releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Danke für euren Beistand letztens. Diese Woche war fürchterlich für mich. Aber gleichzeitig habe ich auch versucht auf mich zu schauen, mein Ding zu machen. Meine Noch-Mann ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen, er hat sich seit knapp 2 Wochen nicht nach den Kindern erkundigt. Auch wenn es ihm vl nicht gut geht - ich kann es nicht einschätzen, ich weiß nicht mal was er hat , scheinbar erneut eine Bauch OP- verstehe ich nicht, dass man sich nicht nach ihnen erkundigen kann.

    Und ja, ich weiß, dass er mir keine Rechenschaft schuldig ist, aber irgendwie würde ich gerne wissen was mit ihm ist. Ich habe halt da so einen Film im Kopf: was wenn er wieder durchs Trinken krank wurde und später dann die Kinder wieder bei ihm sind? Wenn ich ihm das beweisen könnte, würde ich kämpfen, dass die Kinder nicht mehr alleine bei ihm sein dürfen! Diese Vorstellung, dass die Kinder nachts schlafen und er sich betankt, das ist schlimm für mich. Früher hatten sie mich, aber wenn sie jetzt alleine bei ihm sind.. Und mein Sohn hat ihn ja mehrfach Trinken gesehen die letzen Wochen und er hat ja sein Feierabendbier zugegeben... Und dann ist da schon wieder der Gedanke "vl bilde ich mir das nur ein und tu ihm unrecht".

    Ich war aber auch produktiv diese Woche - habe mit meiner Rechtsanwältin Kontakt gehabt zwecks Unterhalt. Für die Kinder hat er jetzt bezahlt und ich habe mich versichert, dass er von mir keinen Unterhalt fordern kann auch wenn er nicht mehr arbeiten gehen würde.

    Und eine riesen Neuerung: per Zufall habe ich vom Verkauf eines kleinen Häuschchens hier in unserer Heimat erfahren- ich habe einfach ein Kaufangebot gestellt, es waren so viele Bewerber. Und dennoch habe genau ich die Zusage bekommen - obwohl ich in so einer komplizierten Lage bin. Aber der Verkäufer hat wahrscheinlich meine Lage gesehen. Und die Zwischenfinanzierung klappt tatsächlich! Ich hätte dann mit den Kindern endlich wieder mein eigenes Reich! Einen Neustart! Aber je näher der Unterschriftentermin rückt umso unsicherer werde ich. Es heißt dann für mich, dass ich die Türe zu meinem alten Leben endgültig schließen würde. Es tut mir so weh, dass ich dann nicht mehr in mein jetziges Haus zurück kann und es wird dann wirklich verkauft werden! Ich tausche mein Neubauhaus gegeben ein älteres kleines, wo sicher viel Arbeit reinfließen muss. Aber wir hätten endlich Ruhe. Aber gleichzeitig ist es auch ein endgültiges Ende meiner Ehe- ja ich gebe zu, es zieht mich noch immer zurück zu ihn, auch wenn ich vermute, dass das dem Traumabondig und dem Co Verhalten geschuldet ist. Ich weiß, dass es mit diesem Mann keine Zukunft geben kann. Meine Vorstellung von ihm ist nur Illusion. Dieser Gedanke: wenn er sich "nur" ändern würde, wäre alles gut- der lässt mich an etwas sehr Schädlichem festhalten. Und plötzlich vermisse ich ihn wieder..immer wenn ein großer Schritt in ein neues Leben auf mich zukommt, kommen genau diese Gefühle. Meine Kinder sind mir da Schritte voraus. Ich könnte nur weinen und komme aus dem Grübeln nicht raus. Das ist Angst was falsch zu machen, vor dem nicht schaffen und auch Angst loszulassen. Dieser Mensch ist dann endgültig nicht mehr Teil meines Lebens und das nach 20 Jahren. Und gleichzeitig habe ich Hoffnung, dass meine Kinder und ich dann endlich glücklich und ruhig leben können. Nächste Woche ist der Termin für die Übergabe :S Es ist so unfassbar schwer alles hinter sich zu lassen - für mich jedenfalls.

  • Dass Dich das aufwühlt verstehe ich sehr gut - aber für mich liest sich die Zusage für das Haus unter diesen Bedingungen nach einem unglaublich tollen Wink des Schicksals und nach einer großartigen Chance, Dir und den Kindern was Neues, ganz eigenes aufzubauen. Was kann daran falsch sein! Nur Mut! Ich wünsche Dir, dass die (Vor-)-Freude Angst und den Blick zurück verdrängen kann!

    Liebe Grüße!

  • Ich finde auch, dass sich das nach einer ganz wunderbaren Möglichkeit liest. Vielleicht könntest du ja eine Freundin mitnehmen zu dem Termin, einfach als Unterstützung, dass du diesen Schritt wirklich machst?

