Beiträge von Christrose

    Hallo Grit,

    auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

    Mit großer Betroffenheit las ich deine Geschichte, vom jahrelangen aussichtslosen Kampf der Angehörigen gegen den Feind Alkohol, wie sich all die Geschichten so schmerzhaft ähneln.

    Auch ich bin Angehörige eines alkoholerkrankten Partners und kann deine Gefühle, Gedanken, Sorgen, Ängste, Hoffnungen in dieser schweren Zeit sehr gut nachvollziehen.

    Du hast eine richtige, mutige Entscheidung getroffen, auch wenn du jetzt erst einmal verständlicherweise tief traurig, wütend und enttäuscht bist.

    Letztendlich geht es aber um dein Leben in Würde und Qualität, welches du in den Händen hältst.

    Mit einem alkoholerkrankten Partner, der nicht gewillt ist, glaubwürdig an seiner Suchterkrankung zu arbeiten, wird die gemeinsame Zukunft aussichtslos.

    Deine jetztige gewonnene Klarheit zur Trennung, nach so langem Hoffen auf eine gute Wende, ist die Konsequenz, dem ganzen Leid ein Ende zu bereiten.

    Ich wünsche dir weiterhin den Mut und die Kraft, dich nicht aus den Augen zu verlieren.....drück ganz fest die Daumen für ein anderes Leben mit Freude und Glück.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Liebe Hera,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Es freut mich, deinen so gefühlvollen, selbstreflektierenden Text zu lesen, erkenne in deinen Zeilen auch die momentane Gefühlswelt meines Mannes wieder.

    Schau nach vorne, du bist auf einem guten Weg.

    Es ist für ein zufriedenes Leben in Abstinenz nie zu spät.

    Was geschehen ist, ist nicht mehr rückholbar, aber du kannst jetzt wie Cadda es schon schrieb, deine Möglichkeiten nutzen und in eine bessere Zukunft mit Lebensqualität starten.

    Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles Gute für deinen Weg!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Sauer wär ich so oder so gewesen, egal wem er es erzählt hätte. Ist halt einfach etwas sehr persönliches.

    Hallo Hera,

    ein herzliches Willkommen hier im Forum. Du hast schon viel auf deinem Weg in die Abstinenz erreicht.

    Darauf kannst du sehr stolz sein.

    Ich bin Ehefrau eines alkoholerkrankten Partners und möchte gerne aus meiner Sicht zum Thema " Schweigepflicht" im Familiensuchtsystem antworten, um vielleicht bei dir ein tieferes Verstehen für das Verhalten deines Mann anzustoßen.

    Angehörige stehen unter einem wahnsinnigen Leidensdruck, wenn ein Familienmitglied alkoholsüchtig ist, nicht nur der Betroffene selbst.

    Aus großer Scham und tiefer Betroffenheit vertrauen sie sich häufig keinem Menschen an, entwickeln dadurch oft eigene psychische und physische Erkrankungen.

    Die Ausweglosigkeit, die Verzweiflung wird übermächtig, der innere Druck, die Angst und Sorge werden zum Selbstläufer......wie entlastend und wohltuend kann dann ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen sein, der einem seine Ohren zum Zuhören schenkt.

    Es sind "nur" die eigenen Eltern deines Mannes, deine Schwiegereltern, auch wenn du ein ambivalentes Verhältnis zu ihnen lebst.....keine fremden Menschen. Deshalb finde ich sein Verhalten aus meiner Sicht gar nicht übergriffig.

    Das du sauer auf ihn bist, zollt vielleicht auch den Umständen, dass du dich eventuell wegen deiner Erkrankung schämst, euer Verhältnis durch frühere Zeiten noch zusätzlich belastet ist.

    Wenn du das Gefühl ihrer " seltsamen " Art dir gegenüber jetzt verspürst, dann sprech sie doch einfach mal darauf an, falls du eine Aussprache natürlich verkraften kannst.

    Vielleicht ergibt sich daraus ein offenes klärendes Gespräch, Unsicherheiten im Umgang mit dem erkrankten Familienmitglied tun sich oft breit.

