Beiträge von Marli

    Ich danke euch allein für eure Worte…

    Jetzt gab es hier folgende Situation, vielleicht könnt ihr mir was dazu sagen…

    Die Kinder waren gestern mit ihrem Papa kurz auf dem Weihnachtsmarkt. Dort gibt es ein Riesenrad. Heute Morgen erzählten mir die Kinder, dass sie allein mit dem Riesenrad gefahren sind. Finde ich ehrlich gesagt nichtbin Ordnung. Die kleine ist gerade 5 geworden, alleine schon der Gedanke, was hätte passieren können, wenn die beiden da oben rumgeblödelt hätten. Am Riesenrad steht auch noch ein großes Schild, dass Kinder unter 8 nicht ohne Erwachsenen fahren dürfen. Mein Sohn meinte zu mir, naja, aber G…. sieht ja aus wie 8. Kann mir schon vorstellen, woher er diesen Satz hat…

    Habe die beiden gefragt, warum Papa nicht mitgefahren ist, wo er war. Meinte mein Sohn: der stand unten und hat gewartet. Meine kleine meinte: der hat unten was getrunken. Erwachsenenpunsch. Hat mein Sohn erst abgestritten, und gab es erst zu, als meine Tochter meinte: doch, er hat gewartet und was getrunken. Hab dann gefragt, was Erwachsenenpunsch ist. Meinte mein Sohn: „naja, Glühwein. Aber ohne Alkohol!!!“

    Hab ihn dann gefragt, wieso er denkt, dass es ohne Alkohol war. „Weil ich gesehen hab, dass das auf einem Schild stand und Papa darauf gezeigt hat“

    Daruf habe ich glaube ich blöd reagiert und meinte zu ihm, dass ich nicht glaube, dass da kein Alkohol drin war.
    Mein Sohn stritt es weiter ab, meinte, der Papa trinkt doch gar keinen Alkohol mehr (er hat die Problematik schon mitbekommen)

    Jetzt meine Frage: ist es normal, dass mein Sohn seinen Papa so extrem in Schutz nimmt? Habe ich falsch reagiert? Soll ich mit meinem Sohn (8) offen darüber reden?

    Ich möchte ihn einerseits nicht zu sehr da reinziehen, aber anlügen will ich ihn auch nicht…

    Wie soll ich darauf reagieren?!?

    -Leonia- danke für den Tipp. Ich bin gespannt auf den Termin. Bin aber, ehrlich gesagt, ein wenig nervös.
    Mir geht es in erster Linie auch darum, meine Seite zu erklären. Er hat mir ja schon mehrfach mit dem Jugendamt gedroht und meinte auch, dass er bereits Kontakt aufgenommen hat. Keine Ahnung, ob das wieder ein Versuch ist, um mich nervös zu machen. Ich habe, zumindest aktuell, keinerlei Interesse daran, ihm die Kinder wegzunehmen. Ehrlich gesagt wünsche ich mir nichts mehr, als einen Vater für die Kinder, auf die ich mich verlassen kann, dem ich vertrauen kann. Wie bereits gesagt, die Kinder sind pro Woche 10-12 Stunden bei ihm. Ich bin berufstätig, wohne weiter im Haus mit Garten. Sämtliche Termine, Arzt, Geburtstage, Feiertage, Kindergarten, Schule nehme ich mit wenigen Ausnahmen wahr. Letztes Jahr ist meine Mutter verstorben, sie war mir eine große Hilfe mit der Betreuung. Mein Vater springt oft ein, aber der ist mittlerweile auch nicht mehr ganz fit und muss jedesmal eine Stunde herfahren. Zeit für mich? Könnt ihr euch ja sicher vorstellen. Wie schön wäre es, wenn die Kinder auch mal öfter bei ihm wären, mal bei ihm übernachten, mit ihm in den Urlaub fahren. Und ich dabei ein gutes Gefühl hätte. Statt dessen sitze ich hier jedesmal mit Bauchschmerzen…

    Wenn du ihm nicht einmal zutrauen kannst, nüchtern mit den Kindern Auto zu fahren, dann liegt ein großes Problem vor und dein Verhalten ist absolut richtig.

    Nein, das kann ich nicht. Aktuell fährt er nicht mit den Kindern, er hat ja keine Fahrerlaubnis. Aber er fährt alleine. Ich glaube nicht, dass er so blöd ist, die Kinder ins Auto zu laden. Aber ganz ehrlich: ich hätte auch nicht gedacht, dass er so blöd ist, ohne Führerschein zu fahren. Ich kann mittlerweile nicht mehr mit voller Sicherheit sagen, dass er nicht doch mit den Kindern fährt. Das war vor ein paar Wochen noch anders. Zudem hatte er ja vorbeibringen Monaten bereits ein Fahrverbot. Das hat ihn auch nicht daran gehindert, mit den Kindern zu fahren…inklusive eines Freundes meines Sohnes.

    Da ich selbst Alkoholiker bin, sage ich es ehrlich. Ich konnte mich damals zumindest so weit im Griff haben, dass ich beim Umgang nie angetrunken war. Getrunken habe ich erst, wenn er schlief. Das war auch schlimm genug, aber so war es.

    Das ist hier leider anders. Er ist mehr als einmal mit einer Fahne hier aufgetaucht, wenn er die Kids zurückgebracht hat.

    Achte nur darauf, dass es nicht irgendwann komplett giftig wird. Vielleicht bekommt dein Mann ja doch noch die Kurve. Und erst dann ist es wichtig, dass die Kinder auch wieder ihren Papa haben können.

    Ich fürchte, diesen Punkt haben wir bereits erreicht. Ich tue mein bestes, den Kindern gegenüber neutral zu bleiben. Aber auch die Kinder bekommen viel mit, wahrscheinlich zu viel.