    Du warst ja auch schon bei verschiedenen Stellen, oder? Hast du ganz offen über deine Sorgen, die seine Sucht im Umgang mit den Kindern betreffen, gesprochen?

    Ich hatte hier auch schon mal ein Kindersachbuch zum Thema Alkoholsucht empfohlen, das heißt " Flaschenpost nach irgendwo" . Da stehen Tipps zum Thema Notfallplan in der Umgangszeit mit dem suchtkranken Elternteil drin, aber auch etwas zu Kindergruppen aus suchtkranken Familie. Eines meiner Kinder ist in so einer Gruppe und ein anderes in einer Gruppe für Jugendliche aus belasteten Familien. Vor allem meinem großen Kind gibt es Halt und es fühlt sich nicht allein mit seinen Sorgen. Seine Freunde kommen eher aus der zumindest nach außen "heilen Familienwelt". Wenn du von deinem Sohn schreibst, habe ich den Eindruck, dass es ihn sehr belastet und ich kann mich auch daran erinnern, dass du ganz am Anfang mal eine sehr verbal verletzende Äußerung durch deinen Exmann beschrieben hast.

    Meine Kinder haben noch andere "Baustellen", wodurch sie in Therapie sind, und hier kommt gerade was in Bewegung, weil sie Menschen außerhalb des Familiensystems haben, mit denen sie sprechen können. Dabei ist jetzt z.B. aufgeflogen, dass mein Ex-Mann trinkt, wenn die Kinder bei ihm sind, obwohl er gegenüber Therapeuten explizit gesagt hat, als ich daneben saß, dass er es nicht tut. In diesem Termin bin ich innerlich an die Decke gegangen, habe aber nichts gesagt, weil es explizit um unser Kind ging und ich mich darauf fokussiert habe.

    Sind die Kinder denn dieses Wochenende bei ihm? Vielleicht kannst du ihn mal ganz konkret fragen, ob er sich nach seinem Krankenhausaufenthalt gesundheitlich in der Lage sieht, die Kinder schon wieder zu betreuen? Und das im Idealfall schriftlich.

    Ich möchte dich wirklich ermutigen, für deine Kinder Hilfen zu holen. Auch wenn es für uns als Ex-Partner*innen schwer ist, sind wir ja der Sucht nicht mehr so ausgesetzt wie die Kinder im Umgang mit dem kranken Elternteil. Und ich merke einfach bei meinen Kindern, die älter sind als deine, dass sie auf gewisse Art und Weise beim anderen Elternteil ständig im Alarmmodus sind, insbesondere wenn Konflikte zwischen den Geschwistern auftreten, die den Vater sehr stressen.

  • Hey



    Oje, da bekomm ich gerade Angst.

    Meiner trinkt ja angeblich auch nichts wenn die Kinder bei ihm sind.

    Haben denn die Kinder die gegenüber mal was erwähnt?

    Was hast du für Hilfe für deine Kinder?

  • Oje, da bekomm ich gerade Angst.

    Meiner trinkt ja angeblich auch nichts wenn die Kinder bei ihm sind.

    Haben denn die Kinder die gegenüber mal was erwähnt?

    Was hast du für Hilfe für deine Kinder?

    Ich habe ja oben beschrieben, Therapie und Gruppen von Beratungsstellen (Caritas, Diakonie, AWO sind z.B. Anbieter). Da das hier der offene Bereich ist, möchte ich zum Thema Therapie nichts Näheres schreiben. Und natürlich macht es was mit den Kindern, das kann man ja hier sehr eindrücklich bei den EKA lesen.

    Mein Ex-Mann hat nie einen Entzug, eine Therapie oder irgendwas in der Form gemacht. Zu glauben, dass er es schafft, nichts zu trinken, wenn die Kinder bei ihm sind, wäre mal als blauäugig. Alkoholkrank ist er wohl seit mindestens 20 Jahren, er hat es in unserer Beziehung die letzten Jahre nicht geschafft, mehr als 24 Stunden nichts zu trinken. Er hat auch getrunken, wenn er mit den Kindern allein war, als sie ganz klein waren, wenn ich beispielsweise bei einem Elternabend war. Da muss ich mir ja wirklich selbst die Frage stellen, warum ich annehmen sollte, dass sich das auf einmal ändert. Sicherlich reißt er sich mehr zusammen, wenn die Kinder bei ihm sind, trinkt, wenn sie schlafen, aber grundlegend ändert es ja nichts an der Erkrankung. Das ist jetzt natürlich nur das, was ich über meinen Ex-Mann sagen, das soll nicht verallgemeinernd sein.

    Ich frage die Kinder nicht nach dem Alkoholkonsum ihres Vaters, sie wissen von der Krankheit, sie erzählen mir, dass sie die Flaschen bei ihm sehen, dass er, wenn er gestresst ist, in die Küche geht. Er rieche nach Alkohol. Wir haben diesen Notfallplan, gerade weigert sich auch ein Kind seit Wochen überhaupt zum Vater zu gehen.

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