Wenn
ein Mensch so ist, wie er ist und uns es nicht gefällt, soll er so
werden, sich so verhalten, daß er uns gefällt.
Menschen verändern
sich. Jeder Mensch hat seine eigene Realität, die sich im Laufe
seines Lebens verändert.
Bei
manchen bringt Alkohol eine starke Veränderung hervor. Läßt man
diese Droge weg, tritt eine Veränderung ein (welche
auch immer).
So weit die Fakten.
Will
der Mensch die Droge nicht weglassen, dann ist das so.
Wir haben
dieses zu akzeptieren, ob wir wollen oder nicht. Ob wir dem Respekt
zollen, ist eine andere Frage.
Zwang
ruft meist eine heftige Gegenreaktion hervor. Oft wird mit Vernunft
argumentiert, der eigenen Vernunft, mit der eigenen Realität.
Sieht
die Realität meines Gegenübers aber völlig anders aus (aus welchem
Grund auch immer), können wir uns den Mund fusselig reden.
Man
kann einen Menschen also nur mit „aha-Erlebnissen“ verändern,
dafür sorgen, daß er sich ändert, freiwillig.
Eine Reaktion
erzeugt eine bestimmte Gegenreaktion. Sehr gut kann man das bei
Kindern oder (jungen) Tieren beobachten. Es ist ein langwieriger
Prozess.
Je
älter (erfahrener) ein Mensch ist,
desto länger dauert es, bestimmte Verhaltensmuster (Einstellungen,
Meinungen) abzutrainieren.
Was
für den einen „normal“ erscheint, ist für andere
unverständlich.
Ja,
die Mama war ja früher ganz anders, mein Mann (als er noch nicht so
viel gesoffen hat) auch.
Wir
kennen alle diese Sätze. Bedenken aber selten, daß diese
Veränderungen
sich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinzogen.
Die
kann man nicht „so einfach“ ändern, zurücksetzen. Es braucht
Zeit, viel Zeit.
Wir
versuchen alles mit Vernunft zu erklären (unserer Vernunft!), sind
wir uns unsicher, beraten wir uns mit anderen Menschen, je
mehr Menschen eine Meinung teilen, desto vernünftiger erscheint es.
Eine
Therapie setzt ebenfalls auf „aha-Effekte“, dem Probanden soll
vermittelt werden, durch Selbsterkenntnis
Veränderungen hervor zu rufen.
Nur
das funktioniert, alles andere bleibt Illusion.
Ich
muß also in „der Sprache“ meines Gegenübers sprechen, damit
es/er mich versteht. Zu Tode argumentieren, bringt da wenig, wenn
mein Gegenüber es nicht versteht.
Ist
das Gehirn vernebelt, wird`s zum Unterfangen.
Mein
Vater trank heftig, war er berauscht, war ein Gespräch sinnlos, in
den wenigen klaren Momenten, konnten wir zwar miteinander reden, er
verstand alles, war sich seines Zustandes auch völlig bewußt, doch
er wollte nichts ändern – das mußte ich akzeptieren.
Meine
Mama trank nie, überhäufte mich aber permanent mit ihren
Lebensweisheiten und guten Tips – welches erwachsene Kind kann das
schon auf Dauer ertragen? Erst als der Abstand immer größer wurde,
wuchs auch meine Toleranz, ihr gegenüber.
Ich
habe für mich begriffen,
ich muß nichts aushalten und bringe ich meinem Gegenüber nicht das
nötige Verständnis auf, kann
ich mich selbst fertig machen oder den anderen.
Ich
kann aber auch mein Leben leben. Wenn ich keinen Kontaktabbruch
wünsche, bleibt nur das Arrangement.
Es
bleibt wohl nur, die Kunst zu erlernen, es zu verstehen, damit klar zu
kommen.