Hallo ihr alle!
Ich war vor einiger Zeit schon mal hier, und mit eurer Hilfe habe ich es geschafft, mich von meinem alkoholabhängigen Mann zu trennen. Vor zwei Jahren dachte ich, dass schlimmste sei überstanden, der Schritt der Trennung. Ich würde zwar nicht sagen, dass es mir jetzt schlechter geht, aber aktuell bin ich einfach furchtbar müde, ich merke, dass ich ziemlich am Limit bin. Ich erzähle einfach mal was aktuell in meinem Leben los ist, bzw. wie es die letzten Monate lief. Genauer gesagt berichte ich mal von verschieden Situationen, die aber nur die Spitze des Eisbergs sind. Die vielen unterschwelligen Beleidigungen, die kleinen Lügen lasse ich mal beiseite…
Mein Exmann (zwar noch verheiratet, aber nur noch auf dem Papier) ist ja vor ca 2 Jahren ausgezogen. Die ersten Monate lief es echt ok, er hat seine Sucht bereut, sich entschuldigt, gebettelt, mir Honig ums Maul geschmiert. Nach ca 2 Monaten sagte ich ihm, dass aus der räumlichen Trennung eine endgültige Trennung wird, und ab dem Zeitpunkt ging es bergab. Ein ständiges hin und her zwischen Freundlichkeit und terror, was ich auf den jeweiligen Alkoholspiegel schiebe. Er hingegen behauptet steif und fest, er sei trocken.
Jeden Monat die selbe Frage: wann kommt der Unterhalt, wann findet der Umgang statt? Keine klaren Regelungen, aber irgendwie alles noch aushaltbar.
Bereits kurz nach seinem Auszug flatterten hier regelmäßig Strafzettel rein, irgendwann dann eine Meldung über ein Fahrverbot. Ab da an sollte ich auch seine Post nicht mehr öffnen, vorher sollte ich das tun und ihm weiterleiten.
Natürlich war das Fahrverbot „nur ein Versehen! Die Behörde hat einen Fehler gemacht, Das Fahrverbot besteht gar nicht!“ Habe ich achselzuckend so hingenommen, wäre schließlich nicht mein Problem gewesen, wenn er erwischt wird. Bis zu dem Tag, an dem er meinen Sohn und dessen Freund rumkutschiert hat. Ich rief ihn an, und sagte ihm, dass das gar nicht geht, darauf kam wieder die Aussage, dass er ja einen Führerschein hat und es kein Fahrverbot gibt. Verfahrensfehler….
Wieder trudelten die knöllchen ein, ich gab sie ihm brav verschlossen weiter. Bis zu dem Tag, an dem ein gelber Brief vom Amtsgericht kam. Ja, auch wenn ich es nicht durfte, hab ich ihn geöffnet. Meldung vom Amtsgericht: Staatsanwalt beantragt vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit am Steuer.
Ich verschloss den Brief wieder , gab ihn ihm und wartete erstmal ab. Ein paar Monate später: der nächste gelbe Brief, erneut vom Amtsgericht. Und wieder öffnete ich ihn. Fahrerlaubnis vorläufig entzogen wegen Trunkenheitsfahrt mit über 2 Promille. Und zwar ab sofort. An dem Wochenende, an dem der Brief kam, war ich mit den Kindern unterwegs, am Sonntag hab ich ihn gelesen, am Montag hab ich die Kinder morgens zu ihm gebracht, weil Ferien waren und ich arbeiten musste. Dabei übergab ich ihm auch den wieder verschlossenen Brief. Am Dienstag wollte er mit den Kindern ein paar Tage wegfahren und ich wollte ihm die Chance geben, den Urlaub abzusagen. Statt dessen fuhr er noch am Montag, also an dem Tag, als ich ihm den Brief gegeben habe, mit den Kindern durch die Gegend. Ich war so sauer. Abends rief ich die Polizei an, schilderte die Situation, gab an, dass ich vermute, er habe keinen FS (hätte den Brief ja nicht aufmachen und den Inhalt wissen dürfen wegen Briefgeheimnis) und verabredete mich am Dienstag morgen mit den Beamten vor der Wohnung meines exmannes. Wir gingen hoch und die Beamten sagten ihm in meinem Beisein, dass er keinen FS mehr hat und nicht fahren darf. Nebenher erfuhr ich, dass auch das Fahrverbot stattgefunden hat. War mir klar, konnte es ihm aber nicht beweisen.
