Beiträge von Maeron

    Ja, das waren auch Aussetzer die schlimm genug sind.

    Ich kann mir vorstellen, das meine Frau Angst davor hat und man wünscht der Person, die man liebt, ja auch keine schwere Erkrankung, wie den Alkoholismus. Ich glaube das braucht Zeit. Eigentlich steht sie hinter mir.

    Ich denke seit nun fast 1 Woche viel über meinen Entschluss nach.

    Ich glaube bei mir hat irgendwie oft der " große Knall" gefehlt. Damit meine ich z. B. einen zwangsweise Krankenhausaufenthalt wegen Alkoholvergiftung. Einmal, vor Jahren, lag ich an Straßenrand, betrunken, mich übergebend. Hatte die 112 gewählt, der Krankenwagen fuhr dann da rum, hat mich aber leider nicht gefunden. Bin dann noch irgendwie nach Hause gekommen.

    Auf einem Festival habe ich mich mal in einem Sanitäterzelt wieder gefunden. Schön aus gepennt. Dann weiter gesoffen.

    Einmal Nase angebrochen, in einer Auseinandersetzung (wobei ich wohl so krass auf die Nase gefallen bin). Mit Krankenwagen ins Krankenhaus wegen Nasenbluten, dann aber wieder entlassen.

    Ich meine, wäre ich mal Richtung stationär aufgenommen worden, wegen Alkohol, dann hätte ich nicht immer einfach so weiter machen können.

    Manchmal denke ich auch jetzt, ein Rückfall wo ich so richtig Abstürze und dann in einer Klinik aufwache, wäre in dem Sinne gut, dass ich und andere meine Sucht dann nicht mehr leugnen können.

    Dann dürfte ich auch z. B. meine Sucht Stationär behandeln lassen, also den Entzug. Aber so wie jetzt, ohne körperlicher Abhängigkeit muss ich das zuhause machen und ich muss weiter zur arbeit und so... (Gedanken...)

    Hallo,

    habe beim Arzt angerufen, leider im Urlaub. Werde mich aber an die Vertretung wenden.

    Leider scheint meine Frau wirklich überfordert mit der Situation zu sein. Ich hatte nochmal angesprochen, das ich den Alkohol (Rum, Whiskey etc...) wegschütten will. Sie meinte ja, das macht sie heute. Bzw könnte man das ja im Keller aufbewahren, für Freunde. Sie hat die Flaschen dann auch am Vormittag hervorgeholt, wollte den Alk in den Keller bringen. Heute abend habe ich den Alk dann weggegossen, außer zwei fast volle Flaschen, die habe ich für sie in den Keller gebracht. Sie hat sicht gerade total aufgeregt, dass ich die halb vollen Flaschen weggegossen habe. Sie meinte, ich verkläre die Situation. Ich würde jetzt plötzlich denken ich sei Alkoholiker und damit plötzlich anfangen. Dabei hätte sie mich so kennen gelernt,wie ich bin. Ich fragte, ob sie mich denn wieder irgendwo besoffen sehen will. Sie meinte, nein, aber das hätte damit nichts zu tun. Ich sagte ihr, das es gerade jetzt wichtig für mich ist, das kein Alkohol im Haus ist und auch der Keller nicht weit genug weg...

    Sie meinte man könne an jeder Ecke Alkohol bekommen, würde es nicht verstehen. Der Alkohol ist teuer, den ich weggegossen habe. Ich meine noch zu ihr, sie können ja auch gerne mal trinken, nur nicht hier zu Hause.

    Dann war die Tür zu. Hm. Und nun? Ich denke wirklich das sie überfordert damit ist.

