Beiträge von wardasalles

    Hallo Liesel, ich fürchte, dass er nur eine Trinkpause machen wird, bis er den Führerschein wieder hat und dann wieder loslegt. Meiner hat 4 Wochen nix getrunken, weil der Arzt ein großes Blutbild machen wollte. :roll: Und groß getönt hat er auch, dass doch alles okay ist, ich würde doch jetzt sehen, dass er auch ohne Alkohol kann. Und dann ging's natürlich wieder weiter, erst ein Glas Wein, dann zwei, dann wieder die ganze Flasche...

    Dein Mann hat sich nicht geändert, sieht kein Problem und deshalb auch keine Notwendigkeit für eine Therapie. Und das sagt er dir ja auch ganz klar. Du solltest jetzt an dich denken, an deine Tochter ebenso und deinen Weg unbeirrt weitergeben. Ich weiß, das hört sich viel einfacher an als es ist und die kleinen Teufelchen sitzen auch immer da und reden uns Schuld ein und so machen wir uns selbst ein schlechtes Gewissen.

    Du kannst nur dein Leben leben, nicht seines. Hier im Forum habe ich den Satz gelesen, dass du ihn nicht trockenlieben kannst. Aber du kannst dich selbst lieben () lernen! An diesem Punkt bin ich gerade. Es ist nicht einfach, aber notwendig.

    Alles Liebe ♥️

    Wardasalles

    Nach dem gestrigen Eklat sind wir heute Mittag zusammen spazieren gegangen und haben geredet. Natürlich ging es nicht ganz ohne Streit ab - er findet zum Beispiel, es sei eine Beleidigung, wenn ich sage, dass er trinkt. Für mich ist das einfach nur eine Tatsache. Aber das sind seine Empfindungen und die darf er haben. Damit muss er ja auch ganz allein zurechtkommen.

    Jedenfalls war das Gespräch recht gut, in dem Sinne, dass wir beide eine Trennung für das beste halten. Ob es später noch mal ein zueinander kommen geben kann, wird die Zeit zeigen. Ich habe jedenfalls ganz klargemacht, dass ich seine Entscheidung, nichts zu ändern, akzeptiere, aber nicht damit eben klarkomme. Und es für mich so definitiv nicht weitergeht.

    Immerhin bin ich heute einen Schritt weiter als gestern. Habe angefangen, meine Papiere und Finanzen zu sichten, damit ich nicht plötzlich im luftleeren Raum stehe. Und außerdem lenkt der Papierkram auch schön ab. Ich denke viel über mich nach, meine Kindheit, Jugend usw. und überlege, wie ich zu dem Menschen geworden bin, der ich heute bin. Und welcher Mensch ich eigentlich sein möchte. Das sind oft schwierige Gedankengänge und es kommt vieles hoch, dass lange im Dunkeln geschlummert hat. Aber es tut mir auch gut, endlich ehrlich zu mir selbst zu sein und auch den nicht so schönen Dingen in meiner Geschichte ins Auge zu sehen. Und ich bin immer sehr früh müde - das ist alles soooo anstrengend.

    Danke euch allen fürs Lesen, Kommentieren und Mitfühlen - ohne euch hätte ich die letzten Wochen nicht so überstanden, sondern wäre sicher wieder rückfällig geworden.

    LG wardasalles

    lass dir das nicht so Nahe gehen. Ich weiß es tut weh aber auch da habe ich bei mir fest gestellt das ich mich besser abgrenzen kann. Wobei ich sagen muss das es bei uns viel, viel ruhiger geworden ist, seit dem ich ihn nicht mehr bekehre! das tut mir selbst gut! Ich versuche persönliche Angriffe nicht mehr so persönlich zu nehmen. Da spricht the dark Side meines Mannes, das andere Gesicht. Ich lasse mich in keine Diskussionen verwickeln, weil die Kommunikation nur noch auf der Emmotionalen Ebene abläuft und mir eine Menge Energie raubt.

