m_und_verzweifelt - hallo erst mal, ich wusste gar nicht, ob Sie es wussten...

  • .... aber ich bin froh, hier sein zu dürfen. Ich lebe mit einer Partnerin zusammen, die regelmäßig hart und heimlich trinkt. Alles wird natürlich bestritten - Problembewusstsein null. Schuld an allem tragen andere hauptsächlich aber eben ich.

  • Hallo m,

    herzlich willkommen in unserer Onlineselbsthilfegruppe.

    Was du beschreibst kennen hier sehr viele Angehörige und es ist gut, dass du dich hier gemeldet hast.

    Du kannst dich für die offenen Bereiche bewerben, dort startet dann der Austausch. Einfach unten dem Link folgen und einen kurzen Satz dazu schreiben

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • ich habe dich für die offenen Bereiche freigeschaltet und du kannst dort überall schreiben. Bitte schreibe aber in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich.

    Deine Thema verschiebe ich zu den Angehörigen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo m_und_verzweifelt,

    wollte schon "Rüdiger" schreiben. Wegen Deiner Überschrift.

    Bitte erzähle doch ein bisschen von Dir. Damit wir Dich besser kennenlernen können.

    Viele Grüße

    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich habe mir dein Thema von Anfang bis zum Schluss durchgelesen und gebe dir jetzt meinen "Senf" dazu - betrachte es, wenn du willst, gerne auch nur als das Gewürz, das es eigentlich ist, ABER:

    Ich schreibe dir als (GsD und hoffentlich) ehemaligem Säufer und - leider - jetzigem (noch) CO und möchte dich zuallererst bitten, diese Kategorisierungen (Quartal-, Wochenend-, wenn ich nicht da bin - etc.) Säufer zu lassen - es behindert nämlich einzig DICH in der Aufarbeitung und ist eigentlich selbst nur wieder eine Ausrede bzw. eine Legitimation SEINES Missbrauchs DURCH DICH. Ein Alkoholiker versucht IMMER den Alkohol zu (s)einem ZWECK zu nutzen und das beinhaltet nicht eine ZEITLICHE sondern eine EMOTIONALE Komponente: Ein Alkoholiker trinkt, weil er einsam, verzweifelt, selbstunsicher, traurig, traumatisiert etc. ist aber nicht nach irgendwelchen Zeitvorgaben!
    Du bist nicht schuld! NIEMALS bist du schuld, dass er trinkt. ABER: Schuldzuweisungen sind ein probates Mittel aus der Sicht des Alkoholikers, dass er sein Selbstmitleid und seine Unfähigkeit nicht zu Trinken rechtfertigen kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung des Säufers bin ich froh, GsD nie eine Schuldzuweisung in diese Richtung gemacht zu haben, aber auch als CO weiß ich haargenau, dass ich nicht Schuld am Trinken meiner, mittlerweile nur noch Mitbewohnerin, bin. Und das trägt einen großen Anteil zu meinem persönlichen Seelenheil bei.
    Er hat sich nicht getrennt. Er ist emotional nicht ein Gramm getrennt. Wäre er das, hättet ihr nicht ständig Kontakt zu dir. Er spielt mit dir, er spielt mit deinen Gefühlen und er spielt mit der Tatsache, dass DU die Trennung von ihm eigentlich nicht willst. Das weiß er und er nutzt es beinhart für sich und seine Selbstunsicherheit aus. Auch ein Kleinkind wird nie die Hand der Mutter/des Vaters auslassen, solange es nicht selbständig gehen kann....
    Zum Schluss zu deinem gerade geschriebenen Post: Du schreibst, dass er am MITTWOCH (!) einen Vollknaller samt Polizei und FS-Entzug hatte und 5 Tage nach diesem Ereignis schreibst du allen Ernstes (???), dass sich was geändert hätte? Vielleicht hat es dir noch niemand gesagt, oder du willst es nicht wahrhaben: Dieser Typ ist SCHWER KRANK. Um eine Einsicht, eine Reflexion, ein - was auch immer - haben zu können, müsste er sich einmal in die körperliche aber vor allem emotionale Knochenmühle der Therapie aufmachen um überhaupt eine Ahnung von Reflexion haben zu können!
    Und ganz zum Abschluss wirklich ein gutgemeinter Rat: Such dir bitte ganz dringend professionelle Hilfe. Und zwar einzig und allein FÜR DICH und DEIN Seelenheil.

