Beiträge von Alexa

    Verstehe ich orangeblau, und ich finde man darf darüber auch wütend werden. Das ging mir als Co immer ab. Ich habe immer alles verstanden, auch wenn die Situation noch so schlimm und untragbar war. Ich hab verstanden und verstanden und verstanden.. jegliche gesunden Grenzen wurden durch mein Verständnis unterhöhlt.

    Aber du hast gesagt, es reicht! Das finde ich sehr stark von dir. Ich bin ja auch der Typ der alles an mir analysiert, und gerade wenn es mir schlecht ging mit der Situation besonders.

    Die Axt im Wald hilft da nicht besonders.

    Ach ja, das wollte ich noch sagen, ich finde es wundervoll wie die ganze Thematik in orangeblaus Faden aufgearbeitet wurde...

    Versteht mich nicht falsch, ich finde dieses Forum so wichtig und gut und es hat mir sehr geholfen.. es ist auch bewundernswert dass so viele immer und immer wieder schreiben und helfen.

    Nur es nimmt mich zu sehr gefangen. Lese ich hier überkommt mich eine Welle von Gefühlen die mich mitreißen.

    Meinest du männliche Alkoholiker, die Co-Frauen die Welt erklären? Ungefragt?

    Ja, meine ich. Das Thema kommt immer wieder auf und stört mich schon länger. Auch gerade heute wieder. Der Thread heißt Fragen an einen Alkoholiker, scheint aber ständig dahin zu driften dass Alkoholiker die Cos in die Schranken weisen und "therapieren".

    Liebe Koda, danke der Nachfrage <3

    Hier ein Piep von mir: mein Partner ist nun seit über 4 Monaten aus der Therapie heraussen und nüchtern. Inkl. Der Stationszeit ist er nun seit 1 Jahr nüchtern.. wow, wie schnell die Zeit vergeht!

    Ich wollte hier nicht mehr schreiben, weil was sollte ich sagen? Ich bin glücklich, ich glaube wir erleben gerade die schönste Zeit in unserer Partnerschaft. Ich versuche manchmal für mich einzuordnen ob ich nur so glücklich bin weil es vorher so schlimm war, vielleicht ist diese schöne Art die Beziehung zu führen für andere ganz normal. Aber eigentlich ist es mir dann auch egal und ich genieße es.

    Manchmal kommen Ängste in mir hoch, was mache ich bei einem Rückfall? Und so wie es immer schon war, beginnt es immer "harmlos". Mit "ich habe ein! Bier getrunken", dann Wochen später der nächste Rückfall usw.. Ich würde natürlich nicht beim ersten Rückfall sofort die Beziehung beenden, aber das Ende wäre eingeläutet.

    Wenn ich solchen Gedanken nachhänge wird mir das Herz schwer und ich versuche das nicht aufkommen zu lassen.

    Es ist schon komisch, bei früheren Versuchen von ihm habe ich versucht seine Therapeutin zu sein, weil ich dachte ich kenne mich in der Suchtdynamik aus, ich kenne ihn so gut. Ich habe sooft gefragt, hast du Suchtdruck, warum, was können wir! tun damit du besser damit umgehen kannst, welche Dynamiken wirken in dir, was brauchst du? Bliblablub..

    Dieses mal ist es ganz anders. Ich hatte keine große Hoffnung dass er es dieses Mal schafft, ich war erschöpft und des Themas überdrüssig. Und jetzt auf einmal schafft er es!? Komisch nicht? Wir reden natürlich über diese Dinge, aber ich halte mich mit Belehrungen oder Anregungen zurück. Meistens.

    Vor kurzem hat mein Partner mit einem früheren Arbeitskollegen telefoniert mit dem er sehr viel konsumiert hat. Dieser konsumiert noch immer. Ich denke mein Partner hat an meinem Blick gesehen was ich davon halte. Er hatte ein schlechtes Gewissen und sich sofort zu erklären versucht. Früher hätte ich erklärt und geredet warum das nicht gut ist. Jetzt sage ich nichts mehr. Er weiß es selber, es ist seine Entscheidung.

