Schmidtty - Endlich weg vom Alkohol

  • Ich schreibe hier gerne auch wieder öfter, möchte nur nicht Gefahr laufen, dass mich jemand erkennt.

    Hey Schmidtty , das ist natürlich schwierig in Deiner scheinbar eh schon schwierigen Situation. Ist es nicht möglich so zu neutral schreiben, dass Du Dich sicher fühlst? Ich habe bisher in Deinen Beiträgen keine besonderen Wiedererkennungsmerkmale ausgemacht.

    Und ich glaube es würde Dir bestimmt helfen Dich hier aus zu tauschen.


    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hi,

    Danke für Eure Antworten. Ja, es stimmt, dass das hilft, sich mal alles von der Seele zu schreiben.
    Der Druck, der sich bei mir aufbaut, ist nicht notwendigerweise Suchtdruck. Es ist eher der Druck,

    „Wenn’s Dir nicht passt, dann sauf doch. Das kannst Du doch so gut.“

    Sowas musste ich mir auch anhören. Habe den Kontakt zu diesem Menschen erstmal eingefroren. Muss / will ich mir nicht geben.

    Nun gut, ist ein Kumpel, nicht Familie...

  • Guten Morgen!

    Und wieder beginnt ein Arbeitstag, der lang und stressig zu werden droht. Ich schlafe im Moment nur sehr schlecht und bin dauernd müde. Dazu kommt, dass meine Füße schmerzen (beide wegen entzündeter Sehnen). So kann ich gar nicht einfach den Sorgen „davonlaufen“.
    Ich weiß, ich könnte Schwimmen gehen, aber ich hasse Wassersport in jeglicher Hinsicht….soviel dazu.

    Ich wünsche einen guten Start in den Tag!

  • Was mich echt richtig nervt, sind die Kontaktierungsversuche meines Nun-schon-länger-Ex. Ich frage mich, warum ich ihm immer noch zuhöre. Er meinte gerade neulich erst wieder, dass ich doch für einen Erwachsenen ein völlig akzeptables Trinkverhalten gehabt hätte. Da kann ich nur sagen „hoffentlich nicht“. Das war nichtmal im Ansatz akzeptabel. Mein Körper zumindest hat dann echt gestreikt. Ich habe ihn auf WhatsApp blockiert und jetzt auch wieder die reguläre Telefonnummer. Ich meine, hat er selbst ein Alkoholproblem? Ich weiß es nicht, aber alles spricht dafür. Darüber möchte ich mir aber keine Gedanken mehr machen müssen. Die Gespräche machen mich wütend. Ist das normal? Ich weiß es nicht.

  • frage mich, warum ich ihm immer noch zuhöre. Er meinte gerade neulich erst wieder, dass ich doch für einen Erwachsenen ein völlig akzeptables Trinkverhalten gehabt hätte

    Ist eigentlich aus meinen Erfahrungen leicht zu durchschauen. Aber warum du das machst, weiß ich nicht, jedoch wenn jemand dein ehemaliges Trinkverhalten als akzeptabel findet, dann verteidigt er meist sein eigenes Trinkverhalten. Er spricht von sich.

    Nun ist es auch so, dass Alkoholiker stigmatisiert sind und keiner will jemanden haben, der Alkoholiker ist. Beschönigungsversuch oder er hat in den Rückholmodus geschaltet und will dich als Partner oder Mittrinker zurück.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja, genau. Ich hatte schon Situationen, wo ich zu Weihnachten Kinderpunsch serviert habe und er meinte, ob wir nicht auch richtigen Glühwein hätten. Und ob wir keinen Rum hätten für den Tee, nur für den Geschmack..,,hahaha. Ich möchte mir sowas wirklich nicht mehr antun, zumal alle Anderen völlig ok waren, ohne Alkohol.

  • Damit kann man mich echt komplett aus der Fassung bringen, so dass ich dann kleinlaut wieder alles mit mir machen lasse. Irgendwie habe ich den inneren Zwang, wieder was gutmachen zu müssen.

    Mich hat niemand abwertend behandelt, (allerdings wissen auch nur ganz wenige von meiner Sucht), dennoch hatte ich auch lange das Gefühl, ich müsse was gutmachen. Noch nicht mal, weil ich gesoffen habe, vielmehr, weil ich alle angelogen und getäuscht habe, weil auf mich immer weniger Verlass war, obwohl ich oft mehr gemacht und gegeben hatte als ich das eigentlich wollte. Einfach, um nicht auszufallen.