    Loslassen ist wohl eines der schwersten Dinge auch emmotional gesehen. Das dauert seine Zeit, wichtig ist das du dich selbst mehr senisiblisierst und daduch deine eigenen Muster erkennst und sie änderst und das dauert nun auch seine Zeit ;) besser als gar nichts tun!

    Ja, ich versuche es. Diese Worte sollten mir wehtun und kurz war das auch so. Jedenfalls bin ich daraufhin auch wütend geworden. Aber dann hab ich meine Grenze wieder gezogen und gesagt, dass ich nicht diskutiere, wenn er getrunken hat. Aber natürlich hat es geschmerzt. Das spüre ich auch heute noch.

    LG wardasalles

    Glaubt ihr, wenn die gesundheitlichen Folgen des Konsums stärker werden und eure uneinsichtigen Männer nicht mehr funktionieren (können) wird das Loslassen leichter?

    Nein, das glaube ich nicht.

    Es wird niemals leicht sein, ich kann nur meinen Weg finden, damit umzugehen. Ich wünsche meinem Mann nur das Beste - das schließt seine Gesundheit selbstverständlich ein. Ich wünsche ihm, aufzuwachen, zu sehen und etwas zu gegen die Sucht zu tun. Aber das wird nicht passieren.

    LG wardasalles

    Liebe madeleine

    Danke, dass du mir das aus deiner Sicht geschrieben hast.

    Kurzum: ich denke, neutrale oder fachliche Meinungen vom Gesundheitspersonal würde auch im Fall deines Mannes eher nicht zum Ziel führen, er würde sich das schon so zurechtbiegen, dass es zu seiner Lebensrealität passt. Verschwende deine wertvolle Energie nicht für solche Gedankenspiele 🙏

    Es tut mir leid, dass du so etwas mit deinem Vater erleben musst. 😥

    Du hast absolut recht. Wenn ich es sachlich betrachte, so würde er es auch von keinem Arzt annehmen. Ich glaube, er hat noch einen weiten Weg nach unten vor dich. Ich finde das so traurig und schade. Aber ändern kann ich es nicht. Wäre das möglich, wären wir jetzt nicht an diesem Punkt.

    LG wardasalles

    Hallo Mg-Midget

    Danke für deine Antwort! Ich bin sehr dankbar für jeden Beitrag hier, es ist so beruhigend zu erfahren, dass man nicht allein ist mit diesem Irrsinn.

    Ich habe Stunden recherchiert was der Alk alles anrichtet und ihm natürlich lautstark kunt getan. Da hat sich bei mr etwas verändert stelle ich fest. Ich reg mich nicht mehr drüber auf und ich halte meinen Mund, immer öfter. Irgendwie hat es dahingehend bei mir Klick gemacht, weil es einfach reine energie Veschwendung ist. Meiner Energie! Ich schüttle eigentlich nur noch den Kopf innerlich. Es regt mich viel, viel weniger auf. Ich denk mir ja anscheindend braucht er das. Es ist sein Leben was er wegschmeisst.

    Ich weiß aber auch, das mein Mann selbst schaut ob ich ihm da Müll erzähle, er weiß ganz genau was Sache ist..... aber er will es eben anscheindend Wissen, wie weit er mit seinem Körper gehen kann. I do not know ! Ich versuche gerade das loszulassen.

    Heute hab ich ihm auch mal wieder die körperlichen Folgen aufgezählt, aber er will nichts davon hören. Es scheint ihm egal zu sein, was er sich selbst antut. Dann kann ich auch nichts mehr für ihn tun. Ich versuch auch das Loslassen, aber ich bin noch nicht gut darin. Nun ja, mein Tiefpunkt ist ja erst ein paar Wochen her - da hab ich mich hier angemeldet. Alles braucht seine Zeit.

