Beiträge von Alex_aufdemweg

    Meinst du, dass man keine Herausforderung braucht?

    Ja, das meine ich. Es bringt nichts, außer Gefahr. Mit der Zeit veränderte sich mein Denken und dieser Belohnungsgedanke Alkohol verblasste. Manche "Herausforderung" ist heute keine mehr, weil ich inzwischen anders denke. Das braucht aber Zeit.

    Und die Suchstimme war dann irgendwann stumm. Ich steuere jetzt auf das vierte trockene Jahr zu. Das habe ich nicht mit Herausforderungen geschafft. Sondern weil ich aufgepasst habe.

    Wenn ich meine Suchstimme wecken wollte, bräuchte ich mir aber nur so ein komprimiertes, vom Alkohol geprägtes, Wochenende geben, wie es Dir bevorsteht. Es wäre, als würde ich sie extra wach schütteln wollen.

    die Trockenheit zur obersten Priorität zu machen und diesen Weg diszipliniert geht,

    Und das bedeutet für mich, nicht so ein Wochenende. Und wenn es nur einer von diesen Punkten wäre, dann müsste es eine Hintertür geben, durch die ich schnell verschwinden kann. Also, jederzeit alleine gehen können. Nicht andere fahren, oder so.

    Und wenn es mir zu heiß ist. Dann muss ich eben, besonders anfangs, auf so etwas verzichten. Später wird es kein "verzichten" mehr sein. Weil dann wirst Du sowas auch gar nicht mehr wollen. Angetrunkene Leute stoßen mich inzwischen sowas von ab. Wahrscheinlich, weil ich mich rückwirkend schäme.

    Das ist nichts mehr für mich.

    ein zufriedenes Leben, in dem Alkohol nicht vermisst wird.

    Ich würde dort nicht hingehen und wäre dabei sehr zufrieden. Weil ich nicht (mehr) das Gefühl hätte etwas zu verpassen. Oder etwas zu müssen. Was will ich denn da? Innerhalb kürzester Zeit wird es dort nass und eklig für mich. Ich muss nichts aushalten.

    Ach ja. Weil Du diesen Satz ins Handy gespeichert hast... Ich habe auch einen guten Satz für mich gefunden. Der passt sehr gut, wenn ich z. B. denke, ich müsste wo hin, weil das so erwartet wird.

    Ganz unverblümt heißt er: "Einen Scheiß muss ich".

    Den sollte ich mir mal aufs T-Shirt drucken. :) Hier geht es um mein Leben. Mein Leben hat Priorität.

    Lies Dir das hier doch mal durch.

    Vor allem "Alkoholfreies Umfeld", "Soziales Umfeld, Kollegen und Familie" und "Freizeitgestaltung".

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    wird auch noch eine Herausforderung.

    Genau das ist es, was ein Alkoholiker, besonders zu beginn, so überhaupt nicht gebrauchen kann.

    hoffe nun immer wen zu treffen da ich ja nüchtern und ohne Fahne bin

    Auf alle Fälle hat es sich auf mein Selbstbewusstsein und mein Selbstbild ausgewirkt.

    Und wenn ich heute meine Pfandflaschen in den Automaten schiebe, gibt es immer noch einen Teil in mir, der sich freut, wenn jemand mit ansteht und dabei zusieht. ;)

    Leider kommen jetzt nur noch maximal 5 Euro Pfand zusammen und nicht mehr über 15, aufgrund der Bierflaschen, wie früher.

    Ich war im ersten Jahr auch zusätzlich in einer realen Gruppe. Einmal die Woche. Hatte dann bald den Schlüssel. Dadurch habe ich mich sozusagen selbst verpflichtet hinzugehen.

    Mir, als Person war es (wohl) wichtig, jemandem ins Gesicht zu sagen, dass ich Alkoholiker bin. Und das öfters. Zu "sehen", dass es noch andere gibt.

    Wenn ich aber Fragen hatte - und das waren nicht wenige - habe ich sie hier gestellt. Denn dort ist das aufgrund des "Formates" nicht angesagt, direktes Feedback zu geben. Ich kann nur sagen, wie ich etwas gemacht habe. Das hat der Vorteil, dass ich keinen Gegenwind bekomme. Aber den Nachteil, dass ich eben auch keine klaren Infos bekomme. Die aber sehr sehr wichtig sind.

    Die Message kam dort viel zu langsam rüber. Bei mir musste das schneller gehen. Aber als Ergänzung, aus den oben genannten Gründen, war es für mich gut.

