Beiträge von MatildaWormwood

    Hallo Sam,

    Naja, und nach und nach kam auch das Bewusstsein, dass immer 2 dazu gehören. Hätte so manche Abende anders gestalten werden können von Ihrer Seite, wären einige Abende wahrscheinlich ohne Alk gewesen, und naja auch teilweise die Unordnung bzw. das nicht wegräumen hat mich innerlich immer gestört. Naja, sind halt einige Sachen angefallen und man kann/konnte jetzt nur raus lernen.

    Ich bin Co, deswegen halte ich mich eigentlich zurück, aber hierzu muss ich was schreiben.

    Ja, es sind immer 2 in einer Beziehung. ABER für deinen Alkoholkonsum bist du ganz allein verantwortlich, egal, was sie macht. Und ihre Unordnung oder Abendgestaltung als Grund anzuführen, um Alkohol zu trinken, ist eine Rechtfertigung im Außen suchen und ihr den schwarzen Peter zuschieben. Ähnliches habe ich genauso über die Jahre immer wieder gehört und es ist schlichtweg falsch.

    Viele Grüße

    Matilda

    Hallo Livia,

    Ich bin ja nicht in der Situation, dass I C H alkoholsüchtig bin. Ich bin ja die Angehörige eines Alkoholikers und ich finde, dass man da schon einen Unterschied machen sollte, denn als Angehöriger sieht man es schon ein bisschen anders.

    ich bin auch Co gewesen, und das ist auch eine Abhängigkeit. Es mag hier manchmal hart klingen, aber Hilfe bedeutet nun mal nicht, dass man immer liebevolle, tröstende Worte gesagt bekommt, sondern auch dass jemand ehrlich ist und einen mit der Nase auf Dinge stößt, die nicht immer erst gefallen.

    Und Lebenskünstler hat recht, irgendwann ist die Uhr abgelaufen und dann ist es zu spät. Du hast nur dieses eine Leben, das du gestalten kannst.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Livia,

    Mein erster Gedanke war gerade, ob nicht übergangsweise sowas wie eine WG eine Idee wäre. Es gibt ja auch ältere (ich meine jenseits des Studiums 😂) alleinstehende Menschen in WGs. Es kommt natürlich auf die Gegend an, aber es wäre eine günstigere Alternative.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich von dem Moment an, in dem ich mit meinen Kindern endlich aus diesem nassen Haushalt raus war, meine ganze Lebensfreude und Energie wiedergewonnen habe, die ich früher immer hatte.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Lila-blau,

    ich habe mal eine ganz doofe Frage. Hast du dich überhaupt von dem Vater deiner Kinder getrennt? Vielleicht habe ich es überlesen, aber aus einer Trennung folgt ja in der Regel auch eine räumliche Trennung.

    Aber wenn du den Weg der Trennung gehen willst, musst du mit ihm reden, dich trennen und sagen, dass du möchtest, dass er auszieht. Wenn er sich weigert, würde ich mir selbst was suchen. Und Kinder werden nicht mit Entscheidungen einbezogen, sondern kindgerecht zur "passenden" Zeit informiert.

    Und auch hier kann dir niemand die Entscheidung abnehmen, du bist für dich selbst verantwortlich!

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Laura,

    Er meinte nur er möchte jetzt eine ganze Weile nicht mehr trinken und dann wieder normal trinken wie ein gesunder Mensch. Ich habe zu ihm gesagt das geht nicht, er hat gesagt doch das kann er ist eine Frage des Willens und der wäre bei ihm stark. Aber jetzt möchte er erst mal ganz lange nüchtern bleiben.

    das ist doch ein Rückfall mit Ansage und "ganz lange" und "eine ganze Weile" sind sehr dehnbar in ihrer Definition und es kommt auf die Perspektive an.

    Hallo Snowman,


    es tut mir leid, dass es dir so geht. Ich habe den Vater meiner Kinder vor mehr als einem Jahr verlassen und ich kann dir sagen, dass es bei den Kindern Spuren hinterlassen hat. Such dir Hilfe beim Jugendamt oder bei Beratungsstellen, es gibt so viele Möglichkeiten.

    Was würde ich mir wünschen, dass es bei meiner Frau auch "klick" macht.

    Das ist genau der Punkt, es ist und bleibt ein Wunsch. Und ob dies überhaupt jemals passieren wird, weiß niemand. Du hast aber die Chance, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich der Alltag bei euch anfühlt. Vielleicht hilft es dir, dir mal auszumalen, wie du dir das Leben vorstellst und was deine Wünsche an einen schönen Abend sind. Diese Abende gibt es sogar, aber nicht mit einem nassen Alkoholiker oder einer nassen Alkoholikerin.

