Beiträge von Mona

    Cadda ich danke Dir für Deine lieben Worte!

    Was mir wichtig ist zu betonen: ja, bei mir sieht es momentan danach aus, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Auch wenn mein Mann keinen Alkohol mehr trinkt- er bleibt unser ständiger Begleiter, wie ein Schatten. Das muss einem klar sein.

    Und man muss sich fragen, ob man das will- und da muss man mit sich selbst ganz ehrlich sein. Theresa macht das wirklich gut, da hast du Recht, denn sie möchte erfahren, was wir

    erfahren haben - um das dann hoffentlich für sich nutzen zu können

    Hinzu kommt: nicht viele Alkoholiker schaffen den Weg hinaus, viele weigern sich ja bis zuletzt zu verstehen, dass sie mittendrin in der Sucht sind (so wie mein Papa). Auch wenn meine Erfahrung mit meinem Partner (momentan) positiv ist - die Wahrheit ist, dass man darauf NICHT hoffen darf.

    Ich musste tatsächlich alle Hoffnung auf ein Leben mit ihm gehen lassen - nur dadurch sind wir beide wirklich frei geworden, so frei, dass wir jeweils unseren Weg mit der Sucht finden konnten. Klingt total esoterisch, ist es aber gar nicht. Heißt natürlich aber auch nicht, dass das in jeder Partnerschaft diesen Weg gehen wird, leider.

    Der Prozess hat auch bei mir gedauert, dabei hatte ich mir als Jugendliche geschworen, da nicht eine Sekunde zu zögern. Aber Kinder, Ehe meine Gefühle für meinen Mann und auch das Haus (wie bei vielen hier) haben diesen Entschluss auch hinausgezögert. Letztendlich hat es bei mir 4 Jahre gebraucht, ab dem Zeitpunkt der Realisation, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat, bis zu der Erkenntnis, dass ich mich um mich selbst und meine Kinder kümmern muss- er kann gerne mitkommen, aber er muss selbst laufen.

    Ausschlaggebend war, wie bei so vielen, der berühmte letzte Tropfen der ins Fass fiel. Alkoholiker Lügen immer um sich und ihre Sucht zu schützen, und sie versuchen immer, DICH zum Problem zu machen, dass bei DIR was nicht richtig ist.

    Ich war an dem Abend geschäftlich weg, er war mit den Kindern allein. Ich hatte schon die Wochen zuvor bemerkt, dass er wohl wieder mit dem Trinken begonnen hat (wie schon ein paar Mal in den vergangenen Jahren) , er hat das vehement geleugnet, so dass ich mir schon (wieder) schuldig vorkam.

    Ich komme nach Hause, mein kleiner Sohn ist noch wach (obwohl weit nach seiner Schlafenszeit) und mein Mann blödelt hackedicht mit den Kindern, rennt die Treppen hoch und runter und jagt sie durchs Haus, bis mein Sohn dann hingefallen ist. Da ist es dann passiert, mit einem Mal war bei mir Ende.

    Was hätte er gemacht, wenn sich die Kinder verletzen- in seinem Zustand wäre er völlig überfordert? Da war mir klar, dass ich die Kinder vor ihm schützen muss, sofort.

    Als er am nächsten Morgen nüchtern war und natürlich schuldbewusst usw (was Alkoholiker dann hält so auffahren, um sich zu rechtfertigen) habe ich ihm gesagt dass es jetzt aufhört und ich ihn hier nicht mehr haben will, also ist er erst mal in ein Hotel. Er kam allerdings nach ein paar Tagen zurück, bei ihm war das Ganze dann auch der Wendepunkt (bisher, wie gesagt, er warnt mich selbst immer, die Sucht zu unterschätzen) und er hat dann die Therapie aufgenommen. Wenn ich hier die Gedanken und Erfahrungen der trockenen Alkoholiker lese, spiegelt das genau das wieder, was er mir über die Sucht sagt, er ist da mittlerweile sehr klar und beschönigt nichts. Das zeigt mir auch deutlich, dass sich WIRKLICH etwas bei ihm geändert hat.

    Er war übrigens auch immer ein liebevoller, toller Vater und auch Ehemann, der mich wirklich sehr liebt, auch alkoholisiert war er nie aggressiv sondern eher "anschmiegsam"- der Alkohol war jahrelang dennoch seine größte Liebe, für die er WIRKLICH alles getan hat.

    Und das darf so nicht sein, Kinder und Ehepartner müssen an erster Stelle sein.

    Wenn dem nicht so ist, dann muss man einen Strich ziehen mMn- denn zumindest ich möchte bei dem Menschen, der bei mir an erster Stelle steht auch an erster Stelle stehen.

