Beiträge von Stromer

    Hallo Paul, ja das Leben ohne Alkohol erhält eine ganz andere Qualität. So gut wie alles wird schöner, besser, ich nehme Dinge viel intensiver wahr, der Schlaf hat eine sehr viel höhere Qualität.

    Bei den ganzen positiven Veränderungen solltest Du aber niemals vergessen, daß sich bei Dir ein Suchthirn in Deinem Kopf gebildet hat, welches weiterhin aktiv ist. Es dauert bis es anfängt zu schlafen. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Du etwas sicherer werden wirst und das Suchtgedächnis immer weiter schlafen wird. Im ersten Jahr sind die Rückfallquoten enorm, Fachleute sprechen von 90%, die im ersten Jahr wieder zur Flasche greifen.

    Bleibe wachsam und nim weiterhin alle Hilfe an, die Du bekommen kannst. Dann hast Du eine Chance, Abstinent zu bleiben.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Mein Suchthirn hat mich bisher komplett in Ruhe gelassen. Ich glaube das hat mehrere Gründe. Ich bin gleich am Anfang an unfassbar wertvolle Menschen geraten, die mir meine Situation so vor Augen führten, das ich diese sofort annehmen konnte und ernst nahm. Dadurch konnte und wollte ich alle Hilfe annehmen, die ich bekommen konnte und habe gleich zu Anfang wirklich sehr viel über meine Krankheit gelernt.

    Dadurch konnte ich mich vor vielen Dingen schützen, ich war sofort sehr vorsichtig. Ich glaube, das dadurch mein Suchthirn sehr gut schlafen gelegt wurde.

    Ich glaube sowieso, das ich mein Suchthirn reizen kann, indem ich z.B. alkoholfreie Getränke wie Alkoholfreies Bier oder andere entsprechende Getränke konsumieren würde, an Orte gehen würde, an denen ich früher mal getrunken habe, all inklusive Urlaub, Feiern usw. Ich würde dann sicher nicht sofort anfangen zu trinken aber mein Suchthirn würde sammeln und irgendwann, wenn ich gar nicht daran denke, wäre er wie aus dem Nichts da *BÄM* der Suchtdruck.

    Ich bin jetzt etwas über 2 Jahre und 2 Monate trocken und ich bin die ganze Zeit sehr, sehr glücklich und zufrieden. Ich lebe ein ganz normales Leben. Alkohol spielt nur noch soviel eine Rolle, das ich mich täglich mit meiner Krankheit auseinandersetze, indem ich in Foren lese und in meine Selbsthilfegruppe gehe.

    Zufriedene Grüsse sende ich euch :)

    Hallo Anouk , Du musst nicht unbedingt zu Deinem Hausarzt gehen. Viel wichtiger ist, das der Arzt, zu dem Du gehst, sich mit der Alkoholkrankheit auskennt und das Du zu ihm und zu Dir grundehrlich bist. Das tun nämlich lange nicht alle Ärzte.

    Als Alkoholiker hast Du ein Suchthirn gebildet, was Du nie wieder los wirst. Du kannst es nur schlafen legen, zum Stillstand bringen. Los wirst Du es nicht mehr. Du kannst dieses Suchthirn reizen durch Alkoholfreie Getränke, die Du mit Alkohol in Verbrindung bringen kannst wie alkoholfreies Bier ect. Aber auch Orte usw. Du fängst dann nicht gleich wieder auf zu trinken aber das Suchthirn sammelt und irgendwann wenn Du gar nicht dran denkst geht es *bäm* und der Suchtdruck ist voll da. Wenn Du also entgiftet bist, solltest Du so etwas unbedingt beachten.

    Ansonsten solltest Du die Alkoholsucht nicht unterschätzen. Das ist eine ganz schlimme Sucht, die Rückfallquoten sind nicht grundlos enorm.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Du hast Jahre lang Alkoholmissbrauch betrieben, Deinen Körper und Deinen Geist geschädigt, da kannst Du nicht erwarten, daß es nach ein paar Wochen abstinens wieder alles gut ist. Wie Twizzler ganz richtig geschrieben hat: hab Geduld.

