Rennschnecke - bin froh, hier zu sein

  • Mit trinken habe ich das gut raus. Getrunken wird wenn ich Durst habe….

    Wenn ich nur trinken würde, wenn ich Durst habe, wäre ich schon längst vertrocknet. Ich kenne so etwas wie Durst nicht wirklich. Manchmal fällt mir um 15 Uhr ein, dass ich ausser 2 Tassen Kaffee noch nichts getrunken habe. Nur Wasser geht bei mir leider auch nicht so gut. Auf Arbeit schmeckt es fürchterlich und zuhause vergesse ich es. Ich muss mich wirklich zwingen zu trinken. Und wenn es Geschmack hat, geht es einfach besser. Daher trinke ich nicht nur Wasser, sondern trinke auch Fruchtschorlen, Milchgetränke (statt Frühstück im Büro), und abends auch gerne mal eine Limonade. Ist das jetzt echt Suchtverlagerung? Für mich ist das einfach eine Notwendigkeit, irgendwie die notwendige Flüssigkeit in mich hineinzubekommen ;)

    Das einzige, wo ich keine Mühe mit genug Trinken hatte, war früher bei der Flüssigkeitszufuhr abends mit Alkohol... Da habe ich oft meine Trinkmenge nachgeholt. Heute kann ich darüber nur den Kopf schütteln: wie dumm ich damals war X/

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • ich kann daran jetzt auch nichts verwerfliches finden…

    "Verwerflich" ist jetzt nicht ganz der richtige Ausdruck. Eher risikoreich.

    das ähnliche Genussgefühle wie Alkohol hervorrufen kann,

    Will ich ähnliche Gefühle wie mit Alkohol erreichen?

    Ich ersetze das Suchtmittel durch ein neues Getränk

    Das ist eben das, was ich meinte.

    Konkurrieren die beiden Getränke in meinem Kopf miteinander?

    Die Frage kann man sich stellen. Wenn ich sie klar mit "nein" beantworten kann, ist ja alles ok.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ohje liebe Rennschnecke, jetzt hast Du hier in Deinem Faden einen Austausch über Trinkverhalten…..

    Naira

    Ich trinke Morgens direkt nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen. Darauf kippe ich einen dreiviertel Liter grünen Tee. Für die Arbeit nehme ich mir einen Liter Wasser im Sommer und im Winter einen Liter Tee mit. Nachmittags (einen Kaffee) und Abends trinke ich nach Gefühl…. meistens Wasser.
    Streng genommen sind Getränke mit Kalorien ja Mahlzeiten und kein reines Getränk, deswegen achte ich da sehr drauf, weil ich mich bemühe nur drei Mahlzeiten zu essen. Und meine zur Verfügung stehenden Kalorien investiere ich lieber in mein Essen.

  • Eher risikoreich.

    hmm.

    Ich kenne nun noch keine Studie über das Suchtpotenzial von grünem oder schwarzen Tee. Womöglich - eher milde - bezüglich des enthaltenen Teeins/Koffeins. Aber keinesfalls in der Ranghöhe einer Droge.

    Ja, ich ersetzte den Alkohol durch ein anderes Getränk. Wie ein Surrogat. Für eine Übergangszeit, um eine neue Trinkgewohnheit einzuschleifen.
    Schwerpunkt: ähnliche Genussgefühle -- wohlgemerkt GENUSS, nicht aber Rausch!

    Manche hier betonen, Alkohol hätten sie nie wegen des Geschmacks getrunken, sonder immer und von Anfang an nur wegen der Wirkung. Bei mir war es die längste Zeit umgekehrt; wobei ich die lange eher unbewusste einhergehende Stimmungsaufhellung sehr wohl mit sehe. Aber wer den Genussaspekt wenig/nicht kennt, versteht womöglich mein Handeln nicht.

    Tee macht nicht süchtig. Tee berauscht nicht. Er beschwingt, ist anregend - das durchaus. Wenn die Menge massiv zu viel wird, rebelliert der Magen ein wenig, das hatte ich einmal erlebt, war vielleicht auch nur eine zu kräftige Dosierung.

