Beiträge von Franzi

    Der Wechsel von traumatischen Erlebnissen und Stresshormonen und wieder phasenweise Beruhigung wird eine fatale Normalität. Das Gehirn wird darauf gepolt.

    Das trifft leider den Nagel sowas von auf den Kopf. Es schockiert mich wie sehr das zutrifft.

    Diese Beruhigung, in der ich mich quasi emotional etwas erholen konnte, durchschnaufen und gleichzeitig die schlimmen (ja: traumatischen) Erlebnisse verdrängt, verharmlost habe. Und irgendwann wieder das gleiche von vorne.

    Hallo ihr,

    Ich muss mal wieder meine Gedanken da lassen.

    Der Abstand zu XY tut gut. Bin zwar immer noch ziemlich angespannt und gestresst, aber die Angst vor verbalen Attacken oder schlimmerem kommt nicht noch on top. Was mich allerdings echt triggert ist der alkoholkonsum hier in meinem Übergangszuhause. Nicht vergleichbar mit meinem Mann, aber ich würde sagen definitiv zu regelmäßig (gefährdet? riskant?). Wie gesagt hier zum Glück keine Aggressionen, aber vielleicht es es genau die eingespeicherte Angst davor, die mich so stresst.

    Ansonsten ist es so, wie ich hier auch schon öfter gelesen habe: der Kopf muss jetzt entscheiden, die Führung übernehmen, „hart“ bleiben. Denn das Herz würde schon längst wieder dumme Entscheidungen treffen bzw. zurück nehmen (Stichwort Rückfall). Und es hilft wirklich, sich immer wieder Notizen oder Kommunikation aus schlimmen Phasen durchzulesen. Die Erinnerung trügt so schnell und Verdrängung ist leider bei mir ein sehr sehr erprobter mechanismus.
    Die Kinder kommen mehr oder weniger klar. Mir fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden darüber, wie es weiter geht. Wenn sie über „zuhause“ sprechen.

    Was ich noch sagen wollte: wenn mein Mann mich jemals als Schlampe oder Ähnliches betitelt hätte, hätte ich den Absprung vermutlich schon eher geschafft. Denn so würde ich mich niemals beschimpfen lassen und denjenigen noch lieben können…

    Ja, es ist wirklich seltsam. Es war für mich auch unvorstellbar. Es ist unfassbar und unvorstellbar was ich (natürlich unter Protest) „hingenommen“ habe. Ich dachte viel zu lange mit Vernunft und reden müsste das doch zu klären sein. Aber es ist nur noch schlimmer geworden.

    Einer von Euch muss anfangen aus dem Suchtsystem auszusteigen. Und das bist gerade Du. Das ist das Beste für Dich und für die Kinder (wie alt sind sie?)

    Danke! Den ersten Teil muss ich mir wirklich immer wieder bewusst machen. Genau so ist es. Denn er wird diesbezüglich nichts ändern, und das hat er auch schon mehrfach klar gesagt.

    Die Kinder sind 7 und 4.

    Danke Momo, danke Blume,

    für eure Antworten! Ihr habt so recht und ich muss mir alles, was war wirklich bewusst machen und halten. Scheuklappen hatte ich lange genug.
    Irgendwer hat mir glaube ich mal geschrieben, Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das gleiche tut und auf ein anderes Ergebnis hofft (oder so ähnlich). Dieses Mal darf ich nicht wieder einfach das gleiche tun. Denn so wird sich nichts ändern.
    Nichtsdestotrotz fällt es mir so schwer. Unser Zuhause hinter uns zu lassen. Den Kindern zu sagen, nein, heute geht es wieder nicht nach Hause. Auch morgen nicht. Oder bring ich sie dann zum Papa? Ich muss ja Kontakt ermöglichen. Ach was für ein komplizierter Mist alles.
    Ich bin immer noch in einer solchen daueranspannung. Ich habe gehofft das lässt nach, wenn ich nicht im Kontakt mit ihm bin.

