Liebe Lanananana,
ja, es liegt daran, dass die Therapie viel Kraft kostet wie auch die neuen Aufgaben in meinem Leben. Da ist es mir zu viel geworden, regelmässig im Forum zu schreiben.
Auch Dir von Herzen alles Liebe.
Siri
Liebe Lanananana,
ja, es liegt daran, dass die Therapie viel Kraft kostet wie auch die neuen Aufgaben in meinem Leben. Da ist es mir zu viel geworden, regelmässig im Forum zu schreiben.
Auch Dir von Herzen alles Liebe.
Siri
Danke Euch Rennschnecke und Landliebe . Ich habe auch öfter an Euch gedacht und auch manchmal ins Forum geschaut. Ich möchte dem Alkoholismus Thema nicht mehr allzu viel Raum geben, auch wenn es natürlich nicht weg ist.
Mir geht es gut. Meine Psychotherapie in der Gruppe hilft mir sehr. Sie ist oft hart. Und der regelmässige Reha Sport hat große Wirkung. Die Lebensfreude ist wieder da, wenn auch oft noch verhalten. Ich kehre mehr und mehr ins Leben zurück (auch beruflich). Was wirklich gut ist, ich bin mit mir ganz im Reinen und froh, so gehandelt zu haben, wie ich gehandelt habe, auch wenn es ein enormer Kraftakt war, meine Mutter in einem Pflegeheim unterzubringen.
Meine Mutter wird im Heim gut versorgt und ich kann mich mittlerweile gut abgrenzen, was auch heisst, dass ich nicht allzu oft hingehe. Wenn ich zu oft komme, wird sie unverschämt und dann gehe ich sofort wieder. Weniger ist mehr. Das hilft auch den Pflegenden, denn meine Mutter wurde auch gegenüber den Pflegekräften ausfallend als ich zu Beginn häufiger zu ihr kam. Nun freut sie sich meist, wenn ich dann doch einmal komme.
Als meine Mutter nach einigen Monaten im Heim das dortige Cafe entdeckt hat, hat sie wieder angefangen zu trinken. Das hat sich sofort negativ auf ihre Gesundheit ausgewirkt. Aber das treibt mich nicht mehr um. Ich habe es zur Kenntnis genommen, doch es belastet mich nicht. Wichtig ist nur, dass die Pflegenden mit ihr zurecht kommen. Und das ist der Fall, auch wenn sie es den Leuten dort nicht leicht macht. Es sind absolute Profis, die klare Kante zeigen, wenn nötig.
Manchmal überwältigt mich die Trauer, wenn ich an die Auswirkungen des Alkoholismus meiner Mutter auf meine Kindheit und Jugend denke. Aber das geht vorüber und ich werde in solchen Momenten von meinem Umfeld und den Mitstreitern in der Gruppentherapie getragen. Insgesamt fühle ich erstmals in meinem Leben so etwas wie meine eigene innere Stärke.
Liebe Grüße und alles Gute für Euch auf Eurem Weg
Siri
Ich selbst möchte einfach nichts über meinen Vater, sein Gesundheitsstatus, sein Alkoholismus etc. mehr wissen, aber ich frage mich immer wieder, ob das so in Ordnung ist.
Hallo Melli,
es ist richtig, dass Du dies so deutlich fühlst. Es ist absolut in Ordnung und so wichtig, dass Du dies fühlst. Du bist in erster Linie DIR verpflichtet.
Es hat bei mir sehr lange gedauert, das zu verinnerlichen und es in meinem Leben zu meiner Richtschnur zu machen, dass ich mir selbst verpflichtet bin. Zu lernen, da, wo es für mich wichtig ist, mich klar abzugrenzen, war und ist schwer und kostet viel Kraft, nicht nur im Verhältnis zu meiner Mutter.
Du wirst sehen, die Schuldgefühle werden mit der Zeit weniger werden. Sie sind Fehl am Platz, es ist wichtig, das zu verinnerlichen und liebevoll und freundlich mit sich selbst umzugehen, wenn die Zweifel kommen. Wenn sie wieder einmal anklopfen, ist für mich hilfreich, sie klar abzuweisen und mir zu sagen, dass mich keinerlei Schuld daran trifft, wie das Leben meiner Mutter verlaufen ist.
Alles Liebe
Siri
Danke Dir Seb für Deinen Post. Es ist immer noch einiges zu regeln, aber ich komme damit mittlerweile zurecht, zumal es jetzt viel weniger wird, weil meine Mutter nun in einem Pflegeheim ist und dort rundum versorgt wird.
Die Wohnung ist mittlerweile aufgelöst. Zur Zeit bin ich dabei, die ganze Werbepost, die nun per Postumleitung zu mir kommt, abzubestellen. Apropos Werbepost: Der Weinhändler hat sich auch nach x-maliger Bitte, die Adresse zu löschen, noch nicht abschütteln lassen. Er zieht alle Register, um meine Mutter als Kundin zu halten. Der weiß, dass er sich bei dementen Alkoholikern in Erinnerung halten muss, um seinen Stoff loszukriegen. Das hat mich wirklich wütend gemacht. Wenn es nicht bald aufhört, werde ich anwaltlich gegen ihn vorgehen, denn es ist ein Rechtsverstoß, wenn er der Bitte um Löschung der Adresse aus dem Kundenstamm nicht nachkommt (ich handle ja mit Vollmacht meiner Mutter). Abgesehen davon, erreicht die Post des Weinhändlers meine Mutter nicht.