    Eine Freundin und ich haben neulich festgestellt, mit wie wenig wir uns "zufrieden" gegeben haben und darunter innerlich schmerzvoll gelitten haben. Das Leben kann schön sein, man muss nur manchmal eine Tür schließen und dann öffnet sich eine neue.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Er ruft nicht um Hilfe, er möchte keine. Er redet nur einfach gerne mit mir aber selbst das geht nicht mehr weil er nur lallt.

    Du hast übrigens auch das Recht zu sagen, dass du nicht mit ihm reden willst, falls du das nicht willst.

    Und mal ganz ehrlich, wenn mich jemand, egal wer, völlig betrunken anruft und lallt, würde ich auch wieder auflegen, wenn nicht daraus hervorgeht, dass diese Person explizit um Hilfe bittet.

    Liebe Laura,

    er ist ein erwachsener Mann, der Verantwortung für sich selbst trägt. Es ist seine Sache, wie er sein Leben gestaltet. Du trägst Verantwortung für dich und dein Kind, das ist schon genug.

    Ich weise mittlerweile konsequent jede Verantwortung für andere Erwachsene von mir und kommuniziere dies deutlich. Die emotionale Last, die ich für mich und meine Kinder tragen muss, ist schon groß genug.

    Grenzen setzen ist anstrengend, aber es lohnt sich. Hast du gute Freundinnen oder Freunde? Mir helfen oft diejenigen, die in ähnlichen Lebenssituationen stecken oder steckten und ebenfalls ihren Weg gehen und Verantwortung übernehmen, einfach weil sie ein ähnliches Mindset haben.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Ratlos24,

    Ich finde nicht die richtigen Worte. Wenn ich ihm sage, dass ich dieses Auf- und An wegen des Trinkens nicht mehr ertrage, versteht er es nicht, weil er ja nicht anders trinkt als andere.

    Die Frage ist, ob du die richtigen Worte finden musst. Du kannst doch "einfach" sagen, dass du dich trennst. Fertig, aus! Erklärungen gab es genug, verstehen will er es nicht. Die Frage ist auch, ob er es verstehen muss.

    Wenn ich es richtig verstehe, habt ihr ja auch gemeinsamen Kinder, keine Wohnung etc, die nach der Trennung zwanghaft weiter für Kontakt sorgen. Wenn er die Trennung nicht akzeptieren will, konsequentes Blockieren auf allen Kanälen.

    Im Prinzip geht es doch nur um Akzeptanz deiner Entscheidung.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Reike,

    ich kann da auch nur zustimmen. Im Kopf kann noch so viel passieren, es kommt auf das Handeln an.

    Ich weiß, dass ich mich jetzt zu hart anhöre, aber ich finde es immer so wahnsinnig schade, dass Angehörige warten und warten und warten, während der Alkoholiker ihnen vermittelt, es würde sich etwas tun.

    Es hört sich hart an, wenn man in der Situation ist und überlegt, was man tun soll. Aber es ist nicht hart, sondern es ist einfach die Wahrheit. Ich weiß noch, dass ich es hier ganz am Anfang auch manchmal als hart empfunden habe, was ihr geschrieben habt. Aber ihr habt mir den letzten Schubs gegeben, dass ich mich getrennt habe. Das war wichtig! An der Seite eines nassen Alkoholikers kann man nicht glücklich sein. Helfen kann ich nur mir selbst (und Kindern), alle anderen Erwachsenen tragen für sich selbst die Verantwortung. Wenn eine Person trinken will, dann trinkt sie. Ich kann aber entscheiden, ob ich mein Leben an der Seite dieser Person verbringen möchte. Auch wenn zunächst ein Lebenstraum zerplatzt, hält das Leben aber auch noch andere Dinge bereit.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich muss hierzu mal was sagen:

    Gestern,als ich meine Tochter von der Schule abgeholt habe, habe ich eine bekannte Mutter mit ihren Kindern gesehen - ich kenne die Familie - die sehen so glücklich und normal aus, haben auch eigene Wohnungen ( auch in unserer Top-Location ), tolle Kinder, gut und ruhig aussehender Papa....

    Diese Familien mag es geben, ABER was hinter der Fassade geschieht, sieht man nicht. Und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Es tut weh zu realisieren, dass der eigene Lebensplan nicht aufgeht, aber es gibt nicht nur einen vorherbestimmten Weg zum Glück. Und auch wenn es jetzt hart ist, kommen die guten Tage wieder und werden immer zahlreicher.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

    Vielleicht muss man aber auch sagen, dass die, die hier im Forum und in den Gruppen sind, aber ja nicht alle sind. Hier sind die trockenen Alkoholiker. Aber viele kommen nie an den Punkt, dass sie etwas ändern. Und die Suchtgeschichten in meiner analogen Welt (Freunde, Bekannte, Kollegen, Familie, mit denen ich darüber spreche und die wiederum ihre Geschichten erzählen) enden in den wenigsten Fällen mit Abstinenz.