    Ich hoffe, dass er die Kurve kriegt. Aber aktuell scheint das ganz weit entfernt zu sein. Es erschreckt mich teilweise selber, dass ich mir das kaum noch vorstellen kann…

    Panama

    Wie gesagt, ich versuche mich gerade von dem Gedanken abzugrenzen, dass es um meinen Mann, den Vater meiner Kinder geht und versuche, ihn als irgendeinen fremden zu sehen. Ist bei mir wirklich ein lernprozess, bisher habe ich ihn wahrscheinlich unterbewusst noch in Schutz genommen, wollte ihm nicht schaden. Vielleicht habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, unterbewusst. Kennt ihr diese Gedanken? Dass man sich irgendwie schlecht fühlt, weil man denkt, dass er nur deswegen so abgestürzt ist, weil man sich getrennt hat? Ich weiß, dass das blödsinn ist. Rational betrachtet zumindest. Er hat das selbst zu verantworten. Und dennoch sitzt dieser kleine doofe Gedanke in einer kleinen Ecke meines Gehirns…

    Eben hat mein exmann die Kinder abgeholt. Er war 30 Minuten zu spät, hatte mir aber Bescheid gesagt. Naja, wie sagt er: war höhere Gewalt, der Zug hatte Verspätung und dann hat er den Bus verpasst. Mir ist das relativ egal, stört mich nicht, aber am liebsten hätte ich ihm gesagt, dass er doch das nächste Mal einfach einen Zug früher nehmen soll. Dann passiert das auch nicht….
    Die kleine hat bei ihm zu Hause noch ein paar Spielsachen, die sie von mir zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Sie möchte sie gerne wieder hier haben. Er fragte mich dann, in einem ganz ekelhaften Ton, ob ich die Kinder nachher abholen kann, damit die kleine die Sachen wieder mit nach Hause bringen kann. Ich sagte „nein, aber ich kann dir gerne eine Tüte mitgeben, da kannst du die Sachen ja reintun“

    Nein, das möchte er nicht. Hat dann auch gleich zu meiner Tochter gesagt, dass sie dann ihre Sachen leider nicht mit nach Hause nehmen kann und sie dann mit umziehen (er zieht in ein paar Tagen wieder in die gemeinsame Eigentumswohnung). Mal ehrlich, es handelt sich hier nicht um ein Puppenhaus, das man nicht mit der Straßenbahn transportieren kann, sondern um ein Kuscheltier und zwei kleine Spielzeuge. Passt locker in einen Rucksack rein. Machtspielchen ohne Ende. Und dann meiner Tochter sagen, nur weil ich sie nicht abhole, müssen ihre Sachen bei ihm bleiben… Beim rausgehen meinte er noch „ekelhaft“. Nein, sein Verhalten ist ekelhaft.

    Es ist der absolute Wahnsinn. Was für Spielchen treibt er? Wirft mir vor, Drogen zu nehmen, die Kinder in der Nacht anzufassen und erwartet jetzt ernsthaft von mir, dass ich ihm entgegenkomme?

    Letzten Donnerstag war ich tatsächlich nochmal bei der Polizei. Er wirft mir ja vor, dass er nur deswegen nicht mit den Kindern fahren kann, weil ich es ihm verboten habe. Auslöser war, dass ich, als er die Kinder am mittwoch abgeholt hat, sein Auto eine Nebenstraße weiter entdeckt habe. Definitiv seins, und im getränkehalter die obligatorische alkdose. Habe auf der Wache mit einer sehr netten Beamtin gesprochen, die meine Bedenken total verstehen konnte und mir gesagt hat, dass er zu 99% keinen Führerschein hat. Sie hat mir noch die vorgangsnummer gegeben und mir gesagt, dass ich bei einer anderen Wache anrufen soll, die bearbeiten den Fall. Hab ich auch gemacht. Ergebnis: er hat keine Fahrerlaubnis, die Beamten standen vorletzte Woche vor der Tür, um den Führerschein zu beschlagnahmen. Von wegen, die waren da, um ihn zurückzugeben.
    Der Mann lügt wie gedruckt, hat nur noch Mist an dem backen und steht hier dennoch mit einer Überheblichkeit vor mir, als wäre er der König von Deutschland. Eigentlich ist es nicht meine Aufgabe, aber manchmal würde ich ihn gerne einfach anzeigen. Der Mann fährt betrunken ohne Führerschein durch die Gegend.
    Habe bei der Polizei gesagt, dass es sein kann, dass er auch weiterhin fährt. Kann es nicht beweisen, weil ich ihn nicht im Auto gesehen habe, aber ich hätte sein Auto in der Nebenstraße gesehen und ebenso, dass sich das Auto bewegt. Mal schauen, vielleicht reicht das schon, dass sie ihn auf dem Schirm haben…

    Nächsten Mittwoch habe ich den Termin beim Jugendamt, werde all das zur Sprache bringen, ebenso, dass es mit den Unterhaltszahlungen nicht wirklich klappt (waren 20,- zu wenig diesen Monat. Geht mir an sich nicht um die summe, sondern darum, dass ich weiß, dass es reine Provokation ist)

    Ich bin mittlerweile so sauer, dass ich da wirklich hemmungslos geworden bin. Die Zeit, ihn in Schutz zu nehmen ist vorbei. Ich muss anfangen, aufzuhören, ihn wie meinen Mann zu behandeln, sondern wie einen fremden. Keinem Menschen würde ich diese Unverschämtheiten durchgehen lassen.

