Snowman - meine Frau...

  • hallo Snowman,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen bei uns.

    Du bist jetzt für den offenen Bereich freigeschaltet, und kannst dort überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich, dass sind die Teilnehmer mit der orange/roten Farbe.

    Dein Thread verschiebe ich dorthin, und wünsche dir einen hilfreichen Austausch.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Snowman, Danke für deine Beiträge.

    Von der anderen Seite zu lesen wie das überhaupt für den Co. ist, davor habe ich mich bisher immer gedrückt. Nun bin ich seit Monaten trockene Alkoholikerin. Ein großer Unterschied zwischen deiner Frau und mir ist, dass ich in meiner ersten Ehe gar keinen Alkohol getrunken hatte und so meine Kinder nie eine betrunkene Mutter erleben mussten.

    Wir hatten sehr jung geheiratet und bekamen die Kinder als junge Eltern. Die Ehe hielt fast 25 Jahre. Dann kam es zur Trennung und auch Scheidung. Ich war dann alleinerziehende und berufstätige Mama. Das war ultimativ purer Stress. Es kam auch fast zu einem Zusammenbruch bei mir. Irgendwann begann ich abends zu trinken. Also zum runterkommen und zum entspannen. Habe dann aber auch wieder mehrere Jahre nichts mehr getrunken.

    Irgendwann fing ich aber wieder an. Anfangs in „normalen“ Mengen, nur 1-2 Gläser am Abend. Aber eine gewisse Regelmäßigkeit entwickelte sich. Meine Kinder waren inzwischen aber groß. Habe irgendwann zum zweiten Mal geheiratet. Inzwischen wurde meine Trinkmenge aber schleichend immer mehr.

    Jeden Tag mindestens 1 Flasche Wein oder Sekt, an Wochenenden auch mehr. Und es gab einen Co.

    Ich wurde Meisterin im Verstecken, Verheimlichen, Tarnen. Mundwasser und TicTac gegen die Fahne. Bei Diskussionen tat ich empört wenn es hieß du trinkst aber viel. Habe meine Heimlichtrinkerei noch weiter verbessert. Und in Anwesenheit des Co. nur „1-2 Gläser“ offensichtlich getrunken, damit war auch die Fahne normal. Aber heimlich zwischendurch habe ich dann gesoffen. Brauchte inzwischen einen Pegel und einen Kater hatte ich kaum noch.

    Ich hätte das noch länger so weitergemacht. Die Sucht ist stärker als die Gedanken an den Co. Irgendwann musste ich wegen einer Kleinigkeit zum Arzt und es stellte sich heraus, dass es katastrophal um meine Gesundheit stand. Also es ging bei mir um Leben oder Tod. Da habe ich erst erkannt was mit mir passiert ist und dass ich definitiv in die Alkoholsucht gerutscht bin. Habe mich im Spiegel betrachtet und erkannt was Sache ist. Und dann habe ich aufgehört zu Trinken.

    Bis zu dem Arztbesuch hätte ich nicht die Kraft gehabt aufzuhören.

    Ich schreibe dir das einfach mal, dass du auch die Seite deiner Frau nachempfinden kannst. Sicher liebt sie dich und die Kinder. Sie kommt da aber nicht raus. Die Sucht ist viel stärker als du dir vorstellst.

    Es muss einen Moment geben wo es im Kopf deiner Frau Klick macht und sie dann am Besten mit ärztlicher Hilfe und Betreuung aufhört. Vielleicht kannst du auch versuchen ein Gespräch mit ihr zu führen. Ohne Angriffe und Vorhaltungen. Vielleicht bekommt sich ja Einsicht und findet den Weg in die Abstinenz. Ich drücke euch die Daumen.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

    Einmal editiert, zuletzt von KaDett (28. Februar 2025 um 16:32)

  • Hallo Snowman,

    und KaDett ,

    Vielleicht kannst du auch versuchen ein Gespräch mit ihr zu führen. Ohne Angriffe und Vorhaltungen. Vielleicht bekommt sich ja Einsicht und findet den Weg in die Abstinenz. Ich drücke euch die Daumen.

    Gespräche führen Cos ständig mit ihren abhängigen Partnern. Dass dadurch eine Einsicht entsteht und ein Weg in die Abstinenz gefunden wird, ist nach meiner eigenen Erfahrung und auch durch meine Erfahrung aus fast 18 Jahren Selbsthilfe sehr, sehr selten. Ich hab damals öfter solche gutgemeinten Tipps bekommen, dadurch bekam ich wieder Hoffnung, hab wieder Zeit und Energie reingesteckt, ohne Erfolg, und hab noch länger in der Beziehung drinnen gehangen...