Außerdem entgeht man als Angehöriger dem Gewissenskonflikt, wenn im Einzelfall unangenehme Entscheidungen zu treffen sind.
Die grundlegendsten unangenehmen Entscheidungen sind mittlerweile getroffen und umgesetzt. Ich weiß, dass ich zum Besten meiner Mutter handle. Sie ist in einem hervorragenden Heim untergebracht. Auch wenn sie über die Unterbringung im Heim öfter klagt und leider immer wieder vergisst, dass sie dem selbst zugestimmt hat, weiß ich, dass alles korrekt gelaufen und zu ihrem eigenen Wohl ist (da habe ich mich in Rücksprache mit dem Betreuungsgericht abgesichert). Ich habe keine Gewissenskonflikte und auch das tief verankerte schlechte Gewissen, das meine Mutter mir immer eingeredet hat, ist mittlerweile nicht mehr so leicht aktivierbar. Das merke ich bei meinen Besuchen im Heim immer wieder. Hier unterstützt aber auch das Pflegepersonal, indem sie mir rückmelden, dass das Verhalten meiner Mutter für Demenzkranke typisch sei und ich mir keine Sorgen zu machen berauche. Es klingt vielleicht krass, aber für mich ist die Demenz meiner Mutter eine Erleichterung.
Liebe Grüße Siri
Auch von mir vielen herzlichen Dank für Deinen Einsatz, Alex!
Liebe Grüße
Siri
Liebe Landliebe,
Ich hab den Fall nun wieder zum Landkreis gegeben und werden morgen auch meine gesetzliche Betreuung abgeben. Mental kann ich absolut nicht mehr.
Es ist richtig, dass Du den Kontakt abbrichst. Deine Mutter kreist nur um den Alkohol. Du kannst ihr leider nicht helfen. Diese Situation kostet extrem viel Kraft. Und all Deine Kraft verpufft, weil Deine Mutter in der Sucht verharrt.
Auch wenn mir das so unendlich schwer fällt, es ist ja noch meine Mama
Es ist sehr schwer, ja, und es ist unendlich traurig. Aber Du wirst sehen, mit der Distanz zu Deiner Mutter wird es Dir zunehmend besser gehen.
Das darfst Du Dir zugestehen bzw. Du hast sogar die Pflicht auf Dich zu achten, denn für Dich und Deine Kinder trägst Du die Verantwortung, für Deine Mutter nicht. Die Gefahr als Angehörige mit in den Abwärtsstrudel gerissen zu werden, ist groß. Damit wäre Deiner Mutter aber auch nicht geholfen. Vielleicht hilft es Dir, Dir vor Augen zu halten, dass Du alles in Deiner Macht stehende für Deine Mutter getan hast. Und auch jetzt, wo all Deine Bemühungen nicht geholfen haben, lässt Du Deine Mutter ja nicht im Stich, sondern übergibst die Vorsorge in professionelle Hände. Das ist wirklich alles, was Du tun kannst. Dich trifft keine Schuld am Weg, den Deine Mutter geht.
Es ist ganz wichtig, dass Du Dich und Deine Kinder schützt und Dir alle Hilfe holst, die Du bekommen kannst.
Ich schicke Dir ganz viel Kraft und liebe Grüße
Siri
Danke Dir Alex für diese Einordnung.
Ich wollte nur hinzufügen, dass ich das E-Rezept mit der Krankenkassenkarte (normale Krankenkasse, also nicht privat) nutze, ohne Mobiltelefon. Das Rezept wird am Computer beim Arzt erstellt, ich gebe meine Krankenkassenkarte beim Apotheker ab. Dort wird das Rezept dann abgerufen (wie genau, weiss ich nicht. Die Karte wird in ein Gerät gesteckt, das womöglich eine Verbindung zu einem Sever herstellt).
Also: Das E-Rezept funktioniert auch, wenn man kein Smartphone besitzt, dann kann man die Krankenkassenkarte (mit Chip) dafür nutzen. Wie es bei Online-Apotheken gehandhabt wird, weiß ich nicht. Aber ich denke, dass es da auch Wege gibt.
Lieben Gruß
Siri
Liebe Landliebe,
gut, dass der sozialpsychiatrische Dienst eingeschaltet ist und auch das Gesundheitsamt.
Für mich gestern war ich bei einem AA Treffen wo auch Angehörige hingehen können. Das war sehr interessant und hat mir nochmal Kraft gegeben. Das ich nicht Schuld bin, das ich nicht für sie verantwortlich bin und besonders das ich auf mich achten muss. Ich werde nächste Woche wohl wieder hingehen.
