Hallo zusammen,
ich lese hier gerade sehr interessiert mit, weil mich das Thema auch immer wieder beschäftig. Ich weiß, ich stehe ganz am Anfang und habe noch einen weiten Weg vor mir..
Weil es sich hier gerade anbietet schreibe ich hier, was ich gestern erlebt habe …. Ich habe lange überlegt, ob ich es überhaupt schreibe, weil ich es nicht gut aushalte, wenn Urteile über mich gefällt werden… das hatte ich ja schon in meine Thread angesprochen.
Ich habe gestern eine organisierte Skitour gemacht - super toll, 1550 HM, Pulver, Sonne - hauptsächlich Männer dabei. Nach der Tour einkehren - kommt regelmäßig vor. Normal wird dann Kaffe, Kaiserschmarrn etc. konsumiert. Gestern fand ich mich auf einmal mitten unter 7 Leuten, die alle Bier tranken, nur eine andere Frau hat ein alkoholfreies Bier getrunken. Ich hab mein Spezi genossen, wie immer nach solchen Touren….
Es war ok, ich hatte keinen Saufdruck, ich war total klar, habe überhaupt nicht mit dem Gedanken gespielt mir auch was Alkoholisches zu bestellen. Bevor ich in die Wirtschaft rein bin, hatte ich auch überhaupt nicht darüber nachgedacht, wer was trinken wird.
Trotzdem war ich einen Moment total geschockt, als ich da dann so saß… Ich hatte einfach nicht weiter gedacht, warum auch immer (Interpretation 1: Ich gehe leichtfertig mit meiner Nüchternheit um, Interpretation 2: ich lasse mir Hintertürchen auf, Interpretation 3: Alk hat an dem Tag überhaupt keine Rolle gespielt…… und noch viele mehr) Und ich war tatsächlich auch so erschrocken, weil ein solches Verhalten hier so „abgeurteilt“ wird, ich aber doch eigentlich offen hier schreiben will…
Wann und wie letztendlich der richtige Zeitpunkt ist und was die richtige Veranstaltung ist, muss denke ich jeder für sich selbst entscheiden
Darauf muss ich lernen zu vertrauen….die Aussage fühlt sich für mich gut an!
Wenn ich meine Nüchternheit an oberster Stelle im Leben priorisiere, dann lasse ich von jeglichen Gelegenheiten, wo Alkohol konsumiert wird, die Finger. Und halte größtmöglichen Abstand.
Das hätte für mich gestern bedeutet, ich könnte meinem Hobby, dass mir sehr wichtig ist, nicht mehr nachgehen - sollte ich mich nicht sicher fühlen, würde ich auch eine Skitour absagen, aber für mich ist der Weg immer schön in mich reinhorchen, gut hinhören und auf mich vertrauen.
Ich lag gestern Abend im Bett und war glückselig, weil der Tag so schön war, die netten Leute, die Umstände, den Spaß, den wir zusammen hatten - ich habe keinen Gedanken an Alkohol verschwendet.
Meine Nüchternheit steht an erster Stelle - mit dieser Klarheit kann ich auch mal eine solche “Veranstaltung“ besuchen.
Gute Nacht alle zusammen!
Evelin