    Hallo Snowman,

    mit Trennung habe ich meinem ersten Mann auch oft gedroht. Konsequenzen daraus gab es für ihn nicht, ich hab es nie gemacht. Bis zu dem Tag, wo ich wusste, ich kann und will so nicht weiterleben. Ich hatte körperliche und seelische Probleme, war dauererschöpft. Als ich meinem ersten Mann dann sagte, ich trenne mich, hat er mich ausgelacht. Und zu unserem Sohn gesagt: " das hat sie schon oft gesagt, macht sie eh nicht."

    Tja, ich hab's gemacht, da war er baff.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • hallo Snowman,


    Kadett, ich denke ähnlich wie Aurora, Gespräche sind meist ünzählige geführt worden. Davon hatte ich bei den meisten das Gefühl, ich rede gegen die Wand. Mit Sicherheit ist dass bei dir auch der Fall.

    Du hast überhaupt keinen Einfluß darauf, wann und ob es bei deiner Frau Klick macht. Ich finde es wichtig, dass wir konsequent sind oder bleiben und nur dass ankündigen, was wir auch durchführen können., ansonsten werden wir nicht ernst genommen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Gespräche führen Cos ständig mit ihren abhängigen Partnern. Dass dadurch eine Einsicht entsteht und ein Weg in die Abstinenz gefunden wird, ist nach meiner eigenen Erfahrung und auch durch meine Erfahrung aus fast 18 Jahren Selbsthilfe sehr, sehr selten. Ich hab damals öfter solche gutgemeinten Tipps bekommen, dadurch bekam ich wieder Hoffnung, hab wieder Zeit und Energie reingesteckt, ohne Erfolg, und hab noch länger in der Beziehung drinnen gehangen...

    Gespräche haben mir Schuldgefühle gemacht und mir Hilflosigkeit aufgezeigt. Gewollt hatte ich sogar öfter, aber nicht gekonnt. Mal einen Tag ohne geschafft, das war schon schlimm genug für mich. Die Sucht ist einfach stärker. Es musste tatsächlich bei mir selbst der Punkt kommen, wo es von einem Moment auf den anderen „Klick“ gemacht hat. Dafür ist aber irgendwie etwas krasses nötig. Bei mir war es dieses Untersuchungsergebnis beim Arzt.

    Gespräche sind meist ünzählige geführt worden. Davon hatte ich bei den meisten das Gefühl, ich rede gegen die Wand. Mit Sicherheit ist dass bei dir auch der Fall.

    Ja bei mir gab es auch Gespräche. Da fühlte ich mich auch mies, habe mich immer verteidigt und gerechtfertigt. Nach Streitgesprächen habe ich den Alk umso mehr gebraucht. Dann kamen noch „egal“ Gedanken dazu.

    Du hast überhaupt keinen Einfluß darauf, wann und ob es bei deiner Frau Klick macht

    Diesem Satz würde ich zustimmen. Es macht ja nicht bei allen Alkoholiker/innen „Klick“

    Ich bin froh, dass bei uns nie von Trennung die Rede war und wir noch zusammen sind. Aber leider würde ich sagen, dass die Sucht stärker ist als Liebe.

    Ich kann mir nicht vorstellen was Co‘s aushalten und mitmachen. Das stelle ich mir furchtbar vor. Vielleicht fange ich an mal etwas hier im Co Bereich zu lesen. Das weiß ich aber noch nicht. Evtl. würde es mich zu sehr belasten und dass ich mich schlecht fühle. Keinesfalls werde ich meine Abstinenz riskieren. Ich kann mir vorstellen, dass ich ein sehr schlechtes Gewissen und ungutes Gefühl durch Lesen hier bekommen kann.

    Werde ich noch überlegen.

    Ich weiß nicht, ob es gut ist euch Co‘s die Seite von mir mitzuteilen. Sonst kann auch ein Mod meine Beiträge in meinen eigenen Thread verschieben.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hallo KaDett ,

    es ist okay, dass du deine Gefühle , die du als nasse Alkoholikerin hattest, hier aufgeschrieben hast. Da braucht nix verschoben zu werden. Du bist ja noch nicht soooo lange trocken darum kann es für dich besser sein, erstmal nicht bei uns Cos zu lesen. Das habe ich hier schon von einigen Alkoholikern gelesen, die das erstmal nicht konnten.

