Beiträge von Siri

    Mir hat es gerade mein Mann nochmal erklärt. Das zufällige Passwort wurde von meinem Computer erzeugt und gar nicht im Netz wie ich tatsächlich gedacht habe. Jetzt bin ich beruhigt. Nach Deinen Ausführungen hatte ich plötzlich Panik, hier etwas falsch gemacht zu haben. Es ist aber alles OK. Anscheinend kann mein Computer solche Passwörter generieren. Ich wusste nicht, dass "er" es ist, der die Teile hervorbringt und habe die einfach immer ganz naiv genutzt. Am besten richte ich dann noch den Passwortmanager ein. Bisher schreibe ich noch alles ganz altmodisch handschriftlich auf und verwahre es an einem sicheren Ort, was vielleicht nicht wirklich ideal ist. Zumal ich die Passörter regelmässig wechsle und es umständlich ist.

    Vielen Dank Alex!

    Dann mache ich es hoffentlich richtig. Ich habe das zufällig generierte Passwort genommen, das mir hier auf dieser Forumswebseite vorgeschlagen wurde. Da ich die Funktionsweise solch zufällig generierter Passwörter nicht wirklich durchschaue, ist mir das alles sehr unheimlich. Ich komme dann auf so Ideen, dass ja genau das vorgeschlagene komplizierte und absolut zufällig aussehende Passwort eine Finte sein könnte.

    Hilfe, das hat wohl mit meiner EKA Vergangenheit zu tun.

    Sind Standardpasswörter die automatisch generierten Passwörter, die einem vorgeschlagen werden,also die Zeichenfolgen, die sich kein Mensch merken kann? Oder ist damit so etwas wie "qwertz" gemeint?

    Ich hoffe, ich nerve Dich nicht allzu sehr mit meiner Fragerei. Ich bin sehr froh, dass Du die Sicherheit hier ansprichst und Aufklärungsarbeit/Nachhilfe leistest. Vielen Dank dafür!

    Zum ersten Punkt – Wortklauberei:

    So symmetrisch wie Du Deine Aussage jetzt umformuliert hast, erscheint sie ja nun in völlig neuer Form. Was sollte ich an dieser neuen Form auszusetzen haben? Das wäre ja OK gewesen. Doch in der ersten Formulierung ist mir eben eine Asymmetrie und Relativierung aufgefallen. Nach der ersten Freude über Deine Zustimmung, hat dies bei mir dann eben doch ein ungutes, schales Gefühl hinterlassen.

    Dieses Gefühl ist sozusagen ein alter Bekannter von mir, für den Du natürlich nicht kannst. Das ist mir völlig klar. Es ist auch in Ordnung, wenn Du damit nichts anfangen kannst.

    Zum von Dir genannten Fakt:

    Du hast geklärt, dass Du das anders gemeint hast. Und das akzeptiere ich auch.

    Aber: Was ich durch Deine Posts bei Kendra als Problem in der früheren dysfunktionalen Kommunikation mit meiner Mutter in meiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter erkennen konnte und was wahrscheinlich in nicht unerheblichem Masse zum völligen Kontaktabbruch mit meiner Mutter beigetragen hat, hat sich m.E. n. in unserer kleinen modellhaften Kommunikation in diesem Forum wiederholt. Genau dieses Auf-einen-Nenner-kommen-wollen hat sich wiederholt. Aber das ist m. E. n. gar nicht nötig, so sehr man sich diese "Erlösung" vielleicht auch wünscht (ich nehme mich nicht aus) und wenn es nur in Stellvertretung wäre. Das habe ich heute so klar erkannt, wie noch nie. Mir hilft es, das so sehen zu können. Das muss aber für Dich ja nicht gelten.