    Das hast Du gerade bei Felicitas geschrieben ...Was machst Du denn in eigener Sache? Wie geht es dir?

    Seit Deiner Freischaltung hast Du bei Dir ja nichts mehr geschrieben. Und bist Du nebenbei auch selbst Alkoholiker?

  • Stimmt, sehr schleißig von mir, gebe ich zu! Ja ich bin - nicht nur nebenbei - Alkoholiker, bin aber seit mittlerweile drei Jahren nur leider in die Geisel des COs geraten. Emotional tritt mich dieses Pferd wesentlich mehr, als die eigene "Karriere" zumal dort halt die Definition der "großen Liebe" eindeutig war - nämlich die Flasche. Jeder Alki, der in der nassen Phase seines Seins etwas anderes behaupten würde, lügt!

    Ich war so der Typ "Vollstahlbeton". Nix da, mit: Ein wenig Gluckgluck um alles auszuhalten. Nein! 1 Flasche gerne Korn oder auch Wodka um zu schlafen und nix mitzubekommen. Und bei Wiederaufwachen den nächsten Schluck und falls schon leer: Die nächste Flasche. Bis sprichwörtlich der Arzt oder Krankenwagen kommt! GsD bin ich nun (nach mehrjähriger PT) schon einige Jahre glücklich trocken.

    Die Situation als CO ist aus emotionaler (aber auch sozialer) Sicht viel schwieriger. Allerdings entferne ich mich - leider - emotional immer mehr von meiner Mitbewohnerin, die einmal meine Partnerin war. Allerdings merke ich, wie langsam aber sicher die emotionale Bindung immer mehr verblasst, was - wiederum leider - was eine langjährige Beziehung betrifft - schmerzt, aber was das CO-Dasein betrifft, hilft!

  • GsD bin ich nun (nach mehrjähriger PT) schon einige Jahre glücklich trocken.

    Erstmal Hut ab und wie lange bist du schon trocken?

    Die Situation als CO ist aus emotionaler (aber auch sozialer) Sicht viel schwieriger. Allerdings entferne ich mich - leider - emotional immer mehr von meiner Mitbewohnerin, die einmal meine Partnerin war. Allerdings merke ich, wie langsam aber sicher die emotionale Bindung immer mehr verblasst, was - wiederum leider - was eine langjährige Beziehung betrifft - schmerzt, aber was das CO-Dasein betrifft, hilft!

    Und wie kommst du darauf, dass du co-abhängig bist? Siehst du nicht eher nur dein Spiegelbild und das ganze Ausmaß deines früheren Saufens? Wenn ich lese, was du bei anderen Co-Abhängigen anhand von "Ferndiagnosen" im Beratungsstil schreibst, wirkt es eher wie deine eigene Verbitterung aus der nassen Zeit. Warst du in deiner nassen Zeit in einer Beziehung?

    Allerdings entferne ich mich - leider - emotional immer mehr von meiner Mitbewohnerin, die einmal meine Partnerin war.

    Dann bist doch auf dem richtigen Weg . Oder?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wie lange: 5 J+

    Wie ich darauf komme: Ich denke, wenn man die Dinge macht, damit es zu Hause funktioniert, gleichzeitig aber immer darauf achten muss, dass ja "nichts nach außen dringt" und somit selbst einfach den Boden für weitere Räusche bereitet und dass das Gefühle der Hilflosigkeit und Verzweiflung auslöst? Nein, es ist nicht die eigene Verbitterung, die habe ich bei der eigenen Therapie verarbeitet. Und dafür bin ich u.a. jeden Tag dankbar! Außerdem kann auch kein Spiegelbild aufkommen: Ich habe zu meiner Zeit absolut nicht "funktioniert", ganz im Gegenteil: Ich wollte mich "vernichten". Und ich war damals bereit, alles aufzugeben, auch die Beziehung, ja

    Richtiger Weg? Was meine damalige Entscheidung betrifft, ja. Was alles andere betrifft: ....