    Muss auch nicht sein, wichtig bist ja du und deine weitere Stabilisierung auf dem Weg in ein dauerhaft trockenes Leben.

    Hallo Snowman,

    wie geht es dir denn inzwischen?

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich find das großartig, dass KAdett mir ihre Seite gezeigt hat. Nur bin ich mir da nicht so sicher, ob meine bessere Hälfte das auch so empfindet. Wenn ich es anspreche gibt es gleich mal Aggressionen. Mir wurde ja gesagt, das man den Karneval bis inkl. Faschingdienstag ja ruhig was trinken dürfte. Danach ist ja Fastenzeit. Da dachte ich mir, schau schau, mal sehen was das wird. Tja, Fastenzeit war nach einem Tag ( gestern ) vorbei. Heute wurde mir erörtert "ich brauch einen Drink, die Woche war so anstrengend". Ich hab dann die Aussagen bezgl. Fastenzeit in Erinnerung gerufen. Da gabs dann einen kurzen Aggressionsimpuls. Und danach hat sie sich auf einen Drink verzogen. Also wäre Auroras Frage wie es mir geht, wahrscheinlich auch beantwortet.

    Letzte Woche war wild, mir wurden eines Abends wieder Dinge gesagt, die ich mit ins Grab nehmen werde. Am nächsten Tag gab es dann auf der anderen Seite auch Schuldgefühle, die aber gemildert wurden durch : "Du weisst, dass ich sowas nie ernst sagen würde, ich wollte dir nur wehtun". Schön.


    Nur was ist jetzt bei mir des Pudels Kern? Gespräche, Vorhaltungen, Streit bringt anscheinend nichts. Was bleibt einem Angehörigen also übrig, ausser sich zu trennen? Akzeptieren, dass der Ehepartner Alkoholiker ist, es hinnehmen? Die Kinder so gut es geht zu beschützen? Schützt man seine Kinder, wenn man sich nicht trennt, oder fügt man ihnen einen derartigen Schaden zu, dass man im Erwachsenenalter der Kinder dann realisiert, was für ein Idiot man war?

    Hab da mal mit einem sehr lieben Freund darüber gesprochen. Seine Mutter ist Alkoholiker und er hat als ältester Sohn quasi seine Geschwister grossgezogen. Die haben zu ihm sogar Papa gesagt. Sein Vater war auch, ähm umtriebig. Er hat sein Leben im Griff, er hat nur aufgrund meiner Geschichten gemeint, dass ihm eine Gänsehaut aufzieht, weil er Flashbacks aus seiner Kindheit kriegt. Mit meiner Mutter habe ich auch über das Thema diskutiert. Mein Vater war auf kein Kind von Traurigkeit und sie hat mit ihm viel mitgemacht. Irgendwann hat sie es akzeptiert. Vor uns Kindern hat sie das eigentlich ganz gut ferngehalten. Ich hätte im Nachgang meinen Vater nicht als Trinker gesehen, ich wusste nur, dass er mit Vorsicht zu genießen ist, wenn er getrunken hat. Er war aber auch nüchtern ein ziemlich gemeiner Mensch, also war der Übergang da fliessend. Er hat mir aber in der Vaterrolle als Abschreckung gedient. Ich mache in meiner Vaterrolle alles gegensätzlich zu ihm. Meine Kinder lieben mich, vertrauen mir und erzählen mir von ihren Problemen. Ich richte auch nicht über sie und ich gebe ihnen im Gegensatz zu meinem Vater nie das Gefühl, dass sie minderwertig sind. Also das elterliche Abschreckungsbeispiel hat bei mir zumindest funktioniert.

  • Ich kann es dir nur für mich als Alkoholikerin beantworten ohne dass ich weiß ob das auf sie übertragbar ist.

    Nein. Man weiß nicht was man tut- vor allem nicht was man anderen damit antut. Man glaubt das eigene saufen ist Privatsache und geht keinen was an.

    Dass es das Umfeld total fertig macht kapiert man null. Außerdem wird die Sucht heruntergespielt. Immer werden Gründe zum saufen gefunden. Wenn sich einer beschwert oder mahnt- hysterische Spaßbremse. Auf diesem Auge war ich komplett blind. Da kannst du toll argumentieren, mit Liebe oder Drohungen kommen- hilft leider alles nix.