    Zu Deinem letzten Punkt, der Gegenfrage:

    Das liegt m.E.n. weder an Dir noch an mir. Es ist eine Eigenheit der Sprache, dass man sehr leicht missverstanden werden kann. Aber wenn ich bemerke, dass meine Kommunikation in die Irre gegangen ist, weil jemand es offensichtlich falsch verstanden hat, dann versuche ich nicht zu lavieren. Ich versuche es zu akzeptieren, auch wenn mich persönlich so ein Vorwurf natürlich immer sehr trifft, weil mir selbst Sprache sehr wichtig ist.

    Zum letzten Punkt: Es ist völlig OK für mich, dass Dir die Frage der Ausdrucksweise nicht so wichtig ist. Es muss Dir nicht leid tun, dass mir das sehr wichtig ist.

    Hallo Nova, leider finde ich Deinen eigenen Faden nicht, deshalb antworte ich hier. Entschuldige bitte Kendra, das gehört eigentlich nicht hier hin.

    Da bin ich zu 100% bei dir!

    Das freut mich.

    Liebe Siri, ich denke da ist etwas bei dir falsch angekommen oder ich habe mich total unglücklich ausgedrückt.

    Offensichtlich!

    Diesen Satz empfinde ich dennoch als Lavieren.

    Warum? Dein Satz erinnert mich an eine wohl unbewusste Strategie, die mir von meiner Mutter allzu gut bekannt ist. Sie verhindert m.E. nach jede Kommunikation auf Augenhöhe.

    Warum steht in Deinem Satz ein "oder"? Mit Deiner Ausdrucksweise hast Du für mein Empfinden die Verantwortung für den Sinn Deiner Aussage weit weg von Dir und zu mir geschoben: Ich darf einsehen, dass etwas falsch bei mir angekommen ist und erst in zweiter Linie gestehst Du zu, dass Deine Ausdrucksweise eventuell nicht ganz glücklich gewesen sein könnte. Das "oder" bringt diese Relativierung m.E. gut zum Ausdruck. Bei einem "und" oder zwei Sätzen sähe es ganz anders aus.

    Warum kann jemand nicht einfach akzeptieren, dass er/sie sich unglücklich ausgedrückt hat? Denn offensichtlich ist ja etwas falsch angekommen beim Gegenüber!

    Liebe Kendra, liebe Nova,

    Euren Dialog zu lesen und zu sehen wie ernsthaft Ihr Euch mit dem Geschehenen auseinandersetzt, hilft auch mir als EKA. Ich kenne solche abhängigen Beziehungsstrukturen: Sobald meine Mutter in ihren Beziehungen einen Partner hatte, wurde ich völlig links liegen gelassen. Obwohl meine Mutter alkoholabhängig war und ist, war sie bis zur Selbstaufgabe und dem Opfer von allem, was sie hatte, bereit alles für ihre Partner zu tun. Es ist ermutigend, dass es Elternteile gibt, die sich dieser Auseinandersetzung stellen.

    Es gibt aber einen Satz in Deinem Post, Nova, der mich emotional packt und wo ich gleichsam empört rufe:

    Jetzt nicht auch noch als Therapeutin für die Mutter in Anspruch genommen werden!

    Bitte verzeih, aber ich kann nicht anders als mich hier einzumischen.

    Es ist auch für dich eine Chance, wenn sie irgendwann soweit ist, das mit dir aufzuarbeiten.

    Aus meiner Sicht als EKA finde ich es besser, wenn jeder die Vergangenheit für sich allein aufarbeitet. Die Aufarbeitung sollte getrennt stattfinden. Jeder ist ganz allein für die Aufarbeitung verantwortlich.

    Das Verzeihen rührt nicht von der Erarbeitung einer gemeinsamen Sichtweise. Keiner der Beteiligten sollte sich zu Kompromissen oder Abstrichen an der eigenen Sicht genötigt fühlen. Bei einer gemeinsamen Aufarbeitung kann diese Erwartung sich aber leicht einschleichen.