    LG wardasalles

    Heute abend hat's bei uns wieder gekracht. Er hat sich Bier gekauft und ich dachte mir schon, dass das kein gutes Ende nimmt, als ich die 4 Dosen im Kühlschrank gesehen habe. Natürlich waren die im Handumdrehen leer und er hat Nachschub aus seinem Auto geholt! Ist denn das zu glauben? Und mit dem steigenden Pegel, war er dann auch nicht mehr in der Männerhöhle, sondern meinte mal wieder, er müsse mir die Welt erklären. Ich habe gesagt, dass ich nicht mit ihm diskutiere, wenn er getrunken hat(er hatte wieder dieses Alkoholgesicht, ihr wisst, was ich meine), aber das hat ihn erst recht angeheizt. Warf mir an den Kopf, er hätte erst jetzt gemerkt, was für ein schrecklicher Mensch ich bin (nach über 20 Jahren bemerkt er das?) Und wir wären in 2 Jahren nicht mehr zusammen. In dem Moment hab ich gedacht "wir sind in 2 Monaten nicht mehr zusammen", aber das habe ich nicht gesagt. Es hätte nichts gebracht. Ich hab's dann irgendwann geschafft, die aufgeheizte Streitsituation zu verlassen. Es war schrecklich. Aber ich fühle mich dadurch nur bestärkt darin, etwas zu ändern!

    Trotzdem bin ich so wahnsinnig traurig. Ich hasse es, was der Alkohol aus meinem Mann und auch aus mir gemacht hat. Ich war mal ein fröhlicher Mensch. Heute habe ich im Spiegel ein zutiefst deprimiertes Gesicht mit hängenden Mundwinkeln gesehen. Bin das ich?

    Ich hab wieder viel über ihn geschrieben, aber ich musste mich einfach mitteilen. Ihr versteht das, was viele andere nicht nachvollziehen können. Ich weiß, dass ich hier nicht verurteilt werde.

    Eine traurige wardasalles

    Die Wochenende sind wirklich immer ekelhaft schwer. Diese vorwurfsvollen Blicke, dass ich so "böse" bin, sind nicht einfach auszuhalten. Wie soll ich reagieren auf so kindergartenmäßige eingeschnappte Äußerungen "du brauchst überhaupt nicht dies und das", wenn ich mal frage, ob ich irgendwohin mitgehen soll? Egal ob Einkaufen oder Spazieren, immer bin ich die Böse, die diese "wunderschönen gemeinsamen Unternehmungen" :roll: kaputt gemacht hat. Aber jeden Abend fließt bei ihm der Alkohol weiter (ich höre das Aufschrauben der Flaschen durch die Tür - so fein sind meine Antennen schon), jedoch fehlt die Einsicht, dass das vielleicht ein Problem sein könnte. Argument? "Das habe ich schon immer so gemacht. Warum soll ich das jetzt ändern?" Und dann aber Gedächtnislücken, Empfindungsstörungen in den Händen (die er als Mausarm abtut) und bestimmt noch mehr ... für jedes körperliche Problem ist etwas anderes verantwortlich, nur nicht der Alkohol. Manchmal denke ich, wenn ihm das jemand neutrales mal sagen würde - Arzt oder so - dann würde vielleicht das Begreifen einsetzen. Wenn ich etwas sage, funktioniert es nicht - ich habe ja keine Ahnung!

    Oh weia, jetzt habe ich wieder mal über ihn geschrieben, statt über mich. Verflixt. Aber besser hier schreiben, als rückfällig werden, weil ich den Druck nicht aushalte, oder? Nun, auch dieses Wochenende wird vorbeigehen. Ich wünsche euch allen ein schönes solches!

    LG wardasalles

    Liebe wardasalles,

    Ich möchte dir sagen dass ich großen Respekt davor habe wie du die Dinge angehst.. da sehe ich sehr viel Klarheit, und du gehst einen Schritt nach dem anderen.. das macht Mut!

    lg Alexa

    Oje, ich weiß gar nicht, ob ich das verdient habe. :oops: Ich zweifle oft und hab solche Gedanken wie "es war doch gar nicht alles so schlecht" und "jetzt machst du alles kaputt" (die Gedanken sind gerade da, weil wir in einer ruhigen Phase sind). Sollte er wieder einen Absturz haben, werden diese Gedanken natürlich Klarheit, mal ist sie da, mal verschwindet sie in Emotionsnebeln. Auch die Hoffnung ist noch da, aber sie dominiert eben nicht mehr und das ist für mich sehr wichtig. Und es ist super wichtig, erkannt zu haben, dass ich es allein schaffen kann - trotz meiner wirklich extremen Verlustängste. Vielleicht schildere ich da mal die Ursachen, wenn ich im geschlossenen Bereich schreiben darf.