    Darf ich dich fragen, was hat bei dir dann die Erkenntnis erwirkt, dass die Realität eine andere ist? Wie ist es dir dabei ergangen ?

    Bei mir im Haus ist gerade Vollmond und meine Frau hat meinem Sohn ( auf seine Kritik, das Frau Mutter betrunken ist) gesagt. " Ich trink wann ich will, das ist kein Problem". Dann gabs einen familiären Rundumschlag und ich hab mich verzogen.

  • Darf ich dich fragen, was hat bei dir dann die Erkenntnis erwirkt, dass die Realität eine andere ist? Wie ist es dir dabei ergangen ?

    Bei mir im Kopf hat es Klick gemacht. An einem verkaterten Morgen mit Filmriss dachte ich nach dem Aufwachen ‚es reicht‘. Und dann habe ich aufgehört. Das ist jetzt 9 Monate her.

    Meine damals 16jährige Tochter hat noch im Dezember 2023 ihre Psychologin mit ins Boot geholt, die mir eindringlich erklärt hat, dass ich zu viel trinke und sich meine Tochter Sorgen macht. Ich reagierte empört und fragte mich was das diese Frau angeht. Nicht mal, dass ich zu diesem Gespräch mit einem Kater und wahrscheinlich entsprechender Fahne erschien, nahm ich als Indiz wahr, dass sie recht hat. Ich ‚hatte es doch im Griff‘.

    Ich trank noch ein halbes Jahr weiter- vielleicht arbeitete dieses Gespräch unterbewusst doch in mir, aber sicher kann ich das nicht sagen.

    Heute weiß ich wie schlimm das für meine Tochter war. Wir haben viel und offen darüber gesprochen. Ich habe mich aufrichtig bei ihr entschuldigt, aber rückgängig machen kann ich das nicht.
    Ich spüre auch ihre Angst vor einem Rückfall. Aber sie vertraut mir immer mehr und ich kann so eine Mutter sein, wie ich wirklich sein will.

  • Hallo Snowman,

    Deine Beiträge bei Sebi882 habe ich zu Dir in den Thread verschoben, da es hier um Dich und Deine Familie geht.

    Hier kannst Du Dich mit Anna oder auch anderen direkt austauschen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • @ Elly, sorry. Hab das anscheinend noch nicht verstanden wo ich jetzt posten kann.

    @ Anna

    wie hat dein Partner reagiert, oder bist du aktuell single?

    Bei mir gings gestern wieder rund, auch vor den Kindern. Was würde ich mir wünschen, dass es bei meiner Frau auch "klick" macht.

  • In meiner Partnerschaft wurde mein Problem nicht bemerkt- wir tranken beide zu viel. Wir waren aber auch nicht lange zusammen und wohnten auch getrennt

    Ich habe mich nach 5 Monaten Nüchternheit getrennt, weil ich ohne Alkohol gemerkt habe, dass es einfach nicht passt- obwohl oder gerade weil wir da beide nüchtern waren.

    Es klingt als wolltest du einen Hinweis was du tun kannst, damit sie endlich aufwacht.

    Die schlimme Antwort lautet- eigentlich nix. Außer dich und die Kinder schützen. Sie scheint ja überhaupt keine krankheitseinsicht zu haben. Die hatte ich auch lange nicht. Als Alkoholikerin habe ich mich erst nach 4 Monaten Nüchternheit das erste mal bezeichnet als ich hier ankam.

    Ich war funktional, fiel bei der Arbeit nicht auf, machte den Haushalt. Ich konnte auch ne Zeit mal nichts trinken, trank nur abends und nicht jeden Tag, aber immer häufiger bis zum Filmriss. Außer meiner Tochter sah niemand das Problem.

    Ich habe jetzt mal deinen Faden von Anfang an gelesen. Du sagst an einer Stelle ‚um mich und die Partnerschaft geht es schon lange nicht mehr‘. Warum? Klar geht es erst mal um die Kinder, aber warum nicht um dich?

    Ich rate dir unbedingt zu der Beratung für Angehörige zu gehen. Du trägst das jetzt lange mit dir rum, vertraust dich niemandem richtig an. Du musst das nicht ertragen und deine Kinder auch nicht. Ultimaten bringen nichts, wenn klar ist, dass du nicht ernst machst.
    Wenn du über Trennung nachdenkst und das liegt ja auf der Hand - denke die Trennung für dich mal konsequent durch. Wie willst du leben? Wie regelt ihr das mit den Kindern. Was wirst du für dich ändern?