    Die Übergangszeit ist lange vorbei. Mein Teekonsum ist völlig normal. Bei mir konkurriert da nichts, kann auch ohne (Alk wie Tee).

    Aber es hat für mich funktioniert. Ich hatte in den ersten drei Monaten nur selten leichten Suchtdruck und danach - in diesem Jahr überhaupt keinen mehr.
    Es sind nur meine Erfahrungen.

  • Bei mir war es die längste Zeit umgekehrt; wobei ich die lange eher unbewusste einhergehende Stimmungsaufhellung sehr wohl mit sehe.

    mmmh. Alkohol ist eine starke Droge. Und das, was ich vom ersten Schluck (vor zig Jahren) gemerkt habe, war das einsetzende Rauschgefühl. Und das habe ich genossen. Ich habe mir auch später nicht eingeredet, dass ich Alkohol aus irgendeinem anderen Grund getrunken habe. Und ich werde jetzt nüchtern auch nicht damit anfangen, den das wäre für mich eine Hintertür.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Kann es sein, dass Andere andere Erfahrungen gemacht haben?

    Natürlich habe ich in der Jugend den Rausch erlebt und auch genossen. Einen Filmiriss hatte ich mit 15, einmalig, danach nie wieder.
    Ab den 20ern hatte ich lange Zeit ein "normales", recht gemäßigtes Trinkverhalten. Erst um die 40 herum begann es, regelmäßig zu werden - und da war der Grund lange Zeit vordergründig der Genuss. Rausch war seltenst; es gab *keinen einzigen* Moment, den ich unter Alk nicht mehr erinnern konnte.

    Du darfst gern für Dich sprechen. Das damit einhergehehende latente Herumningeln reicht mir aber jetzt. Belassen wir es dabei.

  • Rina : Alles gut, ist doch ein wichtiges und spannendes Thema ...

    Bei mir war es ähnlich wie bei Oskar, egal, wie lange und ungeschönt ich es betrachte: ich habe viele Jahre lang, bis ca. Ein halbes bis Dreivierteljahr vor dem geplanten Abstinenzbeginn, noch mit einem Gefühl Genuss getrunken. Rausch habe ich eher gefürchtet, ich wollte immer Herrin meiner Lage bleiben (ist mir bis auf eine Handvoll Partys in meinem Leben auch gelungen).

    Dabei war es mir auch nicht egal (das änderte sich auch erst in der Schlussphase), was (Bier, nach einer Zwischenphase mit Rotwein)und welche Marke ich getrunken habe, ich habe meinen Konsum über die Jahrzehnte auch nur so langsam steigern müssen, dass ich es (bis auf die Schlussphase) am nächsten Tag nicht bereuen musste.

    Ich bin wohl vom Typ eher "genussorientiert" und bequem: Ich war immer überzeugt, nicht von Tablettensucht oder Magersucht bedroht zu sein: schmeckt nicht, viel zu anstrengend, zu viel Selbstkasteiung usw. Dann schon "lieber" zu viel Alk und Süßes...

    Bei mir war es auch ein Feierabendritual: Nach dem langen Arbeitstag nach Hause kommen, vielleicht noch Einkauf, Wäsche erledigen, und dann ab mit Essen und Pulle aufs Sofa, wenn sonst schon keiner auf mich wartet...und ab und zu (das ist erst durch das zwischenzeitige Zusammenleben mit dem Ex zur täglichen Gewohnheit geworden und geblieben) was Süßes dazu.

    Deshalb hab ich mir anfangs den ambulanten Entzug gar nicht zugetraut, weil der ja in meiner gewohnten Trinkumgebung stattfinden musste. Und dann war es (dank meiner langen mentalen Vorbereitung, bin ich mir sicher) so einfach, geradezu feierlich, und statt Alk trinke ich seitdem "einfach " 2 verschiedene Tassen Tee, das ist mein neues Abendritual (auch wenn ich oft das Austrinken vergesse und weiterhin viel zu viel Süßes esse).

    Schorle trinke ich tagsüber nebenbei, auch zu nassen Zeiten, um nichtvzu viel Koffein zu mir zu nehmen und weil ich leider kaum Obst essen mag. Aber auch die stark verdünnte Schorle ist mir manchmal noch zu süß.

