Beiträge von Alex_aufdemweg

    Das stimmt absolut. Musst ich leider feststellen. Wichtig war mir aber erst mal, dass sie mir nichts anbieten und mir erzählen, dass es jetzt das neue Sowiesobier in unserer Hausbrauerei gibt und es ganz toll schmeckt usw. Oder mich unpassend fragen warum ich nicht trinke und ob nicht ein Gläschen geht usw. Verständnis gibt es von sehr wenigen. Dafür können sie erst mal nichts.

    Hallo NudelTante

    Ich selbst bin als Kind mit so einem Vater aufgewachsen. Es wurde immer schlimmer. Und ich habe vieles mitgenommen. Nach zwei Therapien viel später geht es soweit. Aber es sind Narben die für immer bleiben. Und später, heute bin ich sehr traurig über meine Mutter. Vor der Therapie war ich auch sehr wütend auf sie. Das sie uns (mich und meine Schwester) ihm ausgesetzt hat und ihn nicht verlassen hat. Und, naja. Ich bin selbst Alkoholiker geworden. Hier kommt kein Ratschlag. Ich erzähle nur wie es bei mir war.

    Es tut mir wirklich sehr leid das zu lesen. Und es ruft Erinnerungen hervor. Die ich gerne nicht hätte.

    Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt.

    Ein sehr schönes Thema. :)

    Es ist doch grundsätzlich meistens so, dass der Mensch immer ein wenig von sich auf andere schließt.

    Vielleicht gehen wir Alkoholiker aus diesem Grund davon aus, dass das für andere auch ein wichtiges Thema sein muss. Wenn sie aber selbst kein Trinkproblem haben, ist das eher nicht der Fall.

    Aus ihrer Sicht. Sie sehen, dass alle etwas alkoholisches trinken und Du nicht. Das ist aber eher so für sie als ob Du heute der einzige bist der einen Hut trägt. Du trägst einen Hut? Dann erwarten sie eine Antwort wie "ja, gefällt mir". Oder "hab meine Haare nicht gewaschen" ^^

    Was ich damit meine ist, dass die meisten eher überrascht wären, wenn man da zu einer riesen (womöglich tiefgreifenden) Erklärung ansetzt.

    Die eng stehenden Menschen sollten genau Bescheid wissen. Auch wegen der Gefahr, dass sie sonst etwas anbieten. Und weil da da immer Ehrlichkeit vorherrschen sollte. Beim Smaltalk reicht eine kurze Antwort.

    Ich habe das vor ein paar Jahren mal sogar im Biergarten erlebt. Wir haben uns mit einer anderen Familie getroffen und der Mann hat sich ein Apfelsaftschorle bestellt. Für mich damals undenkbar. Was für mich dann ja sogar eine wichtigere Frage war als für andere, da Alkoholiker. Also frage ich. Warum trinkst Du kein Bier? Und er meinte "es schmeckt mir nicht".

    Ende der Geschichte. Es schmeckt ihm nicht. Frage beantwortet. :thumbup:

    Selbst ich wüsste nicht was ich da noch hätte weiter fragen sollen.

    Hallo Sternchen

    Das hast Du genau erkannt. Als ich mich hier angemeldet habe war mir auch noch nicht klar, was mit "ändern" gemeint ist. Zum Beispiel Dinge im Tagesablauf. Diverse Treffen mit Freunden, oder auch manche Freunde selbst. Neue Rituale. Ich mache jetzt abends den Wasserkocher an für einen meiner Tees wenn ich heim komme. Nicht mehr in den Kühlschrank gelangt und Bier an den Hals.

    Neue, oder alte Hobbys usw. Und natürlich Beratung. Ich bin zu den AAs. Eine Therapie hatte ich schon. Das kann ich nur jedem raten. Alle diese Menschen unterstützen einen. Wenn möglich ist es gut (zumindest ist es das für mich) wenn alle aus dem Umkreis davon wissen. Sonst bieten sie einem was an oder fragen ggfs. unpassend nach.

    Ich versuche das immer in einem Beispiel verständlich zu machen.

    Das das einem Alkoholiker da egal ist, das ist schon heftig.

    Es war mir nicht egal. Es hat mich unglücklich gemacht und ein schlechtes Gewissen. Aber wenn mir einer im übertragenen Sinn sagt "atme weniger", oder "hör damit auf". Dann kann ich das ja versuchen. Und das habe ich. Aber ich MUSS atmen. Unbedingt. Und es war mir so wichtig wie das Atmen.

