Beiträge von Kintsugi

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Lieber Anton,


    auch noch ein spätes willkommen von mir. Ich habe nach deinem Beitrag bei Lotta mal ein bisschen bei dir gelesen und habe mich in manchen Beiträgen von dir wieder gefunden. Mir ist aufgefallen, dass du sehr viel Verständnis für deine Partnerin aufbringst.

    Und ich vermute, sie trinkt dann wieder, um diese negativen Gefühle auszuhalten. Dafür habe ich ja sogar Verständnis.

    Ich war auch lange mit den Problemen meines Ex beschäftigt, konnte ihn verstehen und dachte, er wird schon irgendwann drauf kommen, dass der Alkohol alles zerstört. Pustekuchen. Du kannst einen Alkoholiker nicht trocken lieben, dass musste ich und viele andere schmerzlich erfahren. Im Endeffekt macht es also keinen Unterschied wie du versuchst deinen Partner ändern zu wollen...verständnisvoll, wütend, laut, leise,...wer nicht will, will nicht.


    Was ist mit dir? Wo ist deine Wut? Erlaubt du dir wütend zu sein? Selbst wenn es um andere Krankheiten geht, wäre das eine angemessene Reaktion. Stell dir vor sie hätte Krebs und würde die Behandlung verweigern...wärst du dann auch noch verständnisvoll?


    Ich will dir nicht vorschreiben was du fühlen sollst, nur: kannst du dich spüren? Hast du Kontakt zu dir und deinen Bedürfnissen? Ich hatte den in der Beziehung mit einem Alkoholiker nämlich verloren. Was kannst du für dich tun, damit es dir gut geht?


    LG,

    Kintsugi

    Wart Ihr verheiratet?

    Wo hast Du Dir Hilfe gesucht?

    Nein, wir waren nicht verheiratet. Das macht es nicht unbedingt unkomplizierter vor allem wenn Kinder involviert sind. Ich bin zur Suchtberatung für Angehörige, da gibt es in deiner Nähe bestimmt auch Angebote. Hier im Forum sind Hilfstellen gelistet. Ich habe eine Rechtsberatung bei einer Frauenberatungsstelle in Anspruch genommen. Musst du mal schauen, ich glaube die Caritas bietet sowas auch an. Und eine spezialisierte Anwältin für Familienrecht habe ich. Das ist bei Umgangs- und Obsorgefragen unerlässlich. Da hilft nachfragen bevor man mit Taten Fakten schafft, die einem nachher auf die Füße fallen. Das Jugendamt habe ich auch involviert, weil durch sein Verhalten das Kindeswohl gefährdet ist. Wenn du das alleinige Sorgerecht hast, geht manches einfacher. Es ist egal wo du anfängst, du musst nur anfangen.

    Es ist aber nicht ok. Und es geht nicht darum deiner Tochter eine heile Welt vorzuspielen (die es nicht gibt!), sondern dass einer die Verantwortung übernimmt. Der trinkende Elternteil kann das nicht. Kinder lernen, was sie vorgelebt bekommen. Lieber ein Schrecken mit Ende...

    Und wenn er dann beschwört er hätte nix getrunken fang ich auch noch an an mir selbst zu zweifeln.

    Ja, ich kenne das 1:1. Schrecklich, wenn man seine Wahrnehmungen abgesprochen bekommt. Ich habe mich selbst fast verloren, wusste nicht mehr was wahr/unwahr ist. Und so geht es auch Kindern in diesem Umfeld. Sie merken, dass etwas nicht stimmt, aber es wird ihnen nicht bestätigt.


    Ich weiß nicht, was deine Tochter bisher mitbekommen hat und inwieweit sie merkt, dass ihr Probleme habt. Aber ich habe selbst bei meinen sehr kleinen Kindern bemerkt, wie sie jetzt entspannter sind. Eine Trennung kindgerecht erklären...hm, ich mache das trotzdem sie sehr klein sind. Das Alkoholproblem habe ich nicht angesprochen aber ich erzähle ihnen, dass es jetzt eben zwei zuhause gibt. Und in einem wohnt Mama und im anderen Papa. Es kommt eben auch sehr darauf an, wie du es rüber bringst.


    Ich habe mir Hilfe gesucht weil ich es alleine nicht geschafft habe. Es gibt wirklich viele gute Anlaufstellen bei Trennungen und/oder für Sicht Probleme in der Familie.