    Ist die Geschmacksrichtung "bitter" jetzt auch tabu für mich, weil ich sie früher mit Bier befriedigt habe? Ist es nur das Suchtgedächtnis, das sie manchmal vermisst?

  • Ist die Geschmacksrichtung "bitter" jetzt auch tabu für mich, weil ich sie früher mit Bier befriedigt habe? Ist es nur das Suchtgedächtnis, das sie manchmal vermisst?

    Das wäre dann doof. Ich habe eine Flasche Schweppes im Kühlschrank. Ab und zu nehme ich da einen großen Schluck draus. Erstens ist es schön bitter und zweitens fallen mir da bald die Augen, wegen der Kohlensäure raus. Da ist extrem viel drin. ^^

    Da ich es sporadisch mache und nicht daran denke, oder ich den Drang habe jetzt unbedingt an den Kühlschrank zu rennen und etwas davon zu trinken, gehe ich nicht davon aus, dass es mein Suchthirn anspricht.

    Es ist ja auch so, dass ich in über drei 1/2 Jahren noch nie danach an Alkohol gedacht habe. Also ist es für mich safe.

    Zu Deiner Frage noch mal. Wenn es das Suchtgedächnis wäre und Du es dann trinkst, würde es doch irgendwie versuchen danach die Kurve zum Alkohol zu nehmen. In Form von irgendwelchen Gedanken. Wenn da keine kommen, wird es eben einfach eine Vorliebe sein.

    p.s. Ach ja bei *Rina* musst du so Sternchen um den Namen machen. Mir ist aufgefallen, dass der Name bei Dir "rot" ist.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Mal was anderes- und ich schreibe das hier im offenen Bereich, weil es hier gestern auf für mich erschreckende Weise hochgekocht ist.

    Dieses Forum und meine Trockenarbeit mithilfe dieses Forums sind mir so wichtig, dass ich mich in meinem bescheidenen Rahmen mit dafür einsetze, dass seine besondere Qualität erhalten bleibt. Das kann man "Agenda" nennen, ich nenne es einfach Anliegen oder noch besser: Herzensangelegenheit.

    Denk, was du willst, finde gut oder blöd, wen oder was du willst, aber bleibe dabei respektvoll und fair, auch und gerade gegenüber Anderstickenden.

    Wenn du dir deiner Sache so sicher bist, brauchst du doch nicht ausfallend zu werden? Dann kannst du dich doch auch ganz entspannt mit Argumenten der anderen auseinandersetzen, egal, zu welchem Thema? Auf die "Gefahr" hin, dass du durch diesen Austausch auf Gedanken kommst, die dir bisher gar nicht in den Sinn gekommen wären?

    Das setzt natürlich voraus, dass Du das Geschriebene auch wirklich liest und nicht nur wie ein Virenscanner nach vermeintlichen Reizworten absuchst, an denen du dich aufhängen kannst.

    (Das geht übrigens an alle Forenteilnehmer da draußen, auch an mich).

    Ich wünsche mir das für die Welt da draußen - und dass wir hier schon mal damit anfangen. Danke.

  • Hey liebe Rennschnecke,

    puh da ist ja ganz schön viel Emotion hochgekocht.. Meine Gedanken dazu: du schreibst dass du gegen die Spaltung in der Gesellschaft bist. Doch der Austausch von euch zwei zeigt leider wie schnell das hier passiert ist.

    Angefangen mit "Reizwörtern" hast du liebe Rennschnecke. Rino hat den Herrn Hirschhausen als "Quacksalber" tituliert. Weiß ich jetzt nix von dem Herrn, ich hab nur die Doku gesehen und fand sie ganz ganz schrecklich. Daraufhin folgerst du dass Rino in einer "Bubble" lebt. Das finde ich persönlich schon als "schubladisieren". Vor allem weil mir der Kontext dazu fehlt. Warum werde ich in eine Bubble geschoben wenn ich der Meinung bin er ist ein Quacksalber?

    Und danach folgt der Schlagabtausch mit gegenseitigen Herabsetzungen. Das ganze ist hochpolitisch, mal trifft es einen persönlich, so wie bei Annablume, mal sagt sich Rino, bitte verschont mich mit dem Gedöns.

