Beiträge von Kintsugi

    Mich erstaunt eigentlich, dass es von der sonst so schonungslosen Presse noch nie zum Thema gemacht wurde in der Vergangenheit.

    Es ist vermutlich ein dünnes Eis und damit kann sich die Zeitung auch schnell mal eine Verleumdungsklage einhandeln. Der Gesundheitszustand ist datenrechtlich geschützt.

    Mein Gesicht ist leider faltiger geworden weil das aufgedunsene fehlt 😅 aber dafür kann ich mir jetzt mehr Kekse gönnen um für die Polsterung zu sorgen. Päckchen nehme ich auch gerne entgegen 😉

    Liebe Mimi,

    Willkommen im Forum! Stark von dir, dass du dir Hilfe suchst. Ich habe auch therapeutische Hilfe benötigt, um den Absprung endgültig zu schaffen. Der Wille war da, aber schwer war es trotzdem. Jetzt bin ich seit 9 Monaten getrennt und wohne seit einem halben Jahr in meiner eigenen Wohnung.

    Wie kann ich mich überzeugen, dass es die richtige Entscheidung war und mich davon abbringen zu ihm zurück zu gehen?

    Mein Tipp an dich ist: Zeit und Abstand! Du kannst deine Gefühle nicht von heute auf morgen abstellen und manchmal geht es auch einen Schritt zurück. Dafür machst du ab jetzt zwei nach vorne. Ich bin gegangen, weil mein Verstand wusste, was zu tun ist. Die Gefühle folgen dann. Du schaffst das!

    LG,

    Kintsugi

    Liebe Tardis,

    ich musste feststellen, dass mein Ex auch ohne Alkohol ein Arsch ist. Ich schreibe das jetzt so deutlich, denn die Sucht ist kein Freifahrtschein für abfälliges Verhalten.

    Die Frage ist: Warum lässt du dich so behandeln?

    Aber wahrscheinlich habe ich mir das ganz unbewußt so ausgesucht,

    Bei mir haben jedenfalls Muster aus der Kindheit gegriffen. Starke Verlustängste und ein geschädigter Selbstwert. Das sind Themen, mit denen ich mich auseinander gesetzt habe. Und dann konnte ich mich auch trennen.

    Solche Beziehungen können wirklich krank machen und deswegen ist das oberste Gebot: kümmere dich um dich selbst!

    Aber ist das denn wirklich so? Ich kann die Hoffnung irgendwie nicht aufgeben, würde ihn so gerne zur Einsicht bewegen.

    Ja, es ist so. Die Hoffnung hält dich gefangen. Und ihn übrigens auch. Er sagt er wäre eigentlich nicht mehr mit dir zusammen, bleibt aber. Das ist keine Liebe, das ist Bequemlichkeit.

    Da draußen wartet die Freiheit auf dich!

    LG,

    Kintsugi

    Liebe Tardis,

    herzlich willkommen im Forum! Sich zu öffnen ist ein wichtiger erster Schritt, mir hat es jedenfalls sehr geholfen mit Menschen zu reden/schreiben, die in der selben Situation sind.

    Was DerMolch schreibt, ist so nicht richtig und muss differenziert werden. Ihm wurde zu Abstand/Trennung geraten, um seine Trockenheit zu schützen. Angehörigen wird auch dann zur Trennung geraten, wenn die Kinder darunter leiden (was meistens der Fall ist). Jetzt aber mal zum wichtigsten Punkt: Was wünscht du dir für dich? Was kannst du tun, damit es dir besser geht?

    Vermutlich wirst du in den 22 Jahren bemerkt haben, dass du ihn nicht trocken legen kannst, wenn er es nicht von sich aus möchte. Das heißt, wenn sich etwas ändern soll, wirst du aktiv werden müssen. Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

    Mir hat zum Beispiel auch die Suchtberatung für Angehörige geholfen. Hast du eine Freundin der du dich anvertrauen kannst?

    LG,

    Kintsugi

    Wart Ihr verheiratet?

    Wo hast Du Dir Hilfe gesucht?

    Nein, wir waren nicht verheiratet. Das macht es nicht unbedingt unkomplizierter vor allem wenn Kinder involviert sind. Ich bin zur Suchtberatung für Angehörige, da gibt es in deiner Nähe bestimmt auch Angebote. Hier im Forum sind Hilfstellen gelistet. Ich habe eine Rechtsberatung bei einer Frauenberatungsstelle in Anspruch genommen. Musst du mal schauen, ich glaube die Caritas bietet sowas auch an. Und eine spezialisierte Anwältin für Familienrecht habe ich. Das ist bei Umgangs- und Obsorgefragen unerlässlich. Da hilft nachfragen bevor man mit Taten Fakten schafft, die einem nachher auf die Füße fallen. Das Jugendamt habe ich auch involviert, weil durch sein Verhalten das Kindeswohl gefährdet ist. Wenn du das alleinige Sorgerecht hast, geht manches einfacher. Es ist egal wo du anfängst, du musst nur anfangen.