    Mir ging es anfangs auch nicht schnell genug. So gut wie jeder hat mir gesagt, daß ich mal 3 Gänge zurück schalten soll, man wird vom Körper her in 3 Wochen trocken, der Geist braucht viel länger, richtig gesund wird der nie wieder.

    Aber ich kann Dir versichern, daß es besser wird. Ich bin heute total glücklich und froh und dankbar darüber, daß mir so viele Menschen, wie hier, so toll geholfen und mich immer unterstützt haben. Und ich bin so froh, das ich es dankbar annehmen konnte.

    Ich hatte es ja schon mal weiter vorne geschrieben: kümmer Dich erst einmal nur um Dich. Lass Deine Frau und Deine Kinder sind bei ihr sehr gut aufgehoben.

    Du hast Deine Frau jahrelang verletzt indem Du immer wieder getrunken hast und jetzt soll sie Dir glauben, daß Du deine Trockenheit durchziehst? Glaubst Du dir das selber, das Du das schaffst? Das wäre bei Rückfallquoten von 90% im ersten Jahr sehr optimistisch und gerade dann würde ich bei Dir nicht dran glauben. Denn dann würde Dir die nötige Demut fehlen.

    Kümmere Dich nur um Dich und Deine Alkoholsucht. Las Deine Frau so viel trinken, wie sie will. Das geht Dich nichts an, sie ist erwachsen.

    Ich ersticke gerade fast an meiner Wut. Bin schon wieder für alles Mögliche rund gemacht worden (nicht die Pfanne gespült, nicht die richtige Wäsche gewaschen usw.) Alles würde ich falsch machen, warum ich nicht Saufen ginge.

    Ich muss nicht jeden Apfel fangen, der mir zugeworfen wird. Erst recht nicht die verschimmelten.

    Sie zu das es Dir gut geht. Sorge gut für Dich. Das ist sehr wichtig um troken zu bleiben.

    Hallo Sam1982, du solltest jetzt erst einmal Deine Frau und die Kinder vollkommen beiseite schieben und Dich nur noch um Dich kümmern. Es ist von Deiner Frau vollkommen richtig und wichtig, daß sie sich und eure Kinder vor Dir schützt und wenn sie schlau ist, wird sie das auch durchziehen.

    Wenn Du dich wirklich auf ein abstinentes Leben vorbereiten möchtest, dann solltest Du den Fokus ganz auf Dich legen und alle Hilfe annehmen, die Du bekommen kannst! Nur dann hast Du eine kleine Chance, zufrieden trocken zu bleiben. Nur 10% schaffen das erste Jahr trocken zu bleiben.

    Geh zu einer Suchtberatung, die sind super und werden Dir weiterhelfen. Such Dir unbedingt auch zusätzlich zu dieser eine Selbsthilfegruppe. Da lernst Du gleichgesinnte vor Ort kennen. Konzentrieren Dich auf Dich. Du wirst alle Konzentration und Hilfe brauchen. Viel Glück.

    Hallo Blendi, ich möchte Dir auch ein paar Gedanken für Dich hier lassen.

    Es ist ganz toll, das Du zur Zeit entgiftet bist und versuchst trocken zu bleiben. Du musstest durch den Alkohol noch nicht viel verlieren. Das ist auch gut.

    Du bist offensichtlich gerade mit Deiner Situation nicht sehr zufrieden. Das solltest Du aber. Denn ohne Alkohol ist das Leben sehr viel sinnvoller als wenn Du noch trinken müsstest. Du musst nun lernen, diese vielen Stunden, die Du besoffen sinnlos verplempert hast, sinnvoll zu füllen. Das lernst Du in diversen Therapien und in Selbsthilfegruppen wie dieser hier. Du solltest alle Hilfe annehmen, nur dann hast Du eine kleine Chance, trocken zu bleiben.

    Weisst Du, Alkohol hat das Potential, Dich vollkommen zu zerstören. Das solltest Du dir immer vor Augen halten. Wir sind krank und das für den Rest unseres Leben. Die Erfahrung zeigt, daß es nach jedem Rückfall viel schlimmer wird als es vorher war. Und wenn Du wieder trinkst, wird es auch immer schlimmer. Die Spirale führt immer nur in eine Richtung: nach unten. Besser wird es nie.