    Hallo Sonne,

    das Wort "Abstinenz" könnte man eigentlich auch durch "Glück oder glücklich" definieren. Bei mir kam dann irgendwann der Moment an dem die Anfangseuphorie nachgelassen hat. Dann hatte sich bereits vieles für mich zur Normalität entwickelt. Denke das ist sehr wichtig. Ich komme heim und ziehe mir nicht ein Bier aus dem Kühlschrank, sondern mache mir automatisch einen Tee. Hab echt viele Sorten. Bier hat immer nur gleich geschmeckt. Dann ließen die Gedanken um Alkohol immer mehr nach. Ich bin auch hier um wachsam zu bleiben. Und dazuzulernen. Dabei helfen mir auch Aussagen wie "ein Glas Sekt und ihr wisst ja wie es weitergeht". Schaue ich doch vorgestern auf mein Handy. Ach ja. Wie viel Tage sind es denn eigentlich. Und ups, genau 100. Kurzum. Irgendwann lebt man das einfach "normal". Aber es gibt die 2% am Tag. Da fällt es mir ein. Je nach Triggerlage auch. Und für die muss man immer gewappnet sein.

    Als As im Ärmel habe ich z. B. den "nur heute"-Trick. Hab ich noch nicht gebraucht. Aber wenn es mal soweit kommen sollte, werde ich "nur heute" nichts trinken. ;)

    Moment kurz. Muss mal meine Tochter umarmen. Die ist gerade vor 4 Minuten 19 geworden :)

    So. Gute Nacht und immer weiter voran...

    Bei 7Mind gibt es viele Kurse. Immer sieben Einheiten. Thema Angst, Stress, Gewohnheiten ändern, Emotionen, Prokrastination usw. Hab so ne dickere Matte und ein Kissen. Dauert normalerweise 7 bis 10 Minuten. Mir hat es sehr geholfen meine Gefühle und Gedanken zu beobachten. Eigentlich DAS Ding wenn es um den psychischen Rückfall geht. Der ja dem eigentlichen voran geht.

    Ein paar Kurse sind erst mal kostenlos. Kann man also erst mal probieren.

    Hat jemand von euch Erfahrung mit Meditation? Damit soll man ja echt einiges erreichen können.

    Habe noch nicht alles gelesen. Wollte hier aber noch schnell antworten. Ich kann die App von 7Mind empfehlen. Die habe ich schon lange. Bei mir zahlt das sogar die Krankenkasse. Habe moment... 3909 Minuten damit meditiert bereits.

    Muss allerdings dazu sagen, dass ich das ja auch lange in der Zeit gemacht habe in der ich getrunken habe. Halt bevor ich los gelegt habe. Also keine Wunder erwarten. Aber man lernt so einiges und das hilft mir jetzt sehr viel.

    Ja, das mit den Karten finde ich eine ganz starke Aktion von Dir. :thumbup: Respekt

    Ich sehe in Alkohol ein frei verkäufliches Gift. Und es schadet jedem. Es greift auf der Stelle die Zellen und vor allem die Hirnzellen an. Bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Dockt an Rezeptoren an die für was anderes gedacht sind. Kontrollierte Trinker vergiften sich eben nur ein bisschen. Und nur weil das der Körper dann bekämpfen kann heißt das nicht, dass es gut für sie ist. Allein schon der Umstand, dass er es bekämpfen muss sagt es doch schon. Ich würde nicht mal kontrolliert trinken wollen wenn ich es könnte. Naja, die Option habe ich eh nicht ;)

    Hab wohl zu viele Beiträge dazu gesehen und gelesen. In dem Fall schadet mir der Fanatismus aber nicht.

    Oder habe ich das falsch verstanden?

    Ja, hast Du Hartmut. :) Ich habe Dir mit meiner Aussage nicht widersprochen. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass man grundsätzlich nicht immer den Erwartungen von anderen gerecht werden muss.

    Wie heißt der schöne Satz: "Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich haben wollen."

    Und das bezieht sich auf beides. Den Mensch und den Alkoholiker, der ein Mensch ist. Denn hier ist gesunder Egoismus gefragt. Gesund in mehrerer Hinsicht. Denn da steckt das Wort Gesundheit mit drin. :wink:

    Für die alle bin ich jemand, der nie trinkt. Was für einen Reim die sich darauf machen, ist mir wurscht.

    Und genau das meine ich damit. Genau. Es ist wurscht. :thumbup:

    Borussia Ich verstehe, dass im Geschäft andere Regeln gelten. Das ist bei mir genauso. Das merkt man schon daran, dass es kein Demokratie ist. Aber auch da gilt das Zitat von Carl Friedrich. Sogar gerade erst recht.