So, ich mal wieder. Ich muss mich jetzt mal auskotzen. Ich ersticke gerade fast an meiner Wut. Bin schon wieder für alles Mögliche rund gemacht worden (nicht die Pfanne gespült, nicht die richtige Wäsche gewaschen usw.) Alles würde ich falsch machen, warum ich nicht Saufen ginge. Das könnte ich wenigstens. Immer wieder dasselbe. Ich halte das nicht mehr aus.
Irgendwie habe ich aber eine Blockade, wenn es darum geht, sich zu wehren. Das macht mich fertig.
Sorry fürs Zutexten, aber das musste mal raus.
Beiträge von Schmidtty
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Hi, danke für Eure ausführlichen Antworten.
Tatsächlich schreibe ich mittlerweile fast alle großen und kleinen Themen, die mich beschäftigen in ein Ringbuch, damit ich auch nichts vergesse und hake dann nach und nach alles ab. Stück für Stück geht es einfacher als alles auf einmal.
Dass ich an vielen Dingen erstmal nicht so viel ändern kann, das ist mir bewusst. Und dennoch kann ich die Gedanken oft einfach nicht stoppen…..gerade nachts und das schlaucht.Stunden reduzieren auf der Arbeit…das habe ich quasi schon, indem ich grundsätzlich nur noch 8 Stunden arbeite anstelle von 10 oder sogar noch mehr. Mittlerweile wird das auch akzeptiert, da ich das Argument gebracht habe, dass ich ja nicht mehr wegen komplettem Burnout monatelang ausfallen möchte.
Mal sehen, wie sich das alles entwickelt. Jetzt genieße ich erstmal die ☀️. -
Kazik Ja, das ist durchaus möglich. Depressive Episoden sind bei mir schon mehrfach diagnostiziert worden und ich war deswegen auch in Behandlung. Im Augenblick fühle ich mich allerdings nicht wirklich niedergeschlagen. Einfach nur sehr unruhig.
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Guten Morgen!
Seit ein paar Tagen komme ich irgendwie nicht zur Ruhe, weder nachts noch tagsüber. Ständig bin ich am Grübeln, was die kommenden Monate bringen, ob mein Sohn seinen Schulabschluss schafft, ob er dann zeitnah weiß wie es danach weitergehen soll. Ob ich nochmal die Arbeitsstelle wechseln sollte. Einerseits ist die Tätigkeit spannend, andererseits aber eben auch sehr zeitintensiv. Ob die Schmerzen in beiden Füßen durch eine Sehnenentzündung bald mal weggehen, damit ich Nordic Walking wieder aufnehmen kann. Ob ich mich irgendwann mal wieder auf ein Buch konzentrieren kann und es nicht einfach aufschlage und die Seite einfach nur anstarre, ohne zu lesen. Wie ich das mit meiner Mutter regle, wenn sie pflegebedürftig wird.
Fragen über Fragen, aber eins weiß ich sicher, es muss sich einiges ändern. Irgendwie fehlt mir durch die Schlaflosigkeit der Antrieb, Dinge anzupacken. Die Schlaflosigkeit habe ich früher mit Alkohol bekämpft, was natürlich überhaupt nicht geholfen hat.
Ich frage mich wirklich, wie ich aus diesem Gedankenkarussell wieder rauskomme…Im Moment bin ich ratlos….
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Ich war damals noch nicht so gefestigt in dem Entschluss, abstinent zu leben. Nach der Erfahrung, wie bei einem Rückfall wieder alles entgleist, ist das nun anders. Ich möchte in dieses Loch, aus dem ich mühevoll gekrochen bin, nie mehr zurück.
Insofern sage ich ja, ich habe zwar Stress und davon zuviel, aber keinen Suchtdruck. -
Ja, so kann es nicht weitergehen. Ich hoffe ja, dass sich die Lage für beide Parteien bald entspannt, da mein Sohn nach Schulabschluss in ein paar Monaten wohl ausziehen wird. Ein bisschen Abstand wird uns sicherlich gut tun.
Ich bin übrigens in Therapie und habe die Tatsache, dass ich mich abgrenzen muss, auch schon verinnerlicht. Im Moment probiere ich aus, wie es ist, Grenzen zu setzen, mit mehr oder weniger Erfolg. Manchmal verlässt mich tatsächlich noch das Selbstwertgefühl. -
Ja, ich hatte schon einen Rückfall vor ca. 2 Jahren. Irgendwie war aber zu diesem Zeitpunkt auch die Notwendigkeit zur vollständigen Abstinenz noch nicht fest genug verankert. Mittlerweile und nach dieser Erfahrung bin ich schlauer und lenke mich auch unter Stress mit anderen Dingen ab. Im Laufe der Zeit hat sich eine regelrechte Abneigung gegen Alkohol ergeben. Als ich neulich ein Schnitzel mit Rahmsoße bestellt habe und feststellen musste, dass da wohl Alkohol (Geschmack) drin war, habe ich das Ganze zurückgehen lassen. Soviel dazu! Früher hätte ich das dennoch gegessen.