    Halll Elly,

    ich sehe mich ganz klar als Suchtpersönlichkeit. Auf deine Frage, ob ich mich als Alkoholiker sehe, antworte ich mit ja. Inwieweit ich dies internalisiert habe, steht auf einem anderen Blatt. Wie du schreibst, vielleicht will ich ein Hintertürchen. Das ganze sehe ich als einen Prozess. Grundsätzlich bin ich ein reflektierter Mensch. Gerade deswegen fällt es schwer, ohne wenn und aber, locker aus der Hüfte heraus, zu bekennen, dem Alkohol verfallen zu sein, sich als Alkoholiker zu bezeichnen, ohne Zweifel. Ja, ich kann es ab einem gewissen Pegel nicht kontrollieren. Ja, ich habe in der Vergangenheit dadurch Schwierigkeiten gehabt. Und ja, die Entscheidung, nie wieder zu trinken, macht mich gerade ganz schön verrückt. Innerlich bin ich mir also ziemlich sicher, Alkoholiker zu sein. Aber es macht mir Angst. Doch die Motivation ist hoch, nichts zu trinken. Denn den Kontrollverlust möchte ich nicht mehr. Wie kann ich den Zweifel, den Eiertanz beenden, ich will ehrlich sein und ich denke, das ist besser, als einfach zu sagen, ja ich bin Alkoholiker, ohne dabei zu Zweifeln. Oder? Es kommt mit der Zeit. Ich kläre das mit meiner Frau. Und ein Gesprächstermin bei einer Therapeutin ist auch schon terminiert.

    Hallo Maeron,

    vielleicht ist deine Frau auch gerade etwas überfordert. Wie du schon schreibst, empfindet sie es vielleicht als Stigmatisierung.

    Der Rat ist: kein Alkohol zu Hause haben. Auch nicht für Freunde. Ich denke, die Auswirkungen deiner Krankheit sind deiner Frau gar nicht bewusst. Nicht-Abhängige können oft nicht verstehen, warum dieses oder jenes ein Problem ist. Das kannst du ihr aber deutlich sagen. Es ist wichtig, nicht nur den Alkohol wegzulassen, sondern auch Veränderungen vorzunehmen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Danke für den Rat. Ich habe dabei etwas Angst, das sie mich nicht ernst nimmt. Nach dem Motto, ich würde aber übertreiben...

    Die Rückfallgefahr ist riesig, wenn im eigenen Haus Alkohol vorhanden ist und vor der Nase getrunken wird.

    Ja, das stimmt. Bier ist nicht mehr da, trinkt sie auch nicht.

    Den Schnaps wollte ich weg tun. Sie meinte nein, wenn Freunde mal da sind, können die das ja trinken. Also sollte ich das erstmal nicht wegkippen.

    Ich glaube auch, sie will selbst nicht verzichten. Ist ja auch ok. Aber etwas Rücksicht wäre toll. Wenigstens bei uns kein Alk. im Haus . Hm. Soll ich es einfach wegkippen? Findet sie bestimmt dann kacke.

    Sie könnte ja auch ab und an zB außerhalb beim Treffen mit Freundinnen oder so mal was trinken, wenn du nicht dabei bist. So mache ich das ab und zu.

    Das ist eine sehr gute Idee, das soll auch so sein.

    Wie gestaltet sich denn eigentlich der Konsum deiner Frau? Kann es sein, dass sie Angst davor hat, dass sich dein Verzicht zukünftig auch auf ihre trinkgewohnheiten auswirken könnte?

    Sie selber scheint ja nicht komplett auf Alkohol verzichten zu wollen.

    Meine Frau trinkt nie alleine und sowieso selten. Wenn dann auch immer moderat . Klar gibt es Silvester etc., - aber sie hat keinen Konrollverlust. Vor 7 Jahren, als wir uns kennen lernten, trank sie auch mehr, aber nie so wie ich. Dann durch Schwangerschaft komplett aufgehört und nach dem Stillen halt auch nur ab und zu mal moderat Alkohol, da sie durch die Verantwortung für unser Kind gar nicht betrunken sein möchte.

    Nein, sie möchte nicht komplett verzichten, sie muss es auch nicht. Ich bin der mit dem Problem, nicht sie.

