Beiträge von MatildaWormwood

    Guten Morgen,

    Ja, sich selbst lieben - wenn das immer so einfach wäre.

    ja, ich weiß, das ist schwer. Mir geht es ja nicht anders. Ich musste für mich erst die Erkenntnis haben, dass meine Kinder und ich irgendwann wirklich krank sind, wenn es so weiter geht, und mir unser Leben mehr wert ist.

    Hier wurde mir dann vielfach geschrieben, dass ich das lernen kann. Ich habe dann damit angefangen, und habe immer weiter gemacht. Natürlich zweifele ich heute auch noch immer mal wieder an meinen Wahrnehmungen, aber es sind meine Wahrnehmungen und komischerweise waren sie meistens wirklich richtig.

    Wie du sagst, es ist einfach ein langer Weg, man verliert im Laufe der vielen Jahre das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und muss es wieder lernen. Und trotzdem kommen manchmal wieder die Zweifel. Aber mir gelingt es auch immer besser, die dann wegzuschieben.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Und jemanden aufzugeben, den man liebt - da weiß ich noch nicht, wie das geht.

    Mein Gedanke war gerade: du sprichst von ihm, aber was ist mit dir? Stell dir mal vor, du selbst bist dieser Jemand, den du liebst.

    Eine ganz liebe Kollegin meinte neulich zu mir, dass man es erst schafft, wenn man sich selber mehr liebt und das eigene Wohl in den Vordergrund stellt anstatt den Partner und dessen Wohl.

    ich finde die Idee überhaupt nicht gut, denn sie führt dich unmittelbar weiter in die COabhängigkeit, weil du glaubst wieder Kontrolle zu haben.

    So meinte ich das nicht, sondern nur um einmal zu schauen, was diese Trinkmenge bedeutet, nicht um regelmäßig zu kontrollieren. Bei mir war der Auslöser, dass er im Urlaub täglich zum Teil heimlich 2 L Bier und einen L Wein getrunken hat und dann immer noch so getan hat, als wenn es nicht so schlimm wäre und ich übertreiben würde. Mir ist das erst am Ende des Urlaubs durch Zufall aufgefallen. Für mich war es tatsächlich ein Aha-Moment, weil ich da mal einfach Fakten stehen hatte, die mir sagten, dass ich mit meiner Wahrnehmung nicht falsch liege. Und das hat mich schließlich auch zum Handeln gebracht, denn die Zahlen und Fakten ließen sich nicht mehr für mich kleinreden oder verdrängen. Und ich habe ihm tatsächlich mal diese Fakten auch genannt, als er wieder meinte, ich würde übertreiben. Da ich eher zu Selbstzweifeln neige und auch sehr sensibel bin, hat er mich vorher immer so bekommen, sodass mir die Zahlen eine Sicherheit gegeben haben.

    Aber du hast natürlich Recht, wenn ich es nutze, um immer nur immer wieder zu schauen, wieviel Promille er hat, dann ist es absolut keine gute Idee.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo wardasalles,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, das ständige Grübeln, ob mit der eigenen Wahrnehmung etwas nicht stimmt. Aber ich kann dir eins versichern, du liegst nicht falsch. Was mir anfangs mal geholfen hat, den Konsum meines Noch-Mannes richtig einzuordnen, war ein Online-Promille-Rechner. Da steht dann schwarz auf weiß, wie viel Reinalkohol die konsumiert Menge beträgt und wieviel Promille über 24 Stunden im Körper sind. Und dazu noch, welche Auswirkungen der Promille-Gehalt auf den Körper hat. Da wurde mir bewusst, dass viele andere Menschen bei der gleichen Menge Alkohol bereits im Krankenhaus lägen. Das hat bei mir auch dazu geführt, dass ich es geschafft habe, mich einer Freundin anzuvertrauen.

    Also, vertraue deiner Wahrnehmung!