    Als Mütter wart ihr nicht die Partner von Euren Kindern und die Kinder sind auch jetzt keine Partner für Euch. Vielleicht habe ich da jetzt auch etwas hineingelesen, aber für mich "riecht" der hier deutlich werdende Wunsch nach einer gemeinsamen Aufarbeitung förmlich nach der Sehnsucht nach einer mit dem Kind geteilten gemeinsamen Sicht der Dinge, die nach der gemeinsamen Aufarbeitung dann endlich nicht mehr infrage gestellt wird.

    Aus meiner Sicht muss es darum gehen akzeptieren zu lernen, dass es zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt: Zu lernen, dass das, was in der Vergangenheit passiert ist, zu radikal unterschiedlichen Folgen geführt hat und deshalb für die Beteiligten auch unterschiedliche Bedeutung hat. Es gab damals eine Asymmetrie: die Kinder waren dem Ganzen ausgeliefert, die Erwachsenen nicht. Zwar sind Eure Kinder heute erwachsen und der Situation deshalb nicht mehr ausgeliefert, eine Begegnung auf Augenhöhe kann aber nur stattfinden, wenn das Elternteil die individuelle Sicht des Kindes aushält und gelernt hat, diese Sicht der Dinge stehen zu lassen. Aus meiner Sicht ist nur dann eine respektvolle Begegnung möglich.

    LG Siri

    Also kann ich auch mal in eine Klinik und für viel Geld lerne ich dort, nichts mehr für die saufende Frau zu machen. Und während ich dort bin oder zurück komme, muss ich erleben, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ‚totgesoffen‘ hat? Was soll das für eine Logik sein!?

    Hallo Holdy,

    es tut mir so leid zu lesen, wie sehr es Dich quält, Deine Frau Stück für Stück an den Alkohol zu verlieren. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du bald in der Lage bist, Dir Hilfe für Dich zu organisieren. Deine Reaktion kann ich gut verstehen. Ich finde es auch furchtbar und kaum nachvollziehbar, wie jemand so einen Weg in den sicheren Tod gehen kann.

    Meine Mutter geht diesen Weg. Meine Trauer ist gross. Ich bin froh, dass ich das nicht aus der Nähe miterleben muss. Ich würde verrückt werden, wenn ich in allen Einzelheiten aus der Nähe sehen müsste, wie sie diesen Weg geht, und werde teils auch in der Ferne verrückt, nämlich in den Momenten und an den Tagen, wo es mir nicht gelingt, mich bewusst zu distanzieren von all dem. Es ist ja auch zum verrückt werden.

    Wenn Du aufhörst um Deine suchtkranke Frau zu rotieren und innerlich ein wenig zur Ruhe kommst, wird die Trauer kommen. Das wird schwer und Du hast jeden Beistand verdient, den Du kriegen kannst. Ich wünsche Dir sehr, die Trauer zuzulassen.

    Alles Gute für Dich!
    LG Siri

    Guten Morgen Sunny,

    was mir an Deinem Post aufgefallen ist, sind folgende Sätze, zu denen ich Dir etwas aus meiner eigenen Erfahrung schreiben möchte, auch wenn meine Situation natürlich eine andere ist (u.a. ist meine Mutter weiterhin alkoholkrank und ich schreibe leider keine Gedichte :)). Ich kürze das Zitat ab:

    «Mein nächstes Ziel ist es, mit meiner Mutter über die Thematik zu sprechen. ....Ich vermute, dass sie mich anschreien wird, mich gaslighten wird, wenn ich versuche, mit ihr über meine Erfahrungen zu sprechen. Sie wird sehr schnell aggressiv und abwehrend bzw. wertend.....Ich habe große Angst vor dem Gespräch, merke aber, dass ich bereit bin ihr zu sagen, was ich erlebt habe.»

    Ich kann dieses Ziel sehr gut nachvollziehen, diesen tiefen Wunsch hatte ich auch immer.