    Liebe Nanni, ich habe mir Deine Geschichte durchgelesen- du bist eine starke Kämpferin und diese Stärke wird dich durch diese Lebensphase tragen.

    Du schreibst er war bei den Anrufen wieder voll- das unterstreicht völlig, was hier schon zu Dir gesagt wurde: ER ist keinesfalls trocken und dass er die Flucht bei einer anderen gesucht hat dient vor allem dazu, seine Sucht weiterzuleben ohne sich Dir oder den Kindern gegenüber schuldig zu fühlen (was er mit Sicherheit tut, er will sich aber wohl nicht damit beschäftigen, geschweige denn, auseinandersetzen)

    In der Situation fühlt man sich so ohnmächtig, so unfair vom Schicksal behandelt- wir alle, die in ähnlichen Situationen waren können das nachfühlen! "Warum mir, warum jetzt? " - die Gedanken kenne ich gut, sie sind verständlich. Und deine Trauer auch! Catalina s Idee von den "Trauerminuten" Finde ich gut, so kannst du mit der Trauer und den Gefühlen umgehen, ohne dass sie deinen Tag bestimmen.

    Du gehst bereits in die richtige Richtung, halte den Blick nach vorne, mache einen Schritt nach dem anderen und vor allem: erlaube Dir Pausen. Mache schöne Dinge mit deinen Kindern und den Menschen, die dich jetzt unterstützen! Gehe raus und atme die Luft, denn du bist JETZT viel freier, als du es mit ihm je hättest sein können!

    Fee, was für ein starker Text! Du bist eine tolle Mama die für ihre Kinder das einzig richtige getan hat! Gräme dich nicht, dass es "erst" jetzt war, das tut nichts zur Sache. Du hast den Schritt getan und das ist großartig für Dich und deine Kinder!

    Hallo Nele, mir fehlen noch ein bisschen die Worte um Dir hier eine Stütze zu sein, dein Text ist mir nahe gegangen. Du bist eine tolle Mutter und eine starke Frau, das kann man in deinem Text lesen! Schön dass Du hierher gefunden hast!

    Natürlich besteht sie immer.

    Aber als Angehöriger muss man die Angst vor dem Rückfall ablegen, sonst bleibt man Co-Abhängig. Ich habe es dadurch geschafft, indem ich dafür gesorgt habe, dass ich allein, ohne ihn, jederzeit mein Leben weiterleben könnte. Dh ich bin finanziell unabhängig, meine Kinder sind so betreut, dass ich weiterhin Vollzeit arbeiten kann, und ich habe die schriftliche Sicherheit, dass ich mit den Kindern im Falle der Trennung im Haus bleibe und er geht.

    Das klingt sehr abgeklärt deswegen muss ich hinterher schieben, dass mein Mann und ich uns wirklich sehr lieben, mehr als vor 2 Jahren.

    Aber gerade weil ich mich selbst so um mich gekümmert habe und jetzt auch angstfrei bin und ihn nicht mehr wie ein Satellit umkreise, hatte er die Freiheit sich mit seiner Sucht und wie er sie bekämpft auseinander zu setzen.

    Denn auch das braucht viel Freiraum- er war bis vor kurzem 3x die Woche für Therapie und SHG unterwegs, neben der Arbeit.

    Fazit: als Angehöriger ist es wichtig, für sich selbst wieder Sicherheit zu schaffen um eben keine Angst mehr zu haben. Denn Angst steht dem gemeinsamen "Genesung Prozess" Im Weg.

    Hi Teresa, in meinem Faden hattest du gefragt, wie mein Mann und ich es geschafft haben, beieinander zu bleiben und wie er den Weg aus dem "nassen" in den "trockenen" Zustand gefunden hat. Seine Aussage dazu: " ich musste einen Tiefpunkt durchleben um zu verstehen, dass es jetzt aufhören MUSS" Seiner Meinung (was nicht heißt, dass es so sein muss) nach ist so ein Tiefpunkt notwendig für diese Erkenntnis- und bei vielen jetzt trockenen Alkoholikern war das auch so.

    Was dieser Tiefpunkt ist, ist ganz unterschiedlich: bei meinem Mann war es die Erkenntnis, dass er seine Familie verliert. Andere verursachen im Suff schwere Unfälle, verlieren ihren Job etc... und kommen dadurch auf den Weg weg vom Alkohol.

    ABER!! - ein Garant, dass so ein Tiefpunkt jemanden vom Alkohol abbringt gibt es nicht.

