Beiträge von Marli

    Vielen Dank für deine Denkanstöße Aurora

    Ich bin nach wie vor unschlüssig.

    Was mich aktuell aber sehr beschäftigt ist die Aussage von Hartmut:

    Du bist ja nicht mehr sein Co, oder? Also ist es im Grunde egal, ob du Fotos von seinem Auto machst oder nicht

    Bin ich wirklich nicht mehr seine Co?
    Ich mache Fotos von seinem Auto inklusive Inhalt. Ich „schnuppere“, wenn er die Kinder holt und bringt.
    Mich erinnert das grad sehr an die Zeit, in der er noch hier wohnte und ich im Keller nach Flaschen gesucht habe.
    Wo hört die Sorge um die Kinder auf und beginnt die co-Abhängigkeit…?
    Ich weiß es gerade nicht, und das beunruhigt mich.

    Das stimmt nicht. Zum Schutz der Kinder würde ich ihn anzeigen. Und zwar wenn er bei dir aufschlägt, nach Alkohol riecht und dann um die Ecke verschwindet um heimzufahren

    Warum verdammt nochmal habe ich Angst davor, das zu tun? Warum fühle ich mich bei dem Gedanken schuldig?! Ich verstehe mich manchmal selbst nicht. Der Mann lügt mich ständig an, beleidigt mich, lässt mich hier ohne Unterhalt hocken. Hat meine Kinder wissentlich in Gefahr gebracht, hat jedesmal ihr Leben riskiert, wenn er betrunken mit ihnen ins Auto gestiegen ist. Und trotzdem „schütze“ ich ihn…

    Hartmut eine rechtliche Beratung war auch gar nicht mein Anliegen. Eher Erfahrungen. Anreize fürs nachdenken quasi. Ich merke teilweise noch immer, dass ich ihn wie „meinen Ehemann“ behandle, obwohl er mir schon so viele Gründe gegeben hat, das nicht mehr zu tun. Eigentlich sollte ich ihn behandeln, wie jeden anderen auch. Keine Rücksicht mehr nehmen. Aber das schaffe ich irgendwie nicht…

    Co-Pilot

    Er hat keine Fahrerlaubnis mehr. 8 Monate Sperre, danach neubeantragung und wahrscheinlich MPU. Ja, es ist eine Straftat.

    Marliese die Gedanken hab ich auch. Was, wenn er im betrunkenen Zustand jemanden umfährt, einen Unfall baut. Allerdings befürchte ich, dass er sogar weiter fahren würde, wenn er ohne Führerschein erwischt wird…

    Mir gehts vor allem darum: Ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass ich ihn erst dann wieder mit den Kindern Auto fahren lasse, wenn er mir seinen Führerschein zeigen kann UND ein Schreiben, in dem steht, dass er fahren darf. Für den Fall, dass er eine MPU machen muss, bezweifle ich, dass er 12 Monate Abstinenz nachweisen kann. Dafür trinkt er zu viel. Das würde er nur schaffen, wenn er tatsächlich trocken wird.
    Und dennoch habe ich „Angst“ davor, dass er hier irgendwann mit seinem Führerschein steht und sagt: so, jetzt darf ich wieder. Er ist in der Vergangenheit auch mit den Kindern ins Auto gestiegen und hat getrunken. Leider ist das System hier so aufgebaut, dass immer etwas passieren muss, bevor die Polizei handelt. Daher der Gedanke: zeige ich ihn an, wird es sehr unwahrscheinlich , dass er mir irgendwann einen Führerschein vorzeigen kann. Andererseits will ich ihm nicht alles kaputt machen, für den Fall, dass er irgendwann doch trocken werden sollte.

    Ich komme aktuell klar. Ich habe von meiner Mutter geerbt. Eigentlich ist das Geld dafür gedacht, den hauskredit abzubezahlen. Jetzt muss ich aktuell zum Teil die laufenden Kosten davon zahlen. Aber ich hoffe, dass er nachträglich zahlt.

