Beiträge von Marli

    Also hat er nicht einen einzigen ernsthaften neuen Schritt Richtung Trockenheit gemacht.


    Worauf wartest du also genau?

    Ich vergleiche das mal mit meiner Situation, nur damit verständlich ist, weshalb ich abwarte:

    Ich war 15 Jahre meines Lebens essgestört, habe gehungert, gefressen und gekotzt. Ich habe erst eine Therapie gemacht, wurde aus der Schule befreit, war dann 8 Wochen in stationärer Behandlung. Als ich wieder zu Hause war, hat es etwa zwei Monate gedauert, bis ich einen Rückfall hatte.

    Als ich meinen Mann kennenlernte, steckte ich wieder voll drin. Jeden Tag kotzen, wieder gehungert, wieder essanfälle. Das ging, bis ich 28 war. Meine Zähne waren völlig kaputt, meine Periode habe ich lange Jahre nicht gehabt. Ich wusste gar nicht mehr, wie man normal isst.

    Mit 28 hat es dann plötzlich Klick gemacht. Ich ging erneut zu einer Psychologin, die mich sofort wieder stationär einweisen lassen wollte. Ihrer Meinung nach hatte ich keine Chance, da ohne ärztliche Hilfe rauszukommen. Ich lehnte ab, weil ich merkte, dass es der falsche Weg ist. Ich suchte mir eine Selbsthilfegruppe, ging meinen eigenen Weg. Von dem niemand gedacht hat, dass es der richtige ist. Aber ich schaffte es raus. Einfach, weil ich es wollte. Weil ich verstanden habe, dass ich die einzige bin, die etwas verändern kann. Rückfälle hatte ich auch, aber ich habe sie mir nicht vorgeworfen. Sondern weitergemacht. Diese Hoffnung habe ich bei ihm auch. Und ich gebe ihm noch diesen einen Versuch. Ich denke, jeder hat seinen eigenen Weg, auch wenn es nicht der klassische Weg ist, der von anderen betroffenen oder Fachleuten empfohlen wird. Und manchmal funktioniert der empfohlene Weg einfach nicht.


    Natürlich, damals waren keine Kinder im Spiel. Und, und das ist der riesige Unterschied: von meinem Suchtmittel war ich nicht berauscht. Ich war keine Gefahr für andere. Ich habe in erster Linie mir geschadet. Und deswegen habe ich ihm auch diese „Frist“ gesetzt. Vielleicht hat es bei ihm Klick gemacht, vielleicht auch nicht. Das kann ich noch nicht sagen. Ich warte gerade darauf, dass er sich entscheidet, wenn man es so ausdrücken kann. Ob er sich für uns, oder für den Alkohol entscheidet. Sollte es der Alkohol sein, werde ich ihm keinen Vorwurf machen. Kann ich nicht, war ich ja in der gleichen Situation. Abhängig. Zwar nicht vom Alkohol, aber vom Essen.

    Aber ich werde mich einfach deswegen verabschieden müssen, um mich nicht zu verlieren. Und um die Kinder zu schützen. Dann muss er seinen Weg alleine gehen. Wie auch immer der aussehen wird.

    Was ich damit sagen will: nicht bei jedem funktioniert das Schema F. Für viele, vielleicht für die meisten, gibt es nur einen richtigen, erfolgversprechenden weg um trocken zu werden und zu bleiben. Aber eben nicht für alle.

    Höre auf ihn unter Druck zu setzen, ihn zu kontrollieren, zu nerven.

    Ihr habt mehrere Male miteinander gesprochen, entweder hat er es kapiert oder nicht.

    Ernst nehmen bedeutet auch den anderen zu akzeptieren, sein Wort.

    Gute Worte! Wie ich geschrieben habe, haben wir ein ernstes und langes Gespräch geführt. Ich habe ihm gesagt, dass ich es auf einen Versuch ankommen lasse, wenn er ernsthaft trocken bleiben/werden will. Und ich habe ihm gesagt, dass, sollte er mich wieder anlügen, ich das so nicht mehr weitertragen will und kann. Dass ich daran kaputt gehe. Das ich jetzt schon ziemlich am Ende bin. Wenn er das nicht ernst nimmt, dann nimmt er mich nicht ernst, meine Gefühle, mein Leben. Von unserer Ehe ganz zu schweigen. Warum sollte ich IHN dann ernst nehmen? Ich bin ehrlich: meine eigenen Worte machen mir Angst. Weil ich genau weiß, sollte er es dieses Mal nicht schaffen, muss ich weg. Sonst wird es ewig so weitergehen. Das ist das erste mal, das ich mir kein Hintertürchen offen gehalten habe. Bisher war meine Aussage: sollte ich mitbekommen, dass du trinkst, wenn du mit den Kindern alleine bist, dann gehe ich.