    Ich bin so „froh“, dass ich gestern so ehrlich und klar sein könnte, ansonsten wäre ich heute wohl schon wieder auf dem Weg zurück… es ist wirklich eine eigene Abhängigkeit und jetzt beginnt der Entzug. Man fürchtet und verdammt den Stoff und trotzdem…

    Dazu die Kinder. Sie wollen heim. Der Vater möchte dass sie heim kommen. Ich quasi als die, die das (aus guten Gründen natürlich) verhindert. Es ist so schwer. Ich habe gehofft das Gefühl der Erleichterung wäre größer. Wäre überhaupt vorhanden. Ich bin ein Nervenbündel, voller Zukunftsangst (werde ich meine Kinder verlieren?) und weiß grad gar nicht mehr wie ich gestern so konsequent sein konnte. Ich fühle mich grad schwach und kraftlos. Hoffentlich ist morgen ein besserer Tag. Der XY wird jetzt sein manipulatives Programm starten um uns zurück zu holen fürchte ich…

    Hallo ihr Lieben

    und vielen Dank noch für eure ganzen Antworten. Ich habe jetzt lange nicht geschrieben, aber weiterhin sehr viel mitgelesen. Leider bin ich kurzzeitig nochmal in das Karussell eingestiegen :cry:. Ich habe erstmal keine Wohnung gefunden und die Dynamiken dann zuhause… ich war (noch?) nicht stark genug offensichtlich. War offenbar noch nicht mein Tiefpunkt. Nach einigen Wochen bzw. wenigen Monaten wurde es allerdings wieder schrecklich wie vorher. Und Lindes Rat/Befürchtung hat sich leider auch bewahrheitet:

    Es hört sich so "richtig" an, wenn man dem anderen Grenzen setzt. Nur habe ich den Eindruck, der Zug ist bei ihm abgefahren. Da dürfte egal sein, was du vorbringst. Problem ist, daß er deine Grenzen ja trotzdem überschreitet und es vielleicht in häusliche Gewalt ausartet.

    Trotzdem war ich immer noch da und habe versucht, ein sehr distanziertes Zusammenleben zu praktizieren. Wohnungsmarkt weiterhin schwierig. Diese Woche sind allerdings noch weitere Dinge vorgefallen und heute wurden auch die Kinder wieder rein gezogen (Beleidigungen etc. vor den Kinder, Manipulationen v.a. der großen Tochter). Jetzt ist das Fass übergelaufen. Bin mit dem nötigsten zur Verwandtschaft und hier können wir erstmal bleiben. Ist zwar nicht optimal aber ich hoffe wir finden bald was. Alles besser als daheim. Als ich heute direkt mit den Kindern geredet habe, dass ich nicht mehr mit dem Papa zusammen wohnen möchte/kann, haben beide geweint. Die große sagte dann noch, die möchte dann „halb/halb“ zu Papa und zu mir. Da ist mir gleich mal schlecht geworden…

    Dieses Mal darf und werde ich nicht einknicken. Ich war zu Kindern und der aufnehmenden Verwandtschaft ehrlich und klar. Ich schaffe das.

    Danke nochmal für all Unterstützung hier durch nett und durch harte Worte.

    Hallo,

    Ich habe mich nun wieder etwas sortiert, nachdem die Feiertage einfach furchtbar waren.
    Werde mich nun auch direkt an das Jugendamt wenden (hier warte ich auf Rückruf) Terminanfragen per Mail an Anwalt und Beratungsstelle sind geschickt. Über die Feiertage war ich leider sehr defensiv. Aber gerade kommt die Energie wieder und ich habe beim Gewaltschutztelefon auch einen guten Tipp bekommen, den ich nun versuche mir als „Mantra“ einzuprägen: „Ich muss Grenzen setzen. Und wenn er meine Grenzen ignoriert (und das war bisher das große Problem), dann bin ich nicht hilflos, sondern dann suche ich mir OFFIZIELLE Hilfe, die ihm FÜR MICH die Grenzen aufzeigt“ (zB Polizei, Jugendamt, Rechtsbeistand). Es reicht.
    Ich bin da leider nicht der Typ, aber dann muss ich das halt lernen.

