Liebe Hope,
Wie hast du das geschafft? Vor allem die Kraft zu finden wieder neue Energie zu bekommen finde ich für mich persönlich eine Herausforderung.
Die Kraft kommt wie von selbst, weil ich sie nicht mehr an jemanden verschwenden muss. Ich will nicht lügen, es ist anstrengend mit zwei Kleinkindern...aber ich bin sehr weit davon entfernt mit Milchstau oder sonstigen Problemen das Kindeswohl zu gefährden. Im Gegenteil, die Kinder und ich haben mittlerweile einen schönen Alltag geschaffen und ich kann die Zeit mit ihnen genießen, ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen. Und ich kann auch mir viel besser die Aufmerksamkeit geben, die ich brauche. Meine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Ich gehe weiterhin zur Suchtberatung für Angehörige und habe auch das Jugendamt im Boot. Die helfen auch, wenn es mal finanziell eng wird.
Wie hatte dein Ex Partner reagiert als du ihm erzählt hattest das du mit den Kindern gehst?
Zu dem Zeitpunkt hat er die Trennung nicht wirklich wahrhaben wollen. Ich habe gesagt, dass ich Abstand brauche und mir eine Wohnung nehmen werde. Er war damals verständnisvoll, weil er dachte, ich würde mich schon wieder einkriegen. Das war vorteilhaft, denn so hatte ich die Zustimmung mit den Kindern auszuziehen. Als er bemerkt hat, dass die Trennung endgültig ist, war er nicht mehr so verständnisvoll. Aber da hatte ich schon meinen sicheren Rückzugsort.
Habt ihr noch Kontakt zueinander?
Ja, aber nur sehr eingeschränkt. Mit Kindern geht es auch nicht ohne. Allerdings bestimme ich, wann/wie ich Kontakt zulasse (nur schriftlich). Bei uns ist es irgendwann eskaliert und ich habe den Umgang gerichtlich regeln lassen.
Damit will ich niemanden Angst machen. Eher Mut. Alle Strapazen, die ich jetzt durchmache, sind immer noch besser als das, was ich in der Beziehung mitgemacht habe.
Bleib dran!