Beiträge von Nayouk24

    Hier noch der Link zu unseren "Grundbausteinen" und des "Notfallkoffers".

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Ich wusste lange nicht, wie sich Suchtdruck anfühlt.
    Das erste Mal Suchtdruck, nicht Suchtgedanken, hatte ich nach mehr als 8 Monaten.

    Da war es wieder, diese sich steigernde Unruhe, Nervosität, erhöhter Puls und aufkommende leichte Panik, so wie zu nasser Zeit, als der Pegel am absinken war.

    Es war während eines Liederabends, bei dem auch Alkohol konsumiert wurde.
    Erst wusste ich nicht, was los ist, bis mir der Gedanke kam, das muss Suchtdruck sein.
    Ich bin aufgestanden und 15 Minuten an die frische Luft und rumgelaufen, dann war es vorbei.

    Wie konnte es nach 8 Monaten dazu kommen? Es war das erste Mal, dass ich in einer fremden Umgebung, mit vielen Menschen,
    die ich gar nicht kannte, an einem Tisch zusammensaß und dort wurde getrunken, natürlich ohne Rücksicht auf mich, woher auch.
    Bis dato kannte ich nur einen Restaurantbesuch mit meiner Frau.
    Im Vorfeld war mir der nahende Event eher unangenehm und ich bin schon mit gemischten Gefühlen dort hin.

    Das Ganze hat sich dann hochgeschaukelt und endete mit Suchtdruck. Es war eine psychsomatische Reaktion, ausgelöst durch die Unsicherheit und den damit verbundenen Stress. Dabei habe ich keinen Zwang verspürt, alkohol zu trinken.

    Als ich das begriffen hatte, konnte ich dem auch entgegentreten, z.B. bin ich dann in der Zeit danach ertmal nicht auf Veranstaltungen oder Events gegangen, die mich schon im Vorfeld nervös gemacht haben. Mit der Zeit habe ich mich vorgewagt, denn ich wusste, was auf mich zukommen kann und wie ich reagieren muss.

    Suchtdruck in der Form oder anders ist bis heute nie wieder aufgetreten.
    Suchtdruck hat ganz unterschiedliche und individuelle Erscheinungsformen. Für mich war wichtig, so schnell wie möglich raus aus der Situation, und nicht aussitzen und hoffen, dass es vorbei geht. Dazu gehört auch, dass ich mich im Vorfeld frei von irgendwelchen Zwängen oder Verpflichtungen mache, damit ich uneingeschränkt handeln kann, wenn es darauf ankommt.

    Dieses bisher einzige Suchtdruckerlebnis war zunächst erschreckend, hat mich aber im Nachhinein gestärkt, da ich nun wusste, was auf mich zukommen kann und wie ich damit umgehen kann. Vlt. erlebe ich Suchtdruck nochmal in anderer Form. Die Reaktion wird die gleiche sein. Raus aus der Situation und handeln.



    Damit hat Suchtdruck seinen Schrecken verloren, er ist kein wirksames Mittel, um mich zum Trinken zu bringen, unangenehm ist er in jedem Fall.
    Vlt. ist das, der Grund, warum er nie wieder auftrat.

    Hallo und willkommen auch von mir, melodyx.

    Lies einfach in den anderen Threads und ihren Anfängen und werf nochmal einen Blick in die Regeln, falls du sie noch nicht kennst.
    Und ansonsten nur Mut. Was beschäftigt dich, wo bist du unsicher, was willst du wissen, oder einfach einen Gedanken hier lassen und schon kommt der Austausch in Schwung. So hab ich es erlebt.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Sehr gut, damit ist die körperliche Entgiftung weitestgehend durch. Wie kam es dazu, hattest du ärztliche Begleitung?

    Wenn du dich hier austauschen möchtest, dann folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo Carrie,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Ein Plätzchen frei haben wir, es hängt von dir ab, ob du ihn einnehmen willst.

    Du schreibst, du bist alkoholabhängig, siehst du dich als Alkoholiker:in?

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    die Entscheidung ein abstinentes Leben zu führen noch nicht ganz im Klaren, mir ist klar, dass es besser für mich ist nichts zu trinken, jedoch habe ich immer dieses Denken im Hinterkopf es ist noch nicht zu spät.

    Zu spät? Für was?
    Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken und er kann sich auch nicht langsam aus der Sucht schleichen. Alkoholismus ist eine Krankheit, die nicht geheilt werden kann, aber sie kann gestoppt werden, mit absoluter Abstinenz.
    Du wirst dich entscheiden müssen, was du willst. Du bist jetzt 9 Tage abstinent, das ist ein guter Anfang und die körperliche Entgiftung ist weitestgehend durch.

    Ich konnte mir ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen, ich wusste überhaupt nicht, wie das gehen soll. Lass dir sagen, es geht und zwar besser als du dir wahrscheinlich vorstellst.
    Jetzt kommt die psychische Abhängigkeit zum tragen und das ist der schwierigere Teil, aber du kannst es schaffen und dieses Forum kann dich dabei unterstützen, wenn du dich darauf einlässt.

    Sprich ich suche noch Ausreden.

