Beiträge von Rennschnecke

    Hallo Opalia,

    Deine Situation ist wirklich nicht einfach. Aber wenn Du nicht noch einmal 14 Jahre verlieren möchtest, wirst Du bald einen Weg finden müssen, zumindest Dein direktes Umfeld alkoholfrei zu gestalten. Eine ganz wichtige Lehre ( aus Erfahrung) hier lautet: Nur nicht trinken reicht nicht.

    Z. B. Könntest du für den Anfang eine erst mal nur räumliche Trennung vornehmen, indem Du Dir ein kleines Apartment suchst. So ganz sicher scheinst Du Dir Deiner Partnerschaft ja sowieso nicht zu sein.

    Von meinem Partner kann ich keine Abstinenz "mir zuliebe" verlangen. Es ist unser Beruf, der mit dem Alk zu tun hat und auf Alk gründet. Außerdem war der bisher ein starkes Bindeglied unserer Beziehung- es steht total in den Sternen, was jetzt von dieser übrigbleiben oder sich neu bilden wird.

    Er leidet schon jetzt auch unter massiven Verlustgefühlen.

    Er ist erwachsen, damit muss er klarkommen. Vielleicht öffnet es ihm sogar irgendwann die Augen für sein eigenes Problem.. Aber Dein Fokus sollte jetzt zu 100 % auf Dir und deiner Abstinenz liegen. So wichtig darfst und musst du dir sein.

    Ach Locke, ich habe es gerade mal geschafft, einen Neuanfang zu machen, auch weil ich unbequeme Fragen hier im Forum irgendwann als das erkennen konnte, was sie sind: Hilfsangebote für die Selbstreflexion und vor allem für die Selbsthilfe.

    Das wünsche ich Dir auch. Meine Fragen brauchst Du MIR auch nicht zu beantworten, nur dir selbst. In dem Sinne: Alles Gute, ich überlasse den weiteren Austausch mit Dir mal den erfahrenen COs.

    Habe ich das richtig verstanden: Du hast ihn bei der Wohnungseinrichtung finanziell unterstützt und gibst ihm jeden Monat nicht wenig zur Miete dazu? Warum? Putzt Du auch für ihn? Er hat noch Eltern, schreibst du, die Dich unterstützen, inwiefern? Tragen die ihm auch alles hinterher?

    Damit wird leider nur seine Sucht unterstützt, denn dann muss er sich trotz aller Beteuerungen keinen Schritt bewegen und kann das gesparte Geld für Alk ausgeben. Warum ihm also verzeihen?

    Entschuldige bitte, wenn ich es so direkt sage. Ich bin selbst Alkoholikerin, habe aber meine Mitmenschen, erst recht meine Lieben nie so behandelt, mein trinkender Ex mich dagegen schon - man kann also nicht alles mit der Alkoholkrankheit erklären und rechtfertigen schon gar nicht.

    Denn keiner hat mich gezwungen, Alkohol zu trinken, ich bin wider besseres Wissen in die Sucht gerutscht. Und als ich das endlich eingesehen habe, habe ich mich nicht darauf ausgeruht, dass es ja eine Krankheit ist, sondern mich mithilfe dieses Forums und weiterer Hilfen auf den Weg zur zufriedenen Trockenheit gemacht.

    Das ging aber erst, als mein Ex ausgezogen war. Wir waren uns irgendwann einig, dass er ausziehen musste, jetzt habe ich "nur" noch ein Haustier, das liebt und wertschätzt mich ohne Wenn und Aber und ist auch noch deutlicher billiger ...

    Mein Rat: Schau mal hin, welche persönlichen Probleme dich an deiner "Beziehung" festhalten lassen, warum bist du dir so wenig wert?

    Und wenn Du mir und den anderen, die dir jetzt antworten, nicht glaubst: Lies bitte bei den Cos nach, die schon länger hier sind, da findest du dich bestimmt irgendwo wieder. Alles Gute!

    Liebe Leonie,

    mir hat Dein heutiger Beitrag so gut gefallen, dass ich noch mal deinen ganzen Faden durchgelesen habe. Kann ich auch den Neuangekommenen nur empfehlen ( wie so viele andere Fäden, aber deiner fiel mir gerade noch mal positiv auf).

    Respekt, wie Du bis heute Deinen Weg gegangen bist und dich der damit verbundenen Selbsterkenntnis stellst! Und schön, wie viel Lebensqualität du dadurch bereits für dich ( und bestimmt auch für dein Kind) gewinnen konntest.

