Beiträge von Unvergoren

    Hallo, ich bin stille MItleserin aber ich kann es jetzt nicht lassen, meinen Senf dazu zu geben. Das meiste wurde ja schon gesagt, aber man sollte die vielen Warnsignale mit roten Flaggen markieren:

    "Das es kein Spaß macht am WE die Abende "allein" zu verbringen, da er irgendwann einfach im Stuhl einschläft (jedesmal). Ab einer gewissen Zeit,
    merkt man jedesmal das er anfängt zu lallen, Koordinations Probleme hat ect."

    Beziehungkiller Warnsignal!

    "Wirklich aggressiv wird er nicht und er steckt diese Masse an Bier eigentlich jedesmal erstaunlich gut weg"

    große Alkohol Toleranz = grosses Warnsignal!

    "Freitag Samstag und Sonntag trinkt er TÄGLICH 4-5 L Bier, ab 10 oder 11 Uhr geht es los, das erste Bier in der Hand."

    schon am Vormittag loslegen = dreifach Warnsignal!

    "Er überschätzt sich komplett, nach zb.8 Bier, wenn ihm einfällt er muss noch irgendwas besorgen, fährt er Auto."

    absolutes no go

    "Wirklich aggressiv wird er nicht ABER wenn er mich ein Glas Sekt trinken sieht, dann schmeißt er die Flasche zu Boden"

    auch Gewalt gegen Gegenstände ist ein großes Warnsignal und NO GO!

    "Er hatte nie wirklich eine Freundin und hat es erst mit mir kennen gelernt was Patenschaft bedeutet,
    kamen zusammen da war er 49j."

    laut meiner Erfahrung auch ein Warnsignal. Beziehung inklusive die dazu nötige Kompromissbereitschaft muss gelernt werden. Und zwar ab der Jugend.

    "10J vorher mit einem Narzissen haben mich stark gemacht"

    bist du dir da wirklich sicher? Klingt nämlich so als würdest du dich schon wieder manipulieren lassen und dir die zahlreichen Warnsignale schönreden wollen, obwohl du sie ja sowiso gesehen hast. Du kennst die Antwort schon, willst sie aber nicht wahrhaben.

    Das mit der Schokolade kenne ich auch, bin noch mitten drin, ich lass jetzt mal die letzte Riegeltüte leer werden,
    mal schaun was passiert 😏

    Passt auf mit der Schoko! Ich habe nach dem Trinkstopp viel zu viele Süssigkeiten gefuttert. Der Langzeitzucker Blutest, der genau diese 3 Monate mit Schokoexzessen gemessen hat, hat nun pre-Diabetes ergeben. Jetzt hab ich mir ein Blutzuckermessgerät gekauft, steche in meinen Fingern herum und esse bei Gier nach Nachspeisen nur mehr Pudding mit selbstgemachter Kakaosauce mit Süßstoff.

    Aber nach Corona habe ich festgestellt, dass ich überfordert damit bin, wieder in die Welt zu gehen. Ich habe es mir irgendwie komplett abgewöhnt und schaffe es nicht, das zu ändern.

    Das kann ich gut nachvollziehen. Auch hier ist durch Corona viel weniger los. Manches ist komplett eingebrochen. Aber die Frage ist, leidest du an Einsamkeit? Du schreibst du fühlts dich einsam wenn du Fotos von Freunden beim Wein trinken siehst. Aber ansonsten bist du eigentlich nicht gerne unter Menschen. Vielleicht fühlst du dich gar nicht einsam, sondern sehnst dich unbewusst noch nach Wein trinken?
    Also du hast einen Freund, einen Hund. So einsam stelle ich mir das nicht vor. Man muss ja nicht geselliger sein.

    Angst, dann ganz allein zu sein, auch in Zukunft auch wenn man im Alter dann krank ist.

    Angst vorm Alleinsein im Alter ist kein guter Grund in einer Beziehung zu bleiben. Abgesehen davon ist ein Alkoholiker fürs gemeinsame alt werden nicht wirklich die beste Wahl. Dieser Lebensstil verkürzt nämlich das Leben!
    Ich bin jetzt auch wieder single, habe keine Angehörigen mehr und auch keine Kinder. Und suche ganz bestimmt keinen neuen älteren Herren mehr! Allein ist zumutbar. Viel besser als in einer toxischen Beziehung.

    Ich mache das "bis zum Ende durchspulen", wenn da so Vorstellungen aufkommen, wie schön das jetzt wäre ein Glas zu trinken. Also nicht jedes Mal, wenn der Gedanke aufkommt.