    Und ich halte derzeit Abstand vom Forum. Früher habe ich alles gelesen, das tue ich nicht mehr. Bei den Alkoholikern lese ich gar nicht, denn ich weiß genug, und im Grunde hat jeder Alkoholiker seinen Weg den er beschreitet. Hier finden Sie Hilfe und Unterstützung aber ich für mich begleite nun so lange meinen Partner, es reicht für mich.

    Und bei den Cos, muss ich ehrlich sagen, es ist jedes mal bedrückend. Ich habe das Elend auch gelebt, war verzweifelt, erschöpft. Das ist nicht sehr lange her. Lese ich bei den Cos werde ich jedes mal zurückgeworfen. Aber ich will jetzt glücklich sein, und wenn der Hammer kommt, dann kommt er und dann werde und muss ich eh handeln.

    Und ich weiß das ist jetzt sehr konfrontativ, aber es wimmelt mir hier zu sehr von Männern die uns (Co)Frauen die Welt erklären möchten.

    Ach ja, und ich sehe mich oft nicht dazu in der Lage Rat zu geben.

    Doch eines vielleicht: es war die beste Entscheidung auszuziehen. Ich habe meinen Raum, hier wird nach meinen Regeln gespielt (was mitunter sehr schön sein kann :wink:)

    Und ich finde es schade dass soviele im grünen Bereich versinken. Ich fand es schön wieder was von Rennschnecke zu lesen auch wenn es ihr nicht so gut ging. Aber nüchtern, wie schön! Also bei ihr habe ich eine Ausnahme gemacht und doch bei den Alkoholikern gelesen.

    So, ich denke das wars jetzt von mir, ich wünsche allen von Herzen nur das Beste,

    LG Alexa

    Liebe Jump!, du sprichst mir aus der Seele..

    weil ich fest überzeugt bin, dass die Sucht eine grauenhafte Krake ist, die meinen Mann gefangen hält. Weil ich Sucht für eine Krankheit (des Gehirns) halte. Und nicht für eine willentliche Weigerung die Grundbausteine einzuhalten. 95 % Rückfällige bestätigen das.

    Ich nenne es für mich so: Er hat den Teufel in sein Haus eingeladen..

    Und ich sehe nun mal mit eigenen Augen, dass es ihm überhaupt keinen Spaß macht zu trinken, sondern er dann zu einem verzweifelten hilflosen Menschen wird, der nur noch versucht zu überleben

    Ja.

    Weil er komplett aufblüht, wenn er nüchtern ist. Und ich sehe, dass er sich wünscht, dass das so bleibt. Er auch viel dafür tut. Und es trotzdem nie bei ihm reicht.

    Ja.

    Passt leider nicht in den Faden, aber ich kann nur so zitieren.

    Ein kleiner Piep von mir: nach 6monatigem Stationsaufenthalt ist mein Partner nun einen Monat und einen Tag wieder zu Hause und nüchtern. Die letzten Monate waren wunderbar, mein Nervensystem ist derzeit beruhigt.

    Für mich ein kleiner Reminder: ich wollte mit meinem Partner darüber sprechen dass ich für mich entschieden habe das nicht nocheinmal mitzumachen und mich zu trennen sollte er wieder rückfällig werden. Ich habe mich auf ein laaaanges Gespräch eingestellt. Hab ihn zu Tisch gebeten und eröffnet: "Ich mache das nicht nocheinmal mit." Er: "Ich weiß." Das wars. Wir haben uns angesehen und es waren keine Worte mehr nötig.

    Und ich hatte ja jetzt nun 7 Monate "Verschnaufpause", und ich denke mir: ich weiß nicht ob ich das schaffen werde/würde mich zu trennen.

    Es gibt 1000 Kleinigkeiten die ich an ihm liebe.

    Ich bin im Winter so durchgefroren und hab immer kalte Hände. Und dann nimmt er meine kleine Eishand in seine große warme Hand.. das ist für mich nach Hause kommen.

