Schmidtty - Endlich weg vom Alkohol

  • Die Abstinenz ist ein Prozess und bedarf ständiger Aufmerksamkeit.

    In den ersten beiden Jahren sicherlich. Dann hatte sich bei mir die Abstinenz eingeschliffen und ich wusste, was ich kann und was ich besser meide. Mittlerweile bin ich routiniert unterwegs und muss nicht ständig scannen, wo Gefahren lauern könnten.

    Ich halte noch mal fest, was ich nicht nur in meiner Therapie gelernt habe: Ein gewissen Abstand zum Alkohol und zu heftig trinkenden Leuten halten. Wenn dann noch der Gedanke aus dem Hirn verbannt werden kann, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol, ich nenne es einen geheimen Trinkvorbehalt, dann ist das schon ein richtig gutes Stück auf dem Weg in eine dauerhafte Abstinenz.

  • Ein lehrreiches Beispiel, wie schnell es gehen kann.
    Gott sei Dank wurde vom Fruchtsaft auf alkoholfreien Wein gewechselt und nicht auf richtigen Wein.
    Das wertvollste bei der Geschichte ist deine gemachte Erfahrung.
    Es ist nicht alles planbar um jedes Risiko auszuschalten. Wenn es passiert muss mich mein Netz tragen können und wenn ich weiss, dass das Netz noch schwach ist,
    lasse ich bestimmte Dinge einfach aus. Zugegeben, dass Abendmahl mit üblicherweise Fruchtsaft ist schon speziell.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ein kleiner Schluck (alkoholfrei!) beim Abendmahl darf dann halt nicht zu einem Trigger für mehr werden

    Ja, indem Du ihn nicht trinkst. Wenn ich das richtig heraus lese, wirst Du beim nächsten mal erneut aus dem Kelch trinken, oder?

    Ist ja alles gut gegangen.

    Na ja. Ein Optimist springt vom 10-stöckigen Hochhaus. Nach acht Stockwerken sagt er "bis jetzt ist doch alles gut gegangen".

    Das ist für mich kein Argument, dass es so weiter gehen kann.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • . Die Gemeinde hatte zumindest den Rotwein durch alkoholfreien Rotwein ersetzt. Allerdings schmeckte der so täuschend echt, dass ich mir dann auch erstmal ins Gedächtnis rufen musste, dass ich nie mehr Wein trinken kann, in welcher Form auch immer.

    sieht aus wie Alkohol, riecht eventuell nach Alkohol, erinnert an Alkohol. Und im Wort Alkoholfrei ist ja noch Alkohol drinnen.

    Es ist unerheblich, ob nun mit oder ohne, das Hirn kennt nur mit. Als ich früher gesoffen hatte, brauchte ich ja ein Level, da merkte ich nicht unbedingt die ersten zwei Gläser. Ich soff weiter, weil das Hirn darauf trainiert war, ein Level zu erreichen. Dass es dann zu Suchtdruck führen kann, ist naheliegend.

    Ich sehe es nicht so, dass es gut gegangen ist. Es ist etwas passiert, was im Vorfeld nicht abzuschätzen war. Trotzdem hat man sich dem Gruppenzwang unterworfen. Man will ja nicht auffallen, oder? Du hast getrunken, anstatt "den Kelch an dir vorüberziehen zu lassen".

    Aber da ziehe ich jetzt meinen Hut. Du hast dich hier mitgeteilt, und das ist es, was es ausmacht. Für uns alle, die genau in so eine Situation reinschlittern können.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Schmidtty,

    bei uns in der Gemeinde gibt es schon seit vielen Jahren die Wahl zwischen Traubensaft und Wein. Das wird mit Handzeichen kommuniziert. Wurde damals im Kirchenvorstand vorgeschlagen und einstimmig beschlossen.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo mal wieder!

    Ich wollte nur mal eine „Wasserstandsmeldung“ abgeben. Bisher bin ich immer noch trocken, hatte aber einige schwierige Momente, in denen ich mir meinen Wunsch nach Abstinenz aktiv ins Gedächtnis rufen musste. Bei mir sind es ja keine gesellschaftlichen Anlässe, die mich triggern, sondern Erwartungen, die ich scheinbar nicht erfüllen kann (Familie, Arbeit usw.). Es stresst mich total, für jede Unterlassung (Dinge wie, die Gabel vergessen beim Essen servieren) gleich angepöbelt zu werden. In meinem Umfeld unterstützt mich wirklich niemand, mit dem ständigen Druck umzugehen. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt in diese Rolle gekommen bin, in der alles auf mir abgeladen wird. Ja, ich habe mich wohl nicht ausreichend abgegrenzt. Aber ok. Meine Schuld. Nur hilft mir diese Erkenntnis akut wenig.
    Soviel dazu….

    LG, Schmidtty

  • mit dem ständigen Druck umzugehen.

    Meinst du Suchtdruck? Und wer, bitteschön, pöbelt dich an, weil Du sowas Harmloses wie eine Gabel vergessen hast? Arbeitest du als Serviererin? ( Erinnere mich nicht mehr).

    Du kennst ja bestimmt den weisen Spruch: "Nur nicht trinken reicht nicht ".

    Was konntest du denn schon für dich verändern und was wäre vielleicht noch nötig?