    Kurzum. Wenn Du wissen willst, wie es geht, bist Du hier richtig. Die Grundbausteine. Ganz klare Vorgaben. Und Du kannst immer fragen und Dich mitteilen.

    Für die "Kosmetik" kann dann noch anderes nachkommen.

    Seien es Gruppen, Therapie, Bücher, Filme und weiß nicht was alles. Je nach Bedarf.

    So sehe ich das. So hat es bei mir "geklappt".

    Mache ich mir vielleicht unnötig zu viel Druck?

    Ja. Dein Hirn ist noch voll auf Alkohol fokussiert. Das ist nach der langen Zeit des Trinkens absolut normal.

    Und Du hast alles richtig gemacht, Dich nicht in eine solche Situation zu begeben. Das wäre auch kein Spaß gewesen.

    Ich hätte Dir anfangs auch sagen können, wer was und wie viel (im ganzen Lokal) getrunken wurde. Es hat ganz von selbst nachgelassen, weil es ja nicht mehr wichtig für mich ist. Dauert ein wenig. Also, nach einem Jahr war es schon deutlich besser und nach zwei wusste ich gar nicht mehr, was irgendwer, außer mein Gegenüber, getrunken hat.

    Auch auf der Speisekarte überspringe ich die Bier- und Weinseite automatisch und weiß nicht, was die jetzt gekostet hätten.

    Hab Geduld mit Dir. Du machst das richtig. Es kommt von alleine.

    Es freut mich, wenn deine fast Abstinenz dir gut tut.

    Ich bin selbst auch EKA und habe erkannt, dass ich meine Mutter nie ändern werde.

    Ich finde es sehr schade, aber mir fiel es nicht sehr schwer, das zu erkennen.
    Aus welchem Grund? Ich bin selbst Alkoholiker geworden.

    Wenn meine damalige Partnerin mit mir getrunken hat, fand ich es gut. Wenn sie nichts getrunken hat, war mir das absolut egal.
    Da wird wohl nichts „abfärben“. Aber wenn Du für Dich sehr wenig trinkst und nicht auch Alkoholiker wirst, wie ich, ist das auch sehr gut.

    Gibt es jemand, der auch aufgehört hat und der Partner aber weiter getrunken hat?

    Mir wurde hier von jemanden gesagt, dass mich das Trinken des Partners bald noch viel mehr stören würde. Und so war es. Die letzte Zeit vor meinem Auszug waren sehr schwer.
    Der Alk wird ja auch nachts ausgedünstet. Heute frage ich mich, wie ich das ausgehalten habe.

    Ich habe in der ersten Zeit 20 Kilo abgenommen. Dann wieder zehn Kilo zugelegt. Und da bin ich jetzt. Musste erst mal normal zu Essen lernen. Vorher waren die meisten Kalorien eher trinken.

    Respekt auch vor den Menschen die es so viele Jahre schafften trocken zu bleiben

    Es ist so, dass es immer einfacher wird. Die schwierige Zeit ist ja eher am Anfang.


    Du hast mich daran erinnert, dass ich dieses Gefühl auch hatte. Nach 3 bis 4 Monaten war dann der große Hype auf einmal weg. Dann wurde es langsam zur Normalität.

    Hatte das schon ganz vergessen. Jedenfalls ist es dann auch kein „Schaffen“ mehr. Sondern es ist einfach das normale Leben.

    Für mich ein besseres als vorher. Aber dennoch das normale Leben.

    Ist die Geschmacksrichtung "bitter" jetzt auch tabu für mich, weil ich sie früher mit Bier befriedigt habe? Ist es nur das Suchtgedächtnis, das sie manchmal vermisst?

    Das wäre dann doof. Ich habe eine Flasche Schweppes im Kühlschrank. Ab und zu nehme ich da einen großen Schluck draus. Erstens ist es schön bitter und zweitens fallen mir da bald die Augen, wegen der Kohlensäure raus. Da ist extrem viel drin. ^^

    Da ich es sporadisch mache und nicht daran denke, oder ich den Drang habe jetzt unbedingt an den Kühlschrank zu rennen und etwas davon zu trinken, gehe ich nicht davon aus, dass es mein Suchthirn anspricht.

    Es ist ja auch so, dass ich in über drei 1/2 Jahren noch nie danach an Alkohol gedacht habe. Also ist es für mich safe.