    Ichmuss auch anders können!!

    Danke fürs Daumen drücken, leider nicht sehr erfolgreich. Es ist so furchtbar. Er schwankt zwischen gut Wetter bei den Kindern machen und absoluter Wut auf mich, weil ich nicht (wie sonst immer irgendwann) einlenke. Er trinkt natürlich weiter (denn ich bin ja schuld).

    Danke an alle die geantwortet haben.

    Er hat wohl begriffen dass ich es diesmal „ernster“ meine als sonst. Er trinkt viel weniger, ist den Kindern sehr zugewandt, aber der entscheidende Punkt der Einsicht ist weit entfernt. Ich habe ihm schon gesagt, dass das ja gut ist aber auf lange Sicht gar nix bringt. Ohne Hilfe von außen, ohne wirkliche Einsicht, dass ein bisschen weniger auf Dauer nicht funktionieren wird, wird das nichts.
    Ich habe ein bisschen Angst vor den kommenden Weihnachtstagen. Einen Tag werde ich meine Familie besuchen (ohne ihn), aber Heiligabend sind wir wohl zuhause und machen Bescherung mit den Kindern. Ich hoffe das geht alles einigermaßen gut…

    Hallo,

    Ich danke euch sehr für eure Beiträge. Es hilft mir klarer zu sehen und mich nicht so einlullen zu lassen. Das Wochenende war ganz klassisch- er hat sich sehr viel Mühe gegeben mit den Kindern (was er sonst selten tut) und wenig getrunken. Und ansonsten: gebeten, eingefordert, in alles erdenklichen Spielarten, dass ich mich doch jetzt mal wieder einkriegen soll und alles wieder normal weiter laufen. Oft auch so, dass die Kinder dazwischen saßen. Oder direkt mit einbezogen wurden: sag mal der Mama sie soll den Papa wieder lieb haben, so auf die Art. Mich macht das Wahnsinnig. Gleichzeitig merke ich, dass ich doch deutlich weiter bin als früher. Nur um Weihnachten pseudo Harmonie zu wahren, würde ich nicht mehr einlenken. Auch nicht auf irgendwelche Versprechungen. Jetzt müssen taten sprechen, und wenn von ihm keine kommen (was ich vermute) werde ich nach den Feiertagen das Thema getrennt wohnen angehen. Wenn sich nichts ändert, muss ich was ändern.

    Ja, mein Mann hat den Kindern jetzt schon erzählt, dass die Mama ihn verlassen will und dass sie dann leider keinen Papa mehr haben. Ich bin echt fassungslos. Die große hat direkt das weinen angefangen. Gestern hatte er mir großzügig noch eine Chance angeboten, das ganze zu vergessen, was ich die letzten Tage abgezogen hätte. Ich hätte seine ganzen Missetaten nie decken dürfen, denn jetzt haut er mich dafür völlig in die Pfanne. Ich fühl mich grad wie ein ausgewrungener Lappen.

    Vielen Dank für eure aufmunternden Worte. Die kann ich gut gebrauchen, heute geht es mir gar nicht gut.
    Die Vorwürfe ich würde die Familie zerstören, unser Zuhause etc, dass man einfach gar nicht vernünftig reden kann, das war total vorhersehbar aber es zermürbt nicht trotzdem. Dazu die Frage wie Weihnachten werden soll…. Ich hoffe nur er lässt es nicht zu sehr den Kindern spüren und reißt sich zusammen. Die Große ist 6 und der Kleine knapp 4 Jahre alt. Das Gespräch wird schwer… aber muss wohl sehr bald sein. Sie merken ja schon dass etwas wieder nicht stimmt.