Das freut mich sehr, dass Du gestern für Dich dort hingegangen bist und dass es Dir Kraft gegeben hat.
Alles Liebe für die Trauerfeier Deines Vaters und viel Kraft dafür.
Siri
Liebe Landliebe,
es tut mir sehr leid, was Du durchmachen musst.
Wie Dir von anderen schon geschrieben wurde, hast Du leider keine Möglichkeit, Deiner Mutter dabei zu helfen vom Alkohol loszukommen. Auch die anderen Hilfsmöglichkeiten sind deshalb leider sehr eingeschränkt. Da Deine Mutter noch selbst mobil ist, ist die Situation anders als bei meiner alten und gebrechlichen Mutter, die mittlerweile in einem Heim lebt (auch das ist nicht unproblematisch, weil sie aufgrund der Hirnschädigung verhaltensauffällig ist).
Dennoch denke ich, dass auch Deine Mutter aufgrund ihrer kognitiven Einschränkungen in ein Pflegeheim müsste. Es wird aber in unserem heutigen System und mit der neuen rechtlichen Situation (der Wille steht über allem) leider viel schwieriger bis unmöglich werden, dies auch hinzubekommen.
Es ist n i c h t Deine Schuld, wenn die Einweisung in ein Pflegeheim mit Hilfe der Fachleute (rechtlicher Betreuer, sozialpsychiatrischer Dienst) nicht gelingt. Es ist bereits sehr viel, dass Du hier Hilfe aktiviert hast und die zuständigen Stellen informiert hast.
Es ist ganz wichtig, dass Du Dir dies immer wieder klar machst: Dich trifft keine Schuld. Dies mir ganz deutlich vor Augen zu führen und im Herzen ankommen zu lassen, hat mir dabei geholfen, die tief verankerte Scham zu überwinden, von der auch Du schreibst.
Leider habe ich auch dieses unglaubliche Schamgefühl in mir also das ich mich für sie schäme.
Ich sehe es als Deine wichtigste Aufgabe, daran zu arbeiten diese Scham und die Schuldgefühle zu überwinden.
Damit das gelingt, ist es wichtig, den eigenen Selbstwert zu stärken und zu verinnerlichen, dass Du ein geliebter Mensch bist. Du bist liebenswert, unabhängig davon, was Du tust oder leistest.
Mir ist das nicht allein gelungen, sondern nur mithilfe sehr vieler Menschen, die mir das immer wieder deutlich gemacht haben: Es ist nicht Deine Schuld, dass Deine Mutter in dieser schlimmen Situation ist. Du kannst nichts dafür! Du bist ein liebenswerter Mensch und es ist schön, dass Du da bist! Ich muss auch jetzt immer weiter selbst daran arbeiten, mich in diesem Punkt selbst zu stärken. Das ist meine Aufgabe, die mir niemand abnehmen kann, auch wenn ich von so vielen Seiten hierbei Unterstützung erhalte und wirklich sehr sehr dankbar hierfür bin.
Ich habe mir hier im Forum Hilfe geholt, war regelmässig zu Gesprächen beim Kriseninterventionsdienst, habe sogar die Telefonseelsorge mehrfach angerufen und nun endlich auch zum zweiten Mal in meinem Leben psychotherapeutische Hilfe. Das ist viel Aufwand um meine Person und es ist auch teuer für die Krankenkasse, aber es ist angemessen und richtig.
Seit einiger Zeit sind die Scham und die Schuldgefühle weg. Bereits vor der Übersiedlung meiner Mutter in ein Pflegeheim war das so. Das ist mir wichtig zu betonen. Diese Veränderung in meinem Seelenhaushalt hatte nichts mit der Situtation meiner Mutter zu tun, sondern mit der Verinnerlichung der Erkenntnis, dass ich nicht in der Verantwortung für das Leid meiner Mutter stehe und ihr gegenüber auch nicht verpflichtet bin. Ich stehe nicht in der Schuld meiner Mutter. Dies verinnerlicht zu haben, ist auch jetzt wichtig, damit ich mich von den Berichten über die Verhaltensauffälligkeiten meiner Mutter im Heim abgrenzen kann.
Was ich Dir sagen will: Hole Dir wirklich jede Hilfe für Dich, die Du irgendwie kriegen kannst.
Du bist es wert, diese Hilfe zu erhalten! In Dir schlummert ein Potenzial, das es für Dich zu erkunden gilt und das nicht verloren gehen darf von der untragbaren Sorge und dem falsch verstanden Verantwortungsgefühl für Deine Mutter.
