Mich würde interessieren: Wie habt ihr für euch herausgefunden, warum ihr getrunken habt? Gab es bei euch einen Moment oder eine Erkenntnis, die euch geholfen hat, das zu verstehen?
Verstanden habe ich es erst in der Auseinandersetzung mit mir selbst, meiner Krankheit und im Austausch in diesem Forum.
Warum habe ich getrunken? Weil ich es wollte und später weil ich musste.
Ich wollte heißt, ich wollte es, ich habe es zugelassen, ich habe die Risiken beiseite gewischt, ich wollte sie nicht sehen.
Irgendwann war der Konsum so regelmäßig und hoch, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte.
Ab da wollte ich kontrollieren, was ich aber nicht mehr konnte. Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken.
Jetzt kann ich weiter fragen, warum wollte ich, warum habe ich es zugelassen und warum habe ich die Risiken ignoriert und mit den gleichen Antworten schließt sich der Kreis. Es bringt mich nicht weiter. Alkohol ist keine Option, Punkt, und daran ändert sich auch nichts, wenn ich die Gründe des Trinkens versuche zu ergründen.
Die Suche nach den Gründen hatte für mich nur einen Sinn, schon mal gemachte Fehler nicht zu wiederholen, um die Abstinenz nicht zu gefährden.
Ich habe die Suche beiseite gelegt. Wichtig war für mich eine stabile, zufriedene Abstinenz aufzubauen, denn wenn mir das gelingt, können mir Gründe des Trinkens über den Weg laufen, denn sie ändern nichts mehr an meiner Haltung und dem Fakt, dass Alkohol keine Option ist.
Wenn ich aus irgendeinem Grund wieder trinke, dann weil ich es will, weil ich es zulasse. Und damit das nicht passiert, bin ich hier.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das so klar und für mich überzeugend benennen konnte.