    Ja, es macht mürbe. Da trennt man sich von „seinem“ Alkoholiker, denkt, man kann das Thema Alkohol aus seine Leben tilgen, und dann muss man sich wieder ständig mit dem Thema und dem Menschen beschäftigen. Die Sorge um die Kinder bleibt, hat eine andere Dimension angenommen, weil man noch weniger Einfluss darauf hat als vor der Trennung. Und dann auch noch indirekt auf sein Geld angewiesen ist…

    Hartmut ja, du hast recht. Ist hier im Grunde die falsche Adresse. Ehrlich gesagt weiß ich auch selbst nicht, welche Antwort ich hier hören wollte. Der Beitrag hatte auch viel mit „ich muss mich mal auskotzen“ zu tun.
    Die Fotos mache ich, für den Fall, dass ich sie irgendwann nach brauche. Polizei, Jugendamt, Gericht. Keine Ahnung…

    Trotzdem vielen Dank für deine Antwort!

    Hallo ihr lieben, vielleicht könnt ihr mir helfen. Oder mir einen Rat geben.
    Wie ich ja schon berichtet habe, hat der Vater der Kids keinen Führerschein wegen Trunkenheit. Nun habe ich herausgefunden, dass er eine Sperre für 8 Monate hat und danach einen neuen FS beantragen kann, wahrscheinlich aber vorher eine MPU machen muss (über 2 Promille)
    Er fährt nach wie vor mit dem Auto, ohne Kinder. Sein Auto steht, wenn er die Kinder hier abholt, immer eine Straße weiter. Mit den Kindern fährt er dann mit der Bahn oder Bus weiter. Wenn er sie zurück bringt, steigt er danach wieder ins Auto und fährt nach Hause. Ich habe Fotos vom Auto gemacht, inklusive Innenraum. Das ganze Auto voll mit Dosen, vodka und Whisky Mischgetränke. Zudem kam er mir letzte Woche mit dem Auto entgegen, ich weis also mit Sicherheit, dass er noch fährt.
    Jetzt zu meiner Frage: ich will nicht, dass er mit den Kindern fährt, auch für den Fall, dass er seinen FS tatsächlich wieder bekommt. Zumindest, solang er noch so drauf ist wie aktuell (letzte Woche hat er die beiden ziemlich betrunken wieder gebracht).

    Ich spiele mit dem Gedanken, der Polizei einen Hinweis zu geben, dass er noch fährt. Einfach, um dafür zu sorgen, dass er den FS definitiv nicht wieder bekommt. Ich fühle mich damit nicht wohl, wenn ich ehrlich bin. Keine Ahnung, vielleicht bekommt er ja irgendwann doch noch mal die Kurve.
    Mein Anwalt hat mir von einer Anzeige abgeraten, um die Sache nicht noch mehr eskalieren zu lassen. Aber ich habe panische Angst davor, dass er den FS irgendwann wieder bekommt und ich ihm die Fahrt mit den Kindern dann nicht mehr verbieten kann.
    Was soll ich machen? Abwarten? Handeln? Welche Möglichkeiten habe ich noch? Vielleicht hat hier schon mal jemand ähnliche Erfahrungen gehabt.

    Hier ist sowieso alles wieder völlig chaotisch: weder reicht er beim Anwalt die Dokumente ein, damit der Unterhalt berechnet werden kann, noch hat er für diesen Monat kindesunterhalt bezahlt. Er sitzt es aus, habe ich das Gefühl…

    Viele liebe Grüße an alle!

    Vielen lieben Dank für die Wünsche! Der kleinen geht es jetzt soweit wieder gut, der große kommt langsam auf die Beine. Wir haben die letzten Tage auf dem Sofa verbracht und disneyfilme angeschaut, viel gekuschelt. Manchmal gar nicht so schlecht, wenn man mal so ausgebremst wird…

    Die Schwiegereltern waren völlig entspannt. Eher stinkig, weil sie nicht wussten, dass hier die Grippe umgeht 🙈Beide sind schon über 70 und recht ängstlich, was Ansteckung angeht.

    Hatte einen befreundeten Arzt hier. Töchterchen hat ne mittelohrentzündung und bekommt jetzt Antibiotika, großes Kind liegt jetzt bei 39 grad und schläft auf dem Sofa.

    Folgende Situation, wie hättet ihr das gehandhabt oder was hättet ihr gemacht?
    Meine Tochter hat Grippe, letztes Wochenende und bis zum Dienstag hat sie gefiebert, bis auf 40 grad. Seit gestern hat sie Ohrenschmerzen.
    Mein Sohn wachte heute Morgen mit den Worten auf: Mama, mir geht’s nicht so gut. Fieber gemessen, 38,2. Gliederschmerzen.