    Im Moment hab ich das Gefühl dieser Trennungsgedanke ist so ein abstraktes Ding, das du sowieso nicht durchziehst.

    Aber du wirst sie nicht ‚aufwecken‘ und offenbar ist es mit ihr echt schlimm wenn sie trinkt.

    Eins noch: Es hilft ganz sicher nicht gegen die Sucht, aber vielleicht für deine Abgrenzung: Trink bitte nicht mehr mit- auch wenn es nur 1-2 Bier sind.

  • Um mich gehts da nicht mehr ( meiner Meinung nach), weil dafür schon zuviel passiert ist. Mir geht es um die Kinder. Ich kann nicht riskieren, dass sie sie mitnehmen würde.

    Ich werde eine Beratung für Angehörige aufsuchen, du hast recht.

    Der Trennungsgedanke ist durchaus real, nur wegen der Kinder habe ich Angst. Mein derzeitiger Strohalm ist, dass wenn das jüngste Kind 14 ist ( und dann bei einem Richter mehr Gehör findet) das ganze real wird, sollte sich nichts ändern.

    Wie willst du leben?

    Ich, in meinem Haus mit meinen Kindern.

    Wie regelt ihr das mit den Kindern?

    Tja, die wären in einer optimalen Welt bei mir, sie kann sie natürlich sehen wann sie will.

    Was wirst du für dich ändern?

    Nichts, sie wäre weg und ich wäre alleine ( und das wäre völlig in Ordnung, es reicht ja schon, wenn nicht jeden Tag ein betrunkener Mensch im Haus Stunk macht und mich alle paar Tage dann aufs Gröbste beleidigt).

    Es ist in letzter Zeit vorgekommen, dass ich nach der Arbeit 1 Bier mit ihr getrunken habe ( bei mir ist es dann aber wirklich nur eines ). Das werde ich einstellen. Ich habe ihr gestern auch gesagt, dass ich sie in Zukunft ignorieren werde, wenn sie trinkt. Sie braucht mich dann auch nicht ansprechen, sie wird keine Antwort bekommen.

  • Das werde ich einstellen. Ich habe ihr gestern auch gesagt, dass ich sie in Zukunft ignorieren werde, wenn sie trinkt. Sie braucht mich dann auch nicht ansprechen, sie wird keine Antwort bekommen.

    Das sind erziehungsmaßnahmen die nichts bringen. Sprich mit der Beratung.

    Die Kinder sind groß und bekommen den Konsum mit. Ich kann mir nicht vorstellen dass sie das alleinige Sorgerecht bekommt.
    Die großen Kinder sind ja wahrscheinlich auch schon fast raus.

  • ja ich schau nächste Woche das ich einen Termin bekomme.


    Ja das ist durchaus passiv aggressiv. Nur mir schlägt offene Aggression entgegen, zwar nicht körperlicher Natur, aber ich werde aufs übelste beleidigt und beschimpft. Dann wird eine eigene Realität gebaut, mit erfundenen Vorwürfen. Heute in der Früh kam ein " Tut mir leid das wir gestern gestritten haben". Hab nur in zwei Sätzen angemerkt, was passiert ist. Das wurde umgehend verdreht und jetzt herrscht wieder dicke Luft. War gestern ein Liter Wein, das hat gereicht. Natürlich bekommen die Kinder alles mit. Das älteste Kind sagt ihr auf den Kopf auch zu, dass sie aufhören soll zu trinken. Gestern hat sie dem Kind dann gesagt " Ich trinke wann ich will". Und mir, dass ich die Kinder gegen sie aufhetze. Ich habe Angst vor dem heutigen Tag und sitz mit feuchten Augen vorm PC, während ich die Zeilen hier tippe. Wenn sie heute wieder trinkt, werde ich mich so verhalten, als wäre sie nicht da. Wenn ich flüchte, wird mir vorgeworfen, dass mir das Familienleben egal ist und mir ist ja sowieso alles egal. Es wird halt alles so gedreht wie es gerade gebraucht wird. Wenn ich mich normal verhalte agiert sie, als ob nie was gewesen wäre. Oder habt ihr eine bessere Idee, wenn ich von der Arbeit heute heimkomme und sie sitzt mit einer Flasche da, was soll ich tun?