    Was aber sicher ist: solange der Alkoholiker weiter wohlig im Nest der Sucht fröhnen kann (so wie bei Euch), bleibt alles beim Alten.

    Ich soll Dir von meinem Mann Grüße ausrichten: bitte schmeiß ihn raus, das ist die einzige Hilfe, die du ihm und Dir geben kannst!

    bzgl Menschen die regelmäßig Alkohol trinken und dann mal wochenlang nicht: das spricht für mich NICHT gegen ein Alkoholproblem.

    Ganz im Gegenteil- viele "nasse" Alkoholiker (insbesondere wenn sie ihre Erkrankung noch nicht eingestehen) machen das gerne, um sich zu beweisen, dass da kein Problem ist. Nur um dann die Tage zu zählen, wann endlich wieder getrunken werden darf und das dann ordentlich zu begießen- als "Belohnung".

    Jeder Mensch, bei dem Alkohol zur Regelmäßigkeit wird und der nicht ohne weiteres, ohne weiter darüber nachzudenken damit aufhören kann, hat nach meiner Einschätzung ein Problem damit. Es gibt ja auch "Quartals Trinker", dh ein paar Monate ohne, nur um dann ein paar Tage wieder bis zur Besinnungslosigkeit zu saufen - auch das sind Alkoholiker.

    Hi JuSe, lass Dich erst mal virtuell drücken!!

    Und jetzt schau Dich im Spiegel an, sieh mal wie stark Du bist! Du bist eine Frau, die so hilfsbereit ist und Dein Partner WILL diese Hilfe nicht - und trotz aller Deiner Stärke und Hilfsbereitschaft wird sich das nicht ändern, solange es bei ihm nicht "Klick" macht. Und das hat NICHTS mit Dir zu tun, Du bist NICHT schuld und du bist ihm hier auch nichts mehr schuldig.

    Er ist erwachsen, er entscheidet sich für das Saufen - und damit jedes Mal gegen Euch.

    Und solange du ihn dazu bringen willst dass zu ändern, ihm seine Beteuerungen wieder glaubst und Mitleid empfindest, wird er NICHTS ändern. Wieso auch- er hat es bequem und bemitleidet sich noch selbst.

    Überlege Dir gut, ob er nicht ausziehen soll (oder ihr, wenn das einfacher ist) - sonst wird es so bleiben. Wer nach dem Entzug sofort wieder säuft hat nichts verstanden

    Hi Teresa- wir haben auch ein Haus und zwei Kinder, die beide schon in Kiga bzw Schule sind. Wir arbeiten beide Vollzeit und ja, es wäre stressiger gewesen, wenn ich alleine bin. Aber das war mit alle Mal lieber, als mich weiterhin misstrauisch und paranoid zu fühlen - und dann auch immer wieder darin bestärkt zu werden, dass er weiterhin lügt um zu trinken. Das war für mich nicht haltbar. Er kam auch nach ein paar Tagen zurück und zieht seitdem klar sein Ding durch - ohne den Rausschmiss wäre es möglicherweise nicht dazu gekommen.

    Ich bin ja mit einem alkoholkranken Vater groß geworden und habe mir immer geschworen, dass ich nicht dasselbe wie meine Mutter durchmachen werde. Und daran halte ich mich- auch wenn es dadurch mal etwas holpert. Allerdings arbeite ich GsD in einem hochbezahlten Job und bin nicht auf ihn angewiesen - das macht es natürlich leichter.

    Aber einen Weg gibt es auch wenn es nicht so Ist - das zeigen die vielen Berichte im Forum.

    Wichtig für Dich ist: dein Leben und Dein Glück ist viel Wert! Du musst Dich um Dich selbst kümmern!

    Ganz wichtig für mich war dabei auch: ER musste gehen - nicht ich! Würde ich jedem Angehörigen empfehlen, meistens ist das ja auch möglich. Warum soll ICH mein Leben umkrempeln und neu anfangen? Dann hat er es ja wieder einfach und ich hab den Mist mit Wohnung suchen? Auf keinen Fall gehe ich da!

    Muss ich ihn mal fragen - mit Sicherheit war meine Aktion, ihn rauszuschmeißen dabei hilfreich.

    Er hatte aber wie gesagt schon mehrfach versucht aufzuhören, war dann auch mehrere Monate trocken- er hatte also schon vorher ein gewisses Einsehen, dass da ein Problem ist, dass er ändern muss. Ich habe es ihm da aber leider auch zu bequem gemacht- er hatte nie wirklich Angst um seine Lebensumstände,so dass seine Abstinenz Versuche immer versandet sind. So hat er zB immer nach ein paar Wochen seine AA Meetings sein lassen.