    -Leonia- diesen Fehler habe ich lange gemacht. Ich hab ihn mit den Kindern fahren lassen, in dem Wissen, dass er trinkt. Mein Sohn erzählte mir dann, dass sie „rumgefahren sind, und dann bei der Tankstelle oder im Supermarkt Getränke gekauft haben“. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass ich das so lange zugelassen habe.
    Ja, ich werde es beim Jugendamt melden. Dass er das getan hat und es erst jetzt sein lässt, seitdem er weiß, dass ich sofort die Polizei rufe, sollte er es nochmal wagen.
    Tatsächlich sagen mir die Kinder, dass sie Spaß bei ihrem Vater haben. Sie sind gerne dort, auch wenn sie im Vorhinein manchmal sagen, dass sie keine Lust haben. Die Sache ist einfach die, dass mein Sohn in dem Alter ist, dass er sich lieber mit seinen Freunden trifft. Die kleine geht in der Regel nur zu ihm, wenn ihr großer Bruder auch hingeht. Die Umgänge haben aktuell eher Ausflugscharakter. Einmal in der Woche von 15.00-18.00, sonntags von 11 Uhr bis 18.00 (meistens bringt er sie schon früher zurück)

    Übernachten wollen sie dort seit Monaten nicht mehr, was mir auch sehr recht ist. Ich frage sie regelmäßig, aber da bleiben sie bei ihrer Meinung.

    Es ist absolut Wahnsinn. Er erzählt mir und den Kindern, dass er sie liebt. Und hat jahrelang ihr Leben riskiert. Weil seine sauferei ihm wichtiger war. Und er wagt es immernoch, mir zu erzählen, dass er trocken ist. Ich könnte kotzen!

    Lebenskuenstler kontaktverbot stelle ich mir schwierig vor, mit zwei relativ kleinen Kindern. Dass wir alles weitere nur noch schriftlich absprechen, passt erstmal so für mich.
    Nächste Woche habe ich einen Termin beim Jugendamt, denen hab ich direkt am Sonntag nach der Aktion geschrieben. Werde da alles ansprechen, die Trinkerei, die Vorwürfe.

    Aktuell sieht es so aus: da er ja meinte, er hätte einen Führerschein (ihr erinnert euch, die Beamten wollten ihn ihm ja letzte Woche wiedergeben, haha…) war ich heute kurzerhand mal bei der Polizei und habe nachgefragt. Ich hatte ein Gespräch mit einer sehr netten Beamtin, die meine Situation verdatenden hat. Muss hier jetzt nicht alles ausführen, aber Tatsache ist, dass er keine Fahrerlaubnis hat. Mit ziemlicher Sicherheit fährt er aber trotzdem.
    All dies werde ich beim Jugendamt erzählen -Leonia-

    Es ist ätzend. Ich hasse das und bin von mir selbst erschrocken. Eigentlich ist das letzte, was ich will, ihn anzuschwärzen. Himmel nochmal, er ist immernoch mein Mann und der Vater meiner Kinder. Versuche hier ständig, mein schlechtes Gewissen wegzuschieben. Aber langsam reicht es mir.

    Hatte ja auch schon mal angesprochen, dass die Unterhaltszahlungen auch nicht so richtig klappen. Er meinte am Mittwoch zu mir, am 5. ist das Geld auf dem Konto. Bin gespannt, bisher nichts in Sicht. Das nervt mich ohne Ende. Dass ich ihm da hinterherrennen muss. Himmel, Weihnachten steht vor der Tür.

    Mir fehlt die Kraft, Ausflüge mit den Kindern zu machen. Nach der Arbeit bin ich einfach nur erschöpft, während mein exmann mit den beiden in ein Museum und auf den Spielplatz geht. Wahrscheinlich mit einer Fahne, aber das bekommen die beiden (noch) nicht mit. Manchmal würde ich die Kinder gerne schütteln und ihnen sagen, was für ein Mensch ihr Vater ist. Würde ihnen sagen, dass er auch sie permanent belügt. Aber die beiden lieben ihn trotz allem, er ist ihr Papa. Und irgendwie macht mich das wütend…

    Hallo ihr alle!
    Ich war vor einiger Zeit schon mal hier, und mit eurer Hilfe habe ich es geschafft, mich von meinem alkoholabhängigen Mann zu trennen. Vor zwei Jahren dachte ich, dass schlimmste sei überstanden, der Schritt der Trennung. Ich würde zwar nicht sagen, dass es mir jetzt schlechter geht, aber aktuell bin ich einfach furchtbar müde, ich merke, dass ich ziemlich am Limit bin. Ich erzähle einfach mal was aktuell in meinem Leben los ist, bzw. wie es die letzten Monate lief. Genauer gesagt berichte ich mal von verschieden Situationen, die aber nur die Spitze des Eisbergs sind. Die vielen unterschwelligen Beleidigungen, die kleinen Lügen lasse ich mal beiseite…


    Mein Exmann (zwar noch verheiratet, aber nur noch auf dem Papier) ist ja vor ca 2 Jahren ausgezogen. Die ersten Monate lief es echt ok, er hat seine Sucht bereut, sich entschuldigt, gebettelt, mir Honig ums Maul geschmiert. Nach ca 2 Monaten sagte ich ihm, dass aus der räumlichen Trennung eine endgültige Trennung wird, und ab dem Zeitpunkt ging es bergab. Ein ständiges hin und her zwischen Freundlichkeit und terror, was ich auf den jeweiligen Alkoholspiegel schiebe. Er hingegen behauptet steif und fest, er sei trocken.
    Jeden Monat die selbe Frage: wann kommt der Unterhalt, wann findet der Umgang statt? Keine klaren Regelungen, aber irgendwie alles noch aushaltbar.

