Beiträge von achelias

    Hallo aniram,

    jeder Mensch hat das Recht sich zu Tode zu saufen, das ist leider so.

    Mein Vater tat das und das dauerte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Alle Versuche fruchteten nicht, ich konnte und wollte mir das nicht antun und brach den Kontakt gänzlich ab.

    Nun ist deine Mama auch noch involviert, du kannst nur sehen, wie du ihr helfen kannst und dich bei der Krankenversicherung/ Pflegeversicherung informieren, was möglich ist, deinen Vater betreffend. Pflegegrad, ggf. Pflegekraft u.s.w. .

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Abstand.

    Hallo Rhododendron,

    zwei Wochen ohne Alkohol – toll!

    Auch ich machte ähnliche Erfahrungen auf Geburtstagen und war überrascht, daß mir dieses Verhalten vorher nie so extrem aufgefallen ist … klar, als Konsument war für mich alles normal und lustig.

    Nüchtern betrachtet, findet man die zunehmende Beeinträchtigung des Sprachapparates, der gesamten Motorik schon arg besorgniserregend, man wird zur hilflosen Person, im wahrsten Sinne des Wortes behindert.

    Auweia, ich war auch mal so! Nie wieder, schoß mir durch den Kopf.

    Ich vermied, in der ersten Zeit solche Begegnungen, auch heute noch – ich fühle mich nicht wohl, bestimmt auch, weil ich immer noch Positives mit Alkohol verbinde, irgendwo im Hirn.

    @Petters Überlegung/ Tip finde ich sehr wichtig!

    ... weil die Suchtberaterin gesagt hat, dass kontrolliertes Trinken i d R nicht funktioniert, sondern derjenige danach sogar oft mehr trinkt.

    Kontrolliertes Trinken funktioniert nie! Diese Erfahrung durfte ich auch (bei mir) machen.

    Kurzzeitig gelang es mir, doch dieses ständige „Unterdrücken“ , Kontrollieren, setzte mich zusätzlich unter Druck, machte mir Stress. Irgendwann kam der Punkt, da gönnte ich mir die Kontrolle auszusetzen, nur ein Mal (diese Belohnung), dann könnte ich ja weiter kontrolliert trinken …

    so war der Gedanke.

    Das ging natürlich voll nach hinten los. Alle guten Vorsätze waren dahin, ich war wieder voll „auf Droge“ , trank heimlich, der Stress wurde wiederum verstärkt, den ich dann wiederum mit Alkohol bekämpfte.

    Ich bin mir sicher, jeder Alkoholiker hat ähnliches erlebt.

    Sorgen? - Nein! Ich war so verletzt ... daß ich nur noch weg wollte.

    (Intuitiv) wußte ich, es endet mit dem Tod. Ich war ehrlich erstaunt, daß sein Körper es noch so lange aushielt, bei täglich 1 ... 2 Flaschen Korn.

    Im Suff brannte er fast ab, nach langem Krankenhausaufenthalt soff er weiter ... da kann man nichts machen. ;(

    Hallo Pineapple,

    ich war ungefähr in deinem Alter als es mit meinem Vater rapide bergab ging, er trank schon immer recht ordentlich, gab sich Anfangs Mühe, doch irgendwann war ihm alles egal und er soff ungeniert, offen, jeden Tag, den ganzen Tag (bis es nicht mehr ging).

    Ein paar Jahre lang hoffte ich, besuchte und half wo ich konnte.

    Ich bemerke, daß ich mich veränderte, nicht mein Vater, eine Art Co-Abhängigkeit entstand. Dann erreichte ich den Punk, wo ich (!) nicht mehr konnte, wo ich bemerkte, die ganze Situation überfordert mich, greift meine Nerven, mein Wohlbefinden mächtig an.

    Ich tat das einzig das Richtige, ich brach den Kontakt gänzlich ab. Es war keine einfache Entscheidung. Ich konnte wählen. Mein Vater der Alkoholiker würde sich nie ändern (tat er auch die folgenden 14 Jahre nicht), also änderte ich mich – ich schützte mich.

    Ich will niemanden einen Rat geben, denn das muß jeder selbst entscheiden.

    Halte es aus, so lange du willst (kannst), kämpfe einen Kampf den du nicht gewinnen kannst oder schütze dich, lebe, traue deinem Verstand und deinem Bauchgefühl. Egal was die anderen sagen.

    Noch eins zum Pflichtgefühl, Du hast für dich Sorge zu tragen!

    Ich hätte dir viel lieber eine fröhlicherer Geschichte erzählt.

    P.S. Auch mein Vater nahm Anfangs Antidepressiva

    Ich habe mal eine Frage zum "richtigen" Verhalten.