    Es ist sehr gut, das Du hier bist. Mir hat diese Gruppe sehr geholfen, auf meinem Weg, trocken zu werden. Ich posten zwar nicht viel, lese aber hier täglich mit. Ich wünsche Dir alles Gute.

    Hallo, ihr seid ja lieb :) Vielen Dank für eure Glückwünsche <3

    Ich fühle mich heute weiterhin gut und vor allem bin ich sehr zufrieden. Das konnte ich dadurch erreichen, indem ich von Anfang an alle Hilfe dankbar angenommen habe, die ich erhalten konnte. Und die Hilfe konnte ich dadurch annehmen, weil mein Arzt mir klar und schonungslos meine Situation, die ich zu dem Zeitpunkt vollkommen falsch eingeschätzt hatte, mir vor Augen geführt hat. Ich war auf dem Weg in den Tot und hatte keine Ahnung.

    Solche Tage wie heute lassen in mir immer wieder ganz besonders deutlich meine Situation vor Augen führen, wie es vor meiner Entgiftung war. Ich werde nicht müde, alles zu unternehmen, damit ich nie wieder dort Lande.

    Dennoch wird mein Leben immer normaler. Ich war bisher vorsichtshalber übervorsichtig. Ich traue mir aber nun immer mehr zu. In meinem Kopf hat sich ein gewisses Selbstbewußtsein gefestigt. Ich weiss sehr gut, was geht und was mir nicht gut tun wird.

    Dieses Forum tut mir sehr gut. Ich lese hier sehr viel.

    Vielen Dank für alles :)

    Hallo undee, das mit dem Motorrad fahren kann ich sehr gut nachempfinden :) Ich warte schon sehnsüchtig auf den Frühling. Meine Motorräder werden zwar nie abgemeldet und ich fahre auch mal gerne im Winter, wenn es mal etwas wärmer ist. Aber wenn Salz liegt, dann hole ich die nicht raus.

    Weisst Du, bezüglich Deiner Stimmung musst Du dir immer vor Augen halten, daß es besser wird, je mehr Du für Dich tust. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, als ich bei einem Monat Trockenheit war. Ich war wie in einem Tunnel. Die ambulante Langzeitterapie stand vor der Türe, vor der ich etwas bammel hatte, ich hatte schon Einzelgespräche bei der Suchtberatung, ich hatte eine tolle Selbsthilfegrupp gefunden, ich war damals noch krankgeschrieben. Aber ich konnte schon genießen, gut schlafen zu können - nach Jahrzehnten das erste mal ohne Alkohol :) und es war so schön zu erleben, wie alles andere nach und nach besser wurde.

    Ich bleibe weiterhin immer wachsam und höre nicht auf, auf mich zu achten. Die wenigsten schaffen es, trocken zu bleiben. Ich möchte dazu gehören.

    Ja genau, am 13.2. bin ich zwei Jahre trocken.

    Ich habe keine Angst vor Alkohol. Ich habe auch kein Problem damit. Heute ist Alkohol für mich eine legale harte Droge von der ich selber erfahren habe, wie stark sie abhängig macht und wie zerstörerich diese Droge ist. Ich möchte sie nicht mehr konsumieren. Punkt.

    Ich habe aber auch gelernt, wie tückisch diese harte Droge ist. Sie hat mein Gehirn geschädigt, "umprogramiert" Ich werde mein Leben lang sehr wachsam bleiben. Ich übertreibe es nicht, erst recht nicht am Anfang, an dem ich noch stehe.

    Ich fühle mich aber auch sehr gut vorbereitet. Ich habe die letzten zwei Jahre sehr viel gelernt.

    Ich habe mit meiner Frau schon über unseren nächsten Urlaub gesprochen und auch hier ganz tolle Tips erhalten. Nur weil ich bisher vorsichtshalber auf Urlaub verzichtet habe, heisst das ja nicht, das ich nie wieder in den Urlaub fahre :)

    Hallo Carl Friedrich ich spreche im er nur für mich, was andere (daraus) machen ist nicht mein Ding.

