Beiträge von Alex_aufdemweg

    Wenn das im Garten passiert und nicht weil irgendwelcher Alkohol in der Nähe dazu führt. Es außerdem keinen Verlangen auslöst, würde ich persönlich nicht anfangen den Gedanken festzuhalten und noch extra drauf schauen. Ich muss ja nicht darum betteln, dass Suchtgedanken ausgelöst werden.

    Wichtig finde ich, dass du die Gedanken bemerkst. Also sehe ich eine gewisse Distanz dazu. Und das ist gut so.

    Mit der Zeit wird dieser Gedanke sicher von selbst immer weniger vorkommen.

    "Normal hätte ich jetzt gesoffen", wird ja auch irgendwann langweilig. Außerdem ist "normal" bald, dass Alkohol aus deinem Leben raus ist. :thumbup:

    Ich bin z. B. inzwischen auch hier um nicht zu vergessen, dass ich Alkoholiker bin. Das hätte ich am Anfang sicher nicht vergessen können.

    Sich also sachlich daran erinnern, was ich bin ist also gut. Damit ich nicht nachlässig werde.

    Ich denke was wäre, hätte, könnte

    Ja, anfangs kam bei mir auch erst mal alles hoch. Das waren einige schlaflose Nächte.

    Suchtdruck kam aber keiner auf, weil diese Option für mich für mein restliches Leben gestorben ist. Das war mir von Anfang an klar.

    Das mit den Gedanken habe ich mit der Zeit gelernt. Beziehungsweise, irgendwann wird das „hätte könnte“ eben doch langweilig.
    Eine Umstellung ist, dass Gedanken jetzt eben gedacht werden wollen. Ein Wegtrinken ist nicht mehr möglich. Aber auch viel besser so. Denn zurück kommen sie allemal.
    Die neue Kunst für mich ist, diese nicht 100 mal zu denken. Sondern nach zehnmal aufzuhören. 😅

    Da das Hirnniemals aufhört, müssen die Gedanken auf etwas anderes gerichtet werden. Ich habe anfangs auch viel meditiert. Da gibt es speziell Übungen zum Gedanken beobachten, zum Beispiel. Um zu lernen, dass ich nicht meine Gedanken bin. Eine Distanz dazu aufzubauen, um diese dann auch steuern zu können.

    Nur bemerke ich all das verstärkt. Aber klar,bin bei diesem Thema sensibilisiert.

    Das stimmt. Nachdem ich mir vor ein paar Jahren ein neues Auto gekauft habe, habe ich plötzlich überall auf der Straße diese Marke fahren sehen.

    Ja, und beim Alkohol habe ich auch erst dann gesehen, wie tief er doch hier in der Gesellschaft verwurzelt ist.

    Danke für die Kinoerinnerung. Dafür bin ich auch hier. Um nicht zu vergessen. Mir ist gerade eingefallen, dass ich damals sogar während des Films raus bin, um noch „ein“ Bier zu holen. Habe dann zwei geholt und eines auf dem Weg zum Kinosaal abgeext, damit ich nur mit einem zurückkomme.

    Musste meistens auch bis zu zweimal auf die Toilette während des Films.

    Jetzt ist mir wieder klar geworden, wie schön es heute ist, einfach gemütlich auf seinem Stuhl zu sitzen und den ganzen Film am Stück genießen zu können.

    Habt ihr abgenommen als ihr keinen Alkohol mehr getrunken habt?

    Da ich erst mal so weiter gegessen habe wie vorher - sprich viel zu wenig - habe ich erst mal 20 kg abgenommen. Mindestens 1.400 k/cal Bier sind ja täglich weg gefallen. (Eher noch mehr) Also auf 76 kg. War schon recht dürr.

    Davon sind jetzt wieder über 10 kg drauf und ich muss aufpassen, dass es nicht so weiter geht. Jetzt bei ca. 86 kg. Bin 188 cm.

    Ich kann jetzt nicht sagen das ich einen Druck oder Zwang verspürt habe.

    Solange ich getrunken habe, habe ich auch keinen Zwang verspürt. Wieso auch? Ich habe ja getrunken. Den Zwang spürte ich erst, als ich versucht habe zu stoppen.

    Genauso die Suchstimme. Die brauchte es nicht. Ich habe ja gleich getrunken.

    Die habe ich erst mit meiner Nüchternheit kennen lernen dürfen. Und je trockener ich wurde, desto stiller wurde sie wieder.

    ich mich als Trockener Alkoholiker bezeichne.

    Der Begriff "Trockenheit" beinhaltet nicht nur nüchternheit.

    Ich würde gerne ein Bier trinken, ich liebe Bier.

    Denn das ist nicht der Satz eines zufrieden Trockenen.

    Jetzt bist du erstmal nüchtern. Wenn du dich nach außen jedoch als trockener Alkoholiker bezeichnest ist das schon ok. Dann verstehen die "Normalos" eher was gemeint ist und es hört sich besser an.

    Ich könnte auch nur eins trinken,

    Damit fütterst du dein Suchthirn und entfernst dich kilometerweit von "Trockenheit".

    Das klingt übrigens auch nach einem Satz des Suchthirns. "Komm, trink was. Du kannst es doch."

    Oh, ich sehe gerade, dass du ja noch rot bist. Dann ggfs. später mehr.

    in meinem Fall fast 40 Jahre dauern

    In meinem Fall hat es 30 Jahre gedauert. Bis ich erkannt habe, dass ich Alkoholiker bin. Abhängig war ich aber schon 30 Jahre vorher.
    Wenn du immer noch nicht ganz sicher bist, ob du Alkoholiker bist, wird das die Suchtstimme sein, die sich die Hintertür offen hält.

    Für mich war diese Einsicht jedenfalls der Startschuss in mein neues Leben. Vorher hätte ich hier gar nicht anfangen brauchen.

    Ich werde nichts davon tun.

    Das finde ich gut. Als ich trocken wurde, wurde ich für so manchen erst mal unangenehmer. Dieses sich Verbiegen hatte dann ein Ende.

    Schuldgefühle ließen nach und das Selbstbewustsein wuchs.

    Im Prinzip kann ich nur so schlecht behandelt werden, wie ich es zulasse. Ja, und mir hat es auch gereicht.

    Ich sehe da einen guten Weg.

    Und doch ist meine Gesundheit der einzige Grund (zumindest bis jetzt) warum ich nicht mehr trinke.

    Das war bei meinem Start ähnlich. Veränderte sich mit der Zeit, als das Hirn immer trockener wurde. Dann ploppten immer mehr die Probleme in meinem Leben auf, die ich ändern musste. Und ich musste das. Denn sonst war es nicht mehr zu ertragen. Da ich es nicht mehr abends weg saufen konnte.

    Schon alleine aus diesem Grund ist die Abstinenz auch immer eine Änderung des ganzen Lebens.

    Mache ich das nicht, "bröselt" auf Dauer auch die Abstinenz.

    Zur Motivation. Nachdem ich das alles durchgezogen habe kann ich sagen, ich war noch nie so glücklich wie heute.

    Und spätestens dann ist die Gesundheit nicht mehr der einzige Grund. Bei mir geht es um mein gesamtes zufriedenes Leben.