    ... Ich sagte auch zu meiner Frau, das sie in dem Forum alle schreiben, dass man komplett abstinent leben sollte, also auch nicht mal nur ein Bier zu zweit zu Hause (weil sie das ja anführte, als Verlust von Lebensqualität). Darauf hin meinte sie fast vorwurfsvoll, das dass ja klar sei, wenn es in einem Alkoholikerforum geschrieben wird. Aber das ich Alkoholiker bin, scheint sie nicht wahrhaben zu wollen.

    Kann ich jetzt eigentlich freigeschaltet werden?

    Hallo,

    den Notfallkoffer-Artikel habe ich gelesen, - werde ich mich nochmal genauer mit beschäftigen.

    Bei vielen ist es ja so, dass Angehörige froh sind, wenn der alkoholabhängige Partner sein Problem erkennt und abstinent leben möchte. Ich habe meiner Frau heute davon erzählt, wie es mir gestern abend ging. Zuerst hat sie garnichts gesagt. Dann meinte sie, dass mir dann aber halt auch ein Stückchen Lebensqualität verloren geht, denn das man gemeinsam mal ein, zwei Bier trinkt, zuhause, war ja nie das Problem. Ich fragte sie, ob es für sie ein Verzicht bedeutet, wenn ich verzichte. Das verneinte sie dann aggressiv.

    Vielleicht ist sie schockiert, das es so ist? Auf der anderen Seite ist sie sicherlich froh, wenn es nun nicht mehr zu den unangenehmen Situation kommt und sie auf Feiern nicht mehr auf mich aufpassen muss (weil ich auch auf keine Partys mehr gehen will).

    Ich glaube, sie beschäftigt die Stigmatisierung, die damit einher geht, wenn sie mit einem (trocknen) Alkoholiker zusammen ist. Gestern meinte sie auch mal lächelnd und scherzhaft "ich hätte nicht gedacht, dass ich mal mit einem trocknen Alkoholiker verheiratet bin". Testet sie damit, ob ich es wirklich ernst meine? Irgendwie verstehe ich sie nicht. Als wenn es für sie schwer ist, das zu akzeptieren.

    Heute, an Tag 4, - schlimm. Ich komme mit den Gedanken "Alkohol, nie wieder" psychisch nicht klar. Ich kann nicht schlafen und bin nervös.

    Ich habe zwei Situationen ausgehalten, wo andere Getrunken haben, ich dabei nicht. Zwischendurch war ich auch voll motiviert. Doch ich beschäftige mich nur noch mit dem Thema, lese hier viel, schaue Dokus..

    Habe Freunde zu meinem Konsum befragt.

    Dann bin ich Alkoholiker. Aber ich bin tatsächlich gerade am Taumeln, ob ich das schaffe. Es ist rein psychisch. Aber der Gedanke an "nie wieder" lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Ich bin wirklich erschreckt davon. Sonst konnte ich längere Zeit nichts trinken, doch war es dann halt auch eben nicht diese entgültige Entscheidung. 😐

    Lebenslange Abstinenz anstreben, ist die einzige Chance für einen Alkoholiker. Ich schlage dir vor, werde dir erstmal klar, ob du einer bist.


    Das ist auch nur der Vorstellungsbereich, in dem die ersten Schritte für Alkoholiker aufgezeigt worden. Der Austausch findet auch erst nach einer Freischaltung statt.

    Um das herauszufinden, habe ich gehofft, hier Unterstützung zu bekommen (Mein Titel bezieht ja schon die Frage ein, abhängig oder gefährdet?...). Wenn ich jetzt die nächsten Tage Situationen erlebe, die ich sonst nur mit Alkohol erlebt habe, dann wäre es doch schön, darüber zu berichten. Doch dann mache ich es alleine, und falls ich merke das es nicht klappt, dann kann ich klar sagen, das ich Alkoholiker bin. Und dann melde mich mich hier wieder. Vorher sollte hier sich nicht weiter ausgetauscht werden. Habe ich das so richtig verstanden?