    Ich bin vor 6 Monaten ausgezogen, getrennt hatte ich mich Anfang des Jahres nachdem er alle Bemühungen trocken zu bleiben, abgebrochen hatte. Kurz vorher hatte er Einsicht gelobt, ist zur Suchtberatung. Dann hatte er einen Rückfall als ich nach der Geburt im Krankenhaus lag. Er war mit der großen Tochter alleine zuhause. Davon hab ich mich nie richtig erholt und er hat weiterhin heimlich getrunken. Ich konnte die Lügen und das ständige auf und ab nicht mehr ertragen, ich war kurz vorm Durchdrehen. Den Absprung habe ich geschafft nachdem ich angefangen habe, mich auf mich zu konzentrieren. Zu schauen, was ich eigentlich will und brauche. Und was die Kinder brauchen. Eine glückliche Mutter. Und das war ich in der Beziehung definitiv nicht. Meine Kinder sind 2,5 und 1.


    Ich stimme dir zu, auf halbe Sachen würde ich mich nicht einlassen. Einen komplett eigenen Rückzugsort würde ich definitiv empfehlen.

    Liebe Hope,

    Wie hast du das geschafft? Vor allem die Kraft zu finden wieder neue Energie zu bekommen finde ich für mich persönlich eine Herausforderung.

    Die Kraft kommt wie von selbst, weil ich sie nicht mehr an jemanden verschwenden muss. Ich will nicht lügen, es ist anstrengend mit zwei Kleinkindern...aber ich bin sehr weit davon entfernt mit Milchstau oder sonstigen Problemen das Kindeswohl zu gefährden. Im Gegenteil, die Kinder und ich haben mittlerweile einen schönen Alltag geschaffen und ich kann die Zeit mit ihnen genießen, ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen. Und ich kann auch mir viel besser die Aufmerksamkeit geben, die ich brauche. Meine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Ich gehe weiterhin zur Suchtberatung für Angehörige und habe auch das Jugendamt im Boot. Die helfen auch, wenn es mal finanziell eng wird.

    Wie hatte dein Ex Partner reagiert als du ihm erzählt hattest das du mit den Kindern gehst?

    Zu dem Zeitpunkt hat er die Trennung nicht wirklich wahrhaben wollen. Ich habe gesagt, dass ich Abstand brauche und mir eine Wohnung nehmen werde. Er war damals verständnisvoll, weil er dachte, ich würde mich schon wieder einkriegen. Das war vorteilhaft, denn so hatte ich die Zustimmung mit den Kindern auszuziehen. Als er bemerkt hat, dass die Trennung endgültig ist, war er nicht mehr so verständnisvoll. Aber da hatte ich schon meinen sicheren Rückzugsort.

    Habt ihr noch Kontakt zueinander?

    Ja, aber nur sehr eingeschränkt. Mit Kindern geht es auch nicht ohne. Allerdings bestimme ich, wann/wie ich Kontakt zulasse (nur schriftlich). Bei uns ist es irgendwann eskaliert und ich habe den Umgang gerichtlich regeln lassen.


    Damit will ich niemanden Angst machen. Eher Mut. Alle Strapazen, die ich jetzt durchmache, sind immer noch besser als das, was ich in der Beziehung mitgemacht habe.


    Bleib dran!

    Liebe Lotta,


    mit Kind einfach mal abhauen geht auch nicht. Aber wie wäre es, wenn du konkret anfängst zu planen. Für Tag x. Ich habe mich zum Beispiel rechtlich beraten lassen. Die meisten Ängste lösen sich auf, sobald man sie angeht. Ist es realistisch ihn aus der Wohnung zu bekommen? Wenn nicht, dann doch schon mal ein Auge auf den Wohnungsmarkt werfen. Für mich und die Kinder war die räumliche Trennung sehr wichtig! Das geht nicht von heute auf morgen, daher ist es gut sich vorzubereiten. Falls es doch mal unangenehm wird, ist es immer gut einen Notfallplan zu haben. Kannst du mit eurer Tochter mal ein bisschen rauskommen? Vielleicht doch über die Feiertage ohne Mann was unternehmen und wegfahren.