  • ...und das ist eben der Unterschied zum Saufen: Achtung, es folgt großer Sarkasmus: "Freund" Alk macht alles so "toll" emotional gleichgültig.

    Erlebt man das Leben dann aber ohne Substanzen, dann wird alles besser. Punkt. Allerdings kommen auch Emotionalität und Empathie zurück. Und damit beginnen dann halt an anderen Stellen Probleme. Einfach, weil man wieder Mensch wird und wieder (mit-)fühlt. Wären wir Menschen nicht so, gäbe es das Thema des COs nicht...

  • D. H. Du bist trocken geworden, obwohl Ihr zusammenlebt, und sie immer nasser?

    Und was führt Dich jetzt wieder hierher? (Was ja für Deine Selbsthilfe gut ist)

    Nein - ich war schon um einiges früher trocken. Vielleicht - Hartmut vermutete Verbitterung wegen der eigenen Sauferei - das ist es aber nicht, sondern eher: kein abschreckendes Beispiel oder Vorbild, wie es zurück funktionieren kann, sein zu können!

  • Der Säufer (das abschreckende Beispiel) und der gewordene Nüchterne (Vorbild) -

    Wenn das so einfach funktionieren würde, gäbe es nicht so viele EKAs, die selbst in irgendeiner Form abhängig werden.

    Erwartest Du da nicht zu viel von ihr und auch von Dir? Nur weil sie noch - nicht zuletzt mit Deiner Hilfe - die "funktionierende" Alkoholikerin mimt, ist sie doch nicht weniger süchtig als du. Ich lese wie Hartmut bei Dir auch Verbitterung - weil Du sie nicht retten kannst?

    Wenn Du sie nur noch als Mitbewohnerin wahrnimmst, was hält dich noch dort? WGs kann man wechseln ...

    (Wir schreiben und fragen hier immer sehr direkt, nicht um zu kritisieren, sondern um Denkanstöße zu geben. )

  • Auf alle Fälle scheinst Du ganz schön wütend auf Dich selbst zu sein. Wenn Dich der Thread von Felicitas so sehr mitnimmt. Mich triggern auch immer Beiträge, die alte, oder noch Fehler in mir widerspiegeln. Einfach darüber nachdenken. Vielleicht liege ich ja falsch.

    Wie Du schreibst. Alle Emotionen kommen eben auch mit zurück.

    So soll es sein. Das hier nennt sich Selbsthilfegruppe.

    Also, was brauchst Du um Dir zu helfen? Wo geht es weiter? Wie kommst Du aus der, Dich sehr belastenden Situation, raus? Darum geht es hier für Dich.

    Sich in einem anderen Thread austoben und dort jemandem Dinge, aus der eigenen Interpretation heraus zu raten, wird Dich nicht weiterbringen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Sorry, aber auch wen rauszuschmeißen ist nicht wirklich einfach

    Klar, ist nicht einfach, versteh ich. Aber was wären deine Alternativen? Warten, bis sie mal Tee trinkt? Oder du steckst weiter deine ganze Energie da rein und brauchst irgendwann selbst 'ne Therapie ?

    Und mal zu einem funktionierenden oder nicht funktionierenden Alkoholiker das ist doch sowas von wurscht.

    Gruß Hartmut

    ------------------

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    Trocken seit 2007

  • Verstehe nicht, was du damit meinst.

    Hab ich da was falsch verstanden? Hast du dich selbst als nicht funktionierender Alkoholiker bezeichnet und sie als funktionierenden Alkoholiker? Und das verglichen?

    Alkoholiker ist doch Alkoholiker, egal ob der funktioniert oder nicht – im Hirn läuft's doch gleich ab, alles um sich herum wird erst nach dem Alkohol nachhaltig betrachtet.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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