    Aber ich merke, dass das nicht mehr ausreicht.

    Ich hab auch erst heute, realisiert,dass er mir NOCH NIE gesagt hat, dass er mich lieb hat, alles hat sich nur um ihn gedreht.

    So ist es bei meinem Mann nicht. Er ist Bein liebevoller Vater, verrückterweise auch, wenn er getrunken hat. Aber natürlich hast du recht: mein Sohn bemerkt die Veränderung, das merke ich deutlich. Auch meinem Vater ist es aufgefallen. Er mustert meinen Mann sehr aufmerksam. Und er merkt mit Sicherheit, dass ich mich dann auch anders verhalte.

    PS: ich wusste, dass mein Mann es ernst meinte mit dem trocken werden als er folgendes sagen konnte:

    A) bitte helfe mir NICHT- ich mache das allein und für mich

    B) bitte sag mir nie, dass du stolz auf mich bist- dazu gibt es keinen Grund, denn ich tue etwas, was völlig normal sein sollte

    Danke Mona!

    achelias danke für deine Worte. Da bin ich dran. Meine Kinder stehen für mich an erster Stelle, das war immer so und wird so bleiben. Ich versuche mein bestmögliches, um ihnen ein gutes Leben zu bieten, sie zu schützen. Gerade aus diesem Grund mochte ich hier nichts überstürzen. Ich versuche ruhig zu bleiben, Schritt für Schritt zu gehen. Dazu gehört für mich auch, erstmal Klarheit in meinen Kopf zu bekommen.

    Ich möchte, sollte es zur Trennung kommen, voll für sie da sein. Sie sollen keine Mutter haben, die zweifelt, sondern die voll und ganz hinter der Entscheidung steht. Sicheren Boden bietet. Ich denke, dass ist es, was sie brauchen, wenn alles andere um sie herum kaputt geht. Denn so wird es in der ersten Zeit sein: sie werden fürchte ich nicht sagen: Mama, danke, dass du gegangen bist. Sie werden es nicht verstehen können, dafür sind beide noch zu jung. Zu unreflektiert. Sie werden unsicher sein, traurig. Später würden sie vielleicht verstehen, warum ich so gehandelt habe, wenn es dazu kommt. Vielleicht auch dankbar sein. Aber erstmal wird da eine ziemliche Ratlosigkeit sein. Es ist nunmal so: ich würde nicht nur den Mann hinter mir lassen, der betrunken um 7 auf der Couch liegt, sondern auch den Vater, der mit den Kindern eine schneeballschlacht macht, Vulkane bastelt und Bücher vorliest. Die gewohnte Umgebung, den gewohnten Tagesablauf. Ich rede jetzt davon, was in den Köpfen der Kinder vorgeht. Das er unverantwortlich handelt, wenn er im Beisein der Kinder trinkt und sie damit gefährdet, wissen die beiden nicht. Das weiß nur ich.

    Ja, genau. Ist auch wichtiger für ein Kind einen Garten zu haben als einen gesunden Vater und eine fürsorgliche Mutter.

    Nein, natürlich nicht. Aber ich denke, dass man auch nicht den Schaden außer acht lassen darf, den man möglicherweise verursacht, wenn man ein Kind aus seinem gewohnten Umfeld, seinem Leben reißt.

    Mir fehlen da echt die Worte, wie man so verantwortungslos mit seinen eigenen Kindern umgehen kann und so quasi schon die nächste Generation an Suchtkranken und Co-Abhängigen produziert. Sehenden Auges

    Ich finde, man muss da schon etwas differenzieren. Ich habe hier keinen gewalttätigen Säufer zu Hause, der den ganzen Tag voll in der Ecke liegt. Ich will hier nichts beschönigen, nicht falsch verstehen.

    Das meine Kinder hier Sachen miterleben, die kein Kind miterleben sollte, ist mit bewusst. Deswegen bin ich hier und suche nach Rat. Aber wenn man nicht in dieser Situation steckt, ist es sehr leicht, mich verantwortungslos zu nennen. Nochmals: ich bin nicht in dieser Gruppe, ich schreibe nicht hier, weil ich in dieser Situation verharren möchte. Sondern weil ich etwas ändern mochte und mir hier Unterstützung und offene Ohren erhoffe. Ratschläge ja, aber keine Vorwürfe. Die mache ich mir schon zu genüge selbst.

    achelias

    An diesem Thema bin ich tatsächlich gerade dran. Wenn er weitertrinkt, werde ich mich trennen. Ob vorrübergehend oder nicht kann ich noch nicht sagen.