    Heißt im Endeffekt du gibst dir selbst nochmal die Chance kein Alkoholiker zu sein. ;) Letztes Aufbäumen durch eine Trinkpause. Ich wünsche es dir. Denn eines ist sicher. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Das ist es auch wurscht, wie du es dann benennst.

    Wichtig für uns hier ist eben zu wissen, ob du einer bist. Und auch dein Wunsch darin besteht, eine lebenslange Abstinenz anzustreben? Denn das ist die Voraussetzung für den Austausch in diesem Forum.

    Ja, das mit der Chance, das würde ich sagen stimmt.

    Lebenslange Abstinenz: Wie schwer ist diese Frage? Ich kenne den Spruch "Heute trinke ich nicht". Soll man sich jeden Tag sagen. Und dann klappt es besser mit der lebenslangen Abstinenz. Sagen wir mal so, ich wünsche mir, das ich es schaffe, Situationen ohne Alkohol auszuhalten und das ich ein Leben "Pur" genießen kann, - so gesehen besteht sehr wohl der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz. Es ist halt so, das ich keine andere Möglichkeit erkenne. Das kontrollierte Trinken hat nicht geklappt. Klappt es mit der lebenslangen Abstinenz? Ich wünsche es mir wirklich sehr. Denn wenn ich die positiven und die negativen Aspekte meines Alkoholkonsums gegeneinander aufstelle, dann zeigt sich deutlich, das die negativen Elemente überwiegen. So gesehen bin ich bereit auf den Verzicht, wenn es unterm Strich dann für mich gut läuft. Es fällt mir schwer das hier auszudrücken, doch ich hoffe du verstehst, wie ich das meine?

    Ich frage mal etwas direkter. Du hast dich in einem Alkoholiker Forum angemeldet, was bekennende Alkoholiker die Möglichkeit bieten, ein trockenes Leben zu erlernen. Wir sind hier nicht da, um etwas einzuschätzen. Das muss der User selbst für sich herausfinden.


    Jetzt zur Frage. Du schreibst schon davon, was alles zu tun wäre, bevor du dir klar bist, Alkoholiker zu sein. Habe ich das richtig verstanden?

    Hallo Hartmut,

    In erster Linie möchte ich den Kontrollverlust mir und meiner Frau nicht mehr zumuten, auch wenn es nicht so oft im Jahr vorkommt, ich habe rausgefunden, dass ich es in den meisten Fälle nicht schaffe, kontrolliert zu trinken. Sollte ich, sagen wir mal 12 Monate und danach weiterhin trocken gut klarkommen, ohne Rückfälle, dann wäre das für mich ein Segen, dann wäre es mir egal, wie ich mich bezeichnen könnte, als Alkoholiker oder nicht. Das wäre der Hauptgewinn. Sollte ich jetzt feststellen, dass es mit dem 0,00 nicht funktioniert, dann kann ich mich denke ich sicher als Alkoholiker bezeichnen. Aber es soll gar nicht mein Ziel sein. Sondern ersteres, das wäre besser.

    Hallo Elly,

    Ich habe die Kontrollverluste regelhaft beim Feiern gehen. Generell habe ich ab und zu auch mal Bier im Haus, so dass ich auch mal abends zwei, bis drei Flaschen trinke, zur Entspannung. Aber das nur wenn was da ist und dann gerne, wenn nichts da ist, dann ist das auch kein Problem und es kann auch mal ein Rest der Flasche stehen bleiben, weil ich dann genug habe. Ich kann dann halt auch aufhören. Auf den Partys eben nicht. Klar, habe ich mich auch mal alleine mit einer Flasche Wein begnügt, aber das ist sehr, sehr selten.