    Ja ich bin sehr vorsichtig da für mich auch nach knapp zwei Jahren sich noch alles sehr neu und frisch anfühlt. Die sehr hohen Rückfallquoten schweben immer als mahnendes Ausrufezeichen über mir. Es war schlim genug, ich brauche das nicht mehr.

    Meine Frau und ich haben sich aber schon Gedanken über zukünftigen Urlaub gemacht und ich habe auch hier viele tollen Tips erhalten.

    Ich erinnere mich gerade nicht mehr: Was hast Du in Deinem Alltag verändert, um zufrieden abstinent sein zu können? Erzähl ruhig öfter mal von Dir ...

    Hallo Rennschnecke, am Anfang war alles anders, neu und ich habe es als sehr anstrengend empfunden. Nach 6 Wochen bin ich ja wieder arbeiten gegangen. Alleine das empfand ich schon anstrengender, mein Körper war nach der Entgiftung schon kraftlos, müde. Nach der Arbeit hatte ich danach so gut wie jeden Tag etwas anderes: Langzeitterapie, Einzelgespräche, Selbsthilfegruppe das heisst, ich war praktisch das erste Jahr jeden Tag nicht vor 21:00 Uhr zuhause. Dann noch schnell etwas essen und ab ins Bett. Am Wochenende bin ich dann viel Motorrad gefahren, war wandern oder habe Städte besucht oder andere Veranstaltungen wie Berkwerke besichtigen usw. Ich habe viele Interessen.

    Bei allem habe ich es sehr genossen, das ich die Tage nun symtomfrei erleben konnte. Es ist immer noch so herrlich! Und ich genieße es sehr, früh schlafen zu gehen und gut schlafen zu können. Das ging ja ohne Alkohol bei mir seit Jahrzehnten nicht mehr.

    Ich glaube, bei mir sind die Jahrelangen schlimmen Symtome DER Grund, warum ich nie, nie wieder trinken möchte, die mich vom Alkohol fern halten. Es hat zu lange zu weh getan.


    Übrigens war ich heute vor 2 Jahren noch nicht trocken. Der Arzt hatte dazwischen noch Urlaub und hat mit mir vereinbart, das ich danach am 13.2.2013 in seine Praxis kommen sollte. Bis dahin sollte ich so viel wie nötig und so wenig wie möglich weiter trinken. Er hatte mich damals ab meinen ersten Besuch krank geschrieben und mir empfohlen, meinen Arbeitgeber mit ins Boot zu holen. Er hatte Sorge, daß ich auch tagsüber anfangen könnte zu trinken. Dann hätte ich ja wieder "funktioniert" und das Vorhaben der Entgiftung hätte ich sicher fallen gelassen. Ich glaube das war der Grund, warum er mich kurzfristig ambulant entgiftet hat.

    Ich bin ihm sehr, sehr dankbar.

    Ich hatte übrigens mit ihm wirklich irres Glück. 6 Monate später hat er sich mit über 70 Jahren zur Ruhe gesetzt. Ein mal bin ich ihm noch mal beim Einkaufen über den Weg gelaufen. Ich stand in der TK Abteilung, als es plötzlich an meinem Arm zupfte. Da stand er neben mir und lächelte wieder so freundlich mit seinen weissen Haaren und seinem weissen 3 Tagebart. Er hatte sich offensichtlich auch sehr gefreut, mich so lebendig und nüchtern zu sehen. :)

    Im ersten trockenen Jahr habe ich so gut wie alle Anlässe, wo getrunken wurde, gemieden. Wenn es geht, meide ich auch heute Veranstaltungen, wo getrunken wird. Mich troggert das zwar nicht direkt, ich bin aber sehr vorsichtig.

    Es geht mir um mein Suchtgedächnis, was wir Alkoholiker ja alle haben. Es ist ja nicht weg, es schläft nur und sammelt dabei unbewusst. So habe ich das verstanden. Und wenn es genug gesammelt hat, bricht es wieder los mit Suchtdruck.

    Ich möchte es nicht füttern also vermeide ich alles, was es füttern könnte. So verzichte ich weiterhin auf Urlaub, gehe selten Essen und vermeide Veranstaltungen, alles Futter für mein Suchtgedächnis denn dort überall hatte ich damals gut und gerne getrunken.