    Ich habe vor, meine Hausärztin zu kontaktieren, um mit ihr zu sprechen. Um sie zu fragen, ob sie mich ggf. erstmal für ein paar Wochen krank schreiben lassen kann, damit ich mit den Kindern vorübergehend bei meinem Vater unterkommen kann.

    Wie ich es finanzieren soll? Ich habe keine Ahnung. Wir haben zwei Kredite für zwei Immobilien am laufen. Die eine Immobilie steht zur Zeit zum Verkauf. Den zweiten Kredit haben wir für unser Haus aufgenommen, in dem wir zur Zeit auch wohnen. Allein kann ich den nicht stemmen, da ich zurzeit nur 10 std/Woche arbeite.

    Das Haus müsste also verkauft werden, ich müsste mir mit den Kindern eine Wohnung suchen. Wäre ein ziemlicher Schlag ins Gesicht, insbesondere für den großen, der den Garten liebt.

    Was mir an Unterhalt zusteht, sollte es zur Trennung kommen, weiß ich nicht.

    Bisher habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht, weil der Gedanke, hier alles aufzugeben mir ziemliche Bauchschmerzen bereitet. Es ist ein riesiger Berg, der mir Angst macht.

    Ich stimme euch zu. Und dennoch ist es nicht so leicht, mit Kindern eine (vorübergehende) Trennung durchzuziehen. Meine Eltern waren ebenfalls alkoholiker, meine Mutter war stärker betroffen. Meinen Vater würde ich rückblickend als mittrinket bezeichnen, wahrscheinlich auch co abhängig.

    So merkwürdig, wie es vielleicht klingen mag: ich hatte eine schöne Kindheit. Die schlimme Zeit fing erst an, als sich meine Eltern getrennt haben. Und das geht mir nicht aus dem Kopf.

    Für welche mini Zwischenschrittchen seiner Änderungsversuche möchte er denn positiv bestärkt werden?

    Alle Tage, alle Stunde, alle Minute?


    Wenn er mal paar Monate eigenverantwortlich trocken ist, das wäre was. Aber positive Bestärkung für Absichtserkärungen?

    So habe ich es ihm auch gesagt. Was sind ein paar Tage gegenüber mehreren Jahren?

    Wenn er bei sowas Grundsätzlichem nicht die Verantwortung für sich selber übernimmt, sondern es davon abhängig macht, daß ihm die Angehörigen Fleißkärtchen zustecken, dann wird das wohl nichts.

    Da hast du recht. Und ich fühle mich auch nicht in dem Sinne verantwortlich. Und gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass es frustrierend sein muss, wenn man versucht, etwas zu ändern, aber keinerlei positive Rückmeldung bekommt.

    Wenn er es für Dich macht, verstehe ich, dass er auf deine Bestätigung wartet - dann bin ich allerdings auch skeptisch, dass er es langfristig schafft, abstinent zu leben.

    Ja, genau das ist auch mein Gedanke. Zu 100%.

    Aber er sollte es doch für sich machen. Und nicht für mich. Damit SEIN Leben besser wird.

    Aber weißt du was? Er hat quasi nie etwas für sich selbst gemacht. Er ist so ein Mensch: er hat ständig das Gefühl in der bringschuld zu sein. Das er sich um uns kümmern muss. Das haus renovieren, Geld verdienen, Geld sparen. Er lechzt nach Bestätigung und Anerkennung. Das war auch ein Punkt, den er angeführt hat. Da ging es nicht nur um Anerkennung für seine Abstinenz, sondern um Anerkennung generell. Laut ihm gebe ich und habe sie ihm nicht genug gegeben. In allen Lebensbereiches. Er sagt, ich sei nicht begeisterungsfähig.

    Und das ist es auch, was ich meine, wenn ich sage bzw mich frage: kann es sein, dass ich es ihm aufgrund meines Verhaltens erschwere, trocken zu werden? Nicht absichtlich. Einfach nur, weil ich eben so bin. Doch sollten wir nicht dann gerade sagen: wir tun uns nicht gut! Lass es uns hier beenden.