    Es ist aber nicht ok. Und es geht nicht darum deiner Tochter eine heile Welt vorzuspielen (die es nicht gibt!), sondern dass einer die Verantwortung übernimmt. Der trinkende Elternteil kann das nicht. Kinder lernen, was sie vorgelebt bekommen. Lieber ein Schrecken mit Ende...

    Und wenn er dann beschwört er hätte nix getrunken fang ich auch noch an an mir selbst zu zweifeln.

    Ja, ich kenne das 1:1. Schrecklich, wenn man seine Wahrnehmungen abgesprochen bekommt. Ich habe mich selbst fast verloren, wusste nicht mehr was wahr/unwahr ist. Und so geht es auch Kindern in diesem Umfeld. Sie merken, dass etwas nicht stimmt, aber es wird ihnen nicht bestätigt.

    Ich weiß nicht, was deine Tochter bisher mitbekommen hat und inwieweit sie merkt, dass ihr Probleme habt. Aber ich habe selbst bei meinen sehr kleinen Kindern bemerkt, wie sie jetzt entspannter sind. Eine Trennung kindgerecht erklären...hm, ich mache das trotzdem sie sehr klein sind. Das Alkoholproblem habe ich nicht angesprochen aber ich erzähle ihnen, dass es jetzt eben zwei zuhause gibt. Und in einem wohnt Mama und im anderen Papa. Es kommt eben auch sehr darauf an, wie du es rüber bringst.

    Ich habe mir Hilfe gesucht weil ich es alleine nicht geschafft habe. Es gibt wirklich viele gute Anlaufstellen bei Trennungen und/oder für Sicht Probleme in der Familie.

    Ich bin vor 6 Monaten ausgezogen, getrennt hatte ich mich Anfang des Jahres nachdem er alle Bemühungen trocken zu bleiben, abgebrochen hatte. Kurz vorher hatte er Einsicht gelobt, ist zur Suchtberatung. Dann hatte er einen Rückfall als ich nach der Geburt im Krankenhaus lag. Er war mit der großen Tochter alleine zuhause. Davon hab ich mich nie richtig erholt und er hat weiterhin heimlich getrunken. Ich konnte die Lügen und das ständige auf und ab nicht mehr ertragen, ich war kurz vorm Durchdrehen. Den Absprung habe ich geschafft nachdem ich angefangen habe, mich auf mich zu konzentrieren. Zu schauen, was ich eigentlich will und brauche. Und was die Kinder brauchen. Eine glückliche Mutter. Und das war ich in der Beziehung definitiv nicht. Meine Kinder sind 2,5 und 1.

    Ich stimme dir zu, auf halbe Sachen würde ich mich nicht einlassen. Einen komplett eigenen Rückzugsort würde ich definitiv empfehlen.

    Liebe Hope,

    Wie hast du das geschafft? Vor allem die Kraft zu finden wieder neue Energie zu bekommen finde ich für mich persönlich eine Herausforderung.

    Die Kraft kommt wie von selbst, weil ich sie nicht mehr an jemanden verschwenden muss. Ich will nicht lügen, es ist anstrengend mit zwei Kleinkindern...aber ich bin sehr weit davon entfernt mit Milchstau oder sonstigen Problemen das Kindeswohl zu gefährden. Im Gegenteil, die Kinder und ich haben mittlerweile einen schönen Alltag geschaffen und ich kann die Zeit mit ihnen genießen, ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie brauchen. Und ich kann auch mir viel besser die Aufmerksamkeit geben, die ich brauche. Meine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Ich gehe weiterhin zur Suchtberatung für Angehörige und habe auch das Jugendamt im Boot. Die helfen auch, wenn es mal finanziell eng wird.

    Wie hatte dein Ex Partner reagiert als du ihm erzählt hattest das du mit den Kindern gehst?

    Zu dem Zeitpunkt hat er die Trennung nicht wirklich wahrhaben wollen. Ich habe gesagt, dass ich Abstand brauche und mir eine Wohnung nehmen werde. Er war damals verständnisvoll, weil er dachte, ich würde mich schon wieder einkriegen. Das war vorteilhaft, denn so hatte ich die Zustimmung mit den Kindern auszuziehen. Als er bemerkt hat, dass die Trennung endgültig ist, war er nicht mehr so verständnisvoll. Aber da hatte ich schon meinen sicheren Rückzugsort.

    Habt ihr noch Kontakt zueinander?

