Hallo zusammen,
Du hast dich doch auch von deinem Mann getrennt aber ihr wohnt noch zusammen? Wie geht es dir?
ja, unsere Trennung ist noch frisch und wir wohnen noch zusammen. Ich muss jetzt Wege finden, wie es weitergehen soll, bis ich mit den Kindern was gefunden habe. Bei mir ist es ein Auf und Ab, ich bin einerseits sehr froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und sie ausgesprochen ist, da ich weiß, dass sie richtig ist. Andererseits bin ich auch traurig, weil ich mir das Leben einfach anders vorgestellt habe und ich irgendwann mal den Gedanken hatte, dass wir gemeinsam alt werden. Aber ich muss mir auch eingestehen, dass ich schon lange weiß, dass ich das mit einem nassen Alkoholiker an meiner Seite nicht möchte.
Weihnachten war okay, Heiligabend haben wir gemeinsam verbracht, die Kinder haben sich das sehr gewünscht. Aber nun bin ich bei meiner Familie, der Abstand tut gut. Ich habe zwischendrin mit ihm telefoniert, diese Telefonate tun mir aber nicht gut. Gestern war er auch betrunken, dass habe ich an seiner Stimme gehört. Im Prinzip kann man festhalten, dass er unsere Beziehung losgelöst vom Alkoholkonsum sieht. Das hätte sowieso nicht geklappt und diese Einsicht hätte er ja schon länger, so hätte er mir ja etwas voraus. Zwischendrin hält er mir dann Sachen vor, die ich in seinen Augen nicht richtig mache. Es ist einfach sehr verletzend, weil das, was der Alkohol mit ihm und auch mir macht, völlig ausgeblendet wird. Mir ist völlig klar, dass sein Verhalten krankheitsbedingt ist, hinzu kommt, dass mir klar geworden ist, dass er eine (vermutlich sogar schwere) Depression hat. Es ist trotzdem verletzend und geht mir sehr nah.
Die Kinder wissen mittlerweile über die Trennung Bescheid, mein Mann hat natürlich die Version, in der der Alkohol eine untergeordnete Rolle spielt, aber die Kinder haben verstanden, dass es um den Alkohol geht. Was ihnen schwer fällt zu verstehen, ist, dass wir überhaupt keinen Einfluss aus seinen Alkoholkonsum haben. Mein Großer denkt, wir könnten es irgendwie kontrollieren und ihm ist bewusst, dass der Papa mehr trinkt, wenn er allein ist. Er fühlt sich quasi verantwortlich für den Papa 😔 ich hoffe, dass ich ihm vermitteln konnte, dass nur der Papa allein für seinen Konsum verantwortlich ist und wir nichts machen können, sondern nur ich dafür sorgen kann, dass es den Kindern und mir gut geht. Es ist alles ganz schön schwer.