    Hallo,

    es ist ausgesprochen. Zwar anders als geplant, aber es ist ausgesprochen. Er nimmt mich noch nicht wirklich ernst denke ich und empfindet es eher als Beleidigung (erwartet wohl von mir eine Entschuldigung). Mit den Kindern habe ich mich nicht geredet, aber mit den allernächsten Personen in der Familie. Ja Kooperation von seiner Seite ist nicht zu erwarten, also stehe ich nun vor Weihnachten vor einem Riesen Berg den ich mir selber angehäuft habe, gefühlt mit einer Sandkastenschaufel in der Hand. Aber da der Weg zurück auch völlig sinnlos ist, muss ich da jetzt irgendwie durch.

    Bei mir legt sich gerade irgendwie ein Schalter um. Ich möchte mich trennen. Ich möchte vor allem nicht mehr mit meinem Mann unter einem Dach leben. Die Kinder schützen und uns mittelfristig ein beständiges und friedliches Zuhause schaffen. Eines, wo man keine Angst haben braucht. Jetzt muss ich dran bleiben! Die Tropfen, die mein persönliches Fass zum Überlaufen gebracht haben: 1. die latente Angst meinerseits vor irgendwelchen Ausfällen an den Feiertagen (obwohl die Kids und ich uns sonst so auf Weihnachten freuen). 2. es kommt mir seit kurzem komisch vor, wenn ich auf die Frage „wie gehts dir“ mit „gut“ antworte. Wie eine Lüge (ist es ja auch, aber in jedem smalltalk spreche ich das ja nicht an). 3. und wichtigstes: Lehrerin meiner Tochter spricht mich auf Konzentrationsprobleme an, die sei sehr abwesend (kann auch ganz andere Gründe haben, aber eben vielleicht auch nicht).
    Für sich genommen sind diese 3 Punkte wohl keine ausschlaggebende trennungsgründe, aber die Vorgeschichte die dahinter steht und seit Jahren das Familienleben und mich belasten.

    4. Die Erkenntnis, dass er gegen sein alkoholproblem (trotz inzwischen schlechter leberwerte) definitiv nichts unternehmen wird und das wohl auch egal ist - denn unabhängig davon ist bei uns so manches andere auch im Argen.

    Was habe ich jetzt vor:

    - stehe auf Warteliste bei psychologischer Beratungsstelle

    - Ende der Woche Gespräch bei Suchtberatung für Angehörige

    - Gespräch mit ihm über Trennung und Organisation der räumlichen Trennung in Anwesenheit von ihm vertrauten Personen (oh je)

    - danach Gespräch mit den Kindern (auch davor graut es mir)

    - …?

    Puh ich habe wirklich Angst davor, aber die Variante alles heimlich zu organisieren und ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen (was wahrscheinlich sicherer wäre), das kann ich einfach nicht. Da könnte ich ihm nicht ins Gesicht sehen.

    Ja das stimmt. Ich bin auch froh, hier zu sein.
    Ich bin dankbar für die Bestätigung (und auch: den Hinweis überhaupt erst) dass es nicht nur ok, sondern dringend notwendig ist sich um sich und seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Rauszufinden was einem gut tut und das auch zu tun, soweit möglich. Und dass das nicht egoistisch und gleichgültig dem anderen ist, wie mir immer wieder vorgeworfen wird! Und da bin ich leider sehr empfänglich dafür, aber es wird besser.

    Danke für eure Nachrichten!!!

    Ich versuche schon, viel mehr für mich zu machen. Hobbys, Lesen, auch die Kur.
    Ausfälle werfen mich oft aber total aus der Bahn wieder und ich muss mich dann wieder berappeln.

    Bei einer Suchtberatung hatte ich als Angehörige eine zeitlang regelmäßig Termine, aber irgendwie war dann der Vorschlag vor allem, ich solle versuchen wieder mehr auf meinen Mann zu zugehen und das Alkohol Thema mal außen vor zu lassen. War irgendwie mehr beziehungsberatung oder eben aus Sicht des alkohlikers, so hatte ich den Eindruck. Hab dann irgendwann keine Termine mehr gemacht weil ich das Gefühl hatte es bringt mir nix. Aber vielleicht probiere ich es mal bei einem anderen „Anbieter“. Danke