    Um etwas Mut zu machen:Eine gute Freundin hat sich vor ein paar Jahren von ihrem Mann getrennt, nicht wegen Alkohol, aber anderer psychischer Erkrankungen. Sie hat mehrere Kinder und muss jeden Cent umdrehen. Der pubertierende Sohn hat ihr vor kurzem.gesagt, dass sie zwar kein Geld hätten, aber sie wären nicht arm. Und ich glaube, das muss man sich vor Augen führen: Es ist eine ganz blöde Situation, wenig Geld zu haben. Aber unglücklich in seiner Lebenssituation zu verharren, ist für mich die schlimmere Variante. Ich weiß, dass ich jetzt weniger Geld habe und auch mehr rechnen muss, aber ich hatte selbst auch schon Zeiten während meines Studiums, in denen ich sehr wenig Geld hatte und ich weiß, dass es irgendwie funktionieren wird. Das Wichtigste ist, dass bei mir und den Kindern eine innere Ruhe einkehrt.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Persephone,

    ich kann deine ganzen Gedanken gut nachvollziehen, so ging es mir vor der Trennung auch ganz lange. Erst einmal bist du überhaupt nicht für seinen Alkoholkonsum verantwortlich, Er ist ein erwachsener Mann, der für sein eigenes Leben Verantwortung trägt. Du steckst für dich Grenzen und kümmerst dich darum, dass es dir gut geht. Das ist wichtig.

    Ich kann mich nur Martha anschließen. Lass dir von niemandem Schuldigefühle einreden. Ich lese daraus, dass seine Mutter auch co-abhängig ist, und es ist absolut manipulativ, was sie da von sich gibt. Zur Not würde ich den Kontakt einfach blockieren.

    Liebe Grüße

    Hallo Cala,

    ich kann deine Ängste verstehen und auch deine immer wieder aufkeimende Hoffnung. Dennoch ist es ja kein Zustand, in dem du gut leben kannst. Und zusätzlich hast du ja auch die Pflege und Verantwortung für deine Eltern übernommen. Ich kann mir vorstellen, dass das alles eine sehr große Last ist.

    Hier verlangt niemand von dir, dich zu trennen. Aber die vielleicht auch knallhart erscheinenden Aussagen der anderen Forumsmitglieder haben mir auch die Augen geöffnet. Du schreibst, du hast das Gefühl, dein Leben vergeudet zu haben. Was ist denn aber mit den vielen Jahren, die du noch vor die hast? Vielleicht wirst du steinalt. Willst du dieses Gefühl den Rest deines Lebens mit dir rumtragen? Meine Oma ist sehr alt und sehr verbittert, sie trauert ihren verpassten Chancen, damit auch ihrem verpassten Leben nach. Ich finde, das ist etwas wenig Erstrebenswertes. Du hast die Chance, aus deinem Leben etwas Gutes m zu machen, es ist nie zu spät, die Weichen neu zu stellen.

    Und ich habe mal eine ganz andere Frage. Du und andere Forumsteilnehmerinnen sprechen immer wieder von trockenen Phasen und dann von Rückfällen, wenn ihre Männer "Quartalstrinker" sind. Aber warum nennt ihr das trocken? Sie scheinen doch einfach nur über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ohne Alkohol klarzukommen. Das soll kein Angriff sein, sondern einfach eine Frage. Mein Mann (ich habe mich getrennt) trinkt täglich, er kann nicht mehr als 2 Tage ohne. Deswegen kann ich gar nicht auf die Idee kommen, von "trockenen Phasen" zu sprechen.


    Liebe Grüße

    Hallo Liesel,

    Ich finde aber dennoch dass ich Fortschritte mache. Decke ihn nicht mehr, habe es meinem Vater erzählt, der mich unheimlich unterstützt seither und demnächst möchte ich mich noch einer Freundin anvertrauen.
    Vielleicht sind das in Euren Augen noch nicht die Riesenschritte, aber ich fühle mich doch schon ein bisschen auf dem Weg. Vielleicht könnt Ihr das nachvollziehen?

    ich kann das nachvollziehen, mich hat es auch viel Zeit gekostet, mich anderen zu öffnen und von der Alkoholsucht zu erzählen. Es wird aber jedes Mal leichter. Und professionelle Hilfe ist sehr wichtig, man schafft das nicht allein. So wie der Alkoholsüchtige ohne ärztliche Hilfe nicht daraus kommt, schafft das der Coabhängige auch nicht ohne Unterstützung.

