Hallo Lila,
ohne
jemanden etwas unterstellen zu wollen, war er wirklich trocken?
Natürlich,
kann so ein äußerer Druck (Arzt, Leberwerte bestimmen) deinen Mann
bewegt haben 2 Wochen wirklich auf Alkohol zu verzichten. Er war
praktisch „entgiftet“. Kaum war der Druck weg, wurde wieder
getrunken.
Wie
Sam gut beschrieb: kurz vor der Entgiftung wird
nochmal nachgeschüttet, denn danach ist`s ja vorbei. Diese
Verlustangst ist als Nicht-Abhängiger
schwer zu begreifen.
Ich
bin fest davon überzeugt, daß das genau der „Knackpunkt“ ist,
daß der Alkoholiker begreift, daß man eben nichts verliert, im
Gegenteil.
Nun
ist im Suchtgedächtnis Alkoholkonsum positiv besetzt, Probleme gehen
weg, ein wohliger Zustand stellt sich ein...
Entgiftet
man nun auf Grund des äußeren Drucks, einem Anderen zuliebe, macht
anschließend eine Therapie in einer abgeschlossenen Umgebung
(Blase), klappt das meist eine gewisse Zeit, kaum ist der Druck/ die
Beobachtung weg, wird schnell wieder getrunken, erst bein bisschen,
dann ein bisschen heftig. Die Statistik und viele Berichte der
Co-Abhängigen bestätigen es.
Der
Alkoholiker muß also von
sich aus
zu der Erkenntnis kommen, ohne Verbote, er muß begreifen, daß er es
nur für sich tut und nicht für andere!
Am
Anfang mußte ich mich schon ganz
schön zusammenreißen,
keinen Alkohol mehr zukaufen, ich mied die Gänge mit Alkohol im
Supermarkt, wie der Teufel das Weihwasser, meine Wohnung war 100%
alkoholfrei und hielt mich von jeglichen Orten fern, wo auch nur die
Gefahr bestand mit Alk konfrontiert zu werden.
Ich
wußte die Sucht ist nur im Kopf, zumindest redete ich es mir immer
wieder ein.
Nach
ein paar Wochen hatte ich das Gröbste überstanden, das Denken an
Alkohol wurde immer schwächer.
Wenn
dein Mann es nicht will (egal was er sagt) und er es nur tut, weil es
Andere sich wünschen, wird es nicht funktionieren.
Unterstütze
ihn, wo du nur kannst! Doch die Initiative muß von ihm aus gehen,
alles andere bleibt Wunschdenken.
MfG