    Mir ist es nie gelungen. Ich habe daraufhin den Kontakt zu meiner Mutter über mehr als ein Jahrzehnt ganz abgebrochen, weil ich das gaslighting und die Abwehr, ihre penetrante und infame Infragestellung meiner Wahrnehmung/meines Erlebens nicht weiter ertragen habe. Jetzt habe ich den Kontakt wieder aufgenommen, weil meine Mutter mich um Hilfe gebeten hat. Und auch ohne Konfrontation mit der Alkoholproblematik hat meine Mutter mich zunächst wieder so "behandelt" wie damals als Kind: abgewertet, niedergeschrien, extrem aggressiv. Es gab keine Begegnung.

    Ich kann mir vorstellen, dass es trotz der Abstinenz Deiner Mutter möglich ist, dass eintritt, wovor Du Dich fürchtest. Dass also Deine Mutter sich dem nicht stellen kann, aus welchen Gründen auch immer.

    Eventuell läuft es anders und die Mitteilung als Gedicht (wie wunderbar, dass Du das machst!), hilft Deiner Mutter Deine Botschaft nicht abzuwehren. Eventuell wechselt sie aber auch einfach im Gespräch die Ebene und wertet Dein Gedicht ab (z.B. die Form, die Qualität, überhaupt die Idee, das alles in Gedichtform zu verarbeiten...oder oder oder).

    Was ich damit sagen will: Du kannst es weder voraussehen, noch beeinflussen, wie sie reagiert. Ich würde deshalb alles daransetzen, mich von ihrer Reaktion unabhängig zu machen und so bestmöglich zu schützen.

    Sind die Reaktionen, die Du befürchtest, die alten typischen Verhaltensweisen Deiner Mutter?

    Gerade wenn das der Fall ist, würde ich mich vor Re-traumatisierung schützen und dort vielleicht nicht alleine hingehen. Mir hat es sehr geholfen, dass jetzt beim Wiedersehen mein Mann und einmal sogar jemand vom Amt solche Ausbrüche mitbekommen haben, als ich den Kontakt auf Bitten meiner Mutter wieder aufgenommen habe. Diese Ausbrüche waren keine Reaktion auf einen Versuch meinerseits, etwas zwischen mir und meiner Mutter zu klären. Diese Hoffnung habe ich nicht mehr und versuche das gar nicht. Sie hat mit ihrer Aggression meine Hilfsangebote abgewehrt. Aber für mich war damit erstmals klar und unabweisbar, dass ich bezüglich der massiven psychischen und physischen Gewalt, die ich als Kind erfahren habe, nie dramatisiert habe, wie meine Mutter immer behauptet hat. Es stand nun fest, dass meine eigene Wahrnehmung mich nicht getäuscht hat. Ausserdem wurde mir danach zunehmend klar, dass meine Mutter nicht anders reagieren kann, es nicht in ihrer Macht steht, es anders zu machen. Das half und hilft mir bei der Akzeptanz: so war es, so ist es, aber ich kann dafür nichts. Die Reaktionen/Ausbrüche meiner Mutter, das liegt und lag nie an mir!

    Hierfür einmal Zeugen gehabt zu haben, hat mir sehr geholfen. Dennoch ist das Trauma wieder aufgebrochen und ich musste mir Hilfe für mich suchen, um mich wieder zu stabilisieren.

    Das wollte ich Dir nur zu bedenken geben. Nicht um Dich abzuhalten, sondern nur, damit Du Dich innerlich vorbereitest und schützt. Damit Du Dein Leben nicht von der Reaktion Deiner Mutter abhängig machst. Ich selbst bedauere nicht, dass ich auf die Bitte meiner Mutter um Hilfe eingegangen bin, auch wenn ich jetzt krankgeschrieben bin und alles schwer ist.

    Liebe Grüße Siri

    Da muss ich mich bremsen und trotzdem immer weiter bohren, dass eine gemeinsame Basis bleibt bzw kommt.

    Warum denkst Du, bohren zu müssen, damit eine gemeinsame Basis bleibt? Und was genau meinst Du mit bohren?

    Wenn das Vertrauen schwankt, das wie ich meine ein wichtiger Teil der Basis ist, dann hilft es womöglich gar nicht zu bohren? Das sind meine Gedanken, die ich zu dem Bild des "Nachbohrens" habe.