    Und egal wie ich persönlich jetzt zu Rinos Ansichten stehe, wenn mich schon zu Anfangs eines Austausches jemand in eine "Bubble" schiebt wäre ich raus. Und ich würde es beleidigend empfinden wenn mir jemand unterstellt dass ich schwurble.

    Und kurz zum Thema "Agenda". Durch Anpassung der Sprache wird eine Agenda verfolgt. Um Bewußtsein zu schaffen, kleine Veränderungen in unserer Sprache und in unseren Köpfen. Das kann man gut und richtig finden oder auch nicht. Ich finde es übrigens gut. Ich war schon vor 20 Jahren stolz in meiner Berufsbeschreibung die weibliche Form einzutragen. Ich kann aber auch verstehen wenn das Thema jemanden zuviel ist. Und einem um die Ohren fliegt so wie bei Rino. Da wäre ich auch dezent angepiepst.

    So, das wären meine 5 Cent zu dem Thema.

    Schöne Woche euch allen, und den Cos die grade sehr leiden wünsche ich ein bisschen Ruhe..

    LG Alexa

  • Huhu Rennschnecke,

    Ähm, zurück zum Trinkthema. Ich habe früher so ziemlich alles an Alkohol gerne gesoffen. Cocktails aus dem richtigen Gals mit den richtigen Eiswürfeln, Rotwein nur in Bioqualität und natürlich auch gerne Bier.

    Als ich noch geraucht habe, war ich der festen Überzeugung Zigaretten schmecken gut. Die Zigarette zum Kaffee, nach dem Essen u.s.w. Jetzt bin ich der Überzeugung an einer Zigarette kann nix schmecken.

    Werde ich eines Tages sagen, dass an Alkohol nichts schmecken kann? Oder andere Sachen viel besser. Und warum nicht gesunde Routinen entwickeln wie. Ich bin jetzt gestresst, deswegen gehe ich eine Runde spazieren, höre eine Meditation , nehme ein paar tiefe Atemzüge oder was auch immer.

    Liebe Grüße Rina

  • Dieses Forum und meine Trockenarbeit mithilfe dieses Forums sind mir so wichtig, dass ich mich in meinem bescheidenen Rahmen mit dafür einsetze, dass seine besondere Qualität erhalten bleibt. Das kann man "Agenda" nennen, ich nenne es einfach Anliegen oder noch besser: Herzensangelegenheit.

    Denk, was du willst, finde gut oder blöd, wen oder was du willst, aber bleibe dabei respektvoll und fair, auch und gerade gegenüber Anderstickenden.

    Wenn du dir deiner Sache so sicher bist, brauchst du doch nicht ausfallend zu werden? Dann kannst du dich doch auch ganz entspannt mit Argumenten der anderen auseinandersetzen, egal, zu welchem Thema? Auf die "Gefahr" hin, dass du durch diesen Austausch auf Gedanken kommst, die dir bisher gar nicht in den Sinn gekommen wären?

    Hi Rennschnecke,

    ich wollte Dir nur dalassen, dass ich mich in Deinen Gedanken wiederfinde und es sehr gut finde, dass Du für diese eingetreten bist.

    In den Forenregeln, so wie ich sie lese, ist festgelegt, dass kein Mensch, der sich an die Forenregeln hält, diskriminiert wird. Nicht dafür eine andere Meinung zu haben. Nicht dafür, einer anderen Gruppe anzugehören. Sei sie noch so klein.

    Für mich eine Selbstverständlichkeit.

    Die Forenregeln führen dies noch weiter aus. Und sie betonen explizit, dass dies für LGBTQ+ Menschen gilt.

    Auch dies ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Besonders vor dem Hintergrund, dass ich als Alkoholiker selbst mit Diskriminierung rechnen muss.

    Wenn eine Nutzer*in damit ein Problem hat und/oder das Diskriminieren nicht lassen will. Dann stellt sich mir die Frage, ob dies das richtige Forum für diese Person ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Erst mal vielen Dank, Kazik für Deinen Zuspruch, das tut gut.