    Es dauerte eine ganze Weile, bis im Kopf angekommen ist: Das war das Ausmaß der Sucht. Klar war das alles schon ich, aber nüchtern bin ich ganz anders. Das weiß ich heute.
    Ich konnte es nicht anders und ich konnte es nicht besser. Weil die Sucht all meine Gedanken in Beschlag genommen hat.

    Ich bin noch immer alkoholsüchtig, das werde ich auch immer bleiben, aber heute bin ich nüchtern. Und ich muss bei niemandem irgendwas gut machen. Weil ich nur mir selbst gegenüber Rechenschaft ablegen muss.
    Ich konnte mir verzeihen.

    Es gab einige ganz wenige Menschen, bei denen ich mich entschuldigt habe. Nicht für das Saufen….sondern für mein Verhalten (obwohl mein Verhalten gar nicht so mies ankam, wie es sich für mich angefühlt hat).
    Weil mir das wichtig war und weil es aus tiefstem Herzen kam. Ansonsten fühle ich mich zu gar nix verpflichtet.

    Ich habe mir, als ich schon einige Zeit nüchtern war, einen Brief geschrieben, so wie ich einer guten Freundin einen Brief schreiben würde. So ‚von außen‘ betrachtet war das alles noch immer ganz schlimm, aber es fühlte sich nicht mehr ,verächtlich‘ an. Der Brief räumte mich innerlich auf, machte mich versöhnlich mit mir und meiner Sucht und machte mich noch ein Stückchen stolzer, dass ich den Ausgang aus der Suchtspirale gefunden habe.
    Ab jetzt mache ich mein Leben besser, die Vergangenheit kann ich doch gar nicht ändern. Wer ist denn bitteschön in der Position, mir irgendwas vorwerfen zu können?

    Er meinte gerade neulich erst wieder, dass ich doch für einen Erwachsenen ein völlig akzeptables Trinkverhalten gehabt hätte.

    Mir würde da draußen jeder bescheinigen, dass ich überhaupt gar keinen Alkohol getrunken habe. Das ist das Empfinden der Leute.
    Ich weiß es besser: Ich habe mich in die Alkoholsucht gesoffen. Und das ist die wichtigste Erkenntnis für mein nüchternes Leben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Stern Ja, das ist alles wahr und ich kann es nachvollziehen. Allerdings denke ich mittlerweile, dass ich mir selbst erst verzeihen kann, wenn ich nicht mehr angeklagt werde, meiner Familie etwas angetan zu haben. Mein Sohn ist jetzt in Psychologischer Behandlung, meinetwegen wahrscheinlich. Das ist so ein schlechtes Gefühl..,,das ständige schlechte Gewissen und das Gefühl, Dinge einfach wieder gutmachen zu müssen. Ich war/bin alleinerziehend. Da ist das nochmal schlimmer, glaube ich.

  • Mag sein, aber was machst Du wieder gut, wenn Du Dich wie ein Fußabtreter behandeln lässt?! Und was lernt Dein Sohn daraus?

    Außerdem hat dein Ex-Mann doch bestimmt genauso dazu beigetragen, sofern man da überhaupt von Schuld sprechen kann. Für psychische Erkrankungen (inkl. Sucht) gibt es ja immer mehrere begünstigende Faktoren.

    Wie war denn Deine Kindheit, womöglich könntest du nach dem Muster auch sagen "ich kann ja nichts dafür, bei der schweren Kindheit". Aber mit diesem Opfer-Täter-Schema ist doch niemandem gedient ...

  • Ab jetzt mache ich mein Leben besser, die Vergangenheit kann ich doch gar nicht ändern. Wer ist denn bitteschön in der Position, mir irgendwas vorwerfen zu können?

    Zitat von Schmidtty :

    Ich wünsche mir von meinen Mitmenschen eine gewisse Wertschätzung und nicht den Kommentar „Wenn’s Dir nicht passt, dann sauf doch. Das kannst Du doch so gut.“


    Allerdings denke ich mittlerweile, dass ich mir selbst erst verzeihen kann, wenn ich nicht mehr angeklagt werde, meiner Familie etwas angetan zu haben. Mein Sohn ist jetzt in Psychologischer Behandlung, meinetwegen wahrscheinlich.

    Liebe Schmidtty ,

    jeder Coabhängige wird glücklich sein, wenn der alkoholabhängige Partner oder Elternteil endlich die lang ersehnte Entscheidung zur Abstinenz trifft und umsetzt.