    Hallo liebe Sunny,

    ganz herzlich willkommen in unserem Online-Forum. Es ist gut, dass Du das Forum gefunden ist. Der Austausch hier kann sehr hilfreich und bestärkend sein. Mir selbst hilft er sehr.

    Es ist schön zu lesen, wie umfassend Du Dich um Dich selbst kümmerst. Da darfst Du auch stolz auf Dich sein.

    Du wirst sicher bald von den Moderatoren offiziell begrüßt.

    Ich freue mich auf den Austausch mit Dir. Ich bin auch ein EKA, allerdings bin ich allein mit meiner Mutter aufgewachsen.

    Viele liebe Grüße

    Siri

    Hilfe brauch ich nicht was soll das bringen.

    Liebe Lilo,

    aus Deinem Post lese ich große Verzweiflung. Ich kann sie sehr gut nachvollziehen und es tut mir sehr leid, dass Du das alles aushalten musst.

    Auch Deinen Fatalismus kann ich verstehen, für mich spricht Deine Kraftlosigkeit hieraus. Das ist allzu verständlich.

    Aber es gibt Hilfe: Hilfe für Dich und Dein Kind.

    Ich überlebe gerade einfach nur und bin emotional total traurig erschöpft alles zugleich

    Komme mir dumm vor, informiere mich gehe zur Suchtberatung usw. Und er dreht völlig durch.

    Das ist doch doof.

    Du bist nicht dumm, Lilo. Du bist erschöpft, wie Du ja selbst schreibst. Du hast es nicht in der Hand, wie Dein Mann reagiert. Da kannst Du machen, was Du willst. Seine Reaktion wird letztlich durch seine Sucht bestimmt, nicht durch Deine Handlungen. Er wird für und vor sich selbst und allen anderen alles so drehen, dass er weitertrinken kann. Das ist eine Folge der Sucht, die auch das Gehirn verändert.

    Ich überlebe irgendwie Arbeit Kind usw.

    Bin ziemlich am Ende.

    Und komme nicht zur Ruhe.

    Liebe Lilo, nimm diese drei Sätze sehr ernst, die Du hier geschrieben hast, und hole Dir Hilfe für Dich und Dein Kind.

    Hier werden sich sicher betroffene Angehörige mit Kindern melden. Ich selber habe keine Kinder, bin EKA.

    Aber was mir einfällt ist eine Mutter-Kind-Kur, damit Du wieder zu Kräften und zur Ruhe kommst.

    Das ist das wichtigste.

    Alles Gute für Dich und Deine Tochter.

    Liebe Grüße Siri

    Liebe Lea,

    hab vielen Dank, dass Du geschrieben hast, auch wenn es Dich viel Kraft kostet. Deine Email stärkt mich sehr.

    Liebe Siri, ich bin hin und her gerissen dir zu schreiben und das auch schon beim ersten Mal, als du die Aussagen der Pflegerin beschrieben hast. Die ich persönlich als absolut übergriffig empfunden hätte.

    Die Aussagen der Pflegerin habe ich auch als problematisch empfunden. Zumal sie ebenso deutlich gemacht hat, dass sie meine Mutter nicht mehr versorgen kann, wenn sie sie am Tag besoffen sehen würde oder meine Mutter den Respekt vor ihr verlieren würde.

    Ich kann das gut verstehen. Doch im Zusammenhang mit der Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands meiner Mutter ist das natürlich eine für mich bedrohliche Aussage. Die Pflegerin hat eine 24-Stunden-Pflege ins Spiel gebracht. Aber das lehnt meine Mutter rigoros ab. Ausserdem sehe ich nicht, wie jemand 24 Stunden im Haus meiner Mutter leben können soll, wenn die ambulante Pflege es schon nicht mehr als zumutbar empfindet, dort hinzukommen. Diese Situation ist noch nicht eingetreten, aber sie kann ja leider sehr schnell eintreten. Ein extremer Alkoholabsturz, der das Gehirn weiter schädigt, und das tritt ein.