    Und es ist ein gutes Beispiel, wie Gendern aussehen kann - eins, das ich persönlich z. B. nicht so praktikabel finde. Aber deswegen beschimpfe ich Dich nicht und fluche auch nicht rum, auch nicht innerlich.

    Du schreibst so, weil es Dir wichtig ist, ohne das Gleiche von mir zu verlangen, und damit kann ich gut leben. (solange die Vorlese-Apps damit klarkommen, was ich nicht beurteilen kann.) und das wünsche ich mir auch von anderen.

    Ich möchte aber auch niemanden hier ausgrenzen oder loswerden, meine zugegeben sehr direkten Fragen sollten zum Nachdenken anregen, weil ich R/no bis auf diese beiden Anlässe, das habe ich mehrfach betont, hier anders kennengelernt habe.

    Umso mehr hat mich die geballte Ladung Aggressivität gestern erschreckt, zumal ich den von mir genutzten Begriff "Bubble" auch nicht als Schimpfwort empfinde, um auch auf Alexa zu antworten.

    So eine Blase ist doch nichts anderes als ein Kreis von Gleichgesinnten, in dem wir uns bewegen. Und hier prallen die verschiedenen Lebenswelten aufeinander.

    Können wir das bitte hinkriegen, ohne uns zu bekriegen? Um uns auf unser Thema, die Suchtbzu konzentrieren? Mehr wünsche ich mir nicht.

  • Bei der Vielzahl der User wird es immer kontrovers bleiben, und das ist auch in Ordnung so. Schließlich steckt hinter jeder Sucht eine individuelle Lebensgeschichte. es bringt jedoch nichts wenn über User diskutiert wird.

    Miteinander sollte immer im Vordergrund stehen, und bei Stress oder Diskussionen, die vom Thema Sucht abweichen, kann die PN-Funktion genutzt werden.

    Können wir das bitte hinkriegen, ohne uns zu bekriegen?

    Im offenen Bereich geht’s um Austausch, nicht um Ego-Runden. Wer nur seinen Senf loswerden will, sorgt dafür, dass Diskussionen nie enden – aber selten weiterkommen. Regelverstöße? Klären wir im Team.

    Niemand muss sich den Kopf darüber zerbrechen, wie die Regeln zu verstehen sind das übernehmen wir.

    Ich hoffe, dass das nun geklärt ist, und bei weiteren Fragen gerne über PN.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Ihr,

    noch einmal Gedanken zu Sucht und Genuss.

    Alkoholiker*innen trinken Alkohol, weil sie süchtig danach sind. Dies ist der einzige Grund.

    Der Grund warum sie süchtig wurden ist, dass Alkohol eine Droge ist. Und die Sucht will den Rausch. Das Glücksversprechen der Droge.

    Rausch zeichnet sich nicht dadurch aus, dass ich vollkommen Kontrolle über mich und mein Verhalten verliere. Und auch nicht, das ich mich danach an nichts erinnern kann.

    Ich selbst konnte mich in der Zeit, in der ich abhängig getrunken habe, ob der schieren Menge und Häufigkeit nicht wirklich davon überzeugen, dass ich aus Genuss getrunken habe. Das heißt aber nicht das ich mir die Welt nicht trotzdem schön getrunken habe und mir mein Suchtgedächtnis bis zu meinem Tod erzählen wird, dass es doch so schön genussvoll war.

    Und das ist für mich jetzt nüchtern das Problem. Wenn ich jetzt noch die Überzeugung hätte, das ich wegen des Genusses getrunken habe, dann wäre das für mich sehr riskant. Denn es könnte mich zu dem Gedanken verleiten, dass ich vielleicht gar nicht abhängig bin, weil ich ja nur aus Genuss getrunken habe. Oder dazu, dass ich diesen Gedanken gleich ganz überspringe und wieder anfange zu saufen, weil es doch ein so großer "Genuss" war.

