alles wieder gut“ wird, weiß aber nicht wie er es anstellen soll, diese Hilflosigkeit lähmt zusätzlich … er macht alles falsch, was ihm zusätzlich auch noch „Mecker“ einbringt, er wird abgewiesen, das löst wiederum Stress aus, welches noch unsicherer macht.

    Lebenskrise, Sinnkrise, Depression?

    Ist das eine typische männliche Eigenschaft?

    Er soll gehen, der zaghafte Versuch, ob er noch seinen Kaffee, Brötchen, trinken dürfe, zeugt von seiner Hilflosigkeit.

    Du hast klare Ziele, den Haushalt, Kinder nicht alleine bewältigen müssen, du gehst ja auch arbeiten, als Luxus vielleicht noch einen verständnisvollen Partner, Unterstützung, etwas Freude … das würde schon genügen.

    Miteinander reden fruchtet auch nicht, denn er ist sauer, macht dicht (hilflos).

    Hilft ein Brief, wo du deine Vorstellungen äußerst und er sich in Ruhe (allein) damit auseinandersetzen kann, um sich klar zu werden, was er überhaupt will?

    Der „Glücklichmacher“ Alkohol ist nun weg, nun muß der Ex-Säufer wieder lernen mit dem Leben, dem Alltag klarzukommen, seine Unsicherheit abbauen, Selbstbewusstsein aufbauen.

    Das schoss mir durch den Kopf, als ich deinen letzten Beitrag las.