Ich gönne mir aber eben auch mehr oder längere Pausen. Die brauche ich einfach, Wenn ich - wie Loriot schon sagte - nicht einfach mal eine Weile da sitzen kann, ohne etwas anderes zu tun, dann raste ich irgendwann aus. -
Ja, der Vater hat zwar im Haushalt geholfen, aber stetig dran gearbeitet, dass unser Sohn seinen Respekt vor mir verliert.
Das mit dem Grenzen setzen konnte ich früher gut, aber im Laufe der Ehe bin ich irgendwie immer „kleiner“ geworden. Naja, es gibt ja Gründe, warum sich trennt…. -
Ja, Opfer-Täter Schema….mein Sohn hat vor mir halt den kompletten Respekt verloren und den zurückzugewinnen ist nicht leicht. Heute Morgen kam gleich wieder eine Anschuldigung im Zusammenhang mit meinem Versäumnis, Wäsche zu waschen. Ich sei zu blöd zu allem. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen.
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Stern Ja, das ist alles wahr und ich kann es nachvollziehen. Allerdings denke ich mittlerweile, dass ich mir selbst erst verzeihen kann, wenn ich nicht mehr angeklagt werde, meiner Familie etwas angetan zu haben. Mein Sohn ist jetzt in Psychologischer Behandlung, meinetwegen wahrscheinlich. Das ist so ein schlechtes Gefühl..,,das ständige schlechte Gewissen und das Gefühl, Dinge einfach wieder gutmachen zu müssen. Ich war/bin alleinerziehend. Da ist das nochmal schlimmer, glaube ich.
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Ja, genau. Ich hatte schon Situationen, wo ich zu Weihnachten Kinderpunsch serviert habe und er meinte, ob wir nicht auch richtigen Glühwein hätten. Und ob wir keinen Rum hätten für den Tee, nur für den Geschmack..,,hahaha. Ich möchte mir sowas wirklich nicht mehr antun, zumal alle Anderen völlig ok waren, ohne Alkohol.
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Was mich echt richtig nervt, sind die Kontaktierungsversuche meines Nun-schon-länger-Ex. Ich frage mich, warum ich ihm immer noch zuhöre. Er meinte gerade neulich erst wieder, dass ich doch für einen Erwachsenen ein völlig akzeptables Trinkverhalten gehabt hätte. Da kann ich nur sagen „hoffentlich nicht“. Das war nichtmal im Ansatz akzeptabel. Mein Körper zumindest hat dann echt gestreikt. Ich habe ihn auf WhatsApp blockiert und jetzt auch wieder die reguläre Telefonnummer. Ich meine, hat er selbst ein Alkoholproblem? Ich weiß es nicht, aber alles spricht dafür. Darüber möchte ich mir aber keine Gedanken mehr machen müssen. Die Gespräche machen mich wütend. Ist das normal? Ich weiß es nicht.
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Guten Morgen!
Und wieder beginnt ein Arbeitstag, der lang und stressig zu werden droht. Ich schlafe im Moment nur sehr schlecht und bin dauernd müde. Dazu kommt, dass meine Füße schmerzen (beide wegen entzündeter Sehnen). So kann ich gar nicht einfach den Sorgen „davonlaufen“.
Ich weiß, ich könnte Schwimmen gehen, aber ich hasse Wassersport in jeglicher Hinsicht….soviel dazu.Ich wünsche einen guten Start in den Tag!
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Nayouk24 Ich bin sogar schon länger trocken, aber ich reagiere immer noch sehr empfindlich auf solche Anspielungen. Damit kann man mich echt komplett aus der Fassung bringen, so dass ich dann kleinlaut wieder alles mit mir machen lasse. Irgendwie habe ich den inneren Zwang, wieder was gutmachen zu müssen.
Es nervt mich auch, dass mein „Aufpasser“ mich mit großem Getue an den Weinregalen im Supermarkt vorbei lotst, die ich ohne dieses Getue kaum wahrgenommen hätte. Es ist einfach schwierig 😣. -
Hi,
Danke für Eure Antworten. Ja, es stimmt, dass das hilft, sich mal alles von der Seele zu schreiben.
Der Druck, der sich bei mir aufbaut, ist nicht notwendigerweise Suchtdruck. Es ist eher der Druck, sich mal aus einer besonders nervigen Situation rauszuziehen, um eben genau diesem Suchtdruck vorzubeugen.Bei uns herrscht zu Hause gerade eine hochexplosive Stimmung. Ich muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage, das dann die verbale Aggression noch anheizt.