    Aber, ich bereite mich vor. Ihr, das Forum, seid mein Backup. Es kann sein dass ich wieder auf den Boden knalle, und ich hoffe dann gibt es liebe, zugewandte Menschen. <3

    Bin etwas sentimental..

    Allen alles Liebe,

    Alexa

    So, also das letzte mal jetzt..

    mein ton ist unangebracht? warum? weil ich gern eine erklärung hätte für die steile these? darf ich meine meinung nicht äussern? ihr wollt gehört werden, aber haltet es als übergrifig wenn ich nicht euerer meinung folge? komische sicht der dinge...

    Ich kann leider nicht aus einem anderen Thread zitieren.. vielleicht liest du was du geschrieben hast einfach nochmal durch, oder auch nicht, mir egal

    und ich soll ein es tut mir leid dir gegenüber bringen? ernst gemeint oder ein schlechter witz? wie komm ich dazu mich vor dir zu rechtfertigen? ich bin nicht dein trinkender partner/ex partner oder stehe stellvertretend für alle anderen da.

    Ich hab auch von dir! keine Entschuldigung erwartet, sondern von meinem Partner (die auch kam, weil es nunmal so ist dass Alkoholismus nicht nur beim Alkoholiker Leid hervorbringt ((ausser man ist ein außergewöhnlicher Einzelfall und hat nicht gelitten und Co auch nicht)) ich hatte damit nicht dich gemeint.

    Liebe Grüße

    Hallo liebe Sonnenschein,

    ich äußere mich nun auch ein letztes mal, weil ich merke es wühlt mich zu sehr auf.

    Ist das so? Oder ist es vielmehr so, dass ein trockener Alkoholiker auch seine Sicht auf den Co und den Umgang mit diesen neu definieren muss?

    Dem kann ich nur voll zustimmen. Mein Partner trinkt nun ein halbes Jahr nichts, und es wurde (gottseidank) alles! neu definiert.

    Von ich rufe dich jeden Tag an, manchmal schwer verkatert, depressiv, wahlweise hackedicht wurde ein: wie möchten wir unser Leben gestalten?

    Von unzuverlässig zu: ich kann dann und dann das und das tun, wir können uns da und dort sehen, wir können gemeinsam schöne Dinge planen und umsetzen.

    Also eine Neudefinition ist für mich absolute Grundvoraussetzung!

    Ich weiß nur nicht wie lange wir in diesem wunderbaren Zustand bleiben werden.

    sollen jetzt alle trockenen alkis nur noch in büßerkutte bis an das ende ihres lebens rumlaufen mit gesenkten kopf?

    Nein, aber ein es tut mir leid würde für den Anfang:!: reichen (mit Abstinenz).

    Ich finde deinen Ton absolut unangebracht und übergriffig. Tenor des Forums wäre: "na, da regst du dich auf? Mal hinsehen was bei dir! los ist!!"

    So, und weil ich auch immer emotionaler werde, melde ich mich auch ab.

    Sonnenschein, ich finde deine Sichtweise komplett berechtigt.

    Vielleicht ist es auch eine typische Eigenart von Co-Abhängigkeit, sich schnell unverstanden zu fühlen , dieses Muster, sich als Opfer zu sehen, nicht wahrgenommen, nicht gehört zu werden . Kann sein. Ich weiß es nicht. Aber dafür mache ich einen anderen Thread auf.

    Vielleicht ist es eine typische Eigenart der Alkoholiker anderen die Schuld zuzuschieben? Zum Beispiel den Cos?

    Sorry, musste dich jetzt zitieren.

    Ich seh hier keine Opfer sondern Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, die diese auch vertreten möchten.

    Und wenn man schon die ganze Unterhaltung darauf runterbricht dass wir Cos halt so sind, denke ich mir: gut so, man darf gerade als Co nicht alles runterschlucken was einem so gesagt wird ;)

    Mir fällt dazu ein dass es einen eigenen Tread gibt über das Thema Abstinent oder trocken, bei den Cos sind dann aber Begrifflichkeiten auf einmal nicht mehr wichtig..

    Ich für mich finde das Thema "was ist eigentlich CoAbhängigkeit" sehr spannend und ich wäre froh wenn ich das für mich definieren könnte.