  • Es stresst mich total, für jede Unterlassung (Dinge wie, die Gabel vergessen beim Essen servieren) gleich angepöbelt zu werden.

    Hi

    Diesen Ärger oder auch Wut solltest du rauslassen.

    Z.B. der Pöbler kann sich in Zukunft seine Gabel selbst holen.Wenn er/sie sich entschuldigt, ok.

    Wenn nicht würde ich keine Gabel mehr dorthin legen. Stresst auch,aber macht deutlich, so nicht.

    Raus aus dem Schneckenhaus stärkt dich.

    Nur Mut, sie werden mit den Augen rollen.🙄

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Ja, ich habe mich wohl nicht ausreichend abgegrenzt. Aber ok. Meine Schuld. Nur hilft mir diese Erkenntnis akut wenig.

    Warum hilft Dir diese Erkenntnis wenig?

    Ich finde es klasse, eine Erkenntnis zu haben. Weil ich dann etwas verändern kann! Das könntest Du auch.

    LG Cadda

  • Hallo Schmidtty,

    Bisher bin ich immer noch trocken, hatte aber einige schwierige Momente, in denen ich mir meinen Wunsch nach Abstinenz aktiv ins Gedächtnis rufen musste.

    Glückwunsch, offensichtlich scheint das ja zu funktionieren.

    Das Forum ist für "schwierige Momente" da. Einfach mal kurz in die Tasten hauen was war. Das geht auch schnell ohne Rechtschreibung und Interpunktion, Hauptsache raus damit. Das ist besser als Zähne knirschen und Druck aufbauen.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Schmidtty,

    schön, dass du deine Abstinenz schützen konntest.

    hatte aber einige schwierige Momente, in denen ich mir meinen Wunsch nach Abstinenz aktiv ins Gedächtnis rufen musste.

    Du schreibst musste, nicht konnte, das hört sich anstrengend an.
    Was tust Du, damit das auch weiterhin funktioniert? Du hast dich hier das letzte Mal Mitte Januar gemeldet. Nutze das Forum für dich um genau solche Situationen aufzuarbeiten und zu hinterfragen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi,

    Danke für Eure Antworten. Ja, es stimmt, dass das hilft, sich mal alles von der Seele zu schreiben.
    Der Druck, der sich bei mir aufbaut, ist nicht notwendigerweise Suchtdruck. Es ist eher der Druck, sich mal aus einer besonders nervigen Situation rauszuziehen, um eben genau diesem Suchtdruck vorzubeugen.

    Bei uns herrscht zu Hause gerade eine hochexplosive Stimmung. Ich muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage, das dann die verbale Aggression noch anheizt.
    Das mit dem Besteck war auch nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, warum ich mich rumgeschubst fühle. Ich wünsche mir von meinen Mitmenschen eine gewisse Wertschätzung und nicht den Kommentar „Wenn’s Dir nicht passt, dann sauf doch. Das kannst Du doch so gut.“

    Soviel dazu….

    Ich schreibe hier gerne auch wieder öfter, möchte nur nicht Gefahr laufen, dass mich jemand erkennt.

    LG, Schmidtty

  • Wenn’s Dir nicht passt, dann sauf doch. Das kannst Du doch so gut.“

    Wird das immer noch zu dir gesagt?
    Du bist schon fast 5 Monate abstinent.
    Das zeigt null Respekt vor dir und deiner Leistung und so ein Klima kann gefährlich für dich werden. Warum musst du dir das gefallen lassen?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Bei uns herrscht zu Hause gerade eine hochexplosive Stimmung. Ich muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage, das dann die verbale Aggression noch anheizt.
    Das mit dem Besteck war auch nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, warum ich mich rumgeschubst fühle.

    Hallo Schmittdy, wie ich sehe sind wir Leidensgenossen, mir geht es ähnlich. Kopf hoch und denk an Dich.

    LG TM

  • Nayouk24 Ich bin sogar schon länger trocken, aber ich reagiere immer noch sehr empfindlich auf solche Anspielungen. Damit kann man mich echt komplett aus der Fassung bringen, so dass ich dann kleinlaut wieder alles mit mir machen lasse. Irgendwie habe ich den inneren Zwang, wieder was gutmachen zu müssen.
    Es nervt mich auch, dass mein „Aufpasser“ mich mit großem Getue an den Weinregalen im Supermarkt vorbei lotst, die ich ohne dieses Getue kaum wahrgenommen hätte. Es ist einfach schwierig 😣.

  • Das hört sich echt schwierig und anstrengend an.
    Deine Situation ist schwer einzuschätzen, da du im offenen Bereich nicht mehr schreiben willst/kannst,
    was ok ist.
    Auf jeden Fall musst du mehr Kraft für deine Abstinenz aufbringen, als du es müsstest, wenn dich dein Umfeld unterstützen würde und das ist auf Dauer nicht gut. Du hast ja immer wieder Situationen, die dich stressen und dann kommt noch dieses herabwürdigende Verhalten deiner „Mitmenschen“ dazu und irgendwann bist du vlt. nicht mehr stark genug. Und dann ? Momentan kannst du nüchtern für dich einstehen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Manchmal kotxt mich alles so übelst an😤😡….. wo ich mir dann denke, : ist doch egal., Hauptsache du säufst nicht mehr🥰

    Diese Tatsache tröstet mich immer wieder.

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

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