    Mir persönlich ist es jetzt nüchtern wichtig, dass ich mir keine Hintertüren lasse, die mich zum Saufen verleiten könnten. Und mir ist es auch wichtig, dass ich darüber schreibe, wenn ich es als Hintertür erkenne.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Den Übergang hab ich gar nicht bemerkt. Deshalb kann ich gar nicht sagen ab wann der Genuss aufhörte. Ich kann mich extrem gut selbst belügen. Immerhin war es irgendwann klar, dass das schon lange kein Genuss mehr ist. Dass ein ‚guter Rausch‘ bei mir so lange her war, hat mir am Anfang beim nüchtern bleiben echt geholfen. Ich wusste, dass ich das, was ich mir ersehene- ein entspannter Rausch- für mich gar nicht mehr möglich ist. Von Alkohol merkte ich immer lange keine Wirkung bis sich nach ca. 5-6 Bier ein Schalter umlegte und ich völlig neben mir stand. Am Ende bin ich einfach wo ich gerade war eingeschlafen- egal ob an der Bar oder vor der Kneipe. Nix was man sich wünscht.

  • Ich selbst konnte mich in der Zeit, in der ich abhängig getrunken habe, ob der schieren Menge und Häufigkeit nicht wirklich davon überzeugen, dass ich aus Genuss getrunken habe. Das heißt aber nicht das ich mir die Welt nicht trotzdem schön getrunken habe und mir mein Suchtgedächtnis bis zu meinem Tod erzählen wird, dass es doch so schön genussvoll war.

    Ob es "echte" Genusstrinker gibt, frage ich mich tatsächlich. Ich kann es mir kaum vorstellen. Vor allem: Wann hört der Genuss dann eigentlich auf und wann trinke ich, weil ich muss?

    Vielleicht bin ich ein anderer Typ Trinker (vermutlich, wie ich in vielen Facetten wahrscheinlich anders als andere bin), aber wenn ich so nachdenke, habe ich aus folgenden Gründen getrunken (dann aber zu viel!) - wobei es eigentlich ja nur einer war, nämlich die:

    Gewohnheit: Ich bestellte mir meine Getränke / ich trank zu diesem oder jenem Anlass meine Getränke (natürlich waren es mehr als eins), weil ich es immer so machte (ich könnte auch sagen: es gar nicht anders kannte).

    z.B.

    - Stress. Wurde mir etwas zu viel (beruflich / privat), griff ich ohne viel nachzudenken zum Glas / zur Flasche. Ein Automatismus.

    - Langeweile: Wenn es nichts zu tun gab, war der Weg zur Flasche kurz. Auch eine Form der Gewohnheit.

    - Gesellschaftliche Anlässe und Anpassung: Weil es einfach üblich war. Es wurde getrunken, weil es alle taten, es "schicklich" war.

    Nach wie vor glaube ich nicht, dass ich aus innerem Druck oder Zwang heraus getrunken habe, sondern weil es einfach ein Muster war. Wie ich mir z.B., wenn ich bei einem Kiosk was besorge, mir immer auch ein Los kaufe. Allerdings nahm die Menge zeitweise ein bedenkliches Ausmaß an. Die sozialen, gesundheitlichen und auch anderen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sind bekannt.

    Und: Sich von gewohnten Verhaltensweisen zu trennen, ist schwerer als gedacht.

    Primär muss bzw. musste ich für meine Stabilität die Ursachen bzw. den Grund des Trinkens ausschalten (soweit möglich), dann stellt(-e) sich nämlich die Frage nach dem Griff zur Flasche / zum Glas nicht mehr so wirklich. Gegen Langeweile hilft Betätigung bzw. Ablenkung, gegen Stress eine geänderte Lebensweise / Einstellung / Sicht der Dinge (erkennen, was wirklich wichtig ist, aus Kleinigkeiten keine Elefanten machen, nicht jede Bemerkung auf die Goldwaage legen und und und) und bei den ungesunden Sozialkontakten, musste ich mich eben (was nicht ganz so leicht war), von dem einen / der anderen Bekannten distanzieren.

    Bislang klappt es.

    Von einem Genusstrinker war ich eigentlich immer weit weg...

  • Hi Stef,

    Bei einer vorhandenen Sucht ist der einzige Grund für den Konsum die Sucht selbst. Das ist das Wesen der Sucht. Und das ist unwidersprochen.

    Und wie geschrieben ich rede mir jetzt nüchtern auch nichts anderes ein, weil dies eine Hintertür für die Sucht wäre.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

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