    Ja, aber nur sehr eingeschränkt. Mit Kindern geht es auch nicht ohne. Allerdings bestimme ich, wann/wie ich Kontakt zulasse (nur schriftlich). Bei uns ist es irgendwann eskaliert und ich habe den Umgang gerichtlich regeln lassen.

    Damit will ich niemanden Angst machen. Eher Mut. Alle Strapazen, die ich jetzt durchmache, sind immer noch besser als das, was ich in der Beziehung mitgemacht habe.

    Bleib dran!

    Liebe Lotta,

    mit Kind einfach mal abhauen geht auch nicht. Aber wie wäre es, wenn du konkret anfängst zu planen. Für Tag x. Ich habe mich zum Beispiel rechtlich beraten lassen. Die meisten Ängste lösen sich auf, sobald man sie angeht. Ist es realistisch ihn aus der Wohnung zu bekommen? Wenn nicht, dann doch schon mal ein Auge auf den Wohnungsmarkt werfen. Für mich und die Kinder war die räumliche Trennung sehr wichtig! Das geht nicht von heute auf morgen, daher ist es gut sich vorzubereiten. Falls es doch mal unangenehm wird, ist es immer gut einen Notfallplan zu haben. Kannst du mit eurer Tochter mal ein bisschen rauskommen? Vielleicht doch über die Feiertage ohne Mann was unternehmen und wegfahren.

    LG,

    Kintsugi

    Liebe Hope,

    ich kann deine Ängste nachvollziehen, ich habe den Schritt gewagt und bin nun alleinerziehend mit zwei Kleinkindern. Es geht! Es ist nicht immer einfach (dass ist es nie, Kinder sind ein full-time job) ABER es ist VIEL EINFACHER als mit einem dritten Erwachsenen Kind zuhause! Du wirst es merken, wenn du auf dich allein gestellt bist und du plötzlich weniger Arbeit hast, als vorher 😉

    Es gibt immer Hilfe! Du bist nicht auf einen unzuverlässigen Partner angewiesen. Ich habe mit den Kindern zusammen Corona überstanden. Wenn das einzige was dich hält die Angst ist, dann lass mir dir diese hiermit nehmen. Wenn dich die Hoffnung hält, dann lass auch diese los. Er hat dir doch deutlich mitgeteilt, dass er keine Hilfe will. Kannst du deine angekündigten Konsequenzen wahr machen? Wenn nicht, dann ist das für ihn die Einladung genau so weiterzumachen wie bisher.

    Weil es mir nicht gut geht, kümmert er sich heute mit mir gemeinsam um die Kinder und den Haushalt

    Kein Applaus dafür...das sollte selbstverständlich sein. Und zwar auch wenn du gesund bist. Deine Schuldgefühle schickst du mal schnell in die Wüste. Es ist dein Recht (ich sehe es sogar als Pflicht) Dich und die Kinder an erste Stelle zu setzen. Kümmer dich um euch. Er ist erwachsen, er kann sich um sich selbst kümmern.

    Liebe Hope,

    fühl dich gedrückt, ich kann vieles nachfühlen.

    er gibt mir das Gefühl von Sicherheit… LOL… . Schon traurig das man so empfindet… oder?

    Als ich den Schritt der Trennung gegangen bin, war mein Herz noch nicht da, wo mein Verstand war. Mir wurde auch irgendwann bewusst, dass ich mich in einer missbräuchlichen Beziehung "sicher" fühle, weil ich so geprägt wurde und es nicht anders kenne. Es hat mich unglaublich traurig und wütend gemacht. Aber diese Wut war auch ein Antrieb. Mich da rauszuholen, meine Kinder da rauszuholen und ihnen vorzuleben, dass das eben nicht normal ist und niemand das Recht hat so mit mir oder den Kindern umzugehen.

    Du wirst eine Stärke entwickeln, die du nicht von dir kennst, du wirst eine Löwenmama. Und du wirst frei sein. Frei von seinen Fesseln und deinen eigenen. Diesen Ausblick kann ich dir geben. Der Weg lohnt sich, gehen musst du ihn selbst. Du schaffst das!

    LG,

    Kintsugi

    Liebe Hope,

    nur kurz, weil ich nicht weiß ob ich heute nochmal zum schreiben komme: nimm die Wohnung!!

    Egal wie es sich entwickelt, eins habe ich bisher gelernt: Abstand ist die beste Medizin! Du musst mit den Kindern zur Ruhe kommen können. Deinen Schutzraum haben.

    Ich habe zwei kleine Kinder, bin im Juni mit den Kindern ausgezogen und es war absolut die richtige Entscheidung. Alles andere (ob dein Mann Hilfe holt oder trocken wird), kannst du dann mit Abstand verfolgen.