    Und nein, nicht nur einmalig, sondern ist es mehrfach zu Kontrollverlusten gekommen, seit über 10 Jahren (mit Anfang 20 habe ich so richtig angefangen mit dem Feiern damals). Es ist auch schon zu Straftaten (Sachbeschädigungen) und zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen, im Vollrausch. Nach der tiefenpsychologischen Therapie, also seit ca. 7 Jahren keine Straftaten mehr aber oft Kontrollverlust. Ich habe mal genau überlegt und anhand von Chatverläufen etc. herausgefunden, dass es innerhalb der letzten drei Jahre auf mind. 6 Feiern (es gab vllt 2 oder 3 Feiern wo nichts passiert ist, ich also zwar betrunken aber noch Herr meiner Sinne war) dazu gekommen ist, das ich die Kontrolle verloren habe, wobei ich mich am nächsten morgen sehr für mein Verhalten geschämt habe. Mit Kontrollverlust meine ich, dass ich gar nicht mehr richtig wahrnehme, das ich mich komplett verrückt, emotional und oft auch verbal aggressiv verhalte.

    Also ich habe kein starkes verlangen. Klar, jetzt sitze ich auch hier und würde sonst vielleicht ein Bier trinken. Wäre gut und schön, aber es ist jetzt auch ok keins zu trinken. Manchmal ist es vllt anders, da habe ich ein bisschen das Verlangen, aber halt nicht so ein extremes.

    ... und ich habe mich jetzt entschieden

    Es geht nur die 0,00 Version. Kein Alkohol mehr. Gestern hatte ich ein Alster getrunken. Das ist dann also das letzte Getränk gewesen. Gerade eine Tageszähler App als Motivation installiert. Aus bestimmten Wahts App Gruppen ausgestiegen. Jetzt muss ich noch den Schnapsvorrat verschenken oder wegschmeißen. Familie und Freunde informieren, in Vorfelde oder doch dann, wenn es Thema wird. Das überlege ich mir noch.

    Danke für euren letzten Schups, den ich wohl gebraucht habe.

    Ich bin gespannt, wie es klappt.

    Hallo Aurora und Helene,

    ich fühle, dass ihr mich verstehst.

    Beim Gedanken der Abstinenz, also 100 % kein Alkohol, egal wo und wann, denke ich einerseits, das es gut tun könnte, da ich eben nicht kontrollieren muss, das es bei der "gesunden" Menge bleibt, sondern eben "einfach" 0,00.

    Dem Gegenüber steht, dass was ich vermissen werde: Die Biere im Sommer zum Grillen trinken. Manchmal am Abend, inklusive Vorfreude, 2 Bier zum Feierabend genießen. Das Gesellige im Restaurant...

    Was problematisch werden könnte: Das Aushalten in bestimmten sozialen Situationen, bsp. bei Betriebsausflügen, Familienfeiern, garnichts zu trinken. Denn da besteht eine soziale Angststörung und Alkohol, auch nur wenig, hilft mir in den Situationen (wobei dann wieder brenzlig werden kann, wenn es um die Kontrolle der Alkoholmenge geht).

    Und in meinen Alter dann zu erklären, man würde nicht trinken, ist auch eine (kleine) Hürde.