    Auch mir erging es in der Vergangenheit genauso und in meiner größten Not, im Glauben ihrer Unwissenheit, vertraute ich mich einer absolut vertrauenswürdigen, langjährigen Freundin an........tja, was soll ich dir schreiben......sie erklärte mir:

    " Christrose, warum erzählst du mir erst jetzt von der Alkoholerkrankung deines Mannes, ich wusste es schon lange, habe mich aber nie getraut, dich anzusprechen."

    In mir platzte ein Knoten der Erleichterung auf.

    Endlich hatte ich jemanden gefunden, der mich und meine Nöte verstehen konnte, wusste wovon ich sprach.

    Sie kam aus einem suchtabhängigen Elternhaus, ihr Partner ist ebenfalls alkoholsüchtig.

    Übrigens von mir auch längst erahnt und auch nie angesprochen.

    Unfassbar eigentlich, Alkoholismus, eine gesellschaftliche Erkrankung mit " Schweigepflicht ".

    Oft weiß, ahnt es das Umfeld schon, nur der Betroffene und seine Angehörigen wähnen sich im Irrglauben......dem engsten Familien und Freundeskreis bleibt meistens nichts verborgen.

    Da wird die persönliche Sache unter einem Ehepaar schnell zur "Öffentlichkeit".

    Vielleicht erahnten deine Schwiegereltern auch schon längst, etwas von der Alkoholerkrankung, sprachen in Sorge ihren Sohn an.

    Ich gehe mit der Sucht meines Mannes bestimmt nicht hausieren, eben weil es seine persönliche Sache ist.

    Aber werde ich angesprochen, warum er z.B. kein Auto mehr fahren würde, antworte ich offen und ehrlich.... Führerscheinentzug aufgrund Alkohol am Steuer .....keine Ausflüchte mehr.....bei weiterer Nachfrage von Außenstehenden, dann : Fragt ihn!

    Es erleichtert Angehörige ungemein, das Schweigen brechen zu dürfen, das Aussprechen zu dürfen, was innerlich quält.

    Diese Erlaubnis muss dem Partner/ der Partnerin/ der Tochter/ dem Sohn gegeben werden, damit auch er/ sie im komplizierten, kranken Familiensuchtsystem gesunden kann.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Ich denke ich muss einfach die Ruhe bewahren und Geduld haben und schauen was die Zukunft bringt.

    Hallo liebe Birgitt,

    ich kann deine Gefühle, Gedanken gut nachvollziehen, bin ebenfalls Ehefrau eines alkoholabhängigen Partners.

    Für mich bedeutet aber:

    "Ruhe zu bewahren".......

    zuerst auf mich zu schauen, meinen eigenen Seelenfrieden, mein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen, nach langen kräftezehrenden, nervenaufreibenden Zeiten mit einem alkoholkranken Menschen........mich durch nichts mehr, was allein in den Händen meines Mannes liegt, aus meiner neugewonnenen, friedlichen Ruhe bringen zu lassen, mich nicht mehr verantwortlich und schuldig für seine Alkoholerkrankung zu fühlen.

    "Geduld zu haben" mit mir.....

    jeden Tag daran zu arbeiten, mich und meine Bedürfnisse nie mehr aus den Augen zu verlieren, mir zu verzeihen, wenn mich Trigger aus der Vergangenheit überrollen und alte Verhaltensmuster der CO Abhängigkeit kurzzeitig aufflammen lassen........zügige gedankliche Selbstreflexion in Augenblicken, wohin ich nie wieder möchte.

    "Schauen, was die Zukunft bringt".........

    für meine Selbstfürsorge, für meine gute Lebensqualität.

    Dafür kann nur ich alleine sorgen, unabhängig von meinem suchterkrankten Partner.

    Dieser muss herausfinden, was für ihn in erster Linie in seinem zukünftigen Leben wichtig erscheint oder auch bleibt, welche Hilfen er annehmen möchte, worauf er sich einlassen kann.......oder auch nicht.....ehrlich, glaubwürdig und authentisch.

    Loslassen in Liebe....wie es so schön heißt.

    Nur dann wird aus meiner Sicht, die Chance auf einen gemeinsamen Neuanfang überhaupt gewahrt bleiben.

    Neue "gesunde" Entwicklungen in einer Partnerschaft können dann entstehen, wenn von beiden Seiten....unabhängig voneinander.....die eigenen Anteile im "kranken" Suchtsystem erkannt und aufgearbeitet werden.

