Beiträge von Franzi

    Ich mache das ja nicht weil es gerade so langweilig ist oder weil ich lustig bin.. Vl hast du recht- es ist als würde ich von ihm die Erlaubnis haben wollen oder die Bestätigung, dass ich es beenden darf. Aber das wird nicht passieren. Denn er gibt nichts zu. Er hat ja jetzt alles geändert. Hätte nie gedacht, dass es so schwer ist sich zu trennen, obwohl man schon mehrere Wochen weg ist.

    Liebe releaseme,

    alles was du da schreibst, kenne ich nur zu gut aus eigener Erfahrung. Unsere Nochmänner sind wirklich absolute Brüder im Geiste.
    Meine Gedanken und Erfahrungen dazu:

    (Sorry für die Stichpunkte, aber ich habe grade nicht so viel Zeit)

    1. Du darfst Dich trennen. Du hast sehr gute Gründe dafür. Du hast die absolute Notwendigkeit gesehen und gespürt - sonst flieht man nicht mit zwei Kindern im Gepäck aus dem eigenen Haus.

    2. Lass ihn reden. Mach deine Entscheidung nicht davon abhängig was er sagt. Auch nicht von „wenn“ und „dann“. Du hast dich getrennt, weil das Zusammenleben untragbar war und er dich sehr verletzt hat. Das ist Konsequenz - und absolut ok. Auch hier bist du ein Vorbild für deine Kinder. Du handelst, wenn du merkst, die Situation ist schlecht für dich und für deine Kinder.

    3. wenn er vor den Kindern versucht, dir die Schuld in die Schuhe zu schieben (ich kenne das zu gut, bis heute): lass ihn reden. Sag den Kindern: „ Das müssen wir Erwachsene klären. Du (das Kind) ist nicht schuld und du (es) kann auch nichts tun.“ Der Große hat sicher genug mitbekommen - du kannst ihm sagen, dass ihr so viel gestritten habt und der Papa dich auch verletzt hat (mit Worten) und du deshalb nicht mehr mit ihm zusammen sein kannst. Ohne ihn schlecht zu machen. Er wird was fürs Leben lernen (wenn es einem in einer Beziehung schlecht geht, darf man etwas ändern. Und als zukünftiger Mann: wenn ich meine Frau so behandle, zieht sie Konsequenzen)


    4. Versuche eine Wohnungszuweisung zu bekommen. Du bist Hauptbetreuungsperson, du hast deine Arbeitsstelle im Haus, er ist Alkoholiker und hat mindestens psychische Gewalt ausgeübt. Das geht übers Familiengericht meine ich.

    5. Die Frauenberatungsstelle kann ich sehr empfehlen, gerade weil bei euch nicht nur der Alkohol eine Rolle spielt. Ich konnte Telefontermine wahrnehmen, was sehr hilfreich und unkompliziert war.

    Du schaffst das. Bleib klar und bei dir. Du hast keine Schuld. Du handelst, weil die Situation unaufhaltbar geworden ist. Lass dich nicht unterkriegen und nicht manipulieren.

    In den letzten 4 Wochen ist so viel passiert bei uns... Nach wieder einmal einer sehr heftigen, nassen Woche ist es eskaliert.. Ich habe meinem Mann verbal "das Messer angesetzt", auch seine Familie steht hinter mir und war dabei und hat mit mir eine klare Linie vertreten. Nämlich dass alles kaputtgeht und ich so nicht weiterleben werde. Nächsten Tag kam der völlige Zusammenbruch meines Mannes- er hat um Hilfe gebettelt und gesagt, dass er dringend was mache will, es aber alleine nicht schafft.. Dank medizinischer Connections konnte er nächsten Tag eine ambulanten Entzug starten. Die erste Woche war heftig..Den körperlich Entzug trotz Medikamenten mitanzusehen und dann diese psychische Leere, wie ein fremder saß mir mein Man gegenüber.. Nach 1 Woche wurde es besser, er lachte wieder mal, wir redeten viel und weinten auch zusammen,er war plötzlich viel ausgeglichener, kümmerte sich wieder um die Kinder, ich fühlte, dass wir am richtigen Weg sind...Und dann BUMM, der Schlag ins Gesicht.. In der dritten Woche, kam ich spontan früher von der Arbeit und da stand er, mit einer Flasche Bier.. diesen Schmerz den ich in dieser Sekunde empfunden hatte.. einfach unbeschreiblich.. Er schwörte, dass es das erste und bislang einzige war.. Ich beobachtete die nächsten Tage, aber auch die Tage drauf fehlte immer 1 Flasche..Ich sprach ihn an und er erklärte mir, dass er verstanden hat, dass er viel zu viel getrunken hat und dass es nie mehr so werden darf wie vor ein paar Wochen, aber er möchte gerne seine 1 Flasche Bier haben und er kann sich nicht vorstellen, sein ganzes Leben nie mehr was zu trinken, dafür sei er zu jung... Dan stand ich da.. Mit meinem Latein am Ende...Seine Entzugsmedis nimmt er nach wie vor, eine Eskapade lieferte er jetzt nicht, aber dennoch bin ich total überfordert mit der Situation.. Ist das der schleichende Weg zurück oder kann soetwas klappen? Was mache ich jetzt?

