SummerSun - Trennung als einziger Ausweg

  • Ach je, unsere beiden Männer scheinen da ähnlich gestrickt zu sein...

    Erst mit der Pistole auf der Brust kommen solche Veränderungsideen, noch dazu welche, die allen seriösen Quellen nach nicht funktionieren. Was haben wir uns vorher alles einfallen lassen, um Veränderungen zu bewirken, oder?!? Jemand hier schrieb mir mal "jetzt schwimmen ihm die Fälle weg und auf einem sitzt Du"...

    Du kannst stolz auf Dich sein, bei Deinen und den Bedürfnissen Eures Kindes zu bleiben!

    Und wer weiß denn: vllt kann er ja ein ganz toller Papa bleiben oder werden mit Abstand / nach einem Entzug oder wann und wie auch immer! Aber DU unterbricht jetzt die Suchtspirale, die DICH auslaugt. So kannst DU 100%ig und JETZT für Eurer Kind da sein!

  • Liebe Api ,

    das habe ich ihm auch gesagt. Dass ich niemals ausschließen würde nicht wieder mit ihm zusammen zu kommen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt und zu den jetzigen Bedingungen geht es nicht. Und dann hat er nebenbei erwähnt, auch nicht böse, dass es dann darauf ankommt, ob er noch will.

    Das empfand ich als machtausspielend, aber er kann es gerne so machen.


    Und ich habe heute ein Feedback von einem ganz Außenstehenden bekommen. Ein Versicherer, mit dem ich vor kurzem telefoniert hatte und mit dem ich erstmalig vor einem Jahr telefoniert habe, hat mit einem Elternteil von mir gesprochen. Sie haben schon lange eine Geschäftsbeziehung. Und er meinte, dass es so war als hätte er mit einem ganz anderen Menschen gesprochen. Viel freundlicher, gelassener, als im Vergleich zum Vorjahr. Das hat mich schockiert.

  • Jetzt habe ich den Drang mich auch mal hierzu äußern.

    Vorab, ich bin Alkoholikerin, nach Rückfall am 30.04.2023 seit 1.Mai 2023 abstinent.

    Aber DU unterbricht jetzt die Suchtspirale, die DICH auslaugt. So kannst DU 100%ig und JETZT für Eurer Kind da sein!

    Diesen Satz unterschreibe ich zu 100 %!

    er geht einen Weg, der für einen Alkoholiker nicht gangbar ist, den des kontrollierten Trinkens. Damit streut er dir Sand in die Augen und manipuliert dich nebenbei ohne Ende.

    Ich sehe das nicht so.

    Alle mir persönlich bekannten Alkoholiker haben das zumindest mal - wenn auch vergeblich- versucht.

    Und daran zu scheitern , wirklich am eigenen Körper zu spüren, dieser immer wieder durchbrechende Kontrollverlust ist nochmal eine ganz gewaltige persönliche Katastrophe. Vor allem wenn durch außenstehende „Hilfsorganisationen“ dies als gangbarer Weg propagiert wird.

  • Ich sehe das nicht so.

    Alle mir persönlich bekannten Alkoholiker haben das zumindest mal - wenn auch vergeblich- versucht.

    Und daran zu scheitern , wirklich am eigenen Körper zu spüren, dieser immer wieder durchbrechende Kontrollverlust ist nochmal eine ganz gewaltige persönliche Katastrophe. Vor allem wenn durch außenstehende „Hilfsorganisationen“ dies als gangbarer Weg propagiert wird.

    Dann meinst du also, dass das Teil des Weges ist? Erst wenn jemand durch das Scheitern am kontrollierten Trinken merkt, dass er es nicht kontrollieren kann, kann er so einer Abstinenz näher kommen?

  • Hallo Summersun,

    ich habe mich hier ein bisschen durchgelesen. Das, was du schilderst, habe ich auch genauso erlebt. Du musst bedenken (Hartmut schrieb das damals bei mir), dass neben der Alkoholproblematik ja auch immer noch der Mensch vorhanden ist, der einfach durch die Trennung verletzt ist. Da spielen ja verschiedene Faktoren mit rein.