    Bereits kurz nach seinem Auszug flatterten hier regelmäßig Strafzettel rein, irgendwann dann eine Meldung über ein Fahrverbot. Ab da an sollte ich auch seine Post nicht mehr öffnen, vorher sollte ich das tun und ihm weiterleiten.
    Natürlich war das Fahrverbot „nur ein Versehen! Die Behörde hat einen Fehler gemacht, Das Fahrverbot besteht gar nicht!“ Habe ich achselzuckend so hingenommen, wäre schließlich nicht mein Problem gewesen, wenn er erwischt wird. Bis zu dem Tag, an dem er meinen Sohn und dessen Freund rumkutschiert hat. Ich rief ihn an, und sagte ihm, dass das gar nicht geht, darauf kam wieder die Aussage, dass er ja einen Führerschein hat und es kein Fahrverbot gibt. Verfahrensfehler….

    Wieder trudelten die knöllchen ein, ich gab sie ihm brav verschlossen weiter. Bis zu dem Tag, an dem ein gelber Brief vom Amtsgericht kam. Ja, auch wenn ich es nicht durfte, hab ich ihn geöffnet. Meldung vom Amtsgericht: Staatsanwalt beantragt vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit am Steuer.
    Ich verschloss den Brief wieder , gab ihn ihm und wartete erstmal ab. Ein paar Monate später: der nächste gelbe Brief, erneut vom Amtsgericht. Und wieder öffnete ich ihn. Fahrerlaubnis vorläufig entzogen wegen Trunkenheitsfahrt mit über 2 Promille. Und zwar ab sofort. An dem Wochenende, an dem der Brief kam, war ich mit den Kindern unterwegs, am Sonntag hab ich ihn gelesen, am Montag hab ich die Kinder morgens zu ihm gebracht, weil Ferien waren und ich arbeiten musste. Dabei übergab ich ihm auch den wieder verschlossenen Brief. Am Dienstag wollte er mit den Kindern ein paar Tage wegfahren und ich wollte ihm die Chance geben, den Urlaub abzusagen. Statt dessen fuhr er noch am Montag, also an dem Tag, als ich ihm den Brief gegeben habe, mit den Kindern durch die Gegend. Ich war so sauer. Abends rief ich die Polizei an, schilderte die Situation, gab an, dass ich vermute, er habe keinen FS (hätte den Brief ja nicht aufmachen und den Inhalt wissen dürfen wegen Briefgeheimnis) und verabredete mich am Dienstag morgen mit den Beamten vor der Wohnung meines exmannes. Wir gingen hoch und die Beamten sagten ihm in meinem Beisein, dass er keinen FS mehr hat und nicht fahren darf. Nebenher erfuhr ich, dass auch das Fahrverbot stattgefunden hat. War mir klar, konnte es ihm aber nicht beweisen.
    Er war natürlich stinksauer, dass ich ihm, seinen Worten nach, die Bullen auf den Hals gehetzt habe, sagte den Kindern, dass Mama schuld sei, dass sie jetzt nicht in den Urlaub fahren dürfen, dass Mama will, dass er ins Gefängnis kommt. Keinerlei schuldeinsicht. Statt dessen tischte er mir die Geschichte auf, dass nicht er an dem besagten Tag im Auto gesessen hat, sondern jemand anderes. Den ich sogar kenne, den Namen wollte er mir natürlich nicht sagen. Er wurde nur als er identifiziert , weil sein FS in seinem Auto lag. (Hat natürlich keiner bemerkt, dass einem ganz anderen Menschen Blut abgenommen wurde etc) Ich glaubte ihm kein Wort, obwohl er mit einer solchen Überzeugung sprach, dass man es hätte glauben können. Ich verbot ihm, auch nur einen Meter mit den Kindern zu fahren, und, sollte ich mitbekommen, dass er es dennoch tut, sofort die Polizei rufen werde.
    Das lief jetzt eine Weile so.

    Wir hatten parallel dazu vereinbart, dass wir, bevor wir die Scheidung einreichen, zunächst alles, was wir an Vermögen haben, insbesondere Immobilien, aufteilen. Ich war mittlerweile an dem Punkt, dass ich auf sehr viel Geld verzichtet hätte, nur um meine Ruhe zu haben. Dann war ich bei einem Anwalt, der mir dringend davon abriet. Er meinte, dass er es versteht, wenn man nicht alles auf den letzten Pfennig berechnet, weil man keine Kraft für einen Kampf hat, aber bei einer solchen Summe wäre das schon fahrlässig. Ich dachte einige Tage darüber nach und kam zu dem Schluss, dass ich diesem Menschen, der betrunken mit meinen Kindern fährt, der mich beschuldigt, fremdgegangen zu sein (er hat einen Vaterschaftstest gemacht), nichts schenken werde. Seit der Trennung zeigt er mir ganz deutlich, dass er sich überlegen fühlt, versucht mich für dumm zu verkaufen. Ich habe häufig nachgegeben, hatte Angst vor streitereien, wollte meine Ruhe. Darauf habe ich keine Lust mehr.
    Ich teilte also meinem exmann mit, dass ich alles einmal von einem Anwalt berechnen lassen will. Seitdem ist die Stimmung, um es nett auszudrücken, höchst feindselig. Er versucht mich zu erpressen, sagt, dass man sowieso mal schauen muss, weil er dann das Wechselmodell einklagen will. Er weiß, das einzige, womit er mich erpressen kann, sind meine Kinder. Mein wunder Punkt.