    Ich bin da hauptsächlich wegen den Motorrädern, nicht wegen den Menschen. Wenn die da trinken, triggert mich das nicht mehr, ich schaue mir die Veranstaltung so lange an, so lange ich das nett finde, wird mir das zu doll, fahre ich. Und fragt mich jemand, ob ich etwas alkoholiches trinken möchte, dann sage ich "nein". In dem Fall ist "nein" ein ganzer Satz.

    Ich bin nun seit ca. 2 Jahren trocken. Ich hatte zu Anfang alles mitgenommen, was mir hilft, trocken zu werden und zu bleiben. Das war sehr anstrengend aber ich fühle mich heute dadurch gut vorbereitet, kenne viele Situationen und weiss, wie ich reagieren muss.

    Heute vor zwei Jahren, am 26.1.2023 sass ich bei einem Arzt. Zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr.

    Ich hatte mich dagegen gestemmt, tagsüber Alkohol zu trinken. Ich trank immer erst nach 18:00 Uhr. Ich konnte nicht tagsüber trinken. Ich musste arbeiten, da hätte ich keinesfalls trinken können. Und 90Km musste ich auch täglich mit dem Auto pendeln. Heute weiss ich, das ich jeden Tag Entzugserscheinungen hatte. Und jede Woche wurde dieser immer stärker und stärker.

    Ich sah mich nicht als Alkoholiker. Das sind doch die, die den ganzen Tag saufen. Ich nicht, also bin ich kein Alkoholiker. Dachte ich. So habe ich mir das eingeredet. Ich habe höchstens ein Alkoholproblem, das muss ich mal angehen. Morgen ist ein guter Tag dafür. Jeden Tag habe ich mir das gesagt.

    Der Arzt schenkte mir eine ganze Stunde, während ich ihm erzählte, was mit mir los ist. Diese starken Schmerzen, das Herzrasen, das Zittern, diese innere Unruhe und zuletzt diese starken Bauchschmerzen. Ich wollte das kontrollierte Trinken lernen, deshalb bin ich da, sagte ich, da hatte ich mal von gelesen. Er hörte mir diese Stunde zu, stand immer wieder auf, ging durch den Raum und kam ab und zu zu mir und nahm mich in den Arm, wenn ich so stark weinen musste, daß ich nur noch schlecht reden konnte.

    Er sagte, daß er nur 15 Minuten für mich Zeit hätte und das Wartezimmer voll wäre, ich sollte in zwei Tagen wiederkommen.

    Zwei Tage später sass ich wieder bei ihm. Nun redete er. Er erklärte mir, das ich Alkoholiker sei der nur noch funktioniert, weil ich ein starkes Gerüst um mich hätte in Form von Familie, Arbeit, Hobbys. Ohne das würde ich jetzt schon nur noch in einem kleinen dunklen Raum sitzen, den ich nur noch verlassen würde, um Nachschub zu holen. Und wenn ich nichts täte, würde das auch bald passieren. Ich würde alles Verlieren: Familie, Arbeit, meine Würde und zum Schluss auch mein Leben. Aber es gäbe eine kleine Chance, aus dem Strudel, der immer nur nach unten führt, herauszukommen. Aber nur, wenn ich alleine den Hintern hoch bekäme und alle, wirklich alle Hilfe demütig und bedinnungslos annehmen würde, die ich bekäme. Nur dann hätte ich eine kleine Chance. Nur 15% würden das erste Jahr trocken schaffen.

    Das sass. Ich plante mit ihm meine Entgiftung, er hat mir geholfen, schnell bei der Suchtberatung unterzukommen, ich habe alles mitgenommen: Langzeitterapie, mehrere Selbsthilfegruppen, Suchtberatung, onlinegruppen.

    Heute fühle ich mich sehr gut vorbereitet. Ich bin zufrieden und sehr, sehr glücklich. Ich werde aber mein Leben lang vorsichtig bleiben. Dankbar wird mir für immer dieser Arzt in Erinnerung bleiben, der mir mein Leben gerettet hat und mit seinen harten und direkten Worten schonungslos meine Situation aufgezeigt hat, die ich vollkommen falsch eingeschätzt hatte.

