Beiträge von Lanananana

    Bei dir ist es nur Liebeskummer, oder besser, Trauer, um eine vergangene Beziehung, um eine Erinnerung, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat.

    Is schon mehr als „nur Liebeskummer“ … Ich hab echt viel darüber nachgedacht, wie ich da überhaupt (wieder) reingeraten bin. Am Ende scheine ich einfach komplett hilflos im Umgang mit Menschen, die es nicht gut mit mir meinen. Ich arbeite da nun wirklich schon lange dran und denke immer, ich hab’s jetzt verstanden … und dann - viel zu spät - fällt mir auf, dass ich es doch noch immer nicht wirklich drauf habe.

    Ich hab so derartig meine Ansprüche runtergeschraubt - und meine Toleranz … aber auch meine eigenen Anstrengungen so unglaublich hochgefahren, dass ich ein gefundenes Fressen bin, für Männer, die viel wollen und wenig zu geben haben. Mit wie wenig ich mich auch diesmal zufrieden gegeben habe, wird mir erst gerade richtig bewusst. Ich hab mir so vieles schön geredet, weil ich so gehofft habe endlich auch mal in einer liebevollen Beziehung zu sein.

    Bitte, sprich mit anderen, du wirst feststellen, du bist nicht allein, viele (wenn nicht alle) werden dir Recht geben

    Es beruhigt mich wirklich sehr, das zu lesen. Danke für deine/ eure Reaktion(en)!!!

    Tatsächlich fühl ich mich aber schon unfassbar allein in meiner (realen) Welt und hab das Gefühl, dass ich mit zunehmendem Alter immer weniger dazugehöre. In meinem Umfeld haben alle Familie oder einen Lebenspartner. Vor Corona war ich total oft tanzen. Damit habe ich verdrängen können, dass ich nicht nur oft allein sondern auch ziemlich einsam ich bin.

    Es ist seit dem Rückfall alles wieder wie vor der Therapie. Erst wortreiche Entschuldigungen: Er sei selbst geschockt von sich und versteht, dass ich nun endgültig aussteige aus unserem Beziehungs-„Karussell“. Wenige Tage später dann der Versuch wieder in Kontakt zu treten. Er hätte noch dies und das von mir in seiner Wohnung etcpp. Stimmt - aber ich schreibe es lieber alles ab als zu reagieren.

    Dann: Er sei verloren - von mir einfach fallen gelassen. Als ich konsequent nicht reagiere, setzt der Terror wieder ein: unzählige Anrufversuche und böse, anklagende und gemeine WA. Unterbrochen durch ein schlappes Sorry - ebenfalls per WA. Stundenlanges stehen vor meinem Küchenfenster. Und dann wieder Nachrichten, bei denen ich tatsächlich selbst kaum glauben kann, dass sie der gleiche Mensch schreibt, mit dem ich mich noch vor nicht mal zwei Wochen so verbunden gefühlt habe, dem ich vertraut habe … Die Feindseligkeit seiner Worte schockiert mich so sehr! Kann Alkohol wirklich so das Wesen verändern? Oder hab ich nur endlich die rosarote Brille verloren?

    Die letzte Nachricht war ein Abrechnung mit meinem Scheißverhalten das „gar nicht geht“ und der Ankündigung, dass er nun „raus sei“. Das würde ich wirklich hoffen, damit uns wenigstens die nächste Eskalationsstufe erspart bleibt.

    Übrig bleibe ich im Schock. Traurig und sehr alleine. Ich habe seit einer Woche mit niemandem gesprochen. Ich hab so viele Fragen. :cry:

    Das verstehe ich. Ich kann auch nicht begreifen, wie jemand seine Gesundheit ruiniert, seinen Job verliert, Schulden macht, seine Partnerschaft aufs Spiel setzt etcpp. … aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, es wird schon sehr schwierig, wenn sie es einsieht und versucht aufzuhören … es ist unmöglich, solang sie das Problem nicht selbst erkennt bzw. wahrhaben will. Wie lang möchtest Du warten, bis Du aufhörst zu hoffen? Bis sie gesundheitlich so angeschlagen ist, dass sie sich damit auseinandersetzen muss? Wenn Du jetzt etwas tust kommt Bewegung in eure eingefahrene Struktur - sonst bleibt wahrscheinlich noch lange alles wie es ist.

    Liebe Steffi, ich verstehe dich so gut. Ich konnte es auch nie fassen - und habe mich endlos oft ohnmächtig und überfordert und einsam und unverstanden gefühlt … und ich hatte auch so viel Hoffnung, dass doch noch alles gut wird … manchmal ist es allerdings verblüffend, was man hier so entdeckt bzw. zu entdecken glaubt, wenn man auf eine ähnliche Geschichte schaut - in die man aber nicht selbst emotional verstrickt ist.

    Du sagst: „Um zu gehen muss ich stabil sein und das bin ich noch nicht.“ Und dein Mann denkt vielleicht: „Um aufzuhören muss ich stabil sein und das bin ich noch nicht.“ Teufelskreis!