    Jetzt frage ich mich, spreche ich das an, wenn er morgen wieder nüchtern ist? Ich mein, er sitzt friedlich auf der Couch, ich bin im Bett und um ehrlich zu sein stört er mich gerade überhaupt nicht. Ich bin froh, dass er heil und ohne Unfall wieder da ist (natürlich wieder Auto gefahren), mache mir aber, wie inzwischen fast immer, sorgen um seine Gesundheit. Um seine Leber vor allem. Ihn nicht darauf anzusprechen kommt mir falsch vor, zumal ich denke er ist der Meinung "Wenn sie nichts sagt hat sie es auch nicht bemerkt, ergo war ich nicht betrunken, ich hab mich voll unter Kontrolle." Diese völlig falsche Selbstwahrnehmung irritiert mich extrem. Ist da Feedback von außen irgendwie hilfreich oder geht das sowiso ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus? Oder ruft im Zweifel sogar noch Trotz hervor?

    Hallo Nachtschicht,

    ja! Ansprechen.

    Viele Alkoholiker verfallen dem Irrglauben, die anderen merken nichts.

    Ich kenne das, von mir, als ich noch trank, ich habe es schöngeredet, verharmlost, es sei ja nicht so viel, andere trinken ja viel mehr, hin und wieder kann man ja mal, es gehört dazu (Fußball).

    Und ja, ich glaubte ab einem gewissen Stadium selbst daran.

    Allein, daß er alkoholisiert Auto fährt, ist eine arge Bewusstseinstrübung „… es ging ja immer gut …“ , ist der Lappen erst mal weg, wird’s echt haarig! Wenn die Angst verdrängt wird, daß man seine Fahrerlaubnis abgeben muß, wenn man erwischt wird, zeugt davon.

    Sprich ihn an und du wirst bemerken wie er reagiert, deine Schlüsse kannst du dann ziehen. Rede mit ihm, das kannst du machen.

    P.S. Ratten sind sehr clevere Tiere. :wink:

    Hallo NIKA76,

    ein halbes Jahr ist nun rum, ein halbes Jahr alkoholfrei – meine Hochachtung!

    Nur doof, das dein Mitbewohner (mir fiel kein anderes Wort für trinkenden „Partner“ ein) dir dein Leben nicht gerade erleichtert.

    Natürlich versucht er immer wieder dich zu diskeditieren, dir ein schlechtes Gewissen zu machen, damit versucht es seinen Suff zu rechtfertigen, vor sich selbst.

    Bestimmt hast du auch festgestellt, daß ein vernünftiges (!) Gespräch nicht möglich ist, er schützt seinen Konsum mit allen Mitteln.

    Weißt du schon, wie das weitergehen soll?

    Es ist ja äußerst unwahrscheinlich, das er sich ändert und besser wird es wohl eher nicht, im Gegenteil...

    MfG

    Hallo Abby S. ,

    ich verstehe deinen Schmerz, es ist verdammt schwer loszulassen, sei es bei Korsakow oder Alzheimer. Doch ein „gesunder Egoismus“ ist erlaubt, will man nicht selbst zu Grunde gehen.

    Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, denn das muß jeder mit sich selbst ausmachen und ich weiß, das tut verdammt weh und kostet unheimlich (!!!) viel Kraft.

    Ich wünsche dir diese Kraft.

    Hallo Hanseat,

    manchmal ergeht es mir wie dir … da müsste man doch toleranter sein …

    Doch dann, erinnere ich mich daran in welchem Forum ich mich befinde, auch fallen mir die ständigen Wiederholungen auf, Rechtfertigungsversuche – immer wieder das gleiche, alle sagen, sie wissen, was man tun müsste, doch was tun sie?

    … hoffen, nicht handeln.

    Als ausgebildeter Rettungstaucher lernt man, einen Ertrinkenden lieber absaufen zulassen, bevor man sich selbst in Gefahr begibt.

    Ein Arzt oder Rettungssanitäter muß helfen, außer der Patient will es nicht.

    Trotzdem kann ich nur jedem Partner von einem Alkoholiker/in eindeutig sagen: Geht bitte, für Eure Kinder!!! Sie können sich nicht wehren und werden in den meisten Fällen verhaltensauffällig oder psychisch krank und tragen diese Last ein Leben lang mit sich rum. Wenn ich hier von angeblichen Rückfällen lese, die bereits drei Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus passierten, kann ich nur den Kopf schütteln. Was ist denn daran ein Rückfall.... und trotzdem wird weiter gemacht und die Kinder hintenan gestellt. Oh man, mich macht das oft ziemlich traurig was ich hier lese...