    Liebe Jump!, mir gefällt der Begriff "reaktiv" sehr gut.

    Alles Liebe

    Und da sind wir bei den Zuschreibungen, die Angehörigen aufgedrückt werden. Das ärgert mich. Dass wir pathologisiert werden. Als selbst süchtig und krank bezeichnet werden.

    Dem kann ich nur zustimmen.

    Ich habe mich das letzte halbe Jahr weder besonders hilfsbereit, kontrollierend, nachgiebig, aufopfernd oder sonstwas empfunden.

    Doch ich weiß jetzt schon, bekomme ich nur einmal mit dass er getrunken hat, wird mein System wieder komplett hochfahren. Dann geht es plötzlich um die verlorene Zukunft, je nach Situation um Schadensbegrenzung (was mach ich wenn er betrunken bei mir ist?), sofortiges einordnen seines Zustandes, usw..

    Bin ich deshalb krankhaft?

    So viele Rückfälle, weitergemacht, nie aufgegeben.

    Lieber Abstinenzler, das ist wirklich stark von dir. Mein Partner gibt auch nicht auf, aber weißt du, ich mache das jetzt 7 Jahre mit.

    Geweint, geblutet, hoffnungslos.

    Genau das. Und ich kann mich nicht erinnern hier einen Seelenvertrag unterschrieben zu haben. Genausowenig wie er meinen Weg für mich gehen kann (Psychose und große Ängste), sowenig kann ich seinen Weg für ihn gehen.

    Ich gebe weder ihn als Mensch auf, noch die Liebe zu ihm. Doch ich bin nun seit 7 Jahren an seiner Seite und sehr erschöpft. Ich kann das nicht mehr, dreht er seine Runden weiter, muss ich für mich alleine weiter machen.

    Ich wünsche dir und ihm von ganzen Herzen das notwendige Rüstzeug.

    Lg

    Danke liebe Jump! Für die Grüße.. <3

    Ja, bei mir wurde es ruhig.. mein Partner war bis 22.12. auf Therapie, und dieses halbe Jahr war wundervoll. Unter der Woche wußte ich ihn im geschützen Rahmen und das Wochenende konnten wir zusammen gestalten.

    Leider bin ich wenig hoffnungsvoll was seine Nüchternheit angeht. Er ist wirklich bemüht und bestrebt, macht Sport, meditiert und war jetzt 2 mal bei den AA,s. Trotzdem fallen manchmal nebenbei Sätze, wo ich denke, okay, er ist noch immer nicht soweit.

    Vor kurzem redeten wir über Alkohol und er meinte Alkohol sei ja nicht seine Hauptsubstanz. Alkohol alleine gibt ihm ja nichts. Und mir kamen so viele Erinnerungen hoch bezüglich Alkohol. Wie er in der Früh in! der Dusche sein Bier trank damit er handlungsfähig wurde, vor Jahren wurde ihm einmal sein Führerschein abgenommen, er wurde von der Arbeit nach Hause geschickt, da er agressiv und ausfällig jemanden gegenüber wurde, da war er mit dem Firmenauto unterwegs und derjenige hatte dann in der Firma angerufen..

    Die vielen unzähligen Telefonate mit ihm wenn er getrunken hatte. Er war wahlweise sentimental, rührselig, agressiv (nicht mir gegenüber), uneinsichtig, verloren. Ich wußte egal was ich ihm sage, er wird es sofort vergessen. Stunden um Stunden die vergeudet waren und mir weh taten.

    Über diese Zeit möchte er nicht reden, denn das ist Vergangenheit und die kann er nicht mehr ändern. Wie schmerzhaft diese Zeit für mich war kann er nicht nachvollziehen und ich kann es ihm nicht begreiflich machen.

    Ich hab die letzten Monate hier nicht mehr so viel gelesen, es war eine Pause von dem ewigen Thema, und der Abstand tat mir gut.

    Nun ist es so, die letzten Jahre folgte der erste Rückfall immer in den ersten 8 Wochen nach Therapie. Also der Countdown wurde gestartet. Ich wünsche es ihm so sehr, aber wenn die Hoffnung stirbt bleibt nur mehr die Realität.