    Letzte Woche stand die Polizei bei mir vor der Tür, war auf der Suche nach meinem exmann. Ich sagte ihnen, dass er hier nicht mehr wohnt.
    Am nächsten Tag schrieb ich meinem exmann eine Nachricht, was die Polizei hier wollte. Daraufhin meinte er, sie wollten ihm den FS wiedergeben.
    (Schon echt nett von der Polizei, oder? Dass die extra mit 2 Mann plus Praktikant hier auftauchen, um einen Führerschein wieder zu bringen… *ironie off*)

    Ein paar Tage später wollte ich die Kinder zu ihm fahren, Umgangstag. Die Kids waren bereits morgens recht unmotiviert. Alles dauerte unheimlich lang, ich wollte aber auch keinen Druck machen. Wir kamen mit Verspätung hier los, etwa 10 Minuten. 5 Minuten nach der verabredeten Zeit, wir saßen schon im Auto, rief er an. Ich sagte ihm, es tue mir leid, wir seien verspätet aber jetzt unterwegs. Er legte auf. Zwei Minuten später rief er wieder an, meinte, er sei jetzt am Bahnhof, ich solle wieder zurückfahren (der Bahnhof ist ca 20 Minuten zu Fuß entfernt, keine Ahnung, wie er da so schnell hingekommen ist…)

    Also drehte ich um und fuhr wieder nach Hause. Was folgte waren zunächst ätzende Nachrichten. Er sei meine beabsichtigten Verspätungen satt. Er merkt ganz genau, dass ich das tue, um die Kinder von ihm fern zu halten. Er zweifelt meine Fähigkeiten als Erziehungsberechtigte an, wird das alles ans Jugendamt leiten.
    Ich war völlig perplex, wir reden hier von 10 Minuten Verspätung!!!
    Er rief dann an, sagte nochmal, dass es unmöglich ist, dass ich mich ständig verspäte, fragte mich ob ich Drogen nehme. Davon gehe er nämlich aus, und erklärt sich so meine Unpünktlichkeit. Wieder ein Verweis auf das Jugendamt. Daraufhin meinte ich zu ihm, dass er doch froh sein soll, dass ich die Kinder überhaupt zu ihm bringe. Es hagelten wieder vorwürfe. Er dürfte ja eigentlich fahren, nur nicht mit den Kindern, weil ich es ihm ja verboten habe. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er mir nur seinen FS zeigen muss und ein Schreiben vom Amtsgericht, dass er den FS wiederhat und die Anklage fallen gelassen wurde. Macht er natürlich nicht, ist er ja schließlich nicht dazu verpflichtet (oh Wunder)

    Wieder warf er mir vor, ich blockiere seine Umgänge mit den Kindern, manipuliere sie, damit sie nicht zu ihm wollen. Daraufhin sagte ich ihm, dass ich die Kinder morgens dazu überredet habe zu ihm zu gehen, ihnen gut zugeredet habe, also keineswegs vorhabe, den Umgang zu blockieren. Seine Reaktion: das sei ja auch klar, dass ich ihnen gut zureden muss. Schließlich erzähle ich Lügen über ihn (das er trinkt) und weil ich die Kinder noch bei mir im Bett schlafen lasse, binde ich sie ja auch an mich. Das sei auch langsam seltsam, er findet das langsam nicht mehr gut, mal davon abgesehen, dass er ja auch nicht wüsste, was ich in der Nacht mit den Kinder im Bett praktiziere. Da würde sich das Jugendamt sicher auch für interessieren.

    In dem Moment bin ich ganz ruhig geworden, obwohl es innerlich in mir gekocht hat, wie ihr euch sicher vorstellen könnt…

    Ein paar Minuten nach dem Gespräch kam eine Nachricht von ihm, dass er jetzt wieder auf dem Rückweg sei (von wo auch immer) er um soundsoviel da wäre und erwartet, mit den Kindern Umgang zu haben. Die Kids hatten zu diesem Zeitpunkt aber dann so gar keinen Bock mehr, was mein Sohn ihm auch sagte. Was darauf folgte war ein Telefongespräch zwischen ihm und meinem Sohn, in dem mein exmann ihn unter Druck setzte und meinte, es sei ihm egal, wenn er nicht will, er kommt und dann machen sie was. Mein Sohn fing an zu weinen, wollte partout nicht mit, meine Tochter weinte auch. Ich klinkte mich in das Gespräch ein und sagte meinem exmann, dass, wenn die Kinder nicht wollen, ich sie nicht zwingen werde. War ihm egal, er beharrte auf seinem umgangsrecht, meinte, er kann auch mit der Polizei kommen (hätte ich gut gefunden), mein Sohn war fix und fertig danach. Nach dem Gespräch meinte mein Sohn, dass sei das erste Mal, dass er vor seinem Papa Angst gehabt hat. Wovor genau hab ich gefragt. Dass Papa dir ins Gesicht haut. Und du Ärger von der Polizei bekommst.
    Letztendlich hat er die Kinder dann doch nicht abgeholt, also alles heiße Luft, aber die Situation war absolut ekelhaft.
    Ich habe ihm jetzt mitgeteilt, dass ich nicht mehr bereit bin, persönlich mit ihm zu sprechen, sondern alles schriftlich ansprechen werde und in den nächsten Tagen habe ich ein Beratungsgespräch beim Jugendamt.

    Achso, er fährt natürlich immer noch mit dem Auto. Gestern hat er die Kinder hier abgeholt und ist von hier mit der Straßenbahn los. Sein Auto hat er eine Straße weiter geparkt, konnte nicht widerstehen, danach zu suchen. Natürlich mit den obligatorischen Jack Daniels Cola Dosen im Getränkehalter. War kurz davor, die Polizei anzurufen und denen einen Tipp zu geben. Aber letztendlich nicht meine Sache, solange er die Kids nicht fährt…


    Puhhh, meine Finger glühen…

    Worauf ich eigentlich hinaus will:

    Ich bin schockiert! Dieser Mensch lügt mich an, mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit . Er denkt sich Geschichten aus, die so absurd sind, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sich jemand so etwas ausdenken kann. Er beleidigt mich, macht mir vorwürfe, die dermaßen unter der Gürtellinie sind. Das trifft mich. Nicht, weil ich für diesen Menschen noch irgendwelche Gefühle habe, sondern einfach, weil er mein Mann ist. Den ich geheiratet habe, mit dem ich Kinder bekommen habe. Dem ich, solange keine „kindeswohlgefährdung“ besteht, meine Kinder mitgeben muss. Ich werde wahnsinnig, ich komme nicht zur Ruhe, meine Gedanken kreisen ständig um die Frage, was als Nächstes kommt. Ich merke, dass mir die Kräfte ausgehen und weiß dabei ganz genau, dass es jetzt erst richtig los geht. Der Mann dreht völlig am Rad, ist für mich völlig unberechenbar geworden. Ich habe den Eindruck, dass er selber glaubt, was er da erzählt, weil er so tief in seiner Sucht steckt, wie in einer parallelwelt. Das macht mir unheimliche Angst.
    Ich bin langsam am Limit. Ich habe viel Unterstützung von meiner Familie, aber ich fühle mich unendlich allein…

    Ich habe gerade das Gefühl, es wird alles Zuviel. Arbeit, Kinder, Haus, der ganze Mist… die kleinsten Aufgaben fallen mir schwer, abends sitze ich hier und bin nur noch am Ende. Ich bin am routieren, meine Lebensfreude ist auf dem Nullpunkt, selbst die Kinder werden mir manchmal zu viel. Ich werde schnell ungeduldig, werde laut. Das tut mir so leid!

    So, dass musste jetzt alles mal raus…

    Panama meine Kids sind 4 und 7. Mein Vater unterstützt mich hier so oft es geht, er wohnt allerdings eine Stunde entfernt und kann nicht mal eben schnell vorbeikommen. Meine Mutter, die hier um die Ecke wohnt und oft auf die Kids aufgepasst hat, ist letztes Jahr plötzlich gestorben. Es war eine sehr anstrengende Zeit, sie fehlt mir und das alles hängt mir noch ziemlich nach. Aber ich habe hier ein gutes Netzwerk von Freunden und Nachbarn, die die Situation kennen und mich unterstützen. Und meine Chefin ist ein Engel, passt sich sehr an meine Situation an und hält mir den Rücken frei was die dienstplanung angeht.
    Ja, es ist viel Arbeit, ja, es ist anstrengend. Aber ich bekomme es hin. Finanziell ist soweit alles ok. Wir kommen gut klar, versuche aber, viel selbst zu machen. Das einzige, und das ärgert mich, was mich immer wieder aus der bahn wirft, sind seine Aktionen, seine sticheleien. Da mache ich mir viel zu viele Gedanken drüber, die verletzen mich teilweise sehr. Und das lähmt mich teilweise. Da muss ich lernen, mich abzugrenzen.
    Die letzten Wochen kamen einfach zu viele Sachen zusammen, das hat mich umgehauen. Mein neues Mantra: ein Schritt nach dem anderen.

    Vielen Dank für euer Willkommen!
    Tja, was soll ich sagen…

    Mein Mann ist vor gut 1,5 Jahren ausgezogen. Ob er trocken ist? Ich denke nicht. Ehrlich gesagt ist es mir aber auch egal. Zur Zeit versucht er mich mit (kleinen) Quälereien zu ärgern, und schafft es leider immer noch, mich damit aus der Ruhe zu bringen. Ich bin erschrocken darüber, wie sich ein Mensch entwickeln kann. Wahrscheinlich war er schon immer so, aber ich kann es endlich erkennen. Ich komme so nach und nach dahinter, was mich einmal so an dem Mann fasziniert hat und auch, warum ich die Beziehung letztendlich beenden musste. Und das lag nicht nur am Alkohol.
    Solange unsere Kinder noch so klein sind, werden wir zwangsläufig noch Kontakt haben müssen. Um ihn mache ich mir wenig bis gar keine Gedanken, es sind die Kinder, um die sich meine Gedanken drehen. Er hat sich hier ziemlich rausgezogen, er sieht sie zur Zeit einmal in der Woche für ca 3 Stunden. Und einmal im Monat für eine Übernachtung. Das macht mir nach wie vor Bauchschmerzen, weil ich ihm einfach nicht traue. Ich versuche, gelassen zu bleiben. Solange sie zu ihm wollen und sich dort wohlfühlen, ist es ok für mich. Die Kinder äußern aber zunehmend, dass sie keine lust haben, zu ihm zu gehen. Und dann zwinge ich sie auch nicht. Dadurch bleibt hier viel auf der Strecke, aber das ist ok.
    Zeitweise komme ich hier ziemlich ins schwimmen: Arbeit, Kinder, Haus, Garten…und die Sorgen um meine Kinder und der Ärger über ihn.

    Hier sind einige Geschichten gelaufen, die mich wirklich schockieren. Ich versuche, Ruhe zu bewahren, aber das gelingt mir nicht immer. Sein handeln verletzt mich teilweise noch ziemlich. Daran arbeite ich.
    Soviel erstmal…

    Hallo Ihr lieben, lang lang ists her, dass ich hier geschrieben habe….

    Seit knapp 1,5 Jahren bin ich von meinem Mann, einem Alkoholiker, getrennt. Nach einer zunächst erstmal räumlichen Trennung habe ich mich entschieden, die Trennung durchzuziehen. Ich lebe mit meinen beiden Kindern im (noch) gemeinsamen Haus.
    Hier ist viel passiert, das jetzt alles aufzuschreiben, würde wahrscheinlich Jahre dauern…

    Zurzeit ist hier alles etwas chaotisch und anstrengend, und ich habe gemerkt, dass ich mich nach wie vor zu sehr von meinem exmann (noch nicht per Gesetz) ärgern lasse und mich verschiedene Verhaltensweisen nach wie vor aus der Bahn werfen bzw. mich zu sehr runterziehen. Daher dachte ich, ich schau hier mal wieder rein…