    LG,

    Kintsugi

    Liebe Hope,


    ich kann deine Ängste nachvollziehen, ich habe den Schritt gewagt und bin nun alleinerziehend mit zwei Kleinkindern. Es geht! Es ist nicht immer einfach (dass ist es nie, Kinder sind ein full-time job) ABER es ist VIEL EINFACHER als mit einem dritten Erwachsenen Kind zuhause! Du wirst es merken, wenn du auf dich allein gestellt bist und du plötzlich weniger Arbeit hast, als vorher 😉


    Es gibt immer Hilfe! Du bist nicht auf einen unzuverlässigen Partner angewiesen. Ich habe mit den Kindern zusammen Corona überstanden. Wenn das einzige was dich hält die Angst ist, dann lass mir dir diese hiermit nehmen. Wenn dich die Hoffnung hält, dann lass auch diese los. Er hat dir doch deutlich mitgeteilt, dass er keine Hilfe will. Kannst du deine angekündigten Konsequenzen wahr machen? Wenn nicht, dann ist das für ihn die Einladung genau so weiterzumachen wie bisher.

    Weil es mir nicht gut geht, kümmert er sich heute mit mir gemeinsam um die Kinder und den Haushalt

    Kein Applaus dafür...das sollte selbstverständlich sein. Und zwar auch wenn du gesund bist. Deine Schuldgefühle schickst du mal schnell in die Wüste. Es ist dein Recht (ich sehe es sogar als Pflicht) Dich und die Kinder an erste Stelle zu setzen. Kümmer dich um euch. Er ist erwachsen, er kann sich um sich selbst kümmern.

    Liebe Mina,


    willkommen im Forum, schön, dass du hergefunden hast. Wenn du dich hier umschaust, dann findest du viele Geschichten, die deiner ähneln. Wie du vielleicht von Beratungsstellen schon erfahren hast, kannst du ihm nicht helfen solange er keine Einsicht hat.


    Ich habe auch eine Beratung für Angehörige aufgesucht. Die Frage nach richtig oder falsch, die kann dir niemand beantworten. Die Frage ist: Wie willst du leben? Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre das? Vielleicht kann dir das ein Anstoß geben, welche Richtung für dich passt.


    Jetzt sind noch drei Kinder im Spiel. Kinder leiden oft sehr unter einem suchtkranken Elternteil. Was kannst du für dich und die Kinder tun, um euch zu schützen?


    LG,

    Kintsugi

    Liebe Hope,


    fühl dich gedrückt, ich kann vieles nachfühlen.

    er gibt mir das Gefühl von Sicherheit… LOL… . Schon traurig das man so empfindet… oder?

    Als ich den Schritt der Trennung gegangen bin, war mein Herz noch nicht da, wo mein Verstand war. Mir wurde auch irgendwann bewusst, dass ich mich in einer missbräuchlichen Beziehung "sicher" fühle, weil ich so geprägt wurde und es nicht anders kenne. Es hat mich unglaublich traurig und wütend gemacht. Aber diese Wut war auch ein Antrieb. Mich da rauszuholen, meine Kinder da rauszuholen und ihnen vorzuleben, dass das eben nicht normal ist und niemand das Recht hat so mit mir oder den Kindern umzugehen.


    Du wirst eine Stärke entwickeln, die du nicht von dir kennst, du wirst eine Löwenmama. Und du wirst frei sein. Frei von seinen Fesseln und deinen eigenen. Diesen Ausblick kann ich dir geben. Der Weg lohnt sich, gehen musst du ihn selbst. Du schaffst das!


    LG,

    Kintsugi

    Liebe Hope,


    nur kurz, weil ich nicht weiß ob ich heute nochmal zum schreiben komme: nimm die Wohnung!!


    Egal wie es sich entwickelt, eins habe ich bisher gelernt: Abstand ist die beste Medizin! Du musst mit den Kindern zur Ruhe kommen können. Deinen Schutzraum haben.


    Ich habe zwei kleine Kinder, bin im Juni mit den Kindern ausgezogen und es war absolut die richtige Entscheidung. Alles andere (ob dein Mann Hilfe holt oder trocken wird), kannst du dann mit Abstand verfolgen.


    LG,

    Kintsugi

    achelias und Sunshine_33 eure Überlegungen sind nett gemeint, aber CO Abhängigkeit nachzuvollziehen ohne es erlebt zu haben, ist schwer. Mir haben solche Tipps, wie "mach mal schneller" (im Gegensatz zu "geh dein Tempo") nicht geholfen.

    Wer mir helfen kann, ist derjenige, der aus seiner eigenen Erfahrung und aus der "Ich Sicht", sich mitteilt.

    Das kann ich unterschreiben. Ich habe COs vertraut, die den Weg vor mir gegangen sind. Da habe ich mich abgeholt gefühlt.