    Heute ist Alkohol für mich eine legale, harte Droge, die nur erlaubt ist, weil die Menschheit sich damit schon seit Jahrtausenden zu gerne betäubt und dadurch kulturelle Bedeutung errungen hat und Gesellschaftsfähig wurde. Alkohol tötet schon in geringen Mengen Zellen. Alkohol macht dumm. Alkohol macht agressiv und peinlich. Ich ärgere mich sehr darüber, wie viel wertvolle Lebenszeit ich vollkommen wertlos verplempert habe, während ich besoffen war. Das ist nun vorbei. Und ich werde nicht müde, alles zu tun, damit es auch so bleibt. Auch in 20 Jahren wird das nächste Glas nur eine Armlänge entfernt sein.

    Jep, am meisten bin ich überrascht welche Lügengeschichten der Alkohol uns ins Ohr geträufelt hat.
    Ich war über Jahrzehnte der festen Überzeugung, ohne Alkohol ist das Leben nicht lebenswert.

    Hallo *Rina*

    bei mir und ganz sicher auch bei vielen anderen hier, war das genau so. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, ein Leben ohne Alkohol zu führen! Ich wusste gar nicht, wie das gehen soll. Zum Glück konnten wir ja unter Anderem hier wieder lernen, wie ein zufriedenes Leben ohne Alkohol funktioniert.


    Und ich habe jetzt wieder das Musik hören für mich entdeckt. Seit meiner Abstinenz habe ich eigentlich keine Musik mehr gehört, weil Mucke hören und berauscht sein für mich ein Dingen war. Und jetzt freue ich mich wie Bolle über das nüchterne Hören. Das ist meine neue Fähigkeit.8)

    Musik war schon immer eine grosse Leidenschaft von mir. Zugedröhnt bin ich aber anders mit Musik umgegangen. Ich habe sie nicht mehr genossen sondern mich mit dieser zusätzlich zugedröhnt. Bis in die Nacht habe ich mir mit Kopfhörern die Ohren zerstört.


    Wie geht es Dir *Rina* ? Geht es mit der Renovierung voran?

    Viele Grüsse.

    Rennschnecke Ich lade Dich ein, den langen Text von mir weiter oben zu lesen. Auch ich musste nicht in meinem erbrechen liegen und musste auch nichts verlieren. Ich habe vorher schon nicht mehr weiter gewusst.


    Stoffis unter Sich in der Therapie, ich liebe es, lese es immer wieder gerne

    Warum schreibst Du das? Gibt Dir so etwas etwas? Den hättest Du dir sparen können


    Welchen Eindruck denkst Du, hast Du rückblickend bei den anderen Therapieteilnehmern vermittelt? Lass mich raten: Wie ein Fels in der Brandung standest Du ob Deiner jahrelangen Erfahrung hoch oben über den anderen Teilnehmern und konntest in der Therapie-Tratschecke vor der Klinik überzeugend Deine Zuordnung treffen.

    Auch hier drückst Du Dich leider meiner Meinung nach unnötig angreifen aus. Ich rechtfertigen mich dennoch. Ein Herr in der LZT war wegen der MPU da. Er hat immer wieder betont, wie sehr ihm es fehlt, mit den Kunpeln einen trinken zu gehen. Er hatte auch gar kein Interesse, sein Umfeld zu verändern. Ein anderer Patient war nur da um nicht ins Gefängnis zu kommen. Die Therapie war eine Auflage vom Gericht. Er sah sich gar nicht als Alkoholiker und hat sowieso normal weiter gelebt wie bisher. Ein weiterer wollte in keinem Fall auf sein alkoholfreies Bier verzichten.

    Die 90% Rückfallquote kommen nicht von mir. Das habe ich gelesen. Das heisst, das von 10 Leuten in der Therapie 9 rückfällig werden.

    Schöne Zeit noch.


    Edit: Ich habe mir gerade noch einmal Deinen beleidigenden Beitrag durchgelesen. Ich verstehe absolut nicht, warum Du mich mit einer solchen Überheblichkeit hier öffentlich dermassen angehst. Ich finde Deinen Beitrag unmöglich.