    Oh man, ihr merkt schon, dass ich mich wieder völlig im Kreis drehe…

    Oder bei mir damals. Immer wieder kam die Hoffnung auf, dass es/er sich nun ändern würde. Und ich zweifelte an mir selbst und dachte, es ist bestimmt alles nicht so schlimm, ich mache es nur so schlimm. Jedes Schrittchen, das er scheinbar auf mich zumachte, sah ich als Erfolg. Und dann - Peng - nach einer kurzen Zeit war alles wie immer

    Das verrückte ist ja, das wir dieses Gespräch schon mehrfach geführt haben. Allerdings waren wir nie soweit, dass wir das Wort Trennung in den Mund genommen haben. Der Gedanke, der mir seit gestern im Kopf herumspukt ist: was passiert, wenn ich ihn wieder in meine Arme aufnehme. Ihm vertrauen schenke, wieder mehr Zeit mit ihm verbringe, wieder Zärtlichkeiten mit ihm austausche? Ändert da wirklich etwas?

    Ich bin ganz ehrlich: seit einigen Jahren ist die Beziehung sowas von abgekühlt. Kaum Zeit zu zweit, kein kuscheln, geschweige denn mehr. Küssen nur zum Abschied und zur Begrüßung. Alles sehr oberflächlich.

    Ich sage nicht, dass ich schuld daran bin, dass er trinkt. Nicht falsch verstehen. Aber ich habe Angst davor, dass ich es ihm durch mein Verhalten schwerer mache, damit aufzuhören bzw es durchzuziehen. Ich hoffe, das war jetzt verständlich geschrieben 🙈

    Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung und weiß, was das mit einem macht

    Wie bist du aus dieser Spirale aus selbstzweifeln rausgekommen? Ich merke, ich war schon an dem Punkt, dass ich mir und meinem Gefühl völlig vertraut habe. Das ist jetzt wieder völlig futsch und ich gerate ins Grübeln. Wieder mal! Und ich merke, dass es sich alles wiederholt. Und das irre daran ist: ich mache wieder mit.

    sich: Er will nicht mehr trinken, damit Du ihm eine

    Chance gibst. Und dann wieder, dass er Dir sagen will, wenn er etwas getrunken hat und auch

    nicht mehr heimlich trinken will.

    Ja, ein völliger Widerspruch. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er das nicht tun wird. Habe ich auch nicht, als ich in einer Sucht gesteckt habe.

    Niemand anders ist der

    Grund dafür, nur der Alkoholiker selbst setzt sich selbst das Glas an den Mund!

    Das weiß ich. Und doch stellt sich mir die Frage: ist es nicht wahnsinnig schwer, gerade in den Anfängen, sein Verhalten zu ändern, wenn man merkt, dass sich dadurch nichts am Leben ändert? Im Sinne von Entgegenkommen und Rückhalt der Familie/von Freunden/Partnern. Er sagte zu mir, dass es ihm wehtut, dass er es so schade findet, das ich ihm nicht sage: gut gemacht! Ich bin stolz auf dich! Mach weiter so!

    Mir fällt das extrem schwer. Vielleicht, weil schon zu oft wieder die Enttäuschung kam, vielleicht, weil einfach schon zu viel kaputt gegangen ist. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem…

    Womit wir bei der Frage sind, ob ich noch einen Sinn in der Ehe sehe. Ich weiß es nicht. Mein Kopf sagt: verschwinde. Es wird sich nichts ändern. Mein Kopf war es auch, der gestern nach dem Gespräch Erleichterung gespürt hat. Dass es endlich ausgesprochen ist, dass jemand die Entscheidung getroffen hat.

    Mein Gefühl sieht da ganz anders aus. Da tut es einfach weh.

    Twizzler

    Nein, blauäugig gehe ich da nicht mehr ran. Dafür hat er mir schon zu oft Versprechungen gemacht. Ich denke tatsächlich, dass er es in den Griff bekommen will. Ich befürchte nur, dass er es nicht schafft. Seiner Aussage nach braucht er Bestätigung, ein „gut gemacht“, eine verhaltensverändung sprich ein Entgegenkommen von mir, wenn er es schafft, eine Woche nicht zu trinken. Das fällt mir schwer. Denn was ist eine Woche gegenüber jahrelangem anlügen.

    Aber: wie die Überschrift schon sagt, ich werde es ein letztes Mal versuchen. Ich schreibe das hier extra, damit ich mir diesen Beitrag selber noch einmal durchlesen kann.