    Hallo Blume52,

    dem möchte ich mich uneingeschränkt anschließen. Danke!

    MfG ein Betroffener

    Hallo Lila,

    ohne jemanden etwas unterstellen zu wollen, war er wirklich trocken?

    Natürlich, kann so ein äußerer Druck (Arzt, Leberwerte bestimmen) deinen Mann bewegt haben 2 Wochen wirklich auf Alkohol zu verzichten. Er war praktisch „entgiftet“. Kaum war der Druck weg, wurde wieder getrunken.

    Wie Sam gut beschrieb: kurz vor der Entgiftung wird nochmal nachgeschüttet, denn danach ist`s ja vorbei. Diese Verlustangst ist als Nicht-Abhängiger schwer zu begreifen.

    Ich bin fest davon überzeugt, daß das genau der „Knackpunkt“ ist, daß der Alkoholiker begreift, daß man eben nichts verliert, im Gegenteil.

    Nun ist im Suchtgedächtnis Alkoholkonsum positiv besetzt, Probleme gehen weg, ein wohliger Zustand stellt sich ein...

    Entgiftet man nun auf Grund des äußeren Drucks, einem Anderen zuliebe, macht anschließend eine Therapie in einer abgeschlossenen Umgebung (Blase), klappt das meist eine gewisse Zeit, kaum ist der Druck/ die Beobachtung weg, wird schnell wieder getrunken, erst bein bisschen, dann ein bisschen heftig. Die Statistik und viele Berichte der Co-Abhängigen bestätigen es.

    Der Alkoholiker muß also von sich aus zu der Erkenntnis kommen, ohne Verbote, er muß begreifen, daß er es nur für sich tut und nicht für andere!

    Am Anfang mußte ich mich schon ganz schön zusammenreißen, keinen Alkohol mehr zukaufen, ich mied die Gänge mit Alkohol im Supermarkt, wie der Teufel das Weihwasser, meine Wohnung war 100% alkoholfrei und hielt mich von jeglichen Orten fern, wo auch nur die Gefahr bestand mit Alk konfrontiert zu werden.

    Ich wußte die Sucht ist nur im Kopf, zumindest redete ich es mir immer wieder ein.

    Nach ein paar Wochen hatte ich das Gröbste überstanden, das Denken an Alkohol wurde immer schwächer.

    Wenn dein Mann es nicht will (egal was er sagt) und er es nur tut, weil es Andere sich wünschen, wird es nicht funktionieren.

    Unterstütze ihn, wo du nur kannst! Doch die Initiative muß von ihm aus gehen, alles andere bleibt Wunschdenken.

    MfG

    Hallo Lanananana,

    Du bist doch nicht allein. Das Leben geht weiter.

    Du bist allein, in einer Beziehung mit einem Alkoholiker, in der der Alkohol die oberste Priorität hat.

    Die geplatzten Träume … das dauert eine Weile, es hilft nicht, wenn du immer wieder daran festhältst und dich darin „suhlst“ und dich bedauerst.

    Es ist wie es ist, du hast die Wahl, weiter zu leiden oder (mal wieder) von Neuem zu beginnen.

    Gibt dir etwas Zeit, es war bestimmt nicht deine erste Beziehung... du trauerst einem Ideal nach!

    Akzeptiere bitte die Realität, du kannst deinen Alki nicht ändern, schließe ab. Lenke dich ab, geh` unter Menschen.

    Sei froh, du hast eine eigene Wohnung und kannst machen, was Du willst und mußt nicht auch noch Kinder, Besitz u.ä. aufdröseln – wie eine „Krankheit“ mit nicht so schweren Verlauf. Auch ein bisschen Selbstironie wäre angebracht, anstatt in Depression zu verfallen.

    Kopf hoch und akzeptieren.

    Ein schönes Wochenende

    ...

    Als sie mit wässrigen Blick abstritt zu trinken da war diese Wut wieder da. Ich möchte sie packen und schütteln. Sie anschreien und hauen.

    Sie hat viele Baustellen. Physisch und psychisch. Sie tut mir dann wieder leid. Wut und Mitleid wechseln sich ab. Früher waren es Hass und Liebe.

    Und auch wenn es sich nicht gehört denke ich oft : hoffentlich wird sie nicht so alt.

    Genau so, erging es mir mit meinen Vater. Zum Glück wohnte er nicht bei mir!

    Mich machte es total fertig, ich machte mich total fertig. Obwohl ich ihn nicht mehr als Mensch achtetet, dieses ständig besoffenen, labernde Ars**loch , hatte ich eine emotionale Bildung … schließlich war es ja immer noch mein Vater, mein Erzeuger, wir hatten auch angenehme Zeiten … früher.