    Und darin gebe ich dir Recht........all das braucht Ruhe, Geduld und Zeit.

    Vielleicht konnte ich ein paar Denkanstöße durch meinen Beitrag vermitteln.

    Ich wünsche dir viel Glück!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Nur in welche Richtung ? Was kann ich noch ändern ? .....

    Ich muss an meiner Einstellung arbeiten, an meinen Gefühlen, es muss mir egal sein was er tut und ihn laufen lassen. Ich muss Unabhängig werden, mich nicht mehr abhängig machen von seinen Launen

    Das ist leichter gesagt als getan .....auf der anderen Seite bin ich eh an allem Schuld, aufgrund seiner Depression.

    Wird schon ! Wir arbeiten an unseren Vorsätzen ;)

    :thumbup:

    Du schaffst das, wenn du dich von deinen Schuldgefühlen befreist, dir den Schuh nicht anziehst, sondern konsequent an DEINEN Vorsätzen arbeitest.....nicht an UNSEREN. ;)

    Liebe Wegsuchende, ich las gerade erst deine letzten Beiträge.

    Alles nicht so einfach......würde dir gerne weiterhelfen, aber weiß nicht mehr wie......so vieles ist hier schon an Denkanstößen, Hilfestellungen und Aufrüttelndes geschrieben worden.

    Eigentlich gibt es immer einen Lösungsweg, der nicht in eine Sackgasse führt, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

    Das Schwierige ist, von alten Denkmustern loszulassen.........neue Sichtweisen ins Auge zu fassen.

    Vielleicht bringt es die Zeit, sich zu sortieren, über alles in Ruhe nachzudenken, auch was hier geschrieben wurde, das eine oder andere zu übernehmen, ins aktive Handeln zu kommen.

    So war es jedenfalls bei mir.........

    Ich wünsche dir für deinen Weg ganz viel Kraft,

    liebe Grüße Christrose

    Es ist nicht dein Ding den Arbeitgeber zu informieren, und ihn zu outen. Das ist übergriffig.

    Denkst du nicht, das die auf der Arbeit schon lange wissen, das er trinkt. Die sehen auch das, was du siehst.

    So ist es leider, auf den Punkt gebracht!

    Liebe Wegsuchende, du wirst die Probleme, die dein trinkender Mann hinterlässt oder noch hinterlassen wird, für die Familie nicht aus dem Weg räumen können.

    Man bekommt beim Lesen den Eindruck, du versuchst an allen Ecken und Enden die "Alkoholbrände", die dein Mann entfacht oder noch entfachen wird, vor lauter Angst und Sorge um die Familie zu löschen.

    Kein Mensch kann das auf Dauer durchhalten, ohne sich emotional und körperlich massivst zu überfordern.

    Du wirst die Abwärtsspirale alleine nicht aufhalten können.

    Für deine Kinder wäre ein Zusammenbruch ihrer Mutter bestimmt eine Katastrophe, denn sie leiden bestimmt schon lange mit.

    Habe Mut, dich Schritt für Schritt von deiner Co- Abhängigkeit zu lösen. Nur darin liegt die einzige Chance, auf eine lebenswerte Zukunft mit deinen Kindern.

    Ich wünsche dir von Herzen diese Erkenntnis,

    liebe Grüße

    Christrose

    Hallo Wegsuchende,

    nur allein dein Mann ist für sein Handeln verantwortlich, sonst keiner.

    Wenn die Trunkenheit auf der Arbeit auffällt, wird er bestimmt irgendwann von seinen Mitarbeitern/ innen oder von seinem Chef/in angesprochen werden. Die Konsequenzen daraus trägt er ganz allein.

    Du machst dich auf keinen Fall mitverantwortlich....warum auch????..... dein Mann trinkt, nicht du!

    Habe keine Angst, schau auf dich und deine Kinder.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Ich finde ihn hier gar nicht falsch, um ehrlich zu sein finde ich den Beitrag sehr schön. Weil es einem zeigt, dass es im Zweifel doch noch einen Weg zurück gibt. Das man wieder aufbauen kann, was kaputt ging. Natürlich nur, wenn beide daran arbeiten, aber trotzdem, ein sehr schöner Beitrag.

    Lieben Dank für deine Antwort, jeder Tag ist und bleibt eine Herausforderung, harte Partnerschaftsarbeit in einem höchst sensiblen, fragilen System auf beiden Seiten.