    Hallo Summersun,

    ich habe mich hier ein bisschen durchgelesen. Das, was du schilderst, habe ich auch genauso erlebt. Du musst bedenken (Hartmut schrieb das damals bei mir), dass neben der Alkoholproblematik ja auch immer noch der Mensch vorhanden ist, der einfach durch die Trennung verletzt ist. Da spielen ja verschiedene Faktoren mit rein.

    Ob sich was ändern wird oder nicht, wird sich zeigen, aber bleib bei deiner Entscheidung. Bei dir und anderen ist dieser Trennungsprozess ja auch noch frisch. Mir ist erst Wochen nach der Trennung und vor allem dann endlich räumlichen Trennung bewusst geworden, dass es schon lange keine Liebe mehr war, sondern ein Klammern an der Vorstellung, die man von Familie und Liebe hat und der Wunsch nach Familie, die man so aber nie ist.

    Es braucht alles seine Zeit, wichtig ist, weiter vorwärts zu gehen, auch wenn es manchmal schwer ist und Trauer gehört auch dazu.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe summersun,

    auch wenn es weh tut, gehst du den richtigen Weg. Der Vater meiner Kinder ist bis heute nicht einsichtig, meine Kinder sind mittlerweile auf der weiterführenden Schule, mein Jüngstes in der 3.Klasse. Rückblickend wünschte ich, ich hätte mir eher Hilfe geholt und den Mut gehabt, einfach zu gehen.

    Wenn er nicht bereit ist, trocken zu werden, wird leider nichts passieren. Es ist seine Krankheit und du kannst nur schauen, dass es dir und deinem Kind gut geht. Er ist für sich selbst verantwortlich.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Franzi,

    schau doch mal, ob es bei euch auch Gruppen für Kinder mit Sucht kranken Eltern gibt, bei uns bietet die Caritas sowas an.

    Wissen deine Kinder oder zumindest dein älteres Kind, ob der Papa trinkt. Das kann man auch kindgerecht erklären, da gibt es auch Bücher zu dem Thema. Als ich meinen Kindern erklärt habe, dass der Papa krank ist, war mein jüngstes Kind auch erst 7, hat die Problematik aber verstanden. Ich weiß, dass es welche gibt, die das vielleicht übergriffig finden, aber ich finde in der Situation, wo der suchtkranke Elternteil nichts in Richtung Trockenwerden unternimmt, ist es für die Kinder auch wichtig zu verstehen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Becca,

    ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Meine 3 Kinder sind jetzt schon ein ganzes Stück größer und ich habe mich Ende letzten Jahres erst nach fast 13 Jahren Beziehung getrennt.

    Ich habe in der Vergangenheit sooft darüber nachgedacht, ihn zu verlassen, und meinte, es wegen der Kinder nicht zu können. Aber das war ein Irrtum, gerade wegen ihnen hätte ich eher gehen müssen. Im Nachhinein wird mir bewusst, wie viele Situationen es gab, in denen ich bereits Zweifel hatte. Ich habe sogar kurz vor der Hochzeit überlegt, ob das Lles so richtig ist, aber habe den Gedanken verworfen. Da wäre ich dann alleinerziehend mit einem Baby gewesen. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich diesen Schritt nicht gegangen bin, auch wenn ich meine anderen beiden Kinder liebe und sie nicht missen möchte, aber vieles wäre für mich leichter gewesen.

    Ich schreibe das, weil ich rauslese, wie du kämpfst. Die Situation wird sich nicht verbessern, wenn er nicht plötzlich was ändern sollte.

    Du liest hier von vielen Co-Abhängigen, die sehr lange beim/bei der Partner/in geblieben sind. Vielen von uns tut es um die verlorenen Jahre leid, in denen wir unglücklich waren und gehofft haben, dass sich irgendetwas ändert. Du hast das Recht, glücklich zu sein, und gleichzeitig musst du die Kinder schützen. Du kannst warten, dass sich ganz vielleicht was ändert, oder du kannst für dich selbst eine Veränderung schaffen, dass es dir wieder gut geht.

    Meine Kinder leiden natürlich einerseits unter der Trennung, aber mein Großer sagt andererseits ganz klar und deutlich, dass er froh ist, dass wir nicht mehr zusammen sind. Die Kinder fragen auch ab und an, warum ich mich nicht schon eher getrennt habe.

    Ich weiß, dass es ganz schwer fällt, den Mut zu haben, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, aber du sagst ja, dass es im Prinzip nur den einen Weg gibt.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich habe den WhatsApp Chat mit meinem Ex als "gesperrt" eingestellt. So lese ich Nachrichten von ihm nicht sofort und bekomme auch keine Vorschau vom Text.

    Ich habe tatsächlich sogar den WhatsApp-Kontakt blockiert, wir kommunizieren nur noch per Email bzw. Telefon und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Das hat die gesamte Lage sehr entspannt. Zu dem Blockieren hat mir mein Anwalt auch geraten.