Liebe Becca,
ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Meine 3 Kinder sind jetzt schon ein ganzes Stück größer und ich habe mich Ende letzten Jahres erst nach fast 13 Jahren Beziehung getrennt.
Ich habe in der Vergangenheit sooft darüber nachgedacht, ihn zu verlassen, und meinte, es wegen der Kinder nicht zu können. Aber das war ein Irrtum, gerade wegen ihnen hätte ich eher gehen müssen. Im Nachhinein wird mir bewusst, wie viele Situationen es gab, in denen ich bereits Zweifel hatte. Ich habe sogar kurz vor der Hochzeit überlegt, ob das Lles so richtig ist, aber habe den Gedanken verworfen. Da wäre ich dann alleinerziehend mit einem Baby gewesen. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich diesen Schritt nicht gegangen bin, auch wenn ich meine anderen beiden Kinder liebe und sie nicht missen möchte, aber vieles wäre für mich leichter gewesen.
Ich schreibe das, weil ich rauslese, wie du kämpfst. Die Situation wird sich nicht verbessern, wenn er nicht plötzlich was ändern sollte.
Du liest hier von vielen Co-Abhängigen, die sehr lange beim/bei der Partner/in geblieben sind. Vielen von uns tut es um die verlorenen Jahre leid, in denen wir unglücklich waren und gehofft haben, dass sich irgendetwas ändert. Du hast das Recht, glücklich zu sein, und gleichzeitig musst du die Kinder schützen. Du kannst warten, dass sich ganz vielleicht was ändert, oder du kannst für dich selbst eine Veränderung schaffen, dass es dir wieder gut geht.
Meine Kinder leiden natürlich einerseits unter der Trennung, aber mein Großer sagt andererseits ganz klar und deutlich, dass er froh ist, dass wir nicht mehr zusammen sind. Die Kinder fragen auch ab und an, warum ich mich nicht schon eher getrennt habe.
Ich weiß, dass es ganz schwer fällt, den Mut zu haben, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, aber du sagst ja, dass es im Prinzip nur den einen Weg gibt.
Liebe Grüße
Matilda