    Zu Deiner Frage noch mal. Wenn es das Suchtgedächnis wäre und Du es dann trinkst, würde es doch irgendwie versuchen danach die Kurve zum Alkohol zu nehmen. In Form von irgendwelchen Gedanken. Wenn da keine kommen, wird es eben einfach eine Vorliebe sein.

    p.s. Ach ja bei *Rina* musst du so Sternchen um den Namen machen. Mir ist aufgefallen, dass der Name bei Dir "rot" ist.

    ich kann daran jetzt auch nichts verwerfliches finden…

    "Verwerflich" ist jetzt nicht ganz der richtige Ausdruck. Eher risikoreich.

    das ähnliche Genussgefühle wie Alkohol hervorrufen kann,

    Will ich ähnliche Gefühle wie mit Alkohol erreichen?

    Ich ersetze das Suchtmittel durch ein neues Getränk

    Das ist eben das, was ich meinte.

    Konkurrieren die beiden Getränke in meinem Kopf miteinander?

    Die Frage kann man sich stellen. Wenn ich sie klar mit "nein" beantworten kann, ist ja alles ok.

    Was mir aufgefallen ist. Oft geht es darum nach "leckeren" Getränken, ohne Alkohol zu forschen. Dies oder das zu probieren. Gibt sogar einen Thread dazu.

    Das habe ich auch gemacht. Vor allem als ich noch nüchtern und nicht trocken war.

    Ich sehe das inzwischen so. Indem ich versuche einen Ersatz für ein alkoholisches Getränk zu suchen, räume ich Alkohol immer noch den Stellenwert ein, dass es was "besonderes" war. Das das Trinken einen hohen Stellenwert hat. Nur jetzt halt ohne Alkohol.

    Ein schöner Tag. Ich muss, damit er noch schöner ist, etwas Tolles trinken. Nur eben ohne Alkohol.

    Es ist ja so heiß, ich brauche ein tolles Getränk.

    So. Jetzt ist es also ein guter, warmer Tag. Ich mache alles Mögliche, oder auch nichts. Ich kann ins Wasser hüpfen, oder eine Radtour machen. Darf nur nicht stehen bleiben, weil es so war ist. ;) Was ich nicht alles an so einem Tag machen kann.

    Da ist aber kein Gedanke (mehr) bei mir, dass ich jetzt irgend etwas trinken muss, damit der Tag noch schöner ist. Irgendwann habe ich richtig Durst. Und dann trinke ich persönlich gerne etwas, dass gut löscht. Eine große Ladung Sprudel. Weg ist der Durst und schon kann ich mich wieder den anderen Dingen zuwenden, die einen Tag ausmachen.

    Ich gehe sogar soweit, dass ich folgende Frage stelle. Versuche ich mich durch das Trinken eines tollen Getränks davon zu überzeugen, dass das ja jetzt genauso gut ist, wie das alkoholische es war? Konkurrieren die beiden Getränke in meinem Kopf miteinander?

    Jetzt habe ich mir gerade selbst beantwortet, wieso ich nach der ganzen Sucherei am Anfang, wieder beim Wasser und im Winter öfters beim Tee gelandet bin. Weil es unwichtig geworden ist. Der Akt des Trinkens.

    Meinen Sprudel mag ich vorzugsweise kühl, es kann auch mal mit Geschmack sein. Beim Trinken denke ich "ja, ist gut". Und das war es dann auch. Ich zelebriere das nicht, oder freue mich da jetzt Mords darauf. Wie jetzt z. B. beim Essen. Ich habe halt Durst und gleich ist er weg.

    Z. B. jetzt fällt mir gerade auf, dass ich mir vor fast zwei Stunden einen Sprudel in der Küche eingeschenkt habe. Da gehe ich jetzt hin und nach fünf Sekunden ist der weg gezogen. Dann setzte ich mich wieder hier hin. Oder ne. Ich fahre den PC runter und gehe ins Bett.

    Gute Nacht...

    Mit Sicherheit wird man andere Leute kennenlernen, die nicht mit 0,8 auf dem Turm rumlaufen.

    Witzig. "Auf dem Turm..." habe ich noch nie gehört. ^^

    Ich komme jetzt (nicht nur im Urlaub) mit ganz anderen Menschen in Kontakt. Sie waren schon vorher da. Aber wir waren nicht "kompatibel".

    Jetzt sind es andere Menschen, mit denen ich mich austausche und sie sind nicht nur ein Beiwerk zum Urlaub und zum Trinken.