    Hallo Liesel,

    hast du dich eigentlich mal rechtlich beraten lassen? Das war hier ja auch Thema wegen des Sorgerechts bzw. Umgangsrechts, um das du dir Sorgen gemacht hast. Ich würde mich, falls du das noch nicht getan hast, auch wegen der Spielschulden unbedingt beraten lassen. Auch wenn ihr getrennte Konten habt, weiß ich nicht, wie das mit der gemeinsamen Veranlagung aussieht.

    Ich bin heute noch misstrauischer. Er hat mit einem Anwalt gesprochen und der sagte ihm wohl er könnte Suchtberatung auch online machen. Das mag sein, aber ich denke, ein Besuch bei einem Arzt wäre doch das erste und beste, oder?

    Also, ich weiß von meiner Beraterin, dass es die Online-Beratung als niedrigschwelliges Angebot gibt, da sich sonst viele gar nicht in die Beratung trauen würden. Sie hatte das nämlich vor ein paar Monaten angeboten, damit mein Mann sich vielleicht überhaupt rührt. Die Schwierigkeit ist aber dabei, dass man die Person nur virtuell sieht, man kann nicht riechen, ob sie vielleicht getrunken hat, Körpersprache ist nur auf das Gesicht beschränkt etc. Das ist vielleicht für einen Anfang eine gute Idee, aber wenn er jetzt wirklich was ändern wollte, müsste er zum Arzt. Eine Beratung ist immer nur eine Beratung und beraten lassen kann man sich ja lange und häufig, aber eigentlich weiß dein Mann ja auch, was er tun müsste.

    Wir haben uns mittlerweile getrennt, aber von Einsicht merke ich hier nichts wirklich. Die kommt immer ganz kurz, wenn er merkt, dass er in eine unbequeme Situation kommt. Dann verspricht er das Blaue vom Himmel, aber mittlerweile haben selbst die Kinder verstanden, dass der Papa nur aufhören wird zu trinken, wenn er wirklich will und sich in ärztliche Behandlung gibt. Mein Mann trinkt nur noch heimlicher, besonders dann, wenn wir bereits schlafen. Ich hoffe, dass wir bald eine Wohnung finden.

    Deswegen: warte nicht, dass er handelt, sondern überlege gut, was du tun kannst, damit es dir gut geht.

    Liebe Grüße

    Vielleicht solltest du ihm mit der Trennung drohen . Ihn in eine Beratung so lenken und somit letztendlich in eine Behandlung begeben .

    Das kann ich aber nur machen, wenn ich das dann konsequent durchziehe. Ich habe zu meinem eigenen Schaden immer wieder gebettelt, gedroht, geweint und gefleht. Außer leeren Versprechungen und Selbstzweifel habe ich nichts gewonnen. Jetzt habe ich es durchgezogen, aber ein Umdenken findet noch nicht statt.

    Du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass leere Drohungen irgendwas bringen.

    Ich habe gerade ein sehr gutes Buch zum Thema Co-Abhängigkeit gelesen. Was ich daraus mitgenommen habe, ist vor allem zwischen Ziel und Wunsch zu unterscheiden. Ziele kann ich mir selber setzen und diese auch durch mein Zutun erreichen. Das Trockenwerden meines Partners kann nicht mein Ziel sein, sondern ist ein Wunsch, der außerhalb meines Einflussbereichs liegt. Dies kann nur Ziel des Alkoholikers sein. Das lasse ich mal als Denkanstoß hier. Mir hätte diese Aussagen vor ein paar Monaten sehr geholfen.