    Ich habe ebenso Fehler in der Beziehung gemacht, was natürlich nicht sein Verhalten rechtfertigt. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass es ch schuld an seiner Abhängigkeit habe. Ich war selber eine Zeit lang abhängig, nicht von Alkohol, aber es war auch eine Sucht. Ebenfalls lebensbedrohlich, ebenso mit lügen und falschen Versprechungen, die nicht eingehalten werden konnten. Jahrelang habe ich nach dem Grund gesucht, einen Schuldigen. Erst als ich eingesehen habe, dass es keinen Schuldigen gibt, konnte ich da herauskommen. Erst als ich herausgefunden habe, dass ich die einzige bin, die die Verantwortung trägt, habe ich es geschafft. Vielleicht ist er an dem Punkt, vielleicht noch nicht. Wie gesagt, ein letzter Versuch…

    Hallo ihr lieben! Ich melde mich unter einem neuen Namen zurück, weil ich die Befürchtung hatte, dass mein Partner mich hier findet. Kurze Zusammenfassung der Situation:

    Ich bin seit knapp 10 Jahren mit meinem Mann verheiratet, habe zwei Kinder unter 6 Jahren. Mein Mann trinkt, seitdem ich ihn kenne. Früher habe ich mitgemacht, ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft war das Thema Alkohol für mich beendet. Bis heute. Bei meinem Mann leider nicht. Er hatte immer wieder Phasen der Abstinenz, abgelöst von Phasen, in denen er deutlich zu viel trank und Flaschen versteckt wurden.

    Er fuhr betrunken mit dem Auto, auch dort fanden/finden sich Flaschen und leere Dosen. Meiner Ansicht nach trinkt er auch, wenn er mit den Kindern alleine ist, was er aber vehement abstreitet. Seit zwei Jahren etwa werden die trockenen Phasen kürzer.

    Nun zum ist-stand:

    Mein Mann hat sich Hilfe geholt in Form eines Beratungsgespräch einmal in der Woche. Er gibt zu, dass er ein Problem hat, es tue ihm leid, er will es ändern.

    Gestern führten wir ein langes Gespräch, in dem er mir sagte, dass er so nicht weitermachen kann. Laut ihm ist es unter anderem meine kalte Art und die Tatsache, dass ich ihm quasi verboten habe, alleine mit den Kindern zu sein, der Grund, weshalb es getrunken hat (Vergangenheit)

    Er fragte mich, ob ich überhaupt noch Sinn darin sehe, die Beziehung weiter zu führen. Ich sagte, ich weiß es nicht. Auch ich spiele mit dem Gedanken an Trennung, war aber bisher einfach noch nicht so weit, diesen Schritt zu gehen.

    Das gestrige Gespräch war sehr wirr, einerseits sagt er, es tue ihm schrecklich leid, was er mir angetan hat, er tue mir nicht gut. Im nächsten Moment war es doch wieder mein Verhalten, was ihn überhaupt soweit gebracht hat. Er wolle eine Entscheidung von mir, Trennung oder nicht. Es war ein ständiges hin und her. Zwischendurch meinte er immer wieder, er liebe mich, er will mit mir zusammen bleiben. Ihr seht schon, im laufe des Gesprächs änderte er oft seine Meinung.

    Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob er gestern getrunken hat. Es kam mir so vor, er sagt, er war aufgewühlt.

    Heute morgen noch einmal gesprochen. Wie es jetzt weitergeht. Ich bin völlig durch den Wind. Er fragte mich noch einmal, ob ich noch einen Sinn in der Beziehung sehe. Ich weiß es nicht. Mein Kopf sagt: beende es! Mein Gefühl sagt: gib ihm eine Chance. Er vesprach mir, nichts mehr zu trinken, bzw sollte er es doch tun, es mir zu sagen, mich nicht mehr anzulügen. Nicht mehr heimlich zu trinken. Was soll ich davon halten? Letztendlich ist das doch wieder ein Hintertürchen, dass er sich offen hält.

    Letztendlich bin ich an dem Punkt, an dem ich sage: versuchen wir es ein letztes Mal. Ich versuche, ihm entgegenzukommen, ihm vertrauen zu schenken. Mit ihm zu reden. Ein letztes Mal Energie und Arbeit in die Beziehung zu stecken. Macht das überhaupt Sinn? Ist der Fall dann nicht wieder besonders tief?

    Und dennoch kann ich noch nicht abschließen. Was, wenn er jetzt wirklich an sich arbeitet? Was, wenn er wirklich verstanden hat, das er etwas ändern muss? Bin ich da zu blauäugig?

    Oh man, wenn ich das hier lese, merke ich selber, wie wirr das alles ist. Aber es musste raus…