    Folgende Aussage aus Deinem vorigen Beitrag beschreibt genau das, was ich schon seit einiger Zeit fühle (und am liebsten in meinem Profil unterbringen würde, wenn ich wüsste, wie das geht😉):

    Jeder Tag ohne Alkohol ist ein schöner Tag und bedeutet für mich Freiheit. Freiheit, klar und nüchtern über mein Denken und Handeln zu entscheiden und nicht vom Alkohol gesteuert zu werden.

    Hallo Drea,

    eine Eheschließung ist ein folgenreicher Schritt, der auch ohne das Thema Alkohol gut überlegt sein will, weil er rechtliche und finanzielle Konsequenzen hat, die sich auch nach einer Scheidung auswirken.

    Darauf macht Dein Bauchgefühl Dich wohl gerade aufmerksam. Es ist Dein gutes Recht, zu sagen: Ich bin doch noch nicht so weit. Mehr müssen Außenstehende gar nicht wissen.

    Dein Partner sollte aber schon genauer erfahren, was Dich zweifeln lässt. Das kann ihn auch zum Nachdenken bringen, muss aber nicht.

    Wichtig ist, dass DU Deine Zweifel ernstnimmst und Dich schützst. Dabei kann Dir dieses Forum helfen, selbst wenn Dir unsere Antworten zunächst noch gewöhnungsbedürftig erscheinen mögen.

    Wenn Du Dich bei den COs hier einliest, wozu ich dringend rate, wirst Du sehen, wie schlimm es noch werden kann, wenn Du nicht für Dich selbst aktiv wirst.

    Dein Bauchgefühl hat Dich hierhergeführt, bitte nimm es ernst! Alles Gute!

    Ich muss zugeben, dass ich auch etwas erstaunt war, Whitewolf, weil ich sonst Deine Beiträge meist zu 100 % unterschreiben kann, aber diesmal nicht, gerade mit Blick auf die vielen Anfänger hier (zu denen ja auch ich gehöre):

    Ich mag die Geschmacksrichtung eben und hab mir da nix bei gedacht, mit Rum hatte ich es eh nie. Von daher war das bis dato kein Problem für mich.

    Nun bist du fast 20 Jahre ( ?) abstinent und weißt offenbar, wie es für Dich funktioniert, das spreche ich Dir nicht ab.

    Ich fände es nur fatal, wenn weniger Geübte und Gefestigte daraus schließen würden: 'Ach, wenn es bei dem alten Hasen all die Jahre gutgegangen ist, dann muss ich ja auch nicht päpstlicher als der Papst sein.." Deshalb sage ich aus tiefster Überzeugung, nicht nur zu mir: lieber nicht nachmachen ...

    Ich finde, eine Freundin oder ein Freund sollte, um diesen Ehrentitel zu verdienen, ohne Wenn und Aber akzeptieren, wenn ich ( voller Überzeugung, nicht entschuldigend) Nein, danke sage, spätestens aber beim Hinweis auf Medikamente ...

    Mein Tipp: Ablehnen und (rechtzeitig vorher?) ein anderes Mitbringsel wünschen, Du musst das nicht annehmen, deine Abstinenz hat Virrang!

    Ich finde es gut, dass diese Fragen gestellt werden, und sehe sie nicht als Angriff, sondern als nötige Sensibilisierung für meinen Forenalltag.

    Denn seit meiner Anmeldung bin ich jeden einzelnen Tag im Forum lesend aktiv, oft auch mit Likes (wenn mir ein Gedanke oder eine Beschreibung hilfreich erscheint, unabhängig von persönlichen Sympathien), manchmal auch schreibend, vor allem bei anderen (wenn ich das Gefühl habe, etwas beitragen zu können, schreibt es sich fast von allein), ab und zu auch im eigenen Faden (das geht mir meist nicht so leicht von der Hand, auch wenn ich gerade Mitteilungsbedarf habe).

    Ich bin als Alkoholikerin hierhergekommen und habe schnell festgestellt, dass ich in der Vergangenheit schon mehrfach in der Co- Rolle war (das war mir schon länger bewusst, hatte aber kein Wort dafür). EKA-Anteile sehe ich bei mir auch, deshalb sauge ich alles auf, was hier erscheint, und äußere mich nicht nur bei Alkoholikern. Wenn es mal zu viel wird, darf man mich gern freundlich darauf hinweisen.😉

    Ich hinterfrage mich aber auch jedes Mal selbst, warum ich gerade irgendwo schreibe, denn ich möchte meine Trockenarbeit darüber nicht vernachlässigen.