    Mittlerweile gibt es aber auch wieder kleine Momente, in denen wir uns humorvoll und mit einem Lächeln begegnen können oder bei gemeinsamen Spaziergängen ein ganz zarter Hauch von Leichtigkeit zu verspüren ist.......ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft für deinen Weg, den jeder für sich suchen und gehen muss, der sich zu jeder Zeit aber auch wieder verändern kann.

    Liebe Grüße, Christrose

    Hallo Wegsuchende,

    es tut mir sehr leid, in welch einer schlimmen Lage du dich befindest......ebenfalls für deine erwachsenen Kinder, die zudem noch gesundheitlich gehandicapt sind.

    Auch wenn du dich zurzeit mit einer WG arrangieren möchtest, hast du dennoch die Möglichkeit, dir bei einer Beratungsstelle für Angehörige Hilfe zu suchen.......was Lykka auch schon vorschlug.

    Es wäre zumindest ein Versuch wert, denn kein Mensch kann auf Dauer solche Belastungen stemmen, ohne irgendwann ein Burnout zu bekommen oder anderweitig zu erkranken.

    Caritas, Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz........bieten Beratungstermine an, die du telefonisch erfragen kannst.

    Liebe Grüße und viel Glück,

    Christrose

    Guten Abend,

    dazu fällt mir folgende Frage ein, gibt es hier irgendwo im Forum eine Beziehung, die den Alkoholismus des Partner überlebt hat? Bin gerade sehr traurig....

    Wir arbeiten von beiden Seiten seit einigen Monaten daran.

    Es ist tagtägliche Schwerstarbeit, aber es wächst jetzt erstmalig sehr behutsam ein kleines, gaaaaanz zartes Pflänzchen des Vertrauens auf einen Neuanfang heran.

    Uns ist beiden durchaus bewusst , wie anfällig sie wieder werden kann, zum Nichtüberleben verdammt.

    Das hängt mittlerweile nicht mehr "nur" von der lebenslangen Abstinenzarbeit meines Partners ab, sondern vom tagtäglichen gemeinsamen Umgang auf Augenhöhe........Respekt, Höflichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit.

    Auch in konfrontierenden Gesprächen zu Themen aus der belastenden Vergangenheit, deren Trigger uns beide an frühere Zeiten erinnern lassen und jetzt aufgearbeitet werden müssen.

    Manchmal reicht bei mir nur ein unreflektiertes Wort meines Partners und ich spüre die gleichen vernichtenden Gefühle, die mich sofort wieder auf vorsichtige Distanz gehen lassen oder wütend machen.

    Im Gegensatz zu früher, gelingt es ihm aber zunehmend immer besser, mit Hilfe seines Psychologen und des jetzt klaren, unvernebelten Geistes, sich reflektieren zu können, auch meine seelischen Verletzungen zu verstehen.

    Ich lerne langsam, meine Vorwurfshaltung aufzulösen und zu verzeihen, auch seine Sichtweisen zu akzeptieren und mich nicht dadurch gleich angegriffen zu fühlen, in ganz kleinen Schritten wieder zu vertrauen........meine Aufgaben zum Thema!

    "Das Kind" muss und soll beim Namen genannt werden dürfen.

    Ohne diese schmerzvolle, ehrliche Verarbeitung der vergangenen Zeit von beiden Seiten, es sind viele Tränen bei uns in den letzten Wochen geflossen, kann es keine gemeinsame Zukunft mehr geben.

    Darüber sind wir uns im Klaren. Die tiefen Wunden müssen richtig heilen, das braucht Zeit.

    Unsere Partnerschaft soll nicht nur "überleben".

    Sie wird auf neue Füße aufgestellt werden müssen, wenn es uns gelingt......dann kann tiefe vertrauensvolle Liebe wieder wachsen.

    Meine Selbstfürsorge wird mich aber auch weiterhin im ganzen Prozess begleiten und unterstützen, nicht aus den Augen verloren gehen. Das habe ich aus der Vergangenheit sehr hilfreich gelernt.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo Wegsuchende,

    ich bin's nochmal, die Christrose.....

    Die Problematik wird natürlich umso schwieriger, wenn Kinder noch im Spiel sind, zusätzlich finanzielle Existenzängste drücken...das verstehe ich...... der Alltag muss mit einem depressiven, suchtkranken Vater gestemmt werden, der die Familie mit Schulden belastet.