    Liebe Grüße

    Maeron

    Hallo liebe Forum-Mitglieder,


    mein Name hier ist Maeron, Mitte 30, fest im Leben stehend; Frau, Kind, Arbeit…

    Ich befinde ich gerade an einem Punkt, an dem ich mich Frage, wie ich mit meinem Alkoholkonsum umgehen sollte. Vor ca. 10 Jahre habe ich beim Feiern gehen, was im Alter von 20 eben als üblich galt und bei den Jugendlichen ja auch heute oft noch so ist, immer über das Maß hinaus getrunken, sprich, ich kannte keinen Punkt beim Ausgehen, wo ich für mich merken konnte, dass ich die Kontrolle verliere. Im Zuge dessen habe ich eine Verhaltenstherapie gemacht, weil ich merkte, dass in mir viele Dinge auf psychischer Ebene behandlungsdürftig waren. Im laufe der Jahre von meinem 20. Bis 30. Lebensjahr habe ich es leider nicht geschafft, dauerhaft kontrolliert zu trinken, auch nicht dauerhaft nach der Therapie. Dazu kommt, dass ich in der Zeit ein paar Jahre täglich von Marihuana abhängig war (ich bin immer arbeiten gegangen und habe dabei funktioniert). Vor 7 bis 8 Jahren habe ich dann mit dem Kiffen komplett aufgehört und eine lange tiefenpsychologische Therapie gemacht. In der Zeit habe ich sehr viel gelernt und konnte mich psychisch sehr stabilisieren und auch beruflich weitert entwickeln. Ich „gründete“ auch eine Familie. Vor 4 Jahren habe ich meine tiefenpsychologische Psychotherapie beendet (hierbei war das Trinken auch ein flankierendes Thema und ich hatte eigentlich einen ganz guten Umgang erlernt, dachte ich). Leider ist es so, dass ich nun feststellen musste, dass es immer mal wieder, ca. 2 bis 3 mal im Jahr dazu kommt, das ich bei Anlässen, bei denen es ums Trinken geht (Partys, Silvester, Geburtstage…) meine Trinkmenge nicht kontrollieren kann. So ist es vorgekommen, das ich schwer mit dem Rad gestürzt bin (Platzwunde), in schlimme Streitigkeiten geraten bin etc. Das Schlimme ist, das ich dann im Rausch nicht mehr ich selbst bin. Meine Frau sagt auch, es ist dann so, als wäre ich ein anderer Mensch. Das passiert eigentlich immer, wenn zum Bier auch Schnaps dazu kommt. Von 10-mal weggehen, klappt es vllt 9 mal und einmal nicht, das ich kontrolliert trinke. Ich bin quasi aus der Übung des kontrollierten Trinkens gekommen. Daher stelle ich mir die Frage, kann es mir gelingen oder sollte ich es ganz lassen, ich tendiere stark zum letzteren. Das Ding ist, dass ich eigentlich kein großes Verlangen habe. Es kommt nach einigen Monaten ohne Alkohol (außer vllt mal ein Bier am Abend oder ein Glas Wein zum Essen, hier ist es kein Problem, aufzuhören, weil anderes Setting) mal vor, dass ich denke, das es mal wieder schön wäre Feiern zu gehen und mehr zu trinken, aber auch wenn es dann keine Gelegenheit gibt, dann habe ich eigentlich keine „Druck“, es unbedingt tun zu müssen, was ja eigentlich typisch für den Alkoholabhängigen ist.

    Nun überlege ich, wie es für mich am leichtesten ist: A. Ich könnte „einfach“ komplett abstinent leben, dann würde ich aber auch nicht mehr gelegentlich ein Bier zum Essen trinken können, zum Beispiel. Dann würde ich auf etwas verzichten, was vielleicht nicht notwendig wäre, denn ich habe den Kontrollverlust nur, wenn ich auf Partys etc. bin.

    Oder aber Version B., ich entscheide mich, auf keine Partys mehr zu gehen, wo es nur ums Trinken geht. Auch bei Feierlichkeiten (Geburtstage, Familienfeiern) denen man sich nicht entziehen kann, würde ich „einfach“ dabei sein und komplett auf Alkohol zu verzichten. In dieser Version verzichte ich aber nicht auf das eine Bier zum Essen oder das Gläschen Wein in Zweisamkeit, denn hier war nie ein Kontrollverlust.

    Ist es besser, wenn ich komplett abstinent lebe oder wenn ich in den „gefährlichen“ Situationen nichts mehr trinke. Was meint ihr? Denn, bin ich Alkoholiker, auch ohne starkes Verlangen? Oder bin ich nur gefährdet?

    Ich würde mich über Tipps und Einschätzungen sehr freuen, Danke schon einmal!

    <3

    Gruß Maeron