Vor einigen Jahren, als der Pflegenotstand noch nicht so aktut war, war es bei Hirnschädigungen durch Alkohol wohl noch üblich, dass Alkoholkranke in ein Pflegeheim aufgenommen wurden. Zumindest gibt es Berichte im Netz, die hierauf hinweisen. Durch den Notstand im Pflege- und Medizinsystem scheint Alkoholabusus jedoch mittlerweile oft als willkommene "Ausrede" genutzt zu werden, diesen Menschen keine Hilfe mehr zukommen zu lassen, obwohl es bei weit fortgeschrittener Hirnschädigung gut möglich ist, dass die kranke Person den Alkohol vergisst, wenn sie in neuer Umgebung ist. Ob das bei Deiner Mutter bereits der Fall ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Meine Mutter hat in der neuen Umgebung jedenfalls nicht mehr nach Alkohol gefragt. Sie trinkt nicht mehr und scheint den Alkohol vergessen zu haben. Dass nasse Alkoholiker nicht in ein normales Pflegeheim aufgenommen werden können, kann ich verstehen. Es würde die dortigen Kapazitäten überfordern.
Es gibt sehr wenige Pflegeheime für alkoholkranke Menschen, die den Alkoholkonsum zulassen, z.B. in Hamburg, wohl auch in Berlin. Du könntest selbst recherchieren und Deine Mutter in so einem Heim anmelden in der Hoffnung, dass sie es bis dahin schafft.
Es wäre wichtig, die kognitiven Einschränkungen ärztlich feststellen zu lassen. Mit einem MRT des Kopfes könnten Gehirn-Atrophien festgestellt werden. Für kognitive Tests müsste Deine Mutter aber nüchtern sein und zustimmen.
Dass meine Mutter nun in einem Heim ist, ist ein "Glücksfall". Als sie diesmal am frühen Abend gestürzt war, hatte sie noch nichts getrunken und deshalb anders als bei den sonstigen Stürzen mit KH-Einweisung keinen Alkohol im Blut. Aus diesem Grund wurde sie auch nicht gleich am nächsten Tag wieder entlassen, sondern angemessen medizinisch versorgt. Da ihre Pflegesituation zu Hause nicht mehr gesichert war, blieb sie mehr als zwei Wochen im KH bis ein Platz in der Kurzzeitpflege für sie gefunden war. Wäre Alkohol im Blut gewesen, hätte das medizinische Personal im KH dem "Willen" meiner Mutter, sofort wieder entlassen zu werden, entsprochen. So war offensichtlich, dass sie geistig verwirrt ist. Das konnte nicht mehr wie bei den vorherigen sehr schlimmen Stürzen allein dem Alkohol zugeschrieben werden.
Für Angehörige ist dies eine kaum aushaltbare Situation, zusehen zu müssen, wie ein nahestehender Mensch sich zugrunde richtet und von der Gesellschaft selbst dann im Stich gelassen wird, wenn dieser Mensch kognitiv nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu helfen.
Dass Du Distanz zu Deiner Mutter hälst, finde ich sehr gut und richtig. Du musst in erster Linie Dich selbst und Deine eigene Familie schützen.
Ich wünsche Dir viel Kraft.
LG Siri
Hallo liebe Lavendel2024,
Ich stehe quasi kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes.
Jetzt stelle ich mir immer die Frage, ob ich meine Vater dann darüber informieren sollte.
Vielleicht hilft es Dir beim Aufkommen solcher Fragen zu sagen, dass nach der Geburt noch genug Zeit ist, dies in Ruhe zu entscheiden, so dass Du die Gedanken beiseite schieben kannst? Jetzt stehst ja Du erst einmal im Zentrum und es ist wichtig, dass es Dir gut geht. Es gibt kein Anrecht, auch als enges Familienmitglied, über eine Geburt sofort informiert zu werden. Wenn Du wieder zu Kräften gekommen bist, könntest Du Deinem Vater eine Geburtsanzeige schicken, die alle bekommen.
Falls er es von anderen erfahren sollte und den Kontakt sucht, Dir aber der Abstand wichtig ist, könntest Du ihm kurz mitteilen oder besser mitteilen lassen, dass Du erst wieder zu Kräften kommen musst und Dich bei Gelegenhiet meldest.
Ich finde, dass eine junge Familie jedes Anrecht hat, sich selbst in so einer existentiellen Zeit am wichtigsten zu nehmen. Es ist Deine Zeit und die Zeit Deiner Familie, lass Dir das nicht nehmen.
Zu den Fragen Deines Sohnes können Dir sicher andere mit Kindern besser raten. Für mich Kinderlose klingt es gut, wie ihr das macht.
Alles Liebe und Gute für die Geburt.
Siri
Hallo liebes Forum,
wieder einmal eine Nachricht von mir.
Meine Mutter ist nun in der Langzeitpflege. Ich bin sehr froh, für sie in einem guten Pflegeheim einen Platz ergattert zu haben. Es war eine schwierige Suche. Meine Mutter hat den Alkohol seit ihrem KH Aufenthalt nicht mehr erwähnt. Womöglich hat sie ihn vergessen. Ich spreche ihn ja sowieso nicht an. Die (Alkohol-)Demenz ist stark fortgeschritten. Seit sie nicht mehr dauernd alkoholisiert ist, merkt man den kognitiven Verfall extrem. Zuvor stand der Alkoholismus im Vordergrund. Meine Mutter scheint vor allem assoziativ zu funktionieren. Wenn sie z.B. durch ein Foto an ein Kleid erinnert wird, das sie früher getragen hat, dann bittet sie mich ihr das mitzubringen. Das hatte ich beim nächsten Besuch nicht geschafft und schon mit einem Auftstand und Vorwürfen gerechnet, aber sie hat es gar nicht mehr angesprochen. Sie scheint es vergessen zu haben. Meine Mutter verbringt die Zeit im Heim eigentlich wie zu Hause mit Zeitung"lesen" und Fernsehen, nur dass sie am Abend keinen Alkohol trinkt.
