Beiträge von Lanananana

    Pamela 71 „sich klein machen“, „sich zurück ziehen“ und „jd finden, der einen versteht und im Schmerz beisteht“ ist nicht ganz das, was ich meine. Das Geschäft loszulassen ist sicher sehr schwer - vielleicht auch nicht nötig wer weiß… vielleicht hilft auch eine private Trennung oder irgendein anderer Schritt … aber ich würde zur Not auch das Geschäft aufgeben, bevor ich mich selbst verliere. Ich weiß, wie schwer das alles ist. Und das Glück platzt auch nicht augenblicklich in dein Leben, wenn Du es wagst … aber Tag für Tag wirst Du klarer und erkennst, was Du Dir selbst zugemutet und angetan hast, dadurch, dass Du nicht Grenzen gesetzt hast oder gegangen bist. Zumindest war das bei mir so. Obwohl da noch ganz viel Liebe war und ist, musste ich mir eingestehen, dass ich ihn nicht gesund lieben kann … aber mich diese Liebe kaputt machen wird.

    Der Alkoholkranke entscheidet, wie er leben möchte und wir haben das Recht und die Möglichkeit zu entscheiden, wie wir leben möchten. In dem Moment, wo wir uns das bewusst machen, bekommen wir die Kontrolle über unser Leben zurück. Das ist die Basis für ein gutes Selbstwertgefühl. Der Alkoholkranke macht, was er macht - egal aus welcher Motivation heraus. Aber wir Cos lassen es im schlimmsten Fall alles zu. Da ist der Anfang allen Übels. Warum? Das müssen wir uns bewusst machen. Wir sind ebenfalls in der Opferrolle - und gehören da auch nicht hin! In dem Moment, wo ich mich bedingungslos wieder in den Mittelpunkt meines Lebens gestellt habe und mich darauf konzentriert habe, wie das „Jetzt“ meiner Beziehung ist (nicht das schöne Vergangene und auch nicht die realitätsfernen Zukunftsphantasien) ist bei mir viel Positives passiert.

    Liebe Saphira , lieber Schratte - ich verstehe, dass ihr euch fragt „warum“ „wieso“ „weshalb“ macht der Alkoholiker, was er tut und warum wird er nicht endlich aktiv, um trocken zu werden und die Beziehung zu retten, was könnte in dazu bewegen … aber ich kann euch versichern, dass meine Verzweiflung und mein Schmerz erst in dem Moment etwas abgenommen haben, als ich aufgehört habe mich das alles zu fragen und stattdessen dem Fokus auf mich gesetzt habe: wie möchte ich leben, warum lasse ich das zu bzw. habe das so lange zugelassen, was ist meine Motivation, was könnte mir helfen, selbstbewusster zu werden, für mich einzustehen etc. …

    Ich verstehe, dass dich das trifft wie ein Faustschlag. Und ich fühle mit Dir. Aber vergiss nicht: Einen besseren Beweis als das gibt es nicht; Du hast genau das richtige gemacht, als Du Dich entschieden hast zu gehen. Schade um den schönen Garten … aber Du wirst Dir ein neues schönes Umfeld schaffen. Und Du hast etwas besseres verdient als einen Mann, dem so vieles andere wichtiger und wertvoller ist. Schau nach vorn. Eine Umarmung!

    Waren das ganz neue Wesenszüge oder alte "Macken", die vermehrt oder schwerer zu Tage traten?

    Ehrlich gesagt, habe ich mich das auch schon oft gefragt. Ich hab selbst die ganze Zeit gesagt „nüchtern ist er ein wunderbarer Mensch“ und „wäre der Alk nicht, wäre alles perfekt“ - aber ist das wirklich so? War man wirklich ein so tolles Paar, wenn der Alk die Chance hatte dazwischen zu kommen? War der Mann wirklich so einfühlsam und sensibel, wenn er betrunken jede Kontenance verliert und einen aufs Übelste beschuldigt und beschimpft. Oder hat man viel zu lange idealisiert, die Zeichen nicht erkennen wollen, den Partner und die Beziehung auf einen Sockel gestellt? Je mehr Abstand ich gewinne, desto mehr frage ich mich das.

    Vorallem hat es mir nochmal klar gemacht, dass ich den Trennungsmoment gut planen muß.

    Tut mir leid, aber das kannst Du getrost vergessen.

    Aber ich will damit ja auch mich schützen, dass ich „guten Gewissens“ gehen kann und den Kontakt dann auf Null setze.