    Ich bleibe dabei: jede/r geht sein Tempo. Nur stehen bleiben, das ist keine Option.

    Ich habe mich auch lange um die Schuldfrage gedreht. Aber darum geht es nicht. Keiner trägt die Schuld an einer Krankheit. Es geht um Verantwortung. Die Verantwortung des Alkoholikers sich Hilfe zu suchen und die Krankheit zum stoppen zu bringen. Und die Verantwortung der Angehörigen bei sich zu bleiben und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Den Partner ändern oder kontrollieren wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Wir können nur uns selbst ändern. Alle Versuche meinen Ex zur Einsicht zu bewegen sind gescheitert. Von ruhig und verständnisvoll über wütend...selbst die Trennung hat ihn nicht dazu bewogen ernsthaft Schritte zu unternehmen (klar, Worte und Beteuerungen kamen weiterhin, allerdings müssen Taten folgen, keine Worte). Wenn man es überspitzt, steht es uns Partnerinnen auch nicht zu, die Trinkgewohnheiten des Gegenüber ändern zu wollen. Wenn er trinken will, dann darf er das. Aber es ist natürlich meine freie Entscheidung, ob ich einen saufenden, pöbelnden Partner akzeptiere oder nicht. Ich habe es nicht akzeptiert und glaube fest daran, dass es da draußen Männer gibt, die mich nicht beschimpfen, wenn ich meine Bedürfnisse äußere.

    Es wäre glaub ich weniger ein Weckruf für ihn, sondern vielmehr für MICH

    Ein Weckruf für dich, kann für deine Kinder zu spät sein 😢


    Ja, ich dachte auch, ich könnte nicht auf ihn verzichten und war in gewisser Weise abhängig davon, dass er die Kinder betreut. Aber wenn du weißt, dass er dabei trinkt, dann musst du die Reißleine JETZT ziehen. Vielleicht gibt es ihm die nötige Motivation sein Trinkverhalten zu überdenken. Er kann die Kinder eben nicht alleine betreuen, bis er ganz sicher nicht dabei trinkt. Fertig.


    Wenn er es nicht sein lassen kann. Dann liegt die Verantwortung bei dir die nötige Konsequenz zu ziehen.


    Ich weiß, es ist verdammt schwer. Und ich bin finanziell auch sehr verwoben und habe einen riesen Kredit an der Backe. Das sind alles keine Gründe, um zu verharren. Es macht Angst, ich weiß. Ich habe es auch nicht alleine geschafft, sondern habe alle Hilfe angenommen, die ich kriegen konnte. Zum Beispiel habe ich mich von einer Rechtsanwältin beraten lassen, was/wie eine Trennung möglich ist. Es sind kleine Schritte und irgendwann ist es geschafft.


    Da er immer noch nicht trocken ist und unsere Kinder so klein sind, gibt es nur begleiteten Umgang. Ich habe freiwillig das Jugendamt eingeschalten, damit die Kinder alle Hilfe bekommen können, die benötigt wird. Sucht ist eine Familienkrankheit und es benötigt einigen Aufwand, um sie zu stoppen.

    Liebe Becca,


    herzlich willkommen im Forum! Ich kann deine innere Zerrissenheit nachfühlen. Mein Ex hatte auch schon problematisch getrunken, als ich ihn kennengelernt habe. Als ich schwanger wurde, hatte ich damals schon gesagt, dass es eine Nulltoleranz Grenze gibt, wenn Kinder im Auto sind. Als unsere Große dann da war, ging es mir wie dir. Ich habe sie sehr ungern mit ihm alleine gelassen und ins Auto gesetzt. Er kam immer wieder mit einer Fahne nach Hause und wurde sehr wütend, wenn ich ihn darauf angesprochen habe. Ich würde mir das einbilden, sei verrückt, etc. Nun, er ist dann wirklich betrunken mit der Großen Auto gefahren und ab da war bei mir ein Punkt erreicht, wo es nicht weitergehen konnte. Ich hab dann noch einiges versucht, zB Paartherapie und ihn zur Suchtberatung geschleppt. Ende der Geschichte, er hat weiter gelogen und getrunken, die Suchtberatung abgebrochen. Daraufhin habe ich angefangen nur auf mich und die Kinder zu schauen. Was brauchen wir, damit es uns gut geht? Ich habe mich hier im Forum angemeldet und bin zu einer Suchtberatungsstelle für Angehörige gegangen. Ich habe mich gefragt, warum ich mit jemanden eine Beziehung führe, der mich so schlecht behandelt (anlügt und alle Verantwortung an mich abgibt). Warum lasse ich mich so behandeln? Langsam habe ich mich dann mehr und mehr um meine Bedürfnisse und die der Kinder gekümmert. Sie brauchen Eltern, auf die sie sich verlassen können. Ein nasser Alkoholiker kann das nicht. Aber auch eine uneinsichtige Co-abhängige kann es nicht. Einer von beiden muss die Verantwortung übernehmen. Ich habe das dann getan und die Beziehung beendet auch wenn meine Gefühle überhaupt nicht damit einverstanden waren. Das war eine Kopfentscheidung und ich habe sie bisher nicht bereut. Meine Gefühle sind mittlerweile mit meinem Kopf überein gekommen und ich schaue hoffnungsvoll in die Zukunft. Mein Ex ist immer noch uneinsichtig. Ich konnte ihn nicht verändern. Das geht auch nicht. Du kannst nur deine Situation ändern. Kannst du dir eine Zukunft mit ihm vorstellen, wenn er weiter trinkt? Wie kannst du die Kinder schützen?