    All diese Fragen werde ich hoffentlich mit der Hausärztin besprechen können. Die Hausärztin versteht sich als Familienärztin, hat ein breites Spektrum an Qualifikationen und Abschlüssen, bildet sich fortwährend weiter und ist auch psychologisch qualifiziert. Da habe ich großes Vertrauen.

    Morgen werde ich online auch ein Gespräch mit der Suchtklinik vor Ort haben. Sie beraten auch Angehörige. Ich hoffe, dass sie mir Wege aufzeigen können, wie ich die Versorgung meiner Mutter sicherstellen kann, wenn alles eskaliert. Ich möchte dann eine Art Fahrplan parat haben, an dem ich mich in der Krisensituation orientieren kann.

    Ich habe große Angst davor, dann alleine dazustehen, denn die Ressourcen sind ja überall so knapp, die Not so vieler so groß. Angehörige von Demenzpatienten haben da ganz ähnliche Probleme, hier ist der Vorteil jedoch, dass die Krankheit weniger stigmatisiert ist, so dass das Recht auf Behandlung eher greift, die Leute nicht auch noch verachtet werden für ihre Krankheit.

    Hallo Schattenkind,

    ich habe mich sehr über Deine Nachricht in meinem Faden gefreut, danke!

    Hast Du auch eine Vorsorgevollmacht für Deinen Vater? Und wenn ja, wie kommst Du mit dieser Situtation zurecht?

    Ich finde es nicht leicht, diese Rolle auszufüllen, gerade weil ich mit meiner Mutter keine richtige Vertrauensbasis habe (die gab es auch in meiner Kindheit bereits nicht). Doch eine tiefe Verbindung, die spüre ich dennoch zu ihr.

    Danke Dir Schattenkind.

    Vorsorgevollmacht bedeutet nicht sich selber vollumfänglich und direkt um alles zu kümmern, für mich bedeutet dass, das ich die Voraussetzungen schaffe und unterstütze.

    So habe ich das bisher auch immer gesehen, die Pflegerin sieht es als nötige Unterstützung im Zuge der Vorsorgevollmacht.

    Die Pflegerin fand das Procedere der Hausärztin, mich überhaupt nicht in die medizinischen Belange einzumischen, nicht fair meiner Mutter gegenüber.

    Sie hat eine sehr starke Verschlechterung am morgen festgestellt (meine Mutter könne sich überhaupt nicht mehr auf den Beinen halten, sacke völlig weg) und hat deshalb bereits mehrfach bei mir angerufen. Zuletzt hat sie mich gebeten, den Termin beim Neurologen zu machen und meine Mutter auch dahin zu begleiten. Ohne vertraute Begleitperson würde sie das nicht schaffen, so ihre Worte. Meine Mutter habe Angst dort allein im Wartezimmer zu sitzen. Es sei für sie zu schambesetzt und Beistand wäre in der Situtation sinnvoll. Es geht auch um erste Anzeichen der Selbstaufgabe/Verwahrlosung (Körperpflege), das würde sie in Sorge versetzen, weil meine Mutter sonst immer sehr penibel sei.

    Meine Mutter selbst gibt die Schwäche zwar zu, spielt sie in den Telefonaten allerdings herunter (am morgen sei sie immer schlecht drauf). Tatsächlich hatte ich sogar gedacht, dass ihre Stimme gefestigter sei und es ihr psychisch zumindest besser ginge. Aber vielleicht spielt meine Mutter mir auch nur etwas vor, damit ich mich nicht sorge? Ich hatte trotz allem in den letzten Tagen auch den Eindruck, dass meine Mutter froh ist, dass ich komme. Ich werde nicht abgewimmelt.

    Es ist alles sehr ambivalent und genau diese Unklarheit ist es, die mich zermürbt.

    Zunächst wollte ich selbst nicht hinfahren, sondern meinen Mann bitten, aber meine Sorgen werden nicht weniger, wenn ich mir nicht selbst ein Bild von der Situtation mache.