    Lese hier erstmal ein wenig mit, wenn das ok ist. Wer Fragen hat, gerne fragen 😊


    Viele Grüße, Marli

    Hallo Paulina, herzlich willkommen hier.
    Ich stecke in einer ähnlichen Situation wie du, nur dass meine Kinder noch deutlich jünger sind als du.
    Wir haben ein Haus und eine Wohnung, die abbezahlt werden müssen. Ich arbeite auch in Teilzeit, mein Mann ist der hauptverdiener. Mein Mann trinkt im Prinzip seit wir uns kennen, in den letzten 10 Jahren ist es (für mich) ein Problem geworden. Unsere Beziehung ist gefühlstechnisch zum Erliegen gekommen, zumindest von meiner Seite aus.
    Dennoch schaffe ich (noch) nicht den Schritt, mich zu trennen, aus den selben Gründen wie du. Auch frage mich, wie es hier in, sagen wir mal, 5 Jahren aussieht.
    Mein Mann funktioniert, er kümmert sich um die Kinder, ums Haus, um alles finanzielle. Aber es gibt eben auch Abende bzw morgende, an denen er das nicht kann. Weil er getrunken hat. Er trinkt heimlich, im Auto, abends, wenn wir im Bett sind. Neuerdings ist auch noch Gras dazu gekommen. Seinen Führerschein hat er wieder, nachdem er ihn vor ca 11 Jahren wegen Trunkenheit verloren hat. Dennoch trinkt er während des Fahrens, zumindest lassen leere Dosen mit vodka Energy in seinem Auto darauf schließen .

    Du fragst, ob sich der Status quo, in dem ihr euch befindet, anhält. Hier im Forum wirst du lesen, dass der Konsum im laufe der Zeit mehr werden wird. Ich habe hier schon einige Phasen miterlebt: von: er trinkt nur am Wochenende abends, über er trinkt bereits vormittags und ist um 18.00 schon völlig betrunken, bis zu er trinkt täglich, auch tagsüber, aber immer nur so viel, dass man es erst beimbzweiten hinsehen merkt.
    Was ich dir aber in meinem Fall sagen kann: gab es bei uns auch mal Monate, die er völlig nüchtern war, so ist es mittlerweile so, dass es maximal eine Woche ohne geht. Ich glaube zudem, dass mein Mann mittlerweile mehr trinkt als vor 5 Jahren, seine Toleranz aber einfach höher ist. Ist wie gesagt nur eine Schätzung, weil er heimlich trinkt. Vor einem Jahr habe ich noch an den unmöglichsten Orten leere Flaschen entdeckt. Mittlerweile ist er besser geworden, das leergut zu verstecken.
    Die Kinder bekommen es denke ich trotzdem mit. Was sie aber auf jeden Fall mitbekommen, ist, dass ich an vielen Tagen einfach traurig bin. Nicht mehr über seinen Konsum, sondern weil ich merke, dass die Beziehung im Prinzip am Ende ist. Aber auch ich klammere mich noch an die „vorteile“, die du auch genannt hast.
    Viele Grüße, Marli

    Lieber Volka,

    Solche Aussagen habe ich auch schon gehört, allerdings nicht von einer Beraterin. Sie haben mich völlig in meiner Wahrnehmung verunsichert, ich habe wieder Hoffnung geschöpft. Bei uns geht dieses auf und ab von ich nennen sie jetzt mal „schlechte und gute Phasen“ nun seit einigen Jahren und ich kann dir dazu folgendes sagen (wie gesagt, meine Erfahrung, muss aber nicht aus deine Frau zutreffen):

    Vor einigen Jahren trank mein Mann während einer ruhigen Phase nichts bzw. kaum was. Sprich, mal ein Bier hier und da, mal ein! Glas Wein am Abend. Irgendwann kam dann wieder eine schlechte Phase, es wurden Flaschen versteckt, der Wein wurde wieder Flaschengeist geleert. Was folgte ein Gespräch, ein Streit, leichte Einsicht seinerseits, Entgegenkommen meinerseits. Wieder eine ruhige Phase etc pp. Was mir aufgefallen ist: mittlerweile heißt eine ruhige Phase hier: es wird relativ regelmäßig Wein getrunken, gerne auch mal Schnaps, aber eben nur abends. Keine völligen Abstürze mehr, aber es ist schon eine Weile her, dass er über einen längeren Zeitraum (ich rede hier von 3-4 Wochen!!!) nichts mehr getrunken hat. Früher gab es in den ruhigen Phasen maximal vier und Wein. Heute gibt es in den ruhigen Phasen eben auch mal vodka. D.h. auch in den ruhigen Phasen hat sich die trinkmenge gesteigert.

    Auch mein Mann ist wie schon gesagt noch immer der Meinung, dass er sein trinkverhalten kontrollieren kann. Dass es im laufe der Zeit mehr geworden ist, sieht er nicht.

    Viele Grüße, Marli

    Ich verstehe alle eure Argumente, und in klaren Momenten ist mit ganz deutlich bewusst, dass es nur einen Weg gibt. Leider eben nur in den klaren Momenten. Wo wir bei dem Thema co Abhängigkeit sind. Ich lasse mich noch immer benebeln, leider. Aber ich merke deutlich, dass sich in den letzten Monaten etwas getan habe.

    Hier gibt es kein „alles Paletti, wir haben uns lieb, alles ist toll!“ mehr. Das sah vor ein paar Monaten noch ganz anders aus. Ich nehme die ruhigen Phasen als solche wahr. Eben als Phase, bevor der nächste Knall kommt. Mittlerweile bin ich so realistisch, dass ich weiß, dass nicht alles supi ist. Das ist für mich ein Riesen Schritt, auch wenn es für viele hier nur pipifax ist.

    Manchmal habe ich Angst, hier im Forum zu schreiben. Weil ich genau weiß, wie die antworten lauten. Welche Reaktionen ich bekomme. Aber wenn ich es dann erstmal habe sacken lassen, merke ich, dass es mich wieder einen Schritt voran gebracht hat. Danke für das ehrliche Feedback. Manchmal braucht es eben einen schonungslos ehrlichen Tritt in den hintern.