    Du kannst immer guten Gewissens gehen. Es ist Dein Leben. Und Du entscheidest, wie Du es leben willst. Und er entscheidet, wie er sein Leben leben will. Offenbar will er eins mit Alkohol. Und dir gefällt es aktuell so nicht.

    Weil ich nicht möchte, dass dann schlecht über meinen Partner gedacht wird… Ich ihn nicht schlecht darstellen will.

    Ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Allerdings fängt für mich an diesem Punkt die ungesunde Verbindung zwischen Abhängigem und Co an. In dem Moment wo Du aufhörst das Theater von der schönen Beziehung zu spielen, kann Du auch Die nichts mehr vormachen. Damit meine ich nicht, dass du damit hausieren gehen sollst. Aber der Familie und den Freunden ( und Dich selber ) immer was vormachen - das ist definitiv auch nicht richtig, oder?

    Ich muß alleine damit klarkommen und „Gute Miene zum bösen Spiel“ machen.

    Das musst Du nicht.

    Das was Sensual schreibt kann ich fast genauso bestätigen. Hab ich auch erlebt. Auch mein Ex-Freund hat immer gesagt, er will raus aus der Sucht. Er hat viele Chancen bekommen von mir, seinem Arbeitgeber, der deutschen Rentenversicherung, die ihm mehrere Therapien bezahlt hat … am Ende war das Trinken für ihn doch immer wichtiger. Immer neue Gründe und Ausreden wieder anzufangen. Und ich hab ihm so lange geglaubt, weil er ja selbst gesagt hat, dass er ein Problem hat … weil er immer wieder angefangen hat, was dagegen zu tun. Ich bin wirklich fast daran zerbrochen, weil mich jedes Mal, wenn die Hoffnung zerstört war, schlimmer wurde. Besser als Sensual kann man es nicht auf den Punkt bringen. Deshalb auch von mir nochmal der Tipp: Sei einfach wachsam, sei nicht zu enttäuscht, wenn es nicht funktioniert und verlier Dich nicht. Mach das Auf und Ab nicht zu lange mit. Wenn jemand wirklich will, braucht er vermutlich nicht viele sondern nur einen oder wenige Anläufe … Meine besten Wünsche für Dich!

    So wie du deinen Partner beschreibst hat er aus meiner Sicht ein massives Problem mit bzw. ohne Alkohol. Das heißt, er wird unter Umständen als,Reaktion auf deinen Punkteplan öfter heimlich trinken oder er wird sich abkapseln, um keinen Stress mit Dir zu bekommen - aber er wird deshalb vermutlich nicht weniger trinken oder gar aufhören. Und auch deine Sorge um seine Gesundheit wird ihn vermutlich nicht erreichen. Das siehst Du ja auch selbst so. Am Ende kannst Du nur überlegen, ob Du so weiter machen magst oder mit ihm mal Klartext über sein Alkoholproblem sprichst, um herauszufinden, ob er überhaupt eine Krankheitseinsicht hat. Klingt ja erstmal nicht so. Und dann kannst Du für Dich überlegen, ob Du Dir so eine Beziehung vorstellst. Ich finde, wenn Angehörige anfangen so viele Regeln aufzustellen, verliert man als Paar schnell mal die Augenhöhe. Und so stellt sich vermutlich niemand eine Beziehung vor, oder?

    Ich möchte ihn auch nicht bestrafen oder so.

    Ich verstehe, dass du darüber nachdenkst - trotzdem sollte das nicht die Motivation für den gemeinsamen Urlaub sein. Die wichtigste Frage ist, was willst Du gerade? Abstand? Zeit Dich zu sammeln? Unbeschwerte Tage mit Deinen Kindern? Oder Urlaub mit der Familie, wie geplant? Bleib bei Dir. Und vielleicht liest du dir nochmal durch, was du so über die vergangenen zwei Jahre geschrieben hast und auch über deine Skepsis und deinen ursprünglichen Impuls bezogen auf den Urlaub - bevor der Arzt deine Einschätzung gesagt hat.

    und wir uns wirklich, auch dort, um die Risikominimierung Gedanken machen sollten.

    Auf jeden Fall! Super wichtig. Mein Ex-Freund und ich waren vor seinem Rückfall zum Zelten an der Nordsee! Kein Alk weit und breit. Keine saufenden Leute! Stattdessen Sand, Meer, Dünen, Yoga … Und trotzdem ist er im Anschluss los und hat seine monatelange Abstinenz übern Haufen geworfen, weil ihn die Urlaubs-Situation und die Erinnerung and früher offenbar nachträglich so getriggert hat.

    Er beteuert keinen Alkohol mehr trinken zu wollen.