Leider ist meine Mutter bei Überforderungen oder wenn etwas im Heimablauf nicht so läuft wie sie will, verbal aggressiv und zudem extrem unzufrieden. Das scheint aber bei Demenz oft der Fall und für die Pfleger nicht allzu problematisch zu sein. Ich hoffe sehr, dass sich das nicht steigert, so dass es zu einer Einweisung in die Psychiatrie käme. Mich selber nimmt ihr Klagen und ihre Kritik an diesem und jenem im Heim nicht mit, was mich selbst sogar ein wenig überrascht. Ich weiß, dass ich das richtige getan und verantwortungsvoll gehandelt habe. Sie hat tatsächlich sogar selbst zugestimmt ins Heim zu gehen, auch wenn sie zwischendurch immer mal wieder glaubt, dass sie allein zurecht käme, wenn ihr gebrochenes Bein wieder heilt. Doch das ist Wunschdenken.
Tatsächlich bin ich mit der Vergangenheit versöhnt. Ich bin froh, dass nun für meine Mutter gesorgt wird. Ich schlafe wieder ruhig ohne Angst zu haben, dass sie verunglückt (tatsächlich kann sie natürlich auch im Heim stürzen, doch dort wird professionell reagiert). Bei verbalen Angriffen (die aber immer seltener vorkommen) oder Vorwürfen und Versuchen mir ein schlechtes Gewissen einzureden, kann ich mich mittlerweile sehr gut abgrenzen, so dass sie ins Leere verlaufen.
Ich werde meine Besuche gut dosieren. Das wichtigste ist, dass es mir gut geht.
Am Wochenende mache ich mit einer Freundin ein wenig Urlaub am Meer. Ich freue mich riesig darauf.
Ganz liebe Grüße in die Runde
Siri
Hallo Sorrowful,
ich melde mich hier, weil mich Deine Überlegungen zum "normalen", gesellschaftlich anerkannten Alkoholkonsum gerade echt ärgern. Ich empfinde Deine Aussagen als beschönigend.
Ja, ...Aber wenn wir realistisch sind, hat nun mal jede Gesellschaft ihre traditionelle Droge.
Der Verweis auf einen vermeintlichen mangelnden Realismus ist häufig ein Totschlagargument. Damit kann man jedes, auch sehr vernünftige Argument schachmatt setzen...Richtig überprüfbar ist so eine "Realismus-Aussage" nicht, zumal in Zusammenhang mit so abstrakten Begriffen wie "jede Gesellschaft", die "ganze Menschheit" etc..
Ein Beispiel: Als Gegenargument zu Deiner Aussage könnte ich stark religiös geprägte Gesellschaften anführen, die keine Drogen zulassen. Hier könnte jemand, dem der "Realismus" als Fundament für alle gesellschaftlichen Fragen und als Lackmustest aller adäquaten Antworten auf gesellschaftliche Probleme wichtig ist, dann argumentieren, dass in diesem Fall die Droge der jeweilige Gott sei oder aber ein exzessives religiöses Ritual (Tanzen bis zum Umfallen, Rosenkranzbeten bis der Kopf leer ist etc.)...nur mal so als Beispiel.
Der Wunsch nach dem Rausch ist einfach menschlich.
Was ist mit denen, die das anders sehen? Sind die dann keine "echten" Menschen oder alle Fanatiker? Ich finde solche allgemeinen Aussagen nicht zielführend. Sie haben zudem das Potenzial Andersdenkende zu diskriminieren.
100% der Frauen in Europa trinken...
Darüber habe ich mich auch geärgert, aber es ist vielleicht einfach ein Tippfehler, denn es ist ja klar, dass dies nicht sein kann?
Ich glaube auch dass -normal- extrem dehnbar ist. Weil es mit empfundenen grenzen zusammenhängt. Und sich auch ändern kann, je nach erfahrungen die man macht.
Ich kann Koda nur aus ganzem Herzen zustimmen. Solche Bewertungen wie die Einordnung, welches Verhalten man noch als normal empfindet, hängen stark von den jeweiligen Erfahrungen ab.
Und dass ich Dir hier schreibe, hat vor allem mit mir selbst zu tun, der Erfahrung, dass meine Mutter und ihr Umfeld ihren Konsum immer beschönigt hat. Ihr Konsum hat übrigens nur äußerst selten zu Exzessen geführt. Sie hatte sich meist sehr gut im Griff.
Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich in dieser Sache so empfindlich (worüber ich gerade selbst sogar ein wenig erstaunt bin, denn ich dachte eigentlich, ich sei schon stärker darüber hinweg). Ich hoffe Du kannst meine Reaktion verstehen und siehst sie nicht als Angriff auf Dich. So ist sie nicht gemeint, sondern einfach als eine andere Perspektive.