    Mein exmann wollte heute mit den Kindern zu den Schwiegereltern. Habe ihm heute Morgen geschrieben, wie es den Kindern geht. Um 10 stand er vor der Tür und wollte mit den Kindern los. Die kleine wollte nicht, fing an zu weinen. Ihr geht’s auch echt nicht gut, das sieht man ihr an. Sie ist total verschleimt, Augenlider hängen runter, müder Blick. Mein exmann meinte darauf hin, dass sie dann lieber bei mir bleiben soll, sie sei ja noch krank. Aber meinen Sohn würde er dann mitnehmen. Kurze randinfo: da er ja kein Auto fahren darf, wäre er mit den beiden mit dem Zug gefahren. Also erst mir Straßenbahn zum Bahnhof, damit zu den Eltern, dann zu ihnen nach Hause und nachher wieder zurück.
    Habe meinem Sohn angesehen, dass er auch lieber zu Hause bleiben würde, er bekam Tränen in die Augen. Er schaute mich an, ich hatte das Gefühl, dass er sich nur nicht getraut hat, was zu sagen. Habe meinem exmann gesagt, dass er auch Fieber hat. Zwar (noch) nicht allzu hoch, aber dass es ihm auch nicht besonders gut geht. Dass er vielleicht lieber mit den Kindern bei sich zu Hause bleiben soll, anstatt zu seinen Eltern zu fahren. Wollte er nicht, er hätte das Treffen mit seinen Eltern fest ausgemacht. Hab ihm gesagt, dass sie es sicher verstehen, wenn er ihnen sagt, dass die Kinder krank sind. Wollte er aber nicht.
    Ende vom Lied: die Kids sind hiergeblieben.
    War das jetzt falsch? Tut mir leid für die Schwiegereltern, aber die haben doch auch nichts davon, wenn sie zwei kranke Kinder mit Grippe bei sich sitzen haben. Werde die beiden gleich anrufen und es denen erklären.
    Hätte ich die Kinder mitgeben müssen? Obwohl sie krank sind? Wie gesagt, sie hätten sich ja auch beide beim Papa auf die Couch kuscheln können, aber ein fieberndes Kind und eins mit mittelohrentzündung mit dem Zug durch die Gegend zu schicken, kam mir falsch vor…


    Frohe Weihnachten euch allen!

    Und das seine Eltern ihn in Schutz nehmen ist auch klar. Wahrscheinlich ist es bei denen schon genauso, sonst wüsste die Mutter ja nicht, was da so kommt.

    Beide Eltern trinken keinen Tropfen. Aber ihr Sohn war immer der Held. Mein exmann hat noch eine deutlich ältere Schwester. Sie hat, um es mal nett zu sagen, ihr ganzes Leben nicht viel auf die Reihe bekommen. Hat zwar eine Ausbildung, aber ihr Leben lang vom staat und von der Unterstützung ihrer Eltern gelebt. Ständig neue Männer gehabt, die alle ein absoluter Reinfall sind. Hat zwei Kinder, der große kifft, die kleine hat mit 16 das erste Kind bekommen, mit 18 das zweite, hat keine Ausbildung und lebt ebenso vom Staat.
    Meine Schwiegereltern haben kaum noch Kontakt.
    Und dann war da ihr Sohn: Abi gemacht, Wehrdienst, studiert, Beamter, eine Frau geheiratet die ebenfalls einen Studienabschluss hat. Wohnung gekauft, Haus gekauft, zwei tolle kinder. Sie wollten nicht sehen, dass ihr Sohn ebenso viele Probleme hat, wollen es immernoch nicht sehen. Alle Schwierigkeiten wurden als „typisch junge“ abgetan, und unter den Teppich gekehrt. Hauptsache das Bild nach außen hin hat gepasst.
    Ich glaube, wenn sie sich jetzt eingestehen müssten, dass der Held ebenso ein Mensch mit Fehlern ist, würde das ihr gesamtes Weltbild zerstören. Dann wollen sie lieber glauben, was sie glauben wollen. Hauptsache, sie müssen sich nicht eingestehen, dass da viel schief gelaufen ist.