Er war natürlich stinksauer, dass ich ihm, seinen Worten nach, die Bullen auf den Hals gehetzt habe, sagte den Kindern, dass Mama schuld sei, dass sie jetzt nicht in den Urlaub fahren dürfen, dass Mama will, dass er ins Gefängnis kommt. Keinerlei schuldeinsicht. Statt dessen tischte er mir die Geschichte auf, dass nicht er an dem besagten Tag im Auto gesessen hat, sondern jemand anderes. Den ich sogar kenne, den Namen wollte er mir natürlich nicht sagen. Er wurde nur als er identifiziert , weil sein FS in seinem Auto lag. (Hat natürlich keiner bemerkt, dass einem ganz anderen Menschen Blut abgenommen wurde etc) Ich glaubte ihm kein Wort, obwohl er mit einer solchen Überzeugung sprach, dass man es hätte glauben können. Ich verbot ihm, auch nur einen Meter mit den Kindern zu fahren, und, sollte ich mitbekommen, dass er es dennoch tut, sofort die Polizei rufen werde.
Das lief jetzt eine Weile so.
Wir hatten parallel dazu vereinbart, dass wir, bevor wir die Scheidung einreichen, zunächst alles, was wir an Vermögen haben, insbesondere Immobilien, aufteilen. Ich war mittlerweile an dem Punkt, dass ich auf sehr viel Geld verzichtet hätte, nur um meine Ruhe zu haben. Dann war ich bei einem Anwalt, der mir dringend davon abriet. Er meinte, dass er es versteht, wenn man nicht alles auf den letzten Pfennig berechnet, weil man keine Kraft für einen Kampf hat, aber bei einer solchen Summe wäre das schon fahrlässig. Ich dachte einige Tage darüber nach und kam zu dem Schluss, dass ich diesem Menschen, der betrunken mit meinen Kindern fährt, der mich beschuldigt, fremdgegangen zu sein (er hat einen Vaterschaftstest gemacht), nichts schenken werde. Seit der Trennung zeigt er mir ganz deutlich, dass er sich überlegen fühlt, versucht mich für dumm zu verkaufen. Ich habe häufig nachgegeben, hatte Angst vor streitereien, wollte meine Ruhe. Darauf habe ich keine Lust mehr.
Ich teilte also meinem exmann mit, dass ich alles einmal von einem Anwalt berechnen lassen will. Seitdem ist die Stimmung, um es nett auszudrücken, höchst feindselig. Er versucht mich zu erpressen, sagt, dass man sowieso mal schauen muss, weil er dann das Wechselmodell einklagen will. Er weiß, das einzige, womit er mich erpressen kann, sind meine Kinder. Mein wunder Punkt.
Letzte Woche stand die Polizei bei mir vor der Tür, war auf der Suche nach meinem exmann. Ich sagte ihnen, dass er hier nicht mehr wohnt.
Am nächsten Tag schrieb ich meinem exmann eine Nachricht, was die Polizei hier wollte. Daraufhin meinte er, sie wollten ihm den FS wiedergeben.
(Schon echt nett von der Polizei, oder? Dass die extra mit 2 Mann plus Praktikant hier auftauchen, um einen Führerschein wieder zu bringen… *ironie off*)
Ein paar Tage später wollte ich die Kinder zu ihm fahren, Umgangstag. Die Kids waren bereits morgens recht unmotiviert. Alles dauerte unheimlich lang, ich wollte aber auch keinen Druck machen. Wir kamen mit Verspätung hier los, etwa 10 Minuten. 5 Minuten nach der verabredeten Zeit, wir saßen schon im Auto, rief er an. Ich sagte ihm, es tue mir leid, wir seien verspätet aber jetzt unterwegs. Er legte auf. Zwei Minuten später rief er wieder an, meinte, er sei jetzt am Bahnhof, ich solle wieder zurückfahren (der Bahnhof ist ca 20 Minuten zu Fuß entfernt, keine Ahnung, wie er da so schnell hingekommen ist…)
Also drehte ich um und fuhr wieder nach Hause. Was folgte waren zunächst ätzende Nachrichten. Er sei meine beabsichtigten Verspätungen satt. Er merkt ganz genau, dass ich das tue, um die Kinder von ihm fern zu halten. Er zweifelt meine Fähigkeiten als Erziehungsberechtigte an, wird das alles ans Jugendamt leiten.
Ich war völlig perplex, wir reden hier von 10 Minuten Verspätung!!!
Er rief dann an, sagte nochmal, dass es unmöglich ist, dass ich mich ständig verspäte, fragte mich ob ich Drogen nehme. Davon gehe er nämlich aus, und erklärt sich so meine Unpünktlichkeit. Wieder ein Verweis auf das Jugendamt. Daraufhin meinte ich zu ihm, dass er doch froh sein soll, dass ich die Kinder überhaupt zu ihm bringe. Es hagelten wieder vorwürfe. Er dürfte ja eigentlich fahren, nur nicht mit den Kindern, weil ich es ihm ja verboten habe. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er mir nur seinen FS zeigen muss und ein Schreiben vom Amtsgericht, dass er den FS wiederhat und die Anklage fallen gelassen wurde. Macht er natürlich nicht, ist er ja schließlich nicht dazu verpflichtet (oh Wunder)
Wieder warf er mir vor, ich blockiere seine Umgänge mit den Kindern, manipuliere sie, damit sie nicht zu ihm wollen. Daraufhin sagte ich ihm, dass ich die Kinder morgens dazu überredet habe zu ihm zu gehen, ihnen gut zugeredet habe, also keineswegs vorhabe, den Umgang zu blockieren. Seine Reaktion: das sei ja auch klar, dass ich ihnen gut zureden muss. Schließlich erzähle ich Lügen über ihn (das er trinkt) und weil ich die Kinder noch bei mir im Bett schlafen lasse, binde ich sie ja auch an mich. Das sei auch langsam seltsam, er findet das langsam nicht mehr gut, mal davon abgesehen, dass er ja auch nicht wüsste, was ich in der Nacht mit den Kinder im Bett praktiziere. Da würde sich das Jugendamt sicher auch für interessieren.