Dir alles Gute!
LG Siri
Für mich fühlt es sich irgendwie momentan so zwanghaft an, dass ich unbedingt gerne Antworten von ihm hätte (die ich offensichtlich nicht mehr bekomme) und das macht mich sauer.. und eben weil ich nicht mehr mit ihm reden kann, das macht es für meine Gefühlswelt gerade echt nicht einfach..
Das kann ich gutverstehen. Leider wirst Du wohl kaum Antworten von ihm bekommen. Die Sucht verunmöglicht eine "normale" Auseinandersetzung. Sucht ist für nicht Süchtige nicht nachvollziehbar. Bei meiner alten pflegebedürftigen Mutter kommt nun noch eine schnell voranschreitende Demenz hinzu (wohl auch durch den Alkohol bedingt).
Dass Du sauer bist, finde ich eine gesunde Reaktion. Vielleicht könnte sie Dir bei der Abgrenzung helfen? Ich habe nach Situationen, die mich fassungslos gemacht haben, sehr viele Jahre den Kontakt ganz abgebrochen. Dann, nach einem Hilferuf meiner Mutter, steckte ich erst einmal in einem fruchtlosen Mitleid für fest, weil sie nun krank und hilfebedürftig war. Ich konnte lange keine Wut empfinden. Endlich Wut empfinden zu können, war für mich erlösend. Immer wütend zu sein, ist aber natürlich auch anstrengend, ebenso wie immer vom Mitleid überwältigt zu sein.
Wie gelingt dir das, die Vergangenheit loszulassen?
Es ist die Akzeptanz, dass es ist wie es ist und ich es nicht in der Hand habe, wie es für meine Mutter weitergeht.
Zur Zeit versuche ich ein Pflegeheim für meine Mutter zu finden, weil sie nach einem erneuten Sturz mit schlimmen Folgen, nun nicht mehr nach Hause zurück kann. Das ist nicht einfach bei der Persönlichkeit meiner Mutter plus Alkoholismus. Und es zeichnet sich ab, dass sie vielleicht in die Psychiatrie muss, wenn sie sich weiter aller Hilfe verweigert (aufgrund der Demenz und Immobilität wird das bei meiner Mutter mittlerweile als Selbstgefährdung eingestuft).
Ausserdem waren und sind es viele Gespräche (Kriseninterventionsdienst) und nun eine Psychotherapie, die mir helfen, mit der Situation umzugehen. Ich habe dort gelernt, dass ich für mich und meine eigenen Gefühle verantwortlich bin, nicht aber für die der anderen. Das zu verinnerlichen dauert. Es gelingt, indem ich in der Therapie (Gruppentherapie) nun andere Erfahrungen im Umgang mit meinen Gefühlen und den Gefühlen anderer mache. Ich bin sehr froh darüber. Es ist ein langer Prozess und passiert nicht von allein, so jedenfalls meine Erfahrung.
Ich würde an Deiner Stelle einen Kontaktabbruch in Erwägung ziehen: Du kannst nicht Dein Leben für das Deiner Mutter aufgeben. Ich habe wie oben gesagt, dies auch sehr lange so gehalten und es war absolut richtig.
Alles Gute für Dich!
Ich konnte mich nie mit ihm versöhnen, das hat er mir auch genommen…
Gib Dir Zeit!
Eine so traumatische Vergangenheit zu verarbeiten ist schwer. Es ist ein langer Prozess, aber es kann gelingen, vor allem weil Du Dir Hilfe holst. Ob Du am Ende Deinem Vater vergeben kannst, entscheidest Du allein.
Ich kann meiner Mutter bestimmte Taten nicht verzeihen, aber bin mit ihr und unserer gemeinsamen Vergangenheit versöhnt. Es gelingt mir immer besser, meine Mutter und die Vergangenheit mit ihr loszulassen.
Liebe Grüße Siri
Hallo liebe Lavendel,
es tut mir sehr leid zu lesen, was Du durchmachst.
Es ist alles so ungewiss.. Ich will ihn nicht verlieren, aber das habe ich eigentlich schon und irgendwie auch damit abgeschlossen.. Trotzdem bleibt so ein Restfunke, wo man sich die heile Welt zurück wünscht.
So wie ich Deine Nachricht lese, weisst Du eigentlich genau, was für Dich richtig ist: den Kontakt ganz abbrechen. Denn Du siehst das ganz richtig: Du hast Deinen Vater schon verloren.
Das Auszuhalten und den Angehörigen loszulassen ist für nahe Angehörige schwer. Aber konsequentes Handeln durch die Angehörigen ist auch für einen alkoholkranken Menschen das einzige, was helfen könnte. Wenn Du Dich nun anstelle Deiner Mutter um Deinen Vater kümmerst, ist es noch unwahrscheinlicher, dass Dein Vater zur Einsicht gelangt.