    LG wardasalles

    Nova Genau so ist es. :thumbup: Der Sack ist auf - und jetzt quillt vieles heraus, was so hineingepresst war. Und ich nehme davon Stück für Stück, schaue es an, ob es wichtig für mich ist, ob ich es verarbeiten oder ändern muss/kann oder ob es weg kann. Und jedes Stückchen, das weg kommt, gibt mir mehr Freiheit und Leichtigkeit zurück.

    Das Tempo des ganzen Prozesses ist mir nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich begonnen habe, und es nicht mehr aufzuhalten ist.

    LG wardasalles

    Liebe wardasalles,

    ich lese immer bei dir mit, ich stecke auch noch fest oder sagen wir ich gehe Schritte und kann dich sehr gut verstehen! Ich finde es toll was du schreibst und wie du anfängst für dich einzustehen! und ja es ist anstregend! weil man auch anfängt in der Vergangenheit zu kramen........ und Antworten sucht auch für sein eigenes Verhalten. Da stecke ich auch gerade drin. Ich bin auch noch nicht so weit mich zu trennen, obwohl ich weiß das so eingiges nicht passt aber ich nehme mir meine Zeit und mein Tempo! Weil niemand ich bin und jeder Mensch anders ist !

    Es gibt Menschen die machen realitv schnell eine Cut und es gibt Menschen die brauchen eben ihre Zeit! Wichtig so sehe ich das ist es doch, sich erst einamal wieder selbst bewusst zu werden und zu wissen was man will und nicht und vor allem sich selbst zu spüren! Alles weitere geht seinen Gang. Das schreibe ich weil ich mir selbst manchmal den Druck mache, ja ich muss jetzt sofort gehen, weil ich ja nicht wirklich glücklich bin. Schritt für Schritt sage ich mir!

    Lg

    Mg

    Liebe Mg-Midget, ich kann auch keinen so schnellen Cut machen. Und das hat für mich nicht mal etwas mit den Gefühlen meinem Noch-Partner gegenüber zu tun, sondern mit ganz handfesten, insbesondere finanziellen, Gründen. Ein Haus verkauft sich nicht so schnell - und ich will nicht mit Hunderttausenden von Schulden in die Rente gehen ... das ist für mich inakzeptabel. Daher muss alles in der richtigen Reihenfolge ablaufen. Natürlich denke ich auch oft "Hopp und weg!" (da spricht dann das Bauchgefühl), aber mein Kopf, mein Verstand sagt "Mach es richtig! Mach jetzt nicht noch mehr Fehler in der Eile!"

    Jeder hat seine eigene Geschwindigkeit. Für mich ist wichtig, dass meine Grenzen gesetzt bleiben - kein Alkoholkonsum in meiner Gegenwart - und dass ich nicht "umfalle" bzw. mich wieder einwickeln lasse. Das klappt momentan gut. Mein Mann verzieht sich am frühen Abend in seine Männerhöhle und trinkt dort. Ich kümmere mich nicht darum, wie viel oder was und schaue auch nicht nach, ob leere Flaschen oder sonst was da sind. Das ist jetzt für mich der Kompromiss, bis der nächste Schritt gemacht werden kann.

    LG <3
    wardasalles

    Guten Morgen ihr Lieben, wardasalles, Morgenrot, Aurora, und alle anderen!

    Vielen Dank fürs Daumendrücken ^^

    Nun, ich kann berichten ab 01. Mai habe ich eine neue Wohnung. Es ist so seltsam gestern noch ging mir alles viiiieeeell zu schnell, nun da der Termin mit 01. Mai fixiert ist geht es mir viiiiiiieeeeel zu langsam.. :shock:

    Ich bin ja gedanklich schon am sortieren, ausmisten, was kann weg, was lasse ich da, was nehm ich mit, was brauche ich noch unbedingt, wie kann ich was in der neuen Wohnung unterbringen.. das sind sozusagen jetzt noch ungelegte Eier..