    Warum wäre es schön ein Glas zu trinken? Willst du die Wirkung? Ich frage mich immer, wenn ich auf ein alkoholisches Getränk Gusto bekomme, ob ich auch die Wirkung hier und jetzt haben will. Die Antwort ist immer nein. Und nach 5 Monaten abstinent bekomme ich fast nie mehr Gusto. Das letzte Mal, vor 2 Wochen, bekam ich ganz starke Sehnsucht bei einem französischen Film, wo sie ununterbrochen Pastis getrunken haben. Ich bekam einen fürchterlichen Gusto danach, nicht weil ich hier in Österreich jemals Pastis getrunken habe, sondern im Urlaub gelegentlich Raki. Hab mich also beim Neid auf die Anisschnaps trinkenden im Film wieder einmal gefragt: willst du jetzt die Wirkung auch dazu oder nur den Anisgeschmack? Die Antwort war: nein, ich will auf keinen Fall beschwipst sein. Ganz und gar nicht. Ich erlebe gerade nur eine Assoziation mit Urlaub, Meer und Sonnenschein und diesem Geschmack des Sommers. Es sind halt viele Assoziationen und Erinnerungen mit Alkohol und gewissen Geschmäckern verbunden. Diese Assoziationen muss man erkennen und nüchtern verarbeiten.

    Ich lese hier immer wieder von Frauen in gewalttätigen Beziehungen mit Alkoholikern: aber er hat ja auch so gute Seiten, er ist ja eigentlich ein total toller Freund, ich liebe ihn ja so usw. Aber das Negative überwiegt in all diesen Fällen massiv. Wenn das Objekt der Liebe immer wieder besoffen herumrandaliert und verbale Gewalt ausübt, und du Angst hast, dass er dir bald etwas antun könnte, ist das ein ganz schlechtes Zeichen. Hör auf dein Bauchgefühl und trenne dich von deinem Problemfall!

    Hallo Unvergoren

    Aber er war eigentlich in der Beziehung eher fürsorglich. Er hat zum Beispiel immer für mich und meinen Sohn gekocht

    Naja, auch böse Menschen haben ihre guten Seiten. Mein Narzisst war auch sehr charmant, das haben die so in sich. Gehört zur Manipulation dazu. Aber das Negative überwiegt doch hier sehr eindeutig. Der Serienmörder Ted Bundy war auch ein total lieber Ehemann, laut aussagen seiner Ex-Frau. Nein also, deswegen weil er gekocht hat usw solltest du deinem Ex nicht nachtrauern. Er hat dich immerhin fast umgebracht. Das überschattet alles was ich mitgemacht habe bei weitem! Soll man so jemandem nachweinen?

    Hallo Momo,

    Ich habe auch schon einige toxische Beziehungen hinter mir und glaube mir, ich vermisse keinen von diesen Herren. Es dauert halt seine Weile bis es einem wirklich bewusst wird wie ungut diese Menschen zu einem waren. Dein Ex war ja nicht nur Alkoholiker sondern auch gewalttätig, völlig lieblos in der Trennung und anscheinend ein Narzisst. Es lohnt sich wirklich nicht, um ihn zu trauern und jetzt auch noch daran zu denken, dass du dich für ihn aufgeopfert hättest. Wirklich? Für jemanden der dich fast umbringt wolltest du dich aufopfern und ihn pflegen und hegen? Findest du das nicht ein bisschen masochistisch? Also ich hoffe dass du dir bald wirklich klar wirst, was für ein Exemplar du da wirklich hattest und dass er deine Tränen nicht wert ist.

    Ich finde es schon erstaunlich mit welcher Energie versucht wird einen Ausrutscher als keinen Rückfall anzusehen.

    Wenn ich gedanklich einen Rückfall als Ausrutscher einplane, widerspricht sich das auch dem Wunsch einer lebenslange Abstinenz. Und nicht jeder schafft aus einem Rückfall den Weg wieder zurück.

    Hier im Forum ist es ein Rückfall. Wir vermitteln hier keine Experimente oder Kompromisse.

    Ich muss nur lange genug suchen und dann finde ich immer irgendwie etwas ,was meinen nassen Denken entspricht.

    Inwieweit ist über etwas reden gleich die Planung dessen? Ich finde es erstaunlich mit welcher Energie versucht wird, anderen einzureden sie hätten noch ein nasses Denken, planen schon den nächsten Rückfall, meinen es nicht ernst genug usw.
    "hier im Forum ist es ein Rückfall". Aha. Ja dann ist das hier im Forum halt so. Jedes Mon Cheri ist ein Rückfall. Alles klar. Werds mir merken,

    Nein.

