Beiträge von Rennschnecke

    Das ist erst mal gut, Dan, so habe ich auch entgiftet (und auch nebenher ganz normal gearbeitet, um gar nicht so viel mit mir allein zu sein).

    Wenn Du Deinem Arzt gegenüber in Bezug auf deinen Konsum (und Deine Arbeitsbelastung ) absolut ehrlich gewesen bist (und er sich damit auskennt, tut leider längst nicht jeder Arzt), ist das m. E. Erst mal ok.

    Beobachte dich aber genau und scheue dich nicht, ggf. Deinen Arzt oder auch den Notarzt anzurufen!

    Der Säufer (das abschreckende Beispiel) und der gewordene Nüchterne (Vorbild) -

    Wenn das so einfach funktionieren würde, gäbe es nicht so viele EKAs, die selbst in irgendeiner Form abhängig werden.

    Erwartest Du da nicht zu viel von ihr und auch von Dir? Nur weil sie noch - nicht zuletzt mit Deiner Hilfe - die "funktionierende" Alkoholikerin mimt, ist sie doch nicht weniger süchtig als du. Ich lese wie Hartmut bei Dir auch Verbitterung - weil Du sie nicht retten kannst?

    Wenn Du sie nur noch als Mitbewohnerin wahrnimmst, was hält dich noch dort? WGs kann man wechseln ...

    (Wir schreiben und fragen hier immer sehr direkt, nicht um zu kritisieren, sondern um Denkanstöße zu geben. )

    Genau, je nach Deinem Zustand kannst du ambulant (zu Hause, aber ärztlich begleitet, ggf. Telefonisch) oder stationär entgiften - aber niemals allein!

    Danach braucht es aber noch eine ganze Weile, bis sich die Hirnchemie von den vielen Jahren der Sucht einigermaßen erholt hat. Eine allgemeine Psychotherapie macht deshalb am Anfang noch keinen Sinn.

    Wichtig ist jetzt:

    1. sicher entgiften und hier ganz viel lesen

    2. Suchtberatung, inkl. Klärung, wie Du Deine Abstinenz am besten festigen kannst (evtl. ambulante oder stationäre Reha), und nebenbei hier ganz viel lesen und nach erfolgreicher Entgiftung auch hier schreiben.

    Ich bin jetzt gut 11 Monate abstinent, nach ambulanter Entgiftung, stationärer und ambulanter Therapie (und die ganze Zeit im Forum). Mein Fazit: ein guter Mix für mich, aber am wichtigsten und hilfreichsten war und ist dieses Forum für mich - gerade weil wir hier klare Regeln befolgen.

    Alles Gute und pass auf Dich auf!

    Hab es mir durchgelesen und Ja das habe ich gesagt. Bin jetzt wieder ca.300 KM weit weg bis Freitag.

    Hmmh, und wie seid Ihr verblieben? Sollst/kannst du zumindest zwischenzeitlich beim Arzt anrufen? Hast Du ein Begleitmedikament, ggf. für den Notfall?

    Und kannst Du Dir auf Montage ein alkoholfreies Umfeld einrichten?

    Ich habe mir dein Thema von Anfang bis zum Schluss durchgelesen und gebe dir jetzt meinen "Senf" dazu - betrachte es, wenn du willst, gerne auch nur als das Gewürz, das es eigentlich ist, ABER:

    Ich schreibe dir als (GsD und hoffentlich) ehemaligem Säufer und - leider - jetzigem (noch) CO und möchte dich zuallererst bitten, diese Kategorisierungen (Quartal-, Wochenend-, wenn ich nicht da bin - etc.) Säufer zu lassen - es behindert nämlich einzig DICH in der Aufarbeitung und ist eigentlich selbst nur wieder eine Ausrede bzw. eine Legitimation SEINES Missbrauchs DURCH DICH. Ein Alkoholiker versucht IMMER den Alkohol zu (s)einem ZWECK zu nutzen und das beinhaltet nicht eine ZEITLICHE sondern eine EMOTIONALE Komponente: Ein Alkoholiker trinkt, weil er einsam, verzweifelt, selbstunsicher, traurig, traumatisiert etc. ist aber nicht nach irgendwelchen Zeitvorgaben!
    Du bist nicht schuld! NIEMALS bist du schuld, dass er trinkt. ABER: Schuldzuweisungen sind ein probates Mittel aus der Sicht des Alkoholikers, dass er sein Selbstmitleid und seine Unfähigkeit nicht zu Trinken rechtfertigen kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung des Säufers bin ich froh, GsD nie eine Schuldzuweisung in diese Richtung gemacht zu haben, aber auch als CO weiß ich haargenau, dass ich nicht Schuld am Trinken meiner, mittlerweile nur noch Mitbewohnerin, bin. Und das trägt einen großen Anteil zu meinem persönlichen Seelenheil bei.
    Er hat sich nicht getrennt. Er ist emotional nicht ein Gramm getrennt. Wäre er das, hättet ihr nicht ständig Kontakt zu dir. Er spielt mit dir, er spielt mit deinen Gefühlen und er spielt mit der Tatsache, dass DU die Trennung von ihm eigentlich nicht willst. Das weiß er und er nutzt es beinhart für sich und seine Selbstunsicherheit aus. Auch ein Kleinkind wird nie die Hand der Mutter/des Vaters auslassen, solange es nicht selbständig gehen kann....
    Zum Schluss zu deinem gerade geschriebenen Post: Du schreibst, dass er am MITTWOCH (!) einen Vollknaller samt Polizei und FS-Entzug hatte und 5 Tage nach diesem Ereignis schreibst du allen Ernstes (???), dass sich was geändert hätte? Vielleicht hat es dir noch niemand gesagt, oder du willst es nicht wahrhaben: Dieser Typ ist SCHWER KRANK. Um eine Einsicht, eine Reflexion, ein - was auch immer - haben zu können, müsste er sich einmal in die körperliche aber vor allem emotionale Knochenmühle der Therapie aufmachen um überhaupt eine Ahnung von Reflexion haben zu können!
    Und ganz zum Abschluss wirklich ein gutgemeinter Rat: Such dir bitte ganz dringend professionelle Hilfe. Und zwar einzig und allein FÜR DICH und DEIN Seelenheil.

    Das hast Du gerade bei Felicitas geschrieben ...Was machst Du denn in eigener Sache? Wie geht es dir?

    Seit Deiner Freischaltung hast Du bei Dir ja nichts mehr geschrieben. Und bist Du nebenbei auch selbst Alkoholiker?

    Heute morgen bin ich dann zu meiner Ärztin und habe Ihr meine Alkoholsucht geschildert. Sie gab mir die Adresse einer Suchtpräventionsstelle und habe im neuen Jahr einen Termin dort. Ich versuche auch einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen.

    Und zusätzlich hast Du auch noch hierhergefunden, Dan - ein guter Anfang.

    Bestimmt meldet sich gleich ein Mod bei Dir und erläutert die weiteren Schritte - herzlich willkommen!

    Gibt es denn Fälle hier, in denen eine Beziehung gehalten hat, weil der alkoholkranke Partner an sich gearbeitet hat, und aufgehört hat zu trinken?

    was sagen die Betroffenen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aufhört, zu trinken?

    Was nützt Dir die Wahrscheinlichkeitsrechnung? Willst Du darauf deine Hoffnung gründen? Da kannst Du besser Lotto spielen.

    Dein xy zeigt doch null Einsicht, wenigstens ist er da ehrlich zu dir. Warum hältst Du trotzdem daran fest, hast du Angst vor dem Alleinsein? Gibt es da ungesunde Muster aus deiner Kindheit?

    Nach Dir doch lieber mal Gedanken um deine eigene Abhängigkeit von einer "Beziehung" um jeden Preis. Alles Gute!

    Mit Spaß und Geselligkeit hat das bei meinem xy schon lange nichts mehr zu tun. Das ist nur noch Betäubung und Flucht vor dem Leben.

    Klar, aber Sucht hat ihre eigene Logik: "Wenn ich nicht mehr trinke, bleibt mir ja gar nichts mehr, komme ich erst recht nicht klar...", usw.

    Nichttrinken erlebte und erlebe ich nur bei verantwortungsvollen Schwangeren und Autofahrern und einem seit ewigen Zeiten trockenen Verwandten.

    Wenigtrinken erlebe ich da schon häufiger (oft wg. späterem Autofahren ). Ansonsten sehe ich (gerade erst wieder bei einer dienstlichen Weihnachtsfeier und einem Geburtstagskaffee mit Kindern) eher eine "Hurra, wieder ein Trinkanlass!"-Mentalität.

    Mir ist es inzwischen egal, für die noch nicht einsichtigen Süchtigen ist es dagegen eine Steilvorlage: "Gar kein Alk? Gibts doch gar nicht ..."

    Die vom Trinker erlebte Krankheitslast muss erst größer sein als der subjektiv erlebte Krankheitsgewinn, bevor ein Umdenken einsetzen kann. Aber auch das lässt sich nicht erzwingen...Das Denken kann man prima ausschalten...

    Warum ziehen Menschen ein Leben in Betäubung und Sucht dem schönen im Leben vor?

    Weil diese Menschen (so wie ich früher) sich gar nicht vorstellen können, dass ein Leben ohne Alkohol keinen "Verzicht", sondern vielmehr eine Bereicherung bedeutet.

    Das hat die Sucht ihnen ins Hirn gepflanzt und es wird ihnen tagtâglich vorgelebt: "Spaß und Geselligkeit bei Erwachsenen - ohne Alkohol? Das ist doch höchstens was für Sonderlinge oder bedauernswerte Alkis ..."

    Es heißt doch immer, dass man sich ein Leben lang mit seiner Krankheit auseinandersetzen soll. Davon lebt ja auch dieses Forum. Gehören dann meine Gedanken nicht auch dazu

    Oder kann man es so ausdrücken, dass es vielleicht am Anfang des Prozesses dazu gehört?

    Ich finde: unbedingt. Deine Gedanken zeigen einfach nur, dass Du noch am Anfang bist. Irgendwann kommen sie so nicht mehr bzw. du gehst anders damit um. Alles hat seine Zeit ...

    Das ist doch schon mal gut, dass Du das ohne Wenn und Aber annehmen und so sehen kannst.

    Du hast hier Deine Selbsthilfegruppe, nutze sie, praktisch wie ein Fitnessstudio für die Seele: lerne von den Erfahrungen der unzähligen anderen Cos und schreibe hier nieder, was Dich beschäftigt, z. B. auch im Alltag mit Deinen Kindern. Du bist nicht allein!

    Nun bin ich mit den Kids alleine im Haus und ich bin irgendwie erleichtert, auch wenn es den Anstoß vom Jugendamt brauchte.

    Zum Glück hat jemand Zivilcourage gezeigt...

    Ich rate Dir dringend, die neugewonnene Ruhe zu nutzen, um Dich mit Deiner Co-Abhängigkeit (z. B. hier) auseinanderzusetzen , damit Du nicht früher oder später wieder "schwach" wirst. Denn es geht euch ja zurzeit nur besser, weil das Jugendamt eingegriffen hat... Wie kannst Du Dich stârken?

    Bitte nicht falsch verstehen: Meine Direktheit soll Dir die Augen öffnen; es geht mir nicht darum, dich anzugreifen oder dir Vorwürfe zu machen...

    Für mich gehört es zum Prozess des „Trocken-Werdens“ dazu, mir solche Gedanken zu machen.

    Das sehe ich aus meiner bescheidenen Erfahrung von gut 11 Monaten Abstinenz auch so. Wenn Du in 5 Jahren noch darüber nachdenken müsstest, wäre es besorgniserregend, aber nach 1,5 Monaten wundert es mich nicht, hatte ich auch immer mal wieder.

    War ja alles noch neu, so viel zu entdecken, zu lernen und sacken zu lassen, und die Hirnchemie muss sich von dem Gift auch immer noch erholen, und das Suchtgedächtnis ist noch ziemlich penetrant ...

    Was ich jedem empfehlen kann, ist, sich am Anfang ständig mit der Krankheit auseinanderzusetzen und dies hier niederzuschreiben, um Rückmeldungen von denjenigen zu erhalten, die schon länger trocken sind. Das machst du, und das ist gut so.

    Genau, bloß nicht aus Angst vor Gegenwind von den älteren und alten Hasen sowas "mit sich ausmachen"! Wenn er überhauot kommt, kann er uns nur stärker machen...