    Als ich aber merkte das er so weitermacht wie vorher habe ich auch angefangen diverse Dinge zu regeln. Ich hatte mir ein Konto eingerichtet, habe die Unterlagen auseinandersortiert, war beim Anwalt usw. Auch alles ohne sein Wissen. Aber durch dieses Handeln erschienen mir die Hürden die vor mir liegen nicht mehr so hoch. Ich hatte einen gewissen Überblick und die Angst vor der Zukunft war nicht mehr ganz so gros.

    Ich mache das gerade genauso und das hilft mir ungemein.

    Du schaffst das, niemand von uns muss das ertragen.

    Liebe Lamiaceae,

    beim Jugendamt gibt es übrigens auch eine kostenlose Rechtsberatung. Ich wurde von einer Freundin, die Sozialarbeiterin ist, darauf hingewiesen, das war mir auch nicht klar.

    Ich war bei einer Rechtsberatung, es steht ganz klar das Kindeswohl im Vordergrund. Und das ist bei einem alkoholkranken Elternteil nicht gegeben. Mein Mann bagatellisiert auch, zwischendrin gibt er zu, dass er zu viel trinkt, aber normalerweise bin ich in seinen Augen die, die völlig dramatisiert. Ich habe aber mittlerweile viele im Boot, die Bescheid wissen.

    Wenn wir Cos uns Hilfe holen und anfangen, uns zu befreien, werden wir unbequem. Seit der Trennung noch mehr, weil von meiner Seite ja auch kein Interesse mehr besteht, die Beziehung weiterzuführen. Da traue ich mich auch noch mehr Dinge anzusprechen. Ich wünsche mir sehr, dass er den Kindern und sich zu Liebe den Absprung schafft und trocken wird, aber ich mache ihm ganz deutlich, dass er als Vater nur dasein und Verantwortung übernehmen kann, wenn das passiert.

    Liebe Grüße

    Ich verstehe deine Sorgen. Hast du bereits mit jemandem über die Alkoholsucht deines Mannes gesprochen? Mit einer Freundin, Familie oder auch einer Beratungsstelle? Du kannst dich auch beim Jugendamt beraten lassen, was das Umgangsrecht bezüglich einer Trennung betrifft. Sind eure Kinder noch klein oder schon größer?

    Betrachte mal eine mögliche Trennung von der anderen Seite: was gewinnt ihr dadurch?

    Mir steht gerade das, was du befürchtest, bevor. Es sind viele, auch schwere Schritte, aber ich denke, dass sich das alles lohnt, damit es meinen Kindern und mir wieder gut geht.


    Liebe Grüße

    Hallo Paulina,

    ich gehöre hier zwar noch nicht zu den "alten Hasen", bin aber jetzt seit einigen Woche dabei.

    Deine Situation klingt meiner sehr ähnlich, nur dass mein Mann schon seit seiner Jugend sukzessive alkoholkrank geworden ist, was mir lange gar nicht bewusst war. Ich habe ihn kennengelernt, als wir beide schon unser Studium abgeschlossen hatten. Da ist es mir anfangs auch nicht aufgefallen. Sonst kann ich alles mehr oder weniger genauso unterschreiben.

    Ich frage mich, ob wir (meine Kinder und ich) nocht eher bei ihm bleiben sollten und die Situation ausnutzen, denn ich allein müsste mit den Kinder in einer anderen Stadt umziehen, Schule wechseln usw, das scheint mir sehr unfair.

    Wie genau meinst du das? In Bezug auf wen erscheint dir was unfair? Und was genau meinst du mit Situation ausnutzen? Die finanzielle Situation?