    Wir machten gestern gemeinsam einen Nachtspaziergang durch den Schnee zu einer Quelle, und es war sehr ruhig und schön. Und da dachte ich an uns, an euch, an Cos die vielleicht gerade bedrängt werden, Cos die der Gewalt ausgesetzt sind, Cos die sich gerade abstrampeln und nur hoffen dass der Partner nicht verhaltensauffälig wird und ruhig bleibt..

    Hab ich schon 100 mal durch.. ich weiß leider den Namen der Co nicht, die im Jänner eine eigene Wohnung hätte und zweifelt. Mein Rat: raus! Egal wie nett und einsichtig der Mann sich gerade zeigt.

    Das neue Jahr wird zeigen ob mein Partner und ich gemeinsam weitergehen oder nicht. Ich bin was das Thema Drogen angeht durch. Mein Partner ist ein wundervoller Mensch, aber hat er es nicht verstanden muss er! seine Runden drehen. Ich denke (hoffe) ich werde mich dann rausziehen aus seinem Leben, auch wenn ich ihn sehr liebe.

    So, ich muss noch Socken fertig stricken die ich verschenken möchte.. ich wünsche allen besinnliche Feiertage, und denke an uns Cos, wir sind nicht allein.

    Alles Liebe,

    Alexa

    Liebe Koda,

    danke für deine Zeilen. Ich hab jetzt das Wort zynisch gegoogelt, vielleicht trifft das nicht zu. Ich habe nur gelesen, du löst dich nicht, hältst ja Kontakt usw.. mir kommt das so vor als sollte Foxi hier einen Co Kurs abarbeiten.

    Ja, und auch ich spreche aus meiner Erfahrung heraus. Ich kann mir auch nicht Foxis Kopf zerbrechen, aber ich für mich würde ich denke ich keine völlige Kontaktsperre aussprechen (natürlich schon wenn Gefahr jedweder Hinsicht für mich besteht). Ich fände es legitim ihn über Familienangelegenheiten zu informieren..

    Es kann ja sein dass mein großer Sohn alkoholabhängig ist/wird. Und ich für mich frage mich halt, wie ich damit umgehen möchte.

    Es ist eine sehr sehr harte Entscheidung, und es kann sein dass nix hilft, ich denke auch an wieweiter, ihr Mann ist in der Wohnung verkommen und gestorben.

    Ich für mich, denke ich! würde es nicht aushalten wenn mein Sohn obdachlos wird. Es ist Foxis Entscheidung, ich wollte nur sagen dass man eben auch anders reagieren kann als völliger Kontaktabbruch.

    Schlimmstenfalls stirbt er und dann muss man mit seinen Entscheidungen leben.

    Also, ich möchte ein paar Gedanken hier lassen.. ich finde die Sichtweisen der Cos hier wirklich zynisch und herzlos.. sich abgrenzen, ja.. aber: stünde es in meiner Macht als Mutter ob mein Sohn obdachlos wird oder nicht würde ich dafür sorgen dass er eine Bleibe hat. Gerade in der Sucht (und die Alkoholiker wissen das) ist es ein weiter jahrelanger Weg von der Krankheitseinsicht bis zur Abstinenzentscheidung. Bei mir war es ein quälender Prozess.

    Was wenn er auf der Straße stirbt? Dann kann ich sagen, aber ja ich habe Grenzen gesetzt und er wollte es ja so? Gratulation.

    Ohne die Hilfe meiner Mutter hätte ich Entzug und Therapie nicht angetreten.

    Und ich bin sehr dankbar dafür dass sie mich in meinen dunkelsten Jahren nicht alleine gelassen hat.

    Meine Gedanken dazu.. und noch etwas, Foxi, dein Sohn lebt, und vielleicht magst du daran denken, wenn du in 10 Jahren auf heute zurückblickst, wie möchtest du gehandelt haben?