Das mit dem Besteck war auch nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, warum ich mich rumgeschubst fühle. Ich wünsche mir von meinen Mitmenschen eine gewisse Wertschätzung und nicht den Kommentar „Wenn’s Dir nicht passt, dann sauf doch. Das kannst Du doch so gut.“Soviel dazu….
Ich schreibe hier gerne auch wieder öfter, möchte nur nicht Gefahr laufen, dass mich jemand erkennt.
LG, Schmidtty
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Hallo mal wieder!
Ich wollte nur mal eine „Wasserstandsmeldung“ abgeben. Bisher bin ich immer noch trocken, hatte aber einige schwierige Momente, in denen ich mir meinen Wunsch nach Abstinenz aktiv ins Gedächtnis rufen musste. Bei mir sind es ja keine gesellschaftlichen Anlässe, die mich triggern, sondern Erwartungen, die ich scheinbar nicht erfüllen kann (Familie, Arbeit usw.). Es stresst mich total, für jede Unterlassung (Dinge wie, die Gabel vergessen beim Essen servieren) gleich angepöbelt zu werden. In meinem Umfeld unterstützt mich wirklich niemand, mit dem ständigen Druck umzugehen. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt in diese Rolle gekommen bin, in der alles auf mir abgeladen wird. Ja, ich habe mich wohl nicht ausreichend abgegrenzt. Aber ok. Meine Schuld. Nur hilft mir diese Erkenntnis akut wenig.
Soviel dazu….LG, Schmidtty
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Das muss man aber nicht notwendigerweise als Warnung nehmen. Es kommen bestimmt immer mal wieder Situationen, in denen man mit Alkohol konfrontiert wird, ohne vorher schon dran zu denken. Man muss dann nur die Kurve kriegen und den Abstand wahren. Ein kleiner Schluck (alkoholfrei!) beim Abendmahl darf dann halt nicht zu einem Trigger für mehr werden. Das habe ich mir zumindest klar gemacht. Der Rest des Sylvesterabends war dennoch komplett alkoholfrei.
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So kenne ich das eigentlich auch. Wie kam es zu der Situation für Dich? Hat da jeder einen Kelch bekommen?
Ja, in der evangelischen Kirche bekommt jeder seinen eigenen kleinen Kelch. Aus Hygienegründen wird da nicht mehr aus einem großen Kelch getrunken. Allerdings war da in der Vergangenheit dann Fruchtsaft drin und kein alkoholfreier Wein. Das hat mich ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt.
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Hi, ich hoffe ihr seid gut ins neue Jahr gestartet!
Ich hatte an Sylvester eine unerwartete Begegnung mit meinem Suchthirn. Beim Sylvester-Gottesdienst wurde Abendmahl gefeiert. Natürlich ist das historisch Brot (Oblate) und Wein. Die Gemeinde hatte zumindest den Rotwein durch alkoholfreien Rotwein ersetzt. Allerdings schmeckte der so täuschend echt, dass ich mir dann auch erstmal ins Gedächtnis rufen musste, dass ich nie mehr Wein trinken kann, in welcher Form auch immer.
Daran sieht man, wo überall Gefahr lauern kann, die man nie so eingeschätzt hätte.
Zum Glück bin ich dennoch bis heute abstinent trotz aller Widrigkeiten, aber die Situation hat mich nachdenklich gemacht.Viele Grüße,
Schmidtty
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Hallo zusammen,
Gerade jetzt, wo wieder der Jahreswechsel ansteht, muss ich wirklich Danke sagen für Euer ehrliches, unverblümtes Feedback. Es hat mich in diversen kritischen Situationen, in die ich mich natürlich selbst gebracht habe, wieder geerdet. Auch die teilweise harsche Kritik daran, wie ich Ratschläge umsetze, war durchaus berechtigt und hat bei mir zu einem Umdenken geführt. Insofern nochmals danke!
Und jetzt steht Sylvester an….mein (Ex) Freund möchte den Jahreswechsel gerne mit mir verbringen und schöpft wohl Hoffnung, dass das nochmal was wird mit der Beziehung. Allerdings steht immer noch der Satz im Raum, dass Alkohol wegen des Geschmacks getrunken werde und man damit nicht aufhören möchte. Es gehöre zu unserer Kultur, in moderatem Maße Alkoholiker trinken. Das kann ich (zumindest in meiner Gegenwart) nicht akzeptieren. Ich möchte ernst genommen werden. Daher ist und bleibt es mein ExFreund.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Jahreswechsel.
LG, Schmidtty