    Dennoch begleitet die Angst vor einem Rückfall bzw die Hoffnung, dass die Abstinenz dauerhaft besteht, auch das Leben der coabhängigen Partner und Kinder.

    Es ist auch schön zu sehen, dass es dem Partner/ Elternteil abstinent so viel besser geht, als zu dessen nasser Zeit.

    Und gerade dann kommt sicherlich oft auch die Trauer um die Vergangenheit auf, in der der Alkohol das Leben beider Seiten so stark beeinflusst hat.

    Es gelingt nicht immer, gelassen darauf zu vertrauen, dass die Abstinenz dauerhaft bestehen bleibt, und

    es ist auch nicht immer leicht, mit der Trauer um die Vergangenheit umzugehen und sich und dem Partner die Untätigkeit* in der nassen Zeit zu verzeihen.

    (*bei minderjährigen (d.h. hilflosen) Kindern käme das Verzeihen gegenüber des coabhängigen Elternteils hinzu.)

    Dass mein Mann die Folgen seiner Suchterkrankung für seine Familie bedauert, hat er mir nur in seiner nassen Zeit mitgeteilt.

    Hast du mit deinem Sohn darüber gesprochen, seitdem du ernsthaft abstinent lebst?

    Vielleicht wünscht er sich das (nochmal? Besonders wenn es ihm gerade schlecht geht?

    Es geht nicht um ein Eingeständnis einer Schuld, sondern um das Zeigen von Verständnis und Mitgefühl dafür, was die eigene Suchtkrankheit der Familie zugemutet hat.

    Ich bin mir sicher, das dein Sohn sehr froh ist, dass du abstinent lebst.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass dein Sohn pöbelt, wenn er gerade traurig oder wütend ist, dass die Entscheidung zur Abstinenz nicht früher kam, und dadurch viel Schmerz vermieden worden wäre.

    2 Mal editiert, zuletzt von maibisjuni (26. März 2025 um 05:05) aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Ja, Opfer-Täter Schema….mein Sohn hat vor mir halt den kompletten Respekt verloren und den zurückzugewinnen ist nicht leicht. Heute Morgen kam gleich wieder eine Anschuldigung im Zusammenhang mit meinem Versäumnis, Wäsche zu waschen. Ich sei zu blöd zu allem. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen.

  • Ich sei zu blöd zu allem. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen.

    nein Schmidtty, kein dickes Fell, sondern klar Stellung beziehen und deinem Sohn Grenzen aufzeigen. Du mußt nicht dein Leben lang in Sack und Asche gehen, weil du Alkoholkrank geworden bist, und keiner hat das Recht dich so zu behandeln.

    Ich habe keine Entschuldigung erwartet, aber ich hätte mich darüber gefreut. Doofer Gedanke, ich weiß. Aber als Angehörige , hätte ich mich dann wieder abhängig gemacht, nämlich davon, dass er mein aushalten als "Leistung" endlich mal anerkennt. Das war aber keine Leistung. Ich hätte zu jederzeit gehen können, habe es aber aus den verschiedensten Gründen nicht getan. Leider werden manche Dinge erst im Rückblick richtig verstanden.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Nein, tut mir leid, musst Du nicht. Das Wichtigste, was wir Alkoholiker lernen müssen, ist Grenzen setzen.

    Wie alt ist er denn etwa? Eher 14 oder 17? Egal, soll er doch lernen, seine Wäsche selbst zu waschen, und sich am Haushalt zu beteiligen, du bist doch nicht sein Dienstmädchen.

    Hat der Kindesvater dich eigentlich früher auch so behandelt? Seit wann ist das Verhâltnis zum Sohn so schwierig?

    Noch mal: Dein "Vergehen" ist eine Krankheit, die Du sogar verhältnismäßig schnell (nach 4 Jahren?) gestoppt hast.

    Dafür und für Deine Leistung als Alleinerziehende gebührt Dir Respekt und altersgemäße Unterstützung.

    Aber es scheint, dein schlechtes Gewissen kommt ihm gerade recht, um sich wie ein Pascha aufzuführen.

  • Aber es scheint, dein schlechtes Gewissen kommt ihm gerade recht, um sich wie ein Pascha aufzuführen

    Wird Zeit, dass er mal lernt, Wäsche zu waschen.
    Oder hast du irgendwo einen Vertrag unterschrieben, auf dem steht, dass das ausschließlich dein Part ist?