    Das war dann auf einmal anders, als ich ihn rausgeworfen habe (er ist erst mal in ein Hotel und hat geheult- ich dagegen war in dem Moment sehr eiskalt, zum Selbstschutz) - da war dann klar, dass ER sich wirklich ändern muss oder er verliert seine Familie. Und da wurde ihm dann irgendwie bewusst, dass Alkohol unser gemeinsamer Gegner ist und er ihn aktiv bekämpfen MUSS, für sich selbst.

    Im Nachhinein hat er mir gesagt, dass er bei den anderen Versuchen eher MICH als Gegnerin sah, ich wollte ihm ja seinen guten Freund, den Alk wegnehmen - und er hat nur wegen mir versucht, abstinent zu sein.

    Es ist ganz hart dieser Wahrheit ins Auge zu sehen, aber solange du und dein Partner den Alkohol nicht gleich beurteilt - nämlich als, etwas, das Euch und Eure Beziehung zerstören wird- gibt es mMn keine gemeinsame Grundlage, weiter miteinander zu Leben.

    Das wird Euch beide zerstören- und Eure Kinder.

    Und wenn er nicht davon weg will, dann musst du dich und Deine Kinder schützen und ihn von Euch "abtrennen".

    achelias Ich habe meine Wünsche geäußert und er hat es auch verstanden zumindest sagt er das. Aber es ändert sich nichts

    Wenn sich nichts ändert hat er nichts verstanden bzw will es nicht verstehen.

    Daran kannst Du nichts ändern - du kannst mit einer Änderung nur bei Dir anfangen.

    Was willst Du- was macht Dich wieder glücklicher- was brauchst Du dazu bzw was kannst du dafür tun?

    Besiegen kann man diese Erkrankung nie - das muss immer klar sein! Aber ihr könnt gemeinsam lernen, damit umzugehen - wobei hier jeder für sich etwas anderes zu lernen hat, du kannst ihm seinen Lernprozess nicht abnehmen,du hast einen eigenen Weg zu gehen. Das wichtige Wort ist dabei: gemeinsam.

    Momentan bist Du aber allein, Dein Mann ist nicht an Deiner Seite.

    Und solange das so ist, musst du an Dich denken um gesund zu bleiben und nicht weiter in die Co-Abhängigkeit zu geraten.

    Das konnten wir nur schaffen, weil mein Mann wirklich keinen Alkohol mehr trinken wollte/will (für sich selbst) und sich eingestanden hat, dass er Alkoholiker ist. Er hat eine Therapie gemacht und hat eine Gruppe AA, die er wöchentlich besucht - zB auch an Silvester. Er setzt sich kontinuierlich mit sich auseinander und versucht auch, weiterhin Trigger zu identifizieren, die bei ihm das Verlangen nach Alkohol wieder wecken. Und diese versucht er aktiv zu vermeiden- viele dieser Trigger kommen "von innen", dh er arbeitet auch an sich selbst. Er schämt sich nach wie vor für seine Sucht, aber auch das wird besser und er erkennt, wieviel Stärke er gewonnen hat.

    Bei keinem dieser Schritte hab ich geholfen, das kam von ihm.

    Allerdings gab es auch bei uns einen Wendepunkt: nach seinem (bisher) letzten Rückfall habe ich ihn vor die Tür gesetzt und habe ihm gesagt, dass ich so nicht mit ihm Leben werde, mit Lügen und Heimlichtuerei. Das war für ihn dann wohl auch der Punkt an dem es geklickt hat.

    Ich habe währenddessen beschlossen, ihm wieder zu vertrauen und den Weg mit ihm und neben ihm zu gehen und da zu sein, wenn er rückfällig wird- solange er weiterhin ernsthaft daran interessiert ist, abstinent zu leben. Dazu gehört zB auch, keine Ausflüchte im Rückfall zu suchen, sondern wieder aufzustehen und geradeaus zu sehen.

    Er ist jetzt seit 2 Jahren trocken - und heute war auch wieder ein Tag mehr. So gehen wir den Weg, wohl wissend, dass er eine chronische Erkrankung hat die uns begleitet und jederzeit wieder aufbrechen kann, wenn er nicht gut genug auf sich achtet.

    Aber wie gesagt: Grundvoraussetzung ist, dass der Alkoholiker aufhören WILL und AUFHÖRT! Keine Versprechen - Aktionen!

    Als Angehörige musste ich vor allem lernen mit der Angst vor dem Rückfall klar zu kommen - das habe ich dadurch geschafft, dass ich weiß was ich tun werde, wenn es soweit ist- für MICH selbst.