Leider haben wir Angehörigen auf die Alkoholsucht überhaupt keinen Einfluss.
Ps: Wir haben bereits ein Kind und ich bekomme im November das zweite. So viel emotionalen Balst will ich mir auch nicht antun.
Nimm das sehr ernst und schütze Dich und Deine Familie konsequent!
Du und Deine Kinder, ihr habt es verdient, in einer friedlichen und geborgenen Situation zu leben. Mit dem Kontakt zu einer alkoholkranken Person ist das nicht möglich. Und Du selbst spürst das ja auch.
Schaue vor allem, was Dir hilft, diese schwere Situation auszuhalten und mit den Zweifeln und der Trauer zurecht zu kommen, die so eine Situation mit sich bringt. Mir haben hier Gespräche beim Kriseninterventionsdienst in meiner Stadt sehr geholfen, die ich bis zum Beginn einer Psychotherapie regelmässig geführt habe.
Ich rate Dir ganz dringend: Nimm den Kontakt zu Deinem Vater NICHT wieder auf. In einer Schwangerschaft und mit kleinen Kindern geht das nicht. Es wäre auch für Deine Kinder nicht gut, für die Du ja die Verantwortung trägst.
Liebe Grüße und alles Gute und viel Kraft für Dich und Deine junge Familie, Siri
Hallo Mace,
von den anderen ist Dir schon so viel Wichtiges gesagt worden, deshalb von mir erstmal ein ganz herzliches Willkommen
. Der Austausch hier hat mir (auch EKA) dabei sehr geholfen, die Schuldgefühle hinter mir zu lassen. Es ist gut, dass Du da bist ![]()
Liebe Grüße Siri
Liebe Jump,
Abgrenzung ist sehr wichtig, und da geht es in den meisten Beziehungen ja nicht um 0 oder 1|schwarz oder weiß | absolute Trennung oder Dableiben unter Bedingungen-der-totalen-Selbstaufgabe. Es gibt im "normalen" (nicht suchtbelasteten) Leben viele Zwischentöne, wie man eine gesunde Abgrenzung meistern kann, ohne den anderen aus dem eigenen Leben zu verbannen, ihn zu verletzen etc.
Noch kaum oder nur wenige Möglichkeiten zur Verfügung zu haben, dass die Abgrenzung auf gute Weise gelingt, hat meiner Meinung nach nichts mit Sucht zu tun, sondern mit mangelnder Übung bzw. mangelnden Vorbildern durch engere Bezugspersonen im bisherigen Leben. In nicht suchtbelasteten Familien lernt man da ja ein ganzes Repertoire sehr unterschiedlicher Möglichkeiten, von der Körpersprache, subtilen Hinweisen, Handlungen, der stimmlichen Modulation, direkten und indirekten verbalen Äußerungen bis hin zur aggressiven Abwehr.
Ich lerne das gerade vor allem in der Gruppentherapie. Weil Emotionen ja im analogen Raum nochmal stärker wirken als wenn sie schriftlich vermittelt werden, ist die Therapie für mich sehr intensiv. Man kann es aber auch in diesem Forum gut lernen. Dafür bin ich sehr dankbar. Denn es ist ja auch im ganz normalen Leben sehr wichtig, dass man lernt, dass die persönlichen Grenzen von anderen respektiert werden, und dass man die Erfahrung macht, dass man sich auf gute Weise abgrenzen darf und dennoch Gehör verschaffen kann.
Mit Personen, die munter weitermachen, auch wenn man deutlich Stopp sagt, hat man ja nicht nur bei süchtigen oder persönlichkeitsgestörten Angehörigen zu tun. Nicht immer kann man da auf Distanz gehen und diesen Leuten zum Beispiel die kalte Schulter zeigen. Wenn etwa ein Vorgesetzter so agiert oder ein Mob aus verschiedenen Personen einen angreift, ist es gut, ein Arsenal verschiedener Strategien zur Verfügung zu haben, um sich erfolgreich zu verteidigen.
Für mich ist es wichtig zu lernen, mir bewusst zu machen, welche Schlachten ich schlagen will, also wo ich meine Zeit und Kräfte investiere und wo nicht. Ein Forum ist dafür ein guter Übungsraum, weil er nicht zweidimensional ist, sondern vielstimmig und sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Werten und Haltungen die eigenen Beiträge lesen.
So wie Du ganz richtig schreibst:
Es muss mich ja auch nicht jeder verstehen.
Dass ich mich nicht erklären muß, dass mich jeder auch ganz ohne Erklärung und Buhlen um Verständnis respektieren muss, einfach weil die Würde eines j e d e n Menschen unantastbar ist, das nicht nur zu wissen, sondern zu verinnerlichen, ist für mich ein ganz wichtiger Lernprozess. Meine Mutter hat auf dreiste Weise immer verlangt, dass ich alles und jedes und mich selbst immer zu rechtfertigen habe. Sie hat nie aufgehört nachzuhaken, einfach weil sie immer die Oberhand behalten wollte, alles für sie eine Machtfrage war. Daneben gab es nichts, sachliche Diskussionen Fehlanzeige. Ein enormer Übergriff, der für mich sehr schädlich war, weil er mir vermittelt hat: Du bist nichts wert; Du hast die Rolle in Deinem Leben auszufüllen, die ich (als Mutter) Dir zugestehe. Damit ist jetzt auch in meinem sonstigen Leben zum Glück schluss.