    Sonst wird es am Ende noch so, wie bei meiner Tochter, die mit 20 noch nicht wusste, wie die Waschmaschine funktioniert. 😅

    Da habe ich mich in meiner nassen Zeit auch nicht durchgesetzt.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ja, der Vater hat zwar im Haushalt geholfen, aber stetig dran gearbeitet, dass unser Sohn seinen Respekt vor mir verliert.
    Das mit dem Grenzen setzen konnte ich früher gut, aber im Laufe der Ehe bin ich irgendwie immer „kleiner“ geworden. Naja, es gibt ja Gründe, warum sich trennt….

  • Ja, Opfer-Täter Schema….mein Sohn hat vor mir halt den kompletten Respekt verloren und den zurückzugewinnen ist nicht leicht. Heute Morgen kam gleich wieder eine Anschuldigung im Zusammenhang mit meinem Versäumnis, Wäsche zu waschen. Ich sei zu blöd zu allem. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen.

    So musst du nicht mit dir reden lassen Schmidtty.

    Ich habe mir Beine und Arme ausgerissen weil ich mich schuldig gegenüber meinem Kind gefühlt habe. Ich sah mich als Totalversager. Dass es sich um eine Krankheit handelt wollte ich lange nicht anerkennen. Ich sah es als meine eigene Schwäche an, dass ich gesoffen habe und nicht als Krankheit. Ich habe mich viel zu klein gemacht bis ich verstanden habe. Ich habe mich dann mit meinem Kind an einen Tisch gesetzt und das alles ganz offen kommuniziert. Es sind viele Tränen geflossen aber es versteht nun was die Krankheit bedeutet, dass ich sie gestoppt habe und seitdem haben wir wieder ein tolles, harmonisches Zusammenleben. Ne geile WG würd ich sagen. Ich bin hier auch kein Dienstmädchen. Jeder von uns hilft, macht und unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten. Böse Worte oder Abfälligkeiten gibt es nicht. Schlechte Stimmung wird sofort kommuniziert. Miteinander reden ist bei uns das A und O.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du Grenzen setzen kannst und ihr zusammen eine positive Wendung in die ganze Situation reinbekommt.

    Liebe Grüße

  • Ja, Opfer-Täter Schema….mein Sohn hat vor mir halt den kompletten Respekt verloren und den zurückzugewinnen ist nicht leicht.

    "Opfer-Täter", ... siehst du oder dein Sohn dich als Täterin?

    Für mich klingt Täter nach Gewalt. Solange es dazu während der Sucht nicht gekommen ist, gibt es keine Täter, sondern nur Abhängige und Angehörige als Opfer einer Suchterkrankung.

    Gut,dass dein Sohn psychologische Hilfe erhält. Kennt und thematisiert die Psychologin eure aktuelle Beziehungssituation?

    Mir hat es als Coabhängige geholfen, die Sucht als Krankheit zu sehen. Er hatte keine Schuld, dass er krank/süchtig wurde, ist aber verantwortlich, wie er mit dieser Krankheit umgeht.

    Ist dies deinem Sohn ebenfalls bewusst? Dann wird er auch wertschätzen, dass du deine Krankheit gestoppt hast.

    Sein unverschämtes Verhalten lässt sich dann evtl mit seinem Alter erklären (nicht entschuldigen).

    Tatsächlich muss aber ja jeder aufpassen, dass er für die eigenen Probleme und Unzufriedenheit nicht nur anderen die Schuld gibt, anstatt diese selbstverantwortlich zu lösen und zu stoppen.

    Dass dein Sohn eine Therapie nicht ablehnt, ist insofern auch eine wertzuschätzende Leistung.

    Vielleicht würde es der Psychologin für eine gute Therapie helfen, wenn sie mit euch beiden spricht.

  • , der Vater hat zwar im Haushalt geholfen, aber stetig dran gearbeitet, dass unser Sohn seinen Respekt vor mir verliert.
    Das mit dem Grenzen setzen konnte ich früher gut, aber im Laufe der Ehe bin ich irgendwie immer „kleiner“ geworden. Naja, es gibt ja Gründe, warum sich trennt….

    Da kannst du doch ansetzen, Schmidtty, vielleicht würde Dir auch eine therapeutische Begleitung guttun? Sonst sehe ich in der verfahrenen Sitzation für Deine Abstinenz schwarz, hattest doch auch schon einen Rückfall, oder?

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