    Guck mal releaseme, das war vor über einem Jahr. Und nach dem schweren KH-Aufenthalt vor kurzem wollte er ja angeblich auch aufhören, oder? Dein Schwiegervater war so positiv, das ist irgendwie hängen geblieben bei mir.
    Was sollte dieses Mal denn anders sein? Denk daran, bis jetzt sind es nur Worte, sonst gar nichts. Ich kenne das nur zu gut von meinem Nochehemann. Das ganze Spiel. Und die schlechten Gefühle, das Zweifeln. Aber du bist auf dem richtigen Weg. Nimm die Wohnung! Sollte er es wirklich ernst meinen, kann er das in den nächsten Monaten gerne zeigen. Aber ohne Bedingungen. Denn ob deine Verletzungen heilen können - ganz unabhängig von seiner Trockenheit - ist die nächste Frage. Ich hab schmerzlich feststellen müssen, das nicht alles zu kitten ist. Ohne selbst dabei kaputt zu gehen.

    Also ich glaube mit Liebe hat das nichts zu tun. Er will sein System nach außen hin aufrecht erhalten!

    Ich glaube, das trifft es auf den Punkt.
    Er wird jetzt alles versuchen, dich wieder auf Spur zu bringen. Fall nicht darauf rein.
    Unsere Nochmänner scheinen wirklich Zwillinge im Geiste zu sein. Mein xy schreibt und sagt mir noch heute in dauerschleife, wie sehr er mich und die Kinder doch liebt, aber sein Handeln spricht eine komplett andere Sprache. Er möchte seinen Status mit Haus und „Kümmerin“ nicht verlieren bzw. wieder zurück holen.
    Vor allem diese Vorwürfe, man würde ja alles zerstören sind absolut hart aber gleichermaßen Bullshit. Lies deinen Thread - er hatte genug Chancen. Komm zur Ruhe. Du kannst ja für dich festlegen, zB nach einem halben Jahr Trockenheit denkst du für dich - sag ihm nichts davon - das erste Mal nochmal drüber nach. Davor: bleib stur bei deinem Weg. Lass dich nicht beirren und verrückt machen. Ich weiß es ist hart. Aber es kann nur besser werden. Wo ihr jetzt seid, ist es friedlich. Dort seid ihr am richtigen Platz.
    Und was deine Eltern angeht: ich glaube du vermutest ganz richtig. Sie haben dir geholfen da rauszukommen. Sie „wissen Zuviel“. Darum sind sie für ihn jetzt der Feind. Zumindest ist das hier das bekannte Muster.

    Ich wünsch dir viel Kraft und gönn dir etwas Ruhe. Du tust das Richtige.

    Liebe releaseme,

    Ich erkenne mich haargenau wieder in deiner Situation- wirklich genauso ging es mir letztes Jahr. Überstürzt mehr oder weniger „geflohen“ mit zwei Kindern im Schlepptau, keinerlei Einsicht, keinerlei Bereitschaft selbst das Feld zu räumen. Und ich kann dir nur raten: bleib stark und geh auf keinen Fall zurück. Das schönste Haus (ich hatte auch so eines…) ist es nicht wert. Ich selbst bin in den letzten Jahren mehrfach zurück gegangen nach wenigen Tagen oder einmal sogar 3 Wochen. Und es wurde mir immer schlimmer.
    Natürlich wäre es für euch das beste, wenn ihr im Haus bleiben könntet. Aber nur unter der Voraussetzung, dass er dann auch weg bleibt und euch in Ruhe lässt. Das ist nämlich 1 Vorteil: ihr seid in Sicherheit, dort wo ihr seid.
    Ansonsten könntest du einen Antrag Auf Wohnungszuweisung stellen.

    Du tust das richtige! Auch wenn es sich hart und unfair anfühlt. Bleib stark!

    Hallo Aurora,

    auch wenn ich bisher nicht geantwortet habe, deine Nachricht hat mir so viel geholfen - vielen vielen Dank dafür und für dein Engagement hier.
    Dein Exmann und mein Noch-Ehemann scheinen wirklich sehr viele Parallelen zu haben. Nicht nur bei diesem Beitrag, auch bei anderen habe ich mir das schon gedacht. Bis hin zur (fragwürdigen?) Trockenheit nach Beziehungsende, die dann aber doch nichts mehr retten konnte.