    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg!

    Liebe Erna,


    du packst auch gerne die großen Klopper aus 😀 ich finde dich so mutig in deiner Offenheit und Ehrlichkeit! Also für mich sind die Kinder eine Motivation aber keine Rechtfertigung. Sowohl was meine Trockenheit angeht als auch meine Co-Abhängigkeit. Die Verantwortung lässt du ja bei dir, darum geht es doch, oder?


    LG,

    Anni

    Liebe Malerin,


    das ist reinster Psychoterror und ich würde dir empfehlen dich davor zu schützen indem du ihn blockierst. Im akuten Fall, ihm die Polizei/Rettung vorbeischicken. Aber jetzt mal das Handy ausmachen. Das ist das einzige, was in deiner Hand liegt. Alles andere ist seine Verantwortung.


    Ohje, ich hoffe du kannst zur Ruhe kommen und schlafen.


    LG,

    Anni

    Wie kann ein Mensch so ausrasten, wenn man ihn auf den Alkoholkonsum anspricht? Ist das normal?

    Bei einem Alkoholiker, ja.

    Bin ich zu nervig?

    Nein.

    fühl mich bleischwer und weiß nicht was jetzt als Nächstes passiert.

    Du bist nicht von seinen Gefühlen oder Handlungen abhängig. Du kannst für dich entscheiden, was als nächstes passiert.


    Was kannst du jetzt gutes für dich tun? Kannst du dich mit einer lieben Freundin treffen? Mal rauskommen, einen Kaffee trinken gehen, dich ablenken.

    Liebe Brightside,


    deine Geschichte hat sehr viele Parallelen mit meiner. Auch ich wollte mit einer Paartherapie die Beziehung retten und für mich rausfinden, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben. Und da möchte ich dich warnen: nasse Alkoholiker sind meisterhafte Schauspieler und mein Ex hat in der Paartherapie Einsicht gezeigt. Ich habe dann tatsächlich ein Ultimatum gesetzt und er hat sich für die Familie entschieden (wollte ich zumindest glauben). Ich habe dann nicht nur eine Wohnung gemietet, sondern einen Hof gekauft. Ich habe mich tiefer und tiefer in das Schlamassel reingeritten, denn ich habe einen Fehler gemacht. Ich bin um ihn und seine Probleme gekreist, anstelle um meine eigenen. Nun habe ich einen Rosenkrieg zu bewältigen.


    Jede/r geht sein Tempo, aber deine Warnzeichen sind eindeutig und richtig. Höre auf dein Bauchgefühl. Ich hab es nicht getan und die Konsequenzen sind bitter.


    Mein Tipp wäre tatsächlich nicht gemeinsam in die Wohnung zu ziehen. Mein Game Changer war der räumliche Abstand! So konnte ich mich auf mich konzentrieren und schauen wo die Reise hingeht.


    Es tut mir sehr leid um euren Verlust und ich denke eine Therapeutin kann dir bestimmt helfen einen Umgang damit zu finden. Ich wünsche dir für deine Zukunft einen sicheren Hafen.


    Bleib dran, lies dich im Forum ein. Und stelle dir die Frage: Warum willst du in dieser Beziehung sein (lass die Liebe als Argument weg)?


    LG,

    Anni