Bin auf Deinen Projektbericht gespannt😉
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Hallo in die Runde, mich hat heute folgender Gedanke umtrieben. Beim Durchstöbern des Forums, besonders im Vorstellungsbereich, habe ich immer wieder gelesen, dass einige glauben, nach einer gewissen Zeit wieder kontrolliert oder „normal“ trinken zu können. Viele jahrelange Trockene – oder sagen wir dann besser Abstinenzler – haben jedoch berichtet wie dieser Versuch im Fahrstuhl nach unten endet. Häufig schildern sie, dass der Konsum danach sogar noch schlimmer wurde.
Das hat mich ins Grübeln gebracht: Was würde ich mir denn davon versprechen wieder „einzusteigen“? Für mich gibt es im Grunde nur zwei Optionen:
1. Ich schaffe es wieder „normal“ zu trinken. Die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering. Das kann man hier im Forum oder auch in vielen Studien nachlesen.
2. Ich lande wieder in meiner alten Trinkgewohnheit - womöglich mit steigender Tendenz. Was letztlich genau der Grund war, warum man damals aus dem Fahrstuhl ausgestiegen ist.
Für mich machen beide Optionen schlicht keinen Sinn. Option 2 braucht keine Erklärung – die endet immer an der gleichen Haltestelle, und zwar ganz unten. Aber auch Option 1 verstehe ich nicht:
Warum sollte ich mich jemals damit zufrieden geben, nur ein Bier oder ein Glas von was auch immer zu trinken – und das dann vielleicht nur zwei- oder dreimal die Woche? Mal ehrlich: Mir hat zum Beispiel Weißbier wirklich geschmeckt. Eine einzige Flasche? Davon würde ich doch nichts merken! Kein „wolliges Gefühl“, kein „Gedankenkarussell-Stop-Knopf“, keine dieser vermeintlichen kleinen „Wunderwaffen“, die man sich früher eingebildet hat. Ich wüsste genau, dass ich damit unweigerlich wieder in alte Muster rutsche. Und warum sollte ich dann das Risiko eingehen?
Am Ende bleibt für mich nur der Schluss: Diese beiden Optionen können nur durch das sogenannte Suchtgedächtnis entstehen – das innere Flüstern, das einem einredet, dass es irgendwie funktionieren könnte. Aber eigentlich ist das leicht zu enttarnen: Rational betrachtet gibt es dann nämlich überhaupt keinen Grund für den Versuch!
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ein chronischer Alles-oder-nichts-Mensch bin. Bei mir gibt es kein „bisschen“, weder bei Weißbier noch bei Schokolade. Entweder die Packung ist leer oder ich weiß, sie wartet auf mich – und ich habe keine Chance. Warum sollte das bei Alkohol anders sein? Das wäre ja fast so, als würde ich mir ein Fitnessstudio-Abo holen, um dort nur einmal die Woche den Shake zu trinken.
Bin gespannt auf eure Gedanken!
Warum sollte ich mich jemals damit zufrieden geben, nur ein Bier oder ein Glas von was auch immer zu trinken – und das dann vielleicht nur zwei- oder dreimal die Woche? Mal ehrlich: Mir hat zum Beispiel Weißbier wirklich geschmeckt. Eine einzige Flasche? Davon würde ich doch nichts merken!
So ähnlich habe ich es meiner besten Freundin gesagt, als sie nicht verstand, warum ich mit Alkohol ganz aufhöre: "Du trinkst vielleicht ein oder zweimal pro Woche ein kleines Glas Wein. Ein kleines Glas Wein war für mich lächerlich. Da lohnte es sich gar nicht anzufangen. Ich trank immer mindestens 2/3-1 Flasche am Abend, manchmal danach noch etwas Scharfes und das jeden Abend..." Ihre Reaktion: "Dann ist es auch besser wenn du aufhörst".
Und sie unterstützt mich auch sehr darin
Mit ihr gehe ich momentan am liebsten weg ![]()
Das hat mich ins Grübeln gebracht: Was würde ich mir denn davon versprechen wieder „einzusteigen“? Für mich gibt es im Grunde nur zwei Optionen:
Solange ich mir Gedanken über solche Optionen mache, entferne ich mich vom trockenen Leben und gleite ins nasse Denken - Richtung Rückfall. Wenn ich akzeptiert habe, Alkoholiker zu sein, mit all seinen Auswirkungen, mache ich mir darüber keine Gedanken mehr.
besonders im Vorstellungsbereich, habe ich immer wieder gelesen, dass einige glauben, nach einer gewissen Zeit wieder kontrolliert oder „normal“ trinken zu können.