    Ich empfehle Dir sehr, sofort etwas zu tun, um stabil zu werden und zu schauen, dass Du da ganz schnell rauskommst. Vermutlich wird nämlich niemand kommen, Dich an die Hand nehmen und Dich retten. Und Du wirst leider auch nicht eines Tages aufwachen und plötzlich Bärenkräfte haben. Eher wirst Du noch weitere tiefe Tiefen durchschreiten und noch mehr Energie und Hoffnung verlieren …

    Als mein Freund seine Langzeittherapie angegangen hat, habe ich auch eine begonnen. Leider ist er nicht trocken geblieben und für mich ist es nun trotzdem unfassbar schwer konsequent zu bleiben - aber nicht mehr unmöglich!

    Und weil ich zudem selbst mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen bin, kann ich dir sagen: Dir mag es trotz der kriegsähnlichen Zustände ganz gut gehen. Deine Kinder werden aber vermutlich für den Rest ihres Lebens mit den Folgen der aktuellen Situation zu tun haben. Warte nicht länger! Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Es ist nicht leicht - das kann ich bestätigen- ich kämpfe auch gerade sehr … aber wenn du jetzt schon sagst, „ich schaff es wieder nicht“ wird es unmöglich.

    Interessanterweise hast du da etwas mit deinem Mann gemein. Er schafft es offenbar auch nicht …

    Wie wäre es, wenn du dir stattdessen sagst, „ich entscheide für mich selbst, lasse mich von niemandem mehr bequatschen und werde mich ab jetzt darauf konzentrieren, alles daran zu setzen, aus der Falle wieder rauszutappen.“

    Ich wünsche dir viel Kraft! Du schaffst das, wenn Du willst!

    Ganz sicher ist aber, dass seine Sucht nichts mit dir als Frau zu tun hat. Du hast an nichts da Schuld, nichts falsch gemacht, nichts versäumt. Du bist liebenswert, liebevoll und wertvoll, so wie du bist. Wenn du das für dich verstehst tut es vielleicht nicht mehr ganz so weh. Er ist krank aber die Hilfen, die er bekommen hat und bekommen kann, konnte er bisher nicht wirklich annehmen und umsetzen. Klar tut das weh, das zu sehen. Es macht einen furchtbar traurig einen lieben Menschen zugrunde gehen zu sehen. Die eigene Hilflosigkeit zu spüren.

    Danke - ich hab mir das jetzt viele viele Male durchgelesen Danke für die lieben Worte und deinen Trost. ❤️

    Ich kann dich gut verstehen - ich hab auch so gefühlt und gedacht. Leider ist mein Freund gerade nach sechs trockenen Monaten rückfällig geworden und obwohl ich die Zeit super für mich genutzt habe und seitdem zweimal die Woche zur Therapie bin Ist der Rückfall wie eine Bombe in mein Leben eingeschlagen und hat mich ein paar Tage richtig aus der Bahn geworfen.

    Das Problem ist, dass du dich emotional weiter an den Süchtigen und seinen Therapie-Erfolg bzw. Misserfolg bindest - egal welches Etikett du dran klebst - Liebster, Freund, Lover. Und damit lieferst du dich emotional weiter einer unkontrollierbaren Situation aus. Du lässt ihn ja deshalb nicht fallen, weil er/sein Wohl dir wichtig ist. Also ist sein Scheitern auch weiter eine Bedrohung für Deine innere Balance.

    Zumindest mich hat es jetzt wieder sehr hart getroffen. Ich hoffe, dass ich keine weitere Runde mehr drehe - und das geht am besten wenn ich das tue, was ich eigentlich nicht wollte: die Beziehung beenden und auch den Kontakt.😢

    Vom Kopf her weiß ich genau, dass jetzt Schluss sein muss. Dante Die Therapie war meine große Hoffnung. Ich wünsche mir sehr, das Herz kommt diesmal hinterher… Es war seine dritte Therapie - nach einem unfassbar kräftezehrenden Auf- und Ab - die erste Therapie, die ich „mitgemacht“ habe - nach unendlichen Tiefen. Aber er weiß genau was Phase ist. Eigentlich hat er alles, was er braucht: professionelle Hilfe, Notfallstrategien, Unterstützung, die Erfahrung, wie viel besser er sich ohne Suchtmittel fühlt (bis dann der Suchtdruck sich doch wieder Bahn bricht) … Und es sah so gut aus in den vergangenen Monaten. Ich hab wirklich geglaubt, dass wir es diesmal gemeinsam schaffen, die scheiss Sucht zu besiegen und dass wir gemeinsam wachsen werden. Nun, irgendwie tun wir das ja auch - nur ganz anders als ich gehofft habe. Er schien so klar in seinem Wunsch, sein Leben zu verändern. Es lief so gut - scheinbar. Aber - und das ist das Unbegreifliche für mich - plötzlich ist der Schalter wieder gekippt und er wie ausgewechselt. Ich erkenn ihn nass kaum noch wieder. Ich dachte, ich hab mich durch Lektüre und Therapie in den vergangenen Monaten gut abgesichert und würde nicht mehr so aus allen Wolken fallen. Ich werde immer wieder aus allen Wolken fallen - das weiß ich jetzt. Und deshalb muss ich mich jetzt wirklich schützen.