In dem Moment bin ich ganz ruhig geworden, obwohl es innerlich in mir gekocht hat, wie ihr euch sicher vorstellen könnt…
Ein paar Minuten nach dem Gespräch kam eine Nachricht von ihm, dass er jetzt wieder auf dem Rückweg sei (von wo auch immer) er um soundsoviel da wäre und erwartet, mit den Kindern Umgang zu haben. Die Kids hatten zu diesem Zeitpunkt aber dann so gar keinen Bock mehr, was mein Sohn ihm auch sagte. Was darauf folgte war ein Telefongespräch zwischen ihm und meinem Sohn, in dem mein exmann ihn unter Druck setzte und meinte, es sei ihm egal, wenn er nicht will, er kommt und dann machen sie was. Mein Sohn fing an zu weinen, wollte partout nicht mit, meine Tochter weinte auch. Ich klinkte mich in das Gespräch ein und sagte meinem exmann, dass, wenn die Kinder nicht wollen, ich sie nicht zwingen werde. War ihm egal, er beharrte auf seinem umgangsrecht, meinte, er kann auch mit der Polizei kommen (hätte ich gut gefunden), mein Sohn war fix und fertig danach. Nach dem Gespräch meinte mein Sohn, dass sei das erste Mal, dass er vor seinem Papa Angst gehabt hat. Wovor genau hab ich gefragt. Dass Papa dir ins Gesicht haut. Und du Ärger von der Polizei bekommst.
Letztendlich hat er die Kinder dann doch nicht abgeholt, also alles heiße Luft, aber die Situation war absolut ekelhaft.
Ich habe ihm jetzt mitgeteilt, dass ich nicht mehr bereit bin, persönlich mit ihm zu sprechen, sondern alles schriftlich ansprechen werde und in den nächsten Tagen habe ich ein Beratungsgespräch beim Jugendamt.
Achso, er fährt natürlich immer noch mit dem Auto. Gestern hat er die Kinder hier abgeholt und ist von hier mit der Straßenbahn los. Sein Auto hat er eine Straße weiter geparkt, konnte nicht widerstehen, danach zu suchen. Natürlich mit den obligatorischen Jack Daniels Cola Dosen im Getränkehalter. War kurz davor, die Polizei anzurufen und denen einen Tipp zu geben. Aber letztendlich nicht meine Sache, solange er die Kids nicht fährt…
Puhhh, meine Finger glühen…
Worauf ich eigentlich hinaus will:
Ich bin schockiert! Dieser Mensch lügt mich an, mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit . Er denkt sich Geschichten aus, die so absurd sind, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sich jemand so etwas ausdenken kann. Er beleidigt mich, macht mir vorwürfe, die dermaßen unter der Gürtellinie sind. Das trifft mich. Nicht, weil ich für diesen Menschen noch irgendwelche Gefühle habe, sondern einfach, weil er mein Mann ist. Den ich geheiratet habe, mit dem ich Kinder bekommen habe. Dem ich, solange keine „kindeswohlgefährdung“ besteht, meine Kinder mitgeben muss. Ich werde wahnsinnig, ich komme nicht zur Ruhe, meine Gedanken kreisen ständig um die Frage, was als Nächstes kommt. Ich merke, dass mir die Kräfte ausgehen und weiß dabei ganz genau, dass es jetzt erst richtig los geht. Der Mann dreht völlig am Rad, ist für mich völlig unberechenbar geworden. Ich habe den Eindruck, dass er selber glaubt, was er da erzählt, weil er so tief in seiner Sucht steckt, wie in einer parallelwelt. Das macht mir unheimliche Angst.
Ich bin langsam am Limit. Ich habe viel Unterstützung von meiner Familie, aber ich fühle mich unendlich allein…
Ich habe gerade das Gefühl, es wird alles Zuviel. Arbeit, Kinder, Haus, der ganze Mist… die kleinsten Aufgaben fallen mir schwer, abends sitze ich hier und bin nur noch am Ende. Ich bin am routieren, meine Lebensfreude ist auf dem Nullpunkt, selbst die Kinder werden mir manchmal zu viel. Ich werde schnell ungeduldig, werde laut. Das tut mir so leid!
So, dass musste jetzt alles mal raus…