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und innere Ruhe

    Liebe foxi,

    deine Situation tut mir sehr leid. Ich weiß nicht wie du zu Gott stehst, aber vielleicht tröstet dich der Gedanke dass auch dein Sohn behütet wird (auch wenn es so gar nicht! Danach aussieht).

    Du hast ja schon erkannt und umgesetzt dass du Abstand brauchst, und ich kann mir vorstellen dass es sehr schwer ist nichts zu tun. Ich habe für mich und meinen Sohn ein Ritual geschaffen: ich setze mich hin, atmen tief, schließe die Augen und stelle mir meinen Sohn vor. Dann bette ich ihn in eine Hülle aus Liebe, Trost, mütterlicher Fürsorge ein. Ich baue eine Lichtkugel um ihn, die ihn beschützt. Das ist sehr heilsam weil ich so die Liebe ausdrücken kann die sonst so verschüttet und nicht zugänglich ist.

    Dann komme ich wieder zu mir. Das ganze dauert vielleicht 5 Minuten. Ich schaffe es im realen Leben nicht mit meinem Sohn eine für uns beide gesunde Beziehung stattfinden zu lassen. Und so habe ich das Gefühl dass ich ihn doch unterstützen kann und meine Liebe fließen kann.

    Vielleicht ist das auch gar nichts für dich, für mich ist es eine Möglichkeit als Mutter meine Liebe auszudrücken. Manchmal wird es sehr emotional und ich Weine, weil mir so vieles Leid tut und ich bin im Alltag so kühl zu ihm weil ich bei so vielen Dingen bei ihm nicht mitgehen kann und die ich verurteile. Trotzdem bleibt die Liebe zum Kind, und durch die Visualisierung kann ich diese ausdrücken und erleben.

    Ich finde die Ratschläge gut und richtig dass man Abstand halten soll, seine Grenzen wahren. Aber es geht doch auch um Liebe, und großen Schmerz.

    Alles Liebe für dich und deine Familie,

    Alexa

    Hey liebe Rennschnecke,

    puh da ist ja ganz schön viel Emotion hochgekocht.. Meine Gedanken dazu: du schreibst dass du gegen die Spaltung in der Gesellschaft bist. Doch der Austausch von euch zwei zeigt leider wie schnell das hier passiert ist.

    Angefangen mit "Reizwörtern" hast du liebe Rennschnecke. Rino hat den Herrn Hirschhausen als "Quacksalber" tituliert. Weiß ich jetzt nix von dem Herrn, ich hab nur die Doku gesehen und fand sie ganz ganz schrecklich. Daraufhin folgerst du dass Rino in einer "Bubble" lebt. Das finde ich persönlich schon als "schubladisieren". Vor allem weil mir der Kontext dazu fehlt. Warum werde ich in eine Bubble geschoben wenn ich der Meinung bin er ist ein Quacksalber?

    Und danach folgt der Schlagabtausch mit gegenseitigen Herabsetzungen. Das ganze ist hochpolitisch, mal trifft es einen persönlich, so wie bei Annablume, mal sagt sich Rino, bitte verschont mich mit dem Gedöns.

    Und egal wie ich persönlich jetzt zu Rinos Ansichten stehe, wenn mich schon zu Anfangs eines Austausches jemand in eine "Bubble" schiebt wäre ich raus. Und ich würde es beleidigend empfinden wenn mir jemand unterstellt dass ich schwurble.

    Und kurz zum Thema "Agenda". Durch Anpassung der Sprache wird eine Agenda verfolgt. Um Bewußtsein zu schaffen, kleine Veränderungen in unserer Sprache und in unseren Köpfen. Das kann man gut und richtig finden oder auch nicht. Ich finde es übrigens gut. Ich war schon vor 20 Jahren stolz in meiner Berufsbeschreibung die weibliche Form einzutragen. Ich kann aber auch verstehen wenn das Thema jemanden zuviel ist. Und einem um die Ohren fliegt so wie bei Rino. Da wäre ich auch dezent angepiepst.

    So, das wären meine 5 Cent zu dem Thema.

    Schöne Woche euch allen, und den Cos die grade sehr leiden wünsche ich ein bisschen Ruhe..

    LG Alexa