    Ich werde den Neurologen vor dem Besuch brieflich kontaktieren und ihm berichten, was mir in den letzten Monaten aufgefallen ist, meine Mutter dann aber nicht ins Sprechzimmer begleiten. Das möchte ich nicht mehr.

    Jetzt habe ich zwei Fachleute, die Unterschiedliches sagen. Mich haben die Gespräche mit der Pflegerin sehr beunruhigt.

    Mit der Hausärztin hoffe ich baldmöglichst sprechen zu können.

    Danke Dir Elly für Deine lieben Zeilen. Ich werde morgen gleich bei der Ärztin anrufen und hoffe bald ein Gespräch zu bekommen.

    Was gerade so schwer ist, ist die eigenen alten Verstrickungen so sehr zu spüren. Das Auf-der-Hut-sein-müssen ist furchtbar anstrengend, aber ich will mich auch nicht mehr von ihr manipulieren lassen.

    Am Freitag hatte ich den Eindruck eines solchen Versuchs.

    Was sind das für Medikamente, braucht sie die dringend?

    Ich weiß nicht genau, was für Medikamente es sind.

    Meine Mutter hatte die Hilfe durch Medikamentenmanagement abgelehnt und ich mich deshalb da nicht weiter drum gekümmert. Meine Sorge bezieht sich weniger darauf, dass sie ihre Medikamente nicht nimmt. Ich weiss: Sie tut es nicht, sie vergisst es oft, lehnt aber eben auch jede Hilfe wie Medikamentengabe und Medikamentenmanagement ab, beides empfindet sie als Einmischung in ihr Leben. Damit kann ich leben, wenn es ihre Wahl ist.

    Vor allem habe ich aber plötzlich Sorge, dass ich die Einweisungsmöglichkeit ins Heim hinauszögere, wenn ich mich zu viel kümmere, alles im Hintergrund für meine Mutter erledige, so wie das der Pflegedienst jetzt ja eingefordert hat.

    Es ist eine Gratwanderung, sogar ein Dilemma. Als Bevollmächtigte habe ich einerseits eine Vorsorgefunktion und muss mich um solche Dinge wie Organisation des Arztbesuchs kümmern. Andererseits bin ich überzeugt, dass die beste Vorsorge die Versorgung im Heim wäre, auch weil sie kognitiv extrem abbaut. Aber da sind die rechtlichen Hürden ja leider so hoch. Und ich verzögere womöglich durch mein Handeln/die ganze Orga die Heimeinweisung.

    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    mal wieder ein kurzer Lagebericht von mir. Zur Zeit gelingt mir die Abgrenzung von meiner alkoholabhängigen Mutter nicht gut. Meine Gedanken kreisen viel zu viel um sie.

    Gerade frage ich mich, ob es kontraproduktiv ist, die Hausärztin um Hausbesuche zu bitten, wie der Pflegedienst das vorgeschlagen hat. In einem Demenzforum habe ich nämlich gelesen, dass Untersuchungen der Kognition (und damit letztlich die Frage der Geschäftsfähigkeit) nicht in der eigenen Wohnung der Betroffenen gemacht werden dürfen, wenn diese Person der Untersuchung nicht explizit zugestimmt hat (Unverletzlichkeit der Wohnung). Meine Mutter würde einer solchen Untersuchung nie freiwillig zustimmen. Wenn also die Hausärztin bei einem Hausbesuch feststellen würde, dass meine Mutter nicht mehr geschäftsfähig ist, würde dies vor dem Betreuungsgericht nicht verwendbar sein, wenn diese Einschätzung gleichsam beiläufig zu Hause bei meiner Mutter stattgefunden hätte. Das Gutachten/ihr Bericht wäre dann nicht verwendbar.

    Ich werde diese Frage mit der Hausärztin besprechen und sie einerseits über die Sicht des Pflegedienstes informieren, andererseits aber auch bitten, bei ihrer eigenen Vorgehensweise zu bleiben, wenn das aus ihrer Sicht richtig ist.