    Warum wir so oft Kontakt haben - gute Frage. Weil er sehr oft anruft und ich vermeintlich zu höflich bin, da konsequent nicht hinzugehen oder das Telefonat sofort abzubrechen, wenn es mit Vorwürfen losgeht (das geht es fast immer). Er will auch immer Gründe hören wieso ich nicht zurück zu ihm komme, lässt aber meine Gründe (wenn ich wiedermal versuche es zu erklären) nicht gelten. Absurd.

    Beziehungen gehen aus verschiedenen Gründen auseinander, wenn es nicht mehr passt,

    Dies scheint auf unsere in seiner Vorstellungswelt überhaupt nicht im rahmen des Möglichen zu sein. Das macht mir irgendwie auch Angst.

    Danke dir, liebe Api!


    Ja, es ist wirklich gut, das aufzuschreiben. Da mein Xy die Vorfälle insgesamt runterspielt und sich teilweise auch nicht mehr erinnern kann, hinterfrag(t)e ich auch hier oftmals meine eigene Wahrnehmung. Das tut irgendwie doppelt weh.

    Auch heute wieder viele, viele Vorwürfe von seiner Seite, warum ich die Familie zerstöre… auch wenn der Kopf weiß dass das Unsinn ist, macht es was mit dem Herzen. Was dann auch hilft, ist bei den EKAs zu lesen… :|

    Danke für eure Antworten.

    Es ist so verquer. Ihr habt vollkommen recht - er hat mich über einen langen Zeitraum sehr mies behandelt. Tatsächlich waren es nicht nur Beleidigungen, sondern es gab auch Vorfälle physischer Gewalt. Mehrfach, aber teils Monate oder Jahre dazwischen nichts. Laut ihm alles dem Alkohol geschuldet - und damit ab jetzt ja völlig undenkbar…

    Von außen sind die Manipulationsversuche von ihm oft total deutlich, aber ich hadere oftmals bis heute mit meiner Wahrnehmung. Was ist richtig, was ist falsch? Das komplett abzuschütteln ist manchmal echt schwer. Sich selbst zu trauen. Den Eigenen Empfindungen- und diese überhaupt spüren.

    Hallo ihr und ich (ich schreibe auch halb zu mir selbst grade),

    Ich bin gerade mal wieder ziemlich durch den Wind. Jetzt sind wir ja wirklich schon eine ganze Zeit lang getrennt. Mein Noch-Ehemann versucht nach wie vor, mich zurück zu bekommen. Er scheint nach seinem letzten klinikaufenthalt tatsächlich trocken zu sein - ganz mit Sicherheit kann ich es nicht sagen. Mein Vertrauen ist weg - ich merke, wie ich es am liebsten nachkontrollieren wollte.

    Irgendwie verrückt, nach all dem was war und was ich hier auch zum Teil aufgeschrieben habe. Aber ich habe gerade so ein schlechtes Gewissen (erfolgreich eingetrichtert bekommen??). Er sei ja krank gewesen, ihm tut alles so leid, er habe es ja jetzt kapiert und ob ich noch verstehe was ICH den Kindern jetzt antäte, die Familie auseinander zu reißen obwohl er ja jetzt krankheitseinsicht habe und trocken ist.

    Ich muss an Panama und ihre Geschichte denken - wie hast du beim zweiten Mal erkannt, dass er es diesmal ernst meint? Dass es klappen kann?
    Einerseits denke ich, ich kann -trotz allen ungünstigen umständen- froh sein es da raus geschafft zu haben.
    Auf der anderen Seite habe ich tatsächlich ein schlechtes Gewissen, ob das zu egoistisch ist, ob das wirklich das richtige für die Kinder und alles ist… oh Mann… was soll das plötzlich wieder?

    Und ich merke, dass ich eigentlich überhaupt keine Kraft und keine Lust mehr auf diese Beziehung habe. Ich habe ähnlich wie Du schlimme Beschimpfungen, Beleidigungen, silent treatment und irrsinige Überhäufung von Kontaktversuchen im Wechsel, sogar Handgreiflichkeiten mitgemacht

    Entschuldige, huiiumaa,

    Ich habe gar nicht mehr geantwortet. Dein Zitat oben beschreibt ebenfalls die Situation hier treffen. Und ich habe keine Kraft und Lust mehr, einen weiteren Versuch zu starten. Es ist vieles im Argen, aber mit geht es definitiv besser als in dieser kaputten Beziehung.