    Ob sich was ändern wird oder nicht, wird sich zeigen, aber bleib bei deiner Entscheidung. Bei dir und anderen ist dieser Trennungsprozess ja auch noch frisch. Mir ist erst Wochen nach der Trennung und vor allem dann endlich räumlichen Trennung bewusst geworden, dass es schon lange keine Liebe mehr war, sondern ein Klammern an der Vorstellung, die man von Familie und Liebe hat und der Wunsch nach Familie, die man so aber nie ist.

    Es braucht alles seine Zeit, wichtig ist, weiter vorwärts zu gehen, auch wenn es manchmal schwer ist und Trauer gehört auch dazu.

    Liebe Grüße

    Matilda

  • Ja, SummerSun, das denke ich .

    Ich lese täglich alles hier im Forum. Außerdem gehe ich meist 2 mal wöchentlich in Selbsthilfegruppen, je nach Dienst.

    In diesen Gruppen bin ich mit ca. 30 Alkoholikern, also Menschen die ich mittlerweile ganz gut kenne.

    Und bei fast!!!!!! allen kam der Anstoß zur Abstinenz erst!!!!! mal von außen, sei es die Frau/ Mann hat sich getrennt, eine üble Krankenhauserfahrung, eine MPU, Arbeitgeber hat gedrängt…..uvm. Das habe ich explizit erfragt, da es ja immer heißt es muss vom Alkoholiker ausgehen.
    Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

  • Ja, SummerSun, das denke ich .

    Ich lese täglich alles hier im Forum. Außerdem gehe ich meist 2 mal wöchentlich in Selbsthilfegruppen, je nach Dienst.

    In diesen Gruppen bin ich mit ca. 30 Alkoholikern, also Menschen die ich mittlerweile ganz gut kenne.

    Und bei fast!!!!!! allen kam der Anstoß zur Abstinenz erst!!!!! mal von außen, sei es die Frau/ Mann hat sich getrennt, eine üble Krankenhauserfahrung, eine MPU, Arbeitgeber hat gedrängt…..uvm. Das habe ich explizit erfragt, da es ja immer heißt es muss vom Alkoholiker ausgehen.
    Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

    Aktuell hat er den Anstoß noch nicht. Wir sind aber auch noch nicht weg. Und er versucht noch mehr ejnzulullen und zu manipulieren, als dass er durch Handeln zeigt dass ihm etwas an und liegt. Und mein Kind leidet darunter, weil mein Mann nicht ausreichend Verantwortung übernimmt.

  • Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

    Vielleicht muss man aber auch sagen, dass die, die hier im Forum und in den Gruppen sind, aber ja nicht alle sind. Hier sind die trockenen Alkoholiker. Aber viele kommen nie an den Punkt, dass sie etwas ändern. Und die Suchtgeschichten in meiner analogen Welt (Freunde, Bekannte, Kollegen, Familie, mit denen ich darüber spreche und die wiederum ihre Geschichten erzählen) enden in den wenigsten Fällen mit Abstinenz.

  • Lass dich nicht einlullen!

    Danke. Das hat er heute wieder selbst bewiesen. Um das Kind kümmern, nö, solange man seine eigenen Sachen machen kann. Aber dann jammern und sagen, man würde ihn für einen schlechten Vater halten. Es sind alles nur leere Worthülsen, die nicht mit Handlungen gefüllt werden. Das ist schmerzhaft, aber auch erkenntnisreich.

  • Unser Haus wird jetzt neu vermietet und steht online. Als ich die Anzeige gesehen habe, ist eine Welt über mir zusammengebrochen..ich wollte meinem.Kind so viel bieten, Ruhe, Garten, ein Zuhause in dem man sich frei bewegen kann und nun muss ich das alles ausgeben, wieder in eine Wohnung ziehen. In diesem Haus wollte ich Jahre verbringen, hab hier im Dörflichen Kontakte in und um Kita gesucht und jetzt ist das alles vorbei. Und dafür gebe ich meinem Mann die Schuld.