    Wow! Das sind ja tolle Neuigkeiten! :thumbup:Ich finde das extrem schnell - nur 8 Wochen für eine neue Wohnung. Mega! Ich freue mich für dich! Und dass die Wohnung abgewohnt ist, finde ich überhaupt nicht schlimm. Es gibt dir ja auch ganz neue Möglichkeiten, sie nach deinen Wünschen zu gestalten.

    Natürlich wünsche ich deinem Mann auch, dass er in die Pötte kommt und die Möglichkeit zur Therapie annimmt. Aber das muss er jetzt ganz allein für sich entscheiden, du hast getan, was du konntest - jetzt ist er dran.

    Mensch, und du wirst dich bestimmt so wohlfühlen und so ruhig und friedlich leben in deiner eigenen Wohnung. <3

    LG wardasalles

    Liebe Elly tatsächlich habe ich bereits einen Termin bei meiner Hausärztin gemacht - sie hat leider erst Ende März für ein längeres Gespräch Zeit - und werde sie dann nach den Möglichkeiten befragen. Ich muss auch klären, ob das von meiner Krankenkasse übernommen wird, denn private Sitzungen kann ich mir nicht leisten.

    Was mir allerdings auffällt - seit ich hier im Forum schreibe, geht es mir psychisch besser. Ja, das Aufarbeiten ist anstrengend - aber ich habe es angefangen und nicht mehr weggeschoben, wie früher immer. Ich habe oft - wie der Alkoholkranke auch - meine Probleme auf alles Mögliche geschoben, von Arbeitgeber über Bank bis hin zur Politik. Alles war schuld an meinen Problemen, nur ich nicht. Was für eine Parallele! Dies ist mir auch erst vor ganz kurzem klar geworden. Aber auch das will ich nicht mehr. Ich will ganz klar werden und ehrlich zu mir selbst sein. Das ist ja nichts, worüber ich ein Buch schreiben muss. Ich muss mich nicht selbst belügen. Das ist totaler Quatsch und ich habe das schon zu lange und zu oft gemacht. Jetzt mache ich mit mir selbst reinen Tisch.
    LG wardasalles

    Dieses Fünkchen lähmt dich - genauso wie der Blick zurück. Bring dich erstmal in Sicherheit!

    Den Blick zurück brauche ich gerade, er verschafft mir Klarheit über mich selbst. Ich hätte das mal früher angehen sollen, möglicherweise wäre ich nie in die jetzige Situation gekommen. Aber das ist Spekulation.

    Ich kann nicht sofort gehen, weil mich das bis umgehend in die Schulden-/Armutsfalle befördern würde. Ein Leben weit unter dem Existenzminimum mag ich mir nicht für mein Alter vorstellen. Daher müssen die ehelichen Verstrickungen aufgelöst werden und zwar gemeinsam. Wir haben tatsächlich schon damit begonnen, erstmal eine umfassende Bestandsaufnahme" zu machen. Daraus ergeben sich dann die notwendigen Schritte. Ich gehe da sehr sachlich ran und kann das von der Partnerschaft gut trennen.

    Ich lasse das "Fünkchen Hoffnung" einfach nicht raus. Soll es doch verhungern. Ich will es nicht mehr.

    LG wardasalles

    Verlier nicht zu viel Zeit mit planen. Am Ende kommt doch immer alles anders. Und manchmal baut man im Geiste auch lähmend hohe Berge und verbaut sich theoretisch so viele Wege, dass man das loslaufen vergisst (auch hoffend, dass doch noch ein Wunder beim Suchtkranken geschieht). Der erste konkrete Schritt ist wichtig! Warte, wie gesagt, nicht zu lange …

    Nein, zu viel Zeit werde ich nicht mit Planen verbringen. Allerdings ist bei uns vieles verwickelt und das müssen wir auflösen, beenden, bereinigen. Das können wir leider nur gemeinsam, wenn ich zu früh gehe, bleibt zu viel Ballast an mir hängen und wird mich bis ans Lebensende belasten. Und nein, das glaube ich nicht nur, das sind leider Tatsachen. Aber ich schaff das!

