Das Wochenende ist recht ruhig verlaufen, wir sprechen nur das Nötigste. Jedes Streitthema vermeiden wir beide, wie der Teufel das Weihwasser. Am Abend gab's jetzt gerade doch wieder Streit - da war aber auch schon wieder Alkohol im Spiel, glaube ich. Ich kann es gar nicht richtig wiedergeben, aber er wird fix nicht aufhören, da er nicht einsieht, dass er aufhören sollte. Ich weiß, dass er weiß, dass er zu viel trinkt (hört sich irgendwie komisch an ...), aber er wird das nie zugeben. O-Ton "Ich lass' mich doch nicht als Alkoholiker abstempeln. Wenn ich das zugeben (!) würde, könntest du ja überall erzählen, dass ich trinke." Nun, ich habe nur gesagt, dass ich das auch jetzt schon erzählen könnte, aber nicht mache. Warum sollte ich das tun? Er sieht das nicht als Krankheit, sondern als persönliches Versagen, nehme ich an. Und dann habe ich noch gesagt, dass die Tatsache, dass ich nicht mehr damit klarkomme, ganz allein mein Problem ist. Er hat ja kein Problem, nach eigener Aussage.
Dann hat er wieder gemeint, wir müssen dann ja "nur" alle gemeinsamen Sachen, wie Haus etc. aufgeben bzw. Lösungen dafür finden und dann würden wir wohl getrennte Wege gehen. Und mir wäre das ja anscheinend alles egal. Und ich dann wieder: Wenn es mir egal wäre, würde ich wohl nicht so oft diese Themen ansprechen und es würde mir ausgezeichnet gehen. Aber er sieht nur sein eigenes (Selbstmit)leid und nicht mein Leid. Und meint dann auch noch "ich schade ja niemandem damit". Worauf ich gesagt habe, doch, du schadest mir und unserer Beziehung. Darauf er "wenn du das so siehst". Man kommt auf keinen grünen Zweig bei diesen Diskussionen/Streits. Das weiß ich auch, aber ich schaffe es nicht, ihn einfach stehenzulassen, wenn er in dieser Diskussionsstimmung ist. Dafür bin ich wahrscheinlich mal wieder zu rücksichtsvoll. Aber wer weiß, wie lange noch ... 
Na ja, mir geht es soweit ganz okay. Ja, ich bin traurig, aber nicht handlungsunfähig. Ich bin sicher, dass ich klarkomme, wenn wir getrennte Wege gehen - ich glaube, das sieht bei ihm anders aus. Aber wer weiß - vielleicht wäre eine Trennung auch für ihn gut und vielleicht könnte er dann für sich ganz allein zugeben, Alkoholiker zu sein. Da müsste er ja keine Angst mehr haben, dass ich ihn "abstemple".
Kommende Woche werde ich ein, zwei Tage allein für mich haben, darauf freue ich mich schon. Mal sehen, was ich mir Gutes tun kann.
Liebe Grüße an alle!
wardasalles