    Und loslassen. Danke, dass ihr da seid. Danke für eure Worte und Tipps. Danke für die Erinnerungen an Dinge, die ich offensichtlich mehrmals lesen muss … Danke für die Geduld und die Impulse.

    Das ist eine gute Frage. Ich spüre eine schwer zu beschreibende Unruhe bis Angst in mir, wenn ich etwas nicht verstehe … und habe wohl auch die Hoffnung, die Kontrolle über die Situation - zumindest in Teilen - wieder zurück zu erlangen. Nicht weiter ins bodenlose zu fallen. Und ich will einfach nichts falsch machen oder interpretieren … und ich denke, wenn ich es verstehe, tut es vielleicht nicht mehr so unendlich weh.

    achelias Ich hab versucht, ihn anzurufen. Er ist nicht rangegangen. Was würdest du da an meiner Stelle tun? Und natürlich habe ich mir alles nochmal durchgelesen. Wenn ich nicht so große Probleme mit der Situation hätte würde ich hier nicht vorstellig. Ich bin verzweifelt und überfordert und hab erst morgen jemanden zum Reden. Ich dachte, die ist ein Forum, in dem Alkoholiker und Angehörige sich helfen.

    Eine Frage interessiert mich jedoch sehr. Warum musst du etwas verzeihen?

    vermutlich habe ich mich unglücklich ausgedrückt … ich vermute, er hat bewusst Ausrutscher geschrieben, weil er meint, dass das kein großes Ding ist. Aber für mich ist es das. Und ich will nicht, dass alles wieder von vorne beginnt. Aber ich habe trotzdem die Sorge, dass er mir vorwirft, dass ich nicht über einen kleinen Ausrutscher hinwegsehe und deshalb Schuld daran bin, dass er wieder ganz abrutscht. Ich weiß, dass er die Verantwortung trägt. Aber wissen und fühlen sind leider immer noch zweierlei …

    Einen Rückfall? Trank er ein Mal oder trank er und trinkt seit dem ... weiter? Was verstehst du unter "bald wieder aufhört"?

    So hat er das genau ausgedrückt: „Hey ich muss dir sagen das ich heute einen Ausrutscher habe. Habe heute geraucht und trinke gerade.. weiß das ich das nicht weiter machen werde.. und das das gerade sein musste um es nochmal zu erleben. Meine innere leere war heute unerträglich. Und ich weiß das ich dem eigentlichen Problem noch nicht auf dem Grund gekommen bin. Sorry babe!! Ich hab dich Lieb. Hoffe dir gehts gut..“

    Klingt für mich nicht nach Ausrutscher-sondern nach Rückfall … oder? Ich habe große Probleme bei mir zu bleiben - aber wenn ich mich darauf konzentriere, muss ich mich wohl endlich konsequent zurückziehen. Ich hab die ganze Nacht hin und her gegrübelt…

    Ja, er geht regelmäßig in die Selbsthilfegruppe. Er hat gesagt, er weiß, was zu tun ist, wenn Suchtdruck kommt. Und dass er eigentlich gar keinen Bock mehr auf Alkohol hat und glücklich ist, wie es jetzt ist. Ich weiß, dass ich jetzt loslassen muss. Ich will auf keinen Fall den ganzen Horror von vorne. Aber ich bin auch so unfassbar und tief erschüttert, traurig und erschrocken darüber, wie wenig stabil all das Schöne der vergangenen Monate war. Und ich hab ihn noch so unglaublich lieb - trotz allem.

    Ein nasser Alkoholiker verspricht vieles um im alten Trott mit einer funktionierenden CO weiter machen zu können, leider habe ich das auch erlebt.

    Er war fast sechs Monate trocken und wirklich motiviert und gut aufgestellt. Aber er hat eben auch den größten Teil seines Lebens mit Suchtmitteln erlebt - und leider scheint der Suchtdruck bzw. Die Gewohnheit doch stärker. Auch wenn ich dachte, es läuft gut. Suchtdruck ist wirklich schwer zu verstehen, wenn man das nicht selbst fühlt.

    Das hat er mir geschrieben - wir haben seitdem nicht gesprochen. Ich weiß nicht, was er darunter versteht. Er sagt, dass er das nochmal Saufen braucht, um zu erkennen, dass er wirklich nicht mehr will. Aber eigentlich hatte ich vor der Therapie Schluss gemacht und mich nur wieder auf ihn eingelassen, weil er beteuert hat, wie sehr er seine Sauferei selbst hasst und dass er jetzt wirklich aufhört.