    Ihr habt das sicherlich alle ebenso erlebt. Kann man darauf vertrauen? Ich weiß es nicht. Meine

    Hoffnung ist noch nicht gestorben. Vielleicht falsch????,

    Ja! Aus meiner Sicht gebt ihr euch überhaupt nicht genug Zeit, dass jeder mal für sich überlegen kann: was war, was ist und was soll sein. Und sei mir nicht böse - aber ist es wirklich so, dass dein erwachsener (!) Sohn so sehr unter einer Trennung leiden würde?

    Auch meine Mutter behauptet bis heute: „Ich konnte nicht gehen, ich hätte dir ja das Zuhause genommen“ und rechtfertigt damit ihre Co-Abhängigkeit. Dabei habe ich unter der Situation extrem gelitten und das auch immer gesagt. Ich wäre im Gegenteil froh gewesen, wenn Bewegung in die fürchterliche Situation gekommen wäre - bevor mein Vater an den Folgen seines Alkoholkonsums gestorben ist.

    Du machst dich komplett abhängig von seinen Launen. Und das Auf und Ab belastet dich ganz offensichtlich - was ich sehr gut verstehe. Darüber musst du nachdenken und entscheiden, ob das das Leben ist, das Du Dir (und deinen Kindern!) wünschst.

    Er meint, er wäre bis Samstag wieder trocken. Er wollte sich abends nochmal bei mir melden. Dann kann ich das besser einschätzen.

    Diese Aussage würde mich sehr stutzig machen.

    Aber: Ich finde es gut, dass er sich jetzt offenbar wieder um seine Abstinenz kümmert. Und ich finde es sehr klug von dir, den Urlaub trotzdem erstmal alleine zu planen. Ich finde, das ist auch ein wichtiges Zeichen an ihn. Wenn es ihm ernst ist, hat er sowieso erstmal mit sich zu tun.

    Mein Ex-Freund war nicht so lang abstinent wie Dein Mann - aber als er wieder angefangen hat zu trinken, habe ich auch ein paar Tage gehofft, er tritt von alleine wieder auf die Bremse und holt sich Hilfe.

    Die Tatsache, dass er das nicht getan hat, war für mich entscheidend und ein Zeichen dafür, dass er nicht nur einen schwachen Moment hatte sondern ganz bewusst wieder trinken wollte. Ich finde es wichtig, in der Situation konsequent zu bleiben. Wenn Du gesagt hast, dass Du das nicht mehr mitmachst, wusste er ja, was er aufs Spiel setzt.

    Häufig ist die Familienstruktur so, wie Du sie beschreibst. Und das ist großer Mist! Die Familie von meinem Ex-Freund hat auch immer gesagt, er brauche nicht ganz aufhören zu trinken - nur mehr genießen und früher aufhören und war gleichzeitig sehr darauf bedacht, dass er nicht laut sagt, dass er Probleme mit Alkohol hat. Sie haben trotzdem gebechert auf Familienfeiern, obwohl zumindest der enge Kreis ja wusste, dass er gerade wieder Entgiftung und LZT hinter sich hatte.

    Die Mutter von meinem Vater hat ihrem alkoholkranken Sohn auch immer Alkohol gekauft. Als er dann mit 50 gestorben ist - an den Folgen des Konsums - ist sie nicht zur Beerdigung gekommen. Begründung: Weil er sich „totgesoffen“ hat.

    Dann irgendwann vor ca. 2 Jahren habe ich ab und zu versteckte leere Bierdosen im Keller gefunden und mich gewundert warum er die wohl versteckt hat.

    Irgendwann hat es auch angefangen, dass es ihm wichtig war immer eine Kiste Bier zu Hause zu haben (wir hatten vorher jahrelang nie Alkohol daheim). Die Bierkisten leerten sich mit der Zeit immer schneller und schneller. Wie schnell kann ich nicht genau sagen, ca. 1 Kiste die Woche.

    Mir fällt auch auch immer öfter eine leichte Fahne und Lallen auf, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Darauf angesprochen bestreitet er was getrunken zu haben und dass ich spinne, es mir nur einbilde und er nur müde wäre.

    Hilf mir mal bitte von A nach B bzw. von Zitat 1 zu Zitat 2

    Er bestreitet es sehr glaubwürdig.

    Auch ein mittlerweile eingeweihtes Familienmitglied meinte dass ich womöglich übertreibe und ihm sein Feierabendbier lassen soll.

    Was daran ist glaubwürdig? Was übertrieben? Ich glaub, Du kannst Deiner Wahrnehmung trauen!