    Momentan denke ich viel übermein Leben nach, Kindheit, Jugend usw. Ich versuche herauszufinden, warum ich Co geworden bin. Da muss außer der Verlustangst noch mehr sein. Das Graben in der Vergangenheit ist anstrengend und oft schmerzhaft. Ich bin offenbar sehr gut im Verdrängen und Runterschlucken (gewesen). Das aufzuarbeiten fällt mir schwer. Ich bin die letzte Zeit immer furchtbar müde und schlafe viel.

    Und dann jeden Tag durchhalten, standhaft bleiben, die seltsame "kalte" Situation aushalten. Es ist schwer. Und das Fünkchen Hoffnung ist auch noch immer da - nicht mehr so laut im Vordergrund, aber ich spüre, dass es noch irgendwo in mir lauert.

    LG wardasalles

    Liebe Alexa, da hast du ja ein großes Paket aus deiner Kindheit mitbekommen. Es ist gut, dass du dich deiner Mutter anvertraut hast. Jetzt hast du eine Vertraute, die dich 100% versteht und dich unterstützen kann. Und - sie hat es geschafft! Du schaffst das auch! Gehe deinen Weg weiter, einen Schritt nach dem anderen.

    Es ist verständlich, dass du Angst hast. All das Neue und Unbekannte, das jetzt so plötzlich auf dich zukommt, erscheint dir wie ein unbezwingbarer Berg. Ich schreibe das, weil ich die gleiche Angst habe.

    Ich freue mich für dich, dass du bald Wohnungen anschauen kannst. Dein eigenes Reich ohne all die schlimmen Dinge ist in greifbare Nähe gerückt, weil du stark warst und die ersten Schritte gemacht hast.

    Ich sende dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit! ♥️

    LG wardasalles

    Natürlich ist das richtig, liebe Cadda - jeder einzelne Satz davon. Momentan kann ich mir das alles halt noch nicht vorstellen. Ich sehe mich im Geiste immer alt und allein und einsam auf der Bank. Das Leben wird ja insgesamt nicht leichter, wenn man älter wird. Die berühmten "Zipperlein" fangen ja jetzt schon an. Und über einen anderen "jemand" neben mir mag ich noch gar nicht spekulieren. Vielleicht ist dieser jemand dann auch nur ein Haustier, wer weiß ...

    Aber das Erreichen dieser Zufriedenheit, um dann ganz im Reinen mit sich selbst zu sein, braucht auch seine Zeit. Jetzt habe ich schon so viele Jahre mit dem "Bleiben und Aushalten" verbracht, und jetzt nehme ich mir Zeit für fürs "Herausfinden, was ich will".

    LG wardasalles

    Nach so vielen Jahren diesen Schritt zu gehen ist unfassbar schwer, aber wie du bereits festgestellt hast, wirst du alleine klar kommen und diese Erkenntnis hat mir zb schon sehr geholfen!

    Hallo liebe traurige32,

    ja, es ist sehr schwer und ich fühle mich oft wie auf der Achterbahn. Mal denke ich, dass es jetzt endgültig reicht und schaue Wohnungsanzeigen durch, dann wieder heule ich nur, weil er all die Jahre wegwirft. Wir hatten so schöne Träume, wie wir als richtig alte Leutchen mal Hand in Hand auf der Hausbank sitzen und zusammen glücklich sind. Tja, Pustekuchen. Da wird so oder so nichts draus. Entweder bin ich dann weg oder sitze eben nicht mit einem Alkoholiker auf der Bank, falls wir uns nicht trennen sollten.

    Ich habe noch einen weiten Weg zu gehen. Und ich werde ihn gehen.

    Jetzt lese ich mir mal dein Fädchen durch.