  • Hallo SummerSun,

    wie ist denn die Lage, hast Du schon eine neue Wohnung?

    aber die Worte waren so gemein, so hart, dass ich Angst hatte ins Bett zu gehen und meine Augen zu schließen. Ich habe mich in meinem eigenen Zuhause nicht sicher gefühlt. Das nagt an mir.

    Und wie willst Du weiter mit der belastenden Situation umgehen, hast Du einen Notfallplan?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo SummerSun,

    wie ist denn die Lage, hast Du schon eine neue Wohnung?

    Und wie willst Du weiter mit der belastenden Situation umgehen, hast Du einen Notfallplan?

    Ich habe noch keine neue Wohnung, aber Besichtigungen. Wir haben auch noch drei Monate Zeit bis zum Auszug.


    Gute Frage. Er ist nicht immer ausfallend. Im Regelfall kommt er zwar betrunken nach Hause, aber dann gehe ich meist schon ins Bett. Und bei allen anderen Dingen, siehe das Thema mit meinem Kind, suche ich die Konfrontation. Für das Kind kämpfe ich wie eine Löwenmama. Auch, wenn das Endlosdiskussionen bedeutet, Angriffe etc. Das bin ich dem Kind schuldig. Und vielleicht wacht mein Mann zumindest dahingehend auf.

    .

  • Und bei allen anderen Dingen, siehe das Thema mit meinem Kind, suche ich die Konfrontation. Für das Kind kämpfe ich wie eine Löwenmama. Auch, wenn das Endlosdiskussionen bedeutet, Angriffe etc. Das bin ich dem Kind schuldig. Und vielleicht wacht mein Mann zumindest dahingehend auf.

    Konfrontation suchen mit einem nassen Alkoholiker kann für die Frau lebensgefährlich werden.

    Endlosdiskussionen und Angriffe sind vielleicht nur die Vorstufe zu körperlicher Gewalt inkl. Mord.

    Hör auf damit. Es bringt nichts.

    Dein Mann wird nicht aufwachen.

    Und deinem Kind bist du nur schuldig, daß du für es da sein kannst, bis es mit 18 daheim ausziehen wird.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Was meinst du mit angriffen summersun? Ich sehe es ähnlich wie linde. Dein mann trinkt. Jeden tag. Er kommt betrunken nach hause. Du bist solange ihr noch zusammenwohnt, verwundbar. Ein trinkender alkoholiker kann gefährlich werden. Und wenn er zwischendurch nichts trinkt, um sich oder dir was zu beweisen, kann er in den kalten entzug kommen. Pass auf dich auf.

  • Was meinst du mit angriffen summersun? Ich sehe es ähnlich wie linde. Dein mann trinkt. Jeden tag. Er kommt betrunken nach hause. Du bist solange ihr noch zusammenwohnt, verwundbar. Ein trinkender alkoholiker kann gefährlich werden. Und wenn er zwischendurch nichts trinkt, um sich oder dir was zu beweisen, kann er in den kalten entzug kommen. Pass auf dich auf.

    Er ist bislang noch nie gewalttätig geworden. Er verletzt mich halt verbal. Das kann er auch ziemlich gut, ob nüchtern oder nicht nüchtern. Aber davor habe ich keine Angst. Diskutieren würde ich mit ihm auch immer nur im nüchternen Zustand. Und er beginnt erst am Abend mit dem Trinken.

  • Auch, wenn das Endlosdiskussionen bedeutet, Angriffe etc. Das bin ich dem Kind schuldig.

    An sowas kann ich mich gut erinnern. Das ging jeden Abend so, als ich ein Kind war. Es war einfach nur schrecklich für mich.

    Ich hätte mir keine Diskussionen (die zu nichts geführt haben) von meiner Mutter gewünscht. Sondern, dass sie mit uns geht.

    Es wurde immer schlimmer. Viel schlimmer. Mehr dazu gibts hier im Öffentlichen nicht.

    Doch sie ging nicht. Und das kann ich ihr niemals richtig vergeben. Du hast die Chance das anders zu machen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Summer,

    Er ist bislang noch nie gewalttätig geworden. Er verletzt mich halt verbal.