  • Ich weiß nicht, ob es hilft, aber in meiner Ex-Beziehung habe ich das schließlich so gemacht, dass ich ihr irgendwann sinngemäß erklärt habe:

    "Erstens: Du kannst selbstverständlich tun und lassen, was Du willst, das ist Dein gutes Recht. Dieses Recht gilt aber genauso gut für mich. Konkret: Soweit Deine Handlungen mich betreffen, habe ich das Recht, mich bestmöglich zu schützen, ohne Dich einzuschränken.

    Zweitens: Du meinst, dass Du kein Problem mit Alkohol hast. Das verstehe ich: Du willst trinken - Du trinkst - kein Problem für Dich. Für mich sind die Folgen Deines Trinkens aber ein Problem. Dass Du in diesem Punkt anderer Meinung bist, ändert an meinem Empfinden gar nichts.

    Das bedeutet: Ich werde mich aus allen Situationen zurückziehen, in denen Alkohol eine Rolle spielt. Das wird Dir nicht gefallen - aber das ist eben so, genau wie mir Dein Trinken nicht gefällt - aber das ist eben so.

    Ich werde auch keine weiteren Diskussion über das Thema führen, denn sie bringen nichts. Ich werde mich einfach so schützen, wie ich das brauche, selbstverständlich ohne Dich bei Deinem Trinken einzuschränken."

    Das bringt natürlich rein praktisch gegen das Trinken überhaupt nichts, aber für mich war es ein Zurückgewinnen meiner Autonomie. Das waren Distanzierungen, die ich auch durchziehen konnte. Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle für mich etwas zurückgewonnen zu haben.

    Danach ging die Sache aber sowieso schnell auseinander, auch aus anderen Gründen. War bei uns aber auch viel einfacher, da keine Kinder und nur, weiß nicht mehr, knapp zwei Jahre Beziehung.

    Einmal editiert, zuletzt von sorrowful (15. März 2025 um 11:50)

  • Mensch das klingt sehr belastend. Kann man ihr dann aus dem Weg gehen?

    Wo sind die Kinder wenn sie trinkt?
    Der beratungstermin ist sicher gut für dich. Vertrau dich auch Freunden an statt alleine zu weinen. Vielleicht kannst du wenn die Kinder im Bett sind einen Freund besuchen und sprechen. Oder zwischendrin mal raus ein Stück laufen und dabei mit jemandem reden. Ist doch wichtig dass du jemanden hast, der dich tröstet. Alleine vorm Rechner weinen klingt sehr einsam.

  • Wenn ich in Ruhe gelassen wurde, war das schön für mich und ich habe in Seelenruhe getrunken, evtl. sogar mehr als sonst.

    Wurde eine Diskussion oder gar Streit geführt, war ich eher ruhiger geworden, habe nicht beleidigt oder gekränkt, eher mich verteidigt oder gerechtfertigt. Und es war ein Grund danach noch mehr zu trinken. Also ein Teufelskreis. Egal wie, ich habe getrunken. Habe dann gelallt, hatte ne Fahne und bin ggf. eingeschlafen. Am nächsten Tag hatte ich massive Erinnerungslücken und wußte nichts mehr. Das hat mir sogar immer Angst gemacht.

    Es gibt nichts was mein Trinken beeinflusst hätte. Die Sucht ist stärker als alles andere.

    Ich finde es eine gute Idee, dich um dich selbst und die Kinder zu kümmern. Beraten zu lassen und mit deinen Kindern was schönes zu unternehmen. Das es euch so gut wie möglich geht. Und sie sich auf ihren Papa verlassen können.

    Es ist traurig das so zu sehen wie es ist, habe heute mal wieder bei dir reingelesen und fühle sehr mit. Es ist nicht gesagt ob es überhaupt bei deiner Frau klick macht. Das weiß niemand. Vielleicht wenn’s um die Kinder geht, dass hätte bei mir was bewegt. Aber selbst das ist ungewiss.

    Ich hatte Glück und bin froh und dankbar dafür, dass ich aus der Sucht rausgekommen bin. Meine Abstinenz ist für mich extrem kostbar und ich passe gut drauf auf. Die Rückfallquote ist sehr hoch. Aber ich will nicht mehr da landen wo ich war.

    Ich weiß nicht was ich dir wüschen soll. Stärke, Kraft und eben deinen eigenen Weg mit deinen Kindern.

    Ich lese bei dir mit.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

    2 Mal editiert, zuletzt von KaDett (15. März 2025 um 15:13)

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