    Ich möchte (und kann) auch niemanden retten, höchstens Erfahrungen und Forenwissen teilen und Denkanstöße geben, wenn ich gerade Zeit und Kraft dafür finde. Und wenn ich merke, es ist alles gesagt, nur ist der Adressat nicht willens oder in der Lage, sich damit zu beschäftigen, kann ich mich auch prima zurückziehen.

    Wenn ich mich dann hinterfrage,stelle ich immer wieder für mich fest, was Jump oben beschrieben hat:

    Ich würde behaupten, dass wirklich ALLES was ich hier schreibe in erster Linie mit mir selbst zu tun hat. Oft sogar mehr als mir zuerst bewusst ist. Und wenn ich es mir dann nochmal durchlese, dann merke ich es.

    Kürzlich war ich bei einem dienstlichen Seminar (mit anschließendem feucht-fröhlichem Unterhaltungsprogramm "für den Zusammenhalt", gerade in Homeofficezeiten).

    Warum ich hingefahren bin? Weil beim Seminar eine Einführung in ein neues Programm stattfand, die ich nicht verpassen konnte, und weil der ursprüngliche Plan für den privaten Teil, eine Weinprobe, verworfen wurde, "weil das nichts für die Biertrinker ist". Außerdem fühlte und fühle ich mich gefestigt .

    Deshalb hatte ich beschlossen, mir meine Ausreden für "schlimmere" Termine aufzuheben und mich nach dem gemeinsamen Restaurantbesuch zurückzuziehen. Das hat auch gut geklappt, hab es nicht bereut. Mir wurde genau einmal was angeboten, hab unter Verweis auf Medikamente abgelehnt, dann war gut.

    Hab dabei allerdings genau registriert, dass außer mir alle (fast 30 Leute) eifrig getrunken haben (als das Seminar mittags beendet war, standen die ersten Flaschen auf dem Tisch, dann ging es munter so weiter). Das hat mich allerdings schon zu nassen Zeiten abgestoßen, da fühlte uch mich gleich weniger versoffen, weil ich immer erst abends anfing, auch bei solchen Anlässen. 😉

    Ich war auch nicht neidisch, einfach nur froh, dass ich das nicht mehr brauche und leckere Alternativen bestellen konnte.

    Und nun kommts: Noch in der gleichen Nacht habe ich (zum ersten Mal) geträumt, dass ich mich (ausgerechnet in meiner Rehaklinik) mit einer alten Schulfreundin verabredet und etwas getrunken habe, denn "einer geht doch." Bin auch nicht vor schlechtem Gewissen aufgewacht oder so.

    Bin jetzt nicht verunsichert deswegen, aber schon beeindruckt, wie zuverlässig das Suchtgedächtnis funktioniert....

    Tja, guck mal, was ich zu Anfang Deines Fadens bei Dir gefunden habe:

    Nun bin ich aktuell 34 Tage ohne Alkohol. Letztes Mal nach 2 Monaten hatte ich so einen großen Drang wieder das ich mir 6 halbe auf einmal runterkippte und dann total breit war. … und dann ging die Spirale wieder Bergab.
    Nun hoffe ich es entgültig mit Hilfe vom Forum es zu durchbreche

    Was ist diesmal anders? Ich frage noch mal: Hast Du unsere Tipps und die Grundlagenartikel gelesen und versucht umzusetzen? Was machst Du dann nach so kurzer Zeit auf einer Hochzeit? Trinkt Deine Freundin in Deiner Gegenwart? In Deiner/Eurer Wohnung? Und warum und bei wem machst du dich ohne Alkohol unbeliebt?

    Hast Du mal Kontakt zu einer Suchtberatung aufgenommen? Am besten zusätzlich zu einer SHG vor Ort? Dort könntest Du auch neue Leute für dein Leben ohne Alk kennenlernen ...

    Kenn ich, wird bei mir auch gerade mehr und stört mich auch. Heißt aber für mich, da ist noch Ungeklärtes, Unerfülltes, das ich irgendwje ausblenden möchte - da nicht mehr mit Alkohol, eben mit was anderem, Hauptsache Runterschlucken ... 😨 Da muss ich wohl ran ...

    Genau, dazu sind dir zu Anfang hilfreiche Artikel im Forum empfohlen worden, insbesondere die Grundbausteine.

    Hast Du schon mal reingeschaut und dich im unernesslichen Erfahrungsschatz im Forum eingelesen? Dann siehst Du, was hinter dem Leitsatz "Nur nicht trinken reicht nicht" steckt.

    Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Und glaub mir, das ist spannend und macht oft sogar Spaß, sich selbst neu zu (er)finden!

    Allen einen schönen sonnigen Feiertag 🌞