    Das ist auch Gewalt! Es ist psychische Gewalt und richtet genauso viel an wie physische Gewalt. Das wird halt oft unterschätzt weil man ja die Verletzungen nicht sieht. Und die Grenze zur ersten Backpfeife ist schnell überschritten.

    Ich hatte damals auch gedacht, dass er mich ja nicht geschlagen hat. Aber ich habe doch gemerkt, dass seine Worte und Handlungen irre wehgetan haben. Worte können auch Waffen sein.

    Unterschätze das bitte nicht.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Unser Haus wird jetzt neu vermietet und steht online. Als ich die Anzeige gesehen habe, ist eine Welt über mir zusammengebrochen..ich wollte meinem.Kind so viel bieten, Ruhe, Garten, ein Zuhause in dem man sich frei bewegen kann und nun muss ich das alles ausgeben, wieder in eine Wohnung ziehen. In diesem Haus wollte ich Jahre verbringen, hab hier im Dörflichen Kontakte in und um Kita gesucht und jetzt ist das alles vorbei. Und dafür gebe ich meinem Mann die Schuld.

    Liebe SummerSun, Deine Geschichte und Gefühle sind genauso wie meine! Auch ich bin mit meinem alkoholkranken Mann seit langer Zeit zusammen, auch wir haben ein Kind. Wir haben auch dazu unsere Traumwohnung im Traumviertel gekauft. Ich habe mir ein schönes Leben gemacht und wollte meiner Tochter so viel geben. Aber ! Auch ich hab schon die Entscheidung getroffen,mich zu trennen. Ich muss leider noch darauf warten ( wir sollen erst die Wohnung verkaufen und ich muss meinen Mann dazu überreden ) ... auch ich wache morgens auch voller Panik vor der Zukunft auf, mit einem Gefühl, dass ich alles verloren habe. Auch mein Traum vom glücklichen Familienleben ist geplatzt. Gestern,als ich meine Tochter von der Schule abgeholt habe, habe ich eine bekannte Mutter mit ihren Kindern gesehen - ich kenne die Familie - die sehen so glücklich und normal aus, haben auch eigene Wohnungen ( auch in unserer Top-Location ), tolle Kinder, gut und ruhig aussehender Papa....ich hab einfach angefangen zu weinen..Auf der Straße... Vor Wut, vor Kraftlosigkeit, vor Fragen wieso das mir passiert, was habe ich falsch gemacht....

    Aber - man weiß nicht, was die Zukunft bringt. Und dieses Gedankenkaroussel vom ständigen Hoffen und Enttäuschen will ich nicht mehr. Ich will keine versauten Feiertage mehr, keine Beleidigungen, Beschimpfungen und Schuldzuweisungen.. Ich will nicht, dass meine Tochter so aufwächst und später sich auch einen Alkohilker holt.

    Auch mein Mann versucht es schon 1000 Mal kontrolliert zu trinken - es geht nicht! Er hält auch trocken 1-2 Wochen, dann fängt alles vom Vorne an... Nein, ich will endlich stark bleiben und hoffentlich nächstes Jahr mit meiner Tochter wegziehen und mein Leben endlich in Griff kriegen!

    Die Co-Geschichten sind leider alle sehr ähnlich....

  • Ich muss hierzu mal was sagen:

    Gestern,als ich meine Tochter von der Schule abgeholt habe, habe ich eine bekannte Mutter mit ihren Kindern gesehen - ich kenne die Familie - die sehen so glücklich und normal aus, haben auch eigene Wohnungen ( auch in unserer Top-Location ), tolle Kinder, gut und ruhig aussehender Papa....

    Diese Familien mag es geben, ABER was hinter der Fassade geschieht, sieht man nicht. Und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Es tut weh zu realisieren, dass der eigene Lebensplan nicht aufgeht, aber es gibt nicht nur einen vorherbestimmten Weg zum Glück. Und auch wenn es jetzt hart ist, kommen die guten Tage wieder und werden immer zahlreicher.

    Liebe Grüße

    Matilda

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