    Verrückt oder? Dass ich mich immer noch „ertappt“ fühle… scheint so, als kann mich dieser Mensch immer noch manipulieren und mir ein schlechtes Gewissen machen…

    Ich weiß jetzt, wie er drauf kommt.
    Vor ein paar Tagen riefen seine Eltern an. Wollten wissen, was die Kinder zu Weihnachten haben wollen. Fragten mich auch, wie es läuft, wie es mir geht. Ob alles ok ist. Habe erst gar nichts gesagt, meinte, alles sei ok.
    Schwiegermutter fragte aber weiter, wie es mit ihm läuft. Habe ihr dann gesagt, dass es gerade etwas schwierig ist. Das die Polizei vor der Tür stand. Das er mir vorwirft, Drogen zu nehmen und die Kinder anzufassen und das dem Jugendamt melden wird.
    Sie blockte dann sofort ab, meinte, sie will es gar nicht wissen und hat das Gespräch schnell beendet. Wahrscheinlich hat sie es falsch verstanden.

    Sie leben in ihrer Welt, ihr Sohn war immer der heilige. Sie gehen wohl davon aus, dass alles Tuttifrutti ist. Als ich mich getrennt habe, fragten sie mich, warum. Habe ihnen dann auch frei heraus gesagt, dass ihr Sohn Alkoholiker ist. Haben sie abgetan . Sei doch nicht so schlimm, Männer tun das doch mal. Ich solle nicht so streng mit ihm sein. Und schließlich seien wir verheiratet, und eine Ehefrau muss zu ihrem Mann stehen, auch in schlechten Zeiten. Alles nicht so schlimm, ich übertreibe. „Du schaffst das keine zwei Jahre allein mit den Kindern. Dann kommt ihr sicher wieder zusammen.“ Als ich ihnen sagte, dass er mich beschimpft hat, mich als F..ze und Sch…pe bezeichnet hat und ich mir das nicht gefallen lasse, war ihre Reaktion: „naja, da war er sicher etwas betrunken. Das hat er sicher nicht so gemeint. Da sagt man halt mal Sachen, die man sonst nicht sagen würde.“

    Sehe es nicht mehr ein, ihn in Schutz zu nehmen. Und wenn sie mich fragen, wie es mir geht und wie es läuft, müssen sie eben auch mit der Antwort klarkommen. Werde ihn nicht verpetzen, aber auch nicht lügen.
    Ich glaube nicht, dass sie wissen, dass er keinen Führerschein hat. Fragen wahrscheinlich auch nicht, warum er sie seit drei Monaten nicht mehr mit den Kids besucht hat. Sie wollen es gar nicht wissen. Als er das zweite Mal seinen FS wegen alk verloren hat, haben sie es belächelt. Haben tatsächlich Scherze darüber gemacht…

    -Leonia- Nein, leider nicht. Aber ich bleibe dran. Mit mir nicht mehr.

    Gerade kamen meine Kids heim. Der große meinte: „Mama, wir sind mit dem Taxi nach Hause gekommen. Aber Papa darf wieder Auto fahren. Er fährt nur nicht mit uns, weil er gesagt hast, dass du ihm sowieso nicht glaubst.“

    Hab ihm dann im ruhigen Ton gesagt, dass ich kein Problem damit habe, wenn der Papa mit seinen Führerschein zeigt.

    Ist das nicht Wahnsinn? Wie er versucht, mich als die böse hinzustellen? Und sich nicht mal zu schade dafür ist, den Kindern ins Gesicht zu lügen. Ist doch einfach ätzend…

    denn auch sie werden versuchen unterbewusst ihren Vater zu decken. Sie werden versuchen ihn zu schützen, aus Angst, dass es dann wieder Ärger gibt und sie vielleicht nicht zu ihm dürfen.