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo zusammen,

    Du hast dich doch auch von deinem Mann getrennt aber ihr wohnt noch zusammen? Wie geht es dir?

    ja, unsere Trennung ist noch frisch und wir wohnen noch zusammen. Ich muss jetzt Wege finden, wie es weitergehen soll, bis ich mit den Kindern was gefunden habe. Bei mir ist es ein Auf und Ab, ich bin einerseits sehr froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und sie ausgesprochen ist, da ich weiß, dass sie richtig ist. Andererseits bin ich auch traurig, weil ich mir das Leben einfach anders vorgestellt habe und ich irgendwann mal den Gedanken hatte, dass wir gemeinsam alt werden. Aber ich muss mir auch eingestehen, dass ich schon lange weiß, dass ich das mit einem nassen Alkoholiker an meiner Seite nicht möchte.

    Weihnachten war okay, Heiligabend haben wir gemeinsam verbracht, die Kinder haben sich das sehr gewünscht. Aber nun bin ich bei meiner Familie, der Abstand tut gut. Ich habe zwischendrin mit ihm telefoniert, diese Telefonate tun mir aber nicht gut. Gestern war er auch betrunken, dass habe ich an seiner Stimme gehört. Im Prinzip kann man festhalten, dass er unsere Beziehung losgelöst vom Alkoholkonsum sieht. Das hätte sowieso nicht geklappt und diese Einsicht hätte er ja schon länger, so hätte er mir ja etwas voraus. Zwischendrin hält er mir dann Sachen vor, die ich in seinen Augen nicht richtig mache. Es ist einfach sehr verletzend, weil das, was der Alkohol mit ihm und auch mir macht, völlig ausgeblendet wird. Mir ist völlig klar, dass sein Verhalten krankheitsbedingt ist, hinzu kommt, dass mir klar geworden ist, dass er eine (vermutlich sogar schwere) Depression hat. Es ist trotzdem verletzend und geht mir sehr nah.

    Die Kinder wissen mittlerweile über die Trennung Bescheid, mein Mann hat natürlich die Version, in der der Alkohol eine untergeordnete Rolle spielt, aber die Kinder haben verstanden, dass es um den Alkohol geht. Was ihnen schwer fällt zu verstehen, ist, dass wir überhaupt keinen Einfluss aus seinen Alkoholkonsum haben. Mein Großer denkt, wir könnten es irgendwie kontrollieren und ihm ist bewusst, dass der Papa mehr trinkt, wenn er allein ist. Er fühlt sich quasi verantwortlich für den Papa 😔 ich hoffe, dass ich ihm vermitteln konnte, dass nur der Papa allein für seinen Konsum verantwortlich ist und wir nichts machen können, sondern nur ich dafür sorgen kann, dass es den Kindern und mir gut geht. Es ist alles ganz schön schwer.

    Hallo Evelin,

    ich habe bei dir hier immer mal mitgelesen, bin selbst Angehörige und nicht alkoholkrank.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich es überlesen habe, aber hast du dich jemandem außerhalb deiner Familie mal anvertraut, einer guten Freundin oder bist du mal zu einer Beratungsstelle gegangen? Mein Eindruck ist, dass du viel mit dir selbst ausmachst und du viel mehr über den Alkohol nachdenkst, als du dir selbst eingestehen möchtest. Bitte verstehe das nicht als Angriff. Mir ist nur aufgefallen, wie oft du schreibst, dass du wieder den ganzen Tag nicht an den Alkohol gedacht hast. Aber dennoch taucht der Alkohol immer wieder auf, Freunde bringen welchen vorbei, deine Tochter hat da was stehen. Versuche doch mal deine Bedürfnisse gegenüber den anderen zu kommunizieren, damit du nicht permanent mit dem Alkohol konfrontiert bist. Und zur Not sagst du, dass es dir nicht gut geht und du heute z. B. die Nachbarn nicht im Haus haben magst.

    Bist du in therapeutischer Behandlung? Über die Ursachen deiner Alkoholabhängigkeit zu sprechen, wäre sicher gut, um Rückfällen auch vorbeugen zu können.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen,


    ich kann deine Sorgen verstehen.