    Nun raten alle, trenne dich von deinem Alkoholiker, egal ob Ehemann, Mutter, alkoholkrankes Kind.- schütze dich selbst, sonst gehst du kaputt. Genau diese Erfahrung machte ich auch, ich besuchte ihn nicht mehr und es gelang mir immer besser mit der Situation umzugehen, je größer der Abstand wurde.

    Auch ich hoffte, es würde nicht so lange dauern und das Elend nähme bald ein Ende.

    Natürlich wünscht man niemanden den Tod ( Warum, eigentlich nicht …? ), irgendwann kommt der Punkt der absoluten Hilflosigkeit, alle Optionen sind ausgeschöpft, alle Versuche versucht.

    Man hat die Wahl, zwischen selbst zugrunde zu gehen (und das meine ich genau so, denn irgendwann frisst eine derartige Situation einen selber auf, man wird krank, psychisch, wirft irgendwelche Tabletten ein oder versucht sich anderweitig zu betäuben, meidet gar sein eigenes Haus – den Ort des Schmerzes) oder man schütz sich selbst, wenn einem sein eigenes Leben lieb ist.

    Da stehen Vernunft und Gefühl sich im Wege. Wohl eher Mitleid und Mitgefühl, denn das eigene Gefühl rät einem ja auch … schnell raus aus der Situation.

    Man muß sich entscheiden, eine Art Triage, zwischen seinem Leben und anderen.

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, also nach uns.

    Hallo Fibonacci,

    danke für deine offenen Worte. Ich finde es interessant, wie es anderen erging.

    Mich hat nie etwas "gewürgt" , ich trank immer "freiwillig" , so doof wie`s klingt, ohne Ekel, bis zum Einschlafen, auch jeglicher Brechreiz war abhandengekommen.

    Auch kannte ich, div. Abgestürzte, mein Vater soff unsäglich, darüber machte ich mir im Suff nie Gedanken. Ich lebte in meiner alkoholisierten Welt, fuhr führerscheinlos, alkoholisiert Auto und kam gar nicht auf den Gedanken irgendetwas falsch zu machen, daß es Konsequenzen haben könnte, mir kam gar nicht in den Sinn, daß es andere bemerken (daß ich besoffen bin).

    Also völlig entrückt.

    Heute, so im Nachhinein, ist es mir zwar unheimlich peinlich, doch ich kann darüber reden - genau, daß war meine Erkenntnis: ich wurde durch Alkohol ein völlig anderer, jegliche Vernunft, normales Nachdenken war nicht mehr existent. War es eine alkoholbedingte Psychose?

    Hallo Fibonacci,

    „ der Moment der Erkenntnis“ kam aber erst im nüchternen Zustand? Also einige Tage (?) nachdem du aufhörtest? Psychisch.

    Oder ging es dir körperlich so schlecht? Mal vom Besoffensein abgesehen.

    MfG

    ... (Mein Mann trinkt während der Arbeit)

    ... Und lässt seine Aggression Frust Wut an mich und den Kindern aus....

    Nun passiert es mindestens 1-2 mal im Monat und ich empfinde es als sucht ...

    ...Ist es überhaupt Alkohol sucht oder irre ich mich da in der Menge …oder brauch er einfach nur eine Therapie (die er auch nicht will) und wie soll ich mit ihm reden wenn mein reden der Auslöser angeblich für sein tunken ist es sind einfach so viele Fragen ...

    Hallo Jenny222,

    dein Mann trinkt während der Arbeitszeit, setzt dich psychisch unter Druck, trinkt heimlich Alkohol, fährt alkoholisiert Auto, ist sehr aggressiv (wenn er getrunken hat), beleidigt, schreit an und schmeißt Sachen durch die Gegend...

    Welcher Mensch geht so mit seiner Familie und seinem Umfeld (Arbeitsverhältnis, Führerschein etc.) um???

    Würde dein Mann das alles nüchtern tun, wie würdest du dich dann verhalten?

    Ist so ein Verhalten weniger schlimm, nur weil man alkoholisiert ist?

    Du fragst dich, ob dein Mann überhaupt alkoholabhängig ist – dein Mann trinkt und benimmt sich unter aller Kanone!

    Dein Mann trinkt und treibt sich in den Abgrund. … und zur Zeit auch seine Familie! Dafür trägst du keine Verantwortung.

    Du kannst "das Theater" noch eine Weile ertragen oder dein Mann hört auf zu trinken. ... einfach nur eine Therapie wird nicht helfen, wenn dein Mann nicht will.