    Die Depression lähmt den Antrieb, die Alkoholerkrankung tut ihr übriges.....ein Teufelskreislauf.

    Unterstützung und Hilfe ist dann nicht mehr zu erwarten, die Abwärtsspirale befindet sich im vollen Lauf.

    Ich denke, deine Kinder leiden auch unter der schwierigen Familienatmosphäre.

    Nur solange er weiß und sieht, dass du alles in der Familie alleine managt, die Schulden für ihn auffängst und....und.....und....es ja ohne ihn weiterläuft, wird er sich um eine Veränderung wahrscheinlich nicht bemühen.....er hat es sich dann .....sorry...."schön bequem eingerichtet", die Partnerin wird es schon richten.....schreibe immer aus eigenen leidvollen Erfahrungen, ohne dir nahe treten zu wollen.

    Ich meine mit "Aufgaben übernehmen", auch nicht unbedingt die Aufgaben des täglichen Lebens, sondern seine erste wichtige Aufgabe, endlich Verantwortung für sich zu übernehmen, aktiv ins Handeln zu kommen, indem er glaubhafte Ansätze zeigt, sich Hilfe zur Suchtbewältigung zu suchen und nicht seine Depression vorschiebt.

    Erst, als ich meinem Mann in einem Gespräch nach seinem zweiten Führerscheinentzug mitteilte, dass ich mich trennen werde, kam Bewegung ins Spiel.

    Ich hatte soviel Wut im Bauch, aber auch Klarheit, meinen Weg zu gehen, denn dieses bisherige Leben mit ihm, wollte ich so nicht mehr.

    Er spürte und hörte......" jetzt wird 's ernst".....mein Verhalten zeigt Konsequenzen!

    Solange keine glaubhaften Konsequenzen für die Betroffenen zu spüren sind, solange wird sich aus meiner Sicht kaum etwas an der Situation verändern.

    Nur Du allein, kannst für DICH und deine Kinder etwas verändern.......was? Das liegt in deinen Händen.

    Das Sortieren der Denkanstöße hier aus dem Forum, welches du schon tust, ist ein erster wichtiger Schritt.

    Liebe Grüße und ebenfalls viel Kraft wünscht,

    Christrose

    Hallo Christrose,

    wie hab ihr das den geschafft, das ihr nach dem KKH gleich zwei Therapeuten parat hattet ? ? Ich bin mir einigermaßen sicher das ich ihn schon davon überzeugen könnte, die Probleme in Angriff zu nehmen, nur (so sagt er) ist er ambivalent......wenn er heute sagt er nimmt hilfe an, kann es passieren das er das ganze morgen schon relativiert und es nicht mehr im fokus steht....... die letzte Klinik die wir angeschrieben haben hat eine Wartezeit von ca 800 Tagen.....an Therapeuten gar nicht zu denken und dann in die Klinik und anschließend in Therapie ...... ohje......wie koordiniert man das ohne zu verzweifeln ? ? sind ja alle völlig überlaufen .....Reicht schon für eines einen Platz zu finden.....

    Das lässt mich schon zweifeln, geschweige den ihn

    Aber ich freu mich das das bei euch geklappt hat und wünsch dir allen Erfolg !

    Hallo Wegsuchende,

    vielen Dank für deine guten Wünsche.

    Gerne beantworte ich dir deine Fragen.

    Vorab.....

    Zuerst einmal ließ ich die Bewältigung der Alkoholerkrankung ganz in den Händen meines Mannes, habe mich nicht mehr von ihm einbinden lassen, mich um nichts mehr gekümmert, was seine Suchterkrankung anbetraf.....mich vollkommen innerlich und äußerlich distanziert.

    Diese Maßnahme zu meinem Wohl, hat wie bei den meisten Angehörigen einen verzweifelten, schmerzhaften Hintergrund und resultiert aus den langen schlimmen Erfahrungen mit einem suchtkranken Angehörigen, der nicht gewillt ist, sich glaubwürdig und langfristig therapieren zu lassen.....tausende von Gründen vorschob......warum es nicht ging.....u.a. auch seine Depressionen.....kommt mir sehr bekannt vor, was du schilderst.