"Never complain never explain" gilt in so manchen Situationen nicht umsonst als Königsweg der Souveränität. ![]()
Liebe Grüße
Siri
Danke Dir Jump für die Zusammenfassung der Studie. Auch ich kann daraus vieles für mich mitnehmen.
Die Co-Persönlichkeitszuschreibungen habe ich schon lange als übergriffig empfunden. Ich finde dieses Gedankenkonstrukt eher hinderlich bei der Aufgabe, an den eigenen Verhaltensmustern auf pragmatische Weise und durch das Machen-von-neuen-Erfahrungen etwas zu ändern. Bei mir passiert dies zur Zeit auf wirklich intensive Weise in einer Gruppentherapie. Mit Abhängigkeit hat all das nichts zu tun.
Diese Co-Persönlichkeitszuschreibungen pieksen mich aber wohl auch deshalb so sehr, weil meine alkoholkranke Mutter mich früher mit Persönlichkeitszuschreibungen argumentativ ausknocken wollte, um mich mundtot zu machen und ihren Willen durchsetzen zu können. Ob dies mit ihrer Alkoholkrankheit zusammenhängt oder aber andere Ursachen hat, ist mir mittlerweile egal. Ich bin froh, so etwas mittlerweile innerlich weit von mir weisen zu können, wenn es Mal wieder auftaucht. Ihre Überzeugung ändern, werde ich aber nicht. Das war früher bereits aussichtslos, mittlerweile ist die Alkoholdemenz meiner Mutter so weit fortgeschritten, dass es absurd wäre, es nur zu versuchen.
Bei der Arbeit an und gegen für mich schädliche Beziehungsdynamiken hilft mir die Gruppentherapie übrigens viel besser als eine EInzeltherapie, die ich ja auch viele Jahre lang gemacht habe.
Liebe Grüße in die Diskussionsrunde, Siri
Auch von mir herzlich Willkommen Livikiwi,
ich finde keine Ruhe Mir geht es psychisch selber immer schlechter
Wie Linde, Elly und Stern geschrieben haben, ist es sehr gut, dass Du Dir psychologische Hilfe geholt hast. Letztlich kann Deine Mutter sich nur selbst helfen. Das zu akzeptieren ist für Angehörige sehr schwer.
Ganz wichtig: Dich trifft keinerlei Schuld an der Situation. Wir Angehörige sind gegenüber der Sucht machtlos, all das liegt leider nicht in unserer Hand. Die tägliche Konfrontation mit der Krankheit Deiner Mutter und damit mit der eigenen Machtlosigkeit erzeugt extremen Stress und macht krank. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich und Deine Gesundheit nun an erste Stelle setzt.
Ich überlege, den Kontakt endgültig zu abzubrechen.
Ich möchte Dir nachdrücklich raten, dies zu tun, damit Du zur Ruhe kommen kannst, wie Elly und die anderen ja bereits geschrieben haben.
Du schilderst eine so unerträgliche Situation, das hält kein Mensch allzu lange aus. Und dies geht nun schon zehn Jahre für Dich so. Bedenke: Du hast alles Recht der Welt, Dein eigenes Wohl in den Fokus zu stellen. Zudem: Es hilft Deiner Mutter nicht, wenn auch Du an ihrer Alkoholkrankheit zerbrichst.
Sie schreibt so viele Nachrichten, die einfach überhaupt keinen Sinn geben. Ich habe ihr schon öfter gesagt, sie soll das unterlassen, aber sie versteht das ja nicht mehr. Schließlich hat sie das Syndrom. Sie verwechselt ständig die Gegenwart und die Zukunft und erfindet irgendwelche Geschichten dazu. Ständig auf das ist ja unglaublich lieb gemeint, aber auch sehr verletzend). Schenkt sie mir irgendwelche Sachen, die einmal mir gehört haben sollen. Was aber nicht stimmt. Sie erzählt mir Geschichten von mir früher die aber auch nicht stimmen können. es ist jedes Mal unglaublich belastend, mit dir zu tun zu haben. Andererseits ist es natürlich auch super belastend, wenn ich nichts mehr von ihr hören würde
Vielleicht hilft es Dir, Dich an den Sozialpsychiatrischen Dienst Deiner Gemeinde zu wenden und dort darum zu bitten, erneut eine Betreuung für Deine Mutter anzuregen, oder dies selbst beim Betreuungsgericht zu tun? Dann hättest Du Dich darum gekümmert, dass nun Profis die Sache in die Hand nehmen.
Alles Gute für Dich und liebe Grüße Siri
Mir fehlen die Worte Lunalia,
ich schicke Dir eine virtuelle Umarmung und wünsche Deinem Sohn und Dir alles alles Gute.
Viel Kraft!