    Als sie mit dem Rücken zur Wand stand und sich endlich Hilfe holte - etwas, worum ich sie so lange bat - habe ich für mich festgestellt, das der Zug abgefahren ist. Ich konnte und wollte nicht mehr. Noch eine Runde zu drehen, wieder in die Hoffnung gehen schien für mich nicht leistbar. Genauso war der Gedanke fern, es zu schaffen, wieder Vertrauen aufzubauen. Und das ist ein zentrales Element in einer Beziehung.

    Das habe ich grade in einem anderen Thread gelesen, und es passt auf meine Situation so gut, dass ich es hier rein kopieren wollte. Auch für mich selbst zum Nachlesen. Und um mich daran zu erinnern, dass das auch ok ist, so zu fühlen. Mein Ex akzeptiert es nämlich nach wie vor nicht und lässt nicht locker

    Hallo ihr lieben,

    schon wieder habe ich lange nicht geschrieben. Danke nochmal für eure vielen Antworten und Rückmeldungen.

    Mein Nochehemann hat mittlerweile einen zweiten Entzug hinter sich. Wie leider zu erwarten war, hat er nach dem ersten immer wieder mal „getestet“, hat schließlich sich wieder getrunken und ist dann von sich aus erneut in die Klinik.
    Seitdem ist er, was den Alkohol angeht, ziemlich geläutert und meiner Einschätzung nach auch nach wie vor nüchtern (trocken?).

    Allerdings erwartet er nun von mir ganz klar eine Wiederaufnahme der Beziehung. Nun sei ja passiert, was ich immer wollte, die Ursache unserer Probleme beseitigt, er hat’s kapiert.
    Aber in mir ist zuviel kaputt gegangen. Vertrauen zerstört. Ich fühle mich wie ein Holzklotz oder wie ein Roboter, der funktioniert.
    Ich denke an Panama und ihren Mann oder die Geschichten bei den Alkoholiker, wo mit der Trockenheit die Paare wieder zueinander finden.
    Und dann aber an Auroras Geschichte - und gestehe mir ein: er hat außer dem weglassen des Alkohols eigentlich nichts geändert. Und denke, dass ich wohl endlich KOMPLETT los lassen muss. An manchen Tagen fällt mir das so schwer - trotz allem was passiert ist.

    Er hatte da noch nicht akzeptiert, dass es für ihn wirklich nie wieder geht. Es ist dann nochmal 2 Monate richtig eskaliert, bis ich ihn quasi rausgeschmissen habe.

    Und danach hat er dann „ernsthaft“ aufgehört?

    Was hat er dir denn erzählt, was er „gelernt“ hat?

    Tatsächlich viele Dinge, die ich auch hier im Forum schon so gelesen habe (die Alkoholiker betreffend). Und natürlich auch, wie wichtig es sei, dass die Familie hinter einem steht…

    Am Sonntag ist er zurück gekommen. Wir hatten ein gutes Gespräch, darüber was er in der Klinik erlebt und „gelernt“, sprich, über seine Krankheit erfahren hat. Seine folgenden Beziehungs“anfragen“ habe ich relativ konsequent abgewiesen. Und weil ich ja ach so abweisend war, musste er sich m Tag drauf leider „zum Test“ ein Bier reinziehen (weil wenn ich ihn eh nicht mehr will…). Entschuldigt den Zynismus. Aber wie ätzend ist das denn? Gestern wollte ich noch schrieben, ich kann jetzt Auroras Worte nachvollziehen: ihr Exmann hätte „nur“ aufgehört zu trinken und sonst gleiches Verhalten gezeigt. Hier genau das gleiche. Mit dem unterschied dass er jetzt (!) schon einen Rückfall hatte (nur 1 Bier und ich konnte ja nach 1 Bier aufhören). Unfassbar.

    Danke für eure Antworten. Ich werde ihn nicht abholen. Er hat nicht gefragt, ich hab’s nicht angeboten, jetzt holt ihn sein Vater ab, der ihn auch hingefahren hat.
    Natürlich ist er aber enttäuscht und es hagelt vorwürfe, dass ich ihn ja nicht besucht und überhaupt kaum Interesse gezeigt hätte. Aber: ich bin nicht da, um seine Erwartungen zu erfüllen.

    Hallo,

    morgen wird mein xy entlassen, er hat es durchgezogen. Die letzten Tage waren sehr ruhig, endlich mal kein Kontakt, das hat gut getan. Jetzt werde ich langsam nervös. Er erwartet, dass ich ihn abhole. Ich weiß nicht, ob ich das will. Eigentlich ist es ja kein Thema, aber auf der anderen Seite will ich mich da einfach raushalten… was meint ihr? Einfach erstmal abwarten, ob sich wirklich was getan hat oder eben nur 1 Woche nicht getrunken wurde, wäre jetzt meine Devise. Auch wenn sich mein Co-Herz sträubt 🙈