    Damit versuchte mein Mann mich gefügig zu machen, sein weiteres Trinken aufrecht zu erhalten.

    Ich wollte es lange Zeit nicht wahrhaben, aber nach etlichen kräftezehrenden, erfolglosen Unterstützungen und Versuchen in der gemeinsamen Suchtbewältigung, kam ich zum Entschluss......

    " Rette sich wer kann" und treibe deine Selbstfürsorge an!

    Aus dem WIR schaffen das, wurde ein ICH schaffe das, mich nicht mehr in den Sog der CO- Abhängigkeit reinziehen zu lassen und ließ deshalb die Suchtbewältigung fortan ganz bei ihm. Ich leistete in keinster Form mehr Überzeugungsarbeit.

    Eine Trennung stand im Raum........

    Mein Mann bekam zum Ende des Entzugs von der behandelnden Klinikärztin einen Flyer mit Anschriften verschiedenster Institutionen in die Hand gedrückt, die Suchttherapien anbieten.

    Nach mehreren Telefonaten bot man ihm zuerst einen Platz in einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker an, mittlerweile dort in Einzeltherapie bei einer Suchttherapeutin.

    Seine Hausärztin vermittelte ihm zeitgleich einen Therapieplatz bei einem sehr professionellen Psychologen, der normalerweise zwei Jahre Wartezeit hat.

    Ich weiß, um das leider schwierige Problem von langen Wartelisten.

    Also alles in allem, viel Glück und Einsatz von Fachleuten gehabt........und natürlich mittlerweile seine gewonnene Einsicht, dass nur er durch eigenen Willen, durch aktives Handeln, seine Sucht glaubwürdig bekämpfen kann.

    Deshalb überlasse ich auch die Koordination seiner Termine ganz bei ihm. Das ist nicht mein Problem, sondern seins.

    Ich halte mich in allem, was seine Suchttherapie betrifft, komplett heraus.

    Er muss lernen, dahingehend Verantwortung zu übernehmen, denn viel zu lang übernahm ich seine Verantwortung.

    Es war für mich, wie für die meisten Angehörigen, gewiss nicht leicht.

    Aber ich musste meinen Mann in Liebe fallen lassen, um mich zu retten......unserer langen Ehezeit eine neue Chance zu geben.

    Es liegt noch viel Schwerstarbeit vor uns.

    Viel Glück,

    Christrose

    Hallo Wegsuchende,

    herzlich Willkommen im Forum. Schön, dass du hierher gefunden hast, um dir Hilfe zu suchen.

    Ich bin Angehörige eines alkoholerkrankten Partners und ebenfalls erst seit wenigen Monaten Mitglied.

    Viele gute Tipps und Denkanstöße durfte ich hier schon erfahren. Dafür war und bin ich immer noch sehr dankbar.

    Depressionen und Alkoholmissbrauch sind fast immer eine Kombi.

    Egal, ob der oder die Betroffene zuerst trank und sich daraus eine Depression entwickelte oder umgekehrt.

    Fakt ist.....das zuerst der Entzug stattfinden muss, bevor an eine Depressionstherapie überhaupt zu denken ist.

    Bei meinem Mann liegt eine latente Depression schon seit Jahren aus unterschiedlichen Gründen vor. Durch heimliches Trinken versuchte er diese zu verdrängen.

    Nach einem 14- tägigen Entzug in einer Klinik für psychosomatische und depressive Erkrankungen, wurde er in eine ambulante Suchttherapie entlassen, da der Schwerpunkt in der Klinik nicht auf Alkoholerkrankung ausgerichtet war......worüber mein Mann auch vor der Aufnahme aufgeklärt wurde.

    Die Ärzte sahen es für zwingend notwendig an, zuerst die Suchterkrankung zu therapieren, denn nur ein klarer, nüchterner Verstand kann auch einer Therapie für Depressionen folgen und zum Erfolg führen.

    Mittlerweile besucht mein Partner zweimal wöchentlich eine Therapie....die eine, bei einer Suchttherapeutin für seine Alkoholerkrankung, mit dem Ziel langfristig abstinent zu bleiben, die andere bei einem Psychologen, der die Gründe mit ihm erforscht und seine Depressionen behandelt.