    Macht ja mein großer aktuell schon. Verstehe ich auch. Er will nicht, dass Mama und Papa streiten. Völlig normale Reaktion für einen 8jährigen.
    Was das Jugendamt angeht, weiß ich gar nicht, was ich erwartet habe. Was für mich zählt, ist, dass es irgendwo dokumentiert ist. Und wieder eine Erkenntnis, dass von ihm viel heiße Luft kommt. Er meinte schon vor Monaten, er hätte ein Gespräch beim Jugendamt gehabt. Wieder ein Versuch von ihm, mich zu verunsichern…

    Gut, dass er dir die Bilder geschickt hat. So was kannst du alles sammeln und hast später mal Beweise, falls du sie brauchst

    Deswegen bin ich auch dazu übergegangen, alles schriftlich zu besprechen. Ich lasse mich von ihm nicht mehr beleidigen und unter Druck setzen, ohne das irgendwo abzuspeichern…


    Gerade musste ich den Kindern wieder gut zureden, heute zu ihm zu gehen. Fällt mir schwer, weil ich ja selbst kein ganz so gutes Gefühl dabei habe.

    Und darüber hinaus frag ich mich, was die Kinder davon lernen? Das es okay ist sich nicht an Regeln zu halten? Und dann wundern wir uns, wenn 15 Jährige nachts mit Papas Auto unterwegs sind.

    Ist leider nicht das erste Mal, dass etwas in der Art passiert. Vor einigen Monaten schickte mein Mann mir Bilder von angemalten Hauswänden. Ich fragte ihn, was das ist. Er war mit den Kindern durch das Wohngebiet rund um seine Wohnung gelaufen und hat mit den beiden Straßenschilder, Mülltonnen und eben Hauswänden bemalt. Hab ihn gefragt, was das soll.
    Er nannte es dann eine Möglichkeit, den Kindern zu beizubringen, dass man aufeinander aufpassen soll. Die Kinder sollten gegenseitig schmiere stehen, während das jeweils andere an die Häuser malt. Er fand das total super, ich bin so stinkig geworden. Meinte zu ihm, dass einzige, was er den Kindern beibringt, ist, dass es ok ist, fremdes Eigentum zu beschädigen. Hab im Anschluss mit den Kids gesprochen, und hab ihnen gesagt, dass das gar nicht geht.
    Also mal ehrlich, der Mann ist Pädagoge. Was soll das?!?

    Oder dein Ex hat ihn instrumentalisiert um dir zu suggerieren, dass alles in Ordnung ist.

    Ich gehe eher mal davon aus. Aber kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Aber mal ehrlich: ein Alkoholiker geht nicht auf den Weihnachtsmarkt und trinkt dort Glühwein ohne Alkohol…

    Letzte Woche hatte ich den Termin beim Jugendamt. Er war natürlich noch nicht da. Wirklich helfen konnte mir die Dame nicht. Aber sie hat mir dazu geraten, die Unterhaltsvorschusskasse zu kontaktieren. Und sie meinte, es sei gut, dass ich sie informiert habe, für den Fall, dass noch weiteres passiert bzw. schon mal vorsorglich. Sie hat alles notiert, war von manchen Dingen selber leicht geschockt.
    Habe bei ihr auch nochmal betont, dass ich nicht vorhabe, ihm das umgangsrecht zu entziehen. Ich aber genau hinsehen werde…

    Wahrscheinlich geht es darum, den richtigen Mittelweg zu finden. Ich werde sie nicht mehr explizit fragen, aber in gewissen Situationen werde ich versuchen, ihnen in ruhigem Ton die Wahrheit zu sagen.
    Beispiel: einen Tag, nachdem meinem Mann der Führerschein abgenommen wurde, saß mein Sohn recht still auf dem Sofa. Ich fragte ihn, was los ist und er meinte, dass er sich Sorgen um Papa macht, ob es ihm gut geht. Ich riet ihm, ihn doch anzurufen, damit er beruhigt ist, und Papa würde sich sicher über einen Anruf freuen.
    Leider war er dann ziemlich daneben, erzählte komische Sachen, fragte nach einer Verabredung, die aber schon am Vortag stattgefunden hat und über die mein Sohn schon am Morgen erzählt hat. Die Kinder waren morgens bei ihm gewesen, weil Ferien waren und ich an der Arbeit war. Mein Mann hatte es völlig vergessen. Er meinte dann noch: bis später, ihr kommt ja gleich noch her. Also bis dann! Und legte auf. Es war früher Abend, die Kinder sollten erst am nächsten Tag zu ihm. Er war betrunken, das konnte ich auch aus dem anderen Raum hören, und hat es nicht mehr richtig geblickt. Mein Sohn telefoniert immer mit Lautsprecher, also konnte ich das Telefonat halb mit anhören, stand in der Küche und hab Abendessen gemacht. Als mein Sohn aufgelegt hatte meinte er zu mir: „Du Mama, ich glaube, Papa ist verrückt geworden. Der hat ganz komisches Zeug geredet.“