    Alles Liebe & viel Kraft <3

    wardasalles

    Das Wochenende ist recht ruhig verlaufen, wir sprechen nur das Nötigste. Jedes Streitthema vermeiden wir beide, wie der Teufel das Weihwasser. Am Abend gab's jetzt gerade doch wieder Streit - da war aber auch schon wieder Alkohol im Spiel, glaube ich. Ich kann es gar nicht richtig wiedergeben, aber er wird fix nicht aufhören, da er nicht einsieht, dass er aufhören sollte. Ich weiß, dass er weiß, dass er zu viel trinkt (hört sich irgendwie komisch an ...), aber er wird das nie zugeben. O-Ton "Ich lass' mich doch nicht als Alkoholiker abstempeln. Wenn ich das zugeben (!) würde, könntest du ja überall erzählen, dass ich trinke." Nun, ich habe nur gesagt, dass ich das auch jetzt schon erzählen könnte, aber nicht mache. Warum sollte ich das tun? Er sieht das nicht als Krankheit, sondern als persönliches Versagen, nehme ich an. Und dann habe ich noch gesagt, dass die Tatsache, dass ich nicht mehr damit klarkomme, ganz allein mein Problem ist. Er hat ja kein Problem, nach eigener Aussage.

    Dann hat er wieder gemeint, wir müssen dann ja "nur" alle gemeinsamen Sachen, wie Haus etc. aufgeben bzw. Lösungen dafür finden und dann würden wir wohl getrennte Wege gehen. Und mir wäre das ja anscheinend alles egal. Und ich dann wieder: Wenn es mir egal wäre, würde ich wohl nicht so oft diese Themen ansprechen und es würde mir ausgezeichnet gehen. Aber er sieht nur sein eigenes (Selbstmit)leid und nicht mein Leid. Und meint dann auch noch "ich schade ja niemandem damit". Worauf ich gesagt habe, doch, du schadest mir und unserer Beziehung. Darauf er "wenn du das so siehst". Man kommt auf keinen grünen Zweig bei diesen Diskussionen/Streits. Das weiß ich auch, aber ich schaffe es nicht, ihn einfach stehenzulassen, wenn er in dieser Diskussionsstimmung ist. Dafür bin ich wahrscheinlich mal wieder zu rücksichtsvoll. Aber wer weiß, wie lange noch ... :twisted:

    Na ja, mir geht es soweit ganz okay. Ja, ich bin traurig, aber nicht handlungsunfähig. Ich bin sicher, dass ich klarkomme, wenn wir getrennte Wege gehen - ich glaube, das sieht bei ihm anders aus. Aber wer weiß - vielleicht wäre eine Trennung auch für ihn gut und vielleicht könnte er dann für sich ganz allein zugeben, Alkoholiker zu sein. Da müsste er ja keine Angst mehr haben, dass ich ihn "abstemple".

    Kommende Woche werde ich ein, zwei Tage allein für mich haben, darauf freue ich mich schon. Mal sehen, was ich mir Gutes tun kann.

    Liebe Grüße an alle!
    wardasalles

    Denn Informationen lassen die Angst weniger werden. Du bist trotzdem handlungsfähig. Das ist super :thumbup:.

    Liebe Grüße Aurora

    Danke, liebe Aurora!

    Das habe ich gestern wirklich gespürt, dass genauere Informationen diese "neblige" Angst schwächer werden lassen. Dennoch fällt mir das alles sehr schwer und ich wünsche mir immer wieder, dass es gar nicht so weit gekommen wäre, dass er zu Verstand kommt oder dass es auf wundersame Weise einfach nicht keinen Alk mehr gäbe. :lol: Ja, fromme Wünsche, ich weiß. Ich schwanke immer zwischen "Es ist, wie es ist. Mach das Beste für dich draus." und "Vielleicht wird es ja doch noch mal alles gut ...." Nun ja, ich habe den ersten Schritt getan - eigentlich sogar schon den zweiten. Jeder Schritt macht es einfacher.

    LG wardasalles