    LG,

    Kintsugi

    achelias und Sunshine_33 eure Überlegungen sind nett gemeint, aber CO Abhängigkeit nachzuvollziehen ohne es erlebt zu haben, ist schwer. Mir haben solche Tipps, wie "mach mal schneller" (im Gegensatz zu "geh dein Tempo") nicht geholfen.

    Wer mir helfen kann, ist derjenige, der aus seiner eigenen Erfahrung und aus der "Ich Sicht", sich mitteilt.

    Das kann ich unterschreiben. Ich habe COs vertraut, die den Weg vor mir gegangen sind. Da habe ich mich abgeholt gefühlt.

    Ich bleibe dabei: jede/r geht sein Tempo. Nur stehen bleiben, das ist keine Option.

    Liebe Erna,

    du packst auch gerne die großen Klopper aus 😀 ich finde dich so mutig in deiner Offenheit und Ehrlichkeit! Also für mich sind die Kinder eine Motivation aber keine Rechtfertigung. Sowohl was meine Trockenheit angeht als auch meine Co-Abhängigkeit. Die Verantwortung lässt du ja bei dir, darum geht es doch, oder?

    LG,

    Anni

    Liebe Malerin,

    das ist reinster Psychoterror und ich würde dir empfehlen dich davor zu schützen indem du ihn blockierst. Im akuten Fall, ihm die Polizei/Rettung vorbeischicken. Aber jetzt mal das Handy ausmachen. Das ist das einzige, was in deiner Hand liegt. Alles andere ist seine Verantwortung.

    Ohje, ich hoffe du kannst zur Ruhe kommen und schlafen.

    LG,

    Anni

    Wie kann ein Mensch so ausrasten, wenn man ihn auf den Alkoholkonsum anspricht? Ist das normal?

    Bei einem Alkoholiker, ja.

    Bin ich zu nervig?

    Nein.

    fühl mich bleischwer und weiß nicht was jetzt als Nächstes passiert.

    Du bist nicht von seinen Gefühlen oder Handlungen abhängig. Du kannst für dich entscheiden, was als nächstes passiert.

    Was kannst du jetzt gutes für dich tun? Kannst du dich mit einer lieben Freundin treffen? Mal rauskommen, einen Kaffee trinken gehen, dich ablenken.

    Liebe Brightside,

    deine Geschichte hat sehr viele Parallelen mit meiner. Auch ich wollte mit einer Paartherapie die Beziehung retten und für mich rausfinden, ob wir eine gemeinsame Zukunft haben. Und da möchte ich dich warnen: nasse Alkoholiker sind meisterhafte Schauspieler und mein Ex hat in der Paartherapie Einsicht gezeigt. Ich habe dann tatsächlich ein Ultimatum gesetzt und er hat sich für die Familie entschieden (wollte ich zumindest glauben). Ich habe dann nicht nur eine Wohnung gemietet, sondern einen Hof gekauft. Ich habe mich tiefer und tiefer in das Schlamassel reingeritten, denn ich habe einen Fehler gemacht. Ich bin um ihn und seine Probleme gekreist, anstelle um meine eigenen. Nun habe ich einen Rosenkrieg zu bewältigen.

    Jede/r geht sein Tempo, aber deine Warnzeichen sind eindeutig und richtig. Höre auf dein Bauchgefühl. Ich hab es nicht getan und die Konsequenzen sind bitter.

    Mein Tipp wäre tatsächlich nicht gemeinsam in die Wohnung zu ziehen. Mein Game Changer war der räumliche Abstand! So konnte ich mich auf mich konzentrieren und schauen wo die Reise hingeht.

    Es tut mir sehr leid um euren Verlust und ich denke eine Therapeutin kann dir bestimmt helfen einen Umgang damit zu finden. Ich wünsche dir für deine Zukunft einen sicheren Hafen.

    Bleib dran, lies dich im Forum ein. Und stelle dir die Frage: Warum willst du in dieser Beziehung sein (lass die Liebe als Argument weg)?

    LG,

    Anni

    Liebe Brightside,

    du bist noch jung und dir stehen alle Möglichkeiten offen. Lass mich dir aus eigener Erfahrung sagen: keine Kinder mit einem nassen Alkoholiker! Ob dein Mann Alkoholiker ist, weiß ich nicht. Aber wenn dich sein Konsum JETZT stört, dann hoffe nicht darauf, dass es sich mit Kindern ändert.

    Ich bin ratlos und hab gerade wenig Ahnung wie ich da rauskommen soll

    Es gibt Beratungsstellen für Angehörige, damit und mit dem Forum, ist es mir gelungen meinen Weg zu finden. Was brauchst du, damit es dir gut geht? Fange bei dir an, dann geht es in die richtige Richtung.

    LG,

    Anni