    Hab ihm dann gesagt, dass es möglich ist, dass er was getrunken hat. Das man dann manchmal ein bisschen komisch ist und vergesslich wird. Und hab es so stehen lassen.
    Wollte ihm damit sagen, dass er wirklich komisch war, dass er das richtig eingeordnet war. Und hab es aber auch nicht eingesehen, eine Ausrede zu erfinden.

    Ebenso werde ich ihn nicht anlügen, was den Grund des FS Entzugs angeht. Nur eben nicht ins Detail gehen.

    Die Kinder, insbesondere mein Sohn (meine Tochter ist einfach noch zu klein) weiß, warum ich mich getrennt habe. Ich denke, dass kann man einem Kind sagen. Sachlich, ohne Drama. Ich denke, es ist wichtig, da nichts zu beschönigen. Da stimme ich Morgenrot zu. Auch Kinder können für das Thema sensibilisiert werden und verstehen, dass Alkohol einen Menschen verändern und viel kaputt machen kann.

    Sie lieben Euch beide, den Vater auch, ob er nun trinkt oder nicht, spielt keine Rolle für sie und sie merken ja auch, dass es Dich jedes Mal aufregt

    Ich weiß. Ich merke nur, dass mich das so sauer macht. Nicht, dass sie ihn lieben. Sondern dass er sie ständig in Gefahr bringt, obwohl er ihnen sagt, dass er sie auch liebt. Er lügt sie ebenso an wie mich. Riskiert ihr Leben oder hat es getan, wenn er betrunken mit ihnen ins Auto gestiegen ist.
    Hört sich jetzt hart an, aber so, wie er aktuell drauf ist, hat er ihre Liebe nicht verdient. Gott, das hört sich jetzt echt ekelhaft an.

    Ich danke euch allen!

    Ich weiß wie hilflos man sich fühlt, aber die Kinder sitzen zwischen den Stühlen und können das gar nicht beurteilen was da zwischen den Erwachsenen genau abgeht.

    Ja, hilflos trifft es genau.
    Ich hatte schonmal eine ähnliche Situation. Als mein Sohn meinte, dass der Papa sich (und den Kindern) immer was zu trinken kauft wenn er mit ihnen unterwegs ist. Da habe ich ihn gefragt, was der Papa dann immer im Auto trinkt. Mein Sohn meinte „Cola“, darauf hin hab ich ihn gefragt, wie die Dose aussieht. „Schwarz, Cola steht da in roten Buchstaben drauf und noch irgendwas mit weißer Schrift“

    Ich kenne diese Dosen nur allzu gut, weil ich sie früher, als er noch hier gewohnt hat überall im Haus und in seinem Auto gefunden habe.

    Mir fällt es unglaublich schwer, drauf nicht einzugehen.

    Das Thema Alkohol sollte komplett raus aus den Gesprächen mit den Kindern. Sowas gehört nicht in ihre Köpfe und macht den Papa nur unnötig schlecht. Das hilft keinem am wenigsten den Kindern.

    Genau das fällt mir so schwer. Ich will sie nicht anlügen. Mein Sohn hat gefragt, warum Papa seinen Führerschein verloren hat. Habe ihm da auch gesagt, dass Papa Alkohol getrunken hat und man das beim Autofahren eben nicht darf. Er meinte dann: „aber Papa trinkt doch gar keinen Alkohol mehr“

    Wie soll man darauf reagieren?

    Ich kann es verstehen, dass Du momentan extrem aufpasst und wahrscheinlich war der Auslöser für das ausfragen, dass sie Dir erzählt haben, dass sie alleine auf dem Riesenrad waren.

    Ja, genau so war es. Weil ich schon vermutet habe, dass er unten stand und was getrunken hat. Letztes Jahr ist er noch mit ihnen zusammen gefahren. Das kam mir merkwürdig vor.
    Ich habe aktuell den Eindruck, dass er immer trinkt. Und das macht mir Angst…