    Für mich selbst wäre es am besten, wenn meine Mutter baldmöglichst ins Heim käme. Ich vermag nicht einzuschätzen, was sie noch versteht und ob sie selbst noch die Folgen ihres Handelns einschätzen kann, ob sie also aus fachlicher Sicht noch als geschäftsfähig durchgehen würde. Was ich weiss, ist, dass sie ohne meine administrative und organisatorische Hilfe völlig aufgeschmissen wäre. Auch meine Mutter betont das immer wieder.

    Ich frage mich gerade, ob die Pflegerin Co-abhängige Strukturen hat. Sie kommt aus einem Alkoholiker-Haushalt und wirbt immer um Verständnis für die Situation meiner Mutter. Vor allem ermuntert sie mich, meiner Mutter den Alkoholkonsum nicht übel zu nehmen und es einfach so zu lassen, wie es ist, nicht einzugreifen, was ich aber ja auch überhaupt nicht mache. Mir ist klar, dass meine Mutter süchtig und damit krank ist. Ich thematisiere ihre Sucht nicht, weder bei Besuchen noch am Telefon, weil es nichts bringt. Also: Einerseits finde ich gut, dass die Pflegerin so einfühlsam mit meiner Mutter umgeht, andererseits sind bei mir nach dem Vorwurf der mangelnden Fairniss der Hausärztin und dem Vorschlag zu Hausbesuchen jetzt doch auch Warnleuchten angegangen, nachdem ich die Info zur Kognitionsuntersuchung/Gutachten gelesen habe.

    Nach einem Telefonat mit meiner Mutter schwant mir jetzt zudem, dass meine Mutter nun versucht, mich zur Medikamentenbesorgung einzuspannen. Die meisten bekommt sie von der Hausärztin, dort scheint der Nachschub aber versiegt, denn ich habe keine Rezepte mehr vom Apotheker zur Abrechnung mit der Krankenkasse erhalten. Am Freitag wollte meine Mutter den Neurologen kontaktieren für Medikamente. Das weiss ich, weil sie am frühen Nachmittag angeblich versehentlich bei mir statt beim Neurologen angerufen hat. Ich hatte den Eindruck, sie wollte testen, ob ich das übernehmen könnte. Sie hat es nicht ausgesprochen, aber betont, wie schwierig das für sie sei. Ich meinte nur, dass es ihre Angelegenheit sei.

    Auch von mir ein herzliches Dankeschön an das Forum, den unermüdlichen Admin Alex und die sehr hilfreiche Moderation. Auch allen Mitforisten vielen herzlichen Dank für die Unterstützung. Vielen Dank, dass es Euch alle hier gibt.

    Happy Birthday!

    Das war Zufall. Aber ein guter. :)

    Wenn die Bilder auch noch zufällig wechseln, ist es für Leute wie mich tatsächlich einfacher, das reizarme Layout zu nutzen. Sonst würde ich mit der Zeit völlig konfus.

    Tatsächlich werde ich ab und zu umschalten, denn die Bilder, die genutzt werden, sind erstens oft schön und zweitens manchmal auch aussagekräftig. Ich zumindest komme nicht umhin, mir dazu etwas vorzustellen.

    Bei Dir gab es ja einmal einen asphaltierten und einen Wanderweg, die getauscht wurden. Ich weiß zwar nicht mehr, wie herum der Wechsel war, aber das fand ich ein schönes Signal! Es passte gut zum damaligen Text. So etwas wird mir beim "Alten Stil" dann in Zukunft leider entgehen.

    Wäre es möglich bei der Wahlmöglichkeit zwischen den Layout-Stilen im Bereich "Einstellungen und Privatsphäre" im Benutzerprofil statt "Alter Stil"

    "Reizarmes Layout"

    oder so zu schreiben?

    Dann wüssten gerade neue Forumsteilnehmer, die schlechter sehen und/oder Probleme mit Reizüberflutung haben, sofort um was es geht.

    LG Siri