    Gibt es eine Grund, dass du auf meine Frage gar nicht eingegangen bist?
    Ich stelle sie dir noch mal: Kannst du für dich sagen, dass du niemals wieder in deinem Leben Alkohol zu dir nehmen willst?

    Ich bin zwar nicht bei AA, aber ich weiß das man das dort nicht gefragt wird, sondern sagt "heute trinke ich nicht". Weil alles andere eine Überforderung wäre. Dem schließe ich mich an. Obwohl ich schon etwas langfristiger als bis heute Mitternacht planen kann. Fürs ganze Leben kann ich mir jedoch nichts versprechen.

    Helfen dir Meinungen?

    Wenn ich mir mal irgendwann Gedanken über den Unterschied zwischen Rückfall und Ausrutscher machen sollte, dann weiß ich, dass ich gar nix verstanden habe. Dann weiß ich, dass mein nüchternes Leben aber sowas von in Gefahr ist, dass ich Angst um mich bekäme.

    Ein Alkoholiker kann niemals wieder seinem Leben Alkohol zu sich nehmen …. egal, in welcher Form, egal, wieviel und egal, wie oft.

    Kannst du für dich sagen, dass du niemals wieder in deinem Leben Alkohol zu dir nehmen willst?

    Siehst du den Widerspruch nicht? Ein Alkoholiker der zweimal im Jahr ein Bier trinkt sei rückfällig, aber gleichzeitig funktioniert kontrolliertes Trinken bei Alkoholikern nicht. Das zweite schließt das erste somit aus. Den Alkoholiker der 2 Bier im Jahr trinkt gibt es also nicht. Ein Rückfall schaut somit auf jeden Fall ganz anders aus.

    Ich mag da gar keine Antwort drauf geben weil ich keine hab. Dazu bin ich wohl noch zu unerfahren. Aber ich könnte meinen Dad fragen, wie er das sieht.

    Du kannst auch googeln. Du wirst dann auf das Wort Ausrutscher stoßen, und der Unterschied zwischen Ausrutscher und Rückfall wird dir auf einschlägigen Seiten zum Thema Alkoholsucht erklärt. Rückfall wird dort als Rückkehr in alte Trinkmuster definiert. Aber vielleicht gibt es ja verschiedene Meinungen?

    Aber es genügt ja zu wissen dass bei uns ein Ausrutscher mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Rückfall enden wird. Und das wir eben nicht nur 2 Bier im Jahr trinken werden.

    Für mich gar nicht erstaunlich. Ein Mon Cheri war bei mir, am Anfang meiner Säuferkarriere, der Auftakt zum Besäufnis.

    Deshalb ist es für trockene Alkoholiker wichtig, auf die Inhaltsangaben bei verschiedenen Lebensmittel zu achten.

    Ja gut, aber ich kann mir nicht vorstellen dass eine Mikromenge an Alkohol in einem Lebensmittel, die so gering ist dass sie keine Wirkung haben kann und ohne Wissen gegessen wird, irgend einen Effekt auf die Alkoholiker-Psyche haben kann. Ein komplett alkoholbefreites Getränk, das so schmeckt wie, kann im Gegenteil dazu eine gewaltigen Placeboeffekt auslösen. Bei mir auf jeden Fall. Das funktioniert auch in die andere Richtung. Ich habe es einmal geschafft, einen Wein mit Himbeersaft in seiner Wirkung völlig zu neutralisieren, was mich damals sehr verärgert hat. Die Himbeerbowle hatte durch zu viel Himbeersirup keinen Bowlengeschmack mehr sondern schmeckte nur wie ein Himbeerkracherl und der Wein hat dadurch einfachauf meine Psyche nicht mehr gewirkt. Nocebo Effekt. Also alles ist möglich. Ich meide alles was mich triggern könnte.

    Mon Cheri, naja, ich wusste nicht mal dass da Alkohol drinnen ist. Also für mich erstaunlich dass man dadurch rückfällig werden kann. Ich finde es aber absurd zu sagen, der Vater sei nicht trocken, weil er hie und da ein Mon Cheri isst. Was soll das überhaupt bedeuten? Wie "nicht trocken"? Offensichtlich ist der Vater von Mon Cheri nicht rückfällig geworden. Oder wurdeuns verschwiegen, dass er heimlich täglich eine Packung davon verzehrt?
    Man kann als Warnung sagen: esst lieber kein Mon Cheri, ihr könntet darauf möglicherweise rückfällig werden. Aber jemanden, der dadurch nicht rückfällig wurde, als "nicht trocken" zu bezeichnen finde ich fragwürdig.