    Und dieses WechselModell, was er einfordern würde, kann ich mit mir nicht vereinbaren. Ich hätte keine Ruhe, wenn mein Kind bei ihm ist und ich es nicht wie gewöhnlich jeden Tag sehe...

    Aber nimm, wie du geschrieben hast, Kontakt mit dem Jugendamt auf. Er kann ja viel einfordern, Vorrang hat jedoch immer das Kindeswohl und bei dem, was du hier schreibst, stelle ich es mal in Frage, dass das bei ihm gegeben wäre.

    Aber ist es nicht so, dass es eher eine Phase ist, in der eine Trennung vermittelt wird, anstatt ein einzelnes Gespräch?

    Ja, das ist es. Ich denke auch, dass es den Kindern mittlerweile bewusst ist. Und natürlich hast du Recht, ein nasser Alkoholiker kann das nicht entsprechend vermitteln.

    Ich habe vorhin noch ein Gespräch. Ich meinem Mann geführt, da merke ich immer wieder, dass er den Spieß umdrehen will. Ich bin aber diesmal dabei geblieben und habe mich nicht kleinkriegen lassen.

    Liebe Cadda,

    das ist gut, dass du das schreibst. Mein eigenes Gefühl sagt mir nämlich, dass ich es den Kindern am liebsten allein sagen möchte, damit sowas nicht passiert. Mein Großer ist 11 und er ist ein so toller Junge und es tut mir in der Seele weh, dass mein Mann nicht checkt, was er da anrichtet. Und mit den anderen beiden ist es nicht anders, mein Mittlerer hat sogar mit seiner Psychotherapeutin über seine Trennungsangst gesprochen. Er hat mir das an dem Abend nach der Therapie erzählt und auch, was sie gesagt. Er war relativ gefasst. Ich hätte es ihm am liebsten da gesagt.

    Und ja, das stimmt, es wird ja nicht das einzige Gespräch sein. Und Unsicherheiten wird es bestimmt immer wieder geben.


    Danke

    Hallo ihr Lieben,

    jetzt bin ich doch schon wieder früh wach, aber mir geistern viele Gedanken durch den Kopf. Die To-do-Liste ist lang.

    Wie geht es Dir inzwischen? Immer noch gut hoffentlich. Konntest Du schon mit den Kindern sprechen?

    Mir geht es an sich gut, aber dadurch, dass ich so viel angehen muss, spukt mir gerade alles im Kopf rum. Mit den Kindern konnte ich noch nicht sprechen, weil mein Mann und ich noch keine Gelegenheit hatten, in Ruhe zu besprechen, wie wir es den Kindern sagen. Er zieht sich zur Zeit jeden Abend mind. 1 Flasche Weißwein rein, meistens sind es Liter-Flaschen.

    Ich werde mit ihm heute Vormittag sprechen und ihm sagen, dass ich noch an diesem Wochenende mit den Kindern sprechen müsste. Ich muss mich nämlich auch arg zusammenreißen, dass ich meinem ältesten Sohn nichts sage. Als ich ihn gestern Abend vom Training abgeholt habe (ich war selbst während des Trainings einkaufen, sodass mein Mann knapp 2 Stunden allein war, die beiden Kleinen machen Oma-Wochenende), hat er mich gefragt, ob ich denke, dass der Papa schon was getrunken hat. Da habe ich ehrlich geantwortet. Und er wollte auch wissen, woher ich das weiß. Ich habe ihm das ein bisschen erklärt, aber klar war am Ende, dass mein Mann sich in diesen 2 Stunden eine ganze Flasche Wein reingezogen hat.

    Ich glaube aber, dass bei meinem Mann noch nicht angekommen ist, dass wir tatsächlich getrennt sind. Mir wieder auch immer mehr bewusst, wieviel Schaden der Alkohol bereits bei ihm angerichtet hat. Aber gerade denke ich mir, es ist sein Körper, nicht meiner. Er kann mit ihm machen, was er will, aber bitte ohne uns.