    Volka

    Ich habe zum 31.8. gekündigt und beginne ab September meine neue Arbeit. Noch immer nicht so bezahlt, wie es meinem Studium entspricht, aber deutlich mehr, als bisher. Ich lege auch mittlerweile etwas Geld zurück. Gibt ein gutes Gefühl, etwas in der Hand zu haben. Und natürlich mache ich mir Gedanken über eine Trennung. Ich würde das schaffen, da mache ich mir keine Gedanken. Mal davon abgesehen, dass die Kinder im Zuge einer Trennung ihrem Vater ja nicht verlieren. Er ist und bleibt ihr Vater, und er ist ein guter. Aber er ist krank…

    Viele Grüße!

    Hallo volka,

    wahrscheinlich ging es dir beim lesen meiner Geschichte genau wie mir, als ich deine gelesen habe… so viele Parallelen, sie viele ähnliche Gedanken.

    Tja, meine Überschrift passt tatsächlich nicht mehr so richtig. Und von außen betrachtet hat sich wahrscheinlich nicht wirklich viel verändert. Aber in meinem Kopf arbeitet es. Ständig, pausenlos.

    Worauf ich warte? Vor einem knappen Jahr wäre die Antwort gewesen: dass er es in den Griff bekommt, seine Sucht angeht.

    Heute sieht das etwas anderes aus. Ich warte auf viele Dinge: darauf, dass die Kinder älter werden und es ihnen nicht mehr so wichtig ist, einen großen Garten zum Spielen zu haben (ich weiß schon, die meisten, insbesondere die EKAs unter uns werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich will einfach ehrlich sein. Vielleicht gibt es hier den ein oder anderen, der dieses Argument verstehen kann)

    Ich warte darauf, endlich den Mut zu haben, zu gehen. Ich warte darauf, dass der kleine, vielleicht etwas dumme Teil in mir, der immer noch Hoffnung hat, endlich verstummt. Ich warte darauf, dass mich diese Phasen, in denen der Konsum ausbleibt, wie du es sagst, eben nicht mehr nervös machen und in meiner Überzeugung schwanken lassen. Ich warte darauf, voll und ganz hinter der Entscheidung zu stehen, mich zu trennen. Ich warte darauf, die Kraft zu finden, Verantwortung zu übernehmen.

    Vielleicht warte ich auf das gleiche wie du…

    Ich wünsche uns beiden, dass das warten irgendwann ein Ende hat.

    Viele Grüße,

    Marli

    Ja, es ist gemein! Nicht falsch verstehen, ich bemitleide mich gerade nicht selbst. Warum auch, schließlich hab ich diese Entscheidung selbst getroffen. Für den Moment. Manchmal braucht es vielleicht diese Traurigkeit, um wieder ein Stück klarer zu sehen.

    Kennt ihr das, wenn man auf einmal eine Erkenntnis bekommt, die einen völlig umhaut? Ich hatte heute wieder mal ein Gespräch mit meinem Mann. Hier ist es vergleichsweise ruhig geworden. Völlige Abstürze gab es hier seit längerer Zeit nicht mehr. Aufgehört zu trinken hat er nicht. Er hat es auf den Abend verlegt, mal ist es eine Flasche Wein, mal ein Kasten hier, den er sich mit einem Freund teilt, mal ist es eine Flasche Wodka, die innerhalb von drei Tagen leer gemacht wird. Was auch Anlass für das Gespräch war. Für ihn ist das ein Erfolg, weil er die Familie damit nicht belastet, wie er sich ausdrückt. Er versteht nicht, dass das für mich kein Erfolg ist. Er versteht nicht, dass es mich sehr wohl belastet. Hatten diese Phasen schon öfter, bis es ihn aus welchem Grund auch immer wieder völlig aus der Bahn reist und ein Absturz den Nächsten ablöst. „Das wird dir die Zeit zeigen, gib mir doch die Chance, zu beweisen, dass ich es im Griff habe.“ Aufhören zu trinken will er nicht, warum auch. Immerhin schafft er es ja jetzt schon seit zwei Monaten, nur noch abends was zu trinken. Natürlich nicht, weil er süchtig ist, sondern weil er „Bock“ darauf hat. Dass er die Flaschen versteckt, bilde ich mir schließlich nur ein.

    Dass er vor zwei Monaten um sechs Uhr abends völlig besoffen vor mir saß, und ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, die Nacht mit den Kindern bei meiner Mutter zu verbringen, war ja nur eine Phase. Das hat er jetzt im Griff. Auch, dass er betrunken Auto gefahren ist, ich meine wirklich betrunken, war eine Phase. Das macht er nicht mehr. Dass er schon sehr oft diese Phase hatte, ist doch egal. Diesmal ist es anders. Soll ich halt abwarten. Damit er es mir beweisen kann. Aber aufhören, um es mir zu beweisen? Nein, wieso auch! Das kann ich doch nicht verlangen.

    Verständnis von seiner Seite? Keine Chance! Warte doch ab.

    Mit ist heute eines sehr klar geworden: während er jederzeit die Möglichkeit hat, seine Sucht anzugehen, sein Leben dahingehend zu verändern, dass diese Familie eine Chance hat, habe ich nur zwei Möglichkeiten: zu warten und auf den nächsten Absturz zu warten, oder alles hinzuwerfen. Ist das nicht unglaublich traurig? Und verdammt unfair? Beides keine besonders attraktiven Aussichten.

    Und so sitze ich nach wie vor hier, warte ab und hoffe. Und warte. Und warte.

    Nun lese und schreibe ich hier seit einem 3/4 Jahr, und erst jetzt wird mir die Traurigkeit dieser ganzen Situation bewusst.

    Und das bin ich gerade: sehr traurig.