    Vieles aus den Konzepten fließt natürlich ineinander über, aber sein Psychologe erklärte ihm, er wäre hauptsächlich kein Suchttherapeut.......und seine Suchttherapeutin sieht ihren Schwerpunkt natürlicherweise ebenfalls nicht in der Aufarbeitung seiner Depressionen, sondern im tagtäglichen Erhalt seiner bislang geschafften Nüchternheit durch Vermittlung von Handwerkzeug.

    Ich kann mich meinen Vorschreiber/innen mit ihren Beiträgen nur anschließen.........dein Mann muss willens sein, seine Alkoholerkrankung als Voraussetzung zur Behandlung seiner chronischen Depressionen behandeln zu lassen......umgekehrt geht es nicht!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Oh, das ist aber sehr schade.....bei uns im Kreis, als auch in den Nachbarkreisen werden sogar mehrere Selbsthilfegruppen für Eltern angeboten, weil die Nachfrage so groß ist......so verschieden ist das regional.

    Immer mehr Eltern müssen sich leider mit Suchterkrankungen ihrer Kinder im Jugendalter, als auch im Erwachsenenalter auseinandersetzen.

    Wünsche dir trotzdem, dass du ein offenes Ohr für dich und deine Sorgen findest...sich auszutauschen, Menschen zu finden, die wissen wovon man spricht, kann so entlastend sein.

    Liebe Grüße

    Christrose

    Moin Moin Christrose,

    kannst du mit einen Link zur Selbsthilfegruppen für Eltern suchtabhängiger erwachsener Kinder schicken?

    Gruß

    Loewenmama

    Hallo Loewenmama,

    in unserem Kreis/Bundesland wird es so gehandhabt, dass sich Eltern an verschiedene Sozial/Sozialpsychiatrische Einrichtungen telefonisch wenden können z.B. Caritas, Blaues Kreuz , Diakonie, Rotes Kreuz........

    Von dort aus bekommen sie die Örtlichkeiten/ Adressen der Selbsthilfegruppen für Eltern erwachsener suchtabhängiger Kinder in der Nähe vermittelt.

    Einen speziellen Link kenne ich leider hierfür nicht, da er oftmals wohnortsgebunden ist.

    Ich würde bei Interesse die verschiedenen Suchtberatungsstellen vor Ort anrufen und nachfragen. Die können dich dahingehend beraten und meistens weiterleiten.

    Im Rahmen eines Informationsflyers über Suchthilfegruppen für Angehörige, las ich auch von der Möglichkeit, sich einer Familiengruppen, der Al-Anon- Selbsthilfegruppe anschließen zu können, die auch in Wohnortnähe angeboten wird.

    Darüber findest du Informationen im Internet über die Suchmaschine....."Al-Anon - Selbsthilfegruppen".

    Liebe Grüße und viel Erfolg,

    Christrose

    Allerdings bedeutet das nicht gleichzeitig , dass ich ihn aus meinem kopf habe. Es ist schwer, das gedankenkarusell in den Griff zu bekommen. Es vergeht keine Stunde , in der meine Gedanken nicht kurz zu ihm fliegen. Leider ist das auch nachts so. Gerne würde ich das noch besser in den Griff bekommen.

    Hallo Rosanna,

    er ist dein Kind und sein Kind wird man immer im Herzen tragen, egal was ist oder noch kommt.

    Deshalb kann ich dein Gedankenkarussell sehr gut verstehen.......möchte dir aber auch meine Hochachtung aussprechen, dass du es geschafft hast, ihn in Liebe jetzt loslassen zu können.

    Darin liegt die einzige Chance deiner Rettung und eventuell auch seiner.

    Vielleicht hast du eine Person an deiner Seite, mit der du über deine Gefühle, Ängste und Sorgen sprechen kannst, die dich in dieser momentan schweren Zeit emotional unterstützt, dich stärkt........gegebenenfalls mit Hilfe einer fachkompetenten Begleitung.

    Das können auch Gespräche mit dem Hausarzt sein.

    Ebenfalls gibt es Angebote von Selbsthilfegruppen für Eltern suchtabhängiger erwachsener Kinder zum gemeinsamen Austausch.

    Oder du hast andere Möglichkeiten, dich abzulenken, deinen Fokus auf schöne Dinge zu richten, die dir gut tun.

    Bleib mutig und stark, du machst es richtig!

    Christrose