    Dein Suchthirn sucht Wege um dich wieder auf den gewohnten Pfad zu bringen und es ist sehr findig und perfide, um sein Ziel zu erreichen.

    Wenn du dich entscheidest, endgültig vom Alkohol los zu kommen und eine dauerhafte Abstinenz anstreben willst, dann kann es für dich hier weitergehen.
    Es ist deine Entscheidung, diese kann dir niemand abnehmen und solange du sie nicht triffst, lässt du dir immer noch ein Weg zurück in die Sucht offen und das weiss dein Suchthirn genau.

    Hallo Pantun,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst.
    Kontrollverlust ist ein Merkmal der Sucht, auch dass die Gedanken von Montag bis Freitag um Alkohol kreisen.
    Ob du noch gefährlichen Missbrauch betreibst, oder schon in die Sucht abgerutscht bist, kannst nur du selbst beantworten.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Schau dich in den anderen Fäden um, da findest du eine Antwort.

    Du darfst hier alles schreiben, was regelkonform ist.
    Schreiben hilft mir, den Fokus auf mich zu lenken, mich mit mir auseinanderzusetzen.
    Schreiben fördert Achtsamkeit.
    Ein abstinentes Leben besteht nicht nur aus der Sucht, aber die Sucht wird immer ein Teil davon bleiben.
    Du wirst gelesen und die langjährig erfahrenen User können auch erkennen, ob ein Leben, ein Alltag sich in eine anfällige, labile Richtung entwickelt, obwohl ich es selbst gar nicht so sehe.

    Warum legt ein Alkoholiker Trinkpausen ein? Doch um sich selbst und vielleicht auch der Familie zu beweisen, das er es noch kontrollieren kann und kein Problem mit dem Trinken hat. Oder liege ich da falsch?

    Der Werdegang mit meiner Frau und mir war ähnlich dem, was du geschildert hast. In jungen Jahren haben wir beide ganz gerne getrunken. Als es immer regelmässiger wurde, wollte meine Frau immer mal wieder Alkoholfasten machen, z.B. nach der Fastnacht bis Ostern. Anfangs habe ich mich darauf eingelassen, aber nur max. 1-2 Wochen und das fiel mir schon schwer. Dann habe ich das Fasten öfter gebrochen und damit begann das heimliche Trinken, welches sich dann über die Jahre verselbstständigt hat.

    Die Grund um da mitzumachen, war einzig und alleine, dass ich zeige, ich habe kein Problem, ich habe es im Griff. Dass ich es nicht im Griff habe, wusste ich bald, aber es musste einen anderen Weg geben um wieder "normal" trinken zu können. Das war meine Ausrede und damit habe ich es ignoriert und den "anderen" Weg habe ich nicht ernsthaft gesucht. Erst viel später habe ich realisiert, dass ich nicht nur ein Problem habe, sondern dass ich anhängig geworden war. An Trinkpausen war da schon lange nicht mehr zu denken.

    Meine Frau war nicht co-abhängig, durch ein Gespräch mit ihrer Ärztin, die ihr frühzeitig die Augen geöffnet hat, hat sie sich abgegrenzt. Sie hat mich mein Ding machen lassen und hat ihrs gemacht. Wir haben kaum noch gemeinsame Dinge unternommen.
    Ich habe sie später mal gefragt, warum sie sich nicht schon längst von mir getrennt hat. Sie sagte, weil noch Liebe da ist und sie bis dato damit leben konnte.
    Aber es hätte nicht mehr lange gedauert, dann wäre ihre Toleranz und auch Leidensfähigkeit am Ende gewesen. Hätte ich aus mir selbst heraus nicht in die Abstinenz gefunden, wäre eine Trennung wohl zwangsläufig gewesen.

    Bzgl. "Fragen an die Angehörigen" geht es mir wie Hera , die Fragen, die ich hatte, wurden mir von meiner Frau und meinen Töchtern beantwortet.
    Antworten auf Fragen, die auf unseren ganz persönlichen Verhältnisse beruhen. Und auch nur aus diesen Verhältnissen heraus kann ich Fragen stellen.

    Klar, kann ich Fragen stellen, nach dem Motto, was ich schon immer mal wissen wollte. Mich persönlich bringt es nicht weiter.
    Was ich aber befremdlich finde, wenn auf Grund von individuellen Antworten aus dem Co-Bereich, dann die "COs" zu einer Gruppe pauschalisiert werden.

    Hallo Seppel,

    meine Anerkennung, dass du dich hier wieder gemeldet hast, das ist nicht selbstverständlich, aber für dich kann es ein entscheidender Schritt sein.
    Besser wäre natürlich gewesen, du hättest dich gleich hier gemeldet, bevor es zu spät war. Aber das ist "hätte" und "war".

    Willst du ein bisschen erzählen wie es dazu kam, wann und wie du den Rückfall beenden konntest.

    Das hört sich gut an, es bewegt sich was bei dir.

    Ich fand zwar nicht jede Person auf Anhieb sympathisch,

    Das ist ja auch eher unwahrscheinlich, denn erstmal ist das einzig Verbindende die Sucht, sonst sind es wildfremde Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft.
    Wichtig ist, dass du dich dort wohl fühlst und gut aufgenommen wurdest.