Was andere denken oder meinen, ist für mich nicht entscheidend! Ich bin für mich abstinent, wieso sollte ich das aufs Spiel setzen?
Und gerade im Vorstellungsbereich kann man nachlesen, wie es nicht funktioniert! Es hat schon seinen Grund, warum diese Teilnehmer wegbleiben.
Diejenigen, die verinnerlicht haben, dass es kein kontrolliertes Trinken für einen Alkoholiker gibt, die sind dabei geblieben und von denen liest man heute noch.
Viele jahrelange Trockene – oder sagen wir dann besser Abstinenzler – haben jedoch berichtet wie dieser Versuch im Fahrstuhl nach unten endet. Häufig schildern sie, dass der Konsum danach sogar noch schlimmer wurde.
Glaub es einfach so ohne es zu probieren. Und dann schliesse den Gedankengang ab. Wie Hartmut schon geschrieben hat
entferne ich mich vom trockenen Leben und gleite in nasses Denken
Das ist nachvollziehbar in unserem Krankheitsverlauf, ist aber sehr destruktiv, sinnlos und kraftraubend weil ergebnislos.
Du bist unheilbar krank und damit ist das Thema tatsächlich lebenslang abgeschlossen.
Solange ich mir Gedanken über solche Optionen mache, entferne ich mich vom trockenen Leben und gleite in nasses Denken - Richtung Rückfall. Wenn ich akzeptiert habe, Alkoholiker zu sein, mit all seinen Auswirkungen, mache ich mir darüber keine Gedanken mehr.
Hallo Hartmut, vielen Dank dafür, dass du mir deine Gedanken dazu mitteilst. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst seit kurzer Zeit abstinent lebe (heute sind es 42 Tage), aber ich sehe es - aktuell jedenfalls - etwas anders.
Für mich gehört es zum Prozess des „Trocken-Werdens“ dazu, mir solche Gedanken zu machen. Diese Überlegungen bestärken mich sogar in meiner Abstinenz, weil sie mir helfen, wachsam zu bleiben. Sie sind meine Antwort, wenn sich mein Suchtgedächtnis meldet. Denn ich weiß genau, dass ich keine Option habe, wieder anzufangen – weil ich genau weiß, wie es enden würde. Nämlich im Fahrstuhl gen Süden..
Wenn ich mich damit auseinandersetze, verschwinden diese „Suchtgedanken“ bei mir oft ganz schnell wieder. Es ist, als ob ich ihnen direkt den Wind aus den Segeln nehme. Für mich funktioniert das – zumindest bisher – sehr gut.
Aber ich bin hier, um zu lernen, und vielleicht liege ich damit auch falsch. Daher wäre ich dir dankbar, wenn du das genauer ausführen könntest.
Liebe Grüße!
Daher wäre ich dir dankbar, wenn du das genauer ausführen könntest.
Es gibt nichts Genaueres als die Erkenntnis, dass es bei Alkoholismus nur eine Option gibt: trocken zu bleiben. Alles andere führt nur in die Irre , ins nasse Denken öffnet Hintertüren und macht keinen Sinn.
Vielleicht liegt es daran, dass ich erst seit kurzer Zeit abstinent lebe (heute sind es 42 Tage), aber ich sehe es - aktuell jedenfalls - etwas anders.
Die Entwicklung der eigenen Trockenheit erkennt man erst im Laufe der Zeit. Immer wieder neu reflektieren.
Was ich jedem empfehlen kann, ist, sich am Anfang ständig mit der Krankheit auseinanderzusetzen und dies hier niederzuschreiben, um Rückmeldungen von denjenigen zu erhalten, die schon länger trocken sind. Das machst du, und das ist gut so.
Für mich gibt es kein richtig oder falsch, nur trocken oder nass Denkend.
Hartmut Vielen Dank für deine Ausführungen, darüber muss ich tatsächlich nochmal in Ruhe nachdenken. Vielleicht bin ich tatsächlich noch gar nicht so weit, wie ich dachte bzw. mir vorgemacht habe. Du hast recht: es geht nicht um richtig falsch. Es geht einzig und allein um mich - jedenfalls in diesem Thread. Ich muss das erstmal sacken lassen.
Schön, dass es dieses Forum mit seinen schonungslos ehrlichen Anworten gibt - vielen Dank dafür.
Für mich gehört es zum Prozess des „Trocken-Werdens“ dazu, mir solche Gedanken zu machen.
Das sehe ich aus meiner bescheidenen Erfahrung von gut 11 Monaten Abstinenz auch so. Wenn Du in 5 Jahren noch darüber nachdenken müsstest, wäre es besorgniserregend, aber nach 1,5 Monaten wundert es mich nicht, hatte ich auch immer mal wieder.
War ja alles noch neu, so viel zu entdecken, zu lernen und sacken zu lassen, und die Hirnchemie muss sich von dem Gift auch immer noch erholen, und das Suchtgedächtnis ist noch ziemlich penetrant ...
Was ich jedem empfehlen kann, ist, sich am Anfang ständig mit der Krankheit auseinanderzusetzen und dies hier niederzuschreiben, um Rückmeldungen von denjenigen zu erhalten, die schon länger trocken sind. Das machst du, und das ist gut so.
Genau, bloß nicht aus Angst vor Gegenwind von den älteren und alten Hasen sowas "mit sich ausmachen"! Wenn er überhauot kommt, kann er uns nur stärker machen...
Was würde ich mir denn davon versprechen wieder „einzusteigen“
Das liest sich etwas unglücklich. So als wenn Du die Wahl hättest einfach aus der Alkoholkrankheit auszusteigen. Tatsächlich aber ist dieser Zug nur gestoppt. Es liegt an Dir ob Du den Kessel abfahrbereit unter Dampf hältst oder den Zug immer mehr einmottest. Du kannst ein paar Teile abbauen und Bremsklötze legen, und es dem Zug damit schwerer machen wieder loszufahren.
Er bleibt aber Dein Leben lang funktionstüchtig und ist mit dem richtigen Brennstoff sofort wieder fahrbereit. Und ist dann sogar schneller als vorher.
Ich weiss natürlich wie Du das "einsteigen" meinst, es gaukelt Dir aber Sicherheit vor.
Am liebsten würden wir die Vergangenheit und diese Erkrankung einfach komplett abschütteln. Wir trinken nicht mehr, also weg damit. Das geht aber so nicht mehr. Je eher Du das für Dich akzeptierst, umso schneller kannst Du Dir ein zufriedenes Leben mit der gestoppten Alkoholkrankheit aufbauen.
Solange ich mir Gedanken über solche Optionen mache, entferne ich mich vom trockenen Leben und gleite ins nasse Denken - Richtung Rückfall.
Glaub es einfach so ohne es zu probieren.
Was andere denken oder meinen, ist für mich nicht entscheidend! Ich bin für mich abstinent, wieso sollte ich das aufs Spiel setzen?
Ich habe das jetzt etwas sacken lassen. Ich habe überlegt mit was ich denn so daneben liege. Ich glaube, ich habe mich einfach sehr unglücklich ausgedrückt.
Für mich gibt es keine der beiden Optionen, weil ich einfach weiß , was dann passieren würde. Ich habe doch geschrieben:
Für mich machen beide Optionen schlicht keinen Sinn.
Es hilft mir nur ungemein zu wissen, dass das so ist. Das Alkohol keine Alternative mehr für mich ist. Dass ich einen Schlussstrich gezogen habe. Denn in beiden Optionen würde ich wieder da landen, wo ich nie wieder hin will.
Ist das wirklich nasses Denken Hartmut ?
Falls ja, dann habe ich noch immer nicht ganz verinnerlicht, was ihr mir mitgegeben wollt. Oder ich bin einfach zu doof, es auf den Punkt zu bringen, was ich meine ![]()
Ich glaube zumindest, dass Rennschnecke ungefähr weiß, was ich gemeint habe ![]()
Für mich gehört es zum Prozess des „Trocken-Werdens“ dazu, mir solche Gedanken zu machen.
Ich hatte solche Gedanken auch und tat mich schwer, es einfach zu glauben, obwohl ich wusste, dass es richtig ist.
Wenn ich akzeptiert habe, dass ich Alkoholiker bin und auch weiß, dass ich keinen Alkohol mehr trinken will, sind die Gedanken verschwendete Zeit, könnte man sagen.
Ich habe mich dann gefragt warum das so ist, ich will es verstehen. Dann habe ich mich intensiv mit der Alkoholkrankheit auseinander gesetzt und dann kam ich zwangsläufig auch auf die biochemischen Zusammenhänge, die alles erklären.
Dadurch konnte ich auch lernen, dass es im Gehirn irreversible Veränderungen durch die Sucht gibt. Das ist der Grund warum ich nicht kontrolliert trinken kann, selbst nicht wenn ich es will, nie wieder. Und das ist auch der Grund, warum es mitunter nach einem Rückfall noch heftiger wird.
Als ich das einmal verstanden und akzeptiert hatte,hörten die Gedanken auf.
Warum sollte ich mich jemals damit zufrieden geben, nur ein Bier oder ein Glas von was auch immer zu trinken – und das dann vielleicht nur zwei- oder dreimal die Woche?
Das ist eine gute Frage, die mich weiter gebracht hat und in ihr liegt auch die Antwort. Es funktioniert nicht, ich habe es doch schon tausend mal probiert. Und die Antwort auf die Frage warum es nicht funktioniert, beantwortet mir die Biochemie.
Für den, der mit Biochemie nix am Hut haben will, der sollte unbedingt auf die alten Hasen hören, denn das Ergebnis ist das selbe.
Wenn ich akzeptiert habe, dass ich Alkoholiker bin und auch weiß, dass ich keinen Alkohol mehr trinken will, sind die Gedanken verschwendete Zeit, könnte man sagen.
Ok, jetzt habe ich verstanden, was ihr meint.
Dann habe ich nur noch eine Frage:
Es heißt doch immer, dass man sich ein Leben lang mit seiner Krankheit auseinandersetzen soll. Davon lebt ja auch dieses Forum. Gehören dann meine Gedanken nicht auch dazu? Oder ist das wirklich reine Zeitverschwendung. Oder kann man es so ausdrücken, dass es vielleicht am Anfang des Prozesses dazu gehört?
Ach ich weiß auch nicht, vielleicht stehe ich in der Hinsicht auch auf dem Schlauch und beschränke mich erstmal nur auf das Lesen hier.
Habt einen angenehmen Abend, bei mir wird es heute sicher noch eine Weile rattern..
Ich persönlich hatte diese Gedanken am Anfang auch und glaube, dass sie relativ menschlich sind. Wir analysieren, zerdenken und kategorisieren als Spezies nun mal gerne. Und Wissen ist nun mal Macht und sei es nur am Anfang der Abstinenz als Waffe gegen das Suchthirn.
Mit fortlaufender Abstinenz sind diese Analysen ganz von selbst verschwunden, der Weg wurde alternativlos klar und der Drang zu philosophieren löste sich in Wohlgefallen auf.
Den gleichen Prozess habe ich auch bei meiner Depression durchlaufen, soviel anlesen wie möglich. Irgendwann kommt der Punkt an dem Denken nicht mehr ausreicht und ich ins Handeln kommen musste. Ich denke über Abstinenz auch nicht mehr nach sondern setze sie ohne Diskussion um.
Aber dafür ist dein Faden ja auch da, in ein paar Jahren liest du deinen Beitrag erneut und erkennst einen Prozess "darüber habe ich mir mal Gedanke gemacht?"
Es heißt doch immer, dass man sich ein Leben lang mit seiner Krankheit auseinandersetzen soll. Davon lebt ja auch dieses Forum. Gehören dann meine Gedanken nicht auch dazu
Oder kann man es so ausdrücken, dass es vielleicht am Anfang des Prozesses dazu gehört?
Ich finde: unbedingt. Deine Gedanken zeigen einfach nur, dass Du noch am Anfang bist. Irgendwann kommen sie so nicht mehr bzw. du gehst anders damit um. Alles hat seine Zeit ...
...und genau dafür sind wir für uns und einander da, das ist keine Zeitverschwendung! Einfach dranbleiben, ohne Selbstzensur...
Vielen Dank Rennschnecke ![]()
Es heißt doch immer, dass man sich ein Leben lang mit seiner Krankheit auseinandersetzen soll. Davon lebt ja auch dieses Forum. Gehören dann meine Gedanken nicht auch dazu?
Alles, was den Alkoholismus und deine Sucht betrifft – jeder Gedanke, ob verworren oder richtig, gehört hierher. Du hast alles